Zinsmeinung der der Raiffeisenlandesbank Nö-Wien AG AG vom vom Jänner 2012

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1 Zinsmeinung der der Raiffeisenlandesbank Nö-Wien AG AG vom vom Jänner 2012 Beschlussgremium: Beschlussgremium: APK APK 1

2 RLB-Zinsmeinung: Hauptszenario (80%) Stand: Quartal Quartal 2012 Geldmarkt: 3-M-Euribor (aktuell: 1,125%) 1,05-1,20 1,05-1,20 Kapitalmarkt: 5-J-Swap (aktuell: 1,33%*) 1,40-1,80 1,60-2,00 Kapitalmarkt: 10-J-Swap (aktuell: 2,12%*) 2,10-2,50 2,30-2,75 Spread Swap-Bund * Swapsätze quotiert gegenüber 3-Monats-Euribor Hauptszenario 2

3 RLB-Hauptszenario zugrundeliegende Annahmen: Konjunktur Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stellen sich je nach Euroland weiterhin differenziert dar. Während in Deutschland die Arbeitslosenrate auf dem tiefsten Niveau seit der Wiedervereinigung notiert und Österreich einmal mehr den niedrigsten Arbeitslosenwert in der EU-Statistik, bleibt die Lage in ausgewählten Peripheriestaaten allen voran Griechenland sehr angespannt. Für das erste Quartal rechnen wir mit einem leicht negativen Wirtschaftswachstum in der gesamten Eurozone. Doch die Vorzeichen für das weitere Jahr sind grundsätzlich als vorsichtig optimistisch zu bewerten. Das deutsche ifo-geschäftsklima weist drei Anstiege in Folge auf, der heimische Einkaufsmanagerindex ist im Jänner deutlich über die Wachstumsschwelle von 50 Indexpunkten gestiegen (51,8). Von den Frühindikatoren in Kombination mit den deutlichen Aktienzuwächsen im ersten Monat des neuen Jahres (ATX: +9,8%, DAX: +9,5%, Eurostoxx 50: +4,3%) lassen sich Parallelen zum März 2009 ableiten (siehe Chart 9). Budgetthematik Die Konsolidierungsbestrebungen in den Peripheriestaaten werden sowohl auf EU-Ebene als auch vom IWF streng kontrolliert. Sämtliche Wirtschaftspolitik-Vertreter bemühen sich um eine für alle Länder vertretbare Lösung für Griechenland. Am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos wurde auf höchster politischer Ebene (von US-Finanzminister Geithner, IWF-Chefin Lagarde, EZB-Präsident Draghi sowie den Finanzministern von DE und FR) darüber diskutiert, eine Kombination aus drei Rettungsschirmen (IWF, ESM und EFSF) mit einem Volumen von 1,5 Billionen Euro bereitzustellen. Der ständige Euro-Rettungsschirm ESM, der im Juli 2012 den aktuellen Schutzschirm EFSF ablösen wird, verfügt bisher über ein Drittel dieser Summe. Im Vertrauen auf eine Bedienung der nächstfälligen Griechenland-Anleihe über 14,4 Mrd. EUR am 20. März dürften sich die Marktteilnehmer diesbezüglich temporär wieder etwas beruhigen lassen. Inflation Die Inflationsprognose der EZB für heuer beläuft sich auf 1,5 bis 2,5%. Bei einem Kreditwachstum von aktuell nur noch auf 1% und einem Geldmengenwachstum von unter 2%, besteht für 2012 keine Inflationsgefahr. Auf EU-Ebene beträgt die Inflationsrate nach einer dreimonatigen Phase mit 3% aktuell 2,8%. Die Tendenz ist weiterhin leicht rückläufig. EZB erweitert Aktionsradius Die EZB hat neben ihrer Leitzins-Setzungsfunktion in den letzten Monaten weit mächtigere Instrumentarien eingesetzt. Neben dem im Dezember 2011 erstmals abgehaltenen 3-Jahrestender und einem zweiten, der am durchgeführt wird, haben die massiven Staatsanleihenkäufe einen deutlichen Einfluss auf das Finanzmarktgeschehen. Die Renditen vieler Peripherieanleihen sind seither deutlich gesunken. Ein Festhalten an diesen Maßnahmenpaketen ist daher weit über das Jahr 2012 hinaus zu erwarten. In Kombination mit den anhaltend massiven Bemühungen auf politischer Ebene, das Rettungspaket für Griechenland und einen endgültigen Schutzwall in den nächsten Wochen unter Dach und Fach zu bringen, wird die EZB keine Notwendigkeit für weitere Zinssenkungsschritte sehen. Für die Realwirtschaft hätte ein weiteres Absenken vom aktuellen Tiefstand bei 1,00% auf Sicht von 6 bis 9 Monaten nur marginalste Effekte. Zinstrend im 1. Halbjahr 2012 In unserem Hauptbild sehen wir die EZB an ihrem Leitzinsniveau von 1,00% bis Jahresmitte 2012 festhalten. Der 3-Monats-Euribor, welcher aktuell bei 1,125% notiert, wird sich demgemäß über der Marke von 1% halten. Im aktuell extrem niedrigen Kapitalmarktumfeld sehen wir jede positive Nachricht als willkommenen Anlass, sich vom absoluten Zinstief zumindest leicht wegzubewegen. Vor diesem Hintergrund sehen wir die 10-jährigen Kapitalmarktzinsen bis Jahresmitte 2012 sukzessive leicht anziehen. Das absolute Niveau bleibt weiterhin sehr niedrig, der relative Anstieg jedoch sollte nicht unterschätzt werden. 3

4 RLB-Zinsmeinung: Risikoszenario (20%) Risikoszenario: Worst-Case Stand: Quartal Quartal 2012 Geldmarkt: 3-M-Euribor (aktuell: 1,125%) 0,90-1,00 0,65-0,80 Kapitalmarkt: 5-J-Swap (aktuell: 1,33%*) 1,20-1,40 1,20-1,40 Kapitalmarkt: 10-J-Swap (aktuell: 2,12%*) 1,90-2,20 1,90-2,20 Spread Swap-Bund * Swapsätze quotiert gegenüber 3-Monats-Euribor 4

5 RLB-Risikoszenario zugrundeliegende Annahmen: Konjunktur Nach einem negativen Wachstum im 1. Quartal (Bekanntgabe: April) stellt sich heraus, dass die Frühindikatoren doch nicht wie im Frühjahr 2009 weiter anziehen. Ein negatives Stimmungsbild macht sich breit, eine tiefe Rezession droht. Budgetthematik Trotz massiver Budgetkonsolidierungsbemühungen stellt sich heraus, dass die EU-Kriterien für die weiteren Vergabe von Rettungsschirm und IWF-Mitteln nicht eingehalten wurden. Daraufhin erreicht die Schuldenkrise im Rahmen der nächsten Fälligkeit einer griechischen Anleihe (20. März) einen weiteren negativen Höhepunkt. Griechenland wird gemäß der Bankenkrise 2009 als ein Präzedenzfall wie damals Lehman angesehen. Weitere Peripheriestaaten (allen voran Portugal) kommen ins Kreuzfeuer der internationalen Marktteilnehmer. Inflation Mit der Verschärfung der Krise sind auch Inflationssorgen weggewischt. Der Abwärtstrend der Inflationsrate setzt sich rasch fort. EZB-Strategie wird um zusätzliche außerplanmäßige Sondermaßnahmen ausgeweitet Ein tatsächlicher Präzedenzfall Griechenland, welcher einen Austritt des Landes aus der gemeinschaftlichen Währungsunion zur Folge hätte, würde die EZB einmal mehr als zentralen Player aufs Parket rufen. Allen voran würde durch zwei weitere Zinssenkungsschritte á 25 Basispunkte auf 0,50% bis zur Jahresmitte signalisiert, dass die EZB Refinanzierungen nicht nur für Banken über den 3-Jahrestender sondern auch für Konsumenten ultrabillig machen will. Eine wesentliche Funktion käme der EZB auch im Kauf hoher Volumina weiterer Peripherie-Staatsanleihen zu, um die Refinanzierungsfähigkeit der Länder und damit den Fortbestand der Eurozone zu sichern. Zinstrend im 1. Halbjahr 2012 In unserem Risikobild wird die EZB den Leitzins bis zur Jahresmitte auf 0,50% senken. Gleichzeitig müssten wir uns unter solchen Rahmenbedingungen auf einen erneuten Rutsch der Kapitalmarktrenditen einstellen. Die Rendite 10jähriger Swapsätze, welche aktuell bei 2,12% notiert, würde im Extremfall auf unter 2% abrutschen. Bedingt durch massive Ängste über das Fortbestehen der Eurozone wäre eine drastische Ausweitung der Differenz von Bund- zu Swapsätzen auf 120 Basispunkte die Folge. 5

6 EUR-Zinskurve 6

7 Entwicklung der der Rendite 10jähriger Swapsätze seit seit Q1/2007 7

8 RLB-Hauptszenario: EZB EZB belässt Leitzins bis bis Jahresmitte bei bei 1,00% 1,00% Leitzinssatz & 3-Monats-Euribor in % 5,5 5,0 4,5 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 Eurozone: Leitzinssatzentscheidungen vs. 3-M-Euribor 3-M-Euribor EZB-Leitzinssatz ,5 5,0 4,5 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 1,5 1,0 0,5 Source: Reuters EcoWin 8

9 Frühindikatoren beginnen zu zu drehen! Parallelen zum zum März 2009? 9

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