Die demografische Entwicklung und der Pflegearbeitsmarkt: Herausforderung von zwei Seiten

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1 Die demografische Entwicklung und der Pflegearbeitsmarkt: Herausforderung von zwei Seiten Dr. Carsten Pohl Münster, den 30. September 2010 Struktur des Vortrags 1. Pflegebedürftige und der Arbeitsmarkt für Pflege in der Gegenwart Wie viele Pflegebedürftige gibt es derzeit? Wie viele Personen arbeiten wo im Pflegebereich? 2. Demografischer Wandel in Deutschland Aus welchen Komponenten besteht der demografische Wandel? Wie wirken sich die einzelnen Faktoren auf die Bevölkerungsentwicklung und auf deren Struktur aus? 3. Der Blick in die Zukunft Wie wird sich die zukünftige Zahl an Pflegebedürftigen entwickeln? Was bedeutet dies für den Arbeitsmarkt im Pflegebereich? 4. Zusammenfassung 2 1

2 Bestandsaufnahme: Pflegebedürftige und der Arbeitsmarkt für Pflege 3 Übersicht: Pflegebedürftige und Beschäftigte im Pflegebereich in Deutschland (2007) 2,25 Millionen Pflegebedürftige insgesamt zu Hause versorgt: 1,54 Millionen (68 %) durch in Heimen versorgt: (32 %) durch Ausschließlich Angehörige: 1,03 Mill. Pflegebedürftige I: 61,8 % II: 29,9 % III: 8,3 % Pflegedienste: Pflegebedürftige I: 52,5 % II: 35,4 % III: 12,1 % durch Pflegedienste mit Beschäftigten I: 35,7% II: 42,3 % III: 20,5 % Nach Pflegestufen: Bisher ohne Zuordnung: 1,5 % In Pflegeheimen mit Beschäftigten ca Haushaltshilfen 4 2

3 Pflege durch Angehörige, ambulante Pflegedienste und in Heimen ( ) Quelle: Statistisches Bundesamt (2009 ) 5 Pflegequoten nach Altersklassen (2007) Quelle: Statistisches Bundesamt (2009) 6 3

4 Verteilung der Pflegebedürftigen nach Altersklassen in 2007 Quelle: Statistisches Bundesamt (2009 ) 7 Pflegebedürftige in den Bundesländern (2007) Quelle: Statistisches Bundesamt (2009 ) Baden-Württemberg Pflegebedürftige je Hamburg Einwohner Bayern Pflegebedürftige insgesamt Rheinland-Pfalz Nordrhein-Westfalen Schleswig-Holstein Berlin Saarland Hessen Sachsen Niedersachsen Bremen Thüringen Sachsen-Anhalt Brandenburg Mecklenburg-Vorpommern

5 Personal in ambulanten Pflegediensten und in Pflegeheimen Quelle: Statistisches Bundesamt (2009 ) 9 Beschäftigte und im Pflegebereich Beschäftigte in 2007: Pflegedienste: Beschäftigte Pflegeheime: Beschäftigte insgesamt ca Beschäftigte Umrechnung in, da aussagekräftiger und dies in Modellrechnungen verwendet wird. Teilzeitarbeit von hoher Bedeutung im Pflegebereich Praktikanten, Schüler, Auszubildende Umrechnung der Anzahl der Beschäftigten in (VZÄ) Pflegedienste: ca VZÄ Pflegeheime: ca VZÄ insgesamt ca VZÄ 10 5

6 Demografischer Wandel in Deutschland 11 Komponenten der Bevölkerungsentwicklung Natürliche Bevölkerungsentwicklung + Lebendgeborene - Gestorbene Räumliche Bevölkerungsentwicklung + Einwanderungen - Abwanderungen 12 6

7 Komponenten der Bevölkerungsentwicklung in Deutschland mittlere Bevölkerung Untergrenze 1000 Lebendgeborene Gestorbene Wanderungssaldo Bevölkerungsentwicklung Quelle: Statistisches Bundesamt (2009 ) Altersstruktur der Bevölkerung in Deutschland 19,2% 60,8% Baby-Boomer 20,0%

8

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12 2050 Altersstruktur der deutschen Bevölkerung Frauen Männer 33,2% Baby-Boomer 51,7% 15,1% Ausblick: Entwicklung der Anzahl der Pflegebedürftigen und des Arbeitsmarktes für Pflege 24 12

13 Pflegebedürftige und Beschäftigte im Pflegebereich in Deutschland in 2030 Wie viele Pflegebedürftige gibt es im Jahr 2030 Wie viele werden zu Hause versorgt: Wie viele werden in Heimen versorgt: Ausschließlich Angehörige: Pflegedienste: 25 Welche Faktoren spielen für die zukünftige Anzahl an Pflegebedürftigen eine Rolle? Jahrgangsstärkeneffekt: geburtenstarke Jahrgänge altern und wachsen in die Pflegebedürftigkeit hinein ( Baby-Boomer ). Lebenserwartungseffekt: Möglicher Zusammenhang zwischen dem Anstieg der Lebenserwartung und der Pflegebedürftigkeit Status-quo Kompressionsthese Medikalisierungsthese Berechnungen des Statistischen Bundesamtes bis zum Jahr 2030 für die Status-quo Variante und für das Szenario Kompressionsthese 26 13

14 Pflegebedürftige in Deutschland in 2030 (in Mill.) Quelle: Statistisches Bundesamt (2009 ) 27 Pflegebedürftige und Beschäftigte im Pflegebereich in Deutschland in 2030 ca. 2,93 Millionen Pflegebedürftige (Kompressionsthese) zu Hause versorgt: in Heimen versorgt: Ausschließlich Angehörige: Pflegedienste: 28 14

15 Pflegebedürftige nach Pflegearrangement Wie viele Pflegebedürftige werden durch Angehörige, durch ambulante Pflegedienste und in stationärer Pflege versorgt? Basisszenario: Verteilung auf Pflegearrangements im Jahr 2030 wie in 2007 Alternativszenario: Obergrenze für familiäre Pflege; nur Zunahme für ambulante Pflegedienste und stationäre Einrichtungen ( Verschiebung zu professioneller Pflege ) Begründung Alternativszenario: Zukünftig werden Angehörige weniger für Pflegetätigkeiten zur Verfügung stehen: Familiäres Pflegepotenzial geht aufgrund der demografischen Entwicklung zurück (Rückgang der Zahl der Kinder pro Familie). Abnahme der Familienpflege aufgrund räumlicher Entfernung zwischen Eltern und Kindern; Anstieg in der Erwerbstätigkeit von Älteren, Frauen. 29 Pflegebedürftige und Beschäftigte im Pflegebereich in Deutschland in 2030 ca. 2,93 Millionen Pflegebedürftige (Kompressionsthese) zu Hause versorgt: ca. 1,85 Mill. (Alternativ) 1,95 Mill. (Basis) Ausschließlich Angehörige: ca. 1,07 Mill. (Alternativ) 1,27 Mill. (Basis) Pflegebedürftige Ambulante Pflegedienste: ca (Basis) (Alternativ) Pflegebedürftige in Heimen versorgt: ca (Basis) 1,09 Mill. (Alternativ) 30 15

16 Entwicklung des Personalbedarfs In den Berechnungen wird nicht nur Personal in der Grundpflege, sondern sämtliches Personal berücksichtigt (Reinigung, technisches Personal, Verwaltung etc.) Wie entwickelt sich die Relation Personal pro Pflegebedürftigen in der Zukunft Basisszenario: Keine Veränderung (wie in 2007) Alternativszenario: Produktivitätsfortschritte (aber nur gering da arbeitsintensiver Bereich) Begründung Alternativszenario: Einsatz medizinisch-technischer Hilfsmittel Neue Organisationsformen bzw. Arbeitsabläufe Qualifikationsspezifische Zusammensetzung des Personals Neue Konzepte bei Wohnformen 31 Ambulante Pflegedienste: Möglicher Bedarf an n in 2030 Ambulante Pflegedienste Verschiebung zu professioneller Pflege Nein Produktivitätsfortschritte Ja Nein Ja

17 Stationäre Pflegeeinrichtungen: Möglicher Bedarf an n in 2030 Stationäre Pflegeeinrichtungen Produktivitätsfortschritte Verschiebung zu professioneller Pflege Nein Ja Nein Ja Insgesamt: Möglicher Bedarf an n im Pflegearbeitsmarkt in 2030 insgesamt Produktivitätsfortschritte Verschiebung zu professioneller Pflege Nein Ja Nein Ja

18 Zusammenfassung 35 Der Pflegearbeitsmarkt in 2007 Derzeit gibt es rund 2,25 Millionen Pflegebedürftige 1,03 Millionen durch Angehörige (46%) durch ambulante Dienste (22%) in stationären Einrichtungen (32%) Im Pflegearbeitsmarkt gibt es derzeit rund Beschäftigte in ambulanten Pflegediensten in stationäre Pflege dies entspricht insgesamt rund n 36 18

19 Der Pflegearbeitsmarkt in 2030 ca. 2,93 Millionen Pflegebedürftige (Kompressionsthese) zu Hause versorgt: ca. 1,85 Mill. (Alternativ) 1,95 Mill. (Basis) Ausschließlich Angehörige: ca. 1,07 Mill. (Alternativ) 1,27 Mill. (Basis) Pflegebedürftige Ambulante Pflegedienste: ca (Basis) (Alternativ) Pflegebedürftige ca in Heimen versorgt: ca (Basis) 1,09 Mill. (Alternativ) Zahl der Haushaltshilfen 37 Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Dr. Carsten Pohl Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung Regionales Forschungsnetz IAB Nordrhein-Westfalen 19

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