Gesetzliche, betriebliche und private Sicherung und der Vorschlag von Gesundheitssparkonten (Abstract)

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1 Univ.-Prof. Dr. G. Neubauer Gesetzliche, betriebliche und private Sicherung und der Vorschlag von Gesundheitssparkonten (Abstract) Die Gesetzliche Krankenversicherung steht, anders als die übrigen Sozialleistungssysteme, unter einem ständigen Innovationsdruck. Innovationen, zusammen mit der demographischen Alterung, erzeugen in der GKV einen sich beschleunigenden Ausgabendruck. Insbesondere für die jüngere Generation zeichnet sich eine Nachhaltigkeitslücke ab, was bedeutet, dass sie nicht mehr das Versorgungsniveau erhält, für das sie heute Beiträge leistet. Die Gesundheitsreform 2007 hat hier nur wenig Abhilfe geschaffen. Unser Vorschlag ist, die vom Staat versprochene Finanzierung der Ausgaben für die Kinder statt zu einer Beitragssenkung für den Aufbau von Gesundheitssparkonten einzusetzen. Auf diese Weise könnte eine Kapitalrückstellung geschaffen werden, die einen Abbau der Nachhaltigkeitslücke bedeutet. Gesundheitssparkonten sind zweckgebunden, persönliches Eigentum und können durch das Finanzsystem verwaltet werden. Für Erwachsene GKV-Versicherte sollten freiwillige, steuerbegünstigte Gesundheitskonten eingeführt werden. Auf mittlere Sicht wird so eine Dreiteilung der Versorgung erreicht. Symposium Sicherheit im Alter, bei Pflegebedürftigkeit und Krankheit Reicht die Soziale Sicherung? am in Berlin

2 Univ.-Prof. Dr. Günter Neubauer Das sozialökonomische Fundamentalproblem, die Nachhaltigkeitslücke und Lösungswege Symposium Sicherheit im Alter, bei Pflegebedürftigkeit und Krankheit Reicht die Soziale Sicherung? am 20. September 2007 in Berlin IfG Institut für Gesundheitskökonomik Übersicht 1. Ausgangslage: Die heutige Finanzierung ist nicht zukunftssicher 2. Reformansätze auf der Finanzierungsseite 3. Gesundheitssparkonten als Beispiel 4. Ausblick : Entwicklung von drei Versorgungsegmenten 1

3 1. Ausgangslage: Die heutige Finanzierung ist nicht zukunftssicher Das sozialökonomische Fundamentalproblem Deutschlands Ausgaben- und Einnahmefaktoren Kapazitäten Lebensstil Demographie Med.Fortschritt Nachhaltigkeitslücke Bedarf der Bevölkerung % p.a. Reduktion des Leistungskataloges Mittel- Knappheit Einkommensu. Beschäftigungslage Alle Einkommensarten Sozialversicherungspflichtiges Einkommen Versicherungspflicht, Einbeziehung der PKV Finanzielle Ressourcen + 0,1-1,5% GKV 2007: 0,6% BIP: 2,5% Zeit 2

4 Demographie und Gesundheitsausgaben bis Gesamt-Ausgaben (in ) / Versicherten und Jahr , , , , , , , , , ,00 Bevölkerung (Mio.) Bevölkerung (Mio.) Bevölkerung (Mio.) 0, ,49 (20,0%) 13,50 (16,9%) 10,36 (15,1%) Männer Frauen ,41 (55,1%) 42,08 (52,6%) 30,59 (44,5%) ,78 (20,4%) 18,56 (23,2%) 17,75 (25,8%) Kosten (GKV-Ausgaben je Vers. 1927,20 ) Quelle: Die Private Krankenversicherung - Zahlenbericht 2002/2003 Verband der privaten Krankenversicherung, eigene Berechnungen ,76 (4,5%) 5,92 (7,4%) 10,04 (14,6%) GESAMT ,44 80,06 68,74 Quelle: Statistisches Bundesamt ` koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung Variante 1-W1 Nachhaltigkeitslücke: 74% - 216% des BIP ,9 200 Prozent des BIP ,1 0 Ohne Kostendruck Mit Kostendruck Schon wenn die Preise in der Gesundheitswirtschaft nur mit der Inflationsrate steigen, ergibt sich aktuell eine Nachhaltigkeitslücke von bis zu 74% des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Traditionell steigen die Kosten in der Medizin stärker. Die Nachhaltigkeitslücke beträgt bei zusätzlichem Kostendruck über 200% des BIP Quelle: Prof. Raffelhüschen, Branchenreport GKV

5 Prognosen des GKV-Beitragssatzes bis 2050 Beitragssatz in % 40 Postler 2003: 39,5% Knappe 1995: 25,0% Ulrich 2003: 34,0% Breyer 2000: 23,1% DIW 2001: 34,0% Oberdieck 1998: 31,2% Ulrich 2003: 22,6% Postler 2003: 23,1% Hof 2001: 22,6% Hof 2001: Buttler 1999: 17,8% Prognos 1998: 18,6% 16,0% Postler 2003: Erbsland 1995: 16,5% 15,6% rein demographischer Effekt mit mtf (Best-Case) mit mtf (Worst Case) rein demographisches Modell Modell mit mtf Jahr 2. Reformansätze auf der Finanzierungsseite 2.1 Gesamtwirtschaftliche Ansätze : - Risikovermeidung/ reduktion durch Pävention - Erweiterung der Erwerbstätigkeit - Erhöhung der Produktivität durch Aus-/Bildung 2.2 Ergänzung des gesetzlichen Umlageverfahrens durch private Kapitaldeckung 2.3 Einsatz von Steuermitteln zur Unterstützung der privaten Vorsorge 4

6 3. Gesundheitssparkonten als Beispiel Leistungsinanspruchnahme Selbstbehalt Sachleistung (Kostenerstattung) bewirtschaftet Beiträge an Krankenkasse Für Kinder? Sonderzahlungen (Ergebnisbeteiligung) Steuern + -? Versicherte Beiträge Arbeitgeber Der Gesundheitsfonds ab 2009 Arbeitgeber 1 Beitrag 2 Gesundheitssparkonto Gesundheitsbeitrag Versicherter 3 Zusatzbetrag Durch- (falls Pauschale schnitts- prämie nicht ausreicht) 4 Alle Steuer- Zahler Circa 6 bis 6,5 % des Bruttolohns Gesundheitsfonds Circa Circa 6,56 bis 7% 7,5% des Bruttolohns Zentraler Beitragseinzug über das Finanzamt In den Fond fließen die Beträge aller Versicherten, insg. etwa 130 Mrd.. Außerdem erhält der Pool Steuereinnahmen Die Kassen erhalten für jeden Versicherten eine einheitliche Pauschale von 150 bis 170 von 15 ca. Mrd. 15 Mrd. Bis Mrd Abzug Ab ,5Mrd bis Mrd für Kinder ( finanziert durchgesundheitssoli) oder 3%-Punkte höherer Est-Tarif Ab Mrd. X RSA-Beitrag PKV Obergrenze Circa 15 Euro 1% des pro Haushaltseinkommens Monat Krankenkassen 5 5

7 Demographierücklage oder Beitragssatzsenkung? Der Staat kann im Jahr 15 Milliarden Euro an Erwachsene zur Senkung des Beitragssatzes für die GKV transferieren oder jedem Kind 1000 Euro im Jahr auf ein Gesundheitssparkonto einzahlen Bildung einer Kapitalrücklage durch Gesundheitssparkonten Euro Annahmen: 15 Mio. Kinder bekommen je 1000 p.a. Zins beträgt 5% 18 Jahre 6

8 Unterstützung der Mobilität der Versicherten GKV-Versicherte Beitrag PKV-Versicherte Prämie Kapitalrücklage GSK Gesundheitssparkonten Im Einsatz: Singapur Südafrika China USA In Planung: Kanada Australien Malaysia Wiss. Diskussion: Europa 7

9 Konzepte der GeSpKt *) *) nach J. Schreyögg, Berlin 4. Ausblick : Entwicklung von drei Versorgungssegmenten der sozialen Absicherung? Versicherungsumfang 110 % 90 % 60 % Priv.Vermögensbildung Individuelle Kapitaldeckung Freiwill. betriebl.privatversicherung (Kapitaldeckung in der Gruppe) Obligatorische Basisversorgung Sozialversicherun g Umlageverfahren + PV Kapital deck. Versicherungspflicht 100 % 8

10 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Nixenweg 2 b, München Tel. 089/ Fax: 089 /

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