Witterungsbericht. - Frühjahr

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2 Witterungsbericht Frühjahr 2013 Erstellt: Juni 2013 Thüringer Landesanstalt für Umwelt und Geologie - Thüringer Klimaagentur - Göschwitzer Str Jena Internet:

3 Witterungsbericht Frühjahr 2013 Frühjahr 2013: Kalt, nass und trüb Vom Winter zum Hochwasser Das meteorologische Frühjahr 2013 von Anfang März bis Ende Mai war in Thüringen insgesamt 1,5-2,5 C zu kalt, hatte nur 70 % der durchschnittlichen Sonnenscheindauer und war ca % zu nass. Diese Abweichungen vom klimatologischen Mittelwert zeigten sich in den Einzelmonaten zum Teil noch stärker ausgeprägt. Der März 2013 muss von seiner Charakteristik her in diesem Jahr noch zu den Wintermonaten gezählt werden. Auf der Schmücke lag er knapp 4 C und in Artern sogar 6 C unterhalb des langjährigen Mittelwertes von Damit war es auf der Schmücke der zweitkälteste März nach 1987 und in Artern der kälteste seit Das steht im extremen Gegensatz zum Vorjahr, denn der März 2012 war in Thüringen der Wärmste seit Wetteraufzeichnung. Abb. 1: Zeitlicher Verlauf der Monatsmitteltemperatur im März auf der Schmücke und in Artern (Datenquelle: DWD). Gleiches spiegelt sich in der Anzahl der Frost- (Tagesminimumtemperatur unter 0 C) und Eistage (Tagesmaximumtemperatur unter 0 C) wider. In tieferen Lagen gab es bis zu dreimal mehr Frosttage und bis zu zehnmal mehr Eistage, als es das 30-jährige Mittel von vorgibt. In den höheren Lagen fiel diese Bilanz deutlich geringer aus, da hier die Temperatur normalerweise auch im März noch häufiger unter den Gefrierpunkt fällt. Bei durchschnittlicher Sonnenscheindauer war der März 2013 größten Teils deutlich zu trocken. Südlich des Thüringer Waldes fiel nur 25 % des durchschnittlichen Monatsniederschlags, während der Nordosten 75 % bis knapp 100 % des Mittelwertes von erreichte. Aufgrund der niedrigen Temperatur blieb ein Großteil des 1

4 Niederschlages als Schnee liegen. Dadurch gab es im März deutlich mehr Tage mit einer geschlossenen Schneedecke als üblich. Abb. 2: Anzahl der Schneedeckentage im März an der Wetterstation Artern (Datenquelle: DWD). Abb. 3: Anzahl der Wetterlagen als Summe aus Hoch Nordmeer-Island-zyklonal (HNZ), Hoch Nordmeer-Island-antizyklonal (HNA) und Trog Mitteleuropa (TRM) im März. Die Anzahl der Schneedeckentage (Tage mit einer Schneehöhe von mindestens 1 cm) erreichte zum Teil Rekordniveau. In Artern lag zwei Drittel des Monats eine geschlossene Schneedecke. Mit diesen 21 Schneedeckentagen wurde ein neuer Höchstwert erreicht und 2

5 der ehemalige Rekordwert von 1987 mit 19 Schneedeckentagen noch übertroffen. Im Mittel von gibt es in Artern 2,8 d mit einer geschlossenen Schneedecke im März waren es somit mehr als das Siebenfache. Ursache für die kalte und schneereiche Witterung war das häufige Einströmen kalter Luft aus nördlichen Richtungen. Dies stand oft in Verbindung mit einem Hochdruckgebiet über dem Nordmeer. Die Wetterlagen Hoch Nordmeer-Island-zyklonal (HNZ), Hoch Nordmeer-Island-antizyklonal (HNA) und Trog Mitteleuropa (TRM) traten in diesem Zusammenhang im März 2013 überdurchschnittlich häufig auf, wie Abb. 3 zeigt. Mit 18 Tagen bestimmten diese Wetterlagen wie auch im Jahr 1962 über die Hälfte der Tage im März gab es jedoch weniger Tiefdruckgebietseinfluss (zyklonal), sodass auch weniger Tage mit einer Schneedecke vorhanden waren. Die Winterwitterung im März setzte sich auch Anfang April noch fort. In der ersten Aprilwoche lag die Temperatur auch im Maximum vielerorts in Thüringen nur geringfügig über dem Gefrierpunkt, in den Hochlagen verbreitet dauerhaft darunter (Abb. 4). Selbst auf der Schmücke gibt es im Mittel von nur 2,8 Eistage im April, wohingegen es 2013 insgesamt sieben Tage mit einer Maximaltemperatur von unter 0 C waren. In den darauffolgenden Tagen stieg die Temperatur thüringenweit kontinuierlich an. Am reichte es in Arten mit 25,2 C im Maximum für den ersten Sommertag des Jahres In den ersten beiden Aprilwochen gab es innerhalb von weniger als 14 Tagen einen nahtlosen Übergang vom Winter in den Sommer. Abb. 4: Tagesmaximumtemperatur im April für die Wetterstationen Artern, Meiningen, Leinefelde und Schmücke mit Kennzeichnung für Eis- (Tageshöchsttemperatur < 0 C) und Sommertage (Tageshöchsttemperatur 25 C) (Datenquelle: DWD). Im Mittel betrachtet war der April der Durchschnittlichste aller Frühjahrsmonate in diesem Jahr. Bei leicht unterdurchschnittlicher Sonnenscheindauer von ca. 70 % des 3

6 klimatologischen Mittelwertes von lagen die Monatsmitteltemperatur und die Niederschlagssumme im April 2013 nahe dem Erwartungswert. Der Mai brachte bei allen drei meteorologischen Elementen Extreme zum Vorschein. Bei nur der Hälfte der durchschnittlich zu erwartenden Sonnenscheindauer gab es mehr als doppelt so viel Niederschlag (178 mm im Thüringendurchschnitt = 264 % des Mittelwertes von ) wie normal. Dazu kam noch eine Monatsmitteltemperatur von ca. 1 C unterhalb des Durchschnitts von Zusammen mit der trüben Witterung im Mai 2013 waren vor allem die hohen und andauernden Regenmengen kennzeichnend. Im Durchschnitt von gibt es im Tiefland Tage und in den Mittelgebirgslagen Tage an denen Niederschlag fällt (d. h. Tagesniederschlagsmenge > 0 mm). Im Mai 2013 waren es ca. sieben Niederschlagstage mehr, wie folgender Tabelle zu entnehmen ist. Tab. 1: Ausgewählte Niederschlagskenntage im Mai für die Wetterstationen, welche die vier Klimabereiche Thüringens repräsentieren (Datenquelle: DWD). Kenntage Mai Niederschlag Artern Leinefelde Schmücke Meiningen 0 mm > 0 mm mm mm mm mm Mai - Mittel mm > 0 mm mm mm mm mm Die überdurchschnittlich hohe Anzahl an Niederschlagstagen beinhaltete vor allem auch Starkniederschläge. Tagesniederschlagsmengen von 40 mm und mehr treten beispielsweise auf der Schmücke im Mai ca. einmal alle zehn Jahre auf. Im Mai 2013 gab es jedoch drei Tage mit einer Niederschlagssumme 40 mm. Ab der Monatsmitte war Deutschland mit den Wetterlagen Tief Mitteleuropa (TM), Südlagezyklonal (SZ) und Trog Mitteleuropa (TRM) unter permanent zyklonalem Einfluss, d. h. Tiefdruckgebiet beeinflusst. Diese drei potentiell niederschlagsträchtigen Wetterlagen kommen nach Abb. 5 im Mai vergleichsweise selten vor, erreichten aber 2013 mit 17 Tagen einen neuen Höchstwert. Einmalig bisher seit Aufzeichnung der Wetterlagen ab 1881 war auch, dass im Mai die Wetterlage SZ zusammen mit TRM und TM auftrat. In allen Jahren zuvor konnte kein gemeinsames Vorkommen im Mai festgestellt werden. Diese Wetterlagenkonstellation sorgte in Thüringen für einen der niederschlagreichsten Mai-Monate seit Wetteraufzeichnung. 4

7 Der dauerhafte Regen ließ vor allem im letzten Maidrittel die Pegel vieler Flüsse in Ost- und Zentralthüringen sowie entlang der Werra stark ansteigen. Die Ilm und die Gera erreichten zum Monatsende die höchste Hochwasseralarmstufe (Abb. 6) und traten flächenhaft über die Ufer. Die Saale sollte Anfang Juni folgen. Dies wird jedoch ausführlicher im Witterungsbericht für den Sommer 2013 diskutiert. Abb. 5: Anzahl der Wetterlagensumme aus Tief Mitteleuropa (TM), Südlage-zyklonal (SZ) und Trog Mitteleuropa (TRM) im Mai. Meldebeginn Alarmstufe 1 Alarmstufe 2 Alarmstufe 3 Abb. 6: Hochwassermeldepegel am , 11 Uhr MESZ (HNZ Thüringen, 2013). 5

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