Forschungsmethodik & Projektmanagement Was sagen uns kognitive Interviews (noch)?

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1 Forschungsmethodik & Projektmanagement Was sagen uns kognitive Interviews (noch)? Corina Güthlin

2 Kognitive Interviews Meist in der Fragebogenkonstruktion Verwendung Ziel: Was denken Probanden, wenn Sie ein Item beantworten? Beispiel: Wie oft sind Sie in den letzten 6 Monaten Zug gefahren? -> Hin- und Rückreise? Auch Vorortbahn zur Arbeit?... In dieser Arbeit: Thinking Aloud Anweisung: Bitte teilen Sie uns laut Ihre Gedanken beim Lesen und Beantworten der Frage mit!

3 Die Studie Fragebogen zu den Wünschen und Erfahrungen von Brustkrebs-Patientinnen hinsichtlich Beratung und Information zu Komplementärmedizin Beispiel-Items: - Bitte kreuzen Sie die wichtigsten Gründe an, weshalb Sie seit Ihrer Brustkrebserkrankung komlementärmedizinische Behandlungsformen angewandt haben Schmerzen Energiemangel allgemeine Förderung der Gesundheit - - Über welche Personen/Informationsquellen haben Sie von möglichen komplementärmedizinischen Verfahren erfahren? Hausarzt Gynäkologe Freunde Zeitschriften -

4 Die Entdeckungen 1) Determinanten für die Anwendung von CAM (Warum) 2) Vorstellungen über die Wirkungsweise von CAM (Wie) 3) Wahrgenommene Indikatoren für die Wirksamkeit von CAM (Was wirkt?) 4) Probleme bei der Anwendung von CAM-Verfahren 5) Kommunikation mit Ärztinnen und Ärzten -> Inhaltsanalytische Auswertung nach Mayring

5 Mehrwert zu den Determinanten der Anwendung Extrinsische Determinanten Dann hat eine Bekannte gesagt, probier`s doch mal mit Mistel. Und dann bin ich eben in das Krankenhaus gegangen, wo das verabreicht wird, und - logisch - der Arzt hat dann gleich gesagt, das brauchen Sie. Nachfrage: Das heißt, die Gründe, weshalb Sie CAM anwenden... Die kamen nicht von mir! Die kamen dann von außen.

6 Mehrwert : Vorstellungen über die Wirkweise Auch für das Immunsystem, das ist ja auch wichtig, dass das funktioniert. Ich denke einfach, wenn das Immunsystem richtig funktioniert, dass dann die Zellen, die schlechten, also die bösen Zellen, weniger Chancen haben, irgendwie. Dass die dann einfach vernichtet werden vom Immunsystem, weil es sich ja irgendwie auf die Abwehr einstellt, und wenn es vielleicht nicht ganz so funktioniert, dass es dann vielleicht leichter für die Zellen ist, sich durchzumogeln.

7 Mehrwert: Wahrgenommene Indikatoren für die Wirksamkeit Und der dritte Punkt für mich persönlich war, weil ich eine Freundin habe, die an Krebs erkrankt ist, an Unterleibskrebs, und die nimmt seit 15 Jahren Mistel, und die ist seitdem gesund geblieben. Das ist für mich so ein Indikator, dass zumindest Mistel nicht falsch sein kann.

8 Mehrwert: Probleme bei der Informationsbeschaffung Ich muss sagen, das finde ich schade, dass einem das nicht hier... oben, auf der Station, dass einem das keiner sagt. Ich habe nachgefragt, warum einem das keiner sagt, und dann hat es geheißen, das muss man selbst zahlen, und die Leute wollen das meistens eh nicht. Aber dann habe ich gesagt, man kann die Leute ja informieren und sagen, da gibt es was. Ob man das machen will, das soll dann jeder selbst entscheiden können. Das bemängel ich ein bisschen, dass man darauf nicht hingewiesen wird.

9 Mehrwert: Aspekte gelungener/misslungener Kommunikation Da wurde zwar CAM angesprochen, so Sie können sich Vitamine und Mineralstoffe ja bei Aldi holen". Das war`s für mich, da frage ich dann auch nicht. Da fehlt mir der rote Faden und die Ganzheitlichkeit. Woanders habe ich auch einen dummen Spruch gehört. [ ] Ich habe meine schlechten Erfahrungen gemacht.

10 Fazit Die kognitiven Interviews haben deutlich mehr Material erbracht, als für die Validierung des Fragebogens notwendig gewesen wäre Kognitive Interviews können einen Erzählstimulus darstellen Die kognitiven Interviews haben den Blick auf vielfältige kognitive Inhalte zugelassen (Kommunikation, Wirksamkeit) Man kann nicht nichts erfahren

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