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1 Artikel Ingolstadt Today Grenzenloses Engagement? Josef Raith will mit seiner Firma RTS auch weiterhin Chancen im Ausland ergreifen :30 Commerzbank-Studie: Die Eurokrise bremst den Mittelstand im Ausland und lässt Unternehmer schwache Konjunkur erwarten. "Wer wachsen will, sollte seine Chancen im Ausland prüfen", sagt Stefan Kastner von der Mittelstandsbank. Und Josef Raith aus Wolnzach gibt ihm Recht: Seine Firma RTS hat eine internationale Erfolgsgeschichte hingelegt. (ty/zel) Die Eurokrise hemmt Wachstumspotenziale für den bayerischen Mittelstand im Ausland. 81 Prozent der Unternehmen im Freistaat rechnen für den Euroraum mit schwacher Konjunktur in den nächsten Jahren. Der Anteil der Firmen, die eine Auslandsexpansion planen, ist auf zehn Prozent gesunken von 23 Prozent im Jahr Das sind die zentralen Ergebnisse einer von der Commerzbank in Auftrag gegebenen Studie, deren Ergebnisse jetzt in Ingolstadt vorgestellt wurden. Vielleicht auch angesichts dieser Stimmungslage animiert Stefan Kastner, der Leiter der Commerzbank-Regionalfinale Ingolstadt und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Mittelstandsbank Bayern-Süd: Wer wachsen will, sollte unbedingt seine Chancen im Ausland prüfen. Das kann Josef Raith von der Firma RTS aus Wolnzach nur bestätigen: Durch die Internationalisierung haben wir einen klaren strategischen Vorteil erlangt von ihm im Hinterhof gegründet, beschäftigt RTS inzwischen 1200 Mitarbeiter, agiert in 30 Ländern und macht gut 150 Millionen Euro Jahresumsatz.

2 Vier von fünf mittelständischen Unternehmern in Bayern rechnen für den Euroraum mit einer schwachen Konjunktur in den nächsten Jahren. Grund dafür ist die anhaltende Euro- und Finanzkrise. Die Verunsicherung ist so groß, dass sich fast 86 Prozent der Unternehmer generell auf Grenzen des Wachstums einstellen. Gleichzeitig fordern 83 Prozent eine Intensivierung des Außenhandels jenseits der EU. Das sind Ergebnisse einer neuen Studie der Commerzbank mit dem Titel Neue Märkte, neue Chancen Wachstumsmotor Internationalisierung. Die Befragung zeige aber auch, dass der Mittelstand in Bayern bei aller Skepsis im internationalen Geschäft gut aufgestellt ist, erklärt Kastner und ergänzt: Auch in der Region 10 freuen wir uns über weltweite Champions. Die gute Nachricht sei, dass die internationale Wettbewerbsfähigkeit bayrischer Unternehmen weiter zunehme. 73 Prozent der international tätigen Mittelständler im Freistaat setzen ihre Waren oder Dienstleistungen auch jenseits der etablierten Märkte in Europa, Nordamerika und Japan ab. Das ist für die Region 10 ebenso gültig. Zudem haben die Unternehmen ihre Aufstellung vor Ort in Auslandsmärkten intensiviert, so Kastner. Gegenüber einer Studie von 2007 ist der Anteil international agierender Unternehmen, die im Ausland langfristige Kooperationen, Joint Ventures oder eigene Standorte aufgebaut haben, deutlich gestiegen: Jedes dritte international aktive mittelständische Unternehmen aus Bayern ist heute vertraglich an ausländische Partner gebunden (Anstieg von 14 auf 35 Prozent). Knapp ein Drittel (Anstieg von 20 auf 30 Prozent) unterhält inzwischen einen eigenen Auslandsstandort. Der Erfolg bestätigt diese Strategie: 83 Prozent aller international aktiven deutschen Unternehmen berichten, dass Produkte und Dienstleistungen deutscher Unternehmen von Kunden im Ausland als führend bezeichnet werden. Stefan Kastner, Chef der Ingolstädter Commerzbank-Filiale und Vorsitzender der Geschäftsleitung der Mittelstandsbank Bayern-Süd macht Unternehmern Mut: "Keine Angst vor Internationalisierung, meist sind mehr Chancen als Risiken vorhanden."

3 Grundlage der Studie sind repräsentative Umfragen bei 4000 mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Für die aktuelle Erhebung wurden zusätzlich Wirtschaftswissenschaftler an deutschen Unis sowie Verantwortliche an Auslandsstandorten deutscher Unternehmen befragt. Der erste Schritt ins Ausland ist allerdings schwieriger geworden. Insgesamt zeichnen die Studienergebnisse ein zwiespältiges Bild von der internationalen Aufstellung des Mittelstands. Auf der einen Seite stehen die Unternehmen, die bereits vor längerer Zeit den Schritt in neue Märkte gewagt haben, um dort Wachstumschancen zu nutzen. Auf der andern Seite tun sich Mittelständler, die noch nicht in Auslandsmärkten aktiv sind, derzeit schwer, den ersten Schritt zu machen, fasst Kastner zusammen. Der typische Weg erst in den EU- Nachbarländern wachsen, dann die Internationalisierung in weiter entfernten Märkten vorantreiben ist durch die schlechte Konjunktur im Euroraum derzeit verschlossen. Am Schritt ins Ausland führe aber kein Weg vorbei. Wer wachsen will, sollte unbedingt seine Chancen im Ausland prüfen, ist daher sein Appell an die Unternehmer in der Region 10. Die Ergebnisse der Studie für die Region 10 lassen sich so zusammenfassen: Erstens: Die Auto- und Flugzeugindustrie sowie deren Zulieferer sind bereits stark internationalisiert. Zweitens: Internationalisierung schafft und sichert Jobs in der Region. Drittens: Trotzdem sollten noch mehr Unternehmen ihr Potenzial auf Auslandswachstum prüfen. Keine Angst vor Internationalisierung, sagt Kaster, meist sind mehr Chancen als Risiken vorhanden. Diesen Appell des Ingolstädter Commerzbank-Chefs Stefan Kastner kann Josef Raith, Geschäftsführer der RTS Elektronik-Systeme GmbH aus Wolnzach, nur unterstreichen. Das Unternehmen, das für die Elektronikbranche Logistik, Ersatzteilservice, Reparaturen und die Kundenbetreuung managt, ist als After-Sales-Dienstleister einen ganz eigenen Weg der Internationalisierung gegangen es expandierte über ausländische Partner und nicht über eigene Standorte. Als Raith im Jahr 1999 mit dem Aufbau eines europaweiten Servicenetzwerkes begann, stand auch er vor vielen Fragen die ihm Kopfzerbrechen bereiteten. Mittlerweile ist RTS in rund 30 Ländern vertreten und arbeitet mit 50 Servicepartnern zusammen. Dabei beschäftigt RTS europaweit mehr als 1200 Mitarbeiter; davon 80 bis 100 im Hauptquartier in Wolnzach. Seit der Firmengründung im Jahr 1989 durfte sich RTS im vergangenen Jahr mit mehr als 150 Millionen Euro über den größten Jahresumsatz in der Firmengeschichte freuen. Und Josef Raith ist zuversichtlich, dass RTS zum 25-jährigen Jubiläum im kommenden Jahr weiteres Umsatzwachstum vorweisen kann. Durch die Internationalisierung haben wir einen klaren strategischen Vorteil erlangt, sagt er. Wir sind jetzt in der Lage, aus einer Hand europaweit eine zuverlässige Qualität zu bieten und haben gleichzeitig unsere Reaktionsgeschwindigkeit gesteigert. Von einem regionalen Player sei das Unternehmen zu einem globalen Player geworden und habe so Marktanteile und Bekanntheitsgrad gesteigert. Das wirkt sich natürlich auch positiv auf unseren Gewinn aus, erläutert Raith. Wir wollen uns kontinuierlich weiter entwickeln, kündigt der RTS-Chef an. In den nächsten drei bis fünf Jahren wolle man den Umsatz verdoppeln.

4 Artikel Donaukurier Neue Märkte, neue Chancen Ingolstadt/Wolnzach (DK) Die Finanzmarkt- und Wirtschaftskrise in Europa lässt die bayerischen Mittelständler mit Skepsis nach vorne blicken. Wenn aber die Geschäfte gerade im Euro-Raum nicht mehr rund laufen, kommt für die Unternehmen zunehmend ein Engagement im weiteren Ausland infrage. Der Gang ins Ausland lohnt sich auch für Mittelständler. Diese Erfahrung machte der Wolnzacher Unternehmer Josef Raith (links). Untermauert wird dies durch eine Studie, die Stefan Kastner, Geschäftsleiter der Mittelstandsbank Bayern-Süd der Commerzbank, kürzlich in Ingolstadt vorstellte - Foto: oh Dies geht aus einer Studie des Marktforschungsunternehmens TNS Infratest mit dem Titel Neue Märkte, neue Chancen für die Commerzbank hervor. Wer wachsen will, sollte seine Chancen im Ausland prüfen, fasst denn auch Stefan Kastner, Chef der Mittelstandsbank Bayern-Süd des Frankfurter Geldinstituts zusammen. Ins gleiche Horn stößt Josef Raith. Auch er rät dazu, das internationale Geschäft auszubauen. Stehen zu bleiben, ist eine Gefahr, sagt der Wolnzacher Unternehmer, der seine RTS Elektronik Systeme GmbH aus kleinsten Anfängen seit 1989 zu einer in ganz Europa und teils schon in Afrika sowie Asien tätigen Dienstleistungsgruppe ausgebaut hat. Durch die Erschließung neuer Geschäftsfelder und die frühzeitige Orientierung auf Auslandsmärkte schuf Raith ein Unternehmen mit heute etwa 1200 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 150 Millionen Euro. RTS übernimmt für weltweit tätige Konzerne wie etwa Siemens, Fujitsu, Toshiba, HP, Philips oder ViewSonic Aufgaben wie Elektronikreparaturen, das Ersatzteilmanagement sowie Logistik- und andere Dienstleistungen. Raiths Erfolgsgeheimnis: Wir sind für internationale Unternehmen der zentrale Ansprechpartner, mit Vertretungen in fast 20 Ländern Europas. Angesichts absehbarer Grenzen des Wachstums sehen die deutschen und bayerischen Unternehmen der TNS-Studie zufolge durchaus die Notwendigkeit, den Außenhandel jenseits der Euro-Zone zu intensivieren. In dieser Hinsicht ist der Mittelstand im Freistaat bei aller Skepsis im internationalen Geschäft gut aufgestellt, erklärt der Ingolstädter Mittelstands- Banker Kastner. Auch in der Region 10 freuen wir uns über weltweite Champions. Das liegt vor allem an der starken Präsenz der Auto-, Flugzeug-, Rüstungs- und Chemieindustrie in der Boomregion Ingolstadt. Und je mehr diese Großen jenseits der Grenzen tätig werden, desto mehr ziehen die Mittelständler mit nicht selten gezwungenermaßen, um im Geschäft zu bleiben. So bieten der Untersuchung zufolge inzwischen 55 Prozent der knapp 700 befragten bayerischen Mittelständler heute ihre Waren und Dienstleistungen im Ausland an, 40 Prozent sogar in Schwellenländern jenseits der etablierten westlichen Märkte. Allerdings hat auch ein gutes Drittel noch immer nicht den Schritt über die heimischen Grenzen gewagt.

5 Verschenktes Potenzial, wie Kastner und Raith meinen, obwohl der Schritt ins Ausland zunächst über die EU-Nachbarländer wegen der schwachen Konjunktur im Euro-Raum schwieriger geworden ist. Eine wohlüberlegte Planung eines möglichen Auslandsengagements mit Partnern wie Branchenverbänden, Kammern und Banken sei deshalb mehr denn je unabdingbar. Dabei bieten sich Mittelständlern jenseits der heimischen Grenzen nach Kastners Einschätzung mehr denn je gute Erfolgschancen. Denn im Ausland würden nicht mehr nur Produkte Made in Germany, sondern auch von hier aus gesteuerte Fertigungs- und Dienstleistungsprozesse ( Managed in Germany ) geschätzt. Und RTS-Chef Raith spricht den Unternehmerkollegen auf seine Art Mut zu: A bisserl was geht immer.

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