Monistische Spitalfinanzierung

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1 Monisische Spialfinanzierung Refera von Prof. Rober E. Leu 1. Einleiung Kennzeichnend für monisische Spialfinanzierungsmodelle is, dass die formale Finanzierungsveranworung (Zahllas) ausschliesslich bei einem Aeur lieg. De faco in Frage ommen dafür der Saa (die Kanone) oder die Kranenassen, wobei lezere in der Schweiz im Vordergrund sehen. Beim Saa lieg die alleinige Finanzierungsveranworung in den ausschliesslich seuerfinanzieren Gesundheissysemen. Geragen wird die Finanzierungslas in diesem Fall von den Seuerzahlern. Lieg die alleinige Finanzierungsveranworung bei den Kranenassen, gib es demgegenüber zwei Möglicheien: Enweder man finanzier die Spialosen ausschliesslich über Kranenassenprämien, oder man übernimm den heuigen Ansaz mi einer Mischfinanzierung aus Prämien und Seuergeldern. Das Mischverhälnis is eine poliische Wahlvariable, die per se nichs mi der Wahl eines monisischen Finanzierungssysems zu un ha. Der Seueraneil ann in einem solchen Modell im Prinzip zwischen 0% und 100% variieren. Ensprechend ann auch a priori eine Aussage darüber gemach werden, wie sich der Übergang zu einem monisischen Sysem auf die Kranenassenprämien auswiren würde. Ers die (poliische) Feslegung des Mischverhälnisse erlaub eine solche Prognose. Erfolg die monisische Finanzierung über die Kranenassen, werden die Beiräge der öffenlichen Hand uner Berücsichigung der Risiosruur dire an die Kranenassen überwiesen (vgl. ausführlich Leu e al. 1999) und werden somi ausschliesslich über die Nachfrageseie wirsam (Subjefinanzierung) 1. Anders als bei dualer Finanzierung werden dabei alle KVG-Leisungen, also auch die ambulanen, subvenionier, weil die Kranenassen auch im ambulanen Bereich abgesehen von Franchise, Selbsbehal und privaen Direzahlungen als Monis aufreen. Ensprechend wäre es orreer, ganz einfach von monisischer Finanzierung sa von monisischer Spialfinanzierung zu sprechen. Die saionären Leisungserbringer müssen bei monisischer Finanzierung den Kranenassen über osendecende Fallpauschalen die vollen Kosen ihrer Leisungen in Rechnung sellen, um Defizie zu vermeiden. Gemäss der Grundphilosophie dieses Finanzierungssysems sollen die Kanone die öffenlichen Spiäler ja nich mehr dire subvenionieren. Ausgenommen wären lediglich gemeinwirschafliche Aufgaben wie Lehre und Forschung, Nofalldiens, ec. Voraussezung für ein effizienes Funionieren eines monisischen Sysems is allerdings, 1 Es handel sich ensprechend um eine nachfrageseiig-monisische Finanzierung. \\URANUS\KOMMUNIKATION\Medienonferenz_Medienworshop\Medienworshop_ \Refera_Medienworshop_Prof._Leu\Refera_Leu.doc Seie 1 von 11

2 dass der heuige Risioausgleich subsanziell modifizier wird. Nur ein richig ausgesaleer Risioausgleich schaff Anreize für die Kassen, effizien zu wirschafen und sich nich auf die volswirschaflich schädigende Risioseleion auszurichen (vgl. Bec 1999, 1998; Spycher 1999). Bei der Disussion der monisischen Spialfinanzierung sehen eine Reihe von Fragen im Vordergrund, die im folgenden disuier werden. 2. Finanzierungsaneil der Kanone Bei einem Wechsel vom heuigen dualen zu einem monisischen Sysem muss zunächs fesgeleg werden, wie hoch der Aneil der Kanone an der Finanzierung der grundversicheren Leisungen insgesam sein soll. Diese Frage is poliisch deswegen so brisan, weil mi der Feslegung dieses Finanzierungsschlüssels die Vereilung der Finanzierungslas vorgegeben wird. Pauschale Prämien sind regressiv, weil die Finanzierungslas relaiv zum Einommen mi sinendem Einommen seig. Bei den anonalen Seuern is die Finanzierungslas demgegenüber insgesam progressiv, d.h. die Belasung nimm mi seigendem Einommen überproporional zu. Ensprechend ergib sich, dass die Finanzierung der grundversicheren Leisungen umso regressiver ausfäll, je leiner der Kanonsaneil is und umgeehr. Grundsäzlich handel es sich bei der Feslegung dieses Schlüssels wie erwähn um eine poliische Wahlvariable. Je nach den vorherrschenden poliischen Präferenzen ann man beim Übergang auf ein monisisches Sysem also versuchen, die heuigen Kanonsaneile ewa onsan zu halen oder sie nach oben oder unen zu verschieben. Angesichs des beschriebenen überproporionalen Ansiegs der Prämien in den lezen Jahren geh der poliische Druc im Momen eher in Richung auf eine Anpassung nach oben. Eine gewisse Erhöhung is allein schon deswegen nich zu umgehen, weil den Kanonen als Folge der beschriebenen Enscheide des Eidgenössischen Versicherungsgerichs zusäzliche Kosen in bezug auf die Zusazversicheren ensehen, die sich in diesem Schlüssel niederschlagen sollen. Trozdem erschein es als zwecmässig, als Ausgangspun für weiere Überlegungen von der heuigen Siuaion auszugehen. Eine Möglichei zur Beschreibung der heuigen Siuaion beseh darin, dass man den Finanzierungsaneil für jeden Kanon separa und über eine Reihe von Jahren in der jüngeren Vergangenhei erheb und den Mielwer über diese Jahre bilde. Dieses Vorgehen empfiehl sich aus folgenden Gründen: Die von den Kanonen abzugelenden Kosen umfassen auch die Invesiionsbeiräge an die Spiäler. Diese Were schwanen von Jahr zu Jahr berächlich, besonders in den leineren Kanonen. Durch die Verwendung eines Durchschnisweres über mehrere Jahre önnen diese Schwanungen gegläe werden. \\URANUS\KOMMUNIKATION\Medienonferenz_Medienworshop\Medienworshop_ \Refera_Medienworshop_Prof._Leu\Refera_Leu.doc Seie 2 von 11

3 Die Kanone haben den Spialseor bisher in unerschiedlichem Ausmass subvenionier. Die Verwendung unerschiedlicher anonaler Beiragsquoen berücsichig diese unerschiedlichen Präferenzen bezüglich der öffenlichen Finanzierung des Gesundheiswesens. Berücsichig man zur Ermilung des Finanzierungsaneil z.b. die Jahre 1994 bis 1996, berechne sich der vom Kanon zu ragende Aneil der Kosen der Grundversicherung r wie folg 2 : S (1) r = 3 G = 1994 wobei S den Beirägen des Kanons an die Spialfinanzierung und G den gesamen im Jahr in der Grundversicherung angefallenen Kosen ensprich. Die Kanonsbeiräge S sezen sich zusammen aus: (2) S = BK + I + HK wobei BK die Beiräge der öffenlichen Hand an die Beriebsosen der Spiäler, I die Beiräge an die Invesiionsosen und HK die Beiräge an medizinisch bedinge ausseranonale Hospialisaionen bezeichnen. Die ensprechenden anonalen Finanzierungsquoen sind in Tabelle A1 im Anhang ausgewiesen. Sie schwanen zwischen gu 7 und 43 Prozen. Ebenfalls dargesell sind die Were für die Periode , welche zum Teil deulich anders ausfallen. Neuere Berechnungen liegen u.w. in dieser Form noch nich vor. Als nächses sell sich die Frage, wie r modifizier werden ann, um die als Folge der beiden EVG-Enscheide anfallenden zusäzlichen Kosen zu berücsichigen. Ein Blic auf die poliische Agenda zeig, dass dieses Problem relaiv einfach zu lösen sein wird. Die zweie KVG-Revision wird wohl nich vor Januar 2004 in Kraf gesez. Ein monisisches Finanzierungssysem önne im Rahmen einer 3. KVG-Revision dann wohl frühesens auf anfang Jahr 2007 in Kraf reen. Gemäss dem dringlichen Bundesbeschluss (in Vorbereiung) müssen die Kanone ab 2002 erse Beiräge an Zusazversichere zahlen, die sich in öffenlichen 2 Vgl. Leu e al \\URANUS\KOMMUNIKATION\Medienonferenz_Medienworshop\Medienworshop_ \Refera_Medienworshop_Prof._Leu\Refera_Leu.doc Seie 3 von 11

4 Spiälern behandeln lassen. Diese Beiräge werden dann innerhalb von 3 Jahren auf die mi den Kranenassen ausgehandele Höhe hochgefahren. Mi anderen Woren: Ab 2004 önnen die endgüligen Veränderungen der Kanonsaneile saisisch beobache werden, die sich aus der orreen Inerpreaion des KVG ergeben. Bleiben die Versicheren, die sich in Privaspiälern behandeln lassen. Hier müssen wohl gewisse anonsspezifische Modellrechnungen angesell werden, um die Auswirungen auf die anonalen Finanzierungsaneile abzuschäzen. Eine Frage is naürlich auch, welche Regelung im Rahmen der 3. KVG-Revision auf Bundesebene im Gesez fesgehalen werden soll. Angesichs der grossen Unerschiede in den anonalen Finanzierungsaneilen erschein eine Lösung, welche einen für alle Kanone verbindlichen Mindesaneil vorschreib analog zur gelenden KVG-Regelung, wonach die Kanone mindesens 50% der anrechenbaren Beriebsosen ragen müssen als ungenügend. Kanone mi heue hohen Finanzierungsaneilen wären dann wohl versuch, diese Aneile über die Zei zu reduzieren. Eine Alernaive besünde darin, dass im KVG fesgehalen wird, die Kanonsaneile müssen mindesens denjenigen in den drei Jahren vor Einführung des monisischen Sysems ensprechen, wobei allfällige Zusazosen aus den EVG- Enscheiden zusäzlich zu berücsichigen wären. Dami würde der Gesezgeber wiederum eine Grenze nach unen vorgeben, im Gegensaz zu heue allerdings anonsspezifisch. Die Kanone ihrerseis wären wiederum frei, je nach poliischen Präferenzen einen höheren Aneil der gesamen Gesundheisosen über Seuern zu finanzieren. 3. Sicherung der anonalen Finanzierungsaneile Eine verbreiee Befürchung beseh darin, dass die Kanone im Rahmen einer monisischen Finanzierung in der Lage sein önnen, ihren Finanzierungsaneil mi den ensprechenden Folgen für die Prämien über die Jahre schleichend zu verringern. Diese Befürchung is allerdings völlig unbegründe. In Abschni (2) haben wir disuier, wie man die anonalen Finanzierungsaneile beim Übergang in ein monisisches Sysem feslegen ann, wenn man den saus quo uner Berücsichigung der bereis eingeleieen Veränderungen bewahren will. Denbar is auch, dass diese Aneile in einzelnen Kanonen im Sinne einer Feinseuerung in den ersen Jahren nach dem Sysemwechsel noch ewas angepass würden. Dann aber wäre die Übergangszei vorbei, und jeder Kanon häe einen fixen Finanzierungsschlüssel. Die Subvenionen der Kanone an die in ihrem Kanon lebenden KVG- Versicheren ergäben sich wie folg: (3) S = r G 1 wobei S die Beiräge der Kanone an die Versicheren, r der Finanzierungsaneil und G die Gesamosen der assenpflichigen Leisungen in der Vorperiode sind. Die Kanone müssen mi anderen Woren einen fixen Teil der effeiven Ausgaben der Kranenassen für Versichere ihres Kanons übernehmen. Wie immer sich diese Ausgaben enwicelen, der Finanzierungsaneil der Kanone wäre fesgeschrieben. Die Ausgaben der Kranenassen für die Versicheren pro Kanon sollen dabei ohne weieres erhällich sein. Für die Ersellung \\URANUS\KOMMUNIKATION\Medienonferenz_Medienworshop\Medienworshop_ \Refera_Medienworshop_Prof._Leu\Refera_Leu.doc Seie 4 von 11

5 der Kanonsbudges müssen aus zeilichen Gründen wohl zusäzlich auch die Ausgaben in der Periode -2 zu Hilfe gezogen werden. 4. Wie sollen die Kanonsbeiräge auf die Kassen vereil werden? Leu e al argumenieren, dass die Kanonsbeiräge über den Risioausgleich an die Kassen geleie werden sollen. Im folgenden präsenieren wir eine leich modifiziere Version, die für die praische Umsezung gewisse Voreile biee. Danach würden die anonalen Gelder zunächs pro Versicheren an die Kassen vereil. Parallel zum Risioausgleich für die Prämien würde ein zweier, gerenner Risioausgleich eingeriche, diesmal für die Kanonsbeiräge. Durch diese buchhalerische Trennung ergäbe sich völlige Transparenz. Gleichzeiig würden sich auch im Risioausgleich für die Kanonsbeiräge Einzahlungen und Auszahlungen ensprechen (Nullsummenspiel). Dadurch würden gewisse praische Probleme der von Leu e. al vorgeschlagenen Lösungen enschärf. Der Risioausgleich für die Kanonsbeiräge würde genau gleich funionieren wie derjenige für die Prämien (vgl. Abb. 1). 5. Modifiaion des Risioausgleichs Der heuige Risioausgleich ermöglich weierhin Seleionsgewinne und muss, unabhängig von der Frage, ob ein monisisches Sysem eingeführ wird, dringend modifizier werden. Die Bedeuung einer solchen Modifiaion seig bei Einführung eines monisischen Sysems, weil dann deulich mehr Miel über die Risioausgleichsformel an die Kassen vereil würden als heue. \\URANUS\KOMMUNIKATION\Medienonferenz_Medienworshop\Medienworshop_ \Refera_Medienworshop_Prof._Leu\Refera_Leu.doc Seie 5 von 11

6 Reformvorschläge Angesichs der unbefriedigenden heuigen Siuaion finden sich in der Lieraur eine Reihe von Vorschlägen zur Verbesserung des Risioausgleichs. Einige davon werden im folgenden ohne Anspruch auf Vollsändigei aufgeführ: Prospeive sa rerospeive Berechnung der Risioausgleichsformel (Bec 1997). Inegraion des Gesundheiszusands in die Risioausgleichsformel. Inegraion der Behandlungsosen des Vorjahres (Bec e al. 1995, Bec/Zweifel 1998). Dieser Vorschlag is allerdings insofern problemaisch, als dadurch falsche Anreize gesez werden. Berücsichigung der Spialaufenhale im Vorjahr (CSS 1998). Franchisenabsufen (Bec 1997). Angenommen wird dabei, dass die Wahl der Franchise einen Indiaor für den Gesundheiszusand darsell (vgl. dazu Schellhorn 2001). Hospialisaions- und Pflegeheimraen im Vorjahr (SUPRA 1998). Am weiesen forgeschrien in der praischen Anwendung einer ausdifferenzieren Risioausgleichsformel is man in Holland. Diese süz sich allerdings sar auf diagnosische Informaionen, die in der Schweiz aus Daenschuzgründen (vorderhand) leider nich verwende werden dürfen. Hochrisiopool Der Risioausgleich ann auch dadurch verbesser werden, dass ein Hochrisiopool eingeführ wird. Paienen, deren Behandlungsosen einen besimmen Berag überschreien, önnen in den Pool abgegeben werden, der dann von den Versicherern und dem Saa gemeinsam geragen wird. Die Anreize zur Risioseleion werden dadurch doppel reduzier (Spycher 2000). Zum einen sin der Anreiz zur Risioseleion, weil die euersen Versicheren abgegeben werden önnen. Zum anderen verbesser sich die Wirung des Risioausgleichs bei den verbleibenden Versicheren, weil deren Sruur homogener wird. Kombinaion der beiden Ansäze Schliesslich önnen die beiden Ansäze zur Verbesserung des Risioausgleichs auch mieinander verbunden werden. Spycher (2000) z.b. mach folgenden onreen Vorschlag: Ersens soll der Risioausgleich prospeiv ausgesale und mi einer Variablen ergänz werden, welche anzeig, ob der Versichere im Vorjahr einen saionären Aufenhal hae. Zweiens soll ein Hochrisiopool eingeriche werden, in den die Kassen vor dem Geschäfsjahr vier Prozen der Versicheren mi den höchsen prognosizieren Kosen anmelden önnen. Nach Ablauf des Geschäfsjahres wird der grösse Teil der Kosen dieser Versicheren vom Pool übernommen. Ein Teil der Kosen bleib bei den Kassen, dami diese weierhin einen \\URANUS\KOMMUNIKATION\Medienonferenz_Medienworshop\Medienworshop_ \Refera_Medienworshop_Prof._Leu\Refera_Leu.doc Seie 6 von 11

7 Kosensparanreiz haben. Weiere Vorschläge für die Ausgesalung eines verbesseren Risioausgleichs finde sich in Spycher (2000, 2001). Seine Schäzungen zeigen, dass in einem subsanziell besseren Risioausgleich nur ca. 20 Prozen mehr umvereil werden müssen als heue. Schlussfolgerungen Die definiive Veranerung des Risioausgleichs im KVG is für das Funionieren des Kassenwebewerbs unabdingbar. Ausgabenreduionen, welche die Kassen durch Risioseleion erzielen, sind volswirschaflich werlos, weil den sinenden Durchschnisosen bei einer in dieser Hinsich erfolgreichen Kasse seigende Kosen bei einer anderen ensprechen (Nullsummenspiel). Schlimmer noch: Alle Ansrengungen, Risioseleion zu bereiben, sellen volswirschaflich eine Verschleuderung von Ressourcen dar (Ineffizienz). So lange der Risioausgleich nich zufriedensellend funionier, ann echer Leisungswebewerb nich ensehen, weil es für die Versicherer luraiver is, Risioseleion zu bereiben, ansa sich durch besondere Leisungen qualiäs- und osenmässig von der Konurrenz abzusezen. Der Risioausgleich funionier heue unzureichend, weil er ersens nur Aler und Geschlech als Risiofaoren berücsichig und weil er zweiens in der Vergangenhei ensandene Kosen rerospeiv ausgleich. Wenn der Kassen-webewerb öonomisch sinnvoll funionieren soll, muss der Risioausgleich in beiden Punen angepass werden. Zum einen sind weiere Faoren, welche das Morbidiäsrisio besser abbilden, in die Ausgleichsformel zu inegrieren. Beispielsweise ann berücsichig werden, ob die Versicheren im Vorjahr einen saionären Aufenhal haen. Ausserdem solle zusäzlich ein Hochrisiopool eingeriche werden. Zum andern muss mi einer prospeiven Ausgesalung des Ausgleichs dafür gesorg werden, dass aus dem Risioausgleich nich ein Kosenausgleich wird, welcher die Kosensparanreize unzulässig einschrän. Dies ann durch die Feslegung der Beiräge und Abgaben vor dem Geschäfsjahr erreich werden. Dabei önnen sich die Ansäze sa am Durchschni auch nur an den effizienesen Kassen orienieren. Dadurch werden die Anreize im Sinne eines Benchmaring gesär. Eine Verbesserung des Risioausgleichs is auch dann unabdingbar, wenn zu einer monisischen Spialfinanzierung übergegangen werden soll. Dabei muss man sich allerdings bewuss bleiben, dass eine perfee Risioausgleichsformel nich exisier und auch nie exisieren wird. 6. Spialplanung und Rolle der Kanone Ein monisisches Finanzierungssysem sag für sich genommen noch nichs über das Ausmass regulaorischer Eingriffe sowie die Rolle der Kanone aus. Im Prinzip is es ohne weieres möglich, eine monisische Finanzierung im heuigen, sar regulieren Umfeld einzuführen. Eine solche Variane wird in Leu e al. (1999) ausführlich beschrieben (D1). Das Problem dabei is, dass das monisische Sysem seine Vorzüge uner diesen Rahmenbedingungen ers gar nich enfalen ann. Aus diesem Grund erschein eine solche Variane als wenig zwecmässig. \\URANUS\KOMMUNIKATION\Medienonferenz_Medienworshop\Medienworshop_ \Refera_Medienworshop_Prof._Leu\Refera_Leu.doc Seie 7 von 11

8 Eine zenrale Voraussezung dafür, dass das monisische Sysem die Effizienzgewinne generieren ann, die man von ihm erware, is die Aufhebung des Konrahierungszwanges im saionären Bereich. Spiallisen sellen in einem monisischen Finanzierungssysem grundsäzlich einen Fremdörper dar. In einem solchen Sysem soll die Seuerung des Angebos ja über die Marräfe (die Nachfrage) erfolgen. Ensprechend erhalen die Spiäler auch eine direen Subvenionen mehr. Spiallisen gehören demgegenüber in den Insrumenenasen planwirschaflich organisierer Gesundheissyseme (Globalbudgeierung, vgl. Zweifel/Pedroni 1987), bei welchen die Seuerung ausschliesslich über die Angebosseie erfolg. Beseh Verragsfreihei, önnen Kranenassen und Spiäler die Bedingungen vereinbaren, uner denen sie sich verraglich binden wollen. Als Vergüungsform sehen dabei (Fall-)Pauschalen im Vordergrund. Nur so is es den Kranenassen möglich, abzuschäzen, wie osengünsig die einzelnen Spiäler sind. Bei dieser Vergüungsform is die Qualiäsabsicherung von zenraler Bedeuung. Dazu exisieren eine umfangreiche inernaionale Lieraur und langjährige Erfahrungen in anderen Ländern. Wir gehen an dieser Selle nich weier darauf ein und verweisen auf die einschlägige Lieraur. Komm eine Einigung zwischen einem Spial und einer Kranenasse zusande, önnen sich die Versicheren dieser Kasse im bereffenden Spial (bzw. in der bereffenden Abeilung) nich behandeln lassen. Dadurch seh ein nachfrageseiiger Webewerbsdruc auf die Leisungserbringer, der sich dire auf die Tarife und indire auf die Kapaziäen auswir. Spiäler (Abeilungen), die uner den ausgehandelen Tarifen nich mehr osendecend zu arbeien vermögen, müssen ihren Berieb einsellen. Von Bedeuung is dabei, dass die Kanone im Gegensaz zu heue eine Anreize mehr besässen, die Tarife der öffenlichen Spiäler hochzuhalen, weil sie ja ein allfälliges Defizi nich mehr ragen müssen. Wie die Versicherer profiieren auch sie von möglichs niedrigen Tarifen. Ensprechend häen die Kanone ihrerseis eher Anreize, den Druc der Kranenversicherer auf die Tarife zu unersüzen. Trozdem sell sich die Frage, ob bei Fehlen eines Tarifverrages der Kanon die richige Enscheidungsinsanz bilde. In einem webewerbsorienieren Gesundheissysem sind die Kanone im Spialbereich einzig für die Gewährleisung gemeinwirschaflicher Leisungen veranworlich (flächendecende Versorgung, Nofalldiense, Aufsichs- und Bewilligungspflich, Lehre und Forschung). Weil der Konrahierungszwang aufgehoben wird, enfallen auch die Spiallisen. Ohne Spiallise fäll die Aufgabe der Sruurbereinigung ausschliesslich den Marräfen zu. Idealerweise häen die Spiäler in einem solchen Modell eine grössere unernehmerische Freihei. Zumindes müsse erreich werden, dass alle Spiäler aus der anonalen Verwalung ausgeglieder und mi einer eigenen Rechspersönlichei versehen werden, z.b. in Form einer öffenlich-rechlichen Aiengesellschaf. 7. Flanierende Massnahmen Im Vergleich zu heue önne die Nachfrageseie zusäzlich über weiere Änderungen des KVG nachhalig gesär werden. Ein grundlegender Konsruionsfehler des KVG beseh \\URANUS\KOMMUNIKATION\Medienonferenz_Medienworshop\Medienworshop_ \Refera_Medienworshop_Prof._Leu\Refera_Leu.doc Seie 8 von 11

9 aus webewerbspoliischer Sich darin, dass gewinnorieniere Versicherer in der Grundversicherung nich zugelassen sind. 3 Dami fehl ein zenrales Moiv zur Aufrecherhalung eines dauerhafen Leisungswebewerbs. Hinzu omm, dass alernaive Versicherungssyseme durch das KVG auch anderweiig berächlich behinder werden. Gleichzeiig mi dem Übergang zur Vollosenrechnung müsse z.b. auch die Besimmung aufgehoben werden, wonach die Prämien der Managed Care Organisaionen nich mehr als 20% uner denen der radiionellen Versicherungssyseme liegen dürfen. Alernaive Versicherungssyseme spielen in einem Webewerbsmodell des Gesundheiswesens eine zenrale Rolle. Soll der Webewerb die gewünschen Ergebnisse bringen, dürfen sie in ihrer Enwiclung nich behinder bzw. eingeschrän werden. Ein weieres wesenliches Elemen in diesem Zusammenhang sind die Prämienbeiräge. Dami für die unersüze Person der Anreiz erhalen bleib, eine günsige Kranenasse auszuwählen, solle das Angebo der Kranenasse mi der iefsen Prämie in der Grundversicherung als Basis für die Prämiensubvenionierung herangezogen werden (HMO-Variane). Heue sind die Prämienbeiräge überwiegend so ausgesale, dass sie den Transferempfängern eine Anreize bieen, auf osengünsigere Versicherer umzuseigen. Auch dies beeinrächig die Enwiclung der alernaiven Versicherungssyseme und schwäch dami den nachfrageseiigen Kosendruc. 3 Bzw. dass sie sich in der Grundversicherung nich beäigen, weil sie eine Gewinne machen dürfen. \\URANUS\KOMMUNIKATION\Medienonferenz_Medienworshop\Medienworshop_ \Refera_Medienworshop_Prof._Leu\Refera_Leu.doc Seie 9 von 11

10 Anhang Tabelle A1: Kanonale Subvenionsquoen Kanon Kanonale Quoen Kanonale Quoen Schwyz Fribourg Tessin Appenzell I.Rh Jura Neuchâel Bern Thurgau Zürich Zug Solohurn Aargau Waadland Graubünden Luzern Wallis Uri Basel-Land S. Gallen Schaffhausen Glarus Nidwalden Appenzell A.Rh Obwalden Genf Basel-Sad Schweiz Quelle: Leu e al. (1999). \\URANUS\KOMMUNIKATION\Medienonferenz_Medienworshop\Medienworshop_ \Refera_Medienworshop_Prof._Leu\Refera_Leu.doc Seie 10 von 11

11 Lieraur Bec, K., 1999, Wieso is der heuige Risioausgleich ein Kosenausgleich? Wege zu einer webewerbsneuralen Ausgleichsformel, SGGP-Kurzagung, Bern. Bec, K., 1998, Risioausgleich Basis für sinnvollen Webewerb in der Kranenversicherung, CSS Versicherung, Luzern. Bec, K., 1997, Kann der Risioausgleich unerlaufen werden?, Analyse der schweizerischen Ausgleichsformel, Rech und Polii im Gesundheiswesen, 3:1/2, Bec, K., und P. Zweifel, 1998, Cream-simming in deregulaed social healh insurance: evidence from Swizerland, in: P. Zweifel, Healh, he medical profession and regulaion, Kluwer, Dordrech, Bec, K., A. Debever Hilfier, G. Kocher, E. Schocer und D. Bardenhofer, 1995, Die Solidariä im Wandel, Schrifenreihe der Schweizerischen Gesellschaf für Gesundheispolii (SGGP), Band No. 48. CSS, 1998, Risioausgleich Basis für sinnvollen Webewerb in der Kranenversicherung, Luzern. Leu, R.E., Ch. Eisenring, S. Nocera und M. Schellhorn, 1999, Spialfinanzierung im Umbruch Probleme und Lösungsmöglicheien, Inerpharma, Basel. Schellhorn, M., 2001, The Effec of Variable Healh Insurance Deducibles on he Demand for Physician Visis, Healh Economics 10, Spycher, S., 2001, Der Risioausgleich in der Kranenversicherung, Haup, Bern. Spycher, S., 2000, Reform des Risioausgleichs in der Kranenversicherung? Sudie 2: Empirische Prüfung von Vorschlägen zur Opimierung der heuigen Ausgesalung, Beiräge zur sozialen Sicherhei, Forschungsberich Nr. 3/00, EDMZ, Bern. Spycher, S., 1999, Wirungsanalyse des Risioausgleichs in der Kranen-versicherung, BASS, Bern. SUPRA, 1998: Assurance-Maladie: Niveau des primes e compensaion des risques, Brief an die Deparemensvorseherin EDI, \\URANUS\KOMMUNIKATION\Medienonferenz_Medienworshop\Medienworshop_ \Refera_Medienworshop_Prof._Leu\Refera_Leu.doc Seie 11 von 11

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