Veränderung des Firmenbestandes in der Stadt Zürich im Jahr 2002

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1 Fachstelle für Stadtentwicklung der Stadt Zürich Veränderung des Firmenbestandes in der Stadt Zürich im Jahr 2002 Das Wichtigste in Kürze Die Zahl der im Handelsregister eingetragenen Firmen in der Stadt Zürich hat sich trotz des schwierigen wirtschaftlichen Umfelds im Jahr 2002 im Vergleich zum Vorjahr um 0.5 Prozent auf Firmen erhöht. Die Anzahl der Neueintragungen hat sich auf dem Niveau der Jahre 1997 bis 1999 eingependelt. Die hohe Anzahl von Löschungen ist auf den Marktbereinigungsprozess speziell im Dienstleistungsbereich, v.a. im Informatik- und Technologiesektor, zurückzuführen. Bei den Zuzügen konnte ein neuer Höchststand seit 1997 verzeichnet werden. Der Wanderungsverlust reduzierte sich damit für die Stadt Zürich auf 165 Firmen Februar 2003

2 Veränderung des Firmenbestandes in der Stadt Zürich Die Zahl der Firmen in der Stadt Zürich, die im Handelsregister eingetragen sind, nahm im Jahr 2002 um 0.5 Prozent auf 29'354 Firmen zu. Die Zunahme ist vor allem auf die Neueintragungen von Firmen zurückzuführen. Auch die Zahl der Zuzüge (+6.2%) hat weiter zugenommen und diejenige der Wegzüge (-4.7%) hat sogar wieder etwas abgenommen. Dennoch liegt der Wanderungssaldo für die Stadt Zürich insgesamt bei 165 Firmen Altbestand 26'124 26'756 27'347 28'194 28' Zuzüge Wegzüge Neueintragungen 2'324 2'364 2'327 2'754 2' Löschungen 1'554 1'561 1'362 2'024 1' Neubestand 26'756 27'347 28'194 28'753 29' Firmendynamik in der Stadt Zürich (Teledata/Wüest&Partner, 2003) Der Anteil der Rechtsformen am Firmenbestand ist ungefähr gleichgeblieben: 42.3% der im Handelsregister eingetragenen Firmen waren Ende 2002 Aktiengesellschaften, 27.8% Einzelfirmen und 13.3% GmbH s. Im Vergleich zum Vorjahr haben die GmbH s als nahezu einzige Rechtsform weiter zugenommen (+12.4%). Die Anzahl der Aktiengesellschaften hat leicht mit 0.4% abgenommen. Auch letztes Jahr war von 46% der eingetragenen Firmen das Kapital unbekannt. Die Anzahl der Firmen, deren Kapital unter 20 Mio. Franken lag, ist mit 53% der eingetragenen Firmen nahezu gleich geblieben. Ende 2002 hat die Anzahl von Firmen mit einem Kapital von über 500 Mio. Franken mit 50 einen neuen Höchststand seit 1997 erreicht. Zu- und Wegzüge Die weiter gestiegene Anzahl an Zuzügen ist v.a. auf die Zunahme aus dem Kanton Zürich zurückzuführen. Der Anteil der Zuzüge aus dem Kanton Zürich ist damit von 49% im Jahr 2001 auf 55% gestiegen. An nächster Stelle kommen die Zuzüge aus den Kantonen Zug (von 13% in 2001 auf 11% gesunken) und Aargau (von 7% in 2001 auf 6% gesunken). Die Zielorte der Zürcher Firmen haben sich leicht verändert: Der Anteil des Kantons ist von 63% auf 57% gesunken, der Kanton Zug hat als Zielort zugenommen (von 10% in 2001 auf 14%). In den Kanton Aargau sind etwas weniger Firmen gezogen als im Vorjahr (von 7% auf 5%), so dass der Anteil ungefähr gleich gross ist wie vom Kanton Schwyz, dessen Anteil im Vergleich zum Vorjahr nahezu gleichgeblieben ist. Der Wanderungssaldo ist im Vergleich zum Vorjahr mit nur noch 165 Firmen deutlich zurückgegangen. Auch die Firmendynamik innerhalb des Kantons Zürich hat sich eindeutig zugunsten der Stadt Zürich verändert: Der Saldo ist auf ein Minimum seit 1997 von nur noch 108 Firmen gefallen. Dafür ist der Wanderungssaldo zugunsten des Kantons Zug auf 34 Firmen (im Vorjahr 6) angestiegen und macht damit den grössten Anteil beim Wanderungssaldo der Stadt Zürich aus. Im vorletzten Jahr war der Abwanderungssaldo in die Kan- FSTE 2

3 tone Schwyz mit 23 und Aargau mit 14 Firmen noch am grössten. Der Saldo mit dem Kanton Basel Stadt hat sich mit +6 Firmen wieder positiv für die Stadt Zürich entwickelt. Der Saldo der Zu- und Wegzüge zwischen der Stadt Zürich und der übrigen Schweiz ist parallel zum gesunkenen Saldo zwischen Stadt und Kanton Zürich im Jahr 2002 auf 57 Firmen angestiegen Übrige CH Kanton Zürich Saldo der Zu- und Wegzüge von Firmen aus der Stadt Zürich (Teledata/Wüest&Partner, 2003) Die mit Abstand grösste Dynamik hinsichtlich Zu- und Wegzügen war bei den Firmen der unternehmensbezogenen Dienstleistungen zu verzeichnen, die jeweils ein Drittel der Zubzw. Wegzüge ausmachten und mit ingesamt 20% zum negativen Saldo beitrugen. Desweiteren wurden auch bei Firmen im Bereich Informatikdienste, Detailhandel und Kreditgewerbe vermehrt Weg- und Zuzüge und ein insgesamt negativer Wanderungssaldo registriert. Neueintragungen und Löschungen Die Zahl der Neueintragungen hat sich mit 2'369 im Jahr 2002 wieder auf dem Jahresniveau von 1997 bis 1999 eingependelt. Die Anzahl der Löschungen ist erneut auf angestiegen. Der Saldo aus Neueintragungen und Löschungen ist auf +295 Firmen gesunken. Die grösste Dynamik durch Neueintragungen und Löschungen war wieder im Wirtschaftsbereich Dienstleistungen für Unternehmen zu beobachten, wo insgesamt ein Zuwachs von 155 Firmen verzeichnet werden konnte. In den anderen Branchen mit grosser Dynamik war das Bild unterschiedlich: Informatikdienste Saldo +59, Versicherungsgewerbe Saldo 59, Gastgewerbe Saldo +60, Grosshandel Saldo DL für Unternehmen Informatikdienste Grosshandel Gastgewerbe Detailhandel Neueintragungen ins Handelsregister: Liste der Top 5 Branchen im Jahr 2002 (Teledata/Wüest&Partner, 2003) Die Anzahl der Neueintragungen hat sich in der Stadt Zürich im Vergleich zum Vorjahr nahezu identisch wie im gesamten Kanton und der Schweiz entwickelt: Es wurde eine leichte Abnahme verzeichnet (Stadt Zürich und Schweiz 2.4%, Kanton Zürich 1.9%). Die Anzahl FSTE 3

4 der Neueintragungen bewegt sich damit insgesamt auf dem recht stabilen Niveau der Jahre 1997 bis Der Anteil der Neueintragungen in der Stadt Zürich bezogen auf den Kanton (42%) und auf die Schweiz (7.6%) hat sich im Vergleich zum Vorjahr kaum verändert. Folgerungen 1) Der Firmenbestand in der Stadt Zürich ist auch im Jahr 2002 trotz der allgemein schwierigen wirtschaftlichen Lage stabil geblieben. 2) Die Attraktivität der Stadt Zürich als Wirtschaftsstandort und die entspannte Lage auf dem Büroimmobilienmarkt haben wieder mehr Unternehmen dazu veranlasst, ihren Standort aus dem Kanton in die Stadt zu verlagern. Auch insgesamt hat sich der Wanderungssaldo deutlich zugunsten der Stadt Zürich verändert. 3) Die Euphorie bezüglich Neugründungen hat sich im Zuge des deutlichen Konjunkturrückgangs wieder abgeschwächt und ist realistischeren Einschätzungen über den Markt gewichen. Die Zunahme der Löschungen spiegelt dabei einen allgemeinen Marktbereinigungsprozess über alle Branchen hinweg wider. 4) Die grösste Dynamik war wieder bei den Firmen der unternehmensbezogenen Dienstleistungen zu verzeichnen. Es sind erneut mehr Firmen dieser Branche nach Zürich gezogen, so dass der Wanderungssaldo von 60 Firmen im Jahr 2001 auf 34 im letzten Jahr reduziert werden konnte. Der nach wie vor grossen Anzahl Neueintragungen standen aber auch mehr Löschungen gegenüber, da diese Branche besonders unter der Wirtschaftsflaute zu leiden hat. Trotzdem ergab sich noch ein positiver Saldo aus Neueintragungen und Liquidationen von +155 Firmen. Anmerkungen zu den Daten und Begriffen Datenquellen Dieses Dossier basiert auf Daten der Teledata AG, die von Wüest&Partner aufbereitet worden sind. Teledata erhebt die Daten aus dem Handelsamtsblatt. Ende 1999 hat das Statistische Amt der Stadt Zürich zum ersten Mal Zahlen zum Bestand und zu Sitzverlegungen von Firmen in der Stadt Zürich veröffentlicht. Diese Zahlen werden direkt vom Handelsregisteramt des Kantons Zürich bezogen. Sie liegen jeweils Ende Sommer vom Vorjahr vor und werden im Statistischen Jahrbuch der Stadt Zürich im Kapitel veröffentlicht. Zwischen den Daten von Teledata/Wüest&Partner und dem kantonalen Handelsregisteramt bestehen geringfügige Differenzen. Die Aussagen bleiben jedoch gleich. Die Differenzen können sich aufgrund von Erfassungsfehlern, unterschiedlichen Abgrenzungen oder anderen Problemen ergeben. FSTE 4

5 Begriffe Neueintragungen und Löschungen Einige Datenanbieter verwenden die Begriffe "Neugründungen", "Liquidationen" oder "Konkurse". Diese Begriffe treffen jedoch den Sachverhalt meist nicht ganz. Die Statistiken basieren nämlich in der Regel auf dem Handelsregister und erfassen nur Neueintragungen und Löschungen von Firmen im Handelsregister sowie Zu- und Wegzüge von Unternehmen. Unter dem Begriff "Neueintragungen" werden alle Firmen zusammengefasst, die sich neu im Handelsregister eingetragen haben. Dabei muss es sich nicht unbedingt um wirkliche Neugründungen von Firmen handeln. Darunter fallen auch Auslagerungen von Teilen von Unternehmen, Neugründungen von Ablegern von ausländischen Unternehmen in der Schweiz oder die Einrichtung von sogenannten Briefkastenfirmen. Das Bundesamt für Statistik hat im Oktober 1999 zum ersten Mal eine Untersuchung über originäre Neugründungen veröffentlicht. Basis ist das Betriebs- und Unternehmensregister des Bundes. Die Untersuchung ergab, dass von den 40'000 neuen Einträgen im Betriebs- und Unternehmensregister nur rund 18 Prozent effektive Neugründungen sind. Im Februar 2000 veröffentlichten Harabi und Meyer eine Untersuchung von Neugründungen in der Schweiz aufgrund einer Auswertung von Neueintragungen im Handelsregister. Die Autoren der Studie kommen zum Schluss, dass rund die Hälfte der Neueintragungen originäre Neugründungen sind. Die Bandbreite für originäre Neugründungen liegt somit aufgrund bisheriger Untersuchungen zwischen 18 und 50 Prozent der neu erfassten Unternehmen. Die originären Neugründungen sind also sicher tiefer als die Neueintragungen ins Handelsregister. Unter den Begriff "Löschungen" fallen alle Firmen, deren Eintrag im Handelsregister gelöscht wurde. Die Ursachen können verschieden sein wie zum Beispiel Schliessung der Firma aufgrund Aufgabe der Tätigkeit, Konkurs, Fusion mit einer anderen Firma oder Verlagerung der Firma ins Ausland. Handelsregister Betriebs- und Unternehmensregister Zum Unternehmensbestand, Schliessungen, Neugründungen, Weg- und Zuzügen gibt es verschiedene Datenquellen, die ausgewertet werden können. Eine Quelle ist das Handelsregister, das durch das Obligationenrecht geregelt ist. Danach muss sich im Handelsregister eintragen lassen, wer ein Handels-, Fabrikations- oder ein anderes nach kaufmännischer Art geführtes Gewerbe betreibt. Einzelfirmen müssen sich nur unter bestimmten Voraussetzungen im Handelsregister eintragen lassen, so unter anderem, wenn die jährlichen Einnahmen 100'000 Franken übersteigen. Bloss deklaratorischer Natur ist die Eintragung für freie Berufe wie Ärzte, Zahnärzte, Tierärzte, selbständige Berater, Ingenieure, Architekte, Rechtsanwälte und die meisten landwirtschaftlichen Betriebe. Eine weitere Datenquelle ist das Betriebs- und Unternehmensregister (BUR) des Bundes, das rein statistischen Zwecken dient und Grundlage für die Betriebszählung ist. Darin sind alle Arbeitsstätten erfasst, in denen mindestens 20 Stunden pro Woche gearbeitet wird. FSTE 5

6 Zwischen dem Handelsregister und dem Betriebs- und Unternehmensregister ergeben sich aufgrund der unterschiedlichen Abgrenzungen zum Teil erhebliche Unterschiede. Das Bundesamt für Statistik ist zur Zeit daran, das Betriebs- und Unternehmensregister weiterzuentwickeln, damit auf dieser Datenbasis unter anderem auch Aussagen zur Unternehmensdemographie gemacht werden können. Literatur Statistisches Amt der Stadt Zürich: Bestand und Sitzverlegungen von Firmen in der Stadt Zürich, Zürcher Statistische Nachrichten, Mitteilung Nr. 2/1999. Statistische Jahrbücher der Stadt Zürich Harabi, N.; Meyer, R.: Die neuen Selbstständigen, Fachhochschule Nordwestschweiz, Olten, Auskunft Fachstelle für Stadtentwicklung der Stadt Zürich Daniela Wendland, Wirtschaftssoziologin M.A. Telefon Website FSTE 6

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