!Sachbericht!! Titel!684!69!

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1 !!!!! Theo!Baumgärtner!! Entwicklung,!Erprobung!und!Bereitstellung!Tablet:PC!gestützter! Schüler:!und!Lehrerbefragungen!zum!Umgang!mit!Suchtmitteln! als!planungs:,!steuerungs:!und!qualitätssicherungsinstrument! suchtpräventiver!maßnahmen!in!der!region!!!!sachbericht!!! gefördert!durch!das!!! Titel!684!69!!!!!! Mai$2014$

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3 3 SachberichtzumProjekt Entwicklung,ErprobungundBereitstellungTabletPCgestützterSchülerundLehrerbefragungenzum UmgangmitSuchtmittelnalsPlanungs,SteuerungsundQualitätssicherungsinstrument suchtpräventivermaßnahmeninderregion Hamburg, Ort,Datum TiteldesProjekts VerantwortlicheEinrichtung Name BürofürSuchtpräventionder HamburgischenLandesstellefürSuchtfragene.V. Straße,Hausnummer Repsoldstraße4 PLZundOrt 20097Hamburg Rechtsform EingetragenerVerein Telefon Fax Adresse Projektleiter Name TheoBaumgärtner Abteilung ForschungundEvaluation Projektmitarbeiter Name,Position JohannesKestler,WissenschaftlicherMitarbeiter(bis ) JohannaAbeln,StudentischeHilfskraft(bis ) KatharinaJancke,StudentischeHilfskraft(ab ) anlassbezogenbiszu8weiterestudentischehilfskräfte,diebeiderdurchführungder BefragungenvorOrtunterstützendtätigwurden genehmigter Förderzeitraum 01.Februar2012bis11.Februar2014 bewilligtefördermittel ,

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5 Zusammenfassung Einleitung HintergrundundRahmenbedingungendesProjekts Ausgangslage ZieledesProjekts Projektstruktur Methodik DieHamburgerSCHULBUSStudiealsGrundlagedes Projekts Projektdurchführung UmstellungdesinderHamburgerSCHULBUSStudieeingesetzten SchülerFragebogensvompapieraufeincomputergestütztes Erhebungsverfahren ÜberführungdesinderHamburgerSCHULBUSStudieeingesetzten LehrerFragebogensvonderPaperandPencilaufeinePCVersion ÜberprüfungdermethodischenQualitätundanwenderorientierten PraktikabilitätdeseingesetztenTabletPCErhebungsinstrumentes...19 OrganisatorischtechnischerAblaufderBefragungsdurchführung PreTestdesFragebogens QuantitativeErfassungundstatistischeAnalysederDatenzuden SuchtmittelkonsumerfahrungenvonJugendlicheninderRegionundzu ihrenumgangsformenmitdenverschiedenenpcspiele,internetund Glücksspielangeboten StandortspezifischeDokumentationundRückmeldeschleifender ermitteltenbefragungsergebnisse

6 5.Ergebnisse InhaltlicheErgebnisse MethodischeErgebnisse...24 Kostensenkung...24 AnpassunganKommunikationsgewohnheitenderZielgruppe...24 VermeidungvonÜbertragungsfehlern...25 SchnellereVerfügbarkeitderDaten...25 VereinfachungderFilterfragenführung...25 IdentifizierungundAufforderungzurKorrektursichwidersprechender Antworten...25 Zeiterfassungder Beantwortungsgeschwindigkeit...26 EinbettungsmöglichkeitenvonzusätzlichenInhalten...26 ComputergestützteLehrerbefragungen DieeingesetzteITInfrastruktur GenderMainstreaming AbschließendeErläuterungenzumProjekt GesamtbeurteilungderProjektergebnisse VerbreitungundÖffentlichkeitsarbeitderProjektergebnisse VerwertungderProjektergebnisse Literatur Anhang

7 Zusammenfassung Ausgangslage: Bundesweite epidemiologische Untersuchungen zur Verbreitung des Kon sumslegalerundillegalerrauschmittelstelleneinenunverzichtbarenbeitragzumerkennt nisstand in diesem Problembereich und damit auf der Ebene von Wissenschaft, Politik, SuchtpräventionsundSuchthilfepraxisdar.AllerdingsvermögensiekeinenAufschlussüber diekonkretesituationaufderregionalenebenezugeben.das,wasdiestädteundkommu nenbenötigen,istderzugriffauflokalerhobenedaten,dieihnensicherheitbeiderplanung, SteuerungundQualitätsentwicklungderinihrerZuständigkeitliegendenSuchtpräventions maßnahmengibt. Zielsetzung: Mit dem vom Bundesministerium für Gesundheit geförderten Projekt soll ein Datenerhebungsverfahren entwickelt, erprobt und bereitgestellt werden, das bei einem möglichstgeringenressourceneinsatzeinenmöglichstgroßenerkenntnisgewinnfürdievor OrtzuständigenAkteurederSuchtpräventiongenerierenkann. Methodik: Auf der Basis der Erfahrungen der Hamburger Schüler und Lehrerbefragungen zum Umgang mit Suchtmitteln (SCHULBUS) erfolgte eine Umstellung der dort erfolgreich eingesetztenbefragungsinstrumenteaufeintabletpcgestützteserhebungsverfahren,das in verschiedenen Gebietskörperschaften im Norddeutschen Raum Großstadt Hamburg, Landkreis Steinburg (SchleswigHolstein), Gemeinden Ganderkesee und Saterland (Nieder sachsen),kleinstadtwaren/(müritz) zurbefragungvonmehrals5.000schülerinnenund knapp500lehrerinnenaufseinepraxistauglichkeithingeprüftwurde. Ergebnis: Nach Abschluss des Projekts steht nunmehreinevaluiertestabletpc gestütztes BefragungsinstrumentzurVerfügung,dessenzukünftigerEinsatzvoninteressiertenSchulen indeutschenstädtenundkommunenalsdienstleistungsangebotbeimhamburgerbürofür Suchtpräventionabgerufenwerdenkann,umsobelastbareInformationenzurVerbreitung dessuchtmittelkonsumsunterdenjugendlicheninderregionsowiezuderenerfahrungen imumgangmitdenverschiedenenpcspiel,internetundglücksspielangebotenzuerhal ten. 7

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9 1. Einleitung SuchtpräventioniststetsdieArbeitvorOrt.IhreQualitätimSinnevonEffektivität,Effizienz undnachhaltigkeitistumsohöher,jebesserdievorgehaltenenangeboteunddurchgeführ tenmaßnahmenamjeweilsregionalspezifischenbedarfausgerichtetwerdenkönnen.vor aussetzungdafüristdiemöglichstgenauekenntnisdesgeschehensaufderlokalenebene. OhnedieBedeutungderbundesundeuropaweitenPrävalenzstudienfürdiewissenschaft licheforschungunddrogenpolitischestandortbestimmungzuschmälern,sogebendiewie derholungsbefragungen der BZgA zur Drogenaffinität Jugendlicher und die Europäische SchülerstudiezuAlkoholundanderenDrogen(ESPAD)keinenAufschlussüberdiedrogen konsumrelevantenprozesseinderregion.das,wasdiestädteundkommunenbenötigen, istderzugriffauflokalerhobenedaten,dieihnensicherheitbeiderplanung,steuerungund Qualitätsentwicklung der in ihrer Zuständigkeit liegenden Suchtpräventionsmaßnahmen gibt. Im Rahmen des vom Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Sucht fragendurchgeführtenundvombundesministeriumfürgesundheit(bmg)fürdenzeitraum vonfebruar2012bisfebruar2014gefördertenmodellprojektswurdeuntersucht,wieein entsprechendgeeignetesverfahrenmethodischausgestaltetseinmuss,damiteszukünftig beieinemmöglichstgeringenressourceneinsatzeinenmöglichstgroßenerkenntnisgewinn für die vor Ort zuständigen Akteure der Suchtprävention generieren kann. Ausgangspunkt undgleichsamvorbildfürdieseunternehmungsinddieinhamburgseit2004regelmäßig durchgeführtenschülerundlehrerbefragungenzumumgangmitsuchtmitteln(schulbus), derenergebnisseinderhansestadtinzwischenzueinerunverzichtbarengrundlagederdor tigendrogenpolitischensteuerungavanciertsind.mitdemvorliegendenprojektwurdedas Zielverfolgt,denSCHULBUSFragebogeninhaltlichandieInformationsbedürfnisseauchan derer Städte und Kommunen anzupassen und seinen Einsatz methodisch so zu gestalten, dass bei seiner Realisierung der finanzielle Spielraum der zukünftig interessierten Schulen und/oderregionalenschulträgernichtgesprengtwird. 9

10 2. HintergrundundRahmenbedingungendesProjekts 2.1. Ausgangslage DasProbierenvonundExperimentierenmitlegalenundillegalenRauschmittelnstellenin ersterlinieeinjugendphänomendar.inderübergangsphasevomkindzumerwachsensein werdeninderregeldieentscheidendenweichenfürdiespätereneinstellungenderjugend lichen gegenüber Drogen und ihren Umgang damit gestellt. Dieser biographische Lebens abschnitterscheintdaheralsbesondersgutgeeignet,umeinflussaufzukünftigeentwicklun gen hinsichtlich eines maßvollen Gebrauchs von und verantwortungsbewussten Verzichts aufrauschmittelzunehmen.jefrühzeitigerdabeidiezuerwartendenentwicklungeninih ren Besonderheiten und auf ihre maßgeblichen Einflussfaktoren hin identifiziert werden können,destogrößersinddieaussichten,hierwirkungsvollundnachhaltigintervenierenzu können.indiesemzusammenhangleistendieineuropaunddenmeistenseinermitglieds staaten mehr oder weniger regelmäßig durchgeführten Erhebungen zur Verbreitung des KonsumslegalerundillegalerRauschmitteleinenunverzichtbarenBeitragzumErkenntnis standindiesemproblembereichunddamitaufderebenevonwissenschaft,politik,sucht präventionsundsuchthilfepraxis(vgl.hierzuaktuell:bzga2012;currieetal.2012;hibellet al.2012;johnstonetal.2013;krausetal.2013;krausetal.2012).abereserscheintnichtso ohne Weiteres möglich, die entsprechend vorliegenden Erkenntnisse gleichsam unter schiedslosz.b.aufländlicheundgroßstädtischeregionenherunterzubrechen.undauchan dere wichtige regionalspezifische Suchtmittelkonsumaspekte wie die Verfügbarkeit be stimmterrauschmittel,die(sub)kulturelleetablierungkonkreterkonsumanlässeoderdie VerschiedenheitsozioökonomischerLebenslagenderBewohnerinunterschiedlichenRegio nen verschwimmen zwangsläufig in jenen Studiendesigns, deren Ergebnisse sichauf über regionalebeobachtungsgebietebeziehen.dervorteilvonrepräsentativität,dendieseprä valenzstudienbezogenaufdasbundesgebietodergaraufdieverschiedeneneuropäischen Staatenfürsichbeanspruchenkönnen,gehtaufderanderenSeiteeindeutigzuLastender notwendigentiefereneinblickeindasgeschehenaufderlokalenebene.dererfolgderpla nung,durchführungundsteuerungkonkretermaßnahmenvorortstehtineinemdirekten VerhältniszudemAusmaß,indemdabeidieregionalenBesonderheitenexplizitBerücksich tigungfindenkönnen.wasalsovielerortsfehlt,isteinstandardisiertesinstrumentarium,mit dessen Hilfe sich ganz pragmatisch und ressourcenschonend die lokalen Verhältnisse im Sinnevon BildernhöhererAuflösung erhebenlassen.derenvorliegenistdiezentralevor 10

11 aussetzungdafür,dassgezieltepräventionskonzepteerarbeitetundinderpraxissoumge setztwerdenkönnen,dassdenjespezifischenentwicklungeninderregionauchangemes sen Rechnung getragen werden kann. Die systematische Erfassung lokaler Daten als ein gleichsam ergänzendes Vergrößerungsglas der bundesweit durchgeführten Prävalenz studien hilft, die Qualität der einschlägigen Maßnahmen auf der kommunalen Ebene zu sichern. AuchdasBundesministeriumfürGesundheithebtdiebesondereBedeutungderkommuna lenebenefüreineerfolgreichesuchtvorbeugungexplizithervor,indemesseit2001bereits zum sechsten Mal den Bundeswettbewerb Vorbildliche Strategien kommunaler Sucht prävention durchgeführtundverschiedenestädte,kreiseundgemeindenfürihrekreati ven, innovativen und damit nachahmenswerten Ansätze suchtvorbeugender Arbeit ausge zeichnet hat. Darüber hinaus lud die damalige Drogenbeauftragte der Bundesregierung, MechthildDyckmans,imFebruar2011zueinerTagungein,beideresumeinenAustausch übergelungenemaßnahmenkommunalerpräventionsarbeitging.indiesemzusammenhang hobfraudyckmansaufihrerhomepageexplizithervor,dass StädteundGemeinden...im föderalensystemderbundesrepublikwichtig[sind],ummenschendurchsuchtprävention vorortzuerreichen. AlseinesderambestengeeignetenunddaherauchamhäufigstengenutztenSettingsfür einegezielte,systematischeundwirksamesuchtvorbeugunggiltderschulischekontext(vgl. Bühler&Kröger2006;Bühler&Thrul2013).DerDot.sysErgebnisbericht2009derbundes weitendatenerhebungzudenmaßnahmendersuchtvorbeugungindeutschlandweistaus, dassetwa40%allerdokumentiertenangeboteimsettingschuleumgesetztwurden(bzga 2010:50).WenndiedortvorOrtverantwortlichenPädagoginnenundPädagogenbeiderin haltlichen Planung und konkreten Durchführung von suchtvorbeugenden Maßnahmen auf zuverlässige, und das heißt empirisch gestützte Informationen zur jeweiligen Problem belastung amkonkretenstandortzugreifenkönnen,dannlassensichdamitdienotwendig keitundangemessenheitdereingeschlagenenvorbeugungsmaßnahmenentsprechendso lideabsichern. Dass solche regionalspezifischen Informationen für eine adressatengerechte Planung und Durchführung gezielter Präventionsmaßnahmen im schulischen Setting von enorm großer Bedeutungsind,liegtalsoaufderHand.Ebensoeinsichtigistaberauch,dassinderRegel wederdieschulennochdiekommunalenschulträgerüberdieerforderlichenzeitlichen,per 11

12 sonellen, finanziellen und fachlichen Ressourcen verfügen, um geeignete Instrumente zu entwickeln und anzuwenden, die eine systematische Erfassung des Suchtmittelkonsum geschehens auf der lokalen Ebene ermöglichen. Daher verspricht die zentrale Erarbeitung und anschließende Bereitstellung eines Instruments zur standardisierten Erhebung der lo kalen Rauschmittelkonsumverbreitung die größten Synergie und Emergenzeffekte für die AkteureaufdenunterschiedlichenZuständigkeitsebenenderSuchtprävention ZieledesProjekts Zur Realisierung des übergeordneten Hauptziels der Entwicklung, Erprobung und Bereit stellungeinesempiriegestütztenplanungs,steuerungsundqualitätssicherungsinstruments suchtpräventiver Maßnahmen in der Region lassen sich die dafür erforderlichen Projekt aktivitätenaufdiefolgenden Arbeitsschritteherunterbrechen: Umstellung des in der Hamburger SCHULBUSStudie eingesetzten Fragebogens vom pa pieraufeincomputergestützteserhebungsverfahren ÜberprüfungdermethodischenQualitätundanwenderorientiertenPraktikabilitätdesein gesetztentabletpcerhebungsinstrumentes quantitative Erfassung und statistische Analyse der Daten zu den Suchtmittelkonsum erfahrungenvonjugendlichenundzuihrenumgangsformenmitdenverschiedenenpc Spiele,InternetundGlücksspielangeboten standortspezifischedokumentationundrückmeldeschleifenderermitteltenergebnisse BereitstellungeineszukünftigenDienstleistungsangebotesdesBürosfürSuchtprävention zurdurchführungvonregionalerhebungen 2.3. Projektstruktur VoraussetzungfürdieerfolgreicheUmsetzungdergenanntenProjektzielewareineentspre chendeausstattungmitdendafürerforderlichenpersonalressourcenundsachmitteln.der vom Büro für Suchtprävention der Hamburgischen Landesstelle für Suchtfragen am andasBundesministeriumfürGesundheitgestellteAntragzurFehlbedarfsfinan zierung dieses Projekts wurde mit dem Zuwendungsbescheid vom durch das Bundesverwaltungsamt bewilligt. Da eine der fünf für das Projekt ausgewählten Modell regionendiegroßstadthamburgwar(vgl.hierzuabschnitt##),undsiedamitunmittelbar NutznießerindererzieltenErgebnissewurde,beteiligtesichdieHansestadtandenProjekt kosten(vgl.hierzuverwendungsnachweis).ausgestattetmitdiesenfinanzmittelnkonnten 12

13 alleimrahmenderprojektlaufzeitvonzweijahrenanfallendenpersonalundsachmittel kostengedecktwerden. ÜberdiefinanzielleUnterstützungdesProjektshinauswarenanseinererfolgreichenUmset zungdurchdasverantwortlichebürofürsuchtpräventionnochanderekooperationspartner beteiligt,dieihrjeweiligesknowhowentwederaufdertechnischen,methodischenoderauf der logistischen Ebene mit eingebracht haben (vgl. Übersicht 1). So stellte die Firma acer nicht nur einen Teil der benötigten technischen Infrastruktur zur Verfügung, sondern half auchaktivdabei,einigeimlaufedesprojektsaufgedecktenbetriebssystemproblememög lichstschnellzuüberwinden.dieprogrammierungdesfragebogensfürdietabletpc shatte die Firma plansysteme übernommen. Da es u.a. das Ziel war, ein möglichst anwender freundliches Erhebungsinstrument zu entwickeln, für das es bis dahin noch keine bereits bewährten Vorbilder gab,wareinstetigerundengeraustauschzwischendenprogrammie rerndesfragebogensaufdereinenunddemforscherteamdesbürosfürsuchtprävention auf der anderen Seite unabdingbar. Die Kontaktaufnahme zu den in Hamburg nach stich probentheoretischenerwägungenausgewähltenschulenunddieteilweiseschwierigenter minabsprachen zur Durchführung der Befragungen vor Ort hatte das SuchtPräventions Zentrum(SPZ)desLandesinstitutsfürLehrerbildungundSchulenentwicklungübernommen. Darüber hinaus zeichnete das SPZ auch für die Rückmeldung der standortspezifischen Er gebnisseandiebeteiligtenschulenverantwortlich. Übersicht1 13

14 3. Methodik DieHamburgerSCHULBUSStudiealsGrundlagedesProjekts DadieHamburgerSchülerundLehrerbefragungenzumUmgangmitSuchtmitteln(SCHUL BUS)sowohlhinsichtlichdermitihnenverfolgtenZielealsauchmitBlickaufdendabeian gewandtenmethodischenansatzdenzentralenausgangspunktfürdasvorliegendeprojekt darstellen,erscheint es sinnvoll, einige der wesentlichsten Eckdaten dieser Studie zu zu sammenfassendbeschreiben. ImAuftragdesHamburgerSenatesentwickeltedasBürofürSuchtpräventionderHambur gischenlandesstellefürsuchtfragenbereitsimjahr2001daskonzeptfüreinsogenanntes Local Monitoring System (LMS) (Baumgärtner 2001), das mit seinen methodisch qualitativ ausgerichtetenmodulenvonkeypersoninterviews(baumgärtner&gieß2004)undfokus gruppendiskussionen(baumgärtneretal.2006)sowiedenquantitativorientiertenschüler undlehrerbefragungen(baumgärtner2002)einezentraledatengrundlagefürdiefachpoli tischeplanungundsteuerungdersuchtpräventioninderhansestadtdarstellt.dermethodi sche Ansatz der SCHULBUSStudie diente inzwischen anderen Großstädten wie Frankfurt (vgl.erstmalskemmesies&werse2003)undköln(vgl.schaunig&klein2008)alsvorbild fürlokalundebenfallswiederholtdurchgeführteschülerbefragungen.auchdiehansestadt Bremen setzte dieses Instrument bereits einmal erfolgreich für eine grundlegende Be standsaufnahmeimbereichdesjugendlichenumgangsmitrauschmittelnein(birkemeyer etal.2006). Das übergeordnete Ziel der SCHULBUSStudie ist es, belastbare Aussagen über die epide miologische Entwicklung des Suchtmittelkonsumverhaltens Jugendlicher in Hamburg zu treffen(baumgärtner2001).fürdieentscheidung,diesmithilfevonquantitativorientierten Schülerbefragungen im schulischen Setting zu realisieren, waren verschiedene inhaltliche, forschungsökonomischeundstichprobentheoretischeerwägungenausschlaggebend: UmausderGrundgesamtheitderrelevantenZielgruppeinHamburgjeweilsrepräsentative Stichprobenziehenzukönnen,erschienessinnvoll,dieBefragungendortanzusiedeln,wo diejugendlichenmöglichstsystematischerreichtwerdenkönnen.dassdiesamehestenim schulischensettinggewährleistetist,liegtnichtzuletztaufgrundderindeutschlandbeste hendenschulpflichtsicheraufderhand. 1 1 LimitationenwarenhierimWesentlichendurchdasProblemdesAbsentismusund imfalleminderjähriger SchülerInnen durch die Verweigerung des Einverständnisses der Eltern zur Teilnahme ihrer Kinder an der Befragungzuerwarten.DieserSelektionsBiaslässtsichjedochnichtvermeiden.UnterderAnnahmeaber,dass 14

15 DamitdieeinzelnenJugendlichennichtausihrensozialenKontextengerissenunddiegerade fürdenumgangmitrauschmittelnbedeutsamenwechselundquerbeziehungenderun tersuchungseinheitenimschulischenkontexthinreichendberücksichtigtwerdenkönnen,fiel die Entscheidung zugunsten des so genannten geschichteten Klumpenauswahlverfahrens (clustersampling), bei dem...sich der Auswahlvorgang nicht auf die eigentliche Unter suchungseinheiten [...], sondern auf Aggregate von solchen Einheiten [bezieht] (Böltken 1976:291).BeiderStichprobenziehunginderSCHULBUSStudiestellenalsodieallgemein bildendenunddieberuflichenschuleninhamburgdiejeweiligenauswahleinheitendar. InAbsprachemitdenzuständigenBehördenwurdevordererstenDurchführungderErhe bung in 2004 entschieden, dass die Befragungen in den Schulklassen erst ab der 8. Jahr gangsstufeaufwärtserfolgensollten.hintergrundfürdieentscheidung,jüngereschülerin nenundschülernnichtmitindieuntersuchungeinzubeziehen,wardiebefürchtung,dass mandurchderenbefragungzuden vermutlichbeiihnennochweitgehendnichtvorhan denen Rauschmittelkonsumerfahrungendiesemöglicherweiseerstinitiierenkönnte. EineAltersgrenzederzubefragendenSchülerinnenundSchüler nachobenhin wurdenicht festgelegt,sodassinsbesondereandenberuflichenschulenundauchindenoberstufender GymnasienundderdamaligenGesamtschulenvieleBefragtebereitsdasErwachsenenalter von18jahrenundältererreichthatten.beidenstandortspezifischenauswertungenwurden alle an der jeweiligen Schule befragten SchülerInnen in die entsprechenden Analysen mit einbezogen.demgegenüberbeschränktesichdiejeweiligeberichterstattungderhamburg weitenbefragungsergebnisse wennesumdiebeschreibungdersuchtmittelkonsumerfah rungenderdortigenjugendlichenundjungen Erwachsenenging aufdienachamtlichen Schul und Bevölkerungsstatistiken gewichtete Altersstichprobe der 14 bis 18Jährigen, denn nur für diese konnte von einer jeweils hinreichenden Repräsentanz im schulischen Systemausgegangenwerden(vgl.Baumgärtner2004,2006,2008,2010). Die SCHULBUSStudie in Hamburg erfolgte unter thematisch unterschiedlichen Schwer punktsetzungen: Während es in 2004 zunächst um einen allgemeinen Überblick über die Konsumverbreitung von Suchtmitteln unter 14 bis 18Jährigen ging (Baumgärtner 2004), richtetesichdasforschungsinteressein2005/2006vorallemaufdenumgangderjugend ermehroderwenigerunverändertbeijederderdurchgeführtenwiederholungsbefragungenauftritt,kanner weitgehend vernachlässigt werden, wenn es um die Interpretation der Veränderungen von Prävalenzzahlen geht. 15

16 lichenundjungenerwachsenenmitcannabisprodukten(baumgärtner2006).immittelpunkt der 2007 durchgeführten Befragungen (Baumgärtner 2008a) standendas Ausmaß und die Hintergründe des exzessiven Alkoholkonsums der Heranwachsenden in der Hansestadt, währenddiein2009realisierteschülerundlehrerbefragungdenjugendlichenumgangmit GlücksundComputerspielangebotenzumGegenstandhatte(Baumgärtner2010).Ungeach tetderunterschiedlichenschwerpunktsetzungenindenbefragungsdurchläufenenthieltder jeweilseingesetzteerhebungsbogenstetseineneinheitlichenitemblockzurerfassungbasa ler Prävalenzdaten zu allen relevanten Substanzen, so dass die wiederholte Durchführung derbefragungenunddieanalysederdatennichtnuraufschlussüberdiejeweilsaktuelle VerbreitungdesKonsumsvonRauschmittelngeben,sondernauchgesicherteAussagenüber eingetreteneveränderungenindiesembereichermöglichen. Das Konzept der Schüler und Lehrerbefragungen zum Umgang mit Suchtmitteln verfolgte mitdereinbeziehungderlehrerperspektivevonanfangandasziel,diequalitätderwahr nehmungvonartundausmaßjugendlichensubstanzkonsumsdurchdielehrerschaftzuer mitteln.derabgleichihrer(subjektiven)beurteilungderproblemlagemitdentatsächlichen Prävalenzentwicklungen im Bereich des jugendlichen Umgangs mit Suchtmitteln soll nicht nurdabeihelfen,denmöglichenbedarfzursensibilisierungundqualifizierungvonlehrerin nenimthemenfeldsuchtpräventionabzuschätzen;eingroßteilderunterdenpädagoginnen erhobeneninformationensollteauchhinweisedaraufliefern,obundwiesichjenseitsder reinepidemiologischenerkenntnislageaussichtderlehrerinnendaskonsumverhaltender SchülerInnenaufderen(schulischen)Alltagauswirkt. AufgrunddersehrunterschiedlichstarkausgeprägtenBereitschaftderLehrerInnenzurTeil nahmeandenbefragungenkonntendieerhobenendatenallerdingskaumalsrepräsentativ angesehenwerden.beidenandeneinzelnenschulstandortenerzieltenrücklaufquoten,die von2%bis35%reichten,ließensichkeinesystematischenmusteraußerjenemerkennen, dassmitzunehmendergrößedesjeweiligenlehrerinnenkollegiumsderanteilausgefüllter Fragebögensank.EinmöglicherGrundhierfürmaginderTendenzzur Verantwortungsdele gation liegen,derzufolgediebedeutungdereigenenbeteiligungumsogeringereingeschätzt wird,jehöhermandiezahlderanderenbefragtenveranschlagt,diesich zumindestmut maßlich und theoretisch an der Befragung beteiligen werden. Angesichts dieser erheb lichen Einschränkungen bezüglich der Datenqualität wurde in der Vergangenheit auf aus 16

17 führliche Analysen und entsprechende Interpretationen der LehrerInnenbefragungen ver zichtet. DasDesignunddiemethodischeVorgehensweisedesvomBMGfinanziertenProjektsorien tiertensichimwesentlichenamvorbilddieserhamburgerschulbusstudie,derengrund legendenmethodischeneckdatensichnochmalswiefolgtzusammenfassenlassen: Zielgruppen: Befragungsmethode: Befragungssetting: Befragungsdauer: Befragungsinhalte: a)schülerinnen und Schüler ab der 8. Jahrgangsstufe an allge meinbildendenundberuflichenschulen b)lehrerinnenundlehrerandenbeteiligtenschulen,dieinden Klassenabder8.Jahrgangsstufeunterrichten quantitativepaperandpencil(2004bis2009)bzw.tabletpcge stützte(in2012)erhebungenmithilfeeineshochstandardisierten Fragebogens durchstudentischetandems jeweilsbestehendauseinermänn lichen und einer weiblichen Person betreute Befragungsdurch führungimklassenverband max.40minuten Suchtmittelkonsumverbreitung, Computerspiel und Internetnut zungsverhaltensowieglücksspielerfahrungenderbefragten 17

18 4. Projektdurchführung 4.1. Umstellung des in der Hamburger SCHULBUSStudie eingesetzten SchülerFrage bogensvompapieraufeincomputergestützteserhebungsverfahren BevormitderErstellungeinerelektronischenFassungdesFragebogensbegonnenwerden konnte, musste zunächst eine Festlegung der zu erhebenden Daten erfolgen. Wie bei der Konzeption von schriftlichen Befragungen generell bestand auch im vorliegenden Fall die Herausforderung darin, eine ausgewogene Balance zwischen der größtmöglichen Informa tionsausbeuteaufdereinenseiteundderzumutbarenlängedesfragebogensaufderande renseitezugewährleisten.nebender natürlichen GrenzederAnforderungenandieKon zentrationsfähigkeitderbefragtenwarenauchdurchdasorganisatorischesettingderanste hendenerhebungengrenzengesetzt,dennderbefragungsdurchlaufimklassenverbandan denschulensolltekeinesfallsmehralseineunterrichtsstundeinanspruchnehmen. Erfolgten wieimvorangegangenenabschnitt3beschrieben diebislangdurchgeführten SCHULBUSErhebungeninHamburgjeweilsunterverschiedenenSchwerpunktsetzungen,so ging es im Rahmen des vorliegenden Projektes darum, den zukünftig verwendeten Frage bogen inhaltlich so auszugestalten, dass mit ihm sowohl die basalen Erfahrungen der Ju gendlichenimumgangmitverschiedenensuchtmittelnalsauchihrenutzungsgewohnheiten derangebotedesinternets,derpcspieleunddesglücksspielsumgeldermitteltwerden können. Da zumindest für die Bereiche der Internet und PCSpielenutzung inzwischen MessinstrumentezurErfassungdesproblematischenUmgangsmitdiesenMedienvorliegen (vgl.rumpfetal.2011;rehbein&borchers2009),wurdendieentsprechendenitembatte rieninihrerzuletztveröffentlichtenfassungindenfragebogeneingearbeitet. ErgänzendzudenKernfragenbezüglichdersubstanzgebundenenundsucbstanzungebunde nenformensuchtgefährdendenverhaltensderjugendlichenwurdenverschiedenefragen zu ihren Freizeitaktivitäten, zu ihrer Zufriedenheit mit unterschiedlichen Lebensbereichen sowiezuihrerfamiliärenundschulischensituationerarbeitetundebenfallsmitindenerhe bungsbogenaufgenommen(vgl.anhang). AufderBasisdieservorläufigenFassungdesFragebogenswurdeimFrühjahr2012ineinem nächstenarbeitsschritteinandroidbasiertesprogrammgeschrieben,dasdiedurchführung derzukünftigenerhebungenuntereinsatzvontabletpc simklassenverbandermöglichte. 18

19 4.2. Überführung des in der Hamburger SCHULBUSStudie eingesetzten LehrerFrage bogensvonderpaperandpencilaufeinepcversion DerebenfallsinfrüherenSCHULBUSUntersuchungeneingesetzteLehrerfragebogenwurde inhaltlichunverändert,allerdings andersalsderschülerfragebogen nichtinformeiner Netzwerklösung,sondernvonvornhereinalsTabletPCEinzelplatzversionrealisiert.Hierfür waren zweigründe ausschlaggebend: Zum einen wurdemit diesem Vorgehen den in ver schiedenen Vorgesprächen ermittelten generellen Vorbehalten der eher als Digital Immi grants geltendenlehrkräftegegenübereinerformderdatenerfassungrechnunggetragen, imrahmendererpersönlichedatenmittelseineswieauchimmergeartetennetzeswerkes übertragenwerden. Hier bestand die zwar unbegründete, gleichwohl aber sich hartnäckig haltendebefürchtung,dassderdatenschutznichthinreichendgewährleistetwerdenkönne. DerandereGrundzugunsteneinerEinzelplatzlösungdeselektronischenLehrerfragebogens lagdarin,dassdielehrkräftedenfragebogenauchaußerhalbderzeiteneinerbestehenden Netzwerkverbindungausfüllenkönnensollten ÜberprüfungdermethodischenQualitätundanwenderorientiertenPraktikabilitätdes eingesetztentabletpcerhebungsinstrumentes Um das entwickelte TabletPC gestützte Erhebungsinstrument zunächst testen und später dannauchfürentsprechendebefragungeninderregionbereitstellenzukönnen,wardie Ausstattung mit einer geeigneten ITInfrastruktur notwendig. Aus den Projektmitteln wur dendaherzweiklassensetsmitje30tabletpc s,einemnotebook,einemwlanrouterund einemtransporttrolleyangeschafft(vgl.hierzuauchabschnitt5.3). OrganisatorischtechnischerAblaufderBefragungsdurchführung NachTerminabsprachemitdenamProjektbeteiligtenSchulenundFestlegungderdortzu befragendenklassenreistenzuvorgeschultestudentischehilfskräftezumjeweiligenschul standortan.diezurreibungslosendurchführungdererhebungenvorortbenötigtetechni scheinfrastrukturhattendiestudentischenbefragungsteamsimgepäck. BeiderkonkretenBefragungderSchülerInnenimKlassenverbandwurdejedem/jedervon ihneneintabletpcausgehändigt.dieüberdenwlanroutermitdemzentralennotebook verbundenen Geräte waren so programmiert, dass sie zu keinem anderen Zweck als der DurchführungderBefragungselbstverwendetwerdenkonnten,d.h.,dasssieausschließlich indereigenschaftalseingabeterminalfungiertenundfunktionierten.dievondenschülerin nengemachtenangabenwurdenüberdieaufgebautelokalewlanverbindungaufdiesem 19

20 NotebookgesammeltundstandendamitnachAbschlussderBefragungunmittelbarfürdie statistischenanalysenzurverfügung. Parallel zur Schülerbefragung wurden dem Lehrkräftekollegium an der jeweiligen Schule zweitabletpc sfürdiedauervonmindestenseinemtagzurverfügunggestellt.diesewa renimlehrerzimmerdeponiert,sodassjedelehrkraftanderschulezugriffaufdiegeräte hatte,umdenfragebogenofflinezubearbeiten.auchhiersorgtedieprogrammiertesoft warezumeinendafür,dassdietabletszukeinemanderenzweckalsderbefragungverwen detwerdenkonntenundzumanderendafür,dassauchderungeübteanwenderdirektzur EingabemaskedesFragebogensnavigiertwurde PreTestdesFragebogens Am fandanderErnstReinstorfSchuleinMarschacht(Niedersachsen)derPre Teststatt.DabeigingesumdieÜberprüfungderFrage,inwieweitderTabletPCgestützte FragebogenhinsichtlichseinesUmfangsundseinerVerständlichkeitinSchulklassenabder8. Jahrgangsstufe erfolgreich eingesetzt werdenkann. Darüber hinaus sollte geprüft werden, obdieverwendetetechnischeinfrastruktursowiegeplantihrefunktionerfüllt.beidiesem Testzeigtesich,dasseswederinhaltlichnochimtechnischorganisatorischenAblaufzunen nenswertenproblemenkam.lediglichmitblickaufdenumfangdesfragebogensergabsich dienotwendigkeit,dieseninseinerendgültigenversionetwaszukürzen.inabsprachemit denlehrkräftenvorortundaufderbasisdererkenntnissederbisherigenschulbusunter suchungeninhamburgerschienesvertretbar,aufdieursprünglichvorgeseheneerfassung dermotivezumsubstanzkonsumderjugendlichenzuverzichten,dadiesebereitsinfrühe renstudienbzw.auchinanderenepidemiologischenuntersuchungenhinlänglicherhoben wurden.dagegenerschienesallenbeteiligteneherinteressant,andenitemszurermittlung der Verzichtsmotive für den Umgang mit psychoaktiven Substanzen festzuhalten, weil die entsprechenden Ergebnisse gegebenenfalls Hinweise auf geeignete Strategien zur Verstär kungdieserhaltunggebenkönnen. AufeineentsprechendeEvaluationdesLehrerfragebogenskonnteverzichtetwerden,dasich seine Qualität bereits in den Hamburger SCHULBUSUntersuchungen der Vorjahre hinrei chendbewährthat. 20

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