Der Deutsche Computerpionier Konrad Zuse gilt in Deutschland als Erfinder des Computers Mit seiner Entwicklung der Z3 im Jahre 1941 baute

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1 Kurze(!) Vorstellung: 64 Jahre, Dipl. Mathematiker, Gründer GFN AG 1997 in Heidelberg. Zum Vortrag: Wenn die Ursachen des Fachkräftemangels in Deutschland im Bereich IT genannt werden, wird gern übersehen, dass das rasante Wachstum der IT-Branche in der Vergangenheit ursächlich für den kommenden Verlust von Fachkräften ist. Gary Kildall, Gründer von Digital Research, ist sogar vielleicht mitverantwortlich für die kommende Krise, die zu bewältigen es gewaltiger Anstrengungen bedarf. Nachfolgend zeige ich anhand eines kurzen Abrisses die Entwicklung der IT seit Konrad Zuse auf, zeige, wie sich mit der Größe von Computern auch die Preise für diese und die zugehörige Software gewandelt haben. Dann werde ich auf den Übergang von proprietären Systemen zu offenen und halboffenen Systemen zu sprechen kommen sowie auf den damit zusammenhängenden Zuwachs der IT-Fachkräfte und komme schließlich damit zu einer IT-spezifischen Ursache des Fachkräftemangels. Zum Schluss einige mögliche Lösungen und diverse Scheinlösungen. 1

2 Der Deutsche Computerpionier Konrad Zuse gilt in Deutschland als Erfinder des Computers Mit seiner Entwicklung der Z3 im Jahre 1941 baute Zuse den ersten funktionstüchtigen vollautomatischen, programmgesteuerten Computer. 2

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4 Wie viel kostete die UNIVAC 9400-Anlage? Es ist unglaublich, wie teuer Computer vor ca. 40 Jahren waren. Wir stellen hier die Preise (in DM, für Euro-Preise ist der Wert jeweils durch 2 zu teilen) unserer Anlage zusammen, die aus der UNIVAC-Preisliste aus den Jahren entnommen wurden. Um sich ein noch besseres Bild vom Wert solcher Anlagen machen zu können, geben wir auch die Preise als Vielfaches von VW- Kraftfahrzeugen an. Für einen VW-Käfer (durchschnittliches KFZ im Jahre 1968) musste man damals ca. 6000,- DM bezahlen (gehobene Ausführung). Typ Bezeichnung Preis inkl. 11% MwSt. in DM Zahl der äquivalenten VW (Stück) 3019 Zentraleinheit (Prozessor inkl. Konsole) , Magnetdrahtspeicher 24 KB (minimal) , Magnetdrahtspeicher 131 KB (maximal) , Lochkartenleser , Schnelldrucker , Platten-Controller (Steuereinheit) , Wechselplatteneinheit mit 6 Stationen , Band-Controller (Steuereinheit) , UNISERVO 12 (Master) , UNISERVO 12 (Slave) , UNISERVO ,- 26 UNISCOPE 100 (Bildschirmgerät) ,- 2 Plattenstapel (50 MB), 1 Stück 2.950,- 0,5 Summe (mit 10 Plattenstapel) ca ,- DM, durch 6000 DM teilen, ergibt 470 VW Stück! Diese enormen Preise lassen sich nur durch die sehr hohen Entwicklungskosten und die kleinen Stückzahlen erklären. Nebenstehende Grafik zeigt den paradoxen Wertvergleich. Würde man die 470 Autos hintereinander stellen, so wäre die Länge dieser Neuwagenkette ca. 2,3 km!! Computerfirmen haben damals wirklich richtig gut verdient und konnten daher schnell expandieren. Auffällig hoch sind die Kosten für den Arbeitsspeicher. Die Preise hierfür sind jedoch mit der Entwicklung der Halbleiterspeicher Anfang der 70er-Jahre schnell gefallen. Firmen, die einen Wartungsvertrag mit UNIVAC abgeschlossen hatten, mussten dafür monatlich ca ,-DM bezahlen. Daher war es preiswerter, eigene Ingenieure und Techniker hierfür einzustellen. Man konnte die Anlage von UNIVAC auch mieten, was in der frühen EDV-Zeit sogar üblich war. Für die oben aufgeführte Anlage hätte man mit maximal ausgebautem Arbeitsspeicher monatlich stolze ,-DM bezahlen müssen. Deshalb wurden Rechenzeiten intern sekundengenau abgerechnet. Der Kauf (oder die Miete) eines solchen Rechners kam daher nur für große Unternehmen in Betracht. 4

5 Downsizing Häufig (falsch) gebrauchtes Schlagwort in der DV-Branche. Es müssen drei Aspekte berücksichtigt werden: Der Hardware-Aspekt des Downsizing bezieht sich auf die Abkehr von großen Computersystemen hin zu kleineren (und weniger kostspieligen) Systemen. Der logische Aspekt betrifft Änderungen im Unternehmen, die für eine erfolgreiche Durchführung dieses Prozesses erforderlich sind. Der Anwendungsaspekt umfasst die Software-Maßnahmen, die erforderlich sind, damit Aspekt 1) und 2) erfüllt werden (Portabilität). Was wir inden letzten 50 Jahren beobachten, ist genau diese Downsizing-Bewegung in der IT. Bedeutsam deshalb, weil dadurch schließlich auch der Mittelstand in Deutschland in die Lage versetzt wurde, eigene DV-Abteilungen aufzubauen. Was zu einem enormen Bedarf an Personal in der IT führte. Doch schauen wir 40 Jahre zurück. 5

6 Es braucht Genies um etwas in Fahrt zu bringen und Geschäftstüchtige,die Ziele erreichen. Wer hat den Namen Gary Kildall schon einmal gehört? 6

7 Zu den IT-Pionieren gehört Gary Kildall, Gründer von Digital Research und Entwickler von CP/M (Control Program for Microprocessors) seit lief CP/M auf Rechnern in 300 verschiedenen Konfigurationen (Commodore, Atari, etc.). Microsoft hatte eine "Softcard" für den Apple entwickelt, auf der CP/M lief um auf Apple das MS-Basic nutzen zu können hat IBM dann nach einem Betriebssystem für seinen neuen PC gesucht. Warum Kildall nicht zum Zuge kam ist nicht eindeutig geklärt. Ein Gerücht besagt, dass die IBM-Vertreter Gary Kildall nicht antrafen, als sie ihm das Angebot zur Lieferung des Betriebssystems unterbreiten wollten. Dem Gerücht nach soll Kildall es vorgezogen haben, zum Segelfliegen zu gehen. Eine andere Version sagt, dass Gary Kildall geschäftliche Angelegenheiten eigentlich seiner Frau Dorothy überließ, und diese sei nicht dazu bereit gewesen, eine Verschwiegenheitserklärung zu unterzeichnen, wie es die IBM-Vertreter von ihr gefordert hatten. 7

8 Auf jeden Fall witterte Bill Gates, der wegen seines Basic-Interpreters zugegen war, die Möglichkeit hier noch mehr zu verdienen. Paul Allen wusste, das die kleine Firma SCP (Seattle Computer Products) mit dem Programmierer Tim Paterson einen einfachen CP/M-Klone hatte, namens Q-DOS (Quick and Dirty Operation System). Bill Gates signierte den Kontrakt mit IBM über USD zur Lieferung des Betriebssystems PC-DOS und kaufte zwei Tage später die hoch verschuldete SCP und damit die Rechte an Q-DOS für USD. Tim Paterson wurde als Programmierer eingestellt. Bill Gates nannte das hinzugekaufte Produkt MS-DOS. Als IBM später erfuhr, dass Ihnen Microsoft einen Klon von CP/M 86 verkauft hatte, zahlten Sie Gary Kildall USD nur dafür, dass er sie nicht verklagte verkaufte Kildall Digital Research für 120 Millionen USD an Novell und engagierte sich für AIDS-infizierte Kinder und Jugendliche. Er starb am 11. Juli 1994 im Alter von 52 Jahren an den inneren Blutungen seiner Kopfverletzungen, die er sich am 8. Juli 1994 bei einer Kneipenschlägerei in einer Motorradrocker- Bar (Franklin Street Bar and Grill) in Monterey, Kalifornien, zugezogen hatte. 8

9 Man könnte zusammenfassend sagen: Steven Jobs (links) 24. Februar 1955, und Bill Gates (rechts im Bild) haben jeder auf seine Weise dazu beigetragen, dass Computersysteme erschwinglich wurden, weil sie, zusammen mit Gary Kildall und anderen, wie Steve Wozniak oder Paul Allen und vielen anderen mehr, den Weg geebnet haben: weg von einer proprietären Computerwelt, hin zu einer nicht mehr proprietären. In der IT-Welt vor 1974 dauerten IT-Schulungen für betroffene Mitarbeiter manchmal wochenlang. Anbieter von Hardware waren auch die Anbieter von Schulungen. Diese selbst kosteten enorme Summen je Mitarbeiter. In der heutigen, nicht proprietären IT-Welt, sind nicht nur Hard- und Software, sondern auch dazugehörige Schulungen in der Regel kurz und preisgünstig. 9

10 Downsizing am Beispiel vernetzter PCs. Das Client-Server-Modell (auch Client-Server-Konzept, -Architektur, -Systemoder -Prinzipgenannt) beschreibt eine Möglichkeit, Aufgaben und Dienstleistungen innerhalb eines Netzwerkes zu verteilen. Die Aufgaben werden von Programmen erledigt, die in Clientsund Server unterteilt werden. Der Client kann auf Wunsch einen Dienst vom Server anfordern (z.b. ein Betriebsmittel). Der Server, der sich auf dem gleichen oder einem beliebigen anderen Rechner im Netzwerk befindet, beantwortet die Anforderung (d. h. er stellt im Beispiel das Betriebsmittel bereit). Links: Peer to Peer -Netzwerk; Rechts: ein Server und mehrere Clients. Application-Server Ein Applications-Server stellt Anwendungenzentral bereit. Ein Client startet somit das gewünschte Programm nicht von der lokalen Festplattesondern von diesem Server aus. Ein Vorteil eines solchen Servers ist z. B. das Einspielen von Programm-Updates, diese Aktualisierungen müssen nur auf dem Server eingespielt werden, welche dieser dann an die Clients verteilt. Häufig ist noch ein kleiner lokaler Installationsteil notwendig, bevor ein Programm zum Einsatz am Client kommen kann. Werden Programme direkt auf dem Server ausgeführt, spricht man von einem Terminal-Server. CD-ROM-Server Ein Rechner, der mit optischen Laufwerken (wie beispielsweise CD-ROM-Laufwerken) ausgestattet ist; dieser Rechner stellt dann die Inhalte der optischen Datenspeicherallen am Netzangeschlossenen Rechner und Benutzer zur Verfügung. Datenbank-Server Dieser Server arbeitet mit einem geeigneten Datenbankmanagementsystem(kurz DBMS), mit dem er große Datenbestände zentral zur Verfügung stellen kann, sodass mehrere Clients gleichzeitig mit diesen Daten arbeiten können. File-Server Ein Server zum Speichern aller Daten, die von Benutzern erstellt wurden. Der Rechner, auf dem der File-Server läuft, ist meistens mit einer oder mehreren schnellen und großen Festplatten ausgestattet. Mail-Server Ein Server, auf dem für jeden Benutzer ein Postfach angelegt wird, sodass mit Hilfe dieses Servers über (elektronische) Briefe (oder s) kommuniziert werden kann. Print-Server Dieser Server stellt zentral Druckerzur Verfügung und koordiniert eingehende Druckaufträge. Der Rechner, auf dem dieser Server läuft, ist meistens mit mehreren Anschlussstellen für mehrere Drucker ausgerüstet. Proxy-Server Dieser Server bietet für alle Benutzer einen zentralen Zugang zum Internet an und verwaltet diesen. 10

11 Downsizing, aktuelles Beispiel: Wer weiß, was das hier ist. Ich meine nicht den GFN Kugelschreiber mit Parkermine. Es ist: Der "Raspberry Pi", ein Kreditkartengroßer Einplatinencomputer, der von der britischen "Raspberry Pi Foundation" entwickelt wurde. Die "Raspberry Pi Foundation" ist eine Stiftung und in Großbritannien als Wohltätigkeitsorganisation eingetragen. Sie hat sich zum Ziel gesetzt, das Studium der Informatik und verwandter Themen zu fördern, besonders an Schulen. Seit 2012 ist der "Raspberry Pi" auf dem Markt und seitdem mehr als 4 Mio. mal verkauft worden. Der im Vergleich zu üblichen Personal Computern sehr einfach aufgebaute und mit 29,-preisgünstige Rechner wurde von der Stiftung mit dem Ziel entwickelt, jungen Menschen den Erwerb von Programmier-und Hardwarekenntnissen zu erleichtern. Die Platine enthält ein Ein-Chip-System von Broadcom mit einem 700-MHz-ARM11-Prozessor und HDMI- Schnittstelle. Größe: Kreditkartengroß 85,6 x 56 x 21 mm SoC: Broadcom BCM2835 CPU: ARM1176JFZ-S (700MHz) GPU: Broadcom VideoCore IV SDRAM: 512 MB USB: 2x USB 2.0 Video out: HDMI, Composite Video/FABS Ton out: 3,5mm Klinke (analog), HDMI (digital) Als Betriebssystem können u. a. angepasste Linuxdistributionen, Android oder RISC OS installiert werden. Eine Festplattenschnittstelle ist nicht vorhanden, stattdessen können SD-Speicherkarten als Bootmedium benutzt werden. Aktuell existiert ein großes Zubehör-und Softwareangebot für verschiedenste Anwendungsbereiche. Verbreitet ist die Anwendung als Mediacenter, da der Rechner Videodateien in voller HD-Auflösung (1080p) dekodieren und über HDMI ausgeben kann. 11

12 Zurück in der Zeit: 1978: Absolventen von EDV-Ausbildungen in Deutschland. Viel zu wenige, weshalb noch heute etwa 75% der in der IT-Beschäftigten als berufliche Seiteneinsteiger gelten. 12

13 Weitere Entwicklung Professor Dr. Werner Dostal vom IAB schrieb das Obenstehende 1980 Damals gehörten bereits 75% der DV-Anwender zur Gruppe der Kleinbetriebe und kleinen Mittelbetriebe mit etwa Beschäftigten. Knapp die Hälfte dieser kleinen Betriebe kamen aus dem verarbeitenden Gewerbe. Es kann angenommen werden, dass diese Kleinbetriebe und kleinen Mittelbetriebe bis dahin kaum DV-Fachkräfte beschäftigt hatten. Der Einsatz der Rechner in diesen Betrieben konnte deshalb nicht von vorhandenen DV- Fachkräften abgewickelt werden, er musste entweder von den Lieferanten der Hardware oder von Software-Häusern und -Beratern geleistet werden. Dann trat eine Entwicklung ein, die ich selbst hautnah miterlebt habe. Aufgrund des hohen Fachkräftebedarfs des Mittelstands und des gleichzeitig geringen Angebotes an IT-Fachkräften (Berufsbild DV-Kaufmann von 1969, sonst nix), sprangen die Deutschen Arbeitsämter ein und qualifizierten ab etwa 1978 in steigendem Maße arbeitslose Studienabgänger, insbesondere Lehrer, Chemiker und andere Naturwissenschaftler ohne Chancen, in ihrem eigentlichen Beruf zu arbeiten, zu - Organisationsprogrammierern und anderen Fantasieberufen und später in den 80igern zu - Netzwerkspezialisten oder auch PC-Fachkräften usw. 13

14 Man sieht sehr gut, wie sich diese Entwicklungen auf den Berufseinstiegdieser neuen Informatiker auswirkte. Ein stetiges Wachstum der IT-Fachkräfte in Deutschland oder auch in der benachbarten Schweiz war die Folge. Wachstumsrate: jährlich über 20% zum jeweiligen Vorjahr. Die Folie oben zeigt die Entwicklung auf dem Schweizer Arbeitsmarkt. In Deutschland verlief die Kurve analog, jedoch habe ich selbst keine geeignete Folie in der Literatur gefunden, auch Arbeitsagenturen konnten nicht weiterhelfen, da die von mir befragten Personen ihre Aufzeichnungen von damals nicht archiviert hatten! 14

15 Der Altersdurchschnitt der solcherart durch die Arbeitsämter Fortgebildeten IT- Quereinsteiger lag bei etwa 28 Jahren. Sie waren in der Regel zwischen 24 und 32 Jahre alt. Schauenwir mal 30 Jahre weiter, schauen wir in die Neuzeit. 15

16 Die damals 24-bis 32-jährigen Seiteneinsteiger sind in die Jahre gekommen und auf die Unternehmen rollt eine Welle von immerälteren Mitarbeitern zu. Die damals 32-jährigen stehen kurz vor ihrer Pensionierung und die anderen folgen in jährlich größer werdendem Volumen. Die damalige Sonderkonjunktur (Werner Dostal, 1980) in Sachen Berufseinstieg in die IT-Berufswelt dreht sich gerade um und die Auswirkungen spüren wir als Fachkräftemangel in der IT. Und anders als z. B. bei den Ingenieuren kommt der Mangel nicht stetig stärker daher, sondern quasi sprunghaft. 16

17 Aus: Werner Dostal.Die Informatisierung der Arbeitswelt -Multimedia, offene Arbeitsformen und Telearbeit Man kann in dieser Folie den Zuwachs an Arbeitskräften in der IT-Branche deutlich sehen besonders den Anstieg von 1970 bis hin zum Jahr

18 Dieses Bild kennen Sie und 18

19 so wie hier dunkel eingezeichnet, wird es weitergehen, wenn wir nichts dagegen tun. Welche Möglichkeiten etwas gegen diesen rapiden Mangel an IT-Fachkräften gibt es? 19

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