Der starke. Strategien & Lösungen

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1 november 2013 Auch als APP für Smartphones & Tablets Der starke Mittelstand Strategien & Lösungen Finanzen Wachstum & Optimierung Seite 12 mobilität Flotten & Flüge Seite 17 2.Edition IT-Infrastruktur Cloud & Mobile Seite 22»Der starke Mittelstand«ist eine unabhängige Publikation des in pact media Verlags und liegt der Gesamtauflage der Capital bei.

2 Liquidität sichern durch 120 Tage Zahlungsziel. Finetrading Waren clever finanzieren Seit 2003 bieten wir mit Finetrading eines der innovativsten Finanzierungswerkzeuge am deutschen Markt an. Maßstab für unseren Erfolg sind unsere Kunden: bereits über Unternehmen setzen unsere Finetrading-Lösungen zur Waren- und Lagerfinanzierung ein. WCF ist nicht nur Erfinder, sondern auch stetiger Weiterentwickler von Finetrading. Waren clever finanzieren mit Deutschlands erstem Finetrader. Infoline:

3 Impressum editorial Seite 3 in pact media GmbH Dircksenstraße 40 D Berlin T +49 (0) F +49 (0) E Liebe Leserin, lieber Leser, Chefredaktion Mirko Heinemann (V.i.S.d.P) Stellvertr. Chefredaktion Klaus Lüber Art Direction / Layout Denis Held PROJEKTLEITUNG / Anzeigenverkauf Jennifer An Autoren Marie Fink. Mirko Heinemann, Jürgen W. Heidtmann, Klaus Lüber, Imke Rosebrock, Anette Stein, Julia Thiem lektorat Abby Weinz IllustrationEN Julia Körtge Fotos (S.5, 28) Druck Mohn Media Mohndruck GmbH herausgeber Edi Karayusuf Geschäftsführung Edi Karayusuf Sara Habibi Isfahani wer hätte noch vor wenigen Jahren geglaubt, dass es Deutschland so gut gehen würde? Die Arbeitslosigkeit sinkt weiter, die Quote betrug im September 6,6 Prozent. Das ist zwar kein neuer Tiefstand, doch der positive Gesamttrend ist ungebrochen. Die Stütze für diese Entwicklung ist der Mittelstand, Deutschlands großes Pfund. Die große Mehrheit der deutschen Unternehmen sind in Familienhand. Sie sind organisch gewachsen und eng mit ihrem Umfeld verbunden. Verantwortung für die Mitarbeiter, Anbindung an lokale Strukturen und nachhaltiges Wirtschaften sind bei ihnen in der DNA verankert. Sie stellen fast zwei Drittel aller Arbeitsplätze. Umso wichtiger ist es, dass die Tradition dieser Unternehmenskultur nicht abreißt, sondern dass mittelständische Strukturen immer wieder neu entstehen. In diesem Zusammenhang ist der Bericht des IfM, wonach in Deutschland die Gründungstätigkeit nachlässt (Seite 26), keine gute Nachricht. Gegensteuern ist angezeigt. Dazu gehört die Stärkung des Einzelnen in der Ausbildung. Verbände fordern schon lange, dass die Gründungskultur stärker in den Schulen und Hochschulen Einzug halten soll. Natürlich ist Expertise wichtig: Schüler und Studenten sollen Inhalte lernen. Sie sollen aber auch lernen, wie man Eigeninitiative entwickelt und selbstbewusst seinen eigenen Standpunkt vertritt. Selbstverständlich ist und bleibt Gründergeist bis zu einem gewissen Punkt eine Charakterfrage: Eigenschaften wie unternehmerischer Mut lassen sich im Unterricht wohl kaum erlernen. Aber Lehrer können ihre Schüler durchaus ermutigen, eigene Wege zu gehen. Und sie darin bestärken, nicht aufzugeben. Auch und gerade, wenn es einmal nicht geklappt hat. Hinweis: Alle nicht mit dem Zusatz»Redaktion«gekennzeichneten Beiträge sind Auftragspublikationen und damit Anzeigen. Mirko heinemann Chefredakteur emagazine

4 Seite 4 Grußwort Den Wirtschaftsstandort Deutschland prägt der unternehmerische Mittelstand. Mit rund 3,6 Millionen kleinen und mittleren Betrieben bei nur etwa Großunternehmen gehören 99,6 Prozent aller umsatzsteuerpflichtigen Unternehmen zum Mittelstand. Ohne den Mittelstand geht nichts in unserem Land: Er beschäftigt verlässlich mehr als 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmer, bildet acht von zehn Lehrlingen aus, erwirtschaftet die Hälfte des Bruttosozialprodukts und tätigt 50 Prozent aller Bruttoinvestitionen. Und: er zahlt hierzulande Steuern. Innovativkraft und Flexibilität zeichnen den Mittelstand seit jeher aus. Diesen Eigenschaften ist es zu verdanken, dass unser Land gestärkt aus der Finanzkrise hervorgegangen ist. Sie sichern auch künftig die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Standortes Deutschland. Unternehmen des deutschen Mittelstands halten mit Patenten mit Abstand die meisten in ganz Europa. Mehr als Mittelständler aus Deutschland zählen mit ihren innovativen Produkten zu den Weltmarktführern. Die Klein- und Mittelbetriebe tragen 15 Prozent der Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung. Schon heute erwirtschaftet der Mittelstand ein Drittel seines Umsatzes im Ausland. Über 98 Prozent der rund deutschen Exporteure sind mittelständische Betriebe. Auch im Export fungiert der Mittelstand als Trendsetter. Mit innovativen Erzeugnissen erschließen sich die Unternehmen die Märkte von morgen. Unser Verband unterstützt sie durch 30 Auslandsbüros in den weltweiten Wachstumsregionen. Der Mittelstand hat seine Hausaufgaben gemacht. Trotz Krise konnten die Klein- und Mittelbetriebe ihre Eigenkapitalquote auf rund 20 Prozent nahezu verdoppeln. Die Unternehmer könnten noch mehr leisten, wenn man sie nur ließe. Deshalb muss die neue Bundesregierung investitionsfreundliche(re) Rahmenbedingungen schaffen. Dazu gehört, dass die Unternehmen bei Steuern und Abgaben entlastet und nicht zusätzlich belastet werden. Dazu gehört auch, dass Energie sicher und bezahlbar bleibt. Mario Ohoven Präsident Bundesverband mittelständische Wirtschaft (BVMW) und des europäischen Mittelstandsdachverbands (CEA-PME) inhalt Seite 5 Aktuelles Fokus: Mittelstand Seite 7 Erfolgsmodell Mittelstand Herausforderungen der Zukunft Seite 12 Ruhig schlafen Finanzplanung für Kmu Seite 14 Forum der Akteure Stiftung Familienunternehmen Deutscher Mittelstandsbund BITKOM Seite 17 Mittelstand auf Achse Mobilität und Sparen Seite 20 Grenzen überschreiten Sicher im Ausland Seite 22 Aufbruch ins Morgenland Cloud und Mobility Seite 26 Themen & Trends News für Mittelständler Seite 27 Impulse Strategieforum Seite 28 Hidden Champions Bildergalerie Seite 30 Kolumne Die geheime DNA Seite 30 KMU-Planer 2013 Messetermine

5 aktuelles Seite 5 Fokus: Mittelstand Nachhaltiges Wachstum Umbruch im Mittelstand Fachkräftemangel kostet Wachstum Jubelstimmung konnte das jüngste Mittelstandsbarometer nicht vermelden. Nach vier Anstiegen in Folge gibt es im September keine weitere Aufhellung. Aber etwas, das womöglich noch besser, weil noch nachhaltiger ist: Der Geschäftsklimaindex für kleine und mittlere Unternehmen, der in Zusammenarbeit von KfW Bankengruppe und dem Münchner ifo Institut jeden Monat entwickelt wird, deutet auf einen nachhaltigen Wachstumstrend. Unsere Erwartung einer vorankommenden Konjunkturerholung trübt diese leichte Stimmungskonsolidierung kaum, so die Autoren der Studie. Der moderate Aufwärtstrend sei weiterhin intakt. Zudem untermauern die Großunternehmen unsere Konjunkturhoffnungen. Denn im Unterschied zu den Mittelständlern habe sich das Geschäftsklima der großen Firmen im September weiter aufgehellt, vor allem, was die langfristigen Geschäftserwartungen betrifft. Auch die Beschäftigungserwartungen verzeichnen nach wie vor einen Aufwärtstrend. Rund ein Viertel der mittelständischen Unternehmen in Deutschland wird in den kommenden fünf Jahren in neue Hände übergehen. In den nächsten zehn Jahren betrifft das Thema Unternehmensnachfolge sogar über die Hälfte der Mittelständler. Über 90 Prozent geben als Grund an, dass die Eigner in den Ruhestand gingen. In einer repräsentativen Umfrage der GfK Enigma im Auftrag der DZ Bank wird ein Problem virulent: 40 Prozent der Befragten glauben, es sei ein Problem, einen Interessenten für ihr Unternehmen zu finden. Und sogar noch etwas mehr befürchten, dass der Nachfolgekandidat nicht ausreichend qualifiziert ist. Über die Hälfte der Mittelständler machen sich zudem Sorgen um ihre Belegschaft im Falle einer Unternehmensnachfolge. Besonders brisant ist dabei die Situation in der Agrarwirtschaft. Dort steht bei knapp 30 Prozent aller Unternehmen bereits in den kommenden drei Jahren eine Nachfolge an. Auch im Baugewerbe ist mit überdurchschnittlich vielen Unternehmensübergaben zu rechnen. Der Fachkräftemangel im Mittelstand verschärft sich. Viele Betriebe müssen aus diesem Grund sogar Aufträge ablehnen, erklärte Mario Ohoven, Präsident des Bundesverbandes mittelständische Wirtschaft, zum Arbeitsmarktgipfel der Bundeskanzlerin in Berlin. Das kostet Wachstum in Deutschland. So würden fast drei Viertel der Unternehmen nur schwer geeignete Fachkräfte finden. Sie setzten verstärkt auf unternehmensinterne Ausbildung sowie die Gewinnung von Frauen und älteren Arbeitnehmern. Die Politik sollte dies durch bessere steuerliche Rahmenbedingungen für die betriebliche Aus- und Weiterbildung unterstützen. Eine repräsentative Studie der Bitkom Research GmbH im Auftrag des Business-Netzwerks LinkedIn ergab, dass in der Folge immer mehr Unternehmen Fachkräfte im Ausland rekrutieren. Mehr als die Hälfte der Unternehmen, die sich aktuell mit der Rekrutierung ausländischer Experten beschäftigen, schauen nach Spanien, Portugal, Italien oder Griechenland.

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7 Er gilt als leistungsfähigster und verlässlichster Wirtschaftsmotor weltweit. Doch was macht den deutschen Mittelstand eigentlich so erfolgreich? Und welche Herausforderungen bringt die Zukunft? Seite 7

8 Seite 8 Klaus Lüber / Redaktion Die größte Turmuhr der Welt thront auf einem Einkaufszentrum im saudi-arabischen Mekka. Das Ziffernblatt misst 43 Meter im Durchschnitt, Stunden und Minutenzeiger sind an die 20 Meter lang, jedes Teil wiegt sieben Tonnen. Gebaut hat sie die Firma Perrot Turmuhren, ein kleines mittelständisches Familienunternehmen aus dem Nordschwarzwald. Mit-Inhaber Johannes Perrot erinnert sich noch gut an die anfängliche Skepsis der Bauherren. Die konnten sich einfach nicht vorstellen, dass wir das stemmen können. Um das Know-How seiner Firma unter Beweis zu stellen, steckte sich Perrot kurzerhand den 50 Zentimeter langen Stundenzeiger einer Turmuhr an den Finger, um die Herausforderungen an das Design großer Uhrwerke zu verdeutlichen. Ich wollte einfach zeigen, dass wir unser Fach beherrschen, dass wir über 150 Jahren Erfahrung verfügen, dass wir das Wesen solcher Maschinen im Kleinen wie im Großen vollkommen erfasst haben. Die Kunden waren begeistert. Der deutsche Mittelstand ist berühmt für Unternehmen wie Perrot. Hidden Champions werden die oft kleinen Familienunternehmen genannt, die es mit höchsten Qualitätsansprüchen zu einer Weltmarktführerschaft in ihrer Branche gebracht haben. Oft steht die langfristige Bewahrung und Verfeinerung von Know-How im Zentrum der Firmenstrategie. Nun handelt es sich beim Turmuhrenbau um einen denkbar kleinen Nischenmarkt mit wahrscheinlich nur begrenzter Aussagekraft. Die Unabhängigkeit und langfristige Planung, von der Johannes Perrot spricht, scheinen dagegen tatsächlich unternehmerische Charakteristika zu sein, die fast überall in der deutschen Wirtschaft anzutreffen sind. Und die im Kern das ausmachen, was wir unter Deutschem Mittelstand verstehen. Qualitative Merkmale nennt das Institut für Mittelstandsforschung Bonn (IfM) diese Eigenschaften in Abgrenzung zu rein statistischen Größen wie Mitarbeiterzahl oder Umsatz. Deutschland, so das IfM, sei eigentlich das einzige Land, in dem der Mittelstand eigentlich nicht nach Zahlen, sondern nach einer bestimmten Unternehmenskultur definiert wird. Mittelständler zu sein,»deutsche Mittelständler haben einfach die ideale Größe und Struktur, um langfristig und nachhaltig erfolgreich zu sein.«birgit Felden Professorin am Institut für Entrepreneurship, Mittelstand und Familienunternehmen der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht sagt auch DIHK-Präsident Eric Schweitzer, sei keine Frage der Größe, sondern der Geisteshaltung. Dahinter steht: Verlässlichkeit, Innovationskraft und Flexibilität. Hinzu kommt, so das IfM weiter, dass viele Unternehmen in Deutschland teilweise seit Generationen einer Familie gehören, die aktiv auch die Geschäfte unmittelbar verantwortet und das unternehmerische Risiko trägt. Diese so genannte Einheit von Eigentum und Leitung führt dazu, dass neben kleinen Unternehmen, wie Dienstleister, Freiberufler, Handwerker sowie Produzenten von Gütern hoher Qualität oder Spezialserien, auch die so genannten Großen Familienunternehmen, zum deutschen Mittelstand zählen. Auch Eric Schweitzer, Chef des Mitarbeiter starken Familienunternehmens Alba Group, zählt sich mit ganzem Herzen zum Mittelstand, wie er neulich in einem Interview mit der Welt betonte. Auch für Birgit Felden, Professorin am Institut für Entrepreneurship, Mittelstand und Familienunternehmen der Berliner Hochschule für Wirtschaft und Recht ist die Einheit von Eigentum und Leitung eines der herausstechendsten Merkmale des deutschen Mittelstandes, oder German Mittelstand, wie er im Ausland respektvoll genannt wird. Deutsche Mittelständler haben einfach die ideale Größe und Struktur, um

9 Seite 9 langfristig und nachhaltig erfolgreich zu sein. Und damit genau die strategischen Kompetenzen, die man bei budgetgetrieben Großkonzernen vermisst. Diese sind, was die absolute Menge an Unternehmen angeht, ohnehin in der krassen Minderheit. Im Grunde zählen so gut wie alle Unternehmen in Deutschland, nach Zahlen des Bundeswirtschaftsministeriums über 99 Prozent, zum German Mittelstand. Rückrat der deutschen Wirtschaft wird er zurecht oft genannt, eine weltweit geschätzte Quelle von Innovation und Know-How. Ein Motor für Beschäftigung und Produktivität. Und, vor allem: ein Garant für Stabilität auch in ökonomisch schwierigen Zeiten. Die Tatsache, das Deutschland weit weniger hart von der Finanzkrise getroffen wurde als andere Länder, hat es besonders seinem German Mittelstand zu verdanken. Im Ausland staunt man über das deutsche Erfolgsmodell. Die Wirtschaft wächst und steht robust da. Die Beschäftigung ist auf Rekordniveau, die Arbeitslosigkeit gering, der Haushalt fast im Plus, die Steuertöpfe quellen über. Den meisten Menschen geht es wirtschaftlich gut. Sie sind zufrieden mit dem ökonomischen Kurs der Politik, was sich auch im Ergebnis der aktuellen Bundestagswahl widerspiegelt. Doch läuft wirklich alles so gut, wie es von außen scheint? Ist der Wirtschaftsmotor Mittelstand auch in Zukunft ein Garant für Wohlstand in Deutschland? Birgit Felden meldet Zweifel an. Neben ihrer Lehrtätigkeit sitzt sie im Vorstand der tms Unternehmensberatung AG, einer Kölner Consulting-Firma, die sich auf die Belange des Mittelstandes spezialisiert hat. Ich habe in unserem Kundenkreis im Augenblick das Gefühl, dass niemand so recht an das Positive glaubt. Zwar seien die Zahlen aktuell sehr gut. Trotzdem beobachte man, so Felden, eine relativ geringe Investitionsneigung. Die Schuldenkrise im europäischen Ausland, die unsichere konjunkturelle Entwicklungen im internationalen Bereich, der drohende Fachkräftemangel all das lässt bei unseren Mittelständlern die Fragezeichen im Kopf aufleuchten. Zu einer ähnlichen Einschätzung kommt auch Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft Beitrag BEITEN BURKHARDT Rechtsanwaltsgesellschaft mbh Nachfolgeplanung für KMU Ein Wechsel in der Unternehmensführung ist gerade für den Mittelstand oftmals nicht unproblematisch. Warum eigentlich? Wir haben es ja in der Regel mit inhaber- und familiengeführten Unternehmen zu tun. Und hier sind die Nachfolgeregelungen immer relativ komplex. Neben der fachlichen Kompetenz des designierten Nachfolgers spielen auch gesellschaftsvertragliche Aspekte eine entscheidende Rolle, oder zum Beispiel Fragen des Erbrechts oder des Steuerrechts. Und nicht zuletzt sollte der Nachfolger auch von seiner Persönlichkeit her zum Unternehmen passen. Wie reagiert der Mittelstand auf diese Anforderungen? Mit einer zunehmenden Professionalisierung. Die Kandidaten, auch gerade wenn sie aus der eigenen Familie kommen, werden immer genauer unter die Lupe genommen. Das mag unter anderem damit zusammenhängen, dass das Modell des Alleineigentümers an der Spitze eines Unternehmens zusehends der Vergangenheit angehört. Heute haben in der Regel mehrere Gesellschafter Entscheidungsgewalt darüber, wer am besten für eine Nachfolge geeignet ist. Wie groß ist die Gefahr, durch einen externen Nachfolger die Unabhängigkeit als Familienunternehmen aufzugeben? Ich würde einen externen Nachfolger nicht als Gefahr sehen. Letztendlich geht es ja immer darum, den bestmöglichen Kandidaten zu finden. Natürlich haben eigentümergeführte Unternehmen eine besondere Unternehmenskultur. Werte wie Verantwortung, Dauerhaftigkeit und Sorge um die Mitarbeiter spielen eine große Rolle. Dennoch sollte man den Status Familienunternehmen auch nicht überbewerten. Am Ende zählt der ökonomische Erfolg. Gerade wird viel über Steuererhöhungen diskutiert. Welche Bedeutung hat dieses Thema für den Bereich Unternehmensnachfolge? Eine sehr große. Die Frage nach der Besteuerung ist zentral für einen Generationswechsel. Neben der Höhe der Steuerbelastung spielen Planbarkeit und Rechtssicherheit in der steuerlichen Behandlung eine entscheidende Rolle. Was hat man von einer Unternehmensnachfolge, wenn das Finanzamt so drastisch zuschlägt, dass man die Firma verkaufen muss? Zwar sind die steuerlichen Rahmenbedingungen im Augenblick so gut wie noch nie zuvor. Doch es ist davon auszugehen, dass die kommende Bundesregierung die Beträge nach oben korrigieren wird. Man kann nur hoffen, dass dies moderat geschieht. Höhere Steuern bremsen die unternehmerische Initiative. Und die brauchen wir in Deutschland gerade dringend. Dr. Lucas van Randenborgh Partner, Düsseldorf

10 Seite 10 Köln (IW Köln). Beim Unternehmerforum der Welt-Gruppe Anfang September sprach er von einer gefährlichen Investitionsschwäche, die unter der Oberfläche des deutschen Erfolgs lauere seien die Investitionen um fast fünf Prozent zurückgegangen. Dieses Jahr werde am Ende des Jahres wohl ein Minus von drei Prozent stehen. Ist es Zukunftsangst, die den erfolgsverwöhnten deutschen Mittelstand lähmt? Und wenn ja, mit welchen Ängsten, mit welchen Herausforderungen haben es kleine und mittlere Firmen zu tun? Was dem Mittelstand sicher gerade besonders zu schaffen macht, ist der Druck einer zunehmenden Internationalisierung, so Birgit Felden. Die meisten Märkte sind verteilt, der weltweite Wettbewerb wird intensiver. Es wird immer wichtiger, nicht nur im technologischen, sondern auch im ökonomischen Bereich auf höchstem Niveau zu agieren. Wie hart dieser Wandel den Mittelstand treffen kann, zeigt die Insolvenz der fränkischen Traditionsfirma Loewe. Das ehemalige Vorzeigeunternehmen der deutschen Elektronikbranche hatte mit seinen Premium-Produkten zu lange auf Qualität und Design gesetzt, statt sich der hohen Innovationsgeschwindigkeit asiatischer Konzerne wirklich zu stellen. Strategische Entscheidungen haben zu einem Preis geführt, den der Markt nicht mehr akzeptiert hat, so kommentiert das Stuttgarter Designbüro Phoenix Design, seit 25 Jahren Loewe-Partner, die Firmenpleite. Es ist nun nicht so, dass diese Schwierigkeit erst seit kurzem bekannt wäre. Und viele Mittelständler, das bestätigt auch Birgit Felden, seien auf einem guten Weg, sich entsprechend zu professionalisieren. Doch hierzu benötige man entsprechend hochausgebildetes Personal. Und gerade hier lauert das nächste Problem. Eine der größten Barrieren für die Zukunft wird sein, geeignete Führungskräfte zu rekrutieren, so Brun-Hagen Hennerkes, Vorstand der Stiftung Familienunternehmen. Schon jetzt macht der Fachkräftemangel dem Mittelstand schwer zu schaffen. Laut einer aktuellen Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Ernst & Young glauben über die Hälfte der befragten Unternehmen, dass sie durch den Fachkräftemangel künftig Umsatzeinbußen zu verkraften haben. Dabei sind die Aussichten im Kampf um die Talente Beitrag BRAINFORCE gmbh Manager auf Zeit Martin Schneider CEO BRAINFORCE Gruppe Herr Schneider, wie passt das Thema Interimsmanagement zum Mittelstand? Manager auf Zeit sind in vielen Situationen die optimale Lösung für den Mittelstand. Anders als bei großen Konzernen gibt es im Mittelstand kaum Personalreserven. Wenn dann der Aufbau eines neuen Marktes ansteht oder der Weggang einer Führungskraft überbrückt werden muss, sind Interimsmanager die beste und effizienteste Lösung. Dennoch ist Interimsmanagement nach wie vor eine Nische. In den Niederlanden oder Großbritannien sind Interimsmanager bereits selbstverständlich. Im deutschsprachigen Raum ist man verhaltener. Familienunternehmen meistern Höhen und Tiefen aus eigener Kraft. Da wird externe Hilfe erst einmal skeptisch gesehen. Dennoch kommen mittlerweile etwa 80 Prozent unserer Mandate aus dem Mittelstand. Und unsere Kunden sind regelmäßig überrascht, wie groß Know-how-Transfer und Mehrwert eines externen Managers sind. Was macht einen guten Interimsmanager aus? Es sind besondere Charaktere. Sie schätzen die Herausforderung, können sich schnell in neuen Situationen einfinden und verfügen über Erfahrung, Branchenkenntnis und gute Kontakte. Dennoch ist es wichtig, hier die Spreu vom Weizen zu trennen. Viele Führungskräfte wollen das wachsende Interesse nutzen, haben aber keine Erfahrung im Interimsmanagement und suchen eigentlich eine Festanstellung. Wir gehen deshalb sehr selektiv vor. Nur 20 Prozent der Bewerber schaffen es in unseren Pool. Nachfolgeregelungen sind eine große Herausforderung für den Mittelstand. Kann Interimsmanagement hier eine Lösung sein? Eindeutig ja. Ein Interimsmanager kann zum Beispiel temporär die Führung übernehmen und parallel den Nachwuchs aufbauen. Denkbar wäre auch, dass sich ein Interimsmanager nach einer gewissen Zeit, während der sich die Familie von seinen Fähigkeiten überzeugen kann, an der Firma beteiligt und im Anschluss längerfristig die Verantwortung übernimmt. In jedem Fall kann ein Manager auf Zeit einen wichtigen Beitrag leisten, einen solchen Transformationsprozess in Gang zu bringen. BRAINForce (deutschland) GMBH Bavariaring 43, München, Telefon

11 Beitrag NRW.BANK Seite 11 gar nicht so schlecht. Familienunternehmen können einen klaren Vorteil ausspielen, so Hennerkes von der Stiftung Familienunternehmen. Anders als manche Großkonzerne gelten familiengeführte Unternehmen als verlässlich, glaubwürdig und berechenbar. Sie sind Sympathieträger. Eine Bedingung hierfür allerdings ist eine intakte Führungsstruktur. Und das für zu einer weiteren Schwierigkeit. In vielen Familienunternehmen steht ein Generationswechsel in der Geschäftsführung bevor. Und immer mehr Firmen werden sich, allein aufgrund des demografischen Wandels, für einen externen Geschäftsführer entscheiden müssen. Das Modell der familieninternen Nachfolge wird stärker auf dem Prüfstand stehen, so Birigt Felden. Plötzlich steht man vor der Situation, die eigenen Kinder wie Fremde beurteilen zu müssen. Bliebe, zuletzt, die Frage nach der Finanzierung. Aufgrund knapperer Ressourcen steht mittelständischen Unternehmen deutlich weniger Investitionskapital als größeren Firmen zur Verfügung. Traditionell wird dieser Engpass durch Eigenkapital oder Bankkredite überbrückt. Viele Mittelständler nutzen aber auch die Möglichkeit, durch die private Platzierung von Anleihen Gelder zu akquirieren. Seit kurzem werden diese Anleihen auch öffentlich an den Börsen gehandelt. Wer dagegen den direkten Einfluss von Investoren scheut, aber dennoch seinen finanziellen Handlungsrahmen vergrößern will, kann auch auf sogenanntes Mezzanin-Kapital zurückgreifen: eine Mischfinanzierung, die zwar auf Fremdkapital zurückgreift, dieses in der Bilanz aber als Eigenkapital verbuchen lässt. So verbessert man die Kreditoptionen, ohne dem Kapitalgeber Stimmrechte gewähren zu müssen. Auch die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen spielen hierbei natürlich eine Rolle. Besonders für die mittelständisch geprägte Maschinenbau-Industrie seien entsprechend günstige Rahmenbedingungen überlebenswichtig, werden industrienahe Verbände nicht müde zu betonen. Mit einem Industrieanteil von 22,3 Prozent der Bruttowertschöpfung steht Deutschland in internationalen Vergleich auf dem Spitzenplatz. Steuererhöhungen, so Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau Hermann Hesse gegenüber dem Online-Portal wirtschaftsforum.de, wären Gift für diese Entwicklung und damit auch Gift für die Entwicklung der Arbeitsplätze. Auch das kleine Maschinenbau-Unternehmen Perrot aus dem Schwarzwald hat vor kurzem investiert. In eine größere Werkshalle. Und in erneuerbare Energien. Wir heizen mittlerweile unser gesamtes Gebäude mit Geothermie. Teilweise nutzen wir die Erdwärme sogar in der Fertigung, so Johannes Perrot. Die aktuelle Diskussion um möglichen Steuererhöhungen beobachtet er mit Sorge. Für mich sind das Unwägbarkeiten, die mir ehrlich gesagt schwer zu schaffen machen. Neue EU-Gelder für den deutschen Mittelstand Die Mittelstandsförderung ist eines der Kernthemen der NRW.BANK. Damit das so bleibt, bietet sie den Unternehmen ein großes Spektrum an Förderprodukten an. Neu im Portfolio: Die Beteiligung am MDD. Der MDD, der Mezzanin-Dachfonds für Deutschland, beteiligt sich an privaten Mezzanin-Fonds, die sich auf die Finanzierung des Mittelstands in Deutschland spezialisiert haben. Ziel ist es, das Angebot an Mezzanin-Finanzierungen für bestehende mittelständische Unternehmen zu erweitern. NRW.BANK und LfA Förderbank Bayern investieren je 16,67 Millionen Euro, das Bundeswirtschaftsministerium (BMWi) 66,66 Millionen Euro. Der Europäische Investitionsfonds (EIF) verdoppelt das gemeinsame Investment der deutschen Co-Investoren. Damit gehen insgesamt 200 Millionen Euro an EU-, Bundes- und Landesmitteln in die deutsche Mittelstandsförderung. Als Hauptinvestor hat der EIF die Managementverantwortung für den MDD übernommen. Durch die Kooperation hat der MDD einen deutlichen Hebeleffekt. Für jeden von den deutschen Institutionen investierten Euro werden voraussichtlich mindestens zwei Euro nach Deutschland fließen.

12 Seite 12 Mirko Heinemann / Redaktion Als Start-up hat man es heute nicht leicht, an frisches Geld zu kommen. Das musste auch die junge Berliner Firma E-Tuktuk erfahren. Der Amerikaner Adam Rice betreibt gemeinsam mit seinem Partner Wolfgang Knoerr eine kleine Flotte von dreirädrigen Elektrotaxis, die in Asien TukTuks genannt werden. Hauptzielgruppe sind Touristen. Adam Rice und Wolfgang Knoerr wollen expandieren. Die dafür nötige Anschubfinanzierung eine Viertelmillion Euro warben sie kürzlich auf der Crowd-Investing-Plattform Seedmatch ein. Bei Crowd-Investing können Investoren sich bereits mit geringen Beträgen am Unternehmen beteiligen. Es eine gute Finanzierungsform, findet Wolfgang Knoerr, weil man sich nicht ins Unternehmen hineinreden lassen muss, aber trotzdem Investoren die Möglichkeit geben kann, sich aktiv am Gewinn zu beteiligen. Neben Start-ups klagen vor allem kleine Unternehmen häufiger über Finanzierungsschwierigkeiten. Laut DIHK sehen 18 Prozent der Unternehmen mit bis zu 20 Mitarbeitern Finanzierungsengpässe Ruhig schlafen... Für Gründer, Kleinunternehmer und Mittelständler ist die Finanzplanung ein schwieriges und oft schmerzliches Thema. als Risiko an. Gerade bei kleinvolumigen Krediten winken viele Banken ab. Für sie lohnen die Aufwendungen das Ergebnis nicht. Am Horizont dräuen nun mit Basel III auch die neuen Refinanzierungsregeln für Banken, die 2014 in Kraft treten sollen. Viele Unternehmer fürchten schärfere Prüfungsregeln für Kredite und damit eine erneute Kreditklemme. Je stärker sich die Banken zurückziehen, desto wichtiger werden private Investoren auch im Mittelstand. Der Bundesverband deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften BVK verzeichnete in den vergangenen Jahren vor allem im Fundraising, beim Einsammeln von Fondskapital, ein steigendes Interesse. Eine weitere Möglichkeit zur Finanzierung sind Mittelstandsanleihen, die jedoch hoch verzinst werden müssen. Für Investoren ist die hohe Verzinsung attraktiv, zumal Konzernanleihen oftmals nur ein bis zwei Prozent Rendite bringen. Dafür ist das Ausfallrisiko bei einem kleinen Unternehmen entsprechend höher. Durch die Insolvenz mehrerer Unternehmen, die Mittelstandanleihen ausgegeben haben, hat der Ruf dieser Finanzierungsform in der Öffentlichkeit gelitten. Eine sehr flexible Finanzierungsform ist die Mezzanine-Finanzierung: Laufzeit, Preis, Kündigungs- und Tilgungsmöglichkeiten sind variabel; es gibt nur wenige gesetzliche Vorgaben, was einen großen Spielraum eröffnet. Mezzanine-Geber sind oftmals Private Equity-Gesellschaften, Banken oder spezielle Fonds. Die Kapitalgeber haben keine Mitspracherechte, sondern agieren als stille Steilhaber. Für Mittelständler ist das Factoring eine gute Absicherung gegen Zahlungsverzögerungen oder -ausfälle. Seit 2009 unterliegen Factoring-Dienstleister einer eingeschränkten Kreditaufsicht durch die Finanzaufsicht BAFin. Der Forderungsverkauf an ein Factoring-Unternehmen kann grundsätzlich auf zwei Arten erfolgen: Entweder verpflichtet sich das Factoring-Unternehmen, alle Forderungen abzukaufen oder es werden nur bestimmte Forderungen ausgewählter Kunden abgetreten. Auch Leasing befindet sich im Aufwind. Nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen Bdl werden gut die Hälfte aller außenfinanzierten Investitionen und knapp ein Viertel der gesamtwirtschaftlichen Ausrüstungsinvestitionen über Leasing verwirklicht. Damit, so der Bdl, sei Leasing die Investitionsalternative Nr. 1 und in allen Zweigen der Wirtschaft, vor allem jedoch beim Mittelstand, weit verbreitet.

13 Beitrag BMW BANK Seite 13 Businessleasing maßgeschneidert für den Mittelstand Die BMW Bank bietet ein professionelles Management für den Fuhrpark, das speziell auf die Bedürfnisse des Mittelstandes zugeschnitten ist. Thomas Seuling Leiter Finanzierung Marken BMW Group Mobilität ist für viele Unternehmen ein zentraler Faktor. Zum einen hängt der wirtschaftliche Erfolg einer Firma oftmals von der Mobilität der Mitarbeiter ab. Zum anderen dient ein Firmenwagen nach wie vor zur Mitarbeitermotivation. Voraussetzung, dass eine Fahrzeugflotte nicht zu einer finanziellen Belastung wird, ist eine umsichtige und effiziente Verwaltung. Mit diesem Hintergrundwissen bieten die Finanzdienstleister der großen Automobilhersteller professionelle Hilfe bereits für kleine Fuhrparks an. Mit dem Businessleasing der BMW Bank beispielsweise können Unternehmen schon ab einem Fuhrpark von drei Fahrzeugen in den Genuss maßgeschneiderter Lösungen kommen. Der große Vorteil von Leasing für mittelständische Unternehmen liegt auf der Hand, sagt Thomas Seuling, Leiter Finanzierung Marken BMW Group. Eine geleaste Fahrzeugflotte bindet kein Eigenkapital. So wird die Bilanz des Unternehmens entlastet und gleichzeitig der Cashflow optimiert. Thomas Seuling macht aber auch klar, dass Geschäftskunden vielschichtige und hohe Anforderungen stellen: Neben der Betreuung aus einer Hand steht bei den Firmenkunden vor allem die Kostentransparenz und -kontrolle, das Serviceangebot sowie die Mehrmarkenfähigkeit im Fokus. Aus diesem Grund hat die BMW Bank ein eigenes Kompetenzzentrum speziell für die Bedürfnisse der Businesskunden aufgebaut. Darüber hinaus unterstützen Key Account Manager die BMW- und MINI-Händler vor Ort, den Kunden geeignete Leasingpakete anzubieten. Außerdem wichtig: eine maßgeschneiderte Mobilität. Deshalb können Kunden der BMW Bank aus umfangreichen Leistungsbausteinen ihr indivi- Servicebausteine Die BMW Bank weiß, worauf es Businesskunden ankommt. Flexibilität ist gerade für kleinere Unternehmen wichtig. Deshalb können sie bei BMW ihre Servicebausteine auch selbst zusammenstellen. Hierzu gehören: Wartungs- und Reparaturpaket Kfz-Versicherung inklusive Schadenabwicklung Tankkartenmanagement Reifenservice (Sommer-/ Winterräder) Rundfunkbeiträge Abwicklung der Kfz-Steuer duelles Servicepaket zusammenstellen. Neben Wartung und Reparatur können Kunden etwa ein Reifenpaket wählen, das für die richtige Bereifung zu jeder Jahreszeit sorgt selbstverständlich mit Premiumprodukten. Bei Bedarf wird ein kostenfreier Service-Ersatzwagen für zwei Tage pro Jahr zur Verfügung gestellt. Was Unternehmen außerdem nicht unterschätzen sollten, ist der administrative Aufwand, der mit der Verwaltung von Fahrzeugflotten einhergehen kann. Hier bieten Leasinggesellschaften ebenfalls Entlastung. Das so genannte Full-Service-Leasing, also ein Angebot, bei dem die administrativen Tätigkeiten komplett an die Leasinggesellschaft ausgelagert werden, erfreut sich gerade im Mittelstand größter Beliebtheit, weiß Thomas Seuling. Bei kleineren Flotten mit nur wenigen Fahrzeugen macht es oftmals keinen Sinn, einen eigenen Fuhrparkmanager im Unternehmen zu beschäftigen und nur selten ist diese Expertise im Hause vorhanden. Daher sei es nur logisch, derartige Tätig- keiten auszulagern, so Thomas Seuling. Als Leasinggesellschaft können wir so einen entscheidenden Mehrwert für unsere Kunden liefern. Wer sich für das Full-Service-Leasing entscheidet, gibt bewusst alle operativen Verwaltungsaufgaben, wie beispielsweise Rundfunkbeitrag, Tankkarte und Kfz-Steuer, an die Leasinggesellschaft ab. Dies schafft zusätzlichen Raum, sich voll auf seinen eigenen unternehmerischen Erfolg zu konzentrieren ganz so, wie es sein soll.

14 Seite 14 forum der akteure Den Mittelstand stärken Die Redaktion befragt Akteure zu aktuellen Herausforderungen für KMU. Prof. Dr. Dr. h.c. Brun-Hagen Hennerkes Vorstand der Stiftung Familienunternehmen Marc S. Tenbieg Geschäftsführender Vorstand Deutscher Mittelstands-Bund (DMB) Prof. Dieter Kempf Präsident des Hightech-Verbands BITKOM»Erbschaftssteuer trifft nur die Familienunternehmen.«Die meisten Familienunternehmen setzen auf die familieninterne Nachfolge. Sie ist der wichtigste Garant für Kontinuität über die Generationen. Auch die Bereitschaft der Unternehmerkinder ist groß, sich zu engagieren: 60 Prozent von ihnen planen, den elterlichen Betrieb zu übernehmen oder haben dies bereits getan, belegt die Studie zu Deutsch-lands nächster Unternehmergeneration. Mit der Erbschaftsteuerreform 2009 wurden wirksame Verschonungsregeln für betriebliches Vermögen eingeführt, damit Unternehmen beim Generationenübergang nicht zerschlagen werden müssen, um Zahlungen an den Fiskus zu finanzieren. Vergangenes Jahr haben die Richter des Bundesfinanzhofs Zweifel an diesem Gesetzeswerk geäußert und es dem Bundesverfassungsgericht zur Prüfung vorgelegt. Damit ist eine Rechtsunsicherheit entstanden. Sie belastet die Nachfolge in Familienunternehmen. Volkswirtschaftlich ist das Thema von größter Bedeutung: Die Erbschaftsteuer trifft nur die Familienunternehmen, die 90 Prozent der Arbeitsplätze in Deutschland stellen, nicht aber die Konzerne im Streubesitz. Stärkung des Mittelstandes muss mehr Aufmerksamkeit erfahren.«viele sprechen immer wieder vom Mittelstand als Motor der deutschen Wirtschaft. Schaut man sich die Rahmenbedingungen genauer an, so muss man feststellen, dass der unternehmerische Mittelstand in Deutschland stärker denn je kämpfen muss, um sich den immer neuen politischen und wirtschaftlichen Herausforderungen erfolgreich stellen zu können. Derzeit erleben wir eine Vielzahl an politischen Diskussionen. Von flächendeckendem Mindestlohn, Substanzbesteuerung, autobahnunabhängiger LKW-Maut, höheren Steuern bis hin zur Einführung einer Bürgerversicherung ist alles drin und das Spektrum sehr breit. Hinzu kommen Wettbewerbsdruck, eine schwierige Wachstumsfinanzierung und das Dauerthema einer ungeklärten Unternehmensnachfolge. Die Stärkung und nicht die Belastung des Mittelstandes muss mehr Aufmerksamkeit erfahren, denn unser Wohlstand basiert zu großen Teilen auf den Familienunternehmen, die eine enge Verbundenheit mit der jeweiligen Wirtschaftsregion pflegen und Beschäftigte als Teammitglieder sehen. sollten regelmäßig ihre Sicherheitsarchitektur überprüfen.«das Thema IT-Sicherheit wird von den Folgen der NSA-Affäre überschattet. Was wir früher als abstrakte Gefahr beschrieben haben, ist heute Gewissheit: Unternehmen müssen sich nicht nur gegen Cyber-Kriminelle wehren, sondern auch gegen die Ausspähung durch Geheimdienste anderer Staaten. Dabei spielt es letztlich keine Rolle, von wem oder woher die Cyberangriffe stammen. Unternehmen müssen ihre eigenen Daten, die Daten ihrer Mitarbeiter und die Daten ihrer Kunden bestmöglich schützen. Unternehmen sollten daher regelmäßig ihre Sicherheitsarchitektur überprüfen. Denn in der Praxis werden die meisten Vorfälle durch technische oder organisatorische Sicherheitsmängel verursacht. Wir empfehlen den IT-Anwendern, verschiedene Optionen zu prüfen, darunter geeignete Cloud-Services. Diese bieten in der Regel ein höheres Sicherheitsniveau als handgestrickte Einzellösungen. Allerdings sollten Anwender den Cloud-Dienstleister sorgfältig auswählen und unter anderem klären, wo der Anbieter die Daten verarbeitet und mit welchen konkreten Maßnahmen er Datensicherheit und Datenschutz gewährleistet.

15 Beitrag LEG THÜRINGEN Seite 15 Überzeugende Argumente für den Thüringer Mittelstand Mittelstandsunternehmen mit weltweit führenden Produkten setzen auf Thüringen so die Automotive Lightning, Hersteller von Haupt- und Nebelscheinwerfern für Automobile. Hand aufs Herz: Wie häufig denken Sie über Ihre Schnürsenkel, das Projektionsglas Ihres Autoscheinwerfers oder die Sockelleisten in Ihrem Büro nach? Produkte wie diese sind einfach da, sie bestechen durch ihre Funktionalität, in der Regel bedarf es keines weiteren Nachsinnens über sie. Dass dem so ist, liegt meist an findigen Tüftlern, die mit ihren Ideen und dem nötigen unternehmerischen Gespür Produkte entwickeln, die weltweit gefragt sind. Es sind Unternehmen wie Flechttechnik aus Erfurt, Doctor Optics oder Döllken, die als kleine oder mittelständische Unternehmen diese und andere Produkte fertigen und für ihre Entwicklungen geschätzt werden. Neben Global Playern wie Jenoptik, Carl Zeiss, Daimler, Rolls Royce oder Opel bilden sie das Rückgrat der Thüringer Wirtschaft. Dank ihrer hohen Flexibilität, ihrer Innovationskraft sowie ihres Tatendrangs haben sie Thüringen zu dem gemacht, was es heute ist: ein dynamischer Wirtschaftsund Technologiestandort, an dem man Ideen entwickeln und erfolgreich verwirklichen kann. Dass dem so ist, liegt auch an der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbh (LEG Thüringen). Mit einem breiten Unterstützungsangebot befördert die 100-prozentige Tochter des Freistaats Wachstums- und Innovationspotenziale von Unternehmen. Das Angebot umfasst unter anderem eine integrierte Standortentwicklung, die sich passgenau an den Bedürfnissen mittelständischer Ideengeber orientiert siedelte sich Horsch in Ronneburg auf einer modernen Industriefläche von mehr als zehn Hektar an. Als das Werk aufgrund der rasanten Entwicklung des Spezialisten für Landmaschinen an seine Kapazitätsgrenzen stieß, half die LEG Thüringen bei der Umsetzung der Erweiterung; Horsch investierte rund 20 Millionen Euro und verdoppelte seine Produktionsfläche in Ronneburg. Als Wirtschaftsfördergesellschaft unterstützen wir außerdem die Unternehmen in den Bereichen Internationalisierung, Clustermanagement, Fachkräftesicherung sowie bei Fragen der Energieeffizienz. Weil in Firmen häufig die Kapazitäten für die Bearbeitung dieser Felder fehlt, setzt der Mittelstand auf kompetente Unterstützung, so LEG-Geschäftsführer Andreas Krey. Das LEG-Außenwirtschaftsteam Thüringen International hilft mittelständischen Unternehmen bei der erfolgreichen Internationalisierung. Mit fundierten Informationen, Fachtagungen, Messeteilnahmen sowie Delegationsreisen werden Mittelständler bei ihrem Schritt auf internationale Wachstumsmärkte begleitet. So konnte das Jungunternehmen Iosono im Juni 2013 dank Unterstützung der LEG Thüringen den Verkauf seiner 3-D-Soundsysteme in Asien weiter vorantreiben. Ähnlich erfolgreich verlief Anfang 2013 der Besuch der Glatt Ingenieurtechnik oder der Jena-Optronik in Russland: In Begleitung von Thüringen International, der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht sowie Wirtschaftsminister Matthias Machnig wurden Verträge in mehrstelliger Millionenhöhe unterzeichnet. In Zeiten zunehmender Globalisierung entscheidet mehr und mehr die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen über Erfolg oder Misserfolg. Das Thüringer ClusterManagement, das ebenfalls bei der LEG Thüringen angesiedelt ist, befördert die strategische Vernetzung des Thüringer Mittelstands. Mit der Thüringer Energie- und GreenTech-Agentur (ThEGA) hält die Landesgesellschaft zudem einen weiteren Aktivposten für den Thüringer Mittelstand bereit: Als Kompetenz- und Informationszentrum unterstützt die ThEGA Unternehmen auf ihrem Weg zur ökologischen Modernisierung. So begleitet die ThEGA im Rahmen des Energie-Effizienz-Netzwerkes Thüringen den Mittelstand bei der Einführung eines professionellen Energiemanagementsystems, mit dessen Hilfe energetische Einsparpotenziale erkannt und gehoben werden können.

16 Seite 16 Beitrag euroshell Deutschland Tankkarten die kleinen Alleskönner Seit fast 25 Jahren bietet die Shell-Tochter euroshell Deutschland bargeldloses Bezahlen über Tankkarten. Inzwischen sind die Karten Teil eines umfangreichen Servicepaketes. Spätestens bei der Abrechnung ist es ein Graus für jeden Unternehmer: Zig Tankbelege von verschieden Tankstellen wollen sortiert und analysiert werden, um Einnahmen und Ausgaben im Blick zu behalten. Dabei gibt es eine einfache und vor allem zeitsparende Lösung für dieses Problem, wie Grischa Sauerberg, Geschäftsführer von euroshell Deutschland, weiß. Gerade kleine, mittelständische und auch große Kunden bestätigen dem Manager immer wieder, welch große Entlastung Tankkarten insbesondere in der Verwaltung bringen. Tankkarten sind für unsere Kunden so viel mehr als nur Bargeldersatz an der Tankstelle, erklärt Sauerberg. Sie reduzieren den Verwaltungsaufwand, helfen den Unternehmen, ihre Fuhrparkkosten im Blick zu behalten und schaffen Planungssicherheit. Mit Planungssicherheit ist zum Beispiel das innovative Konzept euroshell Deutschland feiert in diesem Jahr den 25. Geburtstag. Fast genauso lange profitieren Kunden nun schon vom euroshell Tankkartensystem. Vorzüge im Überblick der Wochen-Listenpreise von euroshell gemeint. Bislang nur für Kunden aus dem LKW-Segment erhältlich, macht es euroshell als erster Anbieter am Markt nun auch den PKW-Flottenkunden zugänglich. Die Wochen-Listenpreise werden im Voraus kommuniziert und gelten dann bei allen inländischen Diesel FuelSave Tankungen mit der euroshell Card. Mit dem Listenpreis bieten wir eine stabile Kalkulationsgrundlage und faire Nettopreise. Außerdem können Schwankungen im Wochenverlauf und sogar Preisunterschiede zwischen verschiedenen Regionen ausgeglichen werden. Ziel ist es, Stabilität zwischen allen Tankstellen über einen möglichst langen Zeitraum zu erzielen, erklärt Sauerberg das Konzept hinter den Wochen-Listenpreisen. Was die Nutzer der euroshell Card außerdem schätzen, ist das flächendeckende Tankstellennetz. Neben den Shell Stationen sind die vielen Vorteile der euroshell Card individuelle Karte für jeden Fahrer oder jedes Fahrzeug europaweite Akzeptanz mit rd Stationen in 36 Ländern, davon in Deutschland PIN-Code Sicherheitssystem gebührenfreie Kartensperrung und Ersatz 24-Stunden Kontoverwaltung leicht ins Netzwerk integrierbar auch an weiteren Partnerstationen erhältlich. Und das allein in Deutschland. Mit der euroshell Multi Card steht den Kunden zusätzlich ein Netz von Stationen europaweit zur Verfügung. Darüber hinaus bietet das Kartensystem eine 24-Stunden Kontoverwaltung, differenzierte Rabattgruppen und eine individuelle Kontrolle über die Nutzung. Ein individueller PIN-Code sorgt für einen hohen Sicherheitsstandard. Doch auch nach nunmehr 25 Jahren am Markt will sich euroshell Deutschland nicht ausruhen und tüftelt gerade fleißig an innovativen Serviceerweiterungen für die Tankkarten-Nutzer. Wir überarbeiten unseren Online-Bereich komplett und werden hier künftig viele neue Funktionen anbieten können. Außerdem sollen unsere Kunden bald mit einer eigenen App ihre Tankkarten noch flexibler verwalten können, nennt Grischa Sauerberg nur einige der Neuerungen für das kommende Jahr. Die Shell Card Online App wird es Nutzern ermöglichen, ihre Transaktionen mit voreingestellten Reports nach verschiedenen Kriterien auszuwerten, Berichte zu erstellen oder nationale Rechnungen online zu verwalten. Mobilität ist in der heutigen Geschäftswelt ein entscheidendes Kriterium und unsere Services sollen unsere Kunden dabei unterstützen, sagt Sauerberg. Außerdem wird die Sicherheit der Karten ständig weiterentwickelt. So ist etwa ein Tool in Planung, mit dem Transaktionen in Echtzeit verfolgt werden können. Ein solches Instrument vereinfacht natürlich auch das Reporting der Kunden. Und je weniger Zeit sie hierfür aufwenden müssen, desto stärker können sie sich auf ihr Kerngeschäft konzentrieren.

17 Seite 17 Mittelstand auf Achse Mittelständische Unternehmen werden immer mobiler. Die Einsparmöglichkeiten beim Reisen sind vielfältig. Anette Stein / Redaktion Sei es zur Förderung von Geschäftsabschlüssen, zur Kontaktpflege oder zum Aufbau von Netzwerken nicht nur im Inland, sondern auch international sind Führungskräfte und Mitarbeiter zunehmend unterwegs. Die Ausgaben dafür sind hoch. Neben den Kosten für Unterkünfte schlagen die Transportkosten am stärksten zu Buche. Insgesamt gaben deutsche Unternehmen der Vdr-Geschäftsreiseanalyse zufolge im Jahr 2012 für Geschäftsreisen 46,7 Milliarden Euro aus. Während ein Viertel davon für die Unterbringung anfiel, wurde das zweite Viertel für Flüge ausgegeben. Knapp ein Fünftel betrug das Budget für Bahnfahrten, Mietwagen machten acht Prozent der Kosten aus. Grund genug, Einsparpotentiale auszuloten, vor allem auch im Hinblick auf die stetig steigenden Energiepreise.

18 Seite 18 Möglichkeiten, die Kosten zu reduzieren, liegen für Unternehmen zum einen darin, im Hinblick auf das Reisevolumen mit Anbietern Sonderkonditionen auszuhandeln oder solche durch die Kooperation mit einem Geschäftsreisebüro in Anspruch zu nehmen. Mit speziellen Rabatt- oder Partnerverträgen konkurrieren Fluglinien wie die Lufthansa und Reisebüros um die Reiseetats der Firmen. Auch die großen Autovermieter bieten Pkw- und Lkw-Programme, um insbesondere kleine und mittlere Unternehmen an sich zu binden. Darüber hinaus lassen sich Reisekosten auch dauerhaft verringern, wenn nicht jeder Mitarbeiter reist, wie er möchte, sondern entsprechend der im Unternehmen geltenden Reiserichtlinien. Diese enthalten Vorgaben wie beispielsweise bei welchen Fluglinien oder Hotels und ab wie vielen Flugstunden Business Class gebucht werden darf oder in welcher Bahn-Klasse Mitarbeiter fahren sollen. Stehen Firmenwagen für Geschäftsreisen sowie sonstige Fahrten zur Verfügung und verursachen aufgrund ihrer Anzahl einen erheblichen Arbeitsanfall für Verwaltung und Service, können Unternehmen Einsparungen über ein gezieltes Flottenmanagement erreichen. Sowohl beim Einkauf als auch bei der Finanzierung, der Wartung und dem Abschluss von Versicherungen sind dadurch auch bei kleineren Bestellmengen Kostenvorteile möglich. Wichtigste Voraussetzung dafür ist, dass die Fuhrparkverwaltung nicht nebenbei mit erledigt wird, sondern in der Hand eines firmeninternen Management-Spezialisten liegt. Alternativ übernehmen externe Dienstleister diese Aufgaben für Firmen. Anbieter sind Autohersteller sowie große Leasingfirmen, aber auch Ableger großer Autovermieter oder von Unternehmen für Kfz-Untersuchungen. Bei der Entscheidung, ob es vorteilhafter ist, Autos für den Fuhrpark zu kaufen oder zu leasen, sollten Mittelständler nicht nur einen Blick auf die Anschaffungskosten, sondern vor allem auf die Gesamtbetriebskosten werfen. Ebenso gilt es, die Regelungen des Leasingvertrags zum Restwert oder der Kilometerleistung genauesten zu prüfen. Benötigen Mitarbeiter Firmenwagen nur für eine begrenzte Zeit, kommen auch Langzeitmietverträge in Betracht, die inzwischen Bestandteil des Serviceangebotes vieler Leasinggesellschaften sind.»über ein gezieltes Flottenmanagement lassen sich Kosten einsparen.«

19 Beitrag Lufthansa ag Seite 19 Benefits für den Mittelstand Ein neues Programm der Lufthansa richtet sich speziell an Mittelständler. Ein Interview mit Uwe Müller, Vice President Sales Austria, Germany, Switzerland, Deutsche Lufthansa AG. uwe Müller Vice President Sales Austria, Germany, Switzerland; Deutsche Lufthansa AG Herr Müller, Sie sind seit 20 Jahren weltweit im Lufthansa-Vertrieb tätig. Nach vielen Stationen in der ganzen Welt sind Sie seit zwei Jahren für die Heimatmärkte der Lufthansa verantwortlich. Was fasziniert Sie besonders an Ihrem jetzigen Aufgabengebiet? Wir haben bei Lufthansa unseren Vertrieb in Deutschland reorganisiert und haben uns neu fokussiert. Insbesondere haben wir eine eigenständige Abteilung für den SME-Bereich geschaffen, die es vorher nicht gab. Das Kürzel steht für Small und Medium Enterprises. Die Lufthansa war im Firmenkundenbereich schon immer sehr gut aufgestellt, aber was uns fehlte, war ein starker Fokus auf die kleinen und mittleren Unternehmen. Hier verstärken wir unsere Aktivitäten und das Team ist direkter Ansprechpartner für den Mittelstand. Wie muss man sich das vorstellen? Wir haben hierfür 16 Stellen geschaffen, die zentral in Frankfurt angesiedelt sind. Unsere Mitarbeiter sind Account Manager mit analytischen Fähigkeiten, die ihre Beratung mit der Lufthansaüblichen Seriosität durchführen. Wir werden also keinem etwas aufschwatzen, was er nicht braucht. Wer sind Ihre SME Kunden? Das sind Mittelständler, die öfter mit dem Flugzeug unterwegs sind. Ab einem Volumen von fünf bis zehn Flügen kommt unser spezielles Angebot PartnerPlusBenefit infrage. das ist PartnerPlusBenefit für die Firma. Der Beitritt ist gratis und die Firma sammelt Punkte für jeden Flug ihrer Mitarbeiter. Diese Punkte können in Freiflüge, Upgrades oder Sachprämien eingetauscht werden. Oder man lässt sie sich sogar in Cash auszahlen. Die Mitarbeiter können natürlich weiterhin parallel ihre Meilen für Miles&More sammeln. Welche Fragen haben SME Kunden, die sich an Sie wenden? Neben Fragen zu den Prämien haben viele Kunden spezielle Bedürfnisse. Beispiel: Jemand hat ständig großes Übergepäck, weil er mit schwerem Arbeitsgerät fliegt. Ein anderer muss 20 Mal nach New York und fragt nach Sonderkonditionen. Solche Fragen können jetzt effizient und kompetent bearbeitet werden. Welche Vorteile haben Mittelständler bei der Lufthansa, die an PartnerPlusBenefit teilnehmen? Jede Firma, die für PartnerPlusBenefit eingeschrieben ist, erhält einen persönlichen Ansprechpartner. Wir sind die einzigen in unserer Branche, die einen derartigen Service für den Mittelstand bieten. PartnerPlusBenefit Bereits die erste Geschäftsreise als PartnerPlusBenefit Teilnehmer lohnt sich. Beispiel: Zwei Mitarbeiter fliegen mit Lufthansa oder einer der sieben Benefit Partner Airlines in der Business Class von Frankfurt nach Shanghai und zurück. Dafür werden Benefit- Punkte gutgeschrieben. Mögliche Prämien für diese Punktzahl: 5 innerdeutsche Freiflüge (Oneway) Upgrade von Economy in die Business Class 5 Extra-Gepäckstücke à 23 kg in der Business Class auf innerdeutschem Flug Auszahlung von 241 EUR Zahlreiche Benefit Worldshop Prämien Ein Mariott European Premier Hotelgutschein Was bietet das Programm PartnerPlusBenefit? Was Miles & More für den Privatkunden ist, Benefit Hotline:069/

20 Seite 20 Gegen viele Risiken ist Absicherung möglich. Vor allem im Ausland ergeben sich manchmal ungeahnte Gefährdungslagen. Grenzen überschreiten Imke Rosebrock / Redaktion Weltweit produzieren und vertreiben mittelständische Unternehmen ihre Produkte und Dienstleistungen und unterliegen mit ihrem Handeln damit auch dem Recht anderer Staaten. Ein Schaden, den zum Beispiel ein fehlerhaftes Bauteil in den USA anrichtet, wird auch nach den dortigen Regelungen entschädigt mit häufig sehr viel höheren Schadenersatzsummen als hierzulande üblich, sagt Florian Karle, Geschäftsführer der Südvers-Gruppe, die als international agierender Industrie-Versicherungsmakler Mittelständler in ihrem Auslandsgeschäft betreut. Auch im Ausland gehören vor allem Versicherungen, die Sach- und Haftpflichtschäden abdecken, zum unverzichtbaren Standard, wenn man sein Unternehmen vor existenziellen Risiken schützen will. Dabei gilt es, die zum Teil sehr unterschiedlichen gesetzlichen Bedingungen und lokale Besonderheiten in den Ländern zu beachten, sagt Alexandra Ganz-Cosby, die bei der Versicherungsmaklergruppe Artus für internationale Absicherungen zuständig ist. In Deutschland etwa ist die Haftpflicht des Arbeitgebers in der Betriebshaftpflicht enthalten, Unfälle am Arbeitsplatz sind durch die Unfallkassen der Berufsgenossenschaften abgesichert, sagt die Expertin. In den USA oder auch Großbritannien hingegen werden sowohl der Unfallschutz als auch die Haftpflicht des Arbeitgebers in einer Versicherung, deren Abschluss verpflichtend ist, zusammengefasst. Mit Policen aus Deutschland die Firmenaktivitäten in Übersee abzusichern, sei oftmals nicht möglich, so Ganz-Cosby. Die rechtlichen Regelungen vieler Staaten geben vor, dass ausländische Niederlassungen über lokale Deckungen vor Ort abgesichert werden müssen. Zudem sei es ratsam, dass Makler in den jeweiligen Ländern Partner vor Ort haben, wenn sie die Interessen der Auslandsniederlassungen ihrer Kunden sinnvoll vertreten wollten. Sogenannte internationale Versicherungsprogramme sollen helfen, die Versicherungsbedarfe der global verstreuten Bereiche eines Unternehmens miteinander abzustimmen und zu steuern. Durch lokale Policen lassen sich dabei die gesetzlichen und steuer- sowie aufsichtsrechtlichen Bestimmungen in den einzelnen Ländern einhalten, sagt Florian Karle und beschreibt eine mögliche Variante eines solchen Programms, nach der zugleich ein Mastervertrag in Deutschland einspringen kann, wenn die versicherbaren Bedingungen oder Summen einer lokalen Police nicht ausreichen sollten, um einen Schaden zu begleichen. Doch manche Länder, darunter auch Brasilien, Russland, Indien, China oder die Schweiz, erlaubten ein solches Vorgehen nicht, warnt Karle, hier müsse die Deckung der lokalen Versicherungen ausreichend hoch sein. Nicht nur die rechtlichen Grundlagen unterscheiden sich von Land zu Land, auch das Risiko von Naturkatastrophen, politischen Unruhen oder auch terroristischen Anschlägen und Entführungen muss in manchen Regionen besonders beachtet werden. Um Mitarbeiter, Eigentum und das laufende Geschäft umfassend und doch wirtschaftlich tragbar abzusichern, sagt Alexandra Ganz-Cosby, ist eine individuelle und umfassende Beratung unerlässlich.

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