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1 Trainingsaufgaben Frühjahr 2013 alle Semester Lösungen 1

2 Aufgabe 1 (Soziale Sicherheit) Kreuzen Sie an, ob die untenstehenden Aussagen richtig oder falsch sind. Aussage RICHTIG FALSCH Sozialversicherungen unterliegen meist öffentlichem Recht, der Kreis der Versicherten und die Beitragspflicht wird durch das Gesetz bestimmt. X Die höchste richterliche Instanz bei den Sozialversicherungen ist das Bundesgericht in Lausanne. X Gleiche Personen können entweder bei den Sozialversicherungen oder bei den Privatversicherungen versichert sein. Beides ist nicht möglich. X Der Generationenvertrag ist ein Vertrag, welcher vor allem die junge Bevölkerung im BVG begünstigt. X Aufgabe 2 (IV) Ein Mitarbeiter (Bruno Kündig) fehlt infolge Krankheit bereits über 60 Tage. Es ist unklar, wann dieser Mitarbeitende wieder zur Arbeit erscheinen wird. Der Mitarbeiter fehlt seit dem und hat einen Monatslohn von Fr (13x). Errechnen Sie den notwendigen Erwerbsausfall pro Jahr in Franken, damit Herr Kündig mit einer Viertelsrente der IV rechnen könnte. Zeigen Sie Ihren Berechnungsweg auf. Für eine Viertelsrente braucht es einen Erwerbsausfall von mind. 40 %. Jahreseinkommen des MA = 13* Fr = Fr davon 40 % = Fr

3 Aufgabe 3 (UV) Pia Kramer ist als Fahrerin eines Pizzakuriers beschäftigt. Sie ist nicht verheiratet und hat eine Tochter, für welche sie die Kinderzulage von Fr. 300 pro Monat bezieht. Der Monatslohn von Pia Kramer beträgt Fr , diesen erhält sie für 13 Monate. Bei einer Auslieferung am 22. April 2012 wurde ihr Geschäftsauto an einer roten Ampel von dem hinter ihr fahrenden Auto gerammt. Pia Kramer hatte sich beim Aufprall mittelschwer verletzt und erlitt u.a. eine Gehirnerschütterung sowie einen Bruch des Mittelhandknochens. Pia Kramer war wegen dieses Unfalls bis inkl. 25. Mai 2012 arbeitsunfähig und hat am 26. Mai 2012 ihre Arbeit wieder aufgenommen. Sie haben nun die Taggeldabrechnung der Unfallversicherung erhalten und prüfen, ob diese korrekt ist. a. Berechnen Sie den versicherten Jahreslohn und das Taggeld pro Tag. Zeigen Sie dabei den Berechnungsweg detailliert auf. Versicherter Lohn: ML Fr. 3'150. x 13 = Fr. 40' KiZu Fr x 12 = Fr. 3' Total VL Fr. 44' Taggeldberechnung: Fr. 44'550. : 365 = Fr Fr x 80% = Fr oder Fr. 44'550. x 80% = Fr. 35' Fr. 35'640. : 365 = Fr b. Ab wann (Datum) und für insgesamt wie viele Tage muss die Unfallversicherung Taggelder an den Arbeitgeber ausrichten? ab 25. April (= 3. Tag nach Unfalltag) bis inkl. 25. Mai also insgesamt für 31 Tage Aufgabe 4 (UV) Der Mitarbeiter Pius Rinderknecht bezog für vier Monate unbezahlten Urlaub. Er war vom Februar 2012 bis und mit Mai 2012 in Australien. Im Juni 2012 nahm er seine Arbeit wieder auf. Zeigen Sie die Massnahmen auf, die Pius Rinderknecht ergreifen musste, damit er auch während des unbezahlten Urlaubs gegen Unfälle beim Arbeitgeber versichert blieb. Er muss für drei Monate eine Abredeversicherung abschliessen, dies kann er mit einem entsprechenden Formular tun. Die Prämie muss spätestens dann einbezahlt werden, wenn der Versicherungsschutz beim AG endet. Sobald er die Prämie bezahlt, ist er versichert 3

4 Aufgabe 5 (UV) Die Unfallversicherung kennt die Prämie für den Berufsunfall und die Prämie für den Nichtberufsunfall. Zeigen Sie auf, wie und welche Prämie der Arbeitgeber und der Arbeitnehmer bezahlt. Arbeitgeber zahlt zu 100% die BU Prämie Arbeitnehmer zahlt zu 100% die NBU Prämie) Aufgabe 6 (BVG) Herr Peter Maurer hat sich seinen Pensionskassenausweis dieses Jahr etwas genauer angeschaut. Zudem hat er in den Medien verschiedene Informationen aufgeschnappt und richtet einige Verständnisfragen an Sie. a) Auf dem Pensionskassenausweis sind unter anderem eine 'Altersgutschrift' und ein 'Altersguthaben' aufgeführt. Erklären Sie Herrn Maurer in kurzen Sätzen, worum es sich bei diesen beiden Begriffen handelt. Die Altersgutschrift ist derjenige Betrag, welcher dem Altersguthaben / Alterskonto / Sparanteil von Herrn Maurer jährlich gutgeschrieben wird. Das Altersguthaben zeigt das angesammelte Pensionskassenkapital von Herrn Maurer (bestehend aus Altersgutschriften plus Zinsen und Einlagen) ) b) Herr Maurer versteht den Unterschied zwischen 'BVG Mindestzinssatz' und 'Umwandlungssatz' nicht. Erklären Sie ihm stichwortartig die Bedeutung dieser beiden Sätze. Der BVG Mindestzinssatz ist der Satz, zu welchem die BVG Altersguthaben mindestens verzinst werden müssen. Der Umwandlungssatz ist der Satz, welcher für die Umrechnung des Altersguthabens in eine Rente angewendet wird. Aufgabe 7 (BVG) Ein Mitglied der Geschäftsleitung, möchte von Ihnen wissen, welche Voraussetzungen eine angestellte Person erfüllen muss, damit sie obligatorisch dem BVG unterstellt wird. Nennen Sie vier Voraussetzungen. Vollendung des 17. Altersjahres (ab 1.1. des folgenden Jahres zu versichern) Ordentliches Rentenalter noch nicht erreicht Jahreslohn von mehr als CHF (Eintrittsschwelle) Bei der eidgenössischen AHV versichert Arbeitsvertragliche Anstellung bei einem Arbeitgeber 4

5 Aufgabe 8 (BVG) Sie haben drei Mitarbeitende gegenüber der beruflichen Vorsorge abzurechnen. Mitarbeiterin A verdient pro Jahr Fr Mitarbeiter B verdient pro Jahr Fr Mitarbeiterin C verdient pro Jahr Fr Errechnen Sie den versicherten Verdienst pro Jahr in der obligatorischen beruflichen Vorsorge. Mitarbeiterin A Fr Mitarbeiterin B Fr = Fr Mitarbeiterin C Kein vers. Verdienst, Eintrittsschwelle nicht erreicht Aufgabe 9 (ALV) Die Geschäftsleitung einer Produktionsfirma macht sich Gedanken darüber, welche Massnahmen notfalls ergriffen werden könnten, sollte sich die Auftragslage verschlechtern. Sie wollen vermeiden, Mitarbeitenden zu kündigen und haben von einer Leistungsart der Arbeitslosenversicherung gehört, mit welcher solche Auftragseinbrüche überbrückt werden könnten. Beschreiben Sie stichwortartig diese Leistung aus der Arbeitslosenversicherung. Es handelt sich um die Kurzarbeitsentschädigung. 80% des versicherten Lohns. Aufgabe 10 (ALV) Peter Ritter wurde per 1. März 2012 entlassen, da seine Leistungen ungenügend waren. Peter Ritter kam oft zu spät und griff Teamkollegen regelmässig verbal an. Die Mahnung seines Vorgesetzten hat nicht gefruchtet. Dieser Mitarbeiter hatte einen Jahreslohn von Fr a.) Errechnen Sie die monatliche Arbeitslosenentschädigung brutto für einen Monat mit 20 Arbeitstagen. Herr Ritter hat keine Unterstützungspflichten. Fr / 21.7 * 70% * 20 Tage = Fr

6 b.) Mit welchen Sanktionen seitens der Arbeitslosenversicherung muss Herr Ritter rechnen? Nennen Sie den Fachbegriff. Mit Einstelltagen Aufgabe 11 (EO/MSE) Am 1. Mai hat Herr Jan Schiffer in Schaffhausen seine Stelle angetreten. Herr Schiffer ist Holländer und ist zum ersten Mal in der Schweiz erwerbstätig. Seine Frau ist mit ihm zusammen in die Schweiz gezogen, sie ist nicht erwerbstätig und plant vorläufig auch nicht, eine Erwerbstätigkeit aufzunehmen. Herr Schiffer hat nach den ersten Wochen einige Fragen zu den Schweizerischen Sozialversicherungen und gelangt damit an Sie. Herr Schiffer informiert sie, dass seine Frau schwanger sei. Er hat von seinen Arbeitskollegen gehört, dass die Schweiz eine Mutterschaftsentschädigung kennt und möchte von Ihnen wissen, ob seine Frau diese Entschädigung erhalten wird. Erklären und begründen Sie Herrn Schiffer den Sachverhalt. Frau Schiffer wird keine Mutterschaftsentschädigung erhalten, da sie die Anspruchs voraussetzungen nicht erfüllen wird (sie wird zum Zeitpunkt der Geburt nicht Arbeitnehmerin sein). Aufgabe 12 (Beiträge) Vervollständigen Sie die folgende Tabelle mit den für die Firma Muster AG geltenden Werten. Die Muster AG hat folgende Versicherungskonditionen (immer zu 100% dargestellt): BU Prämie 0.8% / NBU Prämie 1.2% (keine freiwilligen Leistungen seitens des Arbeitgebers) Krankentaggeld 1.6% Kinderzulagen 1.8% Berufliche Vorsorge 15% (für alle Mitarbeitende gleich hohe Prämien) Versicherung Prämie zu Lasten des Arbeitgebers Prämie zu Lasten der Arbeitnehmenden AHV/IV/EO 5.15 % 5.15 % ALV 1.1 % 1.1 % BVG / Pensionskasse 7.5 % 7.5 % NBU Versicherung 0 % 1.2 % BU Versicherung 0.8 % 0 % Krankentaggeldversicherung 0.8 % 0.8 % Kinderzulage / FAK 1.8 % 0 % 6

7 Aufgabe 13 (Soziale Sicherheit) Eine Kollegin von Ihnen hat von einem Prinzip gehört, welches so ausgelegt ist, dass beim Eintritt eines sozialen Risikos eine bedarfsgerechte Vorsorge greifen kann. Sie erinnert sich nicht mehr genau an dieses Prinzip und stellt Ihnen folgende Fragen. a. Wie heisst dieses Prinzip oder Konzept? Drei Säulen Konzept b. Nennen Sie die Ziele des in a. erwähnten Konzepts? 1. Säule Existenzsicherung 2. Säule Fortsetzung der gewohnten Lebenshaltung 3. Säule Individuelle Ergänzung c. Funktioniert dieses Konzept bei allen erwachsenen Personen? Begründen Sie Ihre Antwort. Grundsätzlich ist das Drei Säulen Konzept auf die erwerbstätige Bevölkerung ausgelegt. Somit funktioniert es nicht bei allen erwachsenen Personen. 7

8 Aufgabe 14 (AHV Abrechnung) Berechnen Sie anhand folgender Angaben die per geschuldeten AHV Beiträge einer Aktiengesellschaft. Die AHV pflichtige Bruttolohnsumme beträgt SFr. 3'780'500.. Eine Mitarbeiterin verdient pro Jahr Fr Dieser Lohn ist in der bereits enthalten. Als Kinderzulagen werden über das gesamt Jahr SFr. 24'000. ausbezahlt. Sie werden mit der definitiven Beitragsrechnung (AHV/IV/EO) verrechnet. Die Verwaltungskosten betragen 1.5 % der AHV /IV EO Beiträge. Die FAK Beiträge betragen 1,3 %. Für das Beitragsjahr 2012 wurden SFr AHV/IV/EO Beiträge à conto bezahlt. Lösung / Berechnung: AHV /IV /EO Beiträge, 10,3 % Basis: SFr SFr ALV 1 Beitrag, 2.2 % Basis: SFr SFr ALV 2 Beitrag 1.0% Basis Fr SFr FAK Beitrag, 1,3 % Basis: SFr SFr Verwaltungskosten 1,5 % Basis: SFr SFr Total Beiträge SFr bereits in Rechnung gestellt SFr Verrechnung Kinderzulagen Schlussrechnung per SFr Aufgabe 15 (AHV Pflicht) Sozialversicherungen kennen als Leistungsform Taggelder. Nennen Sie fünf verschiedene Sozialversicherungen, welche Taggelder zahlen und zeigen Sie auf, ob diese Taggelder AHV pflichtig sind oder nicht: IV Taggeld (AHV pflichtig) ALV Taggeld (AHV pflichtig) EO Taggeld (AHV pflichtig) Unfallversicherungstaggeld (nicht AHV pflichtig) Krankentaggeld (nicht AHV pflichtig) 8

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