Schriftliche Anfrage. Antwort des Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst vom Bayerischer Landtag

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1 Bayerischer Landtag 16. Wahlperiode Drucksache 16/ Schriftliche Anfrage der Abgeordneten Natascha Kohnen SPD vom Überblick über die Zulassungsbedingungen an bayerischen Hochschulen vom Bachelor- zum Masterstudium Das Aufnehmen eines weiterführenden Masterstudiums nach Abschluss eines Bachelor-Studienganges ist an den bayerischen Hochschulen an unterschiedliche Zulassungskriterien geknüpft. Ich frage die Staatsregierung: 1. Wie viele unterschiedliche Modelle von Zulassungskriterien vom Bachelor- zum Masterstudium gibt es derzeit an den bayerischen Hochschulen? 2. Welche Durchschnittsnote des Bachelor-Abschlusses ist bei den notenbedingten Zulassungskriterien derzeit herrschend? 3. Wie sind derzeit die Eignungsfeststellungsverfahren gestaltet? 4. Wie hoch ist der Anteil der Studiengänge in Bayern, die eine bestimmte Bachelor-Abschlussnote allein oder als kumulative Voraussetzung als Zulassungskriterium haben? Welche sind diese? 5. Wie hoch ist der Anteil der Studiengänge in Bayern, die ein Eignungsfeststellungsverfahren als Zulassungskriterium haben? Welche sind diese? Antwort des Staatsministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst vom Zu 1.: Gemäß Art. 43 Abs. 5 Satz 1 Bayerisches Hochschulgesetz (BayHSchG) setzt der Zugang zu einem Masterstudiengang nach Art. 57 Abs. 2 Satz 2 Nr. 1 BayHSchG einen Hochschulabschluss oder einen gleichwertigen Abschluss voraus. Die Hochschulen legen gemäß Art. 43 Abs. 5 Satz 2 BayH- SchG durch Satzung weitere Zugangsvoraussetzungen fest, insbesondere den Nachweis einer studiengangspezifischen Eignung. Das weiterbildende Studium steht Bewerbern und Bewerberinnen mit abgeschlossenem Hochschulstudium und anschließender Berufserfahrung offen (Art. 43 Abs. 6 Satz 1 BayHSchG). Bei der Gestaltung der entsprechenden Satzungen sind von den Hochschulen gemäß Art. 61 Abs. 2 Satz 3 Nr. 3 BayH- SchG Vereinbarungen der Länder in der Bundesrepublik Deutschland, mit denen die Einheitlichkeit oder die Gleichwertigkeit der Ausbildung oder der Abschlüsse und die Möglichkeit des Hochschulwechsels gewährleistet werden, zu beachten. Nach den ländergemeinsamen Strukturvorgaben gemäß 9 Abs. 2 HRG für die Akkreditierung von Bachelorund Masterstudiengängen (Beschluss der KMK vom i. d. F. vom ) soll gemäß Nr. 2.2 das Studium im Masterstudiengang neben einem berufsqualifizierenden Hochschulabschluss von weiteren besonderen Zugangsvoraussetzungen abhängig gemacht werden. Gemäß Nr. 4.3 setzen weiterbildende Masterstudiengänge nach einem qualifizierten Hochschulabschluss qualifizierte berufspraktische Erfahrung von in der Regel nicht unter einem Jahr voraus. Dementsprechend sind die von den bayerischen Hochschulen festgelegten Zulassungskriterien unterschiedlich. So wird entweder eine bestimmte Durchschnittsnote des Bachelorabschlusses, die erfolgreiche Absolvierung eines Eignungsverfahrens oder die Kombination dieser beiden Kriterien gefordert. Zu 2.: In der überwiegenden Zahl der Masterstudiengängen wird eine Durchschnittsnote von mindestens gut, in der Regel bis 2,5, gefordert. Einzelne Masterstudiengänge, insbesondere Elite-Masterstudiengänge, stellen höhere Anforderungen an die Durchschnittsnote. Darüber hinaus sind in einigen Masterstudiengänge weitere studiengangspezifische Kriterien für den Zugang zu erfüllen (z. B. Nachweis einschlägiger fachwissenschaftlicher Kompetenzen, Nachweis von Sprachkenntnissen, Auslandsaufenthalten, Praktika etc.). Zu 3.: Die Eignungsverfahren sind studiengangspezifisch und daher unterschiedlich ausgestaltet. Oftmals werden diese in zwei Stufen durchgeführt. So werden in der ersten Stufe u. a. die Qualität des Hochschulabschlusses und sonstige Qualifikationen wie Sprachkenntnisse, Auslandsaufenthalte, einschlägige Praktika sowie ggf. die Motivation zum Masterstudium im Hinblick auf die fachspezifische Eignung der Bewerberin oder des Bewerbers für den Studiengang geprüft. Die Bewertung erfolgt in der Regel innerhalb eines Punkterahmens. Erreicht die Bewerberin oder der Bewerber eine gewisse Punktzahl, wird sie oder er sofort zugelassen bzw. abgelehnt, wenn ein bestimmter Wert unterschritten wird. Ergibt sich ein Zwischenwert, tritt die Bewerberin oder der Bewerber in eine zweite Stufe des Qualifikationsverfahrens ein. In der zweiten Stufe kann ein individuelles Gespräch Drucksachen, Plenarprotokolle sowie die Tagesordnungen der Vollversammlung und der Ausschüsse sind im Internet unter - Parlamentspapiere abrufbar. Die aktuelle Sitzungsübersicht steht unter - Aktuelles/Sitzungen/Tagesübersicht zur Verfügung.

2 Seite 2 Bayerischer Landtag 16. Wahlperiode Drucksache 16/1493 stattfinden oder die Bewerberin oder der Bewerber weist ihre oder seine Qualifikation zum Masterstudium durch einen Test, Arbeitsprobe etc. nach. Die in der zweiten Stufe erworbenen Punkte werden in der Regel zu denen in der ersten Stufe erworbenen addiert. Bei Erreichen des für die Zulassung zum Masterstudiengang festgelegten Punktewerts erhält die Bewerberin oder der Bewerber die Zulassung. Zu 4. und 5.: Nach dem Ergebnis einer Umfrage bei den bayerischen Hochschulen ist für die überwiegende Anzahl der Masterstudiengänge eine bestimmte Bachelor-Abschlussnote erforderlich. Diese wird entweder allein oder in Verbindung mit einem Eignungsverfahren berücksichtigt. Daneben existiert eine Anzahl von Masterstudiengängen, die nur ein Eignungsverfahren als Zulassungskriterium haben. Zu den weiteren Einzelheiten wird auf die beigefügte Übersicht verwiesen. Anlage Übersicht zu den Fragen 4 und 5: Universität Augsburg Bestimmte Bachelor-Abschlussnote Medien und Kommunikation (Master of Arts) Corporate Finance and Rating (Master of Business Administration) und Informationswirtschaft (Master of Science) und Multimedia (Master of Science) Mathematik (Master of Science) Wirtschaftsmathematik (Master of Science) Materialwissenschaften (Master of Science) Physik (Master of Science) Sozialwissenschaftliche Konfliktforschung (Master of Arts) Europäische Kulturgeschichte (Master of Arts) Deutsch-Französisches Management (Master of Science) Financial Management and Electronic Commerce (Master of Science) Change Management vormals Systemische Unternehmensführung und Beratung (Master of Business Administration) Musiktherapie (Master of Arts) Advanced Materials Science (Master of Science) Ethik der Textkulturen (Master of Arts und Magister Artium) Finance and Information Management (Master of Science) Software Engineering (Master of Science) Historische Kunst- und Bilddiskurse (Master of Arts und Magister Artium) Recht des Geistigen Eigentums und Wettbewerbsrecht (Master of Laws) Otto-Friedrich-Universität Bamberg Anglistik/Amerikanistik Archäologie der Römischen Provinzen Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit Erziehungs- und Bildungswissenschaft Erwachsenenbildung/Weiterbildung Europäische Wirtschaft European Economic European Joint Master s Degree in English and American Germanistik: Literaturwissenschaft und Literaturvermittlung Germanistik: Sprachwissenschaft Geschichte Interdisziplinäre Mittelalterstudien/Medieval Interreligiöse Studien/Interreligious Klassische Philologie Romanistik Slavistik Virtueller Weiterbildungsstudiengang Wirtschaftsinformatik Wirtschaftspädagogik Wirtschaftspädagogik/Wirtschaftsinformatik Eignungsverfahren Anglistik/Amerikanistik European Joint Master s Degree in English and American Interreligiöse Studien/Interreligious Iranistik: Sprache, Geschichte, Kultur Islamische Kunstgeschichte und Archäologie Islamwissenschaft Virtueller Weiterbildungsstudiengang Wirtschaftsinformatik Wirtschaftspädagogik Wirtschaftspädagogik/Wirtschaftsinformatik Universität Bayreuth Bestimmte Bachelor-Abschlussnote African Development in Geography African Language Autom. Comp., Engineering & Mechatronics Biotechnology and Process Engineering Energy Science and Technology

3 Drucksache 16/1493 Bayerischer Landtag 16. Wahlperiode Seite 3 Etudes Francophones Intercultural Anglophone Interkulturelle Germanistik Kultur und Gesellschaft Afrikas Law and Economics Literatur im kulturellen Kontext Literatur und Medien Material Science and Engineering Philosophy & Economics Religionswissenschaft Eignungsverfahren teilweise mit bestimmter Bachelor- Abschlussnote Biochemie und Molekulare Biologie Biodiversität und Ökologie Experimental Geoscience Geoökologie Global Change Ecology Grad. School Mitteleuropa und angelsächsiche Welt Kultur und Sozialanthropologie Materialchemie und Katalyse Mathematik Medienkultur und Medienwirtschaft Molekulare Ökologie Musik und Performance Natur- und Werkstoffchemie Physik (Kondensierte Materie) Physik/Biologische Physik Polymer Science Technomathematik Wirtschaftsmathematik Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Alle Masterstudiengänge sehen eine bestimmte Bachelor- Abschlussnote vor, ggf. kombiniert mit Eignungsverfahren. Ludwig-Maximilians-Universität München Bestimmte Bachelor-Abschlussnote teilweise kombiniert mit Eignungsverfahren Biochemie Bioinformatik Biostatistik Chemie Geologische Wissenschaften Geomaterialien und Geochemie Geophysics Ingenieur- und Hydrogeologie Komparatistik Neuro-cognitive Psychology Osteuropastudien Pharmaceutical Sciences Philosophie, Politik und Wirtschaft Psychology of Excellence in Business and Education Sprachtherapie Statistik Theoretische und Mathematische Physik Volkswirtschaftslehre Eignungsverfahren teilweise kombiniert mit bestimmter Bachelor-Abschlussnote Advanced Materials Science Bioinformatik Biostatistik Chemie Epidemiologie European Master of Science in Management Evolution, Ecology and Systematics Geologische Wissenschaften Geomaterialien und Geochemie Historische Kunst- und Bilddiskurse Ingenieur- und Hydrogeologie Insurance Journalismus Neurosciences Pharmaceutical Sciences Public Health Software Engineering Statistik Technische Universität München Bestimmte Bachelor-Abschlussnote Physik Sport Umwelt- und Ingenieurökologie E-Technik Landmanagement und Land Tenure Microwave Engineering GIST Studiengänge Eignungsverfahren Alle übrigen Masterstudiengänge Universität Passau Bestimmte Bachelor-Abschlussnote Caritaswissenschaft Europäisches Recht Business Administration Geschichte Eignungsverfahren kombiniert mit bestimmter Bachelor-Abschlussnote Europarecht

4 Seite 4 Bayerischer Landtag 16. Wahlperiode Drucksache 16/1493 Geographie: Kultur, Umwelt und Tourismus International Economics and Business European Governance and Public Policy Staatswissenschaften Kulturwirtschaft/International Cultural and Business Master of Education Medien und Kommunikation Russian and East Central European Southeast Asian IT-Sicherheit Universität Regensburg Julius-Maximilians-Universität Würzburg Bestimmte Bachelor-Abschlussnote teilweise kombiniert mit Eignungsverfahren Ägyptologie Altorientalistik Biomedizin Klassische Archäologie Nanostrukturtechnik Vergleichende Indogermanische Sprachwissenschaft Eignungsverfahren teilweise kombiniert mit bestimmter Bachelor-Abschlussnote FOKUS Physik FOKUS Physik-Nanostrukturtechnik Physik Space Science and Technology (Space-Master) Hochschule Amberg-Weiden Hochschule Ansbach Für alle Masterstudiengänge ist ein Eignungsverfahren und teilweise eine bestimmte Bachelor-Abschlussnote erforderlich. Hochschule Aschaffenburg Abschlussnote und teilweise ein Eignungsverfahren erforderlich. Hochschule Augsburg Bestimmte Bachelor-Abschlussnote Energieeffizientes Design Allgemeiner Ingenieurbau Baumanagement Technologiemanagement Mechatronic Systems Eignungsverfahren Architektur Interaktive Mediensysteme Design- und Kommunikationsstrategie International Business und Finance Hochschule Coburg Innenarchitektur Elektro- und Informationstechnik Financial Management Klinische Sozialarbeit Management im Gesundheitswesen Versicherungsmanagement Eignungsverfahren Soziale Arbeit Hochschule Deggendorf Abschlussnote und teilweise ein Eignungsverfahren erforderlich. Hochschule Hof Bestimmte Bachelor-Abschlussnote Software Engineering for Industrial Applications Logisitik Verbundwerkstoffe Marketing Management Hochschule Ingolstadt Hochschule Landshut Abschlussnote erforderlich.

5 Drucksache 16/1493 Bayerischer Landtag 16. Wahlperiode Seite 5 Hochschule München Städtebau Architektur Allgemeiner Ingenieurbau Fahrzeugmechatronik Paper Technology Gebäudetechnik Mikro- und Nanotechnik Photonik Mechatronik/Feinwerktechnik Angewandte Stochastik Wirtschaftsingenieurwesen Betriebswirtschaft Angewandte Forschung in der Sozialen Arbeit Hospitality Management Tourism Management Nachhaltige Gebäudeplanung Internationaler Masterstudiengang System Engineering Wirtschaftsingenieurwesen Interkulturelle Kommunikation und Kooperation Eignungsverfahren Systems Engineering Electrical Engineering Facility Management Paper Technology Gemeinwesenentwicklung, Quartiersmanagement und Lokale Ökonomie Sozialmanagement Sozialarbeit in der Psychiatrie Hochschule Regensburg Abschlussnote ggf. kombiniert mit einem Eignungsverfahren erforderlich. Hochschule Rosenheim Hochschule Weihenstephan Hochschule Würzburg-Schweinfurt Universität der Bundeswehr München Abschlussnote und ggf. ein Qualifizierungsgespräch erforderlich. Evangelische Fachhochschule Nürnberg Abschlussnote erforderlich.

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