Traumberufe Informatik. Studiere Informatik gestalte die Zukunft!

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1 Traumberufe Informatik Studiere Informatik gestalte die Zukunft!

2 Besser zusammenleben dank Informatik 2 Traumberufe Informatik

3 Alles ist verbunden In den Städten leben heute mehr Menschen auf weniger Raum. Das fordert uns heraus und verlangt nach neuen Ideen. Vielen Problemen können wir nur dank der Informatik die Stirn bieten: Sie hilft uns, mit den knapper werdenden Ressourcen effizient umzu gehen. Zum Beispiel bei der Steuerung des Verkehrs, mit einer effizienten Energie verteilung oder durch die Erhöhung der Sicherheit bei Gross anlässen. Traumberufe Informatik 3

4 Editorial Beruf oder Berufung? Informatik ist keine einfache Wissenschaft, sondern eine fordernde eine Wissenschaft für Entschlossene, nicht für Zauderer. Informatik ist vor allem eine faszinierende Wissenschaft, eine Wissenschaft für Entdecker, für Gestalterinnen, für Frauen und Männer, die die Welt weiterbringen wollen. Infor matik ist die Leitwissenschaft der Informationsgesellschaft. Aber was ist Informatik wirklich? Spontan kommt uns in den Sinn: Notebook, Google, Facebook. Sicher hat dies mit Informatik zu tun so wie Sport mit Biologie. Aber Informatik ist viel mehr, geht viel weiter. Informatik er schliesst die Gesetze der Informationsverarbeitung mit Hilfe des Computers. Informatik zeigt Methoden, Möglichkeiten und Grenzen des Computereinsatzes auf. Informatik entwickelt Lösungen komplexer Probleme mit Hilfe des Computers und steuert Prozesse, die der Mensch allein nie bewältigen könnte. Informatik ist nicht eine abstrakte Wissenschaft für Theoretiker, Informatik ist eine konstruktive Wissenschaft, die schafft. Informatikerinnen und Informatiker bauen funktionstüchtige virtuelle Welten und gestalten so die reale Welt. Informatikberufe sind Schlüssel berufe in Dienstleistung und Industrie, in Kultur und Verwaltung, in der ganzen Gesellschaft. Vor allem sind es kommunikative Berufe, denn was Informatikerinnen und Informatiker schaffen, ist von Menschen für Menschen. Erfolgreiche Informatiklösungen entstehen immer in interdisziplinären Teams. Informatik ist noch eine junge Wis senschaft, oftmals verkannt, aber mit prägender Wirkung für unsere Zukunft. Informatikerinnen und Informatiker sind Pioniere der Informationsgesellschaft. Informatik ist Beruf und Berufung zugleich. Dr. Paul Kleiner, Geschäftsführer Hasler Stiftung Inhalt 5 Megatrends Informatik 8 Berufsfelder Informatik 24 Umfrage Faszination Informatik 26 Neun gute Gründe, Informatik zu studieren 27 Informatik als Schulfach 28 Wege in die Informatik Impressum Herausgeberin: Hasler Stiftung, Hirschengraben 6, 3011 Bern, Telefon , Fax , Projektleitung: Dr. Andrea Leu, Senarclens, Leu + Partner AG, Zürich Konzept, Design und Text: Prime, Zürich Redaktionelle Mitarbeit: Annette Kielholz, Ergon AG, Zürich Übersetzung: Supertext AG, Zürich Fotos: Justin Hession, Zürich; bitforge AG, Zürich; Migros Genossenschaftsbund; Stadt Zürich, Schutz & Rettung; Fotoagentur Ex-Press AG, Getty Images, Keystone, Schweizfotos.com Druck: Druckerei Lutz AG, Speicher Auflage: Ex. Deutsch, 3500 Ex. Französisch Jahr: 2014 Bestellung weiterer Broschüren: Hasler Stiftung, Telefon , Weitere Informationen: Die Hasler Stiftung dankt allen Personen, die an der Erstellung dieser Broschüre beteiligt waren. Insbesondere geht der Dank an die Informatikerinnen und Informatiker, die sich für die Porträts zur Verfügung gestellt haben. 4 Traumberufe Informatik

5 Megatrends Informatik Informatik bewegt die Welt Die Idee, die Denkfähigkeit des menschlichen Gehirns zu erweitern, um schwierige Probleme zu lösen, beschäftigt die Menschen schon seit Jahrhunderten. Am Anfang standen einfache Hilfsmittel wie der Zählrahmen Abakus, später folgten immer komplexere Rechenmaschinen. Die Erfindung des Transistors ein elektronisches Bauelement in den 1940er-Jahren stellt einen Quantensprung dar. Die ersten modernen Computer wurden gebaut und haben seitdem unsere Welt in den unterschiedlichsten Formen durchdrungen. 90% der heute weltweit vorhandenen Daten wurden in den letzten zwei Jahren generiert. Informatik bewegt die Welt und schafft neue Welten. Virtuelle Lebens- und Gestaltungsräume setzen dort an, wo wir mit herkömmlichen Methoden nicht mehr weiterkommen, weil alles viel zu komplex geworden ist. So gewinnen wir mit klassischer Physik aus Stauseen Energie für die effiziente Verteilung des Stroms ist aber die Informatik zuständig. Die Biologie erklärt, wie unser Körper funktioniert, aber erst die Informatik ermöglicht den Wissenschaftlern, die Gene des Menschen zu entschlüsseln und somit viele biologische Prozesse, wie die Entstehung von Erbkrankheiten oder Krebs, besser zu verstehen. Am radikalsten hat die Informatik aber unser Kommunikationsverhalten verändert. Informationen sind heute immer und überall zugänglich: Google statt Lexika, Navigationssysteme statt Landkarten, ebay statt Flohmarkt und Skype statt Kabeltelefone. Dass all diese Infrastrukturen nur dank Informatik funktionieren, bleibt uns weitgehend verborgen. Die Informatik liefert Algorithmen, beschreibt Rechenabläufe, ermöglicht Modellierungen und stellt Programme für die Computer zur Verfügung. Sie schafft neue Realitäten, die wir ohne sie nicht kennen würden: Landungen auf fremden Planeten, Querschnitte durch menschliche Körper, geologische Veränderungen unserer Erde im Zeitraffer oder Modellrechnungen für Wetterprognosen, die auch Hurrikans oder Überschwemmungen simulieren können. Visualisierungen und Simulationen erreichen zum Teil eine so hohe Detailtreue, dass man die vom Computer geschaffene Welt oft nicht mehr von Die Informatik setzt dort an, wo wir mit herkömm - lichen Methoden nicht mehr weiterkommen. der echten unterscheiden kann. Aber auch die reale Welt ist ohne Informatik nicht mehr denkbar: Bahnbetriebe können zum Beispiel das Verkehrsaufkommen nur bewältigen, weil der Computer sämtliche Zugsbewegungen «im Griff» hat, bei Ab weichungen vom Fahrplan regelnd eingreift und Störungen be reits vor ihrer Entstehung erkennt und darauf reagiert. Ähnliches gilt für Banken, Industrie unternehmen oder Spitäler. Dank der Informatik haben sich neue Wissensbereiche entwickelt, andere sind zusammengewachsen: Die Bioinformatik löst zum Beispiel Fragestellungen aus den Lebenswissenschaften mit theoretischen computergestützten Methoden, und die Mechatronik verknüpft Elemente der Mechanik, der Elektronik und der Informatik. Und es geht weiter: Denn die Informatik bewegt und gestaltet unser Leben. In allen Bereichen. Täglich. Auf der ganzen Welt. Welche Herausforderungen erwarten uns wohl in Zukunft? Big Data Daten sind der Kern der Informationsgesellschaft. Je der Smartphone-Nutzer, jedes Unternehmen und viele Maschinen produzieren täglich eine Unmenge davon. Allein im öffentlich zugänglichen Internet, so schätzen Experten, stehen aktuell Informationen im Volumen von knapp drei Zettabyte eine Drei mit 21 Nullen. Alle zwei Jahre soll sich diese unvorstellbare Menge verdoppeln. Und noch interessanter: 90 Prozent der heute weltweit vorhandenen Daten wurden in den letzten zwei Jahren generiert. Traumberufe Informatik 5

6 Immer mehr Daten werden in zentralen Rechnern in der Cloud gespeichert. Bei Big Data geht es um viel mehr als um Grösse und Menge. Es geht um neue Gestaltungs - möglichkeiten in fast allen Lebensbereichen. 3 Zettabyte Volumen der aktuellen Informationen im Internet Sie stammen aus den unterschiedlichsten Quellen: aus Beiträgen auf Social-Media-Sites, digitalen Bildern und Videos, Datensätzen zu Kauftransaktionen, GPS-Signalen von Mobiltelefonen und vielen mehr. Auch die Wissenschaften und die Medizin stützen sich zunehmend auf grosse Datenmengen: Sensoren sammeln Klimadaten, Messungen mit hochkomplexen Apparaturen erweitern unser Wissen von der Welt auf der subatomaren wie der kosmologischen Skala, bildgebende Verfahren vermitteln Einblicke in das menschliche Gehirn und seine Funktionsweise, Genomanalysen und verwandte Verfahren revolutionieren unser Verständnis des Lebens. Die Analyse dieser grossen Datensammlungen, Big Data, ist eine grosse Herausforderung, weil es dabei nicht nur um strukturierte Daten wie etwa Verkaufszahlen geht, sondern auch um unstrukturierte wie Bilder und Texte. Unternehmen, Organisationen, wir alle können diese Mengen an Informationen nur nutzen, wenn sie sinnvoll auf - bereitet werden. Analyse in Echtzeit ist bei Big Data oftmals ein zentraler Faktor. Bei zeitkritischen Prozessen, etwa bei der Erkennung von Betrugsversuchen, ist eine Minute schon zu lange. Die Daten müssen bereits während der Übermittlung analysiert werden, um den Schaden begrenzen zu können. Bei Big Data geht es also um viel mehr als um Grösse und Menge. Es geht um neues Wissen und damit um neue Gestaltungsmöglichkeiten in fast allen Lebensbereichen. Internet der Dinge Über das Internet kommunizieren nicht nur Menschen miteinander, sondern auch Menschen mit Ge räten oder Maschinen mit anderen Maschinen, zum Beispiel Haushaltsgeräte, Autos oder Registrierkassen. Immer mehr Gegenstände werden mit Minicomputern ausgestattet, die mit dem Internet «sprechen» können. Sie können von Menschen über das Netz gesteuert werden oder selbstständig mit einander interagieren. Im Internet der Dinge er zeugen also nicht mehr nur Menschen Daten, sondern auch Gegenstände. Es endet nicht am Bildschirm eines Internetnutzers, sondern verknüpft die physische mit der virtuellen Welt. Jeder Gegenstand, jeder Ort kann ein aktiver Teil des Internets werden. So wie heute jedes Unter nehmen, jeder Mensch seine eigene Homepage erstellen kann, besitzt im Internet der Dinge jeder einzelne Gegenstand seine eigene virtuelle Identität und kann sie automatisch pflegen. Diese sogenannten smarten Dinge sammeln über ihre Sensoren Informationen zu ihrem Zustand und zu ihrer Umgebung und geben sie an ihr Profil im Internet weiter. Die Anwendungsmöglichkeiten sind breit und reichen von der Gebäudetechnik über die Automobilindustrie bis in die Medizin: So kann in Zukunft ein Hemd, das über verschiedene Sensoren die Symptome eines Herzanfalls erkennt, automatisch den Notarzt rufen. Cloud-Computing Unkompliziert und immer griffbereit: Hat ein Nutzer einen Cloud-Dienst auf seinem Heimrechner, seinem Notebook und seinem Smartphone, ist ein auf dem PC im Arbeitszimmer gespeichertes Foto automatisch auch auf allen mobilen Geräten abrufbar. Dokumente, Videos oder Musik stehen so jederzeit und überall zur Verfügung eine Internetverbindung vorausgesetzt. Der Trend ist unverkennbar: 6 Traumberufe Informatik

7 Cloud Cloud-Computing ist völlig unabhängig von Ort und Zeit. Immer mehr Rechenleistung, Software und Daten werden vom Computer in die Cloud verlagert. Clouds sind Datenspeicher und bieten gleichzeitig Rechenleistung. Sie haben den Vorteil, dass sie flexibel sind und der Kunde nur so viel Leistung be - zahlen muss, wie er auch nutzt. Zum anderen bieten sie die Möglichkeit, dass verschiedene Personen von überall und mit unterschiedlichen Geräten auf die gleichen Daten zugreifen können. Ein weiterer Vorteil ist das Online-Back-up, das auch dann noch da ist, wenn das Mobilgerät verloren geht. Die eigentliche Arbeit läuft auf den Servern. End geräte können auch Smart phones oder Netbooks sein, die selbst nur über vergleichsweise geringe Prozessor- und Speicherausstattung verfügen. Die Techno logien, die beim Cloud- Computing genutzt werden, sind nicht neu. Weiterentwickelt und kombiniert, ergeben sich aber faszinierende neue Möglichkeiten. Cloud-Computing ist komplett unabhängig von Ort und Zeit: Überall, wo es Internet gibt, kann losgelegt werden. Das Internet endet nicht am Bildschirm, sondern reicht hinaus in die physische Welt. Der neue Trend wird zu tiefgreifenden gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Veränderungen führen. Dank Internet und den sozialen Medien wird die Sharing-Economy von immer mehr Jungunternehmern in die Praxis umgesetzt. Die Wirtschaftskrise hat dafür gesorgt, dass die Nachfrage nach «Teil-Angeboten» steigt. Findige Unter nehmen führen «Teil- Willige» gegen eine Gebühr zusammen. Die Nachfrage ist bereits so stark gewachsen, dass nun auch grosse internationale Unternehmen einsteigen. Die Sharing-Economy lässt ganze Branchen zusammenrücken. Gemeinsam werden Innovationen vorangetrieben, beispielsweise zwischen Telekommunikationsanbietern und der Automobilindustrie. Aber auch auf politischer Ebene birgt Sharing-Economy gros ses Potenzial. So sollen etwa Datenströme verschiedener Be hörden ausgewertet werden, um die Verwaltung effizienter und näher am Bürger, an der Bürgerin zu gestalten. Sharing-Economy «Teilen statt haben» ist eine Entwicklung, die nur über die digitale Welt möglich ist erreichte diese Idee mit der Musiktauschbörse Napster erstmals die Massen: Konsumenten teilten wenn auch nicht legal Millionen von MP3-Files miteinander. Aber Wohnungen, Autos, Bohrmaschinen, Kettensägen, Grills und Hunde? Das wäre damals abwegig erschienen. Nun erfasst die Sharing-Bewegung die Welt der breiten Öffentlichkeit. Traumberufe Informatik 7

8 8 Traumberufe Informatik Nachhaltigkeit inklusive: Dank Online-Information und -Buchung wird günstiges und umweltfreundliches Reisen einfacher.

9 Berufsfelder Informatik Usability von Anfang an: Wie jeder zu seinen Traumferien kommt Hätte Timo nicht Informatik studiert, wäre seine Wahl auf Politikwissenschaft gefallen. Heute entwickelt er Benutzeroberflächen von Applikationen, die für alle einfach bedienbar sind. «Das Tolle an meinem Beruf ist, dass Informatik, Kreativität und Alltagsnutzen zusammen kommen.» Timo Würsch, User-Experience-Architect «Ich habe schon im Gymi Computer für Games, aber auch für Präsentationen eingesetzt.» Zufällig bekam er einen Informationsflyer der ETH Lausanne in die Hände. «Der Studiengang Kommunikationssysteme klang interessant. Ich hatte damals keinen klaren Berufswunsch, wusste nur, dass ich frei und kreativ arbeiten und gleichzeitig etwas Konkretes schaffen möchte. Ausserdem dachte ich, dass man damit sicher gute Job- und Lohnaussichten hat.» Heute entwickelt Timo als User-Experience- Architect Benutzeroberflächen von Applikationen für das Web, Tablets und Mobiltelefone. Sein Konzept und seine Skizze legen fest, wie man sich zum Beispiel von der Feriensuche über die Vorauswahl der schönsten Orte bis hin zur Ferienbuchung und Zahlung durch eine Applikation bewegt. «Bei meiner Arbeit steht die Benutzerfreundlichkeit der tech nischen Geräte im Vordergrund.» Ausserdem schätzt er die Abwechslung in seinem Beruf. Der Lohn und der gesicherte Karriereweg sind Timo inzwischen nicht mehr so wichtig. «Viel wichtiger ist mir, dass ich den Freiraum zu experimentieren habe und dass ich nicht nur das Produkt, sondern auch die Firma mitgestalten kann. Mit meiner Arbeit will ich dazu beitragen, dass kom plizierte Technik so einfach zugänglich wird, dass sie jeder und jede sinnvoll nutzen kann.» Timo will einmal Technologie nutzen können, um einen Beitrag zur Lösung aktueller Probleme unserer Gesellschaft zu leisten. «Ich denke beispielsweise an Themen wie nachhaltigen Tourismus oder Arbeits losigkeit. Hier kann IT entscheidend zur Lösung beitragen, indem sie Menschen Zugang zu Wissen und kritischen Informationen verschafft. Und ich bin dann dafür zuständig, dass sie diese Informationen auch einfach verstehen können. Timo Würsch, 33 Ausbildung: Gymnasiale Maturität, Schwerpunkt Latein; Bachelor in Kommunikationssysteme, EPFL ( ); Master in Informatik, ETH Zürich ( ) Laufbahn: Entwickler, Schweizerische Bankiervereinigung ( ); Application-Architect, Unic AG ( ); User-Experience-Architect, Zeix AG (seit 2013) User-Experience-Architect Ein User-Experience-Architect stellt sicher, dass eine Applikation für Web oder Mobiltelefon benutzerfreundlich und selbsterklärend ist. Er befasst sich dabei ausschliesslich mit dem Frontend, das heisst der Benutzeroberfläche von Applikationen. User-centered Design stellt übliche IT-Projektprozesse auf den Kopf, da die User-Experience- Architects zuerst eine gut verständ liche Benutzeroberfläche entwickeln und damit die technische Umsetzung mitbestimmen. Website: ist schon seit vielen Jahren meine Hauptquelle für Technologie-News. Traumberufe Informatik 9

10 Chef eines Start-ups zu sein, ist harte Arbeit, macht aber auch viel Spass. Studium als Sprungbrett in die Selbstständigkeit Die vielversprechenden Berufsaussichten bewegten Daniel Moser dazu, Informatik zu studieren. Später merkte er, dass seine Ausbildung auch eine gute Grundlage ist, um sich selbstständig zu machen. «Computer haben mich schon in meiner Jugend fasziniert. Ich begeisterte mich für Spiele, Bild- und Videobearbeitung und experimentierte mit allen möglichen Programmen.» Ein Informatikstudium lag da nahe, denn Daniel wollte ein «Die guten Berufsaussichten waren ausschlaggebend für meinen Entscheid, Informatik zu studieren.» Daniel Moser, CEO eines Start-ups umfassenderes Verständnis für Computer entwickeln. Andererseits interessierten ihn auch Naturwissenschaften wie Physik und Chemie. «Die guten Berufsaussichten waren schliesslich ausschlag gebend für meinen Ent scheid, Informatik zu studieren.» In der Nähe des Basler Flughafens aufgewachsen, träumte Daniel als Kind davon, Pilot zu werden. Hoch hinaus wollte er auch noch im Erwachsenenalter. «Ich suchte eine sichere Stelle mit einem hohen Einkommen und guten Karriereaussichten.» Diese fand er und arbeitete vier Jahre als Software- Ingenieur im Angestelltenverhältnis. Ein eigenes Unter nehmen zu gründen, konnte er sich damals nicht vorstellen: «Meine Eltern waren beide An - gestellte, Selbstständigkeit war bei uns in der Fami - lie kein Thema.» Jungunternehmerkurs besucht «Als ein Kollege ein Start-up gründete, begann ich mich für das Unternehmertum zu interessieren.» Daniel belegte den Jungunternehmerkurs Venture Challenge der Eidgenössischen Förderagentur für Innovation KTI. Er entwickelte die Geschäftsidee für seine heutige Firma quitt.ch: eine Online-Plattform, die sich um die korrekte Anstellung von Haushaltshilfen für Private kümmert. «Ich arbeite mehr und verdiene weniger als früher, aber meine Arbeit ist kreativer und macht mehr Spass.» 10 Traumberufe Informatik

11 Mit Tablets kommt die Bank heute zum Kunden. Daniel Moser, 31 Ausbildung: Gymnasiale Maturität, Schwerpunkt Naturwissenschaften; Grundstudium Informatik, ETH Zürich ( ); Master in Informatik, ETH Zürich ( ); Jungunternehmerkurs Venture Challenge (2010) Laufbahn: Software-Ingenieur, Zühlke Engineering AG ( ); CEO ServiceHunter AG/quitt.ch (seit 2010) CEO eines Start-ups Die Idee für sein Start-up quitt.ch entwickelte Daniel Moser in einem Jungunternehmerkurs. Heute hilft die Online- Plattform quitt.ch Privatpersonen, ihr Arbeitsverhältnis mit Putzpersonal, Babysittern oder Nachhilfelehrern korrekt anzumelden und fortlaufend zu administrieren. Ziel ist es, Arbeitgebern das Leben zu erleichtern und Angestellten ein faires Arbeitsverhältnis zu ermög lichen. Das Start-up ist schweizweit tätig und beschäftigt sechs Mitarbeitende. Website: bzw. die neue MeteoSwiss App dank der Radar informationen kann ich meinen Weg zur Arbeit jeweils optimal planen. Es sind die interdisziplinären Tätigkeiten, die Daniel am Unternehmertum faszinieren: die Verbindung von Technik und Kommerzialisierung von Dienstleistungen. Im Informatikstudium hat er sich abstraktes Denkvermögen angeeignet. «Das war für den Firmenaufbau sehr nützlich, denn da muss man systematisch vorgehen.» Ausserdem gebe ihm das Informatikstudium Sicherheit. «Wenn es mit der Selbstständigkeit nicht klappt, finde ich jederzeit wieder eine attraktive Anstellung als Informatiker.» Zusammenspiel von Bankwissen und Informatik Kristina Rusnak wollte immer Bankkauffrau werden. Als sie es war, merkte sie, dass Informatik sie viel stärker interessierte. Als Business- Analystin verbindet sie die Erfahrung aus beiden Welten. Als Auszubildende bei der Dresdner Bank schaffte Kristina den Einstieg in ihre Wunschbranche. Nach dem BWL-Studium arbeitete sie bei der Deutschen Bundesbank, wechselte dort intern und betreute die Handelsraum-IT. «Ich war zuständig für die Instandhaltung der Hard- und Software. Diese praktische Tätigkeit gefiel mir ausgezeichnet.» Kristina fühlt sich heute in der Informatikbranche am richtigen Ort. «Das enge Zusammenspiel von Bankwissen und IT hat mich fasziniert. Ich sah darin ein grosses berufliches Potenzial.» Kristina begann ein berufsbegleitendes Studium in Wirtschaftsinformatik und wechselte bald in die Schweiz zu Avaloq, einem Spezialisten für Bankensoftware. Heute entwickelt sie als Business Analystin neue Funktionalitäten im Be - reich der komplexen Finanzderivate und kann so ihr Bankwissen ideal mit dem IT-Know-how verbinden. «Zu einem Traumjob gehört für mich, die konkreten Auswirkungen meiner Arbeit zu sehen. Ich muss das Gefühl haben, dass die Ergebnisse meiner Tätigkeit nützlich sind.» Kristina Rusnak, 33 Ausbildung: Gymnasiale Maturität, Schwerpunkt Englisch und Mathematik; Diplom-Betriebswirtschaft, Fachhochschule der Deutschen Bundesbank ( ); Diplom-Wirtschaftsinformatik, AKAD Fachhochschule Pinneberg ( ) Laufbahn: Auszubildende / Sachbearbeiterin, Dresdner Bank AG ( ); Sachbearbeiterin Bundesbank ( ); Business-Analystin/Business-Consultant, Avaloq Evolution AG (seit 2007) Business-Analystin Die Business-Analystin definiert zu - sammen mit den internen oder externen Kunden die Anforderungen an ein Projekt und übersetzt diese in Informatikprozesse. Kristina Rusnak führt unter anderem neue Funktionen im Bereich der komplexen Finanzderivate ein, um die Wettbewerbsfähigkeit des Avaloq Banking Systems zu erhöhen. Website: mein mobiles Web-Entry-Portal. Man richtet sich sein Dashboard mit Widgets ein und kann darauf von jedem Rechner zugreifen. Traumberufe Informatik 11

12 Der Veloplan leitet Drahtesel sicher durch die Stadt. IT-Teamplayerin statt Gesangssolistin Anna Birnstein fiel die Studienwahl schwer, denn sie hat viele Interessen. Heute bringt sie als Solution-Consultant für SAP-Anwendungen ihre fachlichen und menschlichen Qualitäten ein. Anna ist über Umwege zur Informatik gekommen. Sie sang leidenschaftlich gerne, engagierte sich im Schulchor und trat als Solistin auf. Musicalsängerin, aber auch Schreinerin oder Goldschmiedin hätte sie sich vorstellen können. «Ich wollte einfach keinen eintönigen Job.» Das Interesse für Informatik weckte ihre erste Stelle bei Ciba in Basel. «Dank meiner guten SAP-Kenntnisse wurde ich Power-Userin im Bereich Services and Solutions.» Die Arbeit als Ansprechpartnerin für andere End-User machte ihr viel Spass. Deshalb entschloss sie sich, den Master in Wirtschaftsinformatik zu machen. «Jedes Unternehmen tickt anders» Heute berät Anna als Solution-Consultant bei der asem group Kunden unterschiedlicher Branchen und erhält dadurch Einblick in viele Bereiche. «Jedes Unternehmen tickt anders, hat eine andere Sprache und Kultur.» Sie passt zum Beispiel SAP-Anwendungen an die Bedürfnisse eines Kunden an, der unter anderem für den städtischen Veloplan zuständig ist. Ziel ist hier die optimale Planung des Velonetzes. Anna Birnstein, 29 Ausbildung: Gymnasiale Maturität, Schwerpunkt Naturwissenschaften (Spanien); Bachelor in Betriebswirtschaftslehre, Europäische Wirtschaftsakademie Madrid ( ); Master in Wirtschaftsinformatik, Otto-Friedrich-Universität Bamberg ( ) Laufbahn: Financial Controller, Siemens S.A. Madrid ( ); Serviceund Solutions-Accountant/Junior-R&D- Controller, Ciba AG/BASF AG Basel ( ); Solution-Consultant, asem group ag Zürich (seit 2012) Solution-Consultant Als Solution-Consultant bei der asem group betreut Anna Birnstein SAP- Beratungsprojekte im Bereich des Portfolio- und Projektmanagements. Sie führt Istanalysen durch, zeigt Opti mierungs potenzial auf und erstellt an schliessend das Sollprozessmodell und den Ergebnis bericht. Website: bietet die neuesten Nachrichten aus der IT-Welt. Vom Automechaniker zum Doktoranden Elektronisch abstimmen wird bald zur Realität in der Schweiz. Michael Schläpfers Berufsweg ist unkonventionell: Zuerst absolvierte er eine Lehre als Automechaniker, heute schreibt er an der ETH seine Doktorarbeit zu E-Voting in der Schweiz. In Zukunft würde er gerne in der Automobilbranche arbeiten, da dort Informatik immer wichtiger wird. Michael hatte schon früh einen konkreten Berufstraum. «Mich faszinierten tragbare Computer. Irgendwann wollte ich einen Beruf ausüben, bei dem ich einen Portable Computer benutzen kann.» Auf sein Drängen hin schenkten ihm die Eltern schliesslich einen Commodore 64. «Für mich tat sich eine neue Welt auf. Ich war auf Anhieb begeistert und lernte die Programmiersprache BASIC.» Sein Berufsweg führte Michael jedoch erst auf Umwegen zur Informatik. Da ihn Autos begeisterten, absolvierte er eine Lehre als Automechaniker mit anschliessender Berufsmaturität. Schon während der Lehre besuchte er Informatikkurse. Danach stand für ihn fest, dass er Informatik studieren wollte. «Das Berufsfeld der Informatik ist gross und facettenreich. Zudem stehen einem damit viele Türen offen, auch wenn man noch kein konkretes Berufsziel hat.» Nach dem Bachelor an der ZHAW in Winterthur wechselte er für das Masterstudium an die ETH Zürich und vertiefte sich im Be - reich Informationssicherheit. «Ich bin überzeugt, dass gerade die Informationssicherheit in vielen Branchen an Bedeutung gewinnen wird.» 12 Traumberufe Informatik

13 Top-Chancen auf dem Arbeitsmarkt Für Michael ist seine Forschungsarbeit im Projekt «Vote électronique» der Schwei - zerischen Bundeskanzlei ein Traumjob: «Ich kann Neues lernen, Neues entdecken, Neues schaffen.» Er blickt erwartungsvoll in die Zukunft. «Immer wieder bekomme ich Jobangebote und erlebe auch bei Ar beitskollegen, dass Informatiker auf dem Arbeitsmarkt ausgezeichnete Chancen haben.» Sein Ziel ist, nach Abschluss seiner Doktorarbeit in die Privatwirtschaft zu wechseln. «Am liebsten würde ich in der Automobilbranche arbeiten. IT-gesteuerte Assistenzsysteme werden dafür sorgen, dass es in Zukunft viel weniger Unfälle gibt.» Safety first: Fabio Ferrari ist für alle internen Zugriffsberechtigungen verantwortlich. Im Herzen der Firma Michael Schläpfer, 35 Ausbildung: Berufslehre Automechaniker mit Berufsmaturität; Bachelor in Kommunikation und Informatik, Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) ( ); Master in Informatik, ETH Zürich ( ); Doktorat in Informationssicherheit, ETH Zürich ( ) Laufbahn: Automechaniker; Wissenschaftlicher Assistent, Institut für angewandte Informationstechnologie, ZHAW Winterthur ( ); Doktorand und wissenschaftlicher Assistent, Institute of Information Security, ETH Zürich (seit 2009) Wissenschaftlicher Assistent Information Security Als Doktorand und wissenschaftlicher Assistent am Institut für Informationssicherheit ist Michael Schläpfer mit einem 100-Prozent-Pensum an der ETH Zürich angestellt. Er hat einen Lehrauftrag im Bereich Informationssicherheit und arbeitet zudem an seiner Doktor arbeit zum Thema Informationssicherheitsgrundlagen im Rahmen des Projekts «Vote électronique» der Schweizerischen Bundeskanzlei. Website: Unter findet man aktuelle Informationen zu E-Voting aus Sicht der Wissenschaft. Früher verwandelte Fabio Ferrari Mixer oder Kaffeemaschinen in ferngesteuerte Multifunktionsgeräte. Heute schätzt er an seinem IT-Job nicht nur die kreative Freiheit, sondern auch die grosse Verantwortung und die guten Aufstiegsmöglichkeiten. Elektronische Geräte fand Fabio schon als Junge faszinierend. «Ich schraubte funktionstüchtige Haushaltsgeräte auseinander und baute sie wieder so zusammen, dass zeitgesteuerte Kaffeemaschinen oder tickende Mixer entstanden.» Später bestätigte der Berufsberater, dass er das Rüstzeug für eine Informatiklaufbahn hat. «Schon nach dem ersten Tag in der IT-Schnupperlehre war mir klar: Ich will Informatiker werden.» Nach Lehrabschluss und Berufsmaturität entschied sich Fabio für ein Bachelorstudium in Computer Science. Zwei Jahre später hängte er ein Wirtschafts-Masterstudium an. Heute leitet Fabio die Gruppe Identity- und Access-Management- Systeme bei der Raiffeisen Bank. «Ich bin unter anderem für sämtliche Be rechtigungen aller Bankmitarbeitenden verantwortlich.» Fabio und sein Team arbeiten je nach Projekt mit unterschiedlichen Abteilungen zusammen. «Wir sind mitten im Geschehen und haben diverse interne Kunden und Ansprechpartner.» Fabio Ferrari, 29 Ausbildung: Informatiklehre mit Berufsmaturität; Bachelor in Computer Science, Hochschule Rapperswil (HSR) ( ); Master in Business Administration and Engineering, Hochschule für Angewandte Wissenschaften St. Gallen (FHS St. Gallen) ( ) Laufbahn: Software-Ingenieur, Metrohm AG ( ); Leiter Identity- und Access-Management-Systeme, Raiffeisen Schweiz (seit 2010) Leiter Identity- und Access- Management-Systeme Unternehmen arbeiten häufig mit sensiblen Daten. Je grösser ein Unternehmen ist und je sensibler die Daten sind, desto wichtiger ist die Verwaltung von Identitäten und Berechtigungen. Die Identity- und Access-Management- Systeme (IAM-Systeme) gewährleisten, dass nur dazu autorisierte Personen Daten zugriff erhalten. Website: Traumberufe Informatik 13

14 Bild: Schutz & Rettung Schutz & Rettung ist dank IT im Notfall schnell vor Ort. Am Puls des Lebens Die Einsatzleitzentrale ist das Hirn von Schutz & Rettung Zürich. Und eine funktionierende IT die Voraussetzung für deren reibungs losen Betrieb und Weiterentwicklung. Philipp Vontobel leitet eines der drei IT-Teams von Schutz & Rettung. «Informatik ist DER Querschnittsfachbereich. Überall, wo etwas passiert, sind wir mitten drin.» Philipp Vontobel, Stv. Abteilungsleiter ICT/ Teamleiter Bereits in der Primarschule wurde Philipp mit dem Computervirus infiziert: «Wir hatten damals einen ausgemusterten Mac Classic zu Hause. Zuerst interessierte ich mich nur für Games, später auch für Textverarbeitung. Dies führte während der Kantizeit zu diversen Supportund Beratungsaufträgen im Bekannten- und Verwandtenkreis.» Als Kind träumte Philipp davon, Fussballer oder Fussballtrainer zu werden. Heute sagt er: «Informatiker ist mein Traumberuf. Die Informatik ist DER Querschnittsfachbereich. Überall, wo etwas passiert, sind wir mitten drin.» Deshalb seien die An - forderungen an diesen Beruf sehr hoch. «Wir brauchen die besten und viel seitigsten Leute.» Philipp hat sich für ein Studium als Wirtschaftsinformatiker entschieden, weil dieses Studium in terdisziplinär ist. Der Fokus liegt zwar auf der In formatik, aber auch BWL und VWL werden vertieft. «Danach spricht man sowohl die Sprache der Informatik als auch die der Wirtschaft. Da - durch öffnet man das Tor zu einer ganzen Palette spannender Jobs.» Junger Teamleiter Mit 30 Jahren leitet Philipp bereits ein Team von vier IT-Projektleiterinnen und -Projektleitern bei Schutz & Rettung. In dieser Funktion ist er mit di versen Ab tei lungen der Stadt in Kontakt: «Ich bin immer wieder überrascht ob der enormen Vielfalt innerhalb der Stadtverwaltung. Es gibt wohl keine Berufsgattung, die nicht irgendwo in der Stadt im Einsatz steht. Ich erlebe das Umfeld als sehr dynamisch es läuft immer etwas.» Für die Zukunft erwartet Philipp, dass die Informatik in weitere Bereiche unseres Lebens vordringt und dabei mit anderen Disziplinen verschmilzt, auch in seinem Berufsfeld. So könnte zum Beispiel 14 Traumberufe Informatik

15 Energie wird in Zukunft über Informatiknetzwerke verteilt. Philipp Vontobel, 30 Ausbildung: Gymnasiale Maturität, Schwerpunkt Wirtschaft und Recht; Master in Wirtschaftsinformatik, Universität Zürich ( ) Laufbahn: Accountant und IT-Spezialist, A Plus Reinigungen GmbH ( ); Stv. Abteilungsleiter ICT/Teamleiter Projekte, Stadt Zürich, Schutz & Rettung (seit 2007) Stv. Abteilungsleiter ICT/ Teamleiter Projekte Philipp Vontobel arbeitet am Puls der Stadt Zürich, denn bei Schutz & Rettung geht es oft um Leben und Tod. Nur wenn die Einsatzleitzentrale einwandfrei funktioniert, kommen Rettungs wagen und Feuerwehrautos rechtzeitig an ihren Einsatzort. Ohne Informatik wäre das unmöglich. Website: ist meine erste Anlaufstelle für IT-News. Sie deckt von Business bis Unterhaltung die gesamte Bandbreite ab und bringt auch mal gesellschaftliche Themen auf. die Beschaffung einer neuen Feuerwehruniform zum Informatikprojekt werden, denn neue Technologien erlauben es, die Anzüge mit Hitzewarnmeldern auszurüsten, die laufend Daten an die Einsatzleitzentrale liefern. «Den klassischen Informatiker gibt es schon lange nicht mehr», sagt Philipp. «Das ist höchstens noch ein Sammel begriff für eine enorme Vielfalt von Berufen an der Schnittstelle zwischen Technologie und unserem Leben.» Verschiedene Interessen unter einen Hut bringen Regina Dietiker war früher das einzige Mädchen in ihrem Umfeld, das sich für Computer interessierte. Heute leitet sie komplexe Informatik-Entwicklungsprojekte für Grosskunden. Computer haben Regina fasziniert, seit ihr Vater den ersten Rechner in seinem Geschäft angeschafft hat. «Weil ich den Computer so oft in Beschlag nahm, schenkten mir meine Eltern schliesslich einen eigenen, auf dem ich herumtüfteln konnte.» In ihrer Jugend wollte Regina Archäologin werden. Später überlegte sie sich, an der Uni Geschichte, Latein oder Jura zu belegen. Schliesslich entschied sie sich für Informatik: «Ich wollte etwas Prak tisches studieren, etwas, mit dem man einen konkreten Beruf ausüben kann und eine sichere Stelle findet.» Als Projektleiterin für Informatik-Entwicklungsprojekte bei Zühlke Engineering AG hält Regina alle Fäden in der Hand. Sie entwickelt etwa Applikationen für ein neues Backoffice-System bei einem Ener - gie dienstleister oder ein Programm für das Verwalten von Privatbuch haltungen. «Mir gefällt es, mit Vertretern verschiedener Fachbereiche eines Unternehmens ein komplexes Problem zu lösen.» Regina Dietiker, 35 Ausbildung: Gymnasiale Maturität, Schwerpunkt Latein; Bachelor in Informatik, Verteilte Systeme, Applikationsentwicklung, Fachhochschule Nordwestschweiz (FHNW) ( ) Laufbahn: Projektleiterin für Informatik-Entwicklungsprojekte, Zühlke Engineering AG (seit 2004) Applikationsentwicklerin Applikationsentwickler sind in Software-Entwicklungs-Unternehmen, Versicherungen, Banken und anderen grös seren Unternehmen tätig. Sie erstellen Anwendungen für spezifische Probleme. Im Team mit anderen Fachpersonen sind sie am gesamten Prozess von der Bedürfnisabklärung über die Entwicklung und das Testing bis zur Einführung bei den Anwendern beteiligt. Zu jeder Anwendung erstellen sie auch eine ausführliche Dokumentation. Website: ist eine sehr übersichtliche Shoppingwebsite. Hier kann man nach Herzenslust stöbern und sich inspirieren lassen. Traumberufe Informatik 15

16 Gehört heute zum Standard: E-Banking über das Smartphone. Übersetzerin zwischen Business und Informatik Kunden erledigen ihre Bankgeschäfte zunehmend über E-Banking und Mobile Banking. Isabel Nünlist sorgt als IT- Business-Analystin bei UBS dafür, dass diese Applikationen möglichst viele Kundenbedürfnisse abdecken. Computer faszinierten Isabel bereits als Kind, aber sie kam aus purem Zufall zur Informatik. «Während meines Studiums landete ich durch einen Studentenjob in der IT-Abteilung von UBS.» Dort gefiel es ihr so gut, dass sie nach dem Abschluss als IT-Business-Analystin bei der Bank einstieg. Ursprünglich absolvierte Isabel eine Lehre als Bauzeichnerin. Der Beruf machte ihr Spass, doch sie wollte sich weiterentwickeln. Massgeschneiderte Lösungen für komplexe Bedürfnisse zu ent wickeln, findet sie spannend: «Als IT-Business- Analystin kann ich genau das tun. Es ist wie Spezifikationen für den Bau eines Hauses fest zulegen: Wie viele Zimmer be - nötigt der Kunde, wie gross muss die Garage sein?» Bei ihrem jetzigen Job analysiert und definiert Isabel in enger Zusammenarbeit mit den Software-Entwicklern, wie sich die Bedürfnisse der Kunden technisch um - setzen lassen. «Ich muss aktiv zuhören, analytisch denken, Zusammenhänge und Auswirkungen erkennen sowie geschickt verhandeln.» Isabel Nünlist, 33 Ausbildung: Bauzeichnerlehre BMS; Bachelor in Betriebsökonomie FHNW ( ); Master in Business Analysis ZHAW ( ) Laufbahn: Business-Analyst und Project-Manager, UBS Credit Risk Solutions ( ); Senior- Business-Analyst, UBS e-banking & Mobile Banking (seit 2010) IT-Business-Analystin Der Erfolg eines IT-Projekts hängt massgeblich davon ab, dass die IT- Business-Analystin die Kundenbedürfnisse möglichst präzise erfasst und danach in Informatikprozesse übersetzt. Für diese Brückenfunktion zwischen Fachbereich und Informatik sind eine hohe Sozial- und Kommunikations kompetenz, ein aus geprägtes analy tisches Denken sowie gestalterisches Flair notwendig. Website: einfach grossartig und inspirierend! Bild: Keystone Der Mann, der bei der SBB alles verknüpft Der pünktlich eingehaltene Taktfahrplan der SBB wird weltweit bewundert. Jamie Townsend war einer der ersten Informatikstudenten von Queensland. Heute sorgt der Australien-Schweizer dafür, dass bei der SBB die Informatiksysteme miteinander sprechen. «Technik hat mich schon immer fasziniert bereits als kleiner Junge habe ich blinkende LED oder Radios gebastelt.» Jamie war im australischen Queensland einer der Ersten, der Informatik studierte. «Der Arbeitsmarkt für Informatiker war damals sehr beschränkt. Trotzdem haben meine Eltern meine Studienwahl unterstützt.» Eigentlich wollte er als Kind Pilot wer den. «Mittlerweile bin ich zumindest Gleitschirmpilot.» Die Faszination für ferne Länder und fremde Kulturen hat ihn jedoch nicht losgelassen. Dank sei - ner IT-Jobs ist er viel in der Welt herumgekommen. Der Umzug von Australien in die Schweiz ist Jamie dank der Informatik leicht gefallen. «IT ist eine Sprache, die überall auf der Welt verstanden wird.» Mittlerweile ist er eingebürgert und spricht Berner Dialekt. «Bei meinen Freunden bin ich als der Australier be kannt, der schweizerischer als die Schweizer ist. 16 Traumberufe Informatik

17 Christian entwickelt genau auf den Kunden zugeschnittene Lösungen. Jamie Townsend, 39 Ausbildung: Bachelor in Information Technology, University of Queensland, Australien Laufbahn: Solutions-Consultant, Progress Software Australia ( ); Senior-Software-Architect, Progress Software AG ( ); Integra tion- Architect und Teamleiter Software- Engineering und Integration-Technologies-Team, SBB (seit 2011) Integration-Architect Als Integration-Architect implementiert Jamie Townsend mit seinem Team die sogenannte Middleware. Diese Vermittlungssoftware verknüpft viele Informatik anwendungen innerhalb der SBB miteinander. Middleware stellt eine Ebene in einem komplexen Software-System dar, die als Dienstleister anderen, nicht miteinander verbundenen Software-Komponenten den Daten austausch und die Datensynchronisation ermöglicht. Website: ist eine Mischung aus einem webbasierten Nachrichtenticker und einem Weblog mit Fokus auf technische Neuigkeiten. Ich liebe die Alpen, interessiere mich für Schweizer Geschichte, jodle gerne und habe auch schon Alphorn ge blasen.» Bei der SBB leitet Jamie ein zehnköpfiges Team, das für die Verknüpfung der internen Informatiksysteme zuständig ist vom Fahrplan über die Finanzen bis zu Partnern im Ausland. «Mein Team sorgt dafür, dass die verschiedenen IT- Systeme der SBB miteinander kommunizieren.» Jamie findet das Umfeld beim öffentlichen Verkehr spannend. «Die SBB bietet mir den perfekten Mix aus Regelmässigkeit und Flexibilität, und ich unterstütze die SBB dabei, ihre Hauptziele Sicherheit, Pünktlichkeit und Wirtschaftlichkeit zugunsten unserer Gesellschaft zu erreichen.» Software-Entwickler sind Teamplayer In der Primarschule wollte Christian Gegenschatz Erfinder werden. Heute baut er als Software-Entwickler komplexe Software-Anwendungen. Die Teamarbeit steht bei der Lösungsfindung im Mittelpunkt. Als Kind träumte Christian davon, Maschinen zu erfinden, die auf Knopfdruck Probleme für ihn lösen. Im Gymnasium faszinierte es ihn, dass er für komplizierte Mathegleichungen seinen programmierbaren Taschenrechner einsetzen konnte. Er entschied sich für ein Informatikstudium an der ETH. «Das ist eine ausgezeichnete Basis für meinen jetzigen Beruf. Software-Entwicklung hat viel mit meinem früheren Traumberuf zu tun: Kunden kommen mit einem Problem, und wir müssen eine genau auf sie zugeschnittene Lösung finden.» Christian arbeitet praktisch immer im Team von der Aufgabenstellung bis zur Umsetzung. «Jeder hat seine Stärken und kann diese in die Problemlösung einbringen.» Einen typischen Tagesablauf und fixe Arbeitszeiten gibt es oft nicht, da man sich nach dem Kunden richtet. «In der Schlussphase eines Projekts kann es schon mal hektisch zugehen. Trotzdem habe ich sehr viele Freiheiten. Das Arbeitsziel ist zwar definiert, aber den Weg zur Problemlösung wähle ich. Diese Freiheit beim Vorgehen und die abwechslungsreichen Projekte machen meinen Job als Software-Entwickler zum Traumjob.» Christian Gegenschatz, 33 Ausbildung: Gymnasiale Maturität, Typus C mit Schwerpunkt Mathematik; Master Informatikingenieur ETH Zürich ( ) Laufbahn: Software-Entwickler, Ergon Informatik AG (seit 2004) Software-Entwickler Software-Entwicklung ist eine komplexe Aufgabe. Entsprechend hoch sind die Anforderungen: Ein hohes Abstraktionsvermögen, Lösungsorientierung und die Fähigkeit, virtuelle Welten und Abläufe zu schaffen, sind zentral. Zudem muss ein Software- Entwickler Freude daran haben, diese komplexen Aufgaben stellungen im Team zu lösen. Website: alles über die Welt des Turnens. Traumberufe Informatik 17

18 Anbau und Vertrieb von Kaffee werden heute grossenteils durch Informatik gesteuert. Neue Märkte und Produkte im Visier Cyrielle Hanser-Gillet hat schon als Studentin Führungserfahrung gesammelt. Heute leitet sie bei Nespresso ein Team, baut neue Märkte auf und entwickelt neue Produkte. Eine technische Ausbildung musste es sein, das war Cyrielle schon früh klar. Im französischen Grenzgebiet nahe Genf aufgewachsen, der Vater Ingenieur, der Bruder Student an der EPFL, wollte sie als Kind Architektin werden. Sie entschied sich dann aber für ein Informatikstudium an der EPFL. «Das war definitiv die richtige Wahl, denn die Informatik ist ein Berufsfeld mit Zukunft, das mir enorm viele Entwicklungsmöglichkeiten bietet.» Cyrielle hat ihren Traumjob gefunden zumindest für den Moment. «Ich will immer wieder Neues lernen, sonst wird mir schnell langweilig.» Bei Nespresso stieg sie nach ihrem Masterabschluss als Junior- Projekt manager ein. Heute leitet sie im Bereich E-Business ein Zweierteam. «Es war ein tolles Gefühl, «Es war ein tolles Gefühl, als ich meinen ersten Mitarbeiter selbst rekrutieren durfte.» Cyrielle Hanser-Gillet, ebusiness-solutions- Manager als ich meinen ersten Mitarbeiter selbst rekrutieren durfte.» Erste Führungserfahrung hat sie bereits während des Studiums gesammelt. «Ich engagierte mich stark in Studentenorganisationen. Einmal stellte ich mit einem Team von 18 Leuten eine einwöchige Konferenz für 1800 Be - sucher aus der ganzen Welt auf die Beine.» Gemischte Teams sind erfolgreicher Als ebusiness-solutions-manager arbeitet sie eng mit internen Kunden, der Marketingabteilung und den Produktmanagern zusammen. «Wir passen zum Beispiel die IT-Applikationen gemäss den Geschäftsanforderungen an neue Märkte und Produkte an. Aber auch beim sogenannten Level- 3-Support, der Lösung schwieriger IT-Probleme, ziehen uns die Fachabteilungen bei.» Cyrielle wünscht sich mehr Frauen in der Informatik: «Wir müssen den Frauenanteil unbedingt erhöhen, denn gemischte Teams sind nachweislich erfolgreicher.» Cyrielle Hanser-Gillet, 29 Ausbildung: Baccalauréat (Frankreich) mit Schwerpunkt Physik; Bachelor in Computer Sciences EPFL ( ); Master in Computer Sciences EPFL ( ) Laufbahn: Trainee, Swisscom Innovations (2008); Junior-Projektmanager Business-Application, Nestlé Nespresso ( ); Projektmanager Business- Application, Nestlé Nespresso ( ); ebusiness-solutions-manager, Nestlé Nespresso (seit 2012) ebusiness-solutions-manager ebusiness-solutions-manager sind zuständig und verantwortlich für die Leitung und Durchführung mehrerer Projekte in enger Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern sowie internen und externen Akteuren. Ein starkes Projektmanagement und soziale Kompetenzen gewährleisten die erfolgreiche Durchführung von IS/IT-Projekten zur Förderung der globalen Geschäftsziele der Nestlé Nespresso SA. Website: ist eine Plattform, um Ideen zu entwickeln und zu teilen. 18 Traumberufe Informatik

19 Sven Friedli, 30 Ausbildung: Berufslehre Informatiker mit Berufsmaturität; Bachelor in Wirtschaftsinformatik, Berner Fachhochschule (BFH) ( ); Diploma of Advanced Studies Betriebswirtschaftslehre, BFH ( ) Laufbahn: Application-Engineer/IT- Project-Manager, Swisscom IT Services ( ); IT-Project-Manager, Mimacom AG ( ); IT-Project- Manager, Swisscom ( ); Head of IT Project Management, Swisscom (seit 2012) Mit grossem persönlichem Einsatz hat Sven Friedli seine Karriere vorangetrieben. Head of IT Project Management Sven Friedli bildete sich an der Fachhochschule weiter und sammelte Erfahrung als Software-Entwickler und IT-Project-Manager, bevor er Head of IT Project Management von Swisscom Corporate Business wurde. In dieser Funktion leitet er ein Team von zehn IT-Projektleitern, für die er sowohl personell als auch fachlich verantwortlich ist. Website: Newsletter mit vielen interessanten Artikeln rund ums Projektmanagement. Führungsverantwortung in jungen Jahren Das technische Informatikwissen holte sich Sven Friedli in der Informatiklehre und im Bachelorstudium der Wirtschaftsinformatik. In Kombination mit seinem Nachdiplomstudium in Betriebswirtschaftslehre war dies die ideale Grundlage für seine heutige Führungsaufgabe bei Swisscom. «Das Interesse an Technik, ein Flair für Mathematik und der Wunsch, nach der obligatorischen Schulzeit einen praktischen Beruf auszuüben, haben mich zur Informatik geführt.» Sven absolvierte die Informatiklehre mit Berufsmaturität. Heute leitet er mit gerade mal 30 Jahren ein Team von zehn Fachpersonen. «Meine Karriere habe ich Schritt für Schritt geplant vom Software-Entwickler über den Projekt Manager bis zum Teamleiter. Dieser Weg erforderte einen grossen persönlichen Einsatz.» Den Bachelor in Wirtschaftsinformatik absolvierte er berufsbegleitend an drei Abenden und einem Tag pro Woche. Danach entschied er sich für ein Nachdiplomstudium in Betriebswirtschaft. «Ich wollte nicht nur die Technik, sondern auch die wirtschaftlichen Zusammenhänge verstehen. Diese Kombination aus solidem IT-Know-how und ökonomischem Sachverstand hilft mir heute, meine Herausforderungen als junger Teamleiter zu meistern.» Bereitschaft zur Veränderung Aktuell betreut Sven mit seinem Team den Grosskundenbereich bei Swisscom. «Um im hart umkämpften IT-Projektgeschäft zu bestehen, sind Flexibilität und die Bereitschaft zur Veränderung erforderlich.» Voraussetzung dafür ist ein eingespieltes Team. «Mir macht es Spass, wenn meine Mitarbeitenden ihr Potenzial entfalten können.» Sven ist stolz auf das, was er bisher erreicht hat. «Mir gefällt die Schnelllebigkeit und Vielfalt der IT. Ich habe Spass an schwierigen und immer wieder neuen Aufgaben.» «Mir macht es Spass, wenn meine Mitarbeitenden ihr Potenzial entfalten können.» Sven Friedli, Head of IT Project Management Traumberufe Informatik 19

20 Grossrechner sorgen unter anderem für sichere bargeldlose Transaktionen. Faszination für komplexe Strukturen Florian Noell war früh von Computern fasziniert und hat mit 13 bereits Websites gestaltet. Heute geht er seiner Leidenschaft als IT-Specialist bei der Modernisierung von Grossrechnern nach. Mit 10 Jahren entdeckte Florian Computerspiele, mit 13 bekam er den ersten eigenen Laptop. «Ganz klar zur Beruhigung meiner Eltern, denn ich war wohl zu dieser Zeit unerträglich ohne Computer.» In kürzester Zeit wurde er vom Anwender zum Entwickler und gestaltete erste Websites. Für ihn die typische Laufbahn eines Programmierers: «Man startet mit dem statisch Vorstellbaren, entwickelt sich langsam zum dynamisch Wandel baren und verbringt die meiste Zeit in komplexen Strukturen. Letztere faszinieren mich bis heute.» Florian hätte sich vorstellen können, Maschinenbauer oder Ingenieur zu werden. «Ich habe mir dann aber überlegt, dass diese Fachgebiete im Grunde von der Informatik getrieben werden. Deshalb entschied ich mich für das Informatikstudium.» Schnittstelle zwischen Generationen Heute arbeitet er bei IBM als IT-Specialist im Bereich der Grossrechnersysteme. An der Schnittstelle zwischen verschiedenen Generationen von Rechnern setzt er aktuelle Konzepte gemäss den Anforderungen der Kunden um. Für Florian ist seine jetzige Stelle ein Traumberuf. «Dazu gehört, dass es immer wieder etwas Neues zu lernen gibt.» Genau diese Abwechslung gefällt Florian an der Informatik. Florian Noell, 27 Ausbildung: Gymnasiale Maturität, Schwerpunkt Mathematik und Physik; Bachelor in Informatik, Technische Universität (TU) Darmstadt ( ); Master in Informatik mit Anwendungsfach IT Management, TU Darmstadt ( ) Laufbahn: Werkstudent Project- Management-Optimisation, Dimension Data ( ), IT-Specialist im Bereich Complex IT Solutions, IBM Schweiz (seit 2012) IT-Specialist Complex IT Solutions Grossrechner und Server werden heute meist nicht ab Stange gekauft, sondern genau auf die Bedürfnisse des Kunden zugeschnitten. Diese kundenspezifischen Anpassungen nehmen hochspezialisierte IT-Fachleute vor. Marketing und Verkauf beziehen diese IT-Spezialisten häufig bereits in die Verkaufs verhandlungen ein, damit sie den Kunden beraten können. Website: Quelle aktueller Themen über Technology, Business, IT, Web und Trends. Täglich frisch dahinter steckt eine ausgeklügelte, IT-gesteuerte Logistik. Forschen in den Tiefen der Informatik Als grosser Indiana-Jones-Fan wollte Mathias Berli lange Archäologe werden. Heute forscht er als Betriebssupporter in den tiefen Schichten der Informatik nach Lösungen für IT-Probleme. Der Abenteurer und Archäologe Indiana Jones war das grosse Vorbild von Mathias. Er wollte später selbst diesen Beruf ergreifen und nach Antworten auf ungelöste Rätsel suchen. «Der legendäre Heimcomputer Commodore 64 weckte eine weitere grosse Leidenschaft in mir jene für technische Geräte.» Auch da wollte er den Dingen auf den Grund gehen sehr zum Leidwesen seiner Eltern. «Vor mir war kein Radio oder Video recorder sicher. Ich liebte es, an technischen Geräten herumzubasteln, habe alles auseinandergenommen und wieder neu zusammengesetzt.» Als Jugendlicher designte Mathias in seiner Freizeit Websites. «Dies und meine Freude am Gestalten brachten mich zur Informatik. Wobei ich mir damals auch eine Ausbildung als Grafiker oder Web designer vorstellen konnte.» Schliesslich entschied er sich für eine Informatiklehre bei der Migros. Die Lehre in einem Grossbetrieb habe viele Vorteile. «Ich konnte in den unterschiedlichsten Abteilungen Erfahrungen sammeln und 20 Traumberufe Informatik

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