Hannover Hofschläger / pixelio

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1 Gender als Qualitätskriterium in Gesundheitsförderung und Prävention Nicht das Falsche fordern. Gesundheits- und Bildungschancen von Jungen fördern. Tagung der Hannover Hofschläger / pixelio 1 Prof. Dr. Petra Kolip, Universität Bielefeld

2 Gesundheit von Jungen Qualität in Prävention und Gesundheitsförderung Geschlecht als Qualitätskriterium in Prävention und Gesundheitsförderung 2

3 Gesundheit von Jungen Qualität in Prävention und Gesundheitsförderung Geschlecht als Qualitätskriterium in Prävention und Gesundheitsförderung 3

4 Gesundheit von Jungen Epidemiologische Befunde Höhere Sterblichkeit männlicher Säuglinge Höheres Unfallrisiko männlicher Kinder und Jugendlicher ( Morbidität und Mortalität) KiGGS: Gesundheitszustand von Mädchen wird bis zum Alter von 13 Jahren als besser eingeschätzt Mädchen sind häufiger erkältet, Jungen haben häufiger akute und obstruktive Bronchitis sowie Allergien Mädchen leiden häufiger unter Schmerzzuständen 4

5 Gesundheit von Jungen Epidemiologische Befunde KiGGS: Jungen sind häufiger von AD(H)S betroffen Jungen konsumieren im Jugendalter mehr und regelmäßiger Alkohol und präferieren andere Getränke Jungen konsumieren häufiger Marihuana Ernährung: Jungen essen häufiger Wurst, Fleisch, Milch und Milchprodukte Jungen treiben häufiger Sport 5

6 Gesundheit von Jungen Zwischenfazit Es zeigen sich klare Geschlechtsunterschiede, die auf eine gesundheitliche Benachteiligung von Jungen hinweisen. Aber weitere Differenzierungen sind notwendig, um Zielgruppen für Interventionen definieren zu können (Schulform, Migrationshintergrund, ) Foto Klaus-Uwe Gerhardt / 6

7 Quelle: RKI / KiGGS

8 Verkehrsunfälle nach Sozialstatus Quelle: RKI / KiGGS

9 Salutogenese als Rahmenmodell 9

10 K G 10

11 Risikofaktoren Biologische Risiken Psychosoziale Risiken K G 11

12 Risikofaktoren Biologische Risiken Psychosoziale Risiken K G 12

13 Risikofaktoren Biologische Risiken Psychosoziale Risiken Soziale Ressourcen Personale Ressourcen K G 13

14 Gesundheit von Jungen Rahmenbedingungen für Gesundheit Schlechtere Bildungsabschlüsse Orientierung an traditionellen Geschlechterrollen Häufiger Opfer von Gewalt mehr personale Ressourcen (z.b. Optimismus in Bezug auf die eigene Zukunft, SOC; KiGGS) weniger soziale Ressourcen (z.b. erhaltene soziale Unterstützung; KiGGS) 14

15 Gesundheit von Jungen Qualität in Prävention und Gesundheitsförderung Geschlecht als Qualitätskriterium in Prävention und Gesundheitsförderung 15

16 Gesundheit von Jungen Qualität in Prävention und Gesundheitsförderung Geschlecht als Qualitätskriterium in Prävention und Gesundheitsförderung 16

17 Public Health Action Cycle Bewertung/ Evaluation Implementation/ Umsetzung Problemdefinition Strategieformulierung 17

18 Public Health Action Cycle Grundfragen für Interventionen Orientierung an den Risiken oder an den Ressourcen? Prävention vs. Gesundheitsförderung Orientierung am Individuum oder am Umfeld? Verhaltens- vs. verhältnisbezogene Intervention Orientierung an der Gesamtbevölkerung oder an Hochrisikogruppen? universeller, selektiver oder indizierter Ansatz 18

19 Qualitätsdimensionen Planung Struktur Prozess Ergebnis Sind Wird der das organisatorische Projekt wie geplant und umgesetzt? Sind die Voraussetzungen Erreicht für das das Projekt Projekt die gesteckten Ziele? institutionelle Rahmen angemessen? geklärt? Welche Hindernisse lassen sich In welchem Ausmaß werden die Ziele Welche identifizieren? Strukturen erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit Sind die Bedürfnisse ereicht der Zielgruppe (Zielerreichungsgrad) und in für komplexe bekannt? Welche förderlichen welchen Bereichen? Bedingungen lassen Interventionen? sich identifizieren? Sind die Ziele klar benannt? Sind die Ergebnisse nachhaltig? 19

20 Qualitätsdimensionen Planung Struktur Prozess Ergebnis??? Wo spielt das Geschlecht eine Rolle? 20

21 Qualitätskriterien beziehen sich auf die Fragen... Ist der Problembereich richtig beschrieben? Ist die Strategie richtig gewählt? (Verhalten vs. Verhältnisse, Setting, universeller, selektiver vs. indizierter Ansatz) Ist die Zielgruppe adäquat ausgewählt? Kenne ich den Bedarf und die Bedürfnisse der Zielgruppe? Habe ich die geeigneten Methoden und Zugangswege gewählt? Wird die Maßnahme wie geplant umgesetzt? Sind die Evaluationsmethoden geeignet? 21

22 Gesundheit von Jungen Qualität in Prävention und Gesundheitsförderung Geschlecht als Qualitätskriterium in Prävention und Gesundheitsförderung 22

23 Gesundheit von Jungen Qualität in Prävention und Gesundheitsförderung Geschlecht als Qualitätskriterium in Prävention und Gesundheitsförderung 23

24 Public Health Action Cycle Bewertung/ Evaluation Implementation/ Umsetzung Problemdefinition Strategieformulierung 24

25 Gender Mainstreaming Gender: soziales Geschlecht Mainstream: etwas, das bislang am Rande betrachtet wurde, soll in den Hauptstrom ( Mainstream ) einfließen 25

26 Gender Mainstreaming in Gesundheitsförderung und Prävention Ziel: Unterstützung von Mädchen und Jungen in der Ausschöpfung ihres Gesundheitspotenzials Identifizierung des geschlechtsspezifischen Präventionsbedarfs Wahl geschlechteradäquater Zugänge und Methoden Berücksichtigung der geschlechtsspezifischen Rahmenbedingungen für Interventionen 26

27 Gender Mainstreaming in Gesundheitsförderung und Prävention Zwei Strategien: Entwicklung und Implementation von jungenspezifischen Angeboten dort, wo Jungen benachteiligt oder in besonderem Maße betroffen sind Analyse aller Angebote daraufhin, ob beide Geschlechter erreicht werden und die Rahmenbedingungen für beide Geschlechter angemessen berücksichtigt wurden 27

28 ??? Und wie kann ich mich und andere für die Geschlechterdimension sensibilisieren? 28

29 Gender als Qualitätskriterium Gender-Checkliste als Sensibilisierungsinstrument Integration der Geschlechtersensibilität in Qualitätsinstrumente 29 Foto: Uta Thien-Seitz / pixelio

30 Gender als Qualitätskriterium Gender-Checkliste als Sensibilisierungsinstrument Integration der Geschlechtersensibilität in Qualitätsinstrumente 30 Foto: Uta Thien-Seitz / pixelio

31 Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz 31

32 Qualitätskriterien der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz 32

33 Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz Checkliste zur Gender-Perspektive mit 13 Prüffragen, z.b. 33

34 Gender als Qualitätskriterium Gender-Checkliste als Sensibilisierungsinstrument Integration der Geschlechtersensibilität in Qualitätsinstrumente 34 Foto: Uta Thien-Seitz / pixelio

35 Gender als Qualitätskriterium Gender-Checkliste als Sensibilisierungsinstrument Integration der Geschlechtersensibilität in Qualitätsinstrumente 35 Foto: Uta Thien-Seitz / pixelio

36 Qualitätskriterien der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz Gesundheitsförderung Projektbegründung Projektplanung Projektorganisation Wirkungen jeweils hinterlegt mit 3 5 Kriterien 36

37 Qualitätskriterien der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz Gesundheitsförderung Projektbegründung Projektplanung Projektorganisation Wirkungen Bedarf Bedürfnisse Einbettung Rahmenbedingungen Lernen 37

38 Qualitätskriterien der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz Gesundheitsförderung Projektbegründung Projektplanung Projektorganisation Wirkungen Chancengleichheit Empowerment Settingansatz Partizipation 38

39 Qualitätskriterien der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz 39

40 Qualitätskriterien der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz 40

41 Qualitätskriterien der Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz 41

42 Fazit Qualitätsentwicklung ist für die weitere Entwicklung von Prävention und Gesundheitsförderung zentral Die Berücksichtigung der Geschlechterkategorie verbessert die Qualität von Interventionen, weil sie für soziale Vielfalt die Augen öffnet hilft, die zentralen Zielgruppen zu identifizieren hilft, angemessene Methoden und Zugangswege zu spezifizieren 42

43 Gender als Variable im Konzert sozialer Differenzierung Sozialer Status (Bildung, Einkommen, berufliche Position) Gender Lebenslage Migrationshintergrund / -erfahrung Alter 43

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