ISO 9001/ISO Qualitätsverantwortliche bewerten die Revisionen

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1 ISO 9001/ISO Qualitätsverantwortliche bewerten die Revisionen Umfrageergebnisse aus den Gemeinschaftsveranstaltungen von DGQ, DIN und DQS zu den Revisionen von ISO 9001 und ISO (Herbst 2014)

2 ISO 9001/ISO Qualitätsverantwortliche bewerten die Revisionen Umfragen bei den ersten Gemeinschaftsveranstaltungen von DGQ, DIN und DQS zu den Revisionen von ISO 9001 und ISO liefern interessante Ergebnisse. DGQ, DIN und DQS haben am 2. September 2014 in Berlin die erste von vier Gemeinschaftsveranstaltungen zu den Revisionen abgehalten, am 30. September folgte eine weitere in Bochum. Am 26. und 27. November fanden dann in Stuttgart die letzten beiden der für 2014 geplanten Termine statt. Insgesamt kamen rund 500 Teilnehmer zu den vier Kooperationsveranstaltungen; und alle hatten das Ziel, am Ende des Tages umfassend über die revisionsbedingten Änderungen informiert zu sein. Aber auch die Veranstalter selbst waren wissbegierig: Sie wollten von den Teilnehmern u. a. etwas über deren Kenntnisstand zu den Revisionen erfahren, aber auch welche Meinung zu Themen wie Herausnahme der Forderung nach einem QMB herrscht oder als wie groß die Herausforderung empfunden wird, der sich die Beteiligten im Zusammenhang mit den Änderungen durch die Revisionen zu stellen haben. So wurde an allen vier Terminen die Gunst der Stunde genutzt und jeweils über den Tag verteilt entsprechende Fragen an die Teilnehmer gestellt, die diese mithilfe der so genannten OPTIVOTE -Technik beantworten konnten. Auf diese Weise gelang es, ein aufschlussreiches und durch die vergleichsweise große Zahl erhaltener Antworten auch repräsentatives Stimmungsbild zu zeichnen. Als Grundgesamtheit (GG) galt jeweils die Anzahl der auf eine Frage Antwortenden, addiert über alle Veranstaltungen hinweg. Nach dem Motto zum Anfang etwas Leichtes wurden die Teilnehmer zunächst mit Fragen zu Alter und Geschlecht an die elektronische Antwort-Technik herangeführt, um anschließend mit der Frage Wie lange sind Sie schon im Bereich QM tätig? den Erfahrungshorizont der Teilnehmer zu beleuchten. Die Antworten ergaben, dass insgesamt fast 75 % mehr als sechs Jahre im Bereich QM tätig sind, knapp die Hälfte davon sogar mehr als 14 Jahre man kann also von einem vorwiegend erfahrenen Teilnehmerfeld sprechen (GG = 402). Danach wurde nach der Art der Unternehmen gefragt, für die die Anwesenden tätig sind: 45 % arbeiten im produzierenden Gewerbe, 30 % in Dienstleistungsunternehmen, 17 % ordnen sich beiden Bereichen zu und 8 % sind Berater ein guter Mix für ein repräsentatives Bild (GG = 413). Die Frage nach der jeweiligen Standortgröße in Bezug auf die Anzahl der Mitarbeiter konnte wegen teilweise uneinheitlicher Antworten nicht ausreichend exakt erfasst werden. Ein grober Überblick verrät jedoch, dass alle Größen vertreten waren angefangen bei 1 9 bis über mit Schwerpunkt beim Mittelstand. Es folgte die Frage nach der Funktion der Teilnehmer in ihren Unternehmen. Die Antworten ergaben diese Zusammensetzung: 37,5 % Qualitätsmanager / Qualitätsbeauftragter (der größte Anteil), 11 % Qualitätsmanager, aber kein Qualitätsbeauftragter, 7,5 % Qualitätsbeauftragter, aber kein Qualitätsmanager, 7 % Geschäftsführer, 22 % Beauftragte der obersten Leitung, 4 % Fach- oder Sachbearbeiter, 11 % haben eine ganz andere Funktion (GG = 310). 2 ISO 9001:2015/ISO 14001:2015

3 Die letzte Frage in puncto Basisinformationen galt dem Regelwerk, nach dem das Unternehmen des Antwortenden zertifiziert ist; das Ergebnis zeigt Abbildung 1. nur nach ISO zertifizierten Managementsystem waren lediglich mit etwas weniger als der Hälfte aller Antwortenden vertreten, gleichzeitig werden sich die Qualitätsmanager eines nur nach ISO 9001 zertifizierten Unternehmens (die andere Hälfte) nicht sonderlich für die Umweltnorm interessieren. Zudem war die deutsche Version des DIS 14001:2015 erst Ende September, also deutlich später als der von ISO 9001:2015 verfügbar, so dass die Möglichkeit zur Information zum Zeitpunkt der ersten beiden Veranstaltungen eingeschränkt war. Die Antworten auf die Frage zeigt Abbildung 3. Die Grafik enthüllt, dass 88,5 % der Unternehmen ein Zertifikat nach ISO 9001 besitzen (blau + grün), Unternehmen mit einem Zertifikat allein nach ISO hatten mit nur 1,5 % einen geringen Anteil. Von den verbleibenden 10 %, die angaben, nach keiner der beiden Normen zertifiziert zu sein, sind rund 4/5 Berater. Die ersten beiden Fragen mit konkreter Revisions-Relevanz bezogen sich auf die Kenntnis der DIS-Versionen der beiden Normen. Die Fragen wurden jeweils in einem frühen Stadium der Veranstaltung gestellt, so dass die Antworten nicht den am Ende des Tages erreichten Informationslevel widerspiegeln. Den Kenntnisstand zu ISO/ DIS 9001:2015 zeigt Abbildung 2. Hier hatten deutlich über 90 % der Antwortenden keine oder nur geringfügige Kenntnis vom aktuellen DIS, entsprechend gering war die Anzahl derjenigen, die sich als mehr oder weniger informiert zu erkennen gaben. Die nächsten beiden Fragen bezogen sich auf das kontroverse Thema Herausnahme der Forderung nach einem Qualitätsmanagementbeauftragten. Dass der QMB nun nicht mehr erwähnt wird, eine entsprechende Forderung somit nicht mehr existiert, hatte schon länger für Irritationen gesorgt entsprechend indifferent fielen die Antworten aus. Zunächst wurde nach dem möglichen Einfluss dieser neuen Situation auf das Qualitätsmanagementsystem gefragt, die Ergebnisse zeigt Abbildung 4. Demnach hatten etwas über 70 % der Antwortenden keine oder nur geringe Kenntnisse vom aktuellen Normentwurf zu ISO Dem stehen knapp 30 % gegenüber, die zumindest von den wichtigsten Änderungen wussten, und nur einem Viertel dieser Prozentzahl war der DIS unmittelbar bekannt. Bei der identischen Frage zum ISO/DIS 14001:2015 war das Bild noch drastischer, was aber eventuell auf zweierlei zurückgeführt werden kann: Unternehmen mit einem 3

4 Rund ein Fünftel der Antwortenden war der Meinung, dass dies eine Stärkung für das QM-System bedeuten könnte oder würde. 40 % sahen eine Schwächung in der Herausnahme der Forderung, etwa genauso groß war die Anzahl derer, die dadurch keine Veränderungen erwarten. Etwas deutlicher fielen die Antworten auf die Frage nach den Folgen für den Qualitätsmanager aus. Hier war nun die Hälfte der Antwortenden der Meinung, dass die Herausnahme der Forderung eine Schwächung für den Posteninhaber darstellen werde. Die Zunahme um 10 Prozentpunkte (gegenüber den Antworten auf die Frage zuvor) könnte mit einer gewissen Unsicherheit auch bezüglich der eigenen Stellung der Antwortenden erklärt werden. Mit knapp unter 20 % ist der Anteil derjenigen, die die neue Situation als Stärkung für den Qualitätsmanager einschätzten, gegenüber den Antworten auf die Frage zuvor praktisch unverändert (Abbildung 5). lassen. Ein Viertel wusste zum Zeitpunkt der Befragung darauf keine Antwort zu geben. Diese Frage wurde nur bei zwei Veranstaltungen gestellt. Die Aussagekraft dieses Ergebnisses ist wegen der relativ niedrigen Grundgesamtheit (Antworten von nur zwei Veranstaltungstagen) entsprechend reduziert. Am Schluss jeder Veranstaltung wurden zwei Fragen gestellt, in deren Antworten die tagsüber frisch erworbenen Kenntnisse einfließen konnten. Die erste Frage fokussierte darauf, welche der durch die Revision von ISO 9001 bedingten Änderungen den größten Nutzen für das Unternehmen haben könnte (Abbildung 7). Gefragt wurde von den Veranstaltern auch, wann die beteiligten Unternehmen mit einem Zertifikat nach ISO 9001 (immerhin 88,5 %) die Umstellung auf die neue Norm planen, die Verteilung zeigt Abbildung 6. Demnach wollen 45 % der Antwortenden bis Ende 2016 die Umstellung auf ISO 9001:2015 abgeschlossen haben. Nicht ganz 30 % wollen sich dagegen etwas mehr Zeit Die Meinungen gehen bei diesem Thema doch deutlich auseinander. Im Zentrum standen jedenfalls die Prozesse: Eine knappe Mehrheit von etwa einem Drittel der Antwortenden wertete den risikobasierten Ansatz zur Prozessbewertung als wichtigste Erweiterung. Nicht viel weniger Teilnehmer bezeichneten die Forderung nach umfassendem Prozessmanagement als besonders nützlich, Wissen als Ressource nannte immerhin ein Viertel; mit nur 14 % landeten die Erwartungen der interessierten Parteien (eher unerwartet?) auf dem letzten Platz. Zu guter Letzt wurde der Grad der Herausforderung abgefragt, den die Änderungen durch die Revision von ISO 9001:2015 für die Unternehmen mit sich bringt. Die Antworten brachten hervor, dass kaum ein Unternehmen sofort umstellen könnte nur 4 % trauten sich das zu. Umgekehrt waren etwas über 16 % der Antwortenden davon überzeugt, dass die Umstellung einen beträchtlichen 4 ISO 9001:2015/ISO 14001:2015

5 Aufwand erfordern werde. Weitere knapp 45 % sehen angesichts der neuen Themen und Anforderungen durchaus Arbeit auf sich zu kommen, stehen dem aber optimistisch gegenüber. 35 % der Befragten erkennen kaum Neues in den revidierten Normtexten. (Abbildung 8). Kurzes Resümee Die Umfragen haben in Summe ein Stimmungsbild geliefert, das vor allem im Hinblick auf die Umstellung selbst eine gesunde Zuversicht der Unternehmen bezüglich ihrer Fähigkeit zur Bewältigung der anstehenden Herausforderungen signalisiert. Gleichzeitig wurde jedoch, wie bereits vermutet, deutlich, dass das Thema Herausnahme der Forderung nach einem QMB so manchem Qualitätsmanager auf den Nägeln brennt. Wie sich diese Änderung in der Praxis auswirken wird, kann jedenfalls zum heutigen Zeitpunkt nur spekuliert werden. Der eher geringe Wissensstand bezüglich der Revisionen korrespondiert möglicherweise auch mit der Überlegung einer Reihe von Unternehmen, erst ab 2017 umstellen zu wollen. Bis dahin vergehen immerhin noch fast drei Jahre und zu diesem Zeitpunkt könnte bereits auf die praktische Erfahrung der Umstellungspioniere zurückgegriffen werden. ISO 9001:2015 ISO 14001:2015 Die nächste Generation Informationen und Umsetzungshilfen von DGQ, DIN und DQS Programm und Anmeldung unter 5

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