Landesschulamt Berlin Koordinierungsstelle für Bildung und Informationstechnologie (KorBIT) IT-Supportkonzept für Berliner Schulen

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1 Landesschulamt Berlin Koordinierungsstelle für Bildung und Informationstechnologie (KorBIT) IT-Supportkonzept für Berliner Schulen Stand: Mai 2002

2 1. Ausgangssituation Seit Beginn der siebziger Jahre, als die erste Berliner Schule mit einer eigenen Rechneranlage versorgt wurde, ist das Problem der Systemverwaltung/- administration und Systemwartung im Prinzip nicht gelöst. Bis heute wird diese Aufgabe in der Regel von Lehrerinnen und Lehrern, manchmal jedoch auch von ihren Familienangehörigen oder Freunden der Schule geleistet. Systemverwaltende Lehrkräfte an Gymnasien und Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe erhalten z.z. dafür eine Abminderung ihrer Pflichtstundenzahl von bis zu 4 Unterrichtsstunden/Woche aus einem zentralen Stundenpool. Da für die rd. 850 öffentlichen allgemein bildenden Schulen jedoch nur knapp 500 Wochenstunden zur Verfügung stehen, kann nicht jede Schule berücksichtigt werden. Über die Höhe der Unterrichtsabminderung, die intern in den Schulen erfolgt, ist nichts bekannt. Die systemverwaltenden Lehrkräfte erledigen sämtliche, die IT-Ausstattung der Schule betreffenden Aufgaben, vom Wechsel der Farbpatronen über einfache Reparaturen bis hin zum Aufbau und zur Wartung komplexer Netze. Eine Auswahl der systemverwaltenden Lehrkräfte durch ein bewerbungsähnliches Verfahren findet nicht statt. Für ihre Aufgaben existiert kein verbindliches Pflichtenheft. Das führt zu folgenden Problemen: Die mit Systemverwaltung/-administration und Systemwartung betrauten Lehrkräfte sind für diese Aufgabe nicht ausgebildet. Sie haben sich dieses Arbeitsgebietes in der Regel autodidaktisch angenommen. Für die Systemverwaltung/-administration und Systemwartung gibt es in Berlin keinen einheitlichen Standard. Jeder Systemverwalter baut in seiner Schule im Prinzip sein eigenes, häufig nicht dokumentiertes Netz auf. 2. Das CidS!&KorBIT-Supportkonzept Die Sicherstellung der zuverlässigen Funktionsfähigkeit von IT wird durch drei Bereiche gewährleistet: - Reparatur defekter IuK-Technik - Wartung und Pflege der Rechneranlage / des Netzes (technischer Support) - Systemverwaltung / Systemadministration (pädagogisch/inhaltlicher Support) 2.1 Reparatur defekter IuK-Technik Die Reparatur defekter IuK-Technik muss wie bisher aus dem Etat für Lehrmittel finanziert werden. Durch die Einhaltung des von KorBIT erarbeiteten technischen Standards kann bei der Beschaffung ein einheitlicher, hochwertiger aber kostengünstiger Qualitätsstandard erreicht werden. 2.2 Wartung und Pflege der Rechneranlage / des Netzes (technischer Support) Durch eine größtmögliche Vereinheitlichung der zu beschaffenden Hardware lassen sich die Kosten für den technischen Support minimieren. Ähnlich wie die übrigen Länder der Bundesrepublik Deutschland wird in Berlin auf vernetzte Anlagen mit selbstheilenden Systemen bei den Arbeitsstationen und auf wartungsarme, fernwartbare Router und Server gesetzt. 1

3 Veränderungen an den Arbeitsstationen, die nicht erwünscht sind, z.b. diskriminierende Hintergrundbilder oder Veränderungen in der Konfiguration, die zum Absturz führen, sind beim nächsten Start des Rechners beseitigt. Für Computer unterhalb 233 MHz (unter 32 MB RAM, HD kleiner 4 GByte) wird eine Hardwarelösung in Form einer sog. Wächterkarte (Preis: /Stück) bevorzugt. Oberhalb dieser Anforderungen können Softwarelösungen, wie REMBO oder BACK MAGIC zum Einsatz gelangen. Für REMBO hat das Land Berlin für den Schulbereich eine Landeslizenz erworben. Computer, die mit REMBO arbeiten, benötigen eine neue Netzwerkkarte (Preis: ca ). Das Berliner Supportkonzept Wartung und Pflege der Rechneranlage, des Netzes sowie Systemadministration : Clients mit selbstheilenden Systemen (z.b. Wächterkarte, REMBO, Back Magic ) Pflegeleichte, fernwartbare Server (z.b. X-Router, X-Server ) KorBIT / Landesschulamt Berlin 2002 Abb.: Powerpointfolie CidS!-/KorBIT-Präsentation März 2002 Die Aufgaben für die technische Wartung und Pflege der Rechneranlage und des Netzes soll nicht mehr von Lehrern gegen Gewährung von Anrechnungsstunden wahrgenommen werden. Diese Aufgaben werden in ihrem Umfang erfasst und von Auftragnehmern durchgeführt. Dabei sind drei Gruppen von Auftragnehmern denkbar: Lehrer, die bisher die beschriebene Tätigkeit als Systemverwalter wahrgenommen haben, leisten an ihrer Schule diese Aufgabe künftig in einem Vertragsverhältnis mit der CidS! ggmbh gegen Entgelt. Kleine Firmen, Elternteile oder andere, die die Tätigkeiten bisher für die Schule in der Regel unentgeltlich durchführten, leisten an dieser Schule diese Aufgabe künftig in einem Vertragsverhältnis mit der CidS! ggmbh gegen Entgelt. Im Bereich der Lehrerfortbildung wird diesem Supportkonzept dadurch zugearbeitet, dass die Lehrerinnen und Lehrer in die Lage versetzt werden, einen Erstsupport (prüfen, ob Verbindungen gelöst wurden; prüfen, ob Strom vorhanden; überprüfen 2

4 der von außen zugänglichen Regler an den Geräten; usw.) selbst zu leisten, bzw. dem Wartungsdienst referenzierte Fehlermeldungen aufzuliefern. 2.3 Systemverwaltung / Systemadministration (pädagogisch/inhaltlicher Support) Durch die weitestgehende Automatisierung des technischen Supports reduzieren sich die Aufgaben eines Netzwerkbetreuers/Systemverwalters auf die Softwareinstallation, die Benutzerverwaltung und auf das Erzeugen eines Images zum automatischen Wegpflegen unerwünschter Veränderungen auf den Arbeitsstationen. Voraussetzung für die Umsetzung des oben beschriebenen Supportkonzepts ist die Schaffung einer pflegbaren vernetzten IT-Infrastruktur in den Einrichtungen, in denen IT eingesetzt werden soll. Dazu gehört u.a. die Vernetzung der Arbeitsstationen, Server und Router mit strukturierter Verkabelung. Diese Leistungen müssen von Fremdfirmen übernommen werden, für die Finanzierung ist der Schulträger zuständig. Jede Schule wird ermutigt, einen IT-Betreuer (ITB) zu benennen. Die Aufgaben eines ITB werden in der Regel von einem Lehrer der Schule gegen Entgelt wahrgenommen. Zu den Aufgaben des ITB gehört es, als zentraler Ansprechpartner der Schule für alle Belange des schulischen IT-Einsatzes zur Verfügung zu stehen. Diese Tätigkeit leistet er an seiner Schule künftig in einem definierten Vertragsverhältnis mit der CidS! ggmbh gegen Entgelt. IT-Beratung und IT-Consulting als Teil des Support KorBIT finanziert für jede öffentliche Schule Berlins - auf Antrag - einen IT-Betreuer In 2001: 583 an rd Schulen Grundschulen: = pro Jahr Schulen nur SEK I und Sonderschulen = pro Jahr Schulen mit SEK II und OSZ: = pro Jahr KorBIT / Landesschulamt Berlin 2002 Abb.: Powerpointfolie CidS!-/KorBIT-Präsentation März

5 2.4 Regionale Unterstützung Im Schuljahr 2001/2002 wurde für jeden der Berliner Bezirke ein Regionalbetreuer eingesetzt. Dabei handelt es sich um Berliner Lehrer, die diese Aufgabe gegen Unterrichtsermäßigung wahrnehmen. Zu den Aufgaben der IT-Regionalbetreuer (IT-RB) gehören: Sie stellen die Verbindung zwischen LSA KorBIT und regionaler Schulaufsicht sowie zwischen LSA KorBIT und den betreuten Schulen im Verwaltungsbezirk her (Außenstelle von LSA KorBIT). Sie wirken mit bei Planung, Umsetzung und Auswertung des Entwurfs für pädagogischen und technischen IT-Support an den öffentlichen allgemein bildenden Schulen Berlins und stimmen planerisch die Zusammenarbeit mit den IT-Betreuern der betreuten Schulen ab. Sie beraten die IT-Betreuer der betreuten Schulen nach dem Pädagogischen Rahmenkonzept und den Technischen Vorgaben von LSA KorBIT, sind Ansprechpartner für IT-Betreuer bei technischen Problemen (Zweite Hilfe), wozu solides technisches Grundlagenwissen über Computer und Netzwerke erforderlich ist und vermitteln nötigenfalls technische Hilfe nach dem technischen Supportkonzept (Dritte Hilfe) für die IT- Betreuer der Schulen. Sie überprüfen und aktualisieren die IT-Bestandserfassung der Schulen im Verwaltungsbezirk gemeinsam mit den IT-Betreuern der Schulen, stimmen die Zusammenarbeit mit geeigneten IT-Projekten in den Bezirken nach Vorgabe von LSA KorBIT planerisch ab und wirken mit bei der Neu- oder Erweiterungsplanung von IT- Einrichtungen in Schulen in Zusammenarbeit mit dem Schulträger nach pädagogischen und technischen Vorgaben von LSA KorBIT. Abb.: Powerpointfolie CidS!-/KorBIT-Präsentation März

6 3. Zuständigkeiten für IT-Ausstattung und IT-Support in den Berliner Schulen Zuständig für die Unterhaltung der nicht in der Trägerschaft des Landes befindlichen Schulen sind die Verwaltungsbezirke. Für den Unterhalt der in den Schulen befindlichen Rechneranlagen gibt es keine verbindliche Regelung. Die Beschaffung von Hard- und Software erfolgt über den Bezirk durch die einzelne Schule. Jede Schule trifft dabei ihre eigene Auswahl, wodurch eine Standardisierung zur Sicherstellung eines einheitlichen Bildungsangebotes erschwert wird. Für den IT-Einsatz der Schulen lassen sich fünf Aufgabenfelder darstellen, für die der Schulträger zuständig ist: Beschaffung (und Austausch) von Computern Sicherstellung der Kommunikationsinfrastruktur (Internetanschluss, LAN) in den Schulen Support/Wartung der Rechneranlagen (außer Reparaturen) Beschaffung (und Erneuerung) geeigneten Mobiliars Durchführung der notwendigen baulichen und Installationsvoraussetzungen Es wird angestrebt, mit den Bezirken zu vereinbaren: Die Beschaffung einer IT-Standardausstattung gem. dem Pädagogischen Rahmenkonzept erfolgt im Rahmen des CidS!-Programms. Die Finanzierung der IT- Zusatzausstattung gem. dem Pädagogischen Rahmenkonzept übernimmt der Schulträger. Für den Internetanschluss der Schulen und den Aufbau eines LAN in den Schulen ist die CidS! ggmbh verantwortlich. Der Schulträger übernimmt die dazu notwendigen baulichen und Installationsarbeiten (Kabelkanäle, Wand-/Deckendurchbrüche, usw.). Die zu erbringenden Supportleistungen für die Rechneranlagen in den Schulen werden im Rahmen des CidS!-Programms hälftig kofinanziert. Für die Beschaffung geeigneten Mobiliars sowie für die grundlegenden baulichen und Installationsarbeiten (Blendfreiheit der Räume, Sicherung, Stromversorgung, Kabelschächte, usw.) ist der Schulträger zuständig. 4. Umsetzung des Supportkonzepts Das Berliner Supportkonzept wird ständig aktualisiert und fortgeschrieben. Am 21. März 2001 fand in Zusammenarbeit mit dem LiSUM, StO Tiergarten eine Anhörung zum Thema Systemverwaltung statt. Ziel der Veranstaltung: Quantifizierung und Qualifizierung der bisher geleisteten Systemverwaltertätigkeiten durch Lehrkräfte Ziel des gesamten Vorhabens: Trennung externer Systemverwaltung und schulinterner IT-Betreuung Ermittlung eines Pflichtenheftes für externe Systemverwaltung Ermittlung einer Schlüsselzahl als Quotient aus der möglichen Anzahl zu wartender Geräte pro Woche pro Techniker/Systemverwalter (mögliche Poolbildung) 5

7 Am 2. März 2001 trafen sich im IBM-Haus ca. 40 Vertreter von Verbänden, Vereinen und der Wirtschaft zum ersten Berliner Runden Tisch der Initiative D21. Dabei wurde vereinbart, eine Arbeitsgruppe Supportkonzept für Berliner Schulen einzurichten. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse aus der Anhörung soll ein Pflichtenheft erstellt werden, das Grundlage für die Auftragsvergabe sein kann. Die Arbeitsergebnisse stehen zur Zeit noch aus. Flankierende Maßnahmen Für die erfolgreiche und kostengünstige Umsetzung des Supportkonzepts sollten durch strategische Entscheidungen die Rahmenbedingungen verbessert werden. Erzielung eines höheren Maßes an Einheitlichkeit und dadurch an Effizienz und Nachhaltigkeit durch Standardisierung der Server und Router Standardisierung der Clients Standardisierung der Betriebssysteme auf den Clients Standardisierung der Backup- und Recoverysysteme als Hardwarelösung (z.b. Wächterkarte) oder Softwarelösung (z.b. REMBO ) Die CidS! ggmbh wird verstärkt in die Umsetzung des Berliner Supportkonzepts eingebunden. Das Berliner Supportkonzept Struktur für den pädagogischen und technischen Support CCO Externe Dienstleister 12 IT-Regionalbetreuer als regionale pädagogisch-technische Supporter 856 öffentl. allg. bild.. Schulen mit mind ITBs Abb.: Powerpointfolie CidS!-/KorBIT-Präsentation März 2002 KorBIT / Landesschulamt Berlin 2002 Neufert 05/2002 6

8 Neu (seit Januar 2003): Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport Landesinitiative CidS! Computer in die Schulen!" - Sen BJS II B CidS! - Badensche Straße 24, Berlin! " # Internet : Berliner Supportkonzept Stand: Mai 2002 Support_Berlin_2002_c.doc 7

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