Produktbeschreibung Penetrationstest

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1 Produktbeschreibung Penetrationstest 1. Gestaltungsmöglichkeiten Ein Penetrationstest stellt eine Möglichkeit zum Test der IT-Sicherheit dar. Um die vielfältigen Möglichkeiten eines Penetrationstests zu strukturieren, werden im Folgenden verschiedene Möglichkeiten zur Gestaltung eines Penetrationstests vorgestellt. Diese Möglichkeiten orientieren sich an der Studie des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik zur Durchführung von Penetrationstests. 1 Eine Darstellung der verschiedenen Kombinationsmöglichkeiten findet sich in Abbildung 1. In den weiteren Kapiteln werden verschiedene Standardtests vorgestellt. Die dort genannten Einzeltests bieten eine Übersicht der möglichen Prüfungen und werden für jeden Penetrationstest individuell festgelegt. Blackbox- und Whitebox-Tests Alle im Folgenden genannten Arbeitspakete können sowohl als Blackbox- als auch als Whitebox-Test durchgeführt werden. Bei einem Blackbox-Test werden außer einer evtl. Eingrenzung der Ziele keine weiteren Informationen durch den Kunden bereitgestellt. Dagegen werden für einen Whitebox-Test umfangreiche Informationen über die eingesetzten Systeme bzw. Anwendungen, die Netzwerkstruktur und die Konfigurationen bereitgestellt. Unterschieden wird bei einem Whitebox-Test zwischen Tests für die eine Benutzerkennung zur Verfügung gestellt wird und solchen, bei denen dies nicht erfolgt. Verdeckte und offensive Tests Weiterhin kann zwischen verdeckten und offensiven Tests unterschieden werden. Bei einem verdeckten Test wird überprüft, ob die eingesetzten Systeme in der Lage sind, den Test zu erkennen. Ein solcher Test dauert in der Regel länger als ein offensiver Test, bei dem umfangreiche und massive Tests durchgeführt werden können. Scan und Angriff Bei der Gestaltung der Tests kann zwischen Scans und Angriffen unterschieden werden. Bei einem Scan werden die allgemein zugänglichen Informationen gesucht und mögliche Schwachstellen passiv identifiziert. Das heißt, dass eine Suche nach Schwachstellen an Hand der eingesetzten Produktversion erfolgt. Eine tatsächliche Überprüfung, ob diese möglichen Schwachstellen auch tatsächlich ausgenutzt werden können, erfolgt erst bei einem Angriff. Interne und externe Tests Für die Durchführung von Scans und Angriffen ist zu unterscheiden, ob es sich um einen internen oder externen Test handeln soll. Diese Unterscheidung begründet sich sowohl in den unterschiedlichen Systemen, die getestet werden können, als auch in der Art der möglichen Angreifer. Bei einem externen Test werden die über das Internet erreichbaren Systeme getestet und damit mögliche, externe Angreifer 1 Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Studie Durchführungskonzept für Penetrationstests

2 simuliert. Bei einem internen Test dagegen erfolgt der Test im Intranet und bietet daher einen umfangreichen Zugriff auf die Systeme und kann daher einen internen Angreifer simulieren. Abbildung 1: Gestaltungsmöglichkeiten eines Penetrationstests 2. Externer Scan Ein externer Scan stellt die passive Suche nach Informationen über die Zielsysteme dar. Es erfolgt kein Eingriff in die Sicherheit der getesteten Systeme. Informationssammlung Zu diesem Punkt gehört die Überprüfung öffentlicher Quellen ( Google-Hacking, RIPE-Datenbank), das Suchen nach offenen Ports auf dem Zielsystem (z.b. Router oder Server), eine Identifikation der eingesetzten Betriebssysteme (OS- Fingerprinting), sowie das Feststellen der Version von Anwendungen (Bannergrabbing). Schwachstellenscan Es werden bekannte Schwachstellen in den eingesetzten Programmen gesucht. Seite 2

3 3. Externer Angriff Voraussetzung ist ein externer Scan. Die Ergebnisse des Scans werden um aktive Tests zur Feststellung und Ausnutzung von Sicherheitslücken ergänzt. Dies bietet verlässlichere Informationen über die Sicherheit der Systeme. Aggressiver Schwachstellenscan Bei diesem aggressiven Scan werden auch potentiell gefährlichen Paketen eingesetzt, die evtl. zum Absturz von System führen können, aber dadurch einen größere Genauigkeit bei der Suche nach Schwachstellen bieten. Passwort-Angriffe Durch Brute-Force-Angriffe mit bekannten oder schwachen Passwörtern wird eine Schwachstelle in der Authentisierung gesucht. Angriffe mit Exploits Hierbei erfolgt eine Verifizierung und Ausnutzung von gefundenen Schwachstellen durch die Nutzung von bekannten und veröffentlichten Exploits. Denial-of-Service (DoS) Die Zielsysteme werden auf ihre Anfälligkeit gegen DoS-Angriffe getestet. Es werden Schwachstellen der eingesetzten Systeme getestet und keine DoS-Angriffe durch das Übertragen ausreichend großer Datenmengen durchgeführt, da diese grundsätzlich immer möglich sind. DNS Poisoning Eine Überprüfung des DNS Servers auf diese speziellen Schwachstellen wird auf Grund der Auswirkungen auf den Betrieb nur bei gesonderter Beauftragung durchgeführt. 4. Interner Scan Der interne Scan stellt die passive Informationssuche im internen Netz eines Unternehmens oder einer Behörde dar. Er zeigt vorhandene Informationen und mögliche Schwachstellen auf, ohne die Sicherheit der Systeme zu gefährden. Informationssammlung Die Informationssammlung umfasst das Sammeln von Informationen über Adressbereiche und Netzinfrastruktur (Server, Clients und Netzkomponenten), die Durchführung von Portscans und den Einsatz von Netzwerksniffern. Schwachstellenscan Es erfolgt eine Suche nach bekannten Schwachstellen der eingesetzten Software. Compliance- und Content-Check Im Rahmen eines Whitebox-Tests mit Nutzerkennung kann zusätzlich eine Überprüfung der Systeme auf die Einhaltung von Richtlinien und den Inhalt der auf dem System gespeicherten Daten beauftragt werden. Unterschieden wird dabei zwischen einer Überprüfung nach Standard-Anforderungen z.b. Payment Card Seite 3

4 Industry Data Security Standard (PCI-DSS) oder einer Überprüfung nach unternehmenseigenen Anforderungen. 5. Interner Angriff Voraussetzung für diesen Angriff ist der interne Scan. Dieses Arbeitspaket zeigt die Möglichkeiten eines Innentäters zum Angriff gegen sensible Infrastruktur und vertrauliche und schutzwürdige Systeme auf. Aggressiver Scan Bei diesem aggressiven Scan werden auch potentiell gefährliche Paketen eingesetzt, die evtl. zum Absturz von System führen können, aber dadurch eine größere Genauigkeit bei der Suche nach Schwachstellen bieten. Passwort-Angriff Durch Brute-Force-Angriffe mit bekannten oder schwachen Passwörtern wird eine Schwachstelle bei der Authentisierung gesucht. Angriffe mit Exploits Hierbei erfolgt eine Verifizierung und Ausnutzung von gefundenen Schwachstellen durch die Nutzung von bekannten und veröffentlichten Exploits. Denial-of-Service (DoS) Die Zielsysteme werden auf ihre Anfälligkeit gegen DoS-Angriffe getestet. Es werden Schwachstellen der eingesetzten Systeme getestet und keine DoS-Angriffe durch das Übertragen ausreichend großer Datenmengen durchgeführt, da diese grundsätzlich immer möglich sind. Netzwerk-Angriffe Hierbei wird der Netzwerkverkehr mittels ARP Poisoning, DHCP-Hijacking oder Missbrauch anderer Protokolle umgeleitet; Netzwerksniffer werden eingesetzt. Überprüfung eines Standardarbeitsplatzes als Angriffs-Plattform Angriffe gegen das Netzwerk werden von einem Standard-Arbeitsplatz durchzuführen versucht. 6. Web-Applikationen Die Analyse der Web-Applikationen stellt einen Spezialfall des Internet-Angriffs dar und richtet sich gezielt gegen die jeweilige Web-Anwendung. Ein Scan des bzw. ein Angriff gegen den zugrunde liegenden Webserver wird empfohlen. Eine Quellcodeanalyse der Anwendung erfolgt nicht. Informationssammlung Dies umfasst die Feststellung der verwendeten Techniken, des Umfang der Anwendung, die Suche nach lesbaren Verzeichnissen und Dokumenten und die Überprüfung der eingesetzten Verschlüsselung. Seite 4

5 Anmeldemechanismen Ein Test der Anmeldefunktion erfolgt z.b. über einen Brute-Force-Angriff durch Erraten von bekannten oder schwachen Passwörtern sowie durch Überprüfung des Session-Handlings und der Session-IDs. Aktive Sicherheitslücken Zu den Tests gehören die Prüfung auf SQL-Injection, die Feststellung von Cross-Site- Scripting-Möglichkeiten, der Test auf Path-Traversal, sowie die Ausnutzung von logischen Ablauffehlern in der Anwendung. 7. WLAN Funknetze stellen eine besondere Angriffsmöglichkeit dar und werden deshalb gesondert getestet. Auffinden von Access Points Es werden die verschiedenen legalen und illegalen WLANs aufgespürt, die verwendete Infrastruktur wie SSID und beteiligte MAC-Adressen identifiziert und die eingesetzte Verschlüsselung festgestellt. Verbindungsversuche Für die festgestellten WLANs wird ein Verbindungsaufbau versucht, um Zugriff auf interne Komponenten des Zielnetzes zu erhalten. Dazu wird z.b. ein MAC-Spoofing getestet. Entschlüsselungsversuche Sofern eine Verschlüsselung für die gefundenen WLANs eingesetzt wird, wird versucht, diese zu überwinden. Dabei sind, abhängig von der eingesetzten Verschlüsselung, unterschiedliche Angriffe gegen das Protokoll oder die verwendeten Passwörter möglich. Rogue Access Point Es werden Acess Points manipuliert und eingesetzt, um firmeneigene Accesspoints vorzutäuschen. Dies erfolgt mit dem Ziel, die Kommunikation eines Clients abzuhören, der sich an diesem gefälschten Access Point anmeldet. Denial-of-Service-Angriffe Durch eine Überlastung der beteiligten Komponenten wird versucht, ein WLAN zu stören. 8. Social Engineering Unter dem Begriff Social Engineering versteht man Angriffe, die sich nicht gegen die IT-Systeme richten, sondern den Menschen als mögliche Quelle einer Sicherheitsstörung sehen. Dabei wird getestet, ob die Mitarbeiter und Nutzer adäquat geschult sind und wissen, wie sie sich gegenüber einem möglichen Angreifer zu verhalten haben. Seite 5

6 Es erfolgen u.a. Überprüfungen der Zutrittskontrolle, das Ausfragen der Mitarbeiter im persönlichen Gespräch nach vertraulichen Informationen sowie das versuchte Entwenden von Informationen und Hardware. Computerbasierte Angriffe wie das Zusenden von Viren oder Phishing- s werden nicht durchgeführt. 9. Vorgehensweise Zu jedem Penetrationstest gehört eine umfassende Vor- und Nachbereitung. Dabei werden die Ziele des Tests mit dem Kunden definiert und mögliche Risiken für die Systeme geklärt. Zur Darstellung der Ergebnisse gehört auch, dass nicht nur die gefundenen Schwachstellen aufgelistet werden, sondern auch, soweit dies auf Grund der Testergebnisse möglich ist, Verbesserungsvorschläge zu unterbreiten. Vorgespräch Im Rahmen des Vorgesprächs wird die Durchführung besprochen; es werden die Ansprechpartner festgelegt und mögliche Risiken geklärt. Durchführung Die Durchführung eines Penetrationstestes erfolgt in enger Abstimmung mit dem Auftraggeber. Dabei kommt der Vermeidung von ungewollten Betriebsstörungen eine hohe Bedeutung zu. Dokumentation Nach Durchführung des Tests erfolgt eine Dokumentation der festgestellten Ergebnisse und Empfehlungen zur Verbesserung. Ergebnispräsentation Die Ergebnisse des Penetrationtests werden beim Kunden entsprechend präsentiert. Überprüfung getroffener Gegenmaßnahmen Die umgesetzten Gegenmaßnahmen zur Beseitigung der Schwachstellen werden auf Wunsch zu einem späteren Zeitpunkt überprüft. Seite 6

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