planned economy I Krise des Kapitalismus - Potential der Planwirtschaft: Was wird aus Handel, Zins und Rente?

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1 planned economy I Krise des Kapitalismus - Potential der Planwirtschaft: Was wird aus Handel, Zins und Rente? 1

2 planned economy. planned economy ist ein eine Zeitschrift für politische Ökonomie mit Schwerpunkt auf die nachkapitalistische Ökonomie. Wir erarbeiten bzw. publizieren in unregelmäßiger Erscheinungsweise: # systematische Darstellungen zur Planwirtschaft # kritische Darstellungen zur Ideengeschichte der Ökonomie # Beiträge, die sich mit der bisherigen Geschichte von Planwirtschaften beschäftigen # «Aufnahmen» des gegenwärtigen Kapitalismus aus der Perspektive der Planwirtschaft In den ersten ca. 10 Ausgaben bringen wir fortlaufend jeweils einige Kapitel aus einer längeren und systematischen Darstellung zur Planwirtschaft von Martin Seelos. Das Inhaltsverzeichnis dieser Darstellung befindet sich auf der vorletzten Seite von planned economy. Die vorliegenden Ausgabe von planned economy macht einen Abstecher zu den «Nebenschauplätzen» des industriellen Kapitalismus, also zu Handel, Kredit-Banken-Börsen (leihbares Geldkapital) und zur Grundrente. Heute glauben viele, dass Dysfunktionen von Kredit, Banken- und Börsenkapital für die aktuelle Wirtschaftskrise mitverantwortlich sind. Was wird aber aus Handel, Kredit und Grundrente nach dem Übergang vom Kapitalismus zur Planwirtschaft? Trauen Sie sich den Blick in die Ferne zu? Keine Angst vor der dünnen Luft? Na dann los! Die nächste Ausgabe von planned economy wird sich einerseits mit vorgeblich technischen Fragen, wie der Preiskalkulation, dem Marktgeschehen ohne Waren und der Steuerung der Planwirtschaft beschäftigen. Anderseits aber mit grundsätzlichen, wie etwa: nach welchen Kalkülen überhaupt gewirtschaftet werden kann. Auch wenn nicht jeweils extra ausgeschrieben, sind alle Personenbegriffe geschlechtsneutral gemeint. Impressum und Offenlegung siehe Rückseite. 2 **** Reaktionen, Leserbriefe, Gastbeiträge werden gerne entgegengenommen und nach Maßgabe des vorhandenen Platzes aufgenommen. Zusendungen bitte an:

3 planned economy I 13. Was wird aus Handel, Zins und Rente? Bislang haben wir das Verhältnis industrieller Produktion zu industriellen Arbeiter und Konsumenten betrachtet und jeweils einen Vergleich dieses Verhältnisses in der Planwirtschaft zu jenem im Kapitalismus angestellt. Nun gibt es aber im Kapitalismus große und funktionell wichtige Bereiche neben dem industriellen Kapitalisten und dem industriellen Arbeiter: Das sind Handel, Kredit und Bodenrente. Diese Phänomene stehen zur Industrie in einem bestimmten Verhältnis, in einer bestimmten Arbeitsteilung, haben aber ihre eigene Gesetzmäßigkeiten. Was ändert sich nun in diesen drei Bereichen mit der Ablöse des Kapitalismus durch die Planwirtschaft? Der Handel a) Handel und andere Begriffe für die Planwirtschaft Was bedeuten die Begriffe «Zirkulation», «Verteilung», «Austausch» und «Handel»? Mitunter werden die Begriffe Handel, Zirkulation, Verteilung, Austausch synonym verwendet. Um Missverständnisse zu vermeiden könnte man für unsere Zwecke folgendes kurz zusammenfassen: Verteilung Unter Verteilung wird meist verstanden, wie viel an Gütern gemessen an Nutzwert oder an Wert bestimmte Bevölkerungsgruppen im Unterschied zu anderen bekommen. Dazu kann man nur sagen, dass die Verteilung in den Klassengesellschaften systematisch ungleich ist. Die Planwirtschaft geht hier eindeutig in eine egalitäre Richtung. Auch wenn nicht zu jedem Zeitpunkt jeder dasselbe an Konsumgütern bekäme was im Detail nicht unser Problem ist, sondern eine Frage der konkreten Wirtschaftspolitik so sind die systematischen Ursachen für eine ungleiche Verteilung erstmals seit der Urgesellschaft beseitigt. Dies allein ist ein historisches Ereignis. Austausch, Zirkulation, Distribution Die Missverständnisse beziehen sich, was die Planwirtschaft betrifft, meist auf die Zirkulationsmittel: Engels fällt hier nicht nur in den utopischen Sozialismus zurück, sondern er weicht auch prinzipiell von Marxens Aussage im obigen Zitat (LH01) ab. Marx sagt dort unmißverständlich, daß die sozialistischen Genossenschaften (Wirtschaftskommunen) ihre Produkte nicht austauschen. Engels hingegen will den Austausch zwischen den Wirtschaftskommunen lediglich ohne Geld abwickeln lassen. 1 versucht Wolfgang Hoss, Engels gegen Marx auszuspielen, vermutlich um mit Marx gegen Engels Aussagen gegen das Geld in der Planwirtschaft ziehen zu können. Aber das ist ein Missverständnis. Den Marx meinte in der von Hoss zitierten und gut bekannten Stelle den Austausch von Waren (klar: im Kapitalismus) und Engels die Tatsache, dass Produktion und Verteilung die Produktionsverhältnisse bestimmen, dass also «Austausch» (nicht nur der Waren, sondern aller Arbeitsprodukte) in jeder Produktionsweise jenseits der Urgesellschaft stattfindet. Und das wiederum ist einerseits Ergebnis der Klassenfrage (Stichwort «Verteilung»), anderseits Ergebnis davon, dass jede entwickelte Gesellschaft arbeitsteilig arbeitet. Um terminologisch Unklarheiten zu vermeiden, plädieren wir für den Begriff»Austausch«als einen Unterbegriff von Distribution, der für die Distribution von Waren spezifisch ist, was die etymologische Wurzel von Austausch (= Tausch) nahelegt. Wir verwenden daher den Begriff Distribution auch für die Vorgänge in der Planwirtschaft: Wie ein Produkt den Weg von der Planung zur Produktion und von der Produktion zur Konsumtion findet. Der Begriff «Zirkulation» wiederum ist zwar für die Wirtschaft der Planwirtschaft nicht per se unpassend - etwa für längere Wirtschaftsketten, wie für die Weiterverwendung von Produktionsmitteln aber wir müssen uns dabei immer vor Augen halten, dass dieser Begriff angewendet auf den Kapitalismus auch etwas typisch kapitalistisches inkludiert: Die Zirkulation von Kapitalmittel, die Produktion zwecks Akkumulation und Profitverwertung. Wir können also zusammenfassen: In der Planwirtschaft gibt es keinen Austausch von Waren und Besitztiteln mehr, da die Warenproduktion wegfällt. Temporäre Ausnahme: solange noch private Warenproduzenten neben der Planwirtschaft vorhanden sind. Die Produktion ist vergesellschaftet und die Arbeitsprodukte gehören der gesamten Gesellschaft (Diffusion von Eigentum; siehe planned economy Nr. 1). Die Verteilung von Konsumgütern ist grosso modo egalitär und später - im Überfluss - libertär. Das ist die Ebene der unproduktiven Konsumtion. Auf der Ebene der Produktion wird nach vie vor und immer mehr arbeitsteilig gearbeitet. Das bedeutet, dass die Vor-, Halb- und Endprodukte viele Hände wechselt, durch viele Produktionseinheiten gehen und die Produktion vor allem auf der Ebene der Planung und Steuerung allseitig vernetzt ist. Handel Von seiner physischen Seite - wenn man so will: von Seiten des Gebrauchswertes - besorgt der Handel die Distribution von Produkten vom Hersteller zum Abnehmer: Hier haben wir im Kapitalismus private Konsumenten und produktive Konsumenten 1 Wolfgang Hoss, Von der kapitalistischen zur sozialistischen Marktwirtschaft, Band 2, Modell einer sozialistischen Marktwirtschaft - Auf der Suche nach neuen Wegen, Seite

4 planned economy. vor uns. Aber diese rein «naturalistische» Beschreibung ist zu wenig, da dies in einem bestimmten gesellschaftlichen Umfeld, unter bestimmten Produktionsverhältnissen stattfindet. Somit besorgt der Handel mit seinem Kapital dem Umschlag W-G-W. Er ist in der Warengesellschaft zur Realisierung der Warenwerte notwendig neben anderen Auswirkungen, die aus der spezifischen Arbeitsteilung des Handels mit der Industrie herrührt. Der Handel ist somit etwas «typisch kapitalistisches», auch wenn der Handel auch in den vorkapitalistischen Gesellschaften auftrat und in diesen sogar einen größeren Stellenwert einnahm, als gegenüber der großen Industrie. Der Handel bereitete den Übergang zum echten Kapitalismus vor ohne damit selbstverständlich die einzige Voraussetzung für diesen Übergang zu sein. Der Wucher ist gegenüber dem konsumierenden Reichtum historisch wichtig als selbst ein Entstehungsprozeß des Kapitals. Wucherkapital und Kaufmannsvermögen vermitteln die Bildung eines vom Grundeigentum unabhängigen Geldvermögens. 2. Das ist real, dann kommt der Schein: In allen frühern Produktionsweisen, und um so mehr, je mehr die Produktion unmittelbar Produktion der Lebensmittel des Produzenten ist, erscheint Kaufmannskapital zu sein als die Funktion par excellence des Kapitals. 3 ; die Betonung liegt auf scheint. Und: Je unentwickelter die Produktion, um so mehr wird sich daher das Geldvermögen konzentrieren in den Händen der Kaufleute oder als spezifische Form des Kaufmannsvermögens erscheinen. 4 ; die Betonung liegt auf unentwickelter. Quintessenz: Selbständige und vorwiegende Entwicklung des Kapitals als Kaufmannskapital ist gleichbedeutend mit Nichtunterwerfung der Produktion unter das Kapital, also mit Entwicklung des Kapitals auf Grundlage einer ihm fremden und von ihm unabhängigen gesellschaftlichen Form der Produktion. Die selbständige Entwicklung des Kaufmannskapitals steht also im umgekehrten Verhältnis zur allgemeinen ökonomischen Entwicklung der Gesellschaft. 5 Gleichzeitig schafft aber der Handel Vorbedingungen für den industriellen Kapitalismus, indem er den Warencharakter der Produkte verbreitet: In den Vorstufen der kapitalistischen Gesellschaft beherrscht der Handel die Industrie; in der modernen Gesellschaft umgekehrt. Der Handel wird natürlich mehr oder weniger zurückwirken auf die Gemeinwesen, zwischen denen er getrieben wird; er wird die Produktion mehr und mehr dem Tauschwert unterwerfen, indem er Genüsse und Subsistenz mehr abhängig macht vom Verkauf als vom unmittelbaren Gebrauch des Produkts. Er löst dadurch die alten Verhältnisse auf. Er vermehrt die Geldzirkulation. Er ergreift nicht mehr bloß den Überschuß der Produktion, sondern frißt nach und nach diese selbst an und macht ganze Produktionszweige von sich abhängig. Indes hängt diese auflösende Wirkung sehr ab von der Natur des produzierenden Gemeinwesens. 6. Und: Die Entwicklung des Handels und des Handelskapitals entwickelt überall die Richtung der Produktion auf Tauschwert, vergrößert ihren Umfang, vermannigfacht und kosmopolisiert sie, entwickelt das Geld zum Weltgeld. 7 Könnten wir umgekehrt überspitzt fragen: Fällt der Kapitalismus, fällt der Handel weg, bleibt dann die reine Distribution von Produkten übrig? Aber um diese Frage zu beantworten genügt die historische Sichtweise nicht und wir müssen stattdessen die Struktur und Funktion des Handels untersuchen. b) Die Funktion des Handels im Kapitalismus Das Warenhandelskapital im Kapitalismus nimmt dem industriellen Kapitalisten dessen Endbewegung W-G ab, indem der Händler ein eigenes Kapital bildet: G-W-G. Das Handelskapital und seine Auswirkung auf den Ausgleich der Profitraten sind folgende: Da das Handelskapital in die Durchschnittsprofitrate eingeht, selbst aber keinen Wert schafft, drückt es auf die Profitrate: Je größer das Kaufmannskapital im Verhältnis zum industriellen Kapital, desto kleiner die Rate des industriellen Profits und umgekehrt 8. Genauso die unterschiedliche Rolle der produktiven Arbeiter (d.h. in der Industrie) und der unproduktiven (d.h. im Handel). Die Lohnkosten letzterer drücken auf die allgemeine Profitrate, während sie gleichzeitig keinen Mehrwert schaffen. Sinkt der Lohn der Arbeiter im Handel, so steigt sie Mehrarbeit, die der Handelsunternehmer einsackt; es steigt damit aber nicht der Mehrwert insgesamt, sondern bloß die Verlagerung des in der Industrie geschaffenen Mehrwerts in die Hände des Handels 9. Damit könnte man meinen, der Handel sei bloß eine Profitbremse der Industrie. Stimmt natürlich nicht: Der Handel nimmt den Zirkulationsprozess in die Hand, den sonst die Industrie selbst besorgen müsste. Überlegen wir gleichsam parallel-lesend immer mit, wie es eigentlich in der Planwirtschaft zugehen müsste dann werden folgende Stellen aus Das Kapital spannend. Der Zirkulationsprozess ist notwenig, aber auch ein Abzug von der Produktionszeit: Die Verlängerung der Zirkulationsoperation stellt für den industriellen Kapitalisten dar (...) verlängerten Aufenthalt seines Produkts, in Geld- oder Warenform, im Zirkulationsprozeß, also in einem Prozeß, worin es sich nicht verwertet und worin der unmittelbare Produktionsprozeß unterbrochen wird. Soll dieser nicht unterbrochen werden, so muß entweder die Produktion beschränkt werden, oder es ist zusätzliches Geldkapital 2 Karl Marx, Das Kapital, Band III, 36. Kapitel, MEW 25, Seite Karl Marx, Das Kapital, Band III, 20. Kapitel, MEW 25, Seite Karl Marx, Das Kapital, Band III, 20. Kapitel, MEW 25, Seite Karl Marx, Das Kapital, Band III, 20. Kapitel, MEW 25, Seite Karl Marx, Das Kapital, Band III, 20. Kapitel, MEW 25, Seite 342, Karl Marx, Das Kapital, Band III, 20. Kapitel, MEW 25, Seite Karl Marx, Das Kapital, Band III, 17. Kapitel, MEW 25, Seite Bei Marx an folgender Stelle: Das Kapital, Band III, 17. Kapitel, MEW 25, Seite 310,

5 planned economy I vorzuschießen, damit der Produktionsprozeß stets auf derselben Stufenleiter fortdauert. Dies kommt jedesmal darauf hinaus, daß entweder mit dem bisherigen Kapital kleinerer Profit gemacht wird oder daß zusätzliches Geldkapital vorzuschießen ist, um den bisherigen Profit zu machen. Dies bleibt nun alles dasselbe, wenn an die Stelle des industriellen Kapitalisten der Kaufmann tritt. 10 Um was es also geht, ist: den Zirkulationsprozess zu verkürzen, zu rationalisieren und zu zentralisieren ob dies nun der Handel oder die Industrie selbst besser zu Wege bringt. In der Warengesellschaft, mit ihrer Aufsplitterung in unzählige zuerst einmal unabhängige Produzenten ist klar, dass dies der Handel besser kann, weil er von vielen Produzenten die Waren für den Zirkulationsprozess übernimmt. Er rationalisiert also diese Aufgabe. Freilich: In dem Moment, in dem wir keine unzähligen formal unabhängigen Warenproduzenten mehr haben also etwa in der Planwirtschaft kann dies ganz anders sein. Die Funktionsweise des Warenhandelskapitals bewirkt, dass der industrielle Kapitalist weniger von seinem Kapital in Form von Geldkapital 11 speichern muss. Dadurch kann ein größerer Anteil seines Kapitals als Warenkapital in der Produktion fungieren. Zweitens bewirkt ein spezielles Warenhandelskapital nicht eine Verzögerung in der Distribution, sondern ganz im Gegenteil eine Beschleunigung des Umschlages; der Warenhändler besorgt die Zirkulation der Waren vieler Industrieller, die sich im Umschlag ablösen und überschneiden: Wird beim Verkauf der produzierten Ware ein Mehrwert realisiert, so, weil dieser bereits in ihr existiert; bei dem zweiten Akt, dem Rückaustausch des Geldkapitals gegen Ware (Produktionselemente), wird daher auch vom Käufer kein Mehrwert realisiert, sondern hier nur durch Austausch des Geldes gegen Produktionsmittel und Arbeitskraft die Produktion des Mehrwerts eingeleitet. Im Gegenteil. Soweit diese Metamorphosen Zirkulationszeit kosten - eine Zeit, innerhalb deren das Kapital überhaupt nicht, also auch keinen Mehrwert produziert -, ist sie Beschränkung der Wertschöpfung, und der Mehrwert wird sich als Profitrate gerade im umgekehrten Verhältnis zur Dauer der Zirkulationszeit ausdrücken. Das Kaufmannskapital schafft daher weder Wert noch Mehrwert, d.h. nicht direkt. Sofern es zur Abkürzung der Zirkulationszeit beiträgt, kann es indirekt den vom industriellen Kapitalisten produzierten Mehrwert vermehren helfen. Soweit es den Markt ausdehnen hilft und die Teilung der Arbeit zwischen den Kapitalen vermittelt, also das Kapital befähigt, auf größrer Stufenleiter zu arbeiten, befördert seine Funktion die Produktivität des industriellen Kapitals und dessen Akkumulation. Soweit es die Umlaufszeit abkürzt, erhöht es das Verhältnis des Mehrwerts zum vorgeschoßnen Kapital, also die Profitrate. Soweit es einen geringern Teil des Kapitals als Geldkapital in die Zirkulationssphäre einbannt, vermehrt es den direkt in der Produktion angewandten Teil des Kapitals. 12 Kurzum: Im übrigen muss angenommen werden, dass mit der Teilung zwischen kaufmännischen und industriellen Kapital Zentralisation der Handelskosten und daher Verringerung derselben verbunden ist. 13 Der längste Hebel, den der Handel hat, indirekt die Profitrate und damit seinen Anteil am Profit zu mehren ist die Verkürzung des Handelsumsatzes: Durch die Herstellung der allgemeinen Profitrate wird nun zwar der Gesamtprofit verteilt unter die verschiednen Kapitale (...) nach den aliquoten Teilen, die sie vom Gesamtkapital bilden, d.h. im Verhältnis ihrer Größe. (...) Je größer die Anzahl der Umschläge des industriellen Gesamtkapitals, desto größer die Profitmasse, die Masse des jährlich produzierten Mehrwerts, und daher bei sonst gleichen Umständen die Profitrate. Anders mit dem Kaufmannskapital. Für es ist die Profitrate eine gegebne Größe, bestimmt einerseits durch die Masse des vom industriellen Kapital produzierten Profits, andrerseits durch die relative Größe des Gesamthandelskapitals, durch sein quantitatives Verhältnis zur Summe des im Produktionsprozeß und Zirkulationsprozeß vorgeschoßnen Kapitals. (...) es klar ist, daß absolute Größe des notwendigen Kaufmannskapitals und Umschlagsgeschwindigkeit desselben im umgekehrten Verhältnis stehn; (...). Umstände, welche den Durchschnittsumschlag des Kaufmannskapitals verkürzen, z.b. Entwicklung der Transportmittel, vermindern pro tanto die absolute Größe des Kaufmannskapitals, erhöhen daher die allgemeine Profitrate. Umgekehrt, umgekehrt. Entwickelte kapitalistische Produktionsweise, verglichen mit frühern Zuständen, wirkt doppelt auf das Kaufmannskapital; dasselbe Quantum Waren wird mit einer geringern Masse wirklich fungierenden Kaufmannskapitals umgeschlagen; wegen des raschern Umschlags des Kaufmannskapitals und der größern Geschwindigkeit des Reproduktionsprozesses, worauf dies beruht, vermindert sich das Verhältnis des Kaufmannskapitals zum industriellen Kapital. 14 Soweit zum Verhältnis von Handel und Industrie im Kapitalismus. c) Die Zirkulationskosten Was geschieht nun mit dem Handel, wenn der Kapitalismus von der Planwirtschaft abgelöst wird? Hier muss man genau sein: Einiges fällt völlig weg, aber anderes fällt nicht weg, sondern bekommt nur einen anderen Charakter. Überflüssig werden die Funktionen der spezifisch kaufmännischen Zirkulationsagenten, die die Zirkulation von G-W und W-G im Kapitalismus erst ermöglichen. In der Panwirtschaft fallen daher die spezifisch kaufmännischen Zirkulationskosten gänzlich weg. Diese sind solche, die aus der Bewegung W-G entstehen und an die 10 Karl Marx, Das Kapital, Band III, 17. Kapitel, MEW 25, Seite «Geldkapital», nicht «leihbares Geldkapital»! 12 Karl Marx, Das Kapital, Band III, 16. Kapitel, MEW 25, Seite 278ff. 13 Karl Marx, Das Kapital, Band III, 17. Kapitel, MEW 25, Seite Karl Marx, Das Kapital, Band III, 18. Kapitel, MEW 25, Seite 321,

6 planned economy. Warenform gebunden sind - also dass ein eigener Agent, nämlich der Händler, die Waren an den Markt bringt. «An den Markt bringen» nicht im kleinbürgerlichen Sinne, etwa dass Äpfel und Birnen zum Marktplatz gekarrt werden, sondern im bürgerlichen Sinne, dass der Markt analysiert und «bearbeitet» wird, die Vermarktung und Versicherung besorgt wird, mit dem Kunden in Kontakt getreten wird, der Verkaufsprozess samt allen mit dem bürgerlichen Überbau zusammenhängenden Formalakten durchgeführt wird; die Kontierung für den industriellen Kapitalisten besorgt wird, der im Zuge einer langen Kette von gegenseitigen Verbuchungen somit auf seinem Konto Geld für seine Waren sieht. Wir haben oben gesehen: Die Existenz des Handels im Kapitalismus beschleunigt die Zirkulation von Kapital und erhöht damit den industriellen Profit pro Zeiteinheit. Andererseits geht das Handelskapital - ohne selbst Mehrwert zu schaffen - in die Durchschnittsprofitrate ein und drückt somit die Durchschnittsprofitrate. Auch die kaufmännischen Zirkulationskosten - hier sind nicht die Transportkosten, die ja so oder so in den Wert der Ware eingehen, gemeint - gehen in den nominellen Wert der Ware ein, genauso wie das Zirkulationskapital in die allgemeine Profitrate: Soweit dies Kostenelement aus zirkulierendem Kapital besteht, geht es ganz, soweit aus fixem Kapital, geht es nach Maßgabe seines Verschleißes als Zusatzelement in den Verkaufspreis der Waren ein; aber als ein Element, das einen nominellen Wert bildet, selbst wenn es keinen wirklichen Wertzusatz der Ware bildet, wie die rein kaufmännischen Zirkulationskosten. Ob aber zirkulierend oder fix, dies ganze zusätzliche Kapital geht ein in die Bildung der allgemeinen Profitrate. 15 Gut, das wissen wir bereits; jetzt kommt aber der entscheidende Passus über die kaufmännischen Zirkulationskosten: Diese sämtlichen Kosten werden nicht gemacht in der Produktion des Gebrauchswerts der Waren, sondern in der Realisation ihres Werts; sie sind reine Zirkulationskosten. Sie gehn nicht ein in den unmittelbaren Produktionsprozeß, aber in den Zirkulationsprozeß, daher in den Gesamtprozeß der Reproduktion. 16 Oder: Welcher Art immer diese Zirkulationskosten sein mögen; ob sie aus dem rein kaufmännischen Geschäft als solchem entspringen, also zu den spezifischen Zirkulationskosten des Kaufmanns gehören; oder ob sie Posten vorstellen, die aus nachträglichen, innerhalb des Zirkulationsprozesses hinzukommenden Produktionsprozessen, wie Spedition, Transport, Aufbewahrung etc. entspringen: sie unterstellen auf Seite des Kaufmanns, außer dem im Warenkauf vorgeschoßnen Geldkapital, stets ein zusätzliches Kapital, das in Ankauf und Zahlung dieser Zirkulationsmittel vorgeschossen war. 17 Kurzum: Spezifisch kaufmännische Zirkulationskosten gehen nicht in den abstrakten Wert des Produktes ein, aber in die Profitraten, und insofern in den Marktpreis der Produktionspreis 15 Karl Marx, Das Kapital, Band III, 17. Kapitel, MEW 25, Seite Karl Marx, Das Kapital, Band III, 17. Kapitel, MEW 25, Seite Karl Marx, Das Kapital, Band III, 17. Kapitel, MEW 25, Seite 299. eingeht und in letzterem die Durchschnittsprofitrate gehen in den Preis auch die kaufmännischen Zirkulationskosten ein. Diese Kurzum: Zirkulationskosten sind Marktkosten. Diese Kosten gehn aus der ökonomischen Form des Produkts als Ware hervor. 18 Das klingt nach Haarspalterei, hat aber weitreichende Konsequenzen: Erraten welche? In der Planwirtschaft gibt es spezifisch keine kaufmännischen Zirkulationskosten, produktive Zirkulationskosten aber schon. Marx sagt also: Diese Zirkulationskosten gehen aus der ökonomischen Form des Produkts als Ware hervor. Genau das ist es: Als Ware! Was aber, wenn die ökonomische Form des Produkts keine Ware mehr ist? Es bleiben die Transportkosten und Arbeiten wir Partitionieren, Lagern, Kassieren übrig, also quasi materielle Zirkulationskosten, nicht aber die kaufmännischen Zirkulationskosten. Die Produkte sind ja keine Waren mehr, die von Warenbesitzern am Markt getauscht werden. Die Produkte der Planwirtschaft sind nun Produkte der Gesamtgesellschaft, die diese nach eigenen Gutdünken verteilt. Ob nun aber in der Planwirtschaft eigene Geschäfte und Supermärkte als eigene Betriebe fungieren oder ob die Produktionsbetriebe den Absatz selbst in die Hand nehmen, ob es dazu Geschäfte gibt oder einfach an die Verbrauchsstellen zugestellt wird, ist eine für uns nebensächlich Frage, deren Antwort von den jeweiligen konkreten Umständen abhängt. Das einzige, was man zu diesen Varianten, wie ein Produkt von der Produktionsstätte zur Konsumtionsstätte gelangt, sagen kann, ist, dass hier die Planwirtschaft am höchst entwickelten Standard des Kapitalismus in Sachen Effektivität, Rationalität und Kundenorientierung ansetzt. In dieser Hinsicht kann die Planwirtschaft noch «einen drauf geben», weil einerseits die Konzentration und Zentralisation des Imperialismus übertroffen wird, oder sollte man sagen: finalisiert wird anderseits die Produktionslinien von den Konsumenten selbst bestimmt werden. Das hat einen rationalisierenden und kosteneinsparenden Effekt auf Transport, Lagerung und Abgabe von Konsumgütern; weil nun nicht mehr Güter transportiert, partioniert und gelagert werden müssen, die sich im Nachhinein als unnötig oder nicht absetzbar erweisen. **** Wenn wir dies alles zusammenfassen: Im Kapitalismus fallen spezifisch kaufmännische und produktiven Zirkulationskosten in den Agenden des Handelskapitals zusammen, das diese in der Bewegung Ware Geld Ware erfüllt. Ja, diese beiden Arten an Zirkulationskosten erscheinen als eine, als kaufmännische. Das gesamte Handelskapital steht in einem spezifischen Verhältnis zum industriellen Kapital: Im Ausgleich der Profitraten kommt das kaufmännische Kapital hinzu und drückt damit die Profitraten. Durch die Zentralisation des Handels, dem Vorschuss 18 Karl Marx, Das Kapital, Band III, 17. Kapitel, MEW 25, Seite

7 planned economy I des Handelskapitals und durch die Arbeitsteilung dieser zwei Kapitalfraktionen wird allerdings der Umschlag des Kapitals beschleunigt und rationalisiert. Mit der Planwirtschaft fällt nun die Arbeitsteilung zwischen dem Kaufmann und dem Fabrikanten weg, die produktiven Zirkulationsarbeiten werden zu einer Branche, völlig gleichgestellt der eigentlichen Herstellung der Produkte. Das progressive Element der Arbeitsteilung zwischen Handel und Industrie wird aufgehoben in einer vollständige Zentralisation, Konzentration und Rationalisierung der Zirkulation. Das ist das wichtigste, was man zum Handel auf dem Weg vom Kapitalismus zur Planwirtschaft feststellen kann. Aber es gibt auch andere, weniger wichtige Fragen, die aber in der Literatur oft eine prominentere Rolle einnahmen und auf die wir hier kurz eingehen wollen. Exkurs: Zirkulation und Geldverkehr Über die «Geldfrage» in der Planwirtschaft allgemein und in der Sowjetunion im Besonderen haben wir bereits im Kapitel 13 unserer Darstellung (planned economy Nr. 3) ausführlich diskutiert. Hier nur eine kurze Übersicht zum Verhältnis Distribution zum Geld. In der Literatur wurde fast immer die Distribution von Konsumgütern in den Planwirtschaften des 20. Jahrhunderts mit der Rolle des Geldes in Zusammenhang gebracht, real gab es aber auch Ausnahmen: In der Periode des Kriegskommunismus der Sowjetunion fand Zirkulation von Gütern auch ohne Geld statt; aber auch in den späten 1920er und frühen 1930er Jahren gab es kurz diese Form der Zirkulation. Das kann man nun aus verschiedenen Gründen ablehnen oder gutheißen; darum geht es uns hier aber nicht, wie wollen nur eine aus der Literatur möglicherweise hervorgehende falsche Gegenüberstellung auflösen. Sehen wir die historische Situation einmal ganz abstrahiert von allen außerökonomischen, so geht es um die Zuteilung von Konsumgütern unter den Bedingungen des Mangels als Gegensatz zum Überfluss. Die Zuteilung bedeutet, dass schon vor der Übername der Produkte durch die Verbraucher bestimmt wurde, wer von diesen dieses oder jenes Produkt überhaupt bekommen soll. Das Geld als Zirkulationsmittel spielt hier keine Rolle. Wenn man diese Situation mit den Vokabeln der Marktwirtschaft beschreiben möchte, so würde sich das so anhören: Die Kontraktion des Marktes fand nicht nur auf der Ebene der Mengenbegrenztheit von nominalen Geldwerten statt, sondern darin, dass für Geld von Haus aus wenig zu haben war und das Geld von der noch restriktiveren Zuteilung abgelöst wurde. Das macht also Sinn, es handelt sich um eine Restriktion, indiziert durch den Mangel. Insofern ist verständlich, dass das Verschwinden von Geld nicht nur ein Hinweis sein kann auf die Weiterentwicklung der Planwirtschaft (Arbeitszeitrechnung statt Geld; später: Auflösung derselben durch den Überfluss), sondern im Gegenteil, auf die Unreife der Planwirtschaft. Kurz: Kein Geldverkehr als Zirkulationsmittel in der Planwirtschaft kann ganz Unterschiedliches bedeuten. Noch einmal zur historischen Frage: Die Ablöse des Geldes und des Handels durch die Zuteilung von Konsumgütern zumindest im Kriegskommunismus entsprach der Anspannung der Sowjetwirtschaft unter Bedingungen des Mangels, der Unreife und des Krieges. Aber ein historischer Zusammenhang ist nicht immer einer, der die Grundgrammatik der Ökonomie ausreichend beleuchtet. Der Ausgangspunkt der Analyse müsste sein, dass zwischen dem Grad der Knappheit eines Gutes und der Restriktivität der Verteilung ein Zusammenhang besteht. Erst davon wären Fragen nach den Restriktionsinstrumenten, wie etwa nach dem Geld, abhängig - und nicht umgekehrt. Das ist fast schon das wichtigste, was man dazu sagen kann. Dass es einen Zusammenhang zwischen dem Grad der Knappheit eines Gutes und der Restriktivität der Verteilung gibt, gründet sich in letzter Konsequenz auf eine nichtökonomische Prämisse, aber auf eine plausible: Die Alternative wäre nämlich, dass knappe Güter nicht geplant bzw. bewusst verteilt werden, sondern zufällig bzw. willkürlich. Nun ist das zwar eigentlich eine politische Frage und daher nicht ganz unser Thema, aber diese politische Frage ist so grundlegend, dass sie eigentlich schon fast zur sozialistischen Ökonomie, zur «Grammatik» der Planwirtschaft gehört. Zumindest folgende Kriterien der Zirkulation / Verteilung von Konsumgütern sind vorstellbar: Der Ort der Zirkulation: Abholen vom Produktionsbetrieb, Geschäft oder Zustellung zum Endverbraucher Ob zugeteilt oder «gekauft» wird Nach welchen Kriterien knappe Güter verteilt werden Ob der «Wert» des Produktes abrechnet wird: Vom Arbeitszeitkonto oder mit Geld Ob dies von vorhinein geschieht oder beim Bezug des Produktes Ob bereits bei dem einen oder anderen Produkt relativer Überfluss vorherrscht Die Frage des Überflusses ist langfristig der wichtigste Parameter für die Form der Zirkulation und das Verhältnis von Zirkulation zur Verteilung. Und an Hand dieser Frage erkennt man leicht die Missverständnisse, die sich bei der Kombination von Zirkulation und Verteilung auftun: Die Alternative lautet nicht: Geldverkehr oder Zuteilung von Konsumgütern; es ist auch nicht so, dass der Geldverkehr jener Wirtschaft entspricht, die noch keinen Überfluss kennt und dass die Zuteilung der Konsumgüter ohne Geld der Wirtschaft mit Überfluss 7

8 planned economy. entspricht 19. Zuteilung kann ja genauso, wenn nicht sogar weit restriktiver sein, als die Form G-W und entspräche noch eher dem Mangel als die «Geldlohnform». Ein Indiz für diese Tatsache ist die Erfahrung mit der Zirkulation von extrem knappen, aber stark nachgefragten Konsumgütern in Krisenphasen des Kapitalismus. Wir denken hier an die Zeit während und unmittelbar nach dem Krieg, wo der Abzug der Ressourcen in die Kriegsindustrie alles andere selten und teuer werden ließ. Hier kamen Lebensmittelkarten zum Einsatz - ein Instrument der Zuteilung, das das Geld ersetze. Dass Geld das adäquate Instrument der Warengesellschaft ist und in dieser spezifische Funktionen erfüllt, dass die Planwirtschaft die Geldwirtschaft zusammen mit der Warenwirtschaft abschütteln wird, all das beantwortet die Frage nach den Restriktionsinstrumenten noch nicht hinreichend, da ja das Geld das Ableben der Waren noch etwas weiterleben kann. Also zurück zu der Restriktionsfrage. Der Ausgangspunkt ist also immer die Frage, ob bereits Überfluss für dieses oder jenes Gut existiert oder nicht. Oder: Gibt es insgesamt, generalisiert bereits Überfluss? In der Planwirtschaft ist dies noch nicht in diesem Ausmaß der Fall. Das bedeutet: es 19 Diese Gegenüberstellung sah Leo Trotzki in der Sowjetunion in den 1930er Jahren. Leo Trotzki, Verratene Revolution, Kapitel 6, Das Anwachsen der Ungleichheit und der sozialen Gegensetze, Leo Trotzki Schriften 1, Sowjetgesellschaft und stalinistische Diktatur, Band 1.2 ( ), Seite 818ff.: Auf dem Höhepunkt seines ökonomischen Abenteurertums versprach Stalin, die NEP, d.h. die Marktverhältnisse, zum Teufel zu jagen. Die ganze Presse schrieb genau wie 1918 über die endgültige Ersetzung des Kaufs und Verkaufs durch die unmittelbare sozialistische Verteilung. als deren äußeres Zeichen die Lebensmittelkarte bezeichnet wurde. Zu gleicher Zeit wurde die Inflation als eine dem Sowjetsystem überhaupt fremde Erscheinung kategorisch geleugnet. Die Stabilität der Sowjetwährung, sagte Stalin im Januar 1933, ist vor allen Dingen gewährleistet durch die gewaltigen Warenmengen im Besitz des Staates, die zu festen Preisen in den Warenverkehr gebracht werden. Obzwar dieser rätselhafte Aphorismus nirgends entwickelt oder erläutert wurde (zum Teil gerade deswegen), wurde er zum Grundgesetz der Sowjetgeldtheorie, genauer gesagt. eben der geleugneten Inflation. Der Tscherwonez war von nun an nicht mehr das allgemeine Äquivalent, sondern nur ein allgemeiner Schatten einer gewaltigen Warenmenge, wobei er wie jeder Schatten das Recht bekam, sich zu verkürzen oder zu verlängern. Wenn diese trostreiche Doktrin einen Sinn hatte, so nur diesen: das Sowjetgeld hört auf, Geld zu sein, es dient nicht mehr zum Messen des Wertes, die festen Preise werden von der Staatsgewalt festgesetzt, der Tscherwonez ist nur noch ein konventionelles Papierchen der Planwirtschaft, d.h. eine universelle Verteilungskarte: mit einem Wort, der Sozialismus hat endgültig und unwiderruflich gesiegt. Trotzkis Kritik am stalinistischen Abenteuertum war völlig richtig, aber eben gerade unter der Bedingung, dass in der Sowjetunion dieser Jahre weder Geld noch sonst was als Messinstrument der Werte in der Wirtschaft diente. Gibt es aber ein Messinstrument der Werte in der Planwirtschaft, dann ist die Zuteilung von knappen Gütern zumindest ein genauso brauchbares Zirkulationsinstrument wie das freie «Kaufen». Dass die Inflation eine Massensteuer gleich kam, ist natürlich völlig richtig, aber nur unter der Bedingung der Geldlohnform. Aber das beantwortet die Frage nicht, ob die Zuteilung als restriktives Zirkulationsinstrument gerade angebracht sei. Die Massensteuer Inflation lässt sich ja beseitigen entweder durch eine stabile Währung (Trotzkis Option) oder durch den Ersatz des Geldes durch andere Instrumente. Zumindest die Arbeitszeitrechnung kennt keine Inflation. Kurzum: Trotzkis Kritik war in diesem Punkt nur unter der stalinistischen Realität richtig, nicht aber als eine richtige Gegenüberstellung der Möglichkeiten der Planwirtschaft an sich. geht um irgendeine Art von geregelter Verteilung. Die Alternative wäre ungeregelte Verteilung von knappen Gütern. Falls die Gesellschaft der Ansicht ist, dass bei knappen Gütern keine geregelte Verteilung notwenig ist etwa weil die Produktivkräfte sich auch während einer ungeregelten Verteilung weiterentwickeln dann hören sich natürlich alle weiteren Überlegungen auf. Aber davon gehen wir nicht aus und wir lassen die Prämisse der geregelten und im Grunde egalitären Verteilung bestehen. Nicht die Ablöse von Geld durch Zuteilung ist systemisch für die Planwirtschaft hinter dieser Vorstellung steht eine falsche Gegenüberstellung sondern die Ablöse des Geldes durch die Arbeitszeitrechnung. Unabhängig davon ob der Konsument nun etwa in Geschäften, per internet oder beim Erzeuger «einkauft», oder ob Konsumgüter zugeteilt werden. Hingegen ist die Zuteilung nicht systemisch für die Planwirtschaft, aber möglich und ihr Fehlen deutet auf ökonomischen Fortschritt der Planwirtschaft hin. Wie restriktiv, sprich wie stark kontrahiert der Zugang zu verschiedenen Gütern ist, kann die Gesellschaft nach Parameter der Knappheit, der sozialen, ökologischen oder sonstigen Kriterien organisieren. Sind die Güter knapp und soll die Verteilung geregelt werden, auch um die weitere Reproduktion und Akkumulation zu gewährleisten, muss der Verbrauch von Konsumgütern, aber auch von Produktionsmitteln, irgendwie berechnet werden, entweder in Geldwert oder in Arbeitsstunden. Diese Tatsache gilt unabhängig von allen anderen Kriterien der Verteilung. Das bedeutet: auch wenn kein Geld existiert bzw. wenn zugeteilt wird, muss abgerechnet werden, auch wenn dies der einzelne Konsument nicht sieht. Ja, man könnte sogar sagen, gerade dann müssten die Werte im Auge behalten werden, da die Verteilung wegen der Knappheit an Gütern passiert. Bei dem gesamten Thema «Distribution Zirkulationsmittel» gibt es viel zu verwechseln, deswegen hier noch einmal die richtigen Gegenüberstellungen: Mangel Überschuss Abrechnung keine Abrechnung (bei Überschuss) Bei Abrechnung: Geld Arbeitszeitkonto «Kaufen» Zuteilen (kann auch mit Geld bzw. Arbeitszeitkonto verknüpft sein) Daraus ergeben sich unter der Bedingung des Mangels folgende Möglichkeiten: «Kaufen» Zuteilen Abrechnung mit Geld möglich möglich Abrechnung Arbeitszeitkonto mit möglich Tabelle 9 möglich 8

9 planned economy I Die Zuteilung und die Abrechnung von Werten - wobei Geld gegen Konsumgut nur eine Variante darstellt - ist eben nicht der Gegensatz. Deswegen kann es auch nicht stimmen, dass die Zuteilung ohne Kaufakt weniger dem Erfordernis nach rationellem Umgang mit knappen Gütern entspricht, als das Kaufen mit Geld. d) Was wird nun wirklich aus dem Handel? Was bleibt, ist die physische Distribution der Produkte. Eugen Varga spricht von Monopolistischen Kartellen, Konsumgenossenschaften, Produktivgenossenschaften, in Wirklichkeit Organisationen zum gemeinsamen Verschleiß Ihrer Waren mit Ausschaltung des Zwischenhandels, zusammen. (...). Wir sehen, der Kapitalismus hat auch auf diesem Gebiet dem Sozialismus wertvolle Vorarbeit geleistet. Es handelt sich darum, diese, mit Ausnahme der Konsumvereine, kapitalistische Organisationen in proletarische umzuwandeln. Die Verteilung der Güter, eine notwendige Funktion jeder nicht auf der Basis der geschlossenen Hauswirtschaft stehenden Gesellschaftsordnung muß vom Handel, dem selbstständigen Kauf und Verkauf von Gütern als Waren zum Zweck der Mehrwertaneignung getrennt werden. (...) Der Handel verhindert die Übersichtlichkeit der Bedürfnisse, der Anpassung der Produktion an den Konsum, durchkreuzt die staatliche Material- und Güterwirtschaft, ist an sich ein anarchistisches, konterrevolutionäres Element. (...) Rein theoretisch ist die Sache leicht durchdacht. Mit der Enteignung der Großbetriebe entfällt der Großhandel von selbst. Die Betriebszentralen besorgen die Rohstoffe und andere Produktionsmittel einheitlich für alle ihnen einverleibten Betriebe. Die Verteilung des Fertigprodukts geschieht entweder unmittelbar durch die Zentralen oder durch das betreffende Materialamt. (...) Hand in Hand hiermit geht die Ausschaltung, beziehungsweise Verstaatlichung des Außenhandels (...) Die Verteilung der Konsumgüter an die eigentlichen Konsumenten ist durch den Ausbau der Konsumvereine, durch den zwangsweisen Zusammenschluß aller Bewohner in lokal umgrenzte Konsumentengruppen leicht zu lösen. Jedem Bewohner (...) werden die rationierten Lebensmittel und die anderen Bedarfsgüter in der zuständigen Verteilstelle seines Wohngebietes zugeteilt. Anderswo kann er nicht einkaufen (Rayonierungssystem). 20 Bei Varga rührt einiges, etwa das «Materialamt» und das «Rayonierungssystem» aus den spezifischen Umständen der ungarischen Räterepublik her; allgemein gesehen vom extremen Mangel, der wirtschaftlichen Isolation eines kleinen Landes und der dünnen materiellen Basis nach Weltkrieg und k.u.k.-reich. Zum Rayonisierungssystem kann gesagt werden, dass es sich um ein restriktives Element handelt, ähnlich wie die Zuteilung. Dieses Instrument entspringt 20 Eugen Varga, Die wirtschaftspolitischen Probleme der proletarischen Diktatur, 1920; Rotdruck 1970, Seite 103, 104. der Tatsache der ökonomischen Unreife, des extremen Mangels usw. Es wäre also falsch, wenn dieses restriktive Instrument so berechtigt es in bestimmten konkreten Situationen sein mag zu verallgemeinern. Uns scheint, Eugen Varga abstrahierte hier unzulässigerweise den extremen Mangel für die Planwirtschaft sozusagen wie Trotzkis unzulässige Verallgemeinerung der progressiven Rolle des Geldes, nur in die andere Richtung. Wie auch immer, diese Frage haben wir im Exkurs (siehe oben) bereits behandelt. Aber der Rest von Vargas Überlegungen ist richtig: Im Kapitalismus sind die oben beschriebenen Tätigkeiten in einer Kapitalfraktion aufgehoben, die sich letztlich durch die Mehrwertabspaltung vom industriellen Kapital «ernährt». Nun, Kapital gibt es nicht mehr in der Planwirtschaft. Mehr noch: Die spezifische Symbiose zwischen Industrie und Handel gibt es nicht mehr. In der Planwirtschaft handelt es sich einfach um Betriebe, ob sie nun physisch etwas herstellen, oder transportieren, zustellen, zum Verkauf anbieten, abrechnen oder sich auf sonst eine produktive Tätigkeit spezialisieren. Angenommen nun, wir haben in der Planwirtschaft Betriebe, die Güter industriell produzieren und dann haben wir desweiteren Betriebe, die diese Güter zu den Abgabestellen transportieren, dort auspacken, in Regale schlichten und gegenüber den Konsumenten abgeben, vielleicht verrechnen. Somit scheint die Wirtschaft zumindest von der «Gebrauchswertarbeit», also von der konkreten, nützlichen Arbeit her in Industrie und Handel zu zerfallen. Aber dies ist nur unser Blickwinkel. Bleiben wir dennoch kurz bei diesem Blickwinkel, wie weit kommen wir damit? Sowohl die Industriebetriebe als auch unsere Handelsbetriebe benötigen für ihre Leistungen Produktionsmitteln und Arbeitskraft. So fließen die Herstellungszeiten der Produktionsmittel und die aktuelle Arbeitszeit in die Leistungen von Industrie und Handel wieder ein. In dieser Hinsicht unterscheiden sich Industrie und Handel also nicht voneinander. Es gibt auch keinen Profit, wie im Kapitalismus, der in der Industrie entsteht und auf den Handel übergeht. Industrie und Handel unterscheiden sich in der Planwirtschaft nicht, sie erstellen bloß eine vom Gebrauchswert her unterschiedliche Leistung. Aber genau das ist ja nichts Neues oder Besonderes. Auch innerhalb der Sphäre der Industrie unterscheiden sich die Produkte «Schrauben» von «Leitplanken» in ihrer physischen Natur und in ihrem Gebrauchswert. Also auch hier kein Unterschied zwischen Handel und Industrie. Ein Vergleich: Auch die im Kapitalismus gültige Unterscheidung zwischen Öffentlichen Dienst und Privatbetrieben ist in der Planwirtschaft ohne Belang. Eigentlich handelt es sich in der Planwirtschaft per se um öffentliche Güter, mit geregelter Nutzungsberechtigung. Und die Tatsache, dass manche Güter ihrer physischen Natur her, von einzelnen Konsumenten nicht «eingekauft» werden können wie etwa Infrastrukturbauten ist nur einer abrechnungstechnische Besonderheit; es handelt sich dabei nicht um besondere Güter an sich. 9

10 planned economy. In der Planwirtschaft zählt nur die Aufgabenteilung und Symbiose zwischen der Konsumgüterindustrie - das können auch «Dienstleistungen» sein, also immaterielle Güter - und der Produktionsmittelindustrie andererseits, wie wir im Teil II unserer Darstellung «Die sozialistische Akkumulation» (siehe planned economy Nr. 7 und Nr. 8) zeigen werden. Erst unter dem Gesichtspunkt der Reproduktion und der Akkumulation zerfällt die Planwirtschaft in zwei definitiv abgegrenzte Lager: Die Betriebe, die Leistungen und Produkte herstellen, die wieder in die Produktion eingehen, also Betriebe, die Produktionsmittel herstellen einerseits und in Betriebe, die Produkte und Leistungen herstellen, die aus dem Wirtschaftskreislauf herausfallen, unproduktiv konsumiert werden - Konsumgüter. Diese Unterscheidung ist relevant für das Gleichgewicht der Wirtschaftssektoren, der Branchen zueinander. Dieses Gleichgewicht ersetzt die regulatorische Funktion des Wertgesetzes des Kapitalismus. 21 Wenn wir allerdings die Störung der Gleichgewichts im Auge haben, so zerfällt die gesamte Wirtschaft in jene Bereiche, die sich einfach nur reproduzieren Konsumgüterindustrie und Reproduktion der verbrauchten Produktionsgüter einerseits und in die Akkumulation anderseits. Wir werden im Teil II unserer Darstellung sehen, dass es sich dabei um die zentrale Unterscheidung handelt, da jenes Gleichgewicht zwischen Konsumgüterbranche und Produktionsmittelbranche ungestört nicht existieren kann. Es ist bloß die Basis für ihre eigene Deformation. 21 Vgl. Karl Marx, Dritter Band, Seite

11 planned economy I Zins, Kredit, Geldkapital Zuerst ist hier wieder eine Begriffsdefinition notwendig. Unter Geldkapital verstand Marx die Geldform des Kapitals. Also das Geld, das der Unternehmer vom Verkauf der Produkte lukriert und wieder in die Produktion verwendet um Löhne zu bezahlen oder sachliche Produktionsmittel einzukaufen. Dabei ist es natürlich gleichgültig, ob das Geld für den Kauf aus früheren Verkäufen, privaten Vermögen (also ehemaligen Geldschatz) oder von einem Kreditgeber stammt. Geldkapital ist einfach die Geldform des Kapitals. Davon unterscheidet Marx das leihbare Geldkapital 22, also das für den einen Kapitalisten überschüssige Geld, das er anderen Kapitalisten verborgen kann. Dieses leihbare Geldkapital und nicht das Geldkapital an sich ist die Quelle des Kredits. Im Folgenden sagen wir aber meist kurz «Geldkapital» und meinen damit leihbares Geldkapital. Wenn wir daher hie und da kurz von Geldkapital sprechen statt von leihbaren Geldkapital, so ist dies nicht wissenschaftlich sondern ein Zugeständnis an die Konvention. Die verkürzte Anwendung des Begriffs «Geldkapital» hat sich so eingebürgert, vermutlich weil man davon ausging, es handle sich um Kapital, das zu Veranlagung dränge bei Bank, Börse und Spekulation. Aber gerade das ist eigentlich missverständlich, denn auch die Veranlagung im industriellen Bereich ist Veranlagung zwecks Profitproduktion. Der Unterschied ist bloß der, dass der Profit, der bei Bank- und Börsengeschäften lukriert werden kann, ein «Abzwack» des industriellen Profit ist. Die Höhe des Zinses liegt zwischen 0 und der Höher der Profitrate. a) Die aktive und passive Seite des Geldkapitals Einerseits: Das Geldkapital (Anleihen, Banken- und Börsenkapital) kann in bestimmten Phasen etwa während einer Liquiditätskrise Kapital zurückhalten und der Industrie Kredite und Beteiligungen verweigern. Anderseits kann das Geldkapital (hier als Subjekt verstanden) selbst jene Teile der Revenue, der für unproduktive Konsumtion vorgesehen sind, sowie die Löhne, wenn sie zumindest eine Zeitlang auf der Bank als Depositum liegen, in Geldkapital (hier als Kapitalbestandteil der Industrie) umwandeln: Mit Entwicklung des Kreditwesens und seiner Organisation drückt sich also selbst das Steigen der Revenue, d.h. der Konsumtion der industriellen und kommerziellen Kapitalisten 22 Man begreift das Vergnügen, wenn innerhalb des Kreditwesens alle diese potentiellen Kapitale durch ihre Konzentration in Händen von Banken usw. zu disponiblem Kapital, "loanable capital" <"verleihbarem Kapital">, Geldkapital werden, und zwar nicht mehr zu passivem und als Zukunftsmusik, sondern zu aktivem, wucherndem (hier wuchern im Sinn des Wachsens). Karl Marx, Das Kapital, Dritter Band, Seite 489. aus als Akkumulation von Leihkapital. Und dies gilt von allen Revenuen, soweit sie nach und nach verzehrt werden, also von Grundrente, Arbeitslohn in seinen höhern Formen, Einnahme der unproduktiven Klassen etc. Sie alle nehmen für eine gewisse Zeit die Form der Geldrevenue an und sind daher verwandelbar in Depositen und damit in Leihkapital. 23 Solcherart «aufgepeppt» stellt das Geldkapital der Industrie Vorschuss für den Kauf von Warenkapital zur Verfügung. Mit dem Übergang zur Planwirtschaft verschwindet auch die Bindung von Kapital in Form des Geldkapitals, zeitweise abstinent der industriellen Verwertung. Wenn man so will, hat nun «Kapital» nur noch einen «Aggregatzustand», während im Kapitalismus Kapital in Form von Geldkapital eingefroren sein kann. Eingefroren nicht in dem Sinne, dass das Geldkapital einfach passiv ruht denn dann währe es nicht Kapital, sondern noch Geldschatz. Im Gegenteil, das leihbare Geldkapital ist höchst aktiv in seiner spezifischen Arbeitsteilung mit dem industriellen Kapital. Aber es ist eben nicht industrielles Kapital und erzeugt nicht selbst Güter. Die Bank erzeugt keine Güter. Materiell wirkt jedoch die Veränderung zwischen Kapitalismus und Planwirtschaft wenig: Die Planwirtschaft wird dadurch kaum reicher, dass sie das Geldkapital in den Hochöfen der Industrie einschmilzt. Der Unterschied ist hier einfach die Strickart: Ob die Profitrate und das Wertgesetz den Takt vorgibt oder die materiellen Bedürfnisse. Eher relevant ist in diesem Zusammenhang die Bewertung: Da im Kapitalismus auch das Handelskapital und das Geldkapital in die allgemeine Profitrate eingehen, werden die eigentlichen Zustände der Industrie verschleiert. Das zumindest ist in der Planwirtschaft nicht der Fall. Und was die Verwertung von unproduktiver Revenue und Löhnen für die Akkumulation von Geldkapital betrifft so das Zitat aus den Kapital oben so ist dies in der Planwirtschaft selbstverständlich nicht möglich, da wir hier keine Marktwirtschaft haben, selbst in jenem Stadium der Planwirtschaft, in der das Geld noch existieren sollte. b) Die progressive Seite des Kredits Da die Planwirtschaft auf den Kapitalismus aufbaut, müsste das historisch Progressive im Kapitalismus ihre Grundlage sein die aber nur fruchtbar bemacht werden kann, indem sie aus der Widersprüchlichkeit des Kapitalismus befreit wird. Was war nun das Progressive am Kreditsystem? Das Progressive daran war, die Mittel für die Beschleunigung und die Ausweitung der Produktion herzustellen. Das Progressive war das Mittel zur Steigerung der Konzentration und Zentralisation, die Aufhebung der Kleinproduktion. Das Progressive am Kredit wird seierseits dadurch aufgehoben, dass Konzentration zum Prinzip wird. Endlich unterliegt es keinem Zweifel, daß das Kreditsystem als ein mächtiger Hebel dienen wird während des Übergangs aus der 23 Karl Marx, Das Kapital, Band III, 21. Kapitel, MEW 25, Seite

12 planned economy. kapitalistischen Produktionsweise in die Produktionsweise der assoziierten Arbeit; jedoch nur als ein Element im Zusammenhang mit andren großen organischen Umwälzungen der Produktionsweise selbst. Dagegen entspringen die Illusionen über die wunderwirkende Macht des Kredit- und Bankwesens, im sozialistischen Sinn, aus völliger Unkenntnis der kapitalistischen Produktionsweise und des Kreditwesens als einer ihrer Formen. Sobald die Produktionsmittel aufgehört haben, sich in Kapital zu verwandeln (worin auch die Aufhebung des Privatgrundeigentums eingeschlossen ist), hat der Kredit als solcher keinen Sinn mehr, was übrigens selbst die St.-Simonisten eingesehn haben. 24 Marx ließ jedoch unausgesprochen, worin eben der mächtige Hebel des Kreditsystems beim Übergang zur Planwirtschaft liegen könnte. Konzentrieren wir uns darauf, was sicher ist: dass das Kreditsystem eine mächtige Ausweitung der kapitalistischen Produktion ermöglichte, eine Beschleunigung des Umschlagens des Kapitals, die Verkürzung der Produktionszyklen und die Nutzbarmachung von stillen, gerade unbeschäftigten Geld für die Produktion. Denn das Geldkapital bedeutet nicht nur eine Abspaltung des industriellen Profits an die Leihkapital dies ist ja «nur» der Zins, der von der produktiven Kapitalfraktion an die Banken und Aktienbesitzer wandert sondern das Bereitstellen von Bankeinlagen als Vorschuss für das produktive Kapital. Was also vorderhand «dubios» scheint, ist bloß der Zins, nicht aber der Kredit. Nun ist die Zinslast für viele kleine und mittlere Unternehmer und Kleinbürger eine Geisel. Und noch mehr war der Wucher eine Geisel. Aber eine Geisel ist dies nur vom individuellen Standpunkt des Schuldners. Gesamtgesellschaftlich und das ist die Perspektive, die alleine über den historischen Charakter einer Sache entscheidet ist der Zins keineswegs dubios oder etwa eine unproduktive Abgabe an unproduktive Schmarotzer, wie es die Abgabe der Bodenrente an den Grundbesitzer ist. Der Zins macht den Profit des Geldkapitals aus und als solcher ist er nur zu einem Bruchteil Quelle von persönlichem Konsum des Gläubigers, sondern Akkumulation von Geldkapital: Allen Profit aber, den die Geldkapitalisten machen und den sie in Kapital rückverwandeln, verwandeln sie zunächst in leihbares Geldkapital. 25. Und so das Geldkapital akkumuliert, akkumuliert sowohl der Drang als auch der Stoff zur Weiterveranlagung, letztlich in der Industrie. Kurzum: Geldkapital ist sowohl Abzug vom industriellen Kapital, als auch wiederum vermehrter Hilfsstoff für eben dieses industrielle Kapital. Was in der historischen Bewertung des Kreditsystems zählt, ist nicht, dass es auch Abzug vom industriellen Kapital ist und dass die Planwirtschaft eben diesen Abzug einkassiert, sondern die Auswirkung des Kredits für die Ausweitung der Produktion und die Beschleunigung des Umschlagens von Kapital. 24 Karl Marx, Das Kapital, Band III, MEW 25, Seite Karl Marx, Das Kapital, Band III, 21. Kapitel, MEW 25, Seite 519 c) Börsenkapital Auch das Börsenkapital ist zu einem Teil ebenfalls einfach nur leihbares Geldkapital. Wir sagen «zum Teil», weil nicht der gesamte Umfang der Börsenpunkte reales Kapital darstellt, sondern zum Teil fiktives. Wenn ein Betrieb eine Emission ausgibt, und er seine Papiere auf der Börse verkaufen kann, so handelt es sich um leihbares Geldkapital, das dem Betrieb auf diese Art und Weise zur Verfügung gestellt wird nun ist es Geldkapital in seinen Händen, das er in Warenkapital für die Produktion umwandeln kann. Der Aktienbesitzer ist der Gläubiger, aber mit weniger Rechten, sein Kapital zurückzubekommen als der Bankgläubiger. Der Zins entspricht nun der Rendite, deren Höhe vom Markt und den prognostizierten Profiten des Betriebes abhängt. Der Unterschied zu dem Kredit der Bank ist bloß der, dass sich der Gläubiger aufspaltet in unzählige und relativ einflusslose Aktienbesitzer. Aber andererseits: Wenn es sich um stimmrechtsfähige Aktienpakte handelt, kann der Inhaber einen größeren Einfluss auf den Betrieb nehmen als die Bank mittels Geschäftskredit. Der Inhaber besitzt nun Teile der Firma und kann diese unter Umständen ganz übernehmen. Ein anderer Teil der Börsenpunkte betrifft bloß das Auf- und Ab des Handels mit den Papieren, die den Kurs berühren. Durch diesen Sekundärhandel kann das ganze Börsenvolumen innerhalb eines Konjunkturzyklus hinauf gehen und im Abschwung wieder versenkt werden. Damit ändert sich der Marktwert des Börsenkapitals, nicht aber die Profitrate der betroffenen Unternehmen. Zumindest nicht unmittelbar. Mittelbar schon, weil sich die «Kredite» verteuern, also sich der Verkaufspreis ihrer Papiere verbilligen und sie damit weniger gut ihr Geschäft besorgen können als die Konkurrenz. Der auffälligste Unterschied zu den Banken ist freilich, dass bei dem Börsenhandel viele mitmischen und daher Faktoren wie Panik oder Euphorie eine größere Rolle speilen. Alleine das ist der Grund, weshalb die Banken als seriöser und stabiler gelten. Alles andere ist aber dasselbe. Für Karl Marx im 19. Jahrhundert war in der Form der Aktiengesellschaften der höchste Entwicklungspunkt des Kapitalismus, der bereits die Diffusion des Privateigentums an Produktionsmitteln vorbereitet bei allen sonst noch nach wie vor bestehenden Unterschieden des Kapitalismus zur Planwirtschaft wie die Existenz von Warenkapital, Ausbeutung, Mehrwertaneignung.Unserer Ansicht nach kann man die Stellen bei Marx über die AGs heute genauso auf die Banken beziehen, die zudem meiste selbst auf den Börsen notieren. Weiters: Mittels Beteiligungen sind Firmenkomplexe miteinander verwoben. Weiters: In kaum einer größeren Firma ist der Eigentümer tatsächlich der Firmenleiter. Die produktive Tätigkeit des Leitens übt heutzutage kaum noch ein Eigentümer aus; dazu kommt, dass die Privatanleger gegenüber den institutionellen Anlegern an Bedeutung verlieren. Dennoch bleibt die 12

13 planned economy I ökonomische Logik des Privateigentums bestehen, sonst wäre Warentausch und Warenproduktion nicht möglich. Aber hören wir Marx selbst: 3. Verwandlung des wirklich fungierenden Kapitalisten in einen bloßen Dirigenten, Verwalter fremdes Kapitals, und der Kapitaleigentümer in bloße Eigentümer, bloße Geldkapitalisten. Selbst wenn die Dividenden, die sie beziehn, den Zins und Unternehmergewinn, d.h. den Totalprofit einschließen (denn das Gehalt des Dirigenten ist, oder soll sein, bloßer Arbeitslohn einer gewissen Art geschickter Arbeit, deren Preis im Arbeitsmarkt reguliert wird, wie der jeder andren Arbeit), so wird dieser Totalprofit nur noch bezogen in der Form des Zinses, d.h. als bloße Vergütung des Kapitaleigentums, das nun ganz so von der Funktion im wirklichen Reproduktionsprozeß getrennt wird wie diese Funktion, in der Person des Dirigenten, vom Kapitaleigentum. Der Profit stellt sich so dar (nicht mehr nur der eine Teil desselben, der Zins, der seine Rechtfertigung aus dem Profit des Borgers zieht) als bloße Aneignung fremder Mehrarbeit, entspringend aus der Verwandlung der Produktionsmittel in Kapital, d.h. aus ihrer Entfremdung gegenüber den wirklichen Produzenten, aus ihrem Gegensatz als fremdes Eigentum gegenüber allen wirklich in der Produktion tätigen Individuen, vom Dirigenten bis herab zum letzten Taglöhner. In den Aktiengesellschaften ist die Funktion getrennt vom Kapitaleigentum, also auch die Arbeit gänzlich getrennt vom Eigentum an den Produktionsmitteln und an der Mehrarbeit. Es ist dies Resultat der höchsten Entwicklung der kapitalistischen Produktion ein notwendiger Durchgangspunkt zur Rückverwandlung des Kapitals in Eigentum der Produzenten, aber nicht mehr als das Privateigentum vereinzelter Produzenten, sondern als das Eigentum ihrer als assoziierter, als unmittelbares Gesellschaftseigentum. Es ist andrerseits Durchgangspunkt zur Verwandlung aller mit dem Kapitaleigentum bisher noch verknüpften Funktionen im Reproduktionsprozeß in bloße Funktionen der assoziierten Produzenten, in gesellschaftliche Funktionen. 26 d) Kredit in der Planwirtschaft? Mit der Vergesellschaftung der Produktionsmittel und der Aufhebung des Privateigentums fällt nun der Kredit weg. Wie Marx richtig sagte: Sobald die Produktionsmittel aufgehört haben, sich in Kapital zu verwandeln (worin auch die Aufhebung des Privatgrundeigentums eingeschlossen ist), hat der Kredit als solcher keinen Sinn mehr, was übrigens selbst die St.-Simonisten eingesehen haben. 27 Der Kredit kann seinem Wesen nach nur in einem Produktionsverhältnis entstehen und wirken, in dem Privateigentum existiert. Hat die Gesellschaft hingegen das Privateigentum überwunden, ist sie in ihrer Gesamtheit 26 Karl Marx, Das Kapital, Band III, 27. Kapitel, MEW 25, Seite Karl Marx, Das Kapital, Band III, MEW 25, Seite 621. Managerin der gesamten Produktionsmittel. Unabhängig von der Frage, welche Rolle Geld in der Planwirtschaft spielt, kann die Gesellschaft Mittel verschieben, wohin sie will. Sie braucht nichts wie eine Bank zu verborgen, da alle Produktionsstätten ihre eigenen «Filialen» sind. Der Wegfall des Kredits in der Planwirtschaft lässt sich also mit formaler Logik begründen, mit dem Fehlen von Privateigentum; anderseits aber auch funktional: Der Kredit und der Zins fallen also weg, aber was ist mit der progressiven Wirkung des Kredits, der Zentralisation und Konzentration von Kapital? In dieser Hinsicht benötigt die Planwirtschaft das Kreditsystem nicht Planwirtschaft bedeutet bereits von sich aus die höchst mögliche Zentralisation und Konzentration. Nebenbei erwähnt heißt das nun aber nicht, dass alles zentral entscheiden und gesteuert werden muss die Gesamtgesellschaft ist frei, was auch immer sie will auf untere, regionale, örtliche oder betriebliche Ebenen zu delegieren. Aber dies alles ändert nichts daran, dass die Gesellschaft, wann immer sie es für notwendig erachtet, die materiellen und immateriellen Mitteln verschieben, kombinieren, zusammensetzen und trennen kann. In der Aussage Die Produktionsmittel gehören nicht mehr den einzelnen Kapitalisten, sondern der gesamten Gesellschaft liegt bereits die höchstmögliche Konzentration und Zentralisation der Wirtschaft angelegt. Funktional bedeutete der Kredit die Möglichkeit, ökonomische Mittel von vielen Eigentümern zu sammeln und für Größeres zu verwenden. Einmal abgesehen von den Profitverwertungszwängen, die hier wie sonst auch der Entwicklung im Kapitalismus spezifische Grenzen setzen hatte der Kredit und die Börse die Funktion, über das individuelle Eigentum hinauszugehen; zusätzliches Material in die Produktion zu werfen und so die Dimensionen der Ökonomie zu erweitern. Das erklärt auch den Siegeszug dieser beiden Instrumente im Laufe des Kapitalismus. Die Planwirtschaft wiederum geht hier noch weiter; über den Wirkungskreis der Banken und Börsen hinweg, indem sie selbst bei gleichem Stand der Produktivkräfte weit mehr Produktionsmittel konzentrieren und zentralisieren kann und so deren Wirkungskreis neue Dimensionen eröffnet. Der Kredit fällt also materiell weg, aber seine eigentliche Funktion auf der Ebene der Gebrauchswerte für die Produktion wird ausgeweitet. Das entspricht dem erweiterten Einsatz des Warenkapitals der kapitalistischen Produktion. Hier sieht man nebenbei, wie nun die Logik des Gebrauchswertes über die Logik des Tauschwertes triumphiert. Diese Aussage, in anderen Worten, finden wir übrigens auch bei Preobrazenskij. Die Planung, die Kalkulation und die Kontrolle, die sich organisch aus der Sozialisierung der Produktionsmittel in den wichtigsten Abteilungen der sowjetischen Wirtschaft ergeben, sind ihrem Wesen nach ein höherer Typ der Planung und Kalkulation als die, die das fortgeschrittenste und zentralisierteste kapitalistische Kreditsystem erreichen könnte. Dies erklärt die heute ganz 13

14 planned economy. selbstverständliche Tatsache, dass das Wachstum der Elemente der Planung und Organisation in unserer Wirtschaft der letzten Jahre, wenn man sich so ausdrücken darf, den Ganzen fortschrittlichen Inhalt, den das Banksystem des Kapitalismus haben kann, völlig erschöpft hat, und die Staatswirtschaft über diese vergleichsweise begrenzten Möglichkeiten herausgehen musste, die diese Institution dem Hauptsektor der Wirtschaft, nämlich der kollektiven Wirtschaft des Proletariats haben kann. 28 Man kann dies so zusammenfassen: Die progressive Funktion des Kredits im Kapitalismus, nämlich die Produktivkräfte weiter zu entwickeln, wird in der Planwirtschaft auf eine neue, gewaltigere Stufe gestellt. Aber was hat der Kredit eigentlich mit der Weiterentwicklung der Produktivkräfte zu tun? Dass der Kredit die Produktion verflüssigt, durch «Vorschüsse» für den Kauf von Produktionsmitteln beschleunigt und ausweitet erscheint naheliegend. Aber eine qualitative Weiterentwicklung? Vielleicht nicht in jedem individuellen Fall, aber grosso modo durchaus, da für die qualitative Weiterentwicklung der Produktionskräfte neben anderen Faktoren, die wir ja nicht ignorieren ein bestimmte quantitative Akkumulation ebenfalls notwendig ist. Ein Beispiel: Für den Fordismus brauchte man eine bestimmte Größe der Betriebe. Oder. Für die Entwicklung der PCs in den 1980er und 1990er Jahren waren kostenspielige Entwicklungsinvestitionen in den 1960er und 1970er Jahren notwendig. Die Mittelkonzentration ist in einer Planwirtschaft potentiell viel gewaltiger als in einer auf Privatbesitz ruhenden Warenwirtschaft, auch wenn in dieser der Staatssektor, etwa im militärischen Bereich, gewaltige Mittel zur Verfügung haben kann. Hier verhält sich das Budget des bürgerlichen Staatsapparates ganz analog zum Kredit. Wie auch immer, die Planwirtschaft steckt die progressive Rolle des Kredits locker weg. e) Bucharin 1920 und Preobrazenskij 1926 zu dieser Frage; das Schicksal der Banken Vergegenwärtigen wir uns nun weitere Aussagen von Bucharin und Preobrazenskij zu der Frage des Kredits in der Planwirtschaft. Dabei müssen diese Aussagen - mehr bei Bucharin 1920 als bei Peobrazenskij als Ausblick von einer bestimmten historischen Position weg verstanden werden. Bei Preobrazenskij kommt zudem hinzu, dass er sich mit dem Antagonismus des noch kapitalistischen zum schon sozialistischen Wirtschafssektors innerhalb eines Arbeiterstaates beschäftigt und der Wegfall des Kredits nur innerhalb des letzteren Sektors ein Thema sein kann. Um Missverständnisse zu vermeiden sei noch hinzugefügt, dass beide nicht ahnen konnten, dass nach der völligen Kollektivierung zu Beginn der 1930er Jahren Kredit und Banken weiterhin aufrechterhalten wurden ähnlich künstlich und bloß von formaler Bedeutung wie das Geld selbst. Aber das ist eine andere Geschichte, die wir in unserer Darstellung ja nur bisweilen streifen, da ja der degenerierte stalinsche Arbeiterstaat überhaupt recht wenig an Erkenntnissen über die ökonomischen Gesetze der Planwirtschaft ab gibt. Aber kommen wir zu den Boslchewiki zurück, zu denen wir auch den frühen Bucharin rechnen. Die Bande des Geldkredits und die finanzkapitalistischen Zusammenhänge zerreißen bei der Machtergreifung durch das Proletariat total, unwiderruflich und für immer. Bei der Besitzergreifung der Banken gehen die Kreditverhältnisse zum Teufel, und von einer Wiederherstellung des Kredits kann nicht mehr die Rede sein, denn das ganze Grundsystem der üblichen Beziehungen wird durchbrochen, und der Staat des Proletariats stellt sich dem bürgerlichen Bewusstsein dar als Kollektivbandit 29 Bucharin meint hier mit «Zerreißen» weniger das Programm der Kommunisten, bestehende Kredite, Schulden und Verbindlichkeiten zu annullieren - eine wohl vernünftige aber für unser Thema nicht weiter relevante Sache - sondern dass die Planwirtschaft das Instrumentarium des Kredites nicht bedarf. In der Produktionssphäre ist der Kredit unnötig, da die Gesellschaft ja als Kollektiv «Eigner» der Produktionsmittel ist und Produktionsentscheidungen trifft. Hier wäre es so, als ob sie sich selbst etwas borge und von sich selbst Zinsen eintreibe. Die Sinnlosigkeit einer solche Konstruktion sah offensichtlich auch Preobrazenskij: Ebenso unsinnig ist es, von Zinsen im kapitalistischen Sinn in dem weiteren Gebiet zu sprechen, in dem diese Kategorie im Sowjetsystem gebraucht wird, d.h. in dem Gebiet, in dem staatlichen Institutionen der Staatsindustrie, dem Transportwesen und Handelsorganisationen Kredit geben. Dies ist das ausgedehnte Gebiet, in dem die Produktions- und Distributionsverhältnisse der Staatswirtschaft im Kleid der kapitalistischen Kategorie der Zinsen verkleidet sind. Nehmen wir an, der Staat habe eine gewisse Quantität von Ressourcen, die er zum Anwachsen des fixen und zirkulierenden Kapitals seiner Trust verwenden kann. Nehmen wir an, dass ein bestimmter Trust, der diese Ressource braucht, einen entsprechenden Kredit von der Staatsbank oder von Prombank erhält. Er zahlt Zinsen auf das ihm geliehene Kapital. Aus welcher Quelle bezahlt er diese Zinsen? Aus seinem eigenen Mehrprodukt. Wem gehört dieses Mehrprodukt? Dem sozialistischen Staat. Wohin gehen die Geldsummen, die sich aus den Zinszahlungen für das den Staatstrusts geliehene Kapital ergeben? An denselben Staat. Es ist völlig klar, daß wir hier ein Verhältnis vor uns haben, das von dem unter dem Kapitalismus ganz verschieden ist, in dem eine Schicht der Kapitalistenklasse, nämlich die Unternehmer, die nicht mit ihrem eigenen, sondern mit geliehenen Kapital arbeiten, einen Teil ihres Mehrproduktes den Besitzern des ihm geliehenen Kapitals in der Form von Zinsen geben, deren Höhe auf Grund des spontanen Spiels von Angebot und Nachfrage für Leihkapital bestimmt wird. Im Gegensatz hierzu ist unser sozialistischer Staat, 28 Evgenij Preobrazenskij, Die neue Ökonomik, Moskau Seite Nikolai Bucharin, Die Ökonomik der Transformationsperiode, Moskau 1920, Seite

15 planned economy I wenn man in diesem Zusammenhang einen passenden Vergleich mit den kapitalistischen Verhältnissen machen darf, in der Lage eines Unternehmers, der mit seinem eigenen Kapital arbeitet und keine Zinsen an sich selbst zahlt, wenn er auch zur Beruhigung seines Buchhaltersgewissens für sich selbst in seinen Büchern Zinsen anführen mag. 30 Über das «Buchhaltersgewissen» kann man geteilter Meinung sein und es wird früher oder später durch ein anderes Gewissen ersetzt werden. Aber von echten Kredit und Zinsen innerhalb der Planwirtschaft zu sprechen, wäre unsinnig und antiquiert und damit verschwinden auch die Institution, die dieses Borgen und Eintreiben organisiert: Die Banken. Die Betriebe erhalten einfach ihre Betriebsmittel zugewiesen, die Gesamtgesellschaft steht über den einzelnen Betrieb und kann von dort wieder Betriebsmittel abziehen, wo anders einsetzen und so fort. Es bedarf also nicht des «Borgens» und des «Kredits», die ja Funktionen von Privateigentum sind. Die Banken fallen also nicht nur deswegen weg, weil das Kapital und damit das leihbare Geldkapital wegfällt, sondern auch deswegen, weil eine Kollektivwirtschaft für keine Leihfunktionen, also etwa auch nicht für Leasingverträge, Verwendung hat. f) Wie steht s bei Marx? Was bedeutet dies für die Theorie Preobrazenskijs? Noch einmal zu den Banken Im Grunde steht das Wesentlichste zum Thema Kredit im Kapitalismus versus in der Planwirtschaft in Das Kapital, Dritter Band, Kapitel 36 Vorkapitalistisches. Es ist das letzte Kapitel bei Marx zum Thema Kredit und fokussiert auf seine historische Rolle im Gegensatz zum Wucher, aus dem sich der «Kredit» entwickelt, um sich letztlich in der Planwirtschaft aufzulösen: Das Banksystem ist, der formellen Organisation und Zentralisation nach, wie schon 1697 in "Some Thoughts of the Interests of England" ausgesprochen, das künstlichste und ausgebildetste Produkt, wozu es die kapitalistische Produktionsweise überhaupt bringt. Daher die ungeheure Macht eines Instituts wie die Bank v. E. auf Handel und Industrie, obgleich deren wirkliche Bewegung ganz außerhalb ihres Bereichs bleibt und sie sich passiv dazu verhält. Es ist damit allerdings die Form einer allgemeinen Buchführung und Verteilung der Produktionsmittel auf gesellschaftlicher Stufenleiter gegeben die Verteilung der Produktionsmittel auf gesellschaftlicher Stufenleiter hat bereits den Geschmack von Planwirtschaft, aber so fährt Marx fort auch nur die Form. Wir haben gesehn, daß der Durchschnittsprofit des einzelnen Kapitalisten, oder jedes besondren Kapitals, bestimmt ist nicht durch die Mehrarbeit, die dies Kapital in erster Hand aneignet, sondern durch das Quantum von Gesamtmehrarbeit, die das Gesamtkapital aneignet und wovon jedes besondre Kapital nur als proportioneller Teil des Gesamtkapitals seine Dividende zieht. Dieser gesellschaftliche Charakter des Kapitals wird erst vermittelt und vollauf verwirklicht durch volle Entwicklung des Kredit- und Banksystems. Andrerseits geht dies weiter. Es stellt den industriellen und kommerziellen Kapitalisten alles disponible und selbst potentielle, nicht bereits aktiv engagierte Kapital der Gesellschaft zur Verfügung, so daß weder der Verleiher noch der Anwender dieses Kapitals dessen Eigentümer oder Produzenten sind. Es hebt damit den Privatcharakter des Kapitals auf und enthält so an sich, aber auch nur an sich, die Aufhebung des Kapitals selbst. Durch das Bankwesen ist die Verteilung des Kapitals den Händen der Privatkapitalisten und Wucherer als ein besondres Geschäft, als gesellschaftliche Funktion entzogen. Bank und Kredit werden aber dadurch zugleich das kräftigste Mittel, die kapitalistische Produktion über ihre eignen Schranken hinauszutreiben, und eins der wirksamsten Vehikel der Krisen und des Schwindels. ( ) Endlich unterliegt es keinem Zweifel, daß das Kreditsystem als ein mächtiger Hebel dienen wird während des Übergangs aus der kapitalistischen Produktionsweise in die Produktionsweise der assoziierten Arbeit; jedoch nur als ein Element im Zusammenhang mit andren großen organischen Umwälzungen der Produktionsweise selbst. Dagegen entspringen die Illusionen über die wunderwirkende Macht des Kredit- und Bankwesens, im sozialistischen Sinn, aus völliger Unkenntnis der kapitalistischen Produktionsweise und des Kreditwesens als einer ihrer Formen. Sobald die Produktionsmittel aufgehört haben, sich in Kapital zu verwandeln (worin auch die Aufhebung des Privatgrundeigentums eingeschlossen ist), hat der Kredit als solcher keinen Sinn mehr, was übrigens selbst die St.-Simonisten eingesehn haben. 31 Das Argument für den Wegfall des Kredits und der Banken in den Planwirtschaft ist bei Marx also nicht die Tatsache, dass das Geld wegfällt was bloß ein logischer, aber kein ökonomisches Argument wäre sondern dass der Kredit und die Banken wegfallen, sobald die Produktionsmittel aufhören Kapital zu sein. Das einzige, was wir hier noch bestimmen müssen, ist der «Übergang», den Marx bereits angesprochen hat. Durch die Erfahrungen mit den Anfängen der russischen Planwirtschaft und deren theoretischen Reflexion durch Evgenij Preobrazenskij wissen wir heute, dass der Übergang und somit die Berechtigung einer Superbank in der Planwirtschaft so lange dauert, als die Planwirtschaft sich noch in einem ökonomischen Kampf mit dem Kapitalismus befindet. Das kann im inneren oder mit dem äußeren Markt stattfinden. Hier hat die rote Superbank insofern eine Bedeutung, als sie dem Wertetransfer von den kapitalistischen Sektoren zu der noch im Erstaufbau begriffenen Planwirtschaft die entsprechenden Kanäle zur Verfügung stellt oder für den Austausch mit noch bestehenden kapitalistischen Ökonomien ein Handelsgeld managen muss. Falsch ist hingegen die Vorstellung, dass die Superbank für die Zentralisation der ökonomischen Mittel der Planwirtschaft benötigt wird. Der «sozialistische Sektor» ist ja bereits durch die Verstaatlichung im 30 Evgenij Preobrazenskij, Die neue Ökonomik, Moskau Seite 271, Karl Marx, Das Kapital, Dritter Band, Seite 620,

16 planned economy. höchst möglichen Maß zentralisiert. Die Bank kann daher nur die Funktion haben, nicht die Qualität dieser Zentralisation, sondern bloß deren Quantität zu steigern, indem sie Mittel von der Privatwirtschaft sammelt und dem «sozialistischen Sektor» zur Verfügung stellt. Hat der «sozialistische Sektor» jene Marke überschritten, ab der er auch ohne wirtschaftspolitische Sondermaßnahmen sich schneller und dynamischer als der privatkapitalistische Rest entwickelt, ist die «ursprüngliche sozialistische Akkumulation» nicht mehr notwendig und damit auch eine Bank, die hierbei mithilft. Das alles hat Preobrazenskij nicht dezidiert gesagt oder geschrieben das ist aber sozusagen die richtige Anwendung seiner richtigen Theorie über den besagten Übergang. g) Lager als Akkumulationsfonds vs. Geld als Schatzmittel Diese Gegenüberstellung mag hier spröde klingen oder unangebracht. Tatsächlich ist der Geldschatz ja kein Kredit. Aber die Funktion ist unter Umständen ähnlich. Während der Kredit zu einem bestimmten Zeitpunkt das Kapital in den Händen des Industriellen konzentriert, damit dieser mit dem Geborgten produktiv arbeitet, ermöglicht umgekehrt der Geldschatz, dass der Industrielle später, zu dem ihm oder dem Markt genehmen Zeitpunkt produktiv arbeiten kann. Andere Verschiedenheiten weggedacht liegt hier der Unterschied bloß im Zeithorizont: Gegenwart oder Zukunft. Der Geldschatz kann unterschiedlichste Quellen haben, eine davon ist die kapitalistische Produktion selbst: Wenn Kapitalist A z.b. während eines Jahrs oder einer größren Anzahl von Jahren die sukzessive von ihm produzierten Mengen von Warenprodukt verkauft, so verwandelt er auch damit den Teil des Warenprodukts, der Träger des Mehrwerts ist - das Mehrprodukt -, also den von ihm in Warenform produzierten Mehrwert selbst sukzessive in Geld, speichert dies nach und nach auf und bildet sich so potentielles neues Geldkapital; potentiell wegen seiner Fähigkeit und Bestimmung, in Elemente von produktivem Kapital umgesetzt zu werden. Tatsächlich aber vollzieht er nur einfache Schatzbildung, die kein Element der wirklichen Reproduktion ist. 32 Dabei ist es einerlei, ob der Geldschatz durch Warenkäufe bald wieder in industriell wirksames Kapital umgewandelt wird oder nicht. Der Begriff «Geldschatz» ist dabei ein terminus technicus des Marxschen Reproduktionsschemas. Er muss nicht die umgangssprachliche Gestalt von «Schatz» einnehmen, sondern kann auch etwa als Bankkonto ruhen unabhängig davon, dass für die betreffende Bank diese Einlage kein Schatz, sondern leihbares Geldkapital wird. Unabhängig davon wie bescheiden die ökonomische Rolle des Geldschatzes heute im Kapitalismus ist, geht es uns hier nur um die Rolle des Schatzes als eine der Voraussetzung für die zukünftige Produktion. Dieses Potential des Geldschatzes bedeutet, dass Mehrarbeit, die dieser Geldschatz repräsentiert oder sollte man sagen: im Geldschatz «einfriert»? zu einem späteren Zeitpunkt «aufgetaut» und nun zu in der Produktion aktiven Warenkapital werden kann. Aber nicht nur für die spätere Akkumulation, sondern bereits eine Ebene darunter, für die Reproduktion von fixen Kapital spielt Geld eine ähnliche Rolle, da ja der Ersatz des verschlissenen konstanten Kapitals nicht im selben zeitlichen Rhythmus stattfindet, wie der Verkauf der Produkte, durch die das konstante Kapital ersetzt werden kann 33. Wie ist dies nun in der Planwirtschaft, gibt es auch hier ein Einfrieren von Werten, die zu einem späteren Zeitpunkt reaktiviert werden können? Wir haben in planned economy Nr. 2 und 3 gesehen, dass das Geld in der Planwirtschaft nicht notwendig ist und dass die Messung der Arbeitszeit präziser und der Natur der Planwirtschaft angemessener ist. In der Anfangszeit der Planwirtschaft kann Geld als Zirkulationsmittel und grobem Wertmaßstab dienen. Doch wie sieht es mit dem Geldschatz aus? So ist die Frage formallogisch falsch gestellt, denn wenn das Geld keine Rolle spielen muss in der Planwirtschaft, so natürlich auch der Geldschatz nicht. Wir müssten anders fragen: Welches ökonomisches Element der Planwirtschaft kann jene Funktion des Geldschatzes der Warenwirtschaft übernehmen? So wie in der Warengesellschaft geht s offensichtlich nicht, denn: Wenn es keine privaten Eigentumstitel an Produktionsmittel gibt, mit wem sollte die Allgemeinheit ihren Schatz eintauschen, um ihn wieder in die Produktion zu stecken? Mit sich selbst? Das wäre absurd. Holen wir zuerst etwas weiter aus und betrachten die «Schatzbildung» von Konsumgütern in der Planwirtschaft, obwohl dies mit dem Geldschatz im Kapitalismus nichts zu tun hat. Konsumgüter müssten von den Konsumenten ja nicht sofort konsumiert werden, sie könnten «privat» aufgespart werden. Nicht jedes Konsumgut, das erworben wurde, muss ja gleich verkonsumiert werden. Auch wenn der Konsument das Produkt über eine Bestellung dezidiert geordert und bezogen hat, kann er ja seine Absicht geändert haben. Auch kann der Konsument mit seinem Konsumkonto sparsam umgehen, nicht gleich alles für den Bezug von Produkten verwenden. Durch diese «Irrationalität» des Konsumenten, eine Irrationalität, die nicht inhuman ist, sondern das Menschsein auch ausmacht, kann es zu Disproportionalitäten zwischen Produktion und Konsum kommen. Und das kann die Basis dafür sein, Konsumgüter privat anzusparen wenngleich «privat» in der Planwirtschaft etwas anderes bedeutet als im Kapitalismus. Die Gesellschaft könnte auf diese angesparten Konsumgüter zugreifen und sie etwa an jene weiterleiten, die einen dringenderen Bedarf daran haben. Das Schildchen «Vorsicht, Privateigentum» gibt es in der Planwirtschaft ja nicht mehr. Aber selbst wenn ungestört angespart werden würde: Wenn dies bei unproduktiver Konsumtion stattfindet, handelt es sich natürlich nicht um «Schatzbildung». Denn weder können diese Werte bloß durch die 32 Karl Marx, Das Kapital, Band II, Seite Vgl. Karl Marx, Das Kapital, Band II, Seite

17 planned economy I Intention eines Individuums in der Produktionssphäre eingesetzt werden, da es keinen Privatbesitz an Produktionsmittel und Betriebe gibt, noch existiert der universelle Charakter des Goldes und Geldes damit können diese Werte nicht ihre stoffliche Natur ändern. Und ein Konsumgut ist eben ein ganz bestimmtes Konsumgut und kein Produktionsmittel. Anders wäre es mit Geld, das im Warenaustausch jederzeit zu einer anderen und gerade passenden stofflichen Gestalt mutieren kann. Die stofflichen Güter sind zudem auch meist vergänglicher als das Edelmetall. Auf der Ebene der produktiven Güter wäre ein Ansparen «für das Lager» ebenfalls möglich. In den bürokratischen Planwirtschaften des 20. Jahrhunderts war dies ja wegen den Widersprüchen zwischen Zentrale und Betrieb gang und gebe. In einer demokratischen, transparenten Planwirtschaft wären die Motive für das Anlegen von Lager andere und würden einem ökonomischen Kalkül folgen. Aber selbst wenn wir annehmen, dass die Planwirtschaft bewusst und aus sinnvollen ökonomischen Überlegungen einen Schatz anlegen und deswegen ein Lager aufbauen möchte, haben wir noch kein Äquivalent für das Geld als Schatzmittel. Denn hier, genauso wie im Falle von den Konsumgütern, handelt es sich um Gebrauchsgüter. Das bedeutet: mehr oder weniger vergängliche Güter, in der Qualität eines bestimmten Erzeugungszeitpunktes und nicht wandelbar in andere Nutzstoffe sofern nicht wieder Arbeit aufgewendet werden soll. Aber im Gegensatz zu der unproduktiven Konsumation, ließen sich die sachlichen Produktionsmittel aus dem Lager sehr wohl zu einem späteren Zeitpunkt wieder in die Produktion einspeisen. Angenommen, ein Produktionsmittel wurde für das Lager produziert und hat zum Zeitpunkt der Entstehung den Nutzen, als schnelles Förderband in der Produktion zu dienen. Nach einiger Zeit wird es aus dem Lager geholt, um verwendet zu werden. Aber in der Zwischenzeit ist der technische Fortschritt weitergegangen und nun ist es bei unveränderter stofflicher Gestalt ein vergleichsweise langsames Förderband. Damit hat sich der Gebrauchswert geändert, obwohl die stoffliche Gestalt dieselbe geblieben ist. Betriebe können natürlich auch Konsumgüter ansparen, also für das Lager produzieren, bevor die Konsumgüter zum Verbraucher kommen. Dies hat einen anderen Charakter als das «private» Sparen, da es Teil einer Produktionsentscheidung ist und etwa im Zusammenhang mit der Akkumulation stehen kann. Und letztlich: nicht nur Konsumgüter, auch Produktionsgüter können in der Produktion angespart werden. Bei den zirkulierenden Produktionsmittel, Rohstoffen, Halbfabrikaten ist das ja so oder so gang und gebe üblich um die Gefahr von Engpässen und Produktionsstockungen zu minimieren. Bei den fixen Produktsmittel ist das schon schwieriger, denn deren Nutzen besteht ja unter anderem darin, möglichst lange in der Produktion angewendet zu sein - bei möglichst neuerstem Stand der Technik. Wenn nun etwa zwecks «Ansparen» Montageschienen hergestellt werden und 5 Jahre bis zu ihrer Verwendung warten, dann sind sie in 5 Jahren kaum noch am neuesten Stand der Technik. Wenn Sparen im Zusammenhang mit der Akkumulation steht und diese wiederum zum Ziel hat, die Arbeitsproduktivität zu heben, dann wäre aber gerade dies wichtig. Die Hebung der Arbeitsproduktivität bedeutet ja, dass weniger Arbeit für die Herstellung eines Gutes aufgewendet werden muss. Es müsste sich die Verhältnis Produkt : Arbeitszeit zum Zähler hin verlagern. Die Verwendung von Gütern, die aber früher d.h. bei ihrer Produktion mehr Arbeitszeit verschließen, würde dieses Vorhaben insofern relativieren, als ja zu der aktuellen Arbeitszeit die tote hinzugezählt werden muss. Die Entscheidung, ob alte arbeitsintensive Produktionsmittel durch neue, arbeitsschonende ersetzt werden ist unter dem Paradigma der Arbeitsproduktivität eine Rechenaufgabe: PM alt (AZ alt + AZ neu mal Anzahl der tatsächlichen Produktionszyklen) im Vergleich zu PM neu (AZ alt + AZ neu mal Anzahl der prognostizierten Produktionszyklen). 34 In der Planwirtschaft ist es allerdings ein indirektes Ansparen, das heißt ohne Geld, in der Produktionssphäre möglich. Zuerst werden die Produktionsfaktoren der Konsumgüterindustrie mit einem negativen Saldo reproduziert, damit werden weniger oder weniger wertvolle Konsumgüter produziert; weil hierfür weniger Arbeitszeit aufgewendet wird. Dafür werden stattdessen die Produktionsfaktoren der Investitionsgüterindustrie für fixe Produktionsmittel und die der Grundstoffindustrie für zirkulierende Produktionsmittel gestärkt, indem hier die eingesparte Arbeitszeit zusätzlich zum Einsatz gelangt. Dieses Manöver ist abgesehen von den hierbei ebenfalls notwenigen materiellen Verschiebungen einfach eine Verschiebung der toten und lebendigen Arbeitszeit von der einen Abteilung in die andere. Und bewirkt damit eine zusätzliche Abweichung vom Gleichgewicht der Branchen (vgl. Kapitel 28 unserer Darstellung, planned economy Nr. 7). Der mittels dieses Manövers ermöglichte erhöhte Ausstoß bzw. die damit erreichte höhere Qualität an Investitionsgüter und zirkulierenden Produktionsgütern erhöht nach etlichen Produktionszyklen zu der natürlich jeweils auch die Reproduktion gehört die Produktivität aller Branchen, also auch der Konsumgüterbranche, wo zuerst eingespart wurde. Nun kann diese erhöhte Produktivität dahingehend verwendet werden, um zuerst einen größeren Lagerbestand an Konsumgütern und zirkulierenden Produktionsgütern herzustellen. Das Lager ist Produktion minus aktuellen Verbrauch verbrauch durch Reproduktion bzw. durch Konsum. In der nächsten Phase kann dann der Verbrauch Reproduktion und Konsum durch den Abbau den Lagerbestand gedeckt werden und die in der Produktion stehenden Faktoren könne sich auf die massive Herstellung von fixen Produktionsgütern konzentrieren. Massiv in Hinblick auf 34 Wobei «AZ alt» die Arbeitszeit ist, die bei der Produktion des Produktionsmittel (PM) angefallen ist und «AZ neu» die Arbeitszeit ist, die bei der Verwendung des Produktionsmittel anfällt. 17

18 planned economy. zusätzliche Qualität oder Quantität. Dieses Manöver kann perpetuiert werden. Die Pointe besteht bloß darin, dass Arbeitszeit für später aufgespart wird, indem die bloße Reproduktion vernachlässigt wird. Insofern dient der zusätzliche Lagerbestand als Voraussetzung für einen Akkumulationsfonds. Der Lagerbestand geht nicht in den Akkumulationsfonds ein, ermöglicht aber dessen Auffüllung mit aktueller Arbeit, indem im Lager zusätzliche tote Arbeitszeit gespeichert ist. Genauso wie beim Geldschatz im Kapitalismus geht es hier ganz allgemein um den Unterschied zwischen lebendiger und toter Arbeit. Tote Arbeit kann verschoben, aus der produktiven und aus der unproduktiven Konsumtion genommen werden und zu einem späteren Zeitpunkt wieder zusätzliche lebendiger Arbeit ermöglichen im Kapitalismus, indem mit dem Geldschatz Produktionsmittel gekauft werden. Das gerade skizierte Beispiel hat eine Prämisse: Das die Gesamtarbeitszeit und die Gesamtarbeitsintensität der Gesellschaft konstant bleibt. Das muss natürlich nicht sein, weder die Anzahl der Arbeiter noch die Anzahl der Arbeitsstunden pro Arbeiter. Desweiteren müssen die Bedürfnisse der Gesellschaft nicht dieselben bleiben. An jeder Stelle dieser Verhältnisse könnte die Gesellschaft etwas ändern und damit den Akkumulationsfonds stärken oder schwächen. Es gibt aber auch absolute Grenzen dieser Manöver: Die obere Grenze ist die Arbeitszeit, die eine bestimmte Schwelle nicht überschreiten kann ein Arbeiter kann nicht mehr als 24 Stunden am Tag arbeiten, abgesehen dass dieses Ausmaß weder plausibel noch wünschenswert ist. Andererseits gibt es eine absolute untere Grenze an Konsumgütern, die die Gesellschaft benötigt, um sich rein physische zu erhalten. Der mögliche Einwand, dass gerade die stalinistischen Planwirtschaften die Produktionsmittelindustrie auf Kosten der Konsumgüterindustrie förderten, ist in dieser Allgemeinheit völlig nichtssagend, da jede Gesellschaft, auch die kapitalistische, Tag für Tag Mittel in die Akkumulation verwendet, die eben deswegen nicht unmittelbar zum Zwecke der Konsumtion der Arbeiter verwendet werden können. was auf Defizite in der Produktion hinweist. Und in einer Gesellschaft, in der Produktion und Konsum gesellschaftliche Agenden sind und nur von gesellschaftlichen Strukturen erfüllt werden, ist es naheliegend, dass auf den Mangel gesellschaftlich über die Produktion und nicht individuell über die Verteilung reagiert wird. j) Kann das Leihen von Konsumgütern wie Wucher wirken? Man könnte sich natürlich die Frage stellen, ob sich nicht Individuen als Konsumenten etwas borgen könnten. Also z.b. Konsumgüter oder Anteile an Arbeitszeitkonten. Arbeitszeitkonten an sich sind immer auf eine Person bezogen können also per se nicht wie Geld verwendet werden. Hingegen gibt es keine ökonomische Gesetzmäßigkeit, die verhindert, dass Konsumgüter verliehen werden und etwa Gegenleistungen verlangt werden. Daraus kann eine dem Wucher ähnliche Abhängigkeit entstehen. Das kann heute niemand ausschließen. Aber wenn dies der Fall ist, dann ist die Ursache Unterkonsum, 18

19 planned economy I Die Bodenrente Hier geht es uns ausschließlich darum, nachzuspüren, was aus der Bodenrente unter kapitalistischen Verhältnissen beim Übergang zur Planwirtschaft wird. Besonderheiten der Bodenrente unter vorkapitalistischen Verhältnissen lassen wir hier weg, auch wenn sie heute noch eine Rolle spielen mögen. Die Bodenrente spielt im Kapitalismus nicht nur dort eine Rolle, wo der Betrieb Grund und Boden pachten muss, sondern geht auch als ein Element in die Bestimmung von Kaufpreisen an Grund und Boden ein 35. Nichts desto trotzt ist die Konstellation, dass der Agrarindustrielle bzw. für den Markt produzierende Bauer bereits Eigentümer des Boden ist, zufällig und kein systemisches Element im Kapitalismus 36. Auch heute noch ist, global gesehen, die Pacht flächenmäßig relevant. Wie auch immer: Jeder Betrieb braucht zur Produktion Fläche. Fläche, die zumindest ein Stück Erdoberfläche besetzt. Zweitens, so wir uns auf jene Betriebe beschränken, auf und durch deren Fläche Naturaneignung stattfindet, also landwirtschaftliche Betriebe und etwa Bergwerke, geht die Rente in den durchschnittlichen Marktpreis der betreffenden Produkte ein, auch wenn es sich bei dem einen oder anderen Betrieb um einen handelt, welcher seinen Grund selbst besitzt und nicht pachtet. Deswegen ist die Rente nicht nur ein Überbauphänomen, wie es etwa die Steuereintreibung des Staates ist, das wir bei der Ökonomie der Planwirtschaft ignorieren dürfen. Gleich vorweg können wir aber folgendes resümieren: Im Gegensatz zu Handel und Kredit handelt es sich bei der Rente nicht um eine Abspaltung vom industriell erwirtschaften Profit nach der Durchschnittsprofitrate, sondern um die Differenz zwischen Marktpreis und durchschnittlichem Produktionspreis so zumindest die Logik der «Differentialrente». Zweitens stellte die Rente keine progressive, ökonomisierende Arbeitsteilung gegenüber der eigentlich industriellen Produktion dar. Damit ist die Frage, durch welches ökonomisches Element sie in der Planwirtschaft ersetzt wird, leicht zu beantworten und kurz und sprachknapp mit einem: «Durch nichts» zu umreißen. Wir wollen es mit dieser Ausführung aber nicht belassen, nicht zuletzt deswegen, weil wir von der kapitalistischen Rente Besonderheiten der Naturaneignung und dem Verhältnis Gesellschaft «Natur» lernen können. a) Rente für Boden an sich vs. Rente für Kapital im Boden Unsere Hauptquelle zur Charakterisierung der Bodenrente samt ihrer Eigenheiten ist wiederum Marx Hauptwerk, «Das Kapital». Und darin zur Rente: Der Dritter Band. Die Gegenüberstellung Rente für Boden an sich vs. Rente für Kapital im Boden um das einmal so zuzuspitzen diese Gegenüberstellung ist gleich zuerst einmal ein wichtiger Ausgangspunkt. Was hat es damit auf sich? Hören wir selbst: Kapital kann in der Erde fixiert, ihr einverleibt werden, teils mehr vorübergehend, wie bei Verbesserungen chemischer Natur, Düngung usw., teils mehr permanent, wie bei Abzugskanälen, Bewässerungsanlagen, Nivellierungen, Wirtschaftsgebäuden etc. ( ) Es fällt unter die Kategorien des fixen Kapitals. Der Zins für das der Erde einverleibte Kapital und die Verbesserungen, die sie so als Produktionsinstrument erhält, kann einen Teil der Rente bilden, die dem Grundeigentümer vom Pächter gezahlt wird, aber sie konstituiert nicht die eigentliche Grundrente, die für den Gebrauch des Bodens als solchen gezahlt wird, er mag sich im Naturzustand befinden oder kultiviert sein. ( ) Die mehr temporären Kapitalanlagen, die die gewöhnlichen Produktionsprozesse in der Agrikultur mit sich führen, werden alle ohne Ausnahme vom Pächter gemacht. Diese Anlagen, ( ) verbessern den Boden, steigern sein Produkt und verwandeln die Erde aus bloßer Materie in Erde-Kapital. Ein bebautes Feld ist mehr wert als ein unbebautes von derselben natürlichen Qualität. Auch die mehr permanenten. sich in längerer Zeit abnutzenden, der Erde einverleibten fixen Kapitale werden zum großen Teil, in gewissen Sphären oft ausschließlich, vom Pächter gemacht. Sobald aber die kontraktlich festgesetzte Pachtzeit abgelaufen ist - und es ist dies einer der Gründe, warum mit der Entwicklung der kapitalistischen Produktion der Grundeigentümer die Pachtzeit möglichst abzukürzen sucht -, fallen die dem Boden einverleibten Verbesserungen als untrennbares Akzidens der Substanz, des Bodens, als Eigentum dem Besitzer des Bodens anheim. ( ) Sie stecken so das ohne ihr Zutun hervorgebrachte Resultat der gesellschaftlichen Entwicklung in ihre Privattaschen - fruges consumere nati. 37 Für unsere Interessen ist es zunächst gleichgültig, ob die Verbesserung des Bodens durch kurz- oder langfristige Maßnahmen wie Düngemitteleintrag oder Baumaßnahmen vom Pächter erfolgt oder von einer anderen sozialen Gruppe. Offensichtlich aber gibt es die Grundrente, die für das bloße Überlassen des Bodens dem Besitzer 38 bezahlt werden muss und anderseits die «Ablöse» von getätigten Investitionen. Letztere müssen wir in der Planwirtschaft als Arbeit an den fixen Produktionsmitteln betrachten, ersteres können wir mit dem Wegfall von jeglichem Grundbesitz ignorieren. 35 Vgl. Karl Marx, Das Kapital, Dritter Band, Seite Der Preis ist als Vorschuss auf die zu erwartende Rente zu verstehen. Auf den Seiten 680ff führt Marx weitere Aspekte zur Bildung des Bodenpreis aus. 36 Vgl. Karl Marx, Das Kapital, Dritter Band, Seite Karl Marx, Das Kapital, Dritter Band, Seite Wie immer setzten wir Besitzer mit Eigentümer gleich, da sie beide als Verfüger der Produktionsmittel den eigentlichen Produzenten gegenüberstehen. 19

20 planned economy. So weit, so einfach. Aber dabei bleibt es nicht. Wenn wir zuerst einmal nicht zwischen Landwirtschaft und Industrie differenzieren und ganz allgemein sagen: jede wirtschaftliche Tätigkeit findet auf einem Grund und Boden statt dann müssen wir unterscheiden, zwischen aktuellen Investitionen in den Boden und historischen. Diese Unterscheidung ist deswegen von Bedeutung, als zwar eine Fabrik abgerissen und völlig neu aufgebaut werden kann aber der Boden als Träger von allen bisherigen Veränderungen und Bearbeitungen erhalten bleibt. Während ersteres in den Preis der Produkte eingeht und Einsatz von lebendiger Arbeit erfordert und in den nächsten Produktionszyklen bis zu seinem Ersatz, als Element von toter Arbeit eingeht, ist dies bei historischer Arbeit nicht der Fall. Das ist zwar bei allen Produktionsmittel so, aber der Boden hat hier die Eigenheit, dass selbst historische Arbeit am Boden seinen aktuellen Gebrauchswert mitprägen kann. Ein Beispiel: der Festkörpergehalt im Boden durch den Anteil an Stein, Ziegel, Hartplastik von Leitungsröhren und Metall kann die Festigkeit und Wasserresistenz eines Bodens erhöht und damit eine weit bessere Grundlage für die Stabilität von aktuell zu errichtenden Bauwerken haben. Und obgleich dies die Qualität des neuen Bauwerkes erhöht bzw. seine Errichtungskosten verringert, gehen die historischen Arbeiten im Grund nicht in den Preis des neuen Bauwerkes in der Panwirtschaft ein sie werden gehandhabt wie Unterschiede die sich durch die Natur ergeben, stellen also zusätzliche Naturaneignung dar, die keine zusätzliche aktuelle Arbeit kosten. Den Terminus «historische Arbeit» haben wir bereits in dem Kapitel Nr. 8, Was wird aus der Arbeit? Die notwendige Arbeitszeit (siehe planned economy Nr. 2), kennengelernt. Aber bislang hatte dieser Terminus keine materielle Substanz, sondern bezeichnete das Erbe an Arbeitsproduktivität, das im Laufe der Geschichte von den unterschiedlichen Produktionsweisen weitergeben wurde. *** b) Wesen und Quelle der Grundrente Bis jetzt haben wir bei der Grundrente noch nicht zwischen der Landwirtschaft bzw. Bergbau einerseits und der Industrie anderseits unterschieden. Nun gehen wir zu den Eigenheiten der Naturaneignung über. Das bedeutet: zur Landwirtschaft, Bergbau, Wasserwirtschaft usw. Wir merken uns aber bereits jetzt vor, dass aus der Perspektive der Planwirtschaft die systemische Unterscheidung zwischen der Naturaneignung und der herkömmlichen Industrie verschwindet. Zuerst geht es darum, die Quelle der Rente im Kapitalismus zu bestimmen. Ein Surplusprofit entsteht nicht etwa durch die Anwendung neuer Produktionsmethoden da sich ja hierbei durch die Konkurrenz die Produktivität früher oder später ausgleicht sondern durch die Anwendung von besonderen Umständen, dazu können auch Besonderheiten der Naturaneignung gehören. Diese können im Gegensatz zu technischen Produktivitätsfortschritten nicht durch Konkurrenz ausgeglichen werden. Diese Naturaneignung ist unter den Bedingungen des Privatbesitzes monopolisiert. Unter diesen Umständen verwandelt sich der Surplusprofit in Grundrente 39. Es ist klar, dass diese Rente immer Differentialrente ist, denn sie geht nicht bestimmend ein in den allgemeinen Produktionspreis der Ware sondern setzt ihn voraus. 40 Daraus folgt auch, dass die Differentialrente kein Wertbestandteil der Ware ist und beim Wandel der Ware in ein Produkt einfach wegfällt. Die Differentialrente speist sich nur aus der Differenz zwischen naturmäßig günstiger Produktion und Marktpreis. Deswegen fällt die Differentialrente nicht nur wegen dem Wegfall des Privatbesitzes weg, sondern wegen des Wegfalls des Unterschieds zwischen Produktion auf Privatrechnung und gesellschaftlichen Austausch. Im ersteren Fall fällt die Rente aus historischen oder kausalen Gründen weg, im zweiten Fall wird die Differentialrente als strukturellen Gründen verunmöglicht. Die Naturkraft ist nicht die Quelle des Surplusprofits, sondern nur eine Naturbasis desselben, ( ) Glichen sich nicht die verschiednen Werte zu Produktionspreisen und die verschiednen individuellen Produktionspreise zu einem allgemeinen, den Markt regulierenden Produktionspreis aus, so würde die bloße Steigerung der Produktivkraft der Arbeit durch den Gebrauch des Wasserfalls nur den Preis der mit dem Wasserfall produzierten Waren erniedrigen, ohne den in diesen Waren steckenden Profitteil zu erhöhen, ganz wie sich andrerseits diese gesteigerte Produktivkraft der Arbeit überhaupt nicht in Mehrwert verwandeln würde, ( ) Das Grundeigentum am Wasserfall hat mit der Schöpfung des Teils des Mehrwerts (Profits) und daher des Preises der Ware überhaupt, die mit Hilfe des Wasserfalls produziert wird, an und für sich nichts zu schaffen. Dieser Surplusprofit existierte auch, wenn kein Grundeigentum existierte, wenn z.b. das Land, wozu der Wasserfall gehörte, vom Fabrikanten als herrenloses Land benutzt würde. Das Grundeigentum schafft also nicht den Wertteil, der sich in Surplusprofit verwandelt, sondern es befähigt nur den Grundeigentümer, den Eigentümer des Wasserfalls, diesen Surplusprofit aus der Tasche des Fabrikanten in seine eigne zu locken. 41 Bei der Naturaneignung treten wir übrigens nicht der völlig unberührten Natur entgegen. Alle diese Einflüsse auf die Differentialfruchtbarkeit verschiedner Ländereien kommen darauf hinaus, daß für die ökonomische Fruchtbarkeit der Stand der Produktivkraft der Arbeit, hier die Fähigkeit der Agrikultur, die natürliche Fruchtbarkeit des Bodens sofort ausbeutbar zu machen - eine Fähigkeit, die in verschiednen Entwicklungsstufen 39 Karl Marx, Das Kapital, Dritter Band, Seite Karl Marx, Das Kapital, Dritter Band, Seite Karl Marx, Das Kapital, Dritter Band, Seite

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