Den Hintergrund abfragen Ist es billig oder ist es teuer?

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1 Ungekürzte Artikel über die aktuelle Lage an den Aktienmärkten aus der Sonderveröffentlichung der Abendzeitung vom Den Hintergrund abfragen Ist es billig oder ist es teuer? Das ist die entscheidende Frage, die sich alle Anleger stellen müssten, bevor Sie ein Engagement an der Börse eingehen. Es reicht nicht, wenn man sich einfach die heutigen Kurse ansieht und Vergleiche mit der Vergangenheit anstellt. Als die Blase (März 2000) platzte, stand der Dax bei ca Punkten und heute ( ) steht er bei ca Also müsste man sofort zugreifen und alles kaufen, da der Index mehr als 50 % unter seinem Hochpunkt steht. Wenn man aber noch weitere Kennzahlen vergleicht, dann stellt man fest, dass das KGV (Kursgewinnverhältnis = Kurs geteilt durch geschätzten Gewinn pro Aktie) von ca. 28 auf ca. 20 gefallen ist. Das ist schon mal positiv. Die Aktienkurse sind im Vergleich zu deren Gewinne seit der Blase im Jahr 2000 ca. um 30% günstiger geworden. Je niedriger das KGV desto günstiger kauft man ein. Bei einem KGV von 20 bezahlt man den 20fachen Jahresgewinn der Aktie das Unternehmen benötigt also 20 Jahre (bei gleich bleibenden Gewinnen) um sich selbst zu verdienen. Wer sich die Frage stellt ob ein KGV von 20 wirklich günstig ist, muss auch fragen wie die Gewinne zustande gekommen sind. Entstanden die Gewinne durch Konsum und Investitionen von Kunden, also gestiegene Umsätze, oder allein durch Kostensenkungen? Die Kosten kann man bis zu einem gewissen Grad senken. Kosten kann man durch Mitarbeiterentlassungen, Standortschließungen, Marketingbudgetkürzungen, etc. senken. Aber diese Möglichkeiten sind irgendwann erschöpft. Und obwohl sie aus Sicht der Anleger natürlich wünschenswert sind, führen Kostensenkungen nicht zu nachhaltigem Wirtschaftswachstum. Alles wird auf Sparflamme gekocht. Wenn aber die Nachfrage nicht irgendwann steigt und die gesamte Wirtschaft wächst, so können Kosteneinsparungen nicht mehr als kurzfristige Bilanzkosmetik sein. Die Industrieproduktion in den USA ist in den letzten beiden Jahren auf jeden Fall nicht gestiegen. Ein gutes Beispiel dafür, warum man nicht nach dem reinen Indexstand einkaufen sollte, ist Japan. Der Nikkei stand 1989 bei Punkten und heute, nach 14 Jahren, steht er bei rund Punkten war er bereits bei Punkten. Diejenigen Anleger, die damals bei optisch niedrigen Kursen gekauft haben, immerhin 60% unter dem Höchststand, haben heute nach weiteren 11 Jahren immer noch einen Verlust. Die amerikanischen Börsen beeinflussen die deutschen und europäischen Aktienmärkte sehr stark. Man sollte die amerikanischen Märkte genau betrachten, weil sie weltweit den Ton angeben. Das KGV des Dow Jones ist im Vergleich zum Höchststand im Jahr 2000 um 50 % gestiegen, weil die Gewinne der Unternehmen noch stärker eingebrochen sind als deren Aktienkurse. Die Arbeitslosenzahlen, die Staatsschulden und die Schulden der privaten Haushalte sind in der gleichen Zeit auf historische Höchststände gestiegen. Zwischen Mitte 2000 und Mitte2003 sind

2 die Kredite der Unternehmen und Haushalte (inklusive Hypotheken) in den USA um rund 1 Bio. US-$ gestiegen, während die US-Wirtschaft nur marginal gewachsen ist. In den 90er Jahren kamen auf 1 US-$ Wachstum rund 4 US-$ Schulden, seit 2000 ist dieses Verhältnis auf 1:10 angestiegen. Man kann nur hoffen, dass sich das bald ändert aber mit dem Prinzip Hoffnung wurde schon viel Geld verloren. Jetzt steigen auch die Zinsen seit Mitte des Jahres wieder massiv an. Die dadurch verursachten Kursverluste bei Anleihen werden die Bilanzen einiger Versicherungsunternehmen erneut belasten. Und auch der amerikanische Verbraucher wird für seine kurzfristigen Kredite (hauptsächlich via Kreditkarten) demnächst wesentlich tiefer in die Tasche greifen müssen was den Konsum hemmen wird. Auch werden in Zukunft einige Unternehmen auf Grund der steigenden Zinsen niedrigere Gewinne ausweisen, weil viele in den letzten Jahren insbesondere Kredite mit sehr kurzer Laufzeit aufgenommen haben, um von den niedrigeren Zinsen zu profitieren (und somit die Gewinne künstlich aufzublasen). Ein weiteres wichtiges Warnsignal ist, dass in den USA die Insiderverkäufe, d.h. die Aktiengeschäfte der Unternehmensmanager, in einigen Branchen, wie dem Technologiesektor Rekordstände erreicht haben. Wer weiß schon besser als die leitenden Angestellten, wie die Aussichten für Gewinn und Umsatz sind? Auch sind die Aktienkäufe auf Kredit in USA sehr stark angestiegen. An der Technologiebörse Nasdaq belaufen sich die Kredit auf 17,5 Mrd. US-$, genauso viel wie im Jahr Im Juli 2003 betrugen Sie sogar mehr als 25 Mrd. US-$. Auch das ist ein eindeutiges Bubble-Zeichen. Auch die Stimmung an den Märkten rät zu höchster Vorsicht. Wenn diese extrem positiv ist, dann sollte man tunlichst sehr vorsichtig sein. Man denkt schließlich dann positiv, wenn man bereits Aktien gekauft hat, und diese später anderen teurer verkaufen möchte. Eine Zeit lang kann sich der Markt auf diese Weise selbst aufheizen, weil immer mehr Anleger (gelockt durch steigende Kurse) positiv eingestellt werden und Aktien kaufen. Doch was passiert dann? Wenn alle von Aktien sprechen und sogar die Regenbogenpresse Artikel über die Aktienmärkte bringt; wenn zu den besten Sendezeiten primetime- die Fernsehanstalten über Aktien berichten, die Oma, die noch nie in ihrem Leben Aktien gehabt hat, auch dabei sein will, fast ALLE ohne Ausnahme über die Börse sprechen dann ist es aus. Noch ist es zwar nicht so schlimm wie im Jahr Bezieht man aber die verschiedenen gesamtwirtschaftlichen Lagen mit ein, so entwickeln wir uns sehr stark und sehr schnell in diese Richtung. Zwei Beispiele: Die meisten Privatanleger haben nach Einschätzung der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) den Aufschwung an der Börse verschlafen. Inzwischen sei aber ein verstärktes Interesse an einem Wiedereinstieg ins Aktiengeschäft zu beobachten, sagte der DSW- Hauptgeschäftsführer, Ulrich Hocker, am Dienstag in Düsseldorf. Der geplante Börsengang der Deutschen Postbank könnte zudem der Eisbrecher für weitere Emissionen werden. Damit würden Investoren wieder mehr über Aktienanlagen nachdenken. Sehen Sie die Parallelen zum Jahr 2000! Damals wurde der Markt mit Neuemission überschwemmt. Mit Wehmut erinnern sich viele Kleinanleger heute an die Volksaktie Deutsche Telekom haben wir davor gewarnt. (siehe unter News auf ). Der Kurs liegt heute noch unter dem Emissionskurs. Die Anleger die an der zweiten und dritten Tranche der Neuemission

3 teilgenommen haben, sind heute nicht mehr auf die Aktien ansprechbar. Jetzt soll die Deutsche Postbank als Eisbrecher helfen. Das wäre möglich; die dünne Eisdecke bricht und der Kleinanleger ertrinkt nun gänzlich im kalten Wasser. Noch ein Beispiel: Bild berichtet am : DAX auf Jahreshoch, Beginnt jetzt die Jahresend-Rallye? Jetzt einsteigen! Hier geht's zum großen Börsenspiel. Kriegt der Deutsche Aktienindex DAX doch noch die Kurve für eine Jahresend-Rallye? Auf jeden Fall gab er schon mal kräftig Gas, brummte am Nachmittag mit 3750 Zählern auf ein neues Jahreshoch. Gegen 17 Uhr notierte er leicht darunter bei 3744 Zählern und lag damit 2,46 Prozent im Plus. Der TecDAX verbesserte sich um 2,71 Prozent auf 578 Punkte. Ein Börsianer zu Bild.T-Online: Grund war ein ganzes Bündel guter Wirtschaftsnews. Der starke Dollar drückte den Euro unter 1,16 und machte der Exportwirtschaft wieder Mut. Außerdem stieg der europäische Einkaufsmanager-Index im Oktober stärker als erwartet. Und: Die Grundstimmung bei den Anlegern ist positiv. Sie warten auf den Ruck nach oben. Die Börsianer blicken nun gespannt auf die Veröffentlichung neuer US-Daten zur Entwicklung am Arbeitsmarkt. Macht die Konjunktur-Lokomotive der Welt wieder Dampf? Wenn ja, gibt auch der Aktienmarkt weiter Gas. Viele Anleger fragen sich: Soll ich jetzt einsteigen? Ein Börsen-Experte: Die jetzigen Kurse sind immer noch Einstiegskurse. Lange sollten Sie aber nicht mehr warten. Auch wenn es noch mal einen kleinen Einbruch geben könnte, wer jetzt einsteigt ist drin und kriegt den Aufstieg mit. Der Markt wartet nur darauf. Wichtig ist, dass der Kleinanleger ein Aktieninvestment langfristig sieht. Nur was ist hier mit der Langfristigkeit gemeint: Wie in Japan, 14 Jahre? Und immer noch im Minus. Alleine schon die Aktie der Deutschen Telekom zeigt, dass irgendwas daran nicht stimmt, dass alle Aktien langfristig (was bei den Bankern in der Regel 5 Jahre bedeutet) immer steigen. Auch Eastman Kodak steht heute niedriger als 1971 (!!), ebenso Xerox das waren die Intels, Dells, Microsofts und Infineons der 70er Jahre. Buy and hold ist keine sinnvolle Strategie. Man muss immer flexibel bleiben und sich dem Markt anpassen. Mit der Deutschen Telekom konnte man viel Geld verdienen, aber nur wenn man rechtzeitig verkauft hat (auch vor dem Zusammenbruch der HighTech-Blase haben wir zwischen 1999 und 2000 mehrmals gewarnt. Genauso wie vor dem Einbruch der festverzinsten Staatsanleihen in diesem Jahr). Wir sehen die Berichterstattung der Medien, Banken, Investmentgesellschaften und Analysten sehr skeptisch. Vereinzelt gibt es warnende Stimmen, wie die Artikel Die Rückkehr der Gier vom und Trallala-Gewinne aus den USA blenden die Anleger vom aus dem Handelsblatt. Roland Leuschel berichtet am Eine kräftige Kurskorrektur steht unmittelbar bevor! Heute ist wieder äußerste VORSICHT geboten. Wie soll sich der Investor in diesem Börsenumfeld zurechtfinden in dem es nicht mehr nur um die richtige Einstiegsstrategie geht, sondern dann auch um die richtige und rechtzeitige Ausstiegsstrategie. Beide entscheiden über Gewinn und Verlust. Für offenen Frage steht unser Expertenteam unter 089 / gerne zur Verfügung. München / ERGIN Finanzberatung AG Dipl.-Ing. A. Sabri Ergin Fachwirt für Finanzdienstleistungen

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