Nachhaltige IT in der öffentlichen Verwaltung: Kontinuität und Kosteneffizienz Rechtliche Möglichkeiten im technischen und wirtschaftlichen Reality

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1 Nachhaltige IT in der öffentlichen Verwaltung: Kontinuität und Kosteneffizienz Rechtliche Möglichkeiten im technischen und wirtschaftlichen Reality Check

2 Agenda Vorstellung Abhängigkeit von Software-Anbietern Ursachen Auswirkungen Gegenmaßnahmen und deren Wirksamkeit Wartungsverträge, Quellcode-Hinterlegung, Offene Schnittstellen und Datenformate, Service-Level- Agreements Aktuelle Trends Cloud Computing Open Source

3 rubicon Wofür rubicon steht Innovative, moderne Softwareentwicklung Bestmögliche Qualifikation der Mitarbeiter Erfolgreiche Softwareprojekte Partnerschaftliche Zusammenarbeit Fokus und Spezialisierung auf Microsoft Technologien Fokus und Spezialisierung auf E-Government und Output Management Langjähriges Know How Best Practices aus zahlreichen Projekten Stefan Wenig Vorsitzender OSBF Österreich

4 Beschaffung von Standard-Software Nutzungsdauer Bestimmung der geplanten Nutzungsdauer? ROI-Ansatz: Budget und Prioritäten Verfügbarkeit besserer Lösungen Realistisch: Laufende Evaluierung Neue Anforderungen, Servicequalität Relative Kostenentwicklung Marktbeobachtung Möglichst lange Nutzungsdauer min. Ausstieg jederzeit möglich Kein überraschender Ausstiegszwang Einmalkosten Kosten / Jahr Erträge / Jahr

5 Ursachen Abhängigkeit von Software-Anbietern Der Hersteller hat (zumeist) exklusiv Zugriff auf Quellcodes Know-how Änderungsrechte Vertriebsrechte Kunden sind auf Anbieter angewiesen Bei Problemen Bei System-Updates evtl. schon bei Security Updates Für Weiterentwicklung Neue Features Gesetzliche Änderungen (Materie, e-government)

6 Auswirkungen (1) Abhängigkeit von Software-Anbietern Lock-in Syndrom Anbieter setzt bewusst Schritte, um Kunden in proprietärer Produktwelt zu halten (Software, Dienstleistungen) Ziele: Kundenbindung, Ertragssteigerung Maßnahmen des Anbieters: Proprietäre Formate und Schnittstellen Zurückhalten von Know-how und Tools Salami-Taktik Auswirkungen Herstellerwechsel schwierig und teuer Höhere Kosten Geringere Flexibilität

7 Auswirkungen (2) Abhängigkeit von Software-Anbietern Produkteinstellung Gründe Insolvenz Eigentümerwechsel Akquisition durch Konkurrenz Strategiewechsel Auswirkungen Vertragliche Pflichten werden nicht mehr erfüllt oder nur pro forma Keine oder wenig Vorwarnzeit Im Extremfall: Betrieb nicht mehr oder nur unter Schwierigkeiten möglich

8 Wartungsverträge Vertragliche Verpflichtung zur Aktualisierung Behebung von Mängeln Gesetzliche Änderungen Updates von Betriebssystem, Datenbank etc. Ziel: System einsatzfähig halten Probleme Nicht direkt exekutierbar Insolvenz, Probleme beim Hersteller Notwendige Änderungen schwer zu definieren Nicht ausreichend

9 Quellcode-Hinterlegung (1) Hinterlegung aller Quellcodes bei einem Dritten Herausgabe etwa im Insolvenzfall Ziel: System einsatzfähig halten Probleme Nur unter bestimmten Bedingungen exekutierbar Vollständigkeit schwer feststellbar Kein automatischer Know-how Transfer Änderungsaufwände beim Kunden

10 Quellcode-Hinterlegung (2) Nur bedingt ausreichend Nur für notdürftige Änderungen (z.b. Sicherheits-Updates, evtl. auch einfache Anpassungen) Nur unter definierten Bedingungen Maßnahmen Zugriff auf Quellcode mit eindeutigen Kriterien an Erfüllung des Wartungsvertrags knüpfen Vollständigkeit prüfen, Build testen (lassen) Austausch mit anderen Kunden vertraglich ermöglichen

11 Vertragsgestaltung Einbeziehen von Software-Herstellern und anderen Sublieferanten Direktes Vertragsverhältnis Keine Abhängigkeit von GU Bei internationalen Herstellern oft nicht realistisch

12 Offene Schnittstellen und Datenformate (1) Offene Schnittstellen (Automatisierte) Interaktion zwischen Systemen Offene Datenformate Weiterverarbeiten von Dateien, Datensätzen in Drittsystemen Ziel: Vermeiden von Lock-in Probleme In der Praxis oft nicht ausreichend spezifiziert oder implementiert Schnittstellen: Individuelle Punkt-zu-Punkt-Verbindung notwendig Datenformate: Individuelle Datenmigration notwendig

13 Offene Schnittstellen und Datenformate (2) Nicht ausreichend Keine automatische Interoperabilität oder Austauschbarkeit Maßnahmen Gesunde Skepsis gegenüber vereinfachten Werbeaussagen Konkrete Verbindungen und Datenübernahmen früh testen Aufwand für Datenmigration berücksichtigen

14 Trend: Cloud Computing Software as a Service Software läuft auf Servern eines Dienstleisters des Herstellers Kunde erhält Zugriff z.b. über Browser Ziel: Vereinfachung, Kostenreduktion Probleme Oft nur im Komplettpaket erhältlich Wechsel des Betreibers bedingt Austausch der Software Direkter Zugriff auf die Daten evtl. schwierig Migration auf Alternativanbieter erschwert

15 Cloud Computing: Maßnahmen Unabhängige Dienstleister Zumindest Verfügbarkeit prüfen (kein Monopol des Software-Herstellers) Vollständigkeit des Angebots prüfen (Exklusive Komponenten bei einzelnen Anbietern) Wechsel möglich Offene Schnittstellen und Datenformate Mit allen erwähnten Einschränkungen Software-Hinterlegung (mit/ohne Quellcode) Im (definierten) Notfall eigener Betrieb Service-Level Agreements Laufende Lieferung von Backups Durchführen von Restore-Tests Schnelle Verfügbarkeit von Daten für Migration

16 Trend: Open Source Software (1) Freie Software-Lizenzen Zugriff auf Quellcode Rechte für Änderung und Vertrieb Community-Projekte Viele potentielle Entwickler verfügbar Individuen und Firmen Know-how ist Verfügbar Kostenlos Prüfen: Zusammensetzung der Community (Dominanter Hersteller, Entscheidungsmodus) Größe/Wachstum, Reaktionszeiten und Verfügbarkeit von Ressourcen Support/Wartungsvertrag mit Dienstleister

17 Trend: Open Source Software (2) Commercial Open Source Oft Single Vendor Mogelpackung Open Core : Community/Enterprise-Version Direkter Bezug nicht immer kostenlos Prüfen: Vollständigkeit und freie Verfügbarkeit von Quellcodes, Dokumentation, Tests etc. OSI-zertifizierte Lizenz (opensource.org) Verfügbarkeit des Know-hows prüfen (z.b. Partner-Netzwerk) Wenn gegeben: Community Escrow möglich Community oder anderer Anbieter übernehmen Weiterentwicklung, Wartung, Service Mischformen z.b. Red Hat (kostenpflichtig) auf Basis Linux-Kernel (frei)

18 Conclusio Rechtliche Absicherung ist wichtig, aber nicht ausreichend Maßnahmen müssen auch technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll sein Oft schwer festzustellen Interdisziplinäre Aufgabe Kritische Faktoren rechtzeitig testen Maßnahmenmix zielführend Cloud Computing bringt neue Risiken Vielfalt der Marktteilnehmer als Entscheidungskriterium Open Source Software löst viele Probleme Community/Herstellerpolitik und Lizenzierung kritisch hinterfragen

19 Danke für Ihre Aufmerksamkeit Mag.(FH) Roland Hofmann Head of Sales and Marketing

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