Analyse ausgewählter Gender Indikatoren der Wissensbilanz: Gender Pay Gap und Geschlechterrepräsentanz im Berufungsverfahren

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1 Analyse ausgewählter Gender Indikatoren der Wissensbilanz: Gender Pay Gap und Geschlechterrepräsentanz im Berufungsverfahren Dr. in Andrea Leitner Dr. in Angela Wroblewski BMWF 3. Dezember 2013 Leitner/ Wroblewski Institut für Höhere Studien Wien Institut für Höhere Studien

2 Inhalt Zielsetzung und Datengrundlage der Studie Definition und Aussagekraft der Indikatoren Gender Pay Gap Berufungsverfahren Weiterentwicklungsmöglichkeiten der Indikatoren für Gender Monitoring Leitner / Wroblewski BMWF 3. Dezember

3 Zielsetzung & Datengrundlage Bestandsaufnahme von zwei Indikatoren für die Weiterentwicklung des Gender Monitorings WB-Indikator 1.A.5 Gender Pay Gap Datenbedarfskennzahl 1.3 Geschlechterrepräsentanz in Berufungsverfahren Methodische Umsetzung Aufbereitung vorhandener Daten für Jahre 2010 / 2011 ExpertInneninterviews an sieben ausgewählten Universitäten (Controlling/WB-Indikatoren, Rektorat) ExpertInneninterviews im BMWF Leitner / Wroblewski BMWF 3. Dezember

4 Hintergrund Ausgewählte Indikatoren Teil eines umfassenden Gender Monitorings Verwendung und Funktionen Aufstiegschancen (Glass Ceiling Index) Frauenquoten in Gremien Gender Pay Gap Geschlechterrepräsentanz in Berufungsverfahren (Datenbedarfskennzahl) Anwendungsbereiche des Monitorings Grundlage für universitäre Gleichstellungspolitik und deren Evaluation Grundlage für Analyse der Umsetzung der von Leistungsvereinbarungen und gesetzlichen Vorgaben Leitner / Wroblewski BMWF 3. Dezember

5 Definition Gender Pay Gap Durchschnittliche Frauenlöhne in % der durchschnittlichen Männerlöhne In Jahresvollzeitäquivalenten Alle geleisteten Lohn- und Gehaltszahlungen inkl. Sonderzahlungen, Zulagen Für alle ProfessorInnen i.w.s. (Insgesamt) und der spezifischen Verwendungen 98-Professuren 99 Abs.1-Professuren 99 Abs.3-Professuren UniversitätsdozentInnen Assoziierte ProfessorInnen AssistenzprofessorInnen Leitner / Wroblewski BMWF 3. Dezember

6 Ergebnisse GPG Insgesamt rd. 90% Varianz des Lohngefälles zwischen 33% und -0,2% Größere Geschlechterunterschiede bei 98- Professuren und UniverstätsassistentInnen Geringere Unterschiede bei Assoziierten ProfessorInnen und AssistenzprofessorInnen Ähnlichkeiten zwischen Universitäten mit vergleichbarer Ausrichtung aber mit Abweichungen Allgemeine Universitäten im mittleren Bereich Technische Universitäten höhere Unterschiede Künstlerische Universitäten geringere Unterschiede Medizinische Universitäten und Sonstige Universitäten heterogen Leitner / Wroblewski BMWF 3. Dezember

7 Interpretation und Aussagekraft Einkommenslücke relativ niedrig aber strukturell niedrigere Frauenlöhne gerechtfertigt? Lohnunterschiede durch Alterseffekte erklärt aber kaum näher analysiert Lohnunterschiede als Resultat vergangener Berufungspolitik wieweit veränderbar? Verstärkte Berufung von Frauen kann Lohnunterschiede erhöhen Vergleichbarkeit zwischen Universitäten erschwert durch uneinheitliche Berücksichtigung verschiedener Einkommenskomponenten Unterschiedliches Engagement für Plausibilitätsprüfung Leitner / Wroblewski BMWF 3. Dezember

8 Weiterentwicklung Differenzierung zwischen Lohndiskriminierung und Repräsentanz Sicherung einheitlicher Vorgangsweise der Universitäten über Plausibilitätsprüfungen und Anreize für interne Nutzung Berücksichtigung der Alterseffekte über Alters- Gender Gap Differenzierung zwischen beamteten und kollektivvertraglich Beschäftigten Ausweitung des GPG auf gesamtes wissenschaftliches Personal unter Nutzung der Synergien mit Einkommensberichtspflicht Leitner / Wroblewski BMWF 3. Dezember

9 Geschlechterrepräsentanz im Berufungsverfahren Datenbedarfskennzahl pro Berufungsverfahren 98 Zusammensetzung der Berufungskommission nach Geschlecht GutachterInnen nach Geschlecht BewerberInnen nach Geschlecht KandidatInnenliste nach Geschlecht Begutachtete Bewerbungen von Frauen und Männern Durchgeführte Hearings mit Frauen und Männern Zusammensetzung des Berufungsvorschlags nach Geschlecht Geschlecht der berufenen Person Verfügbarkeit: beendete Verfahren 2010 und Datensätze für 2010 und 149 für 2011 Datenqualität: 95% der Datensätze sind vollständig und plausibel Leitner / Wroblewski BMWF 3. Dezember

10 Ergebnisse Hinweise auf Qualität der Berufungsverfahren, Gender- Bias bzw. frauenfördernde Aspekte im Verfahren, Monitoring der Quotenregelung Frauenanteil konstant bzw. leicht steigend bis Hearing, danach Rückgang des Frauenanteils Unterschiedliche Strategien der Frauenförderung ablesbar Unterschiede zwischen Universitäten vergleichbarer Ausrichtung Teilweise geringe Fallzahlen Verwendung für interne Qualitätssicherung zulässig Veröffentlichung erst ab Mindestfallzahl von 3 Verfahren Leitner / Wroblewski BMWF 3. Dezember

11 Interpretation Bewertungsmaßstab unklar Ergebnisindikator oder Prozessindikator? Absolute oder relative Quote? Veränderung im Zeitverlauf? Datenlücke Keine Information über Ausgestaltung des Verfahrens Entscheidungskriterien An Universitäten kaum interne Diskussion über Ergebnisse Qualitätssicherung der Berufungsverfahren Frauenförderung / Gleichstellung im Kontext des Berufungsverfahrens Leitner / Wroblewski BMWF 3. Dezember

12 Entwicklung von WB-Indikator(en) Prozessindikatoren als Ergänzung zu Ergebnisindikator Chance von Frauen, Phasen des BV zu erreichen Begutachtet zu werden Zum Hearing eingeladen zu werden In den Berufungsvorschlag aufgenommen zu werden Berufen zu werden Chance berufen zu werden = Interpretation Frauenanteil unter Berufenen Frauenanteil unter BewerberInnen 1: gleiche Chancen von Frauen und Männern < 1:Frauen sind unterrepräsentiert > 1: Frauen sind überrepräsentiert Veröffentlichung: Durchschnittswerte, mind. 3 Verfahren Leitner / Wroblewski BMWF 3. Dezember

13 Resümee Wichtige Indikatoren für Gender Monitoring Fokus auf relevante Gleichstellungsthemen Einbindung in bestehende Steuerungsinstrumente Herausforderung: Reflexion und Verbesserung der Datenqualität Reflexion der Datenqualität unterschiedliche Handhabung von Definitionen und Vorgaben Vergleichbarkeit zwischen Universitäten Investition in Daten- und Plausibilitätsprüfung Nutzung von Synergien mit anderen Berichtspflichten (Einkommensbericht, universitärer Frauenbericht etc.) Leitner / Wroblewski BMWF 3. Dezember

14 Resümee Gemeinsame Weiterentwicklung durch BMWF und Universitäten um beide Funktionen des Monitorings zu ermöglichen um Datenfriedhöfe zu vermeiden Intensivierung der Diskussion der Ergebnisse Verstärkte Einbindung in interne Steuerungsinstrumente und die Leistungsvereinbarungen Verstärkter Bezug zu Gleichstellungszielen Verstärkte Berücksichtigung des Kontexts bei der Darstellung und Interpretation der Ergebnisse Bericht zur Situation von Frauen an Universitäten in Österreich Leitner / Wroblewski BMWF 3. Dezember

15 Quelle Wroblewski, Angela; Leitner Andrea (2013), Analyse von Gender-Indikatoren. WB-Kennzahl 1.A.5 Gender Pay Gap und Datenbedarfskennzahl 1.3 Geschlechterrepräsentanz im Berufungsverfahren, Studie im Auftrag des BMWF, Wien. Leitner / Wroblewski BMWF 3. Dezember

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