Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE(Health, Safety, Environment)- Kennzahlenerhebung.

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1 Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE(Health, Safety, Environment)- Kennzahlenerhebung.

2 Inhaltsverzeichnis 1 Grundlagen der HSE(Health, Safety, Environment)-Kennzahlenerhebung Reporting-Prinzipien Auswahl der Kennzahlen Bilanzierungsgrenze Management der Datenqualität 4 2 Umweltkennzahlen Reporting-Standard Datenerfassungssystem Bilanzierungsgrenze Erhebungszeitraum Berichterstattung Veröffentlichte Umweltkennzahlen 7 3 Sicherheitskennzahlen Reporting-Standard Datenerfassungssystem Bilanzierungsgrenze Erhebungszeitraum Berichterstattung Veröffentlichte Sicherheitskennzahlen 16 Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 2 von 17

3 1 Grundlagen der HSE(Health, Safety, Environment)-Kennzahlenerhebung Um die ökologischen und sozialen Wirkungen unserer unternehmerischen Tätigkeit zu verbessern, müssen wir sie zuerst messen. Deshalb erheben und bewerten wir nichtfinanzielle Kennzahlen und berichten sie jährlich. Die von uns definierten Prinzipien und Regeln zur Erhebung unserer Kennzahlen ermöglichen uns die Berichterstattung konsistenter und vergleichbarer Daten. Die Erfassung und Bewertung von nichtfinanziellen Kennzahlen ist die Basis, auch die ökologischen und sozialen Wirkungen unserer unternehmerischen Tätigkeit zu erfassen. Es ist unser Ziel, unsere Leistungen im nachhaltigen und verantwortlichen Wirtschaften auf dieser Grundlage kontinuierlich zu verbessern. Mit Hilfe dieser Kennzahlen planen und steuern wir unsere CR-Maßnahmen systematisch und sorgen gleichzeitig für eine zielgerichtete und präzise Information unserer Stakeholder. Im vorliegenden Bericht beschreiben wir unsere Prinzipien, Prozesse und Regeln zur Erhebung der von uns veröffentlichten HSE(Health, Safety, Environment Gesundheit, Sicherheit, Umwelt)-Kennzahlen. Damit werden wir dem Anspruch einer transparenten Berichterstattung gerecht und unterstützen unsere externen Stakeholder bei der Einschätzung unserer Nachhaltigkeitsleistungen. 1.1 Reporting-Prinzipien Um unsere Nachhaltigkeitsleistungen eindeutig bewerten zu können sowie den Ansprüchen unserer externen Stakeholder gerecht zu werden, stellen wir bestimmte allgemeine Anforderungen an unsere CR-Indikatoren. Die folgenden Kriterien leiten uns bei der Auswahl, Erhebung, Bewertung und Kommunikation unserer Kennzahlen: Relevanz. Wir möchten mit unseren Kennzahlen alle unsere wesentlichen ökologischen, sozialen und ökonomischen Nachhaltigkeitsaspekte abdecken, um zielgerichtet unsere Nachhaltigkeitsleistungen zu steuern sowie unsere externen Stakeholder bei der Einschätzung der Leistungen der Linde Group wirksam zu unterstützen. Vergleichbarkeit. Unsere Kennzahlen beruhen auf einheitlichen Definitionen und Kriterien. Sie werden so ausgewählt und dargestellt, dass Veränderungen im Laufe der Zeit erkannt werden können und der Vergleich mit anderen Organisationen unterstützt wird. Aktualität. Unsere Kennzahlen werden regelmäßig erhoben und aktualisiert. Eine Veröffentlichung der Kennzahlen findet jährlich statt. Klarheit. Unsere Kennzahlen werden in klarer und verständlicher Form publiziert. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 3 von 17

4 1.2 Auswahl der Kennzahlen Bei der Auswahl der Kennzahlen orientieren wir uns an internationalen Empfehlungen, wie beispielsweise den Leitlinien der Global Reporting Initiative (GRI), des World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) oder der Initiative Responsible Care (RC). Unternehmensspezifische Aspekte konkretisieren und ergänzen die Bandbreite der erhobenen Kennzahlen. Als Grundlage für die systematische Auswahl und Entwicklung unserer CR-Indikatoren dient uns eine umfassende Wesentlichkeitsanalyse. Mit ihrer Hilfe legen wir die relevanten Kennzahlen, die die Leistungen unseres Unternehmens im ökologischen und sozialen Bereich eindeutig beschreiben, fest. Hierbei haben wir die Bedeutung, die unsere Stakeholder den Zahlen beimessen, der Bedeutung für die nachhaltige Unternehmensführung gegenübergestellt. Als besonders wesentlich werden jene Nachhaltigkeitsherausforderungen betrachtet, deren Bedeutung sowohl für die Stakeholder als auch für Linde als hoch eingestuft wird (vgl. Wir werden diese Wesentlichkeitsanalyse regelmäßig überprüfen und unser Kennzahlensystem entsprechend aktualisieren. 1.3 Bilanzierungsgrenze Basierend auf unserer Geschäftsstruktur beziehen sich unsere CR-Kennzahlen auf die drei Divisionen Gases und Engineering (Kerndivisionen) sowie Gist (Logistikdienstleistungen, siehe In die Datenerfassung beziehen wir alle relevanten Gesellschaften weltweit ein, die zum Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses gehören. Die Werte werden, unabhängig vom Linde Anteil dieser Gesellschaften, zu 100 Prozent konsolidiert und rückwirkend um nicht fortgeführte Aktivitäten bereinigt. 1.4 Management der Datenqualität Linde verpflichtet sich durch seine SHEQ-Policy (SHEQ: Safety, Health, Environment, Quality Sicherheit, Gesundheit, Umweltschutz, Qualität) ausdrücklich zur regelmäßigen Erhebung und Berichterstattung wesentlicher Kennzahlen. In unserer SHEQ-Policy heißt es: Wir werden unsere Verantwortung für unsere Leistungen zeigen, indem wir regelmäßig messen, bewerten und berichten. Um dies zu erfüllen, haben wir umfassende Prozesse zur Kennzahlenerhebung aufgesetzt. Unsere Divisionen bzw. Regional Business Units verantworten die regelmäßige HSE-Kennzahlenerfassung und stellen die Einhaltung folgender Mindestanforderungen sicher: die Anwendung der Definitionen und die Einhaltung der konzernweiten Standards zur Kennzahlenerhebung. die Festlegung von Verantwortlichkeiten und Prozessen für die Datenerhebung. die systematische Überprüfung und Validierung der Kennzahlen. die kontinuierliche Verbesserung des Erhebungsprozesses und der Datenqualität. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 4 von 17

5 2 Umweltkennzahlen Unser Umweltkennzahlensystem unterstützt uns nicht nur dabei, den Informationsanforderungen unserer Stakeholder gerecht zu werden. Es bietet uns auch die Grundlage für die interne Steuerung und Verbesserung unserer ökologischen Wirkungen. Konsistente Umweltkennzahlen sind für uns ein notwendiger Schritt, um mittelfristig, wie geplant, quantitative Umweltziele für den Konzern festzulegen. Linde verpflichtet sich ausdrücklich, die Erhebung der konzernweiten Umweltkennzahlen kontinuierlich zu verbessern. Seit dem Zusammenschluss mit dem britischen Gaseunternehmen BOC im Jahr 2006 haben wir die Datenerfassung durch eine Reihe von Maßnahmen weiter vorangetrieben: Wesentliche Fortschritte waren dabei die Vereinheitlichung und Präzisierung von Definitionen, die Erstellung und Kommunikation von internen Richtlinien für die Umweltdatenerfassung sowie die konzernweite Einführung eines einheitlichen webbasierten Datenerfassungssystems. 2.1 Reporting-Standard Die Umweltkennzahlen werden gemäß einer internen Richtlinie ( IMS GROUP Environmental Data Reporting and Validation Processes ) erhoben, geprüft, freigegeben und berichtet. Diese Richtlinie legt unsere Prinzipien und Regeln für eine konsistente und glaubwürdige Kennzahlenberichterstattung fest: Sie beschreibt die Prozessschritte zur Erhebung und Überprüfung der Daten, legt die Verantwortlichkeiten fest und benennt für jeden einzelnen Parameter konzernweite Definitionen, Erhebungsmethoden und Anforderungen an die Datenvalidierung. Dieser Reporting-Standard ist für alle konsolidierten Gesellschaften der Linde Group bindend und wird über das konzernweite Intranet bereitgestellt. 2.2 Datenerfassungssystem Die Linde Group nutzt für die Erhebung der Umweltkennzahlen ein webbasiertes Datenerfassungssystem, das im Jahr 2008 im gesamten Konzern eingeführt wurde. Unsere Umweltdaten werden jährlich an den einzelnen Standorten ermittelt, in das System eingegeben und auf verschiedenen Organisationsebenen überprüft und freigegeben. Hierfür sind spezielle Datenmanager benannt worden, die für die Dateneingabe und -validierung verantwortlich sind. Plausibilitätsprüfungen, Cross-Checks der Daten sowie Validierungsreports garantieren eine hohe Datenqualität. Mit der Einführung dieses Systems konnten wir die Datenerfassung wesentlich verbessern: Informationen können nun zeitnah der gesamten Organisation zur Verfügung gestellt werden, die Abläufe der Datenerfassung sind effizienter, die Koordination und Kommunikation einfacher und die Prozesse weitaus weniger fehleranfällig. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 5 von 17

6 2.3 Bilanzierungsgrenze Unsere Umweltkennzahlen beziehen sich auf alle relevanten Gesellschaften weltweit, über die Linde operative Kontrolle besitzt und die zum Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses gehören. Von der Berichterstattung ausgeschlossen werden Umweltkennzahlen von: Veräußerungen und Akquisitionen, die innerhalb des Berichtsjahres stattfinden. Die Umweltkennzahlen von neuen Unternehmensakquisitionen werden nach dem ersten vollen Jahr der Konsolidierung berichtet. Joint Ventures. kleineren Vertriebsstandorten (z. B. Gas and More Shops) oder Büroräumen mit weniger als fünf Mitarbeitern 1. Baustellen, an denen wir Industrie-Anlagen für Kunden errichten. 2.4 Erhebungszeitraum Unsere Umweltkennzahlen werden auf Konzernebene jährlich erhoben. Sie beziehen sich auf das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. 2.5 Berichterstattung Die von uns veröffentlichten Umweltkennzahlen zeigen Tendenzen der Entwicklung unserer konzernweiten Umweltleistungen und -belastungen auf. Bei der Interpretation dieser Kennzahlen im Zeitreihenvergleich ist zu beachten, dass die Linde Group durch den Zusammenschluss mit BOC im Jahr 2006 deutlich gewachsen ist. Da Emissionen und Ressourcenverbrauch in einem direkten Zusammenhang mit der Produktion stehen, kam es seit der Übernahme zu einem Anstieg unserer absoluten Umweltkennzahlen. In der Berichterstattung konzentrieren wir uns auf die Darstellung absoluter Kennzahlen. Angesichts unserer breiten und heterogenen Produktpalette ist die Darstellung konzernweiter relativer Kennzahlen, die sich auf Produkteinheiten beziehen, derzeit wenig aussagekräftig. Wir prüfen jedoch regelmäßig, welche relativen Kennzahlen auf Konzernebene eine transparente und aussagekräftige Berichterstattung unterstützen. Um den unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen unserer Divisionen Rechnung zu tragen, weisen wir je nach Relevanz die Kennzahlen der Divisionen Gases und Engineering getrennt aus. Innerhalb der Gases Division berichten wir, sofern aussagekräftig, unsere Kennzahlen zusätzlich nach den vier operativen Segmenten Westeuropa, Amerika, Asien & Osteuropa sowie Südpazifik & Afrika. 1 Der auch im Folgenden benutzte Begriff Mitarbeiter meint gleichermaßen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 6 von 17

7 2.6 Veröffentlichte Umweltkennzahlen Für die bessere Einordnung der von uns veröffentlichten Umweltkennzahlen geben wir im Folgenden, sofern relevant, Auskunft über die Bedeutung der Kennzahlen für Linde, die zugrundeliegenden Definitionen und die Berechnungsmethodiken. Berichtete Kennzahlen Managementsysteme Prozentsatz der nach DIN ISO 9001 zertifizierten Standorte Prozentsatz der nach DIN ISO zertifizierten Standorte Prozentsatz der nach OHSAS oder SCC zertifizierten Standorte Berichtet wird die Anzahl der Standorte, die weltweit nach international gültigen Normen zu Umwelt-, Qualitäts- sowie Gesundheits- und Sicherheitsmanagement zertifiziert werden. Hierbei konzentrieren wir uns auf die folgenden Normen: Die Normenreihe ISO 9001 der International Standardization Organisation (ISO) ist eine international anerkannte Referenz für ein Qualitätsmanagement und ist insbesondere in unserer Gases Division Basis für ein umfassendes Qualitätsmanagementsystem. ISO bezeichnet die international anerkannte Norm für ein Umweltmanagementsystem. Dieses muss eine betriebliche Umweltpolitik, Umweltziele und ein Umweltprogramm festlegen sowie den Aufbau eines entsprechenden Managementsystems umfassen. OHSAS (OHSAS: Occupational Health and Safety Assessments Series) ist der Standard für ein Sicherheitsmanagementsystem, das unter anderem der Senkung der Unfallzahlen durch die Systematisierung aller arbeitssicherheits- und gesundheitsschutzrelevanten Tätigkeiten dient, aber auch der Rechtssicherheit durch konsequente Einhaltung aller relevanten Vorschriften. Safety Certification Contractors (SCC) ist ein internationaler Standard für Sicherheits-, Gesundheits- und Umweltmanagement für technische Dienstleister, die in den Betriebsstätten des Auftraggebers tätig werden. Darin sind die Anforderungen an Unterauftragnehmer einheitlich festgelegt worden. Audits und Schulungen Anteil der Standorte, an denen Arbeitssicherheits- und Gesundheitsschutz-Audits durchgeführt werden Anteil der Standorte, an denen Umweltschutz-Audits durchgeführt werden Mitarbeiter, die an HSE- Schulungen teilgenommen haben Ein Audit ist eine geplante, regelmäßig durchgeführte und systematische Überprüfung des Arbeitsplatzes, der Prozesse, der Ausrüstung bzw. der Anlagen des Betriebs. Zweck ist, die Einhaltung der Anforderungen des Managementsystems, der Branchen- und Unternehmensstandards sowie der nationalen Gesetzgebung zu gewährleisten. Für unsere Berichterstattung erheben wir sowohl die internen als auch die externen Audits, die auf unseren Betriebsstandorten durchgeführt werden. Ein externes Audit wird durch externe Dritte durchgeführt (z. B. Umweltgutachter, Zertifizierer, Lieferant), interne Audits hingegen von Linde Mitarbeitern. Kombinierte Audits, wie etwa Arbeitssicherheits- und Umweltschutz-Audits, werden getrennt als jeweils ein eigenes Audit berücksichtigt. Audits zu Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz werden hingegen zusammen erfasst. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 7 von 17

8 Berichtete Kennzahlen Die Kennzahl HSE-Trainings bezieht sich auf alle dokumentierten Weiterbildungsprogramme zu Gesundheits-, Sicherheits- und Umweltaspekten, an denen Linde Mitarbeiter nachweislich teilgenommen haben. Umweltrelevante Vorfälle Anzahl der umweltrelevanten Vorfälle Höhe der Umweltstrafzahlungen und Mahngebühren Energieverbrauch Verbrauch an Erdgas Verbrauch an Strom Verbrauch an weiteren Energiequellen (Heizöl, thermische Energie, Raffinerieund Synthesegase, Butan und Propan) Unter umweltrelevante Vorfälle beziehen wir alle umweltbezogene Beschwerden (z. B. behördlich erfasste Anzeigen zu Lärmbelästigung) sowie meldepflichtigen Umweltereignisse (z. B. Verstöße gegen geltendes Umweltrecht) mit ein, die eine negative Auswirkung auf die natürliche Umwelt haben und an eine öffentliche Behörde berichtet werden. Ebenso erheben wir die damit zusammenhängenden Umweltstrafzahlungen und Mahngebühren, die an eine öffentliche Stelle entrichtet wurden. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir auf die regelmäßige Erhebung unseres Energieeinsatzes, denn die Herstellung von Industriegasen ist äußerst energieintensiv. Der Gesamtenergieeinsatz des Linde Konzerns bezieht sich auf die Summe des Zukaufs von Strom, Erdgas, thermischer Energie und weiteren Energiequellen. In der Berichterstattung konzentrieren wir uns auf diejenigen Energieträger, die insgesamt über 95 Prozent unseres Gesamtenergieeinsatzes ausmachen also auf die Energieträger Strom, Erdgas, Heizöl, thermische Energie, Raffinerie- und Synthesegase sowie Butan und Propan. Strom und Erdgas sind dabei die am häufigsten eingesetzten Energieträger sie werden insbesondere für den Betrieb unserer Luftzerlegungs- und HyCO-Anlagen benötigt (siehe anlagenspezifische Kennzahlen). Um eine doppelte Bilanzierung zu vermeiden, bezieht sich der Stromverbrauch lediglich auf den von uns eingekauften Strom: Der Energieverbrauch, der durch die eigene Stromherstellung entsteht, ist durch die Berichterstattung der Primärenergiearten abgedeckt. Der Anteil an selbst generiertem Strom beläuft sich bei Linde auf unter ein Prozent. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 8 von 17

9 Berichtete Kennzahlen Direkte und indirekte Treibhausgasemissionen Direkte CO 2 -Emissionen Indirekte CO 2 Emissionen Direkte Treibhausgasemissionen Die Methodik zur Berechnung der direkten und indirekten Treibhausgasemissionen orientiert sich an dem Greenhouse Gas Protocol A Corporate Accounting and Reporting Standard (im Folgenden GHG-Protokoll), das vom World Resources Institute (WRI) in Zusammenarbeit mit dem World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) herausgegeben wurde. Da Kohlendioxid (CO 2 ) mit weit über 90 Prozent das von uns meistemittierte Treibhausgas ist, liegt unser Hauptaugenmerk auf der Erfassung der indirekten und der direkten CO 2 -Emissionen. Seit 2007 erfassen wir an allen Standorten mit gesetzlicher Berichtspflicht zudem die weiteren im Kyoto-Protokoll genannten Treibhausgase Methan (CH 4 ), Distickstoffoxid (Lachgas, N 2 O), perfluorierte Kohlenwasserstoffe (PFC), teilhalogenierte Fluorkohlenwasserstoffe (HFC) und Schwefelhexafluorid (SF 6 ). Die Summe der von uns emittierten Treibhausgase weisen wir in CO 2 -Äquivalenten aus. CO 2 -Äquivalente sind eine Maßeinheit für die Klimawirksamkeit der verschiedenen Treibhausgase, verglichen mit der Referenzgröße CO 2. Die Umrechnung der Emissionsmenge in Treibhausgasäquivalente erfolgt anhand der Umrechnungsfaktoren des GHG-Protokolls. Unsere Berechnungen sind konsistent mit den Hauptquellen, die in Scope 1, Scope 2 und Scope 3 des GHG-Protokolls genannt werden. Der operationelle Rahmen umfasst alle direkten CO 2 -Emissionen aus stationären Quellen (Scope 1) wie beispielsweise Verbrennungsprozesse in unseren HyCO-Anlagen. Die indirekten CO 2 - Emissionen sind Emissionen aus der Erzeugung des eingekauften Stroms sowie aus Fernwärme (Scope 2). Als indirekte Emissionen, die unter Scope 3 genannt werden, bilanzieren wir konzernweit die Emissionen der Transportflotte unserer Kontraktoren. Direkte CO 2 -Emissionen Hierbei handelt es sich um das am Standort direkt emittierte CO 2 aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern für die Herstellung von Wasserstoff, Kohlenmonoxid oder Kohlendioxid, Leckagen bei der Produktion oder beim Abfüllen unserer Produkte und eigener Strom- oder Wärmeproduktion. Die direkten Emissionen aus dem Einsatz von Brenn- und Rohstoffen (Erdgas, Propan, Butan, Naphtha, Methanol, LPG, CNG, LNG, Kohle, Heizöl und weitere Brennstoffe wie Raffinerieabgase) werden mit lokalen heizwertbezogenen Emissionsfaktoren (unterer Heizwert) berechnet. Sofern lokale Heizwerte von unseren Energieanbietern nicht zur Verfügung stehen, werden die CO 2 -Emissionen mit festen Faktoren der Defra berechnet ( 2009 Guidelines to Defra/DECC s GHG Conversion Factors for Company Reporting ). In Anlehnung an das GHG-Protokoll werden Emissionen, die aus der Verwendung von Biokraftstoffen entstehen, mit dem Wert 0 berücksichtigt. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 9 von 17

10 Berichtete Kennzahlen Indirekte CO 2 -Emissionen Die indirekten CO 2 -Emissionen umfassen Kohlendioxid, das bei der Erzeugung fremdbezogener Energie (Elektrizität, Fernwärme, Dampf) entsteht und nicht an Linde Standorten ausgestoßen wird. Um die Gesamtmenge der indirekten CO 2 -Emissionen zu erhalten, werden auf lokaler Ebene die Energiemengen mit den spezifischen Emissionsfaktoren der Energieart multipliziert und anschließend aufsummiert. Sollten die spezifischen Emissionsfaktoren der Energielieferanten nicht zur Verfügung stehen, werden die länderspezifischen Emissionsfaktoren der International Energy Agency zur Berechnung herangezogen (WBCSD, 2006). Unter Scope 3 werden alle indirekten Emissionen verstanden, die Konsequenz unserer Tätigkeiten sind, aber nicht an eigenen oder kontrollierten Quellen anfallen. Als Scope 3 Emissionen fallen bei Linde im Wesentlichen transportbedingte Emissionen der Transportflotte unserer Kontraktoren an, die wir anhand der gefahrenen Kilometer berechnen. Die Emissionen, die durch Dienstreisen unserer Mitarbeiter verursacht werden, können wir derzeit noch nicht konzernweit bilanzieren. Luftemissionen Leichtflüchtige organische Verbindungen Ammoniak Kohlenstoffmonoxid Stickoxide Schwefeloxide Im Rahmen unserer Produktionsprozesse entstehen Luftemissionen von anorganischen Gasen wie Kohlenstoffmonoxid (CO), Schwefeloxiden (SO X ), Stickoxiden (NO X ), Ammoniak (NH 3 ) und leichtflüchtigen organischen Verbindungen (VOC): VOC (Volatile Organic Compounds) ist die englische Bezeichnung für flüchtige organische Luftschadstoffe. Sie wirken vor allem als so genannte Vorläufersubstanzen bei der Bildung von bodennahem Ozon. VOC-Emissionen werden bei Linde beispielsweise bei der Acetylenproduktion oder beim Lackieren und Reinigen von Metallen wie beispielsweise Gasflaschen, Speichertanks oder Anlagenteilen freigesetzt. In unseren Luftzerlegungs-Anlagen werden VOCs als Kühl- und Lösemittel eingesetzt. Emissionen von CO, NO X und SO X treten vorwiegend bei Verbrennungsvorgängen in unseren HyCO-Anlagen auf. NH 3 kann bei der Produktion von Lachgas oder Acetylen entweichen. Die von uns berichteten Werte beziehen sich auf alle Standorte, die aufgrund gesetzlicher Regulierungen verpflichtet sind, diese Luftemissionen zu berichten. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 10 von 17

11 Berichtete Kennzahlen Abfallmanagement Bei Linde fallen insbesondere die folgenden Abfälle an: Nicht gefährliche Abfälle Gefährliche Abfälle Stoffe zur Verwertung Abfälle zur Verbrennung Abfälle zur Deponie Öl und ölhaltiges Material von den Kompressoren unserer Anlagen oder durch die Reinigung der Öl-Wasser-Separatoren. Lacke und Chemikalien. metallhaltiger Abfall, beispielsweise aus dem Komponentenbau. Nicht in den Abfallzahlen bilanziert ist die Menge an Kalkschlamm. Kalkschlamm entsteht als Nebenprodukt bei der Acetylenproduktion und wird ohne weitere Aufbereitung oder Reinigung in anderen Industrien weitergenutzt. Da über 75 Prozent des Kalkschlamms wiederverwendet werden, kategorisieren wir Kalkschlamm nicht als Abfall. Geschlossene Produktkreisläufe wie dieser tragen erheblich dazu bei, die Material- und Ressourceneffizienz zu steigern und das Abfallaufkommen zu reduzieren. Nicht gefährliche Abfälle: bezeichnet im Allgemeinen Abfälle, die geringes Gefährdungspotential für Mensch und Umwelt aufweisen. Gefährliche Abfälle: bezeichnet im Allgemeinen Abfälle, die ein hohes Gefährdungspotential für Mensch und Umwelt aufweisen und besonders behandelt werden müssen. Die Unterscheidung in gefährlichen oder nicht gefährlichen Abfall erfolgt nach der jeweiligen länderspezifischen gesetzlichen Klassifizierung. Stoffe zur Verwertung: bezeichnet im Allgemeinen Abfälle, deren enthaltene Rohstoffe ganz oder teilweise zurückgewonnen oder bei denen die Eigenschaften des Abfalls genutzt werden. Mit dem Recyclingprozess ist eine physische Änderung des Materials verbunden. Abfälle zur Verbrennung: wird im Allgemeinen definiert als Abfälle, die unter hohen Temperaturen in Müllverbrennungs-Anlagen verbrannt und ggf. thermisch verwertet werden. Abfälle zur Deponie: sind im Allgemeinen Abfälle, die auf einer Deponie langfristig abgelagert werden. Mögliche Schwankungen der Entsorgungsmethoden im Jahresvergleich sind vor dem Hintergrund von Zwischenlagerungen an den Standorten zu erklären. Die Entsorgung der Abfälle erfolgt nicht immer im Jahr der Entstehung, sondern im Zuge einer effizienten betrieblichen Abfalllogistik. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 11 von 17

12 Berichtete Kennzahlen Wassermanagement Gesamtwasserbedarf Verbrauch an Trinkwasser Verbrauch an Prozesswasser Abwasservolumen Als Gesamtwasserbedarf definieren wir den Verbrauch an Prozess- und an Trinkwasser sowie die Verwendung von Durchlaufkühlwasser. Der weitaus größte Teil des von uns genutzten Wassers wird als Durchlaufkühlwasser für die Kühlung unserer Anlagen verwendet. Das Durchlaufkühlwasser wird Gewässern entnommen und lediglich um einige wenige Grad erwärmt, ehe es wieder, ohne mit Produkten in Berührung gekommen zu sein, in die Gewässer zurückgeleitet wird unter Beachtung einer ökologisch unbedenklichen Höchsttemperatur. Der Wasserverbrauch bezieht sich auf das Prozess- und Trinkwasser, das an Linde Standorten verwendet wird. Trinkwasser umfasst fremdbezogenes Wasser oder Wasser aus Eigenförderung, das den behördlichen Vorgaben entsprechend als Trinkwasser deklariert ist. Prozesswasser beschreibt Wasser, das aufgrund der Eigenschaften ausschließlich für industrielle Prozesse in der Produktion eingesetzt wird und keine Trinkqualität besitzt. Zum Abwasser zählen wir durch die Nutzung verunreinigtes Wasser, das mit Chemikalien in Kontakt kam und beispielsweise als Prozesswasser, Kühlwasser, Kesselspeisewasser oder Sanitärwasser genutzt wurde. Ausgeschlossen ist nicht kontaminiertes Abwasser wie beispielsweise Durchlaufkühlwasser. Das Abwasser wird, sofern erforderlich, entweder direkt über eigene Klär-Anlagen gereinigt oder an kommunale oder industrielle Systeme zur Reinigung abgegeben. Unter anderem durch Verdunstung entspricht der Wasser-Input nicht dem Abwasser gesamt. Wasseremissionen Chemischer Sauerstoffbedarf Biochemischer Sauerstoffbedarf Stickstoffe Phosphate Schwermetalle Emissionen in das Wasser entstehen bei Linde hauptsächlich durch die Aufbereitung des Kühlwassers. Kühlwasser, das in einem Kreislaufsystem genutzt wird, beinhaltet üblicherweise chemische Reinigungsmittel zur Verhinderung von Korrosion, biologischem Wachstum oder Ablagerungen. Die wichtigsten Parameter zur Erfassung der von uns verursachten Gewässerbelastung sind die eingeleiteten Mengen an Phosphor, Stickstoff, Schwermetallen und organischen Verbindungen. Chemischer Sauerstoffbedarf (CSB) ist ein Maß für die Summe aller organischen Verbindungen im Wasser, einschließlich der schwer abbaubaren. Der CSB gibt an, wie viel Sauerstoff zur vollständigen Oxidation der im Wasser enthaltenen organischen Stoffe benötigt wird, und ist ein Parameter zur Quantifizierung der Belastung von Abwasser mit organischen Stoffen. Biochemischer Sauerstoffbedarf (BSB) ist ein Maß für die Menge biologisch abbaubarer Verschmutzungen im Wasser. Der BSB gibt die Menge an Sauerstoff an, die von Bakterien zum Abbau der im Wasser vorhandenen organischen Stoffe unter bestimmten Bedingungen benötigt wird. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 12 von 17

13 Berichtete Kennzahlen Stickstoff und Phosphate spielen als Begrenzungsfaktor für Bakterien und als Korrosionsschutz in den Anlagen eine wichtige Rolle. Schwermetalle sind Metalle mit einer relativ hohen Dichte, die bei geringer Konzentration eine toxische Wirkung für Mensch und Umwelt aufweisen. Schwermetalle sind beispielsweise in der Schutzbildung der Wasserrohre enthalten und können durch Korrosion freigesetzt werden. Außerdem können sie in Lacken oder Rostschutzmitteln vorkommen. Die von uns berichteten Wasseremissionen beziehen sich auf alle Standorte, die aufgrund gesetzlicher Regulierungen verpflichtet sind, diese zu berichten. Materialverbrauch Materialverbrauch Verbrauch an Verpackungsmaterial Mit dem Indikator Materialverbrauch geben wir Auskunft über die Menge der von uns eingesetzten Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe. Hierunter fallen beispielsweise Metalle, die im Rahmen des Komponentenbaus benötigt werden, Kalziumcarbid für die Acetylenproduktion, Ammoniumnitrat für die Produktion von Distickstoffoxid (Lachgas, N 2 O) sowie Kühlmittel und weitere Chemikalien. Zudem fallen bei Linde verschiedene Verpackungsmaterialien an, die Umweltaspekte wie Abfall und die Nutzung von Rohstoffen in den Vordergrund rücken. Den Begriff Verpackung fassen wir weit und beziehen alle Materialarten ein, die dazu dienen, während der gesamten Prozesskette unsere Produkte zu schützen, zu transportieren, aufzubewahren oder zu gestalten. In Anlehnung an bestehende Branchenstandards werden Gaszylinder nicht als Verpackungsmaterial definiert. Die Gaszylinder werden nach Gebrauch wiederverwendet und erneut befüllt. Durchschnittlich wird bei Linde ein typischer Zylinder rund dreieinhalb Mal im Jahr wiederverwendet und hat eine Lebensdauer von ca. 20 Jahren. Anlagenspezifische Umweltkennzahlen Stromverbrauch Luftzerlegungs-Anlagen Wasserverbrauch Luftzerlegungs-Anlagen Indirekte CO 2 -Emissionen Luftzerlegungs-Anlagen Erdgasverbrauch HyCO-Anlagen Direkte CO 2 -Emissionen HyCO-Anlagen Die anlagenspezifischen Umweltkennzahlen sind die wesentlichen Größen zur Messung unserer ökologischen Leistungsfähigkeit denn die von uns betriebenen Luftzerlegungs- und HyCO-Anlagen erfordern im Verhältnis den größten Ressourceneinsatz. Luftzerlegungs-Anlagen trennen Luft in deren Hauptbestandteile Stickstoff (ca. 78 Prozent), Sauerstoff (ca. 21 Prozent), Argon (0,9 Prozent) und weitere Edelgase. Da in der Produktionskette keine Verbrennungsprozesse stattfinden, werden direktes Kohlendioxid, Schwefeloxide, Stickoxide oder weitere Schadstoffe nicht ausgestoßen. Der Betrieb von Luftzerlegungs-Anlagen erfordert jedoch große Mengen an Wasser (rund 60 Prozent des gesamten Wasserverbrauchs) und an Elektrizität (rund 80 Prozent des gesamten Stromverbrauchs). Wegen des hohen Stromverbrauchs sind diese Anlagen die wesentliche Quelle unserer indirekten CO 2 -Emissionen. Der angegebene Stromverbrauch der Luftzerlegungs-Anlagen bezieht sich auf den eingekauften Strom. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 13 von 17

14 Berichtete Kennzahlen Die Methodik zur Berechnung der indirekten CO 2 -Emissionen wird im Abschnitt CO 2 -Emissionen beschrieben. Der Wasserverbrauch der Luftzerlegungs-Anlagen bezieht sich auf das verbrauchte Trink- und Prozesswasser und berücksichtigt nicht das Durchlaufkühlwasser. HyCO-Anlagen bezeichnen unterschiedliche Anlagentypen zur Produktion von Wasserstoff, Kohlenmonoxid und Synthesegas aus kohlenstoffhaltigen Energieträgern. Die üblichen Verfahren der Wasserstoffproduktion sind die Dampfreformierung aus Erdgas und die partielle Oxidation von schweren Kohlenwasserstoffen. Der Verbrauch an Erdgas durch die HyCO-Anlagen bildet den wesentlichen Anteil unseres gesamten Erdgasverbrauchs. Mit der Synthese von Wasserstoff sind direkte CO 2 -Emissionen verbunden, die sich aus dem Einsatz des Brennstoffes zur Erzeugung der Reaktionstemperatur ergeben. Die Methodik zur Berechnung der direkten CO 2 -Emissionen wird im Abschnitt CO 2 -Emissionen beschrieben. Da der Anteil des Strom- und Wasserverbrauchs von HyCO-Anlagen gegenüber den Luftzerlegungs-Anlagen als gering einzustufen ist, wird dieser Verbrauch nicht separat ausgewiesen. Transportlogistik Anzahl der gefahrenen km der Tanktransportflotte Anzahl gefahrener km der Zylindertransportflotte Unsere Gaseprodukte werden entweder direkt vor Ort beim Kunden (On-site) hergestellt oder in Tanks oder Flaschen an unsere Kunden geliefert. Um die Effizienz unserer Transportflotte zu messen, erheben wir regelmäßig die gefahrenen Transportkilometer per Lkw und Pkw. In der Berichterstattung der gefahrenen Transportkilometer ist sowohl die Transportflotte der Linde Group als auch die unserer Kontraktoren, die für uns Transporte übernehmen, enthalten. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 14 von 17

15 3 Sicherheitskennzahlen Sichere Arbeitsbedingungen weltweit sind die Grundvoraussetzung unseres täglichen Handelns. Unsere Kennzahlen zur Arbeitssicherheit liefern uns dabei wesentliche Ansatzpunkte für unsere umfassende Sicherheitsstrategie und unser konzernweites Arbeitssicherheitsmanagement. Um unsere SHEQ-Vision Wir, The Linde Group, möchten weder Menschen noch der Umwelt Schaden zufügen, haben wir ein umfassendes Sicherheitsmanagementsystem konzernweit eingeführt. Basis hierfür ist die regelmäßige konzernweite Erhebung und Berichterstattung wesentlicher Sicherheitskennzahlen. 3.1 Reporting-Standard Die Kennzahlen zur Arbeitssicherheit werden gemäß internen Richtlinien erhoben, geprüft, freigegeben und berichtet. Diese Standards legen die Definitionen unserer Kennzahlen fest und beschreiben die Anforderungen und die Vorgehensweise einer konzernweit konsistenten Datenerhebung. Die Richtlinien beziehen sich auf die gesamte Linde Group und werden über das Intranet bereitgestellt. 3.2 Datenerfassungssystem Die Linde Group nutzt für die Erhebung der Sicherheitskennzahlen verschiedene Managementsysteme, u. a. ein webbasiertes Unfallreportingsystem, das seit Anfang 2009 schrittweise im gesamten Konzern eingeführt wird. Die Daten werden auf Ebene der Landesgesellschaften in das System eingegeben und auf verschiedenen Organisationsebenen überprüft und freigegeben. In diesem System werden wichtige Informationen über erfolgte Unfälle und Schadensfälle festgehalten. Neben den Unfallursachen werden die Abhilfemaßnahmen beschrieben, die eine Wiederholung der Schadensereignisse so weit wie möglich ausschließen und neuen Unfällen vorbeugen sollen. Durch die weltweite Vernetzung und die schnelle Verfügbarkeit dieser Informationen findet ein intensiver und transparenter Wissenstransfer standortübergreifend statt. 3.3 Bilanzierungsgrenze Unsere Arbeitssicherheitskennzahlen beziehen sich auf alle relevanten Gesellschaften weltweit, über die Linde operative Kontrolle besitzt und die zum Konsolidierungskreis des Konzernabschlusses gehören. Die Unfallstatistiken für die folgenden Bereiche werden bei der Erhebung separat ausgewiesen: Kontraktoren, die auf unseren Betriebsgeländen arbeiten. Joint Ventures. neue Unternehmensakquisitionen. Die Kennzahlen werden ab dem ersten Quartal der Konsolidierung erhoben und nach dem ersten vollen Jahr der Konsolidierung in der Gesamtstatistik berichtet. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 15 von 17

16 3.4 Erhebungszeitraum Unsere Kennzahlen zur Arbeitssicherheit werden auf Konzernebene vierteljährlich erhoben. 3.5 Berichterstattung Die externe Berichterstattung unserer Arbeitssicherheitskennzahlen findet jährlich statt. Die berichteten Kennzahlen beziehen sich auf das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Um den unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen unserer Divisionen Rechnung zu tragen, weisen wir je nach Relevanz die Kennzahlen der Divisionen Gases und Engineering getrennt aus. Innerhalb der Gases Division berichten wir, sofern aussagekräftig, unsere Kennzahlen zusätzlich nach den vier operativen Segmenten Westeuropa, Amerika, Asien & Osteuropa sowie Südpazifik & Afrika. 3.6 Veröffentlichte Sicherheitskennzahlen Im Folgenden geben wir Auskunft über die zugrundeliegenden Definitionen und Berechnungsmethodiken unserer Arbeitssicherheitskennzahlen. Berichtete Kennzahlen Anzahl der Arbeitsunfälle Die Kennzahl LTIR (Lost Time Injury Rate) beschreibt die Anzahl der Arbeitsunfälle je 1 Mio. Arbeitsstunden mit mindestens einem Ausfalltag je 1 Mio. Arbeitsstunden. (Lost Time Injury Rate, LTIR) Ein Arbeitsunfall ist ein berufsbezogener Unfall, der sich auf Grund oder infolge der Beschäftigung am Arbeitsplatz, im Betrieb oder auf Dienstwegen ereignet und eine medizinische Behandlung notwendig macht. Todesfälle werden mitberücksichtigt. Unfälle, die sich auf dem Weg von der oder zur Arbeit ereignen, werden nicht berücksichtigt. Die Arbeitsstunden beziehen sich auf im Berichtsjahr tatsächlich geleistete Arbeitsstunden und beziehen bezahlte Überstunden sowie Weiterbildungsmaßnahmen mit ein. Nicht inbegriffen sind Krankheitstage und unbezahlte Überstunden. Die Anzahl der geleisteten Arbeitsstunden stammt in der Regel aus den Erfassungssystemen der lokalen HR-Abteilungen. Sollten keine Zeiterfassungssysteme zur Verfügung stehen, werden die Arbeitsstunden gemäß einer festgelegten Berechnungsformel kalkuliert. Die LTIR unserer Kontraktoren weisen wir separat aus. Die Arbeitsstunden der Kontraktoren beziehen sich auf die bezahlten Arbeitsstunden, die der Kontraktor für Linde geleistet hat. Bei der Interpretation dieser Kennzahl ist zu beachten, dass die berichteten Kennzahlen mit Unsicherheiten behaftet sind, da wir als Auftraggeber auf eine gute und zuverlässige Kennzahlenberichterstattung der Kontraktoren angewiesen sind. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 16 von 17

17 Berichtete Kennzahlen Anzahl unfallbedingter Arbeitsausfalltage Anzahl der Arbeitsunfälle mit mindestens einem Ausfalltag Anzahl der Arbeitsausfalltage je 1 Mio. Arbeitsstunden Anzahl tödlicher Arbeitsunfälle Anzugeben sind alle Tage, an denen der Mitarbeiter infolge eines Arbeitsunfalls vorübergehend nicht an seinem Arbeitsplatz war. Der Unfalltag selbst wird bei der Berechnung der Ausfallzeit nicht mitgerechnet und auch nicht der Tag der Rückkehr zur Arbeit. Berücksichtigt werden alle Arbeitsunfälle, die zu einem Arbeitsausfall von mindestens einem ganzen Arbeitstag führen und im Regelfall von einem Arzt als Arbeitsunfähigkeit bescheinigt werden. Der Unfalltag selbst wird nicht mitgerechnet. Dieser Indikator bezieht sich auf die Schwere der im Berichtsjahr erfolgten Unfälle. Hierfür wird die Summe der ausgefallenen Arbeitstage ins Verhältnis zu den geleisteten Arbeitsstunden gesetzt. Einbezogen werden alle Arbeitsunfälle am Arbeitsplatz, im Betrieb oder auf Dienstwegen sowie Berufskrankheiten mit Todesfolge. Wegeunfälle, d. h. tödliche Unfälle, die sich auf dem Weg von der oder zur Arbeit ereignen, werden nicht berücksichtigt. Arbeitsunfälle mit Todesfolge unserer Kontraktoren werden separat ausgewiesen. Transportsicherheit Anzahl schwerer Transportereignisse mit Lastkraftfahrzeugen Anzahl schwerer Transportereignisse mit Personenkraftfahrzeugen Da viele unserer Gase nicht vor Ort beim Kunden (On-site) hergestellt, sondern per Lkw oder Pkw transportiert werden, spielt die Transportsicherheit in unserem Geschäft eine wichtige Rolle. Berichtet werden schwere Verkehrsereignisse mit motorisierten Fahrzeugen (Sach- oder Personenschäden), die unter die von Linde definierten Kategorien Level 1 oder Level 2 fallen. Unter Level 1 werden schwere Ereignisse definiert, wie beispielsweise Unfälle mit Todesfolge, Emissionen in die Umwelt, die über den gesetzlichen Grenzwerten liegen, oder Ereignisse, die Kosten über einer bestimmten Höhe verursachen (z. B. Sanierungskosten über EUR bei Ereignissen mit Lkws). Level 2 sind ernsthafte Ereignisse, wie beispielsweise transportbedingte Unfälle, die zu einem Ausfalltag führen, meldepflichtige Emissionen in die Umwelt oder auch Ereignisse, die festgesetzte Kosten ab einer bestimmten Höhe verursachen. Verkehrsereignisse, die als Level 3 oder Level 4 eingestuft werden, werden nicht extern berichtet. Diese Kennzahl bezieht sowohl die Linde-eigene Transportflotte als auch die unserer Kontraktoren mit ein. Durchschnittliche Anzahl krankheitsbedingter Fehltage je Mitarbeiter Die Anzahl krankheitsbedingter Fehltage gibt Auskunft über die Gesundheitssituation bei Linde. Ein Fehltag ist definiert, wenn der Mitarbeiter mindestens die Hälfte der vertraglich vereinbarten Tagesarbeitsstunden aufgrund Krankheit abwesend ist. Ist ein Mitarbeiter weniger als die Hälfte der vertraglich fixierten Tagesarbeitsstunden abwesend, wird ein halber Fehltag berichtet. Diese Kennzahl wird mit Hilfe der Reportingsysteme der Fachabteilung HR erhoben. Corporate Responsibility Accounting. Grundlagen der HSE-Kennzahlenerhebung. Seite 17 von 17

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