HR Strategy & Human Capital Management. Prof. Dr. Christian Scholz 2013/2014

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1 HR Strategy & Human Capital Management Prof. Dr. Christian Scholz 2013/2014

2 Aktueller Bezug Die Fragen: Globale Wirtschafts- und Finanzkrise? Klimakatastrophe? Zusammenbruch von Bildungssystemen? Politische Instabilität?

3 Historischer Ursprung

4 Entnommen aus: Meadows, Donella et al., The Limits to Growth, New York (Universe Books) 4. Aufl. 1972, 124.

5

6 System Dynamics

7 3.5 Nachhaltigkeit als systemtheoretische Herausforderung: System Dynamics als Lösungsansatz System Dynamics - Theorie Historische Entwicklung: 1961: Jay W. Forrester Industrial Dynamics Massachusetts Institute of Thechnology (MIT) Führungsprobleme in Industrieunternehmen 1971: Auftrag des Club of Rome an das MIT Entwurf eines Weltmodels Ursachen und Folgen des Wachstums der Bevölkerung, des industriellen Kapitals, der Nahrungsmittelproduktion, des Rohstoffverbrauchs und der Umweltverschmutzung Jay W. Forrester A World System Heute: Verwendung nicht nur in der Wirtschaft In dynamischen Prozessen, z. B. in der Medizin, Physik, Soziologie, Politik, u.a.

8 Praktische Übung

9 Was ist ein System? Ein System ist nach Jay W. Forrester eine Anzahl von miteinander in Beziehung stehenden Teilen, die zu einem Zweck miteinander operieren. Forrester, Jay W., Grundsätze einer Systemtheorie, Wiesbaden (Gabler) 1972.

10 Was ist ein System? Ein System ist nach Jay W. Forrester eine Anzahl von miteinander in Beziehung stehenden Teilen, die zu einem Zweck miteinander operieren.

11 Charakteristika (sozialer) Systeme Enge Verzahnung: gegenseitige Beeinflussung; man kann nicht nur eine Sache verändern; Nichtlinearitäten und Rückkopplungen. Dynamik: Veränderungsprozesse sind allgegenwärtig; die Zeitspannen, in denen Veränderungen auftreten können sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Policy Resistance: offensichtliche Lösungen scheitern oder verschlimmern die Situation. Kontra-intuitiv: Ursache und Wirkung können zeitlich und räumlich sehr weit auseinander liegen; wirkungsvolle Maßnahmen sind daher nicht offensichtlich. Verhaltenskonsequenzen: langfristige Wirkungen und kurzfristige Wirkungen sind meist sehr unterschiedlich. Das Zusammenspiel der Elemente eines Systems (die Struktur) erklärt das Verhalten HR Strategy & Human Capital Management entnommen - Univers. aus: Zimmermann, Prof Dr. Scholz Nicole, Gastvorlesung System Dynamics, WS 2011/12

12 Systeme Beobachtete Phänomene: (potentielle) Elemente des Systems

13 Systeme Interdependenzen: Beziehungen zwischen Elementen

14 Systeme Offenes System Offenes System Umwelt Problemirrelevante Elemente

15 Systeme Geschlossenes System Offenes System Umwelt Problemirrelevante Elemente

16 Streitendes Ehepaar (Watzlawick 1969) Frau: Sie nörgelt an ihm, weil er sich andauernd zurückzieht Mann: Er zieht sich zurück, da sie andauernd nörgelt Positive Rückkopplungsschleife (single loop)

17 HR Strategy & Human Capital Übung: Heroin Market Heroin trade Police activities Heroin secured by police Criminality of addicts Heroin available on market Number of addicts Addicts who deal Quelle: Günther Ossimitz

18 Übung: Heroin Market Je größer der Heroinhandel, desto mehr Razzien Je mehr Razzien, desto mehr Heroin wird beschlagnahmt Je mehr Heroin beschlagnahmt wird, desto weniger Heroin ist am Markt Je weniger Heroin am Markt, desto höher der Preis Je höher der Heroinpreis, desto mehr Beschaffungskriminalität Je mehr Beschaffungskriminalität, desto mehr Razzien Je höher der Heroinpreis, desto mehr Süchtige als Kleindealer Je mehr Süchtige als Kleindealer, desto größer die Anzahl der Süchtigen Je größer die Anzahl der Süchtigen, desto höher der Heroinhandel Je höher der Heroinpreis, desto mehr Heroin wird gehandelt

19 Übung: Heroin Market Quelle: Günther Ossimitz

20 Systeme und Systemprinzipien Systemarten: offene und geschlossene ( feedback ) Systeme Offenes System Geschlossenes / Feedback System Charakterisiert durch einen Strom von Outputs als Reaktion auf zeitlich vorausgegangene Inputs Outputs sind isoliert und haben keinen Einfluss auf die Inputs System beobachtet nicht und reagiert nicht auf seinen Output Wird durch sein eigenes Verhalten in der Vergangenheit beeinflusst Ereignisse vergangener Handlungen werden als Information zur Kontrolle zukünftiger Aktionen benutzt

21 Rückkopplungssysteme Grundprinzip eines Regelkreises

22 kybernetisches Was ist ein System? Ein System ist nach Jay W. Forrester eine Anzahl von miteinander in Beziehung stehenden Teilen, die zu einem Zweck miteinander operieren. mit einer Soll-Ist-Logik

23 Was ist ein System? Aktion und Reaktion

24 Was ist systemisches Denken? Aktion und Reaktion sowie Rückkopplung

25 Systeme und Systemprinzipien Arten von Rückkopplungssystemen (Feedback-Systemen) Positive Feedback-Systeme Erzeugen Wachstums- und Schrumpfungsprozesse Aktionen führen zu Resultaten, die weitere Aktionen mit noch größeren Wirkungen auslösen Negative Feedback-Systeme Zielsuchend Reagieren auf Zielabweichungen

26 Was ist systemisches Denken? Denken in Modellen: Modelle sind Vereinfachungen, Bewusster Unterschied Modell Realität, Modellannahmen Vernetztes Denken: indirekte Wirkungen, eskalierende und stabilisierende Rückkopplungen, Wirkungsnetz Dynamisches Denken: zeitliche Eigendynamik, Verzögerungen, Schwingungen, Bestände vs. Flüsse Systemisches Handeln: Steuerung von Systemen, Ansatzpunkte ( leverage point ), richtige Intensität und richtiges Timing (Definition von Günther Ossimitz)

27 Bestandsgrößen vs Systemgrößen Bestandsgrößen: Bevölkerungsstand, Lagerstand, Kontostand, Bilanzgrößen Mathematisch: Integratoren Bestandsgrößen sind immer zeitpunktbezogen! Flussgrößen: Zuflüsse und Abflüsse, die einen Bestand verändern z.b. Geburten, Sterbefälle, Lagerveränderungen, Kontobewegungen, GuV-Rechnung Flussgrößen sind immer zeitintervallbezogen!

28 HR Strategy & Human Capital Hausaufgabe Bier-Markt Konsumierte Menge neue Anbieter Preis Waren am Markt Umsatz Anzahl Konsumenten Fettleibigkeit Quelle: Thomas Kömmerling

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