Dokumentation HGKZ IAD 1. Semester WS06/07 DIGITAL DESIGN ELEMENTS III FARBMETHODIK. Tobias Vogler. Prof. Jürgen Späth

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1 Dokumentation HGKZ IAD 1. Semester WS06/07 DIGITAL DESIGN ELEMENTS III FARBMETHODIK Tobias Vogler Prof. Jürgen Späth

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4 BEGRIFFE Recherchieren Sie folgende vier Stichworte und dokumentieren Sie diese in Wort und Bild. Farbkontraste Hell-Dunkelkontrast, Bunt-Kontrast, Bunt-Unbunt-Kontrast, Komplementär-Kontrast, Simultan-Kontrast, Flimmer-Kontrast, Warm-Kalt-Kontrast, Nah-Fern-Kontrast, Qualitäts-Kontrast. 2-dimensionale Farbsysteme (Farbkreis) 3-dimensionale Farbsysteme (Munsel) Farbtiefe (1 Bit, 2 Bit, 8 Bit, 24 Bit, 48 Bit)

5 Hell-Dunkel-Kontrast Der Kontrast zwischen Volltonfarben und ihren aufgehellten Farbtönen, verallgemeinert auch jeglicher Kontrast von hellen und dunklen Farbtönen. Der stärkste Hell-Dunkelkontrast ist schwarz weiss. Bestimmt stark die Tiefenwirkung mit: Helle Farben drängen in den Vordergrund, dunkle Töne weichen zurück. Bunt-Kontrast Drei und mehr gesättigte Farben, die auf dem Farbkreis relativ weit auseinander liegen. Es tritt eine Verstärkung der Buntkraft ein. Kombiniert man jede dieser drei Farben, so unterliegt zunächst jede Farbe dem Simultankontrast, dessen Wirkung jedoch durch die Simultankontrastwirkung, welche durch die dritte Farbe hervorgerufen wird, praktisch aufgehoben wird. Statt dessen tritt eine Verstärkung der Buntkraft jeder einzelnen Farbe auf. Der Buntkontrast ist ein sehr auffälliger Farbkontrast, der deshalb auch besonders bei Signaltafeln bzw. Flaggen und Warnschildern verwendet wird.

6 Farbkontraste Bunt-Unbunt-Kontrast Einen Bunt-Unbunt-Kontrast haben zwei Farben, die verschiedene Strahlkraft besitzen. Große Strahlkraft haben alle leuchtenden, kräftigen Farben, kleine Strahlkraft alle gedämpften, schwachen und grauen Farben. Beispiel: Altrosa und Grün. Altrosa hat eine schwache Strahlkraft, Grün hat eine starke Strahlkraft. Die Beurteilung des Kontrastes ist jedoch sehr subjektiv. Grob läßt sich sagen, Farben verlieren am schnellsten ihre Strahlkraft, wenn sie mit Grau vermischt werden (wie es auch bei Altrosa der Fall ist, einer Mischung aus Magenta und Grau).

7 Komplementärkontrast Der Komplementärkontrast ist der subjektive Kontrast, der zwischen zwei komplementären Farben entsteht. Sind zwei Farben komplementär, verstärken sie sich gegenseitig in ihrer Leuchtkraft. Miteinander gemischt ergeben sie schöne farbstichige Grautöne oder können zur Minderung der Leuchtkraft einer Buntfarbe eingesetzt werden. Durch das Komplementärgesetz wird ein vollkommenes Gleichgewicht im Auge hergestellt. Physiologisch ist erwiesen, dass unser Auge zu einer gegebenen Farbe die komplementäre Ergänzung fordert und sie selbstständig erzeugt, wenn sie nicht gegeben ist ( Simultankontrast).

8 Farbkontraste Simultankontrast Der Simultankontrast ist eine von bestimmten primären Pigmentpaaren simultan ausgelöste Kontraststeigerung der empfundenen Farbintensität. Die Farbwirkung nebeneinandergestellter ungemischter Pigmente ist stärker als die Farbe der einzeln betrachteten Pigmente. Physikalisch identische Reize lösen also in Abhängigkeit vom Kontext unterschiedliche Wahrnehmungen aus. Zum Beispiel Hellgrau auf blauem Grund wird als rötlich empfunden, auf rotem Grund dagegen als bläulich. Man spricht dabei von Induzieren : Die umgebende Farbe induziert dem inneren Farbfeld ihre Komplementärfarbe, die sich dann in der Wahrnehmung mit der ersteren mischt.

9 Flimmerkontrast Zwei Farben von unterschiedlicher Wellenlänge und gleichem Helligkeitswert lassen einen Flimmerkontrast entstehen. Die Farben scheinen an der Grenze unangenehm zu verlaufen, zu flimmern. Oft wird der Vollton-Rot-Grün-Kontrast als der Flimmerkontrast angegeben. Ein weiterer Flimmerkontrast taucht bei der Betrachtung des sogenannten Hermann-Gitters auf: die Kreuzungen scheinen dunkler zu sein als die Gitterlinien; fixiert man eine einzelne Stelle verschwindet der Effekt. Herrmann- oder Hering-Gitter

10 Farbkontraste Qualitätskontrast Der Qualitätskontrast ist ein Kontrast, der zwischen gesättigten, leuchtenden Farben und stumpfen, trüben und gebrochenen Farbe. Diese kann praktisch durch vier verschiedene Vorgehensweisen verändert werden: Beimischen von Weiß: die Farbe wird heller, kälter. Beimischen von Schwarz: Die Farbe wird dunkler, verliert an Leuchtkraft. Beimischen von Grau: bei entsprechender Helligkeit des Grau bleibt die Helligkeit der Farbe erhalten, nur die Leuchtkraft wird reduziert. Die Farbe wirkt reiner, wenn die Nachbarfarbe eine trübe, vergraute Farbnuance hat. Dagegen wirkt Rostrot neben Feuerrot schmutzig und stumpf. in ihrer Wirkung dominieren reine Farben über trübe Farben und werden dadurch noch hervorgehoben.

11 Nah-Fern-Kontrast Beinhaltet viele Teile des Qualitätskontrastes: Leuchtende Farben wirken näher als trübe, warme Farben näher als kalte Farben. Durch die entsprechende Farbwirkung wird, wie beim Qualitätskontrast, die Tiefenwirkung beeinflusst. Die leuchtenden Farben streben nach vorne. Warm-Kalt-Kontrast Der Farbkreis kann in der Hälfte aufgeteilt werden in einen Bereich mit warmen Farben und in einen Bereich mit kalten Farben. Kalte Farben weichen scheinbar zurück, warme Farben drängen nach vorne. Durch den bewussten Einsatz von kalten und warmen Farben lässt sich auch hier der Raumeindruck mitgestalten.

12 Farbsysteme 2-dimensionale Farbstysteme Farbkreis: Ausgehend von drei Primärfarben können darauf alle Buntfarben als Mischung zweier Primärfarben dargestellt werden. Nicht dargestellt werden auf dem Farbkreis die Unbuntfarben. Sie entstehen durch Trübung einer Buntfarbe mit Weiss, Schwarz oder Grau. Die Primärfarben Rot, Gelb und Blau haben die grösste visuelle Wirkung, sie werden als rein betrachtet, d.h. Sie lassen sich materiell nicht durch Mischung erzielen. Alle anderen Buntfarben lassen sich aus ihnen mischen. Die drei Grundfarben werden in gleichmässigem Abstand auf dem Farbkreis aufgebracht. Durch Mischung von jeweils zwei Primärfarben lassen sich die Sekundärfarben gewinnen. Bei Mischung von gleichen Primärfarbanteilen ergibt sich Orange, Grün und Violett. Diese so gewonnen Farben werden in gleichmässigem Abstand auf dem Farbkreis zwischen den Grundfarben aufgebracht. Es ergibt sich jetzt ein Farbkreis mit 6 Farben. Farbkreis von Johannes Itten Wiederum durch Mischung einer Sekundärfarbe und einer Grundfarbe zu gleichen Anteilen wird der Farbkreis 12-farbig. Das Prinzip kann weitergeführt werden um einen beliebig fein gegliederten Farbkreis zu erhalten.

13 3-dimensionale Farbsysteme Munsell Das Munsell-Farbsystem geht zurück auf den Künstler Albert H. Munsell, der sein System 1898 bis 1905 veröfentlichte. Es ordnet alle Farben in einem Kreis an und ähnelt in der Anordnung sehr dem HSV-Farbraum. Es basiert rein auf der menschlichen Wahrnehmung und wurde aus psychovisuellen Experimenten abgeleitet. Das Munsellsystem ist uniform und unabhängig. Der Farbraum ist dreidimensional. Eine Drehung um 20 Grad audem Kreis führt immer zu dergleichen Farbtonänderung und zieht keine Änderung der Helligkeit oder der Sättigung mit sich. Die Distanz vom Mittelpunkt zur Koordinate des Farbpunktes im Kreis gibt die Sättigung an, Änderungen führen nicht zu einer Änderung der Helligkeit oder des Farbtons. Die Achse durch den Mittelpunkt und senkrecht zum Kreis gibt die Grauwertskala und somit die Helligkeit (Value) an.

14 Farbtiefe Die Farbtiefe bezeichnet im digitalen Kontext im Prinzip die Grösse des Speichers, der für Farbinformationen für ein Pixel reserviert ist. Bei einer Farbtiefe von 4Bit beispielsweise ergeben sich 2 4 = 16 Speicherplätze, also 16 mögliche Farben pro Pixel. Die Farbtiefe macht keine Aussage darüber, welche Farben in der Palette vorhanden sind; 1Bit kann auch anstatt schwarz-weiss, schwarzgelb sein. Eventuelle Einschränkungen sind einzig vom Ausgabemedium (Monitor etc.) gegeben. Nachfolgend einige Beispiele zur Veranschaulichung. 1 Bit 2 mögliche Farbzustände An (hier weiss, im Prinzip ist jedoch irgendeine Farbe möglich) oder Aus (schwarz). Mittels Dithering bzw. Rasterung können Graustufen suggeriert werden.

15 2 Bit 4 mögliche Farben Auch hier können die vier Farben im Prinzip beliebig gewählt werden. Die gerasterte Variante unterscheidet sich von weitem nur wenig von der 1Bit-Darstellung. 8 Bit 256 mögliche Farben Im Beispiel die 256 Standardfarben von Mac OS. Wenn die verfügbaren Farben noch aufgerastert werden, lässt sich schon eine sehr viel höhere Farbtiefe suggerieren. Ein normales digitales Graustufenbild ist mit 256 Graustufen ausgestattet.

16 24 Bit über 16 Mio. Farben Realistische Farbabbildung. Mehr Farbnuancen kann das menschliche Auge kaum wahrnehmen. Somit macht auch Dithering hier keinen Sinn mehr. 48 Bit über 200 Bio. Farben Diese Farbtiefe wird bei hochwertigen Scan-Aufgaben verwendet, bei denen das Bild stark bearbeitet wird. Bei der Bildbearbeitung gehen Farbinformationen verloren; wenn man von 48Bit ausgeht, stellt man sicher, dass am Ende mindestens die für eine stufenlose Farbausgabe benötigten 24Bit übrigbleiben. In der Wahrnehmung ist kein Unterschied zu 24Bit feststellbar.

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18 FOTOGRAFIEN Auswahl aus vorgegebenen Kategorien und recherchieren von dazu passenden Fotografien unter Berücksichtigung von Farbkontrasten, Qualität und Aesthetik. Gewählte Kategorie: Religion

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22 FARBRASTER Aus einer Fotografie von 02 werden jeweils 16 Farben zu folgenden Farbspektren bestimmt und in einen 4x4 Raster gefüllt. Farbspektren: Helle, Dunkle, Kalte, Warme Farben Helle Farben Dunkle Farben

23 Kalte Farben Warme Farben

24 FARBRASTER Bestimmen von 16 Farben, die das Farbklima der Fotografie ausmachen. Die Farben werden wiederum in den Raster gesetzt.

25 Farbklima

26 QUANTITÄT Verteilen der Farben aus 03.2, gemäss ihrem Verhältnis in der Fotografie, auf einer Fläche von 500 x 150 Pixel. Das Dokument von 04.1 wird kopiert und die Farben vertauscht. Die Flächenaufteilung bleibt bestehen.

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30 FARBWürfel Erstellen eines isometrischen Würfels mit einer Unterteilung von jeweils 10 Elementen an jeder Achse Belegen der Ecke 01 mit Weiss und die Ecken mit kalten Farben aus Verbinden der sichtbaren Ecken durch einen gleichmässigen Farbverlauf. Die Rückseite des Würfels soll ebenfalls zu sehen sein, die Ecke 01 ist hier mit Schwarz belegt.

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32 FARBWürfel Belegen der Ecken mit warmen Farben aus 03.1; wiederum mit einer weissen Ecke 01 auf der Vorderseite und der entsprechend schwarzen Ecke auf der Rückseite.

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34 FARBWürfel Verteilen der Farben aus 03.2 auf Vorder- und Rückseite des Würfels unter Berücksichtigung der Quantität und verbinden dieser durch einen gleichmässigen Verlauf.

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36 FARBMATRIX Belegen Sie die Farbmatrix mit Ihren 16 Farben aus Aufgabe 03.2 und den Farben Weiss und Schwarz.

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38 FARBMATRIX Variante

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42 QUANTITÄTSKONTRAST Wählen Sie 10 Farbfelder aus 06.1 und zeigen Sie durch skalieren der Figur den Quantitäts-Kontrast auf. Durch die Quantität der Farben wird ein optisches Gleichgewicht hergestellt. Der Quantitäts-Kontrast bezieht sich auf das Grössenverhältnis von Farbflächen.

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44 QUALitätSKONTRAST Nehmen Sie Ihre 16 Farben aus 03.2 und zeigen Sie einen Qualitäts-Kontrast auf. Der Qualitäts-Kontrast bezieht sich auf den Gegensatz von gesättigten, leuchtenden Farben zu stumpfen, getrübten Farben. Flächen: 16 Farben Figuren: zu definierende gegensätzliche Farben

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46 Umkehrung

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48 RECHERCHE Recherchieren Sie zu Ihrer gewählten Kategorie aus 02 Zahlen und Fakten: Statistiken Tendenzen Historische Entwicklung Globale Entwicklung Kontinentale Entwicklung Regionale Entwicklung etc. Versuchen Sie Extreme und Gegensätze aufzufinden und herauszuarbeiten! siehe Beilage

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50 ANWENDUNG Ziel dieser Aufgabe ist es, im Experiment, bewegte, manipulierbare Bilder von Daten und Fakten zu generieren. Entwerfen Sie ein abstraktes Zeichensystem anhand von dem Sie die Zahlen und Fakten aus Aufgabe 06.4 darstellen können. Verorten Sie dieses System im Raum. Verwenden Sie für den Parameter Farbe die von Ihnen erarbeiteten Farben. siehe Beilage

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