M03-G01 HANDY UND INTERNET GRUNDLAGEN. Claus J. Tully / Claudia Zerle: Handys und jugendliche Alltagswelt

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1 Übersicht Grundlagen Grundlage Titel M03 G01 Kernergebnisse aus verschiedenen Studien M03 G02 Claus J. Tully / Claudia Zerle: Handys und jugendliche Alltagswelt Koordinierungsstelle SCHULDNERBERATUNG in Schleswig-Holstein Seite 1

2 M03-G01 M03-G01 HANDY UND INTERNET GRUNDLAGEN Kernergebnisse aus verschiedenen Studien Koordinierungsstelle Schuldnerberatung in S-H Alle zitierten Studien sowie weitere Untersuchungen finden Sie in der jeweils aktuellen Form unter (Prävention). KIM-Studie Kinder und Medien, Computer und Internet, Basisuntersuchung zum Medienumgang 6- bis 13-Jähriger (Zugehörige Grafiken unten) Medien: Haushalte, in denen Kinder aufwachsen, sind sehr gut mit Medien ausgestattet, 89 % haben einen Internetanschluss Handy: Etwa die Hälfte haben ein Handy Computer: Drei Viertel nutzen den Computer, jeder zweite nutzt zumindest selten einen Rechner. Häufigste Tätigkeiten sind Spielen und Arbeiten für die Schule. 15 % haben einen Computer für sich und 10 % haben einen eigenen Internetanschluss. Internet: Gut die Hälfte sind einmal oder mehrmals in der Woche im Netz unterwegs, von diesen geht jeder Vierte so gut wie jeden Tag ins Internet. Mit zunehmendem Alter steigt die generelle Zuwendung zum Internet und auch die Häufigkeit der Nutzung deutlich an. Soziale Netzwerke: Deutliche Zunahme der Nutzung sozialer Netzwerke. 43 % nutzen mindestens einmal pro Woche die Community (2008: 16 %), zwei Fünftel sind inzwischen bei einer Community angemeldet (zwei Drittel bei SchülerVZ, 20 % bei Facebook). Deutliche Ausweitung der Preisgabe persönlicher Daten zu beobachten: 29 Prozent der Kinder, die das Internet nutzen, haben Fotos oder Filme von sich eingestellt. 22 Prozent haben auch Bilder von ihrer Familie und/oder Freunden veröffentlicht. Quelle: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / KIM-Studie 2010 / Koordinierungsstelle SCHULDNERBERATUNG in Schleswig-Holstein Seite 2

3 Geräteausstattung im Haushalt 2010 (Angaben des Haupterziehers in Prozent) Gerätebesitz der Kinder 2010 (Angaben des Haupterziehers in Prozent) Handy-Verfügbarkeit 2010/2008 (in Prozent) Medienbindung Am wenigsten verzichten kann ich auf... Entwicklung Internet-Nutzer 2010/2008/2006 (Nutzung zumindest selten) Nutzungsfrequenz Internet / Online-Dienste 2010 Mitglied in einem sozialen Netzwerk Internetnutzung pro Tag Quelle: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / KIM-Studie 2010 / Koordinierungsstelle SCHULDNERBERATUNG in Schleswig-Holstein Seite 3

4 JIM-Studie Jugend, Information, (Multi-) Media, Basisuntersuchung zum Medienumgang 12- bis 19- Jähriger (Zugehörige Grafiken unten) Medien: Alle Haushalte, in den Jugendliche zwischen 12 und 19 Jahren aufwachsen, haben Fernseher, Computer, Internetzugang und Handys. Computer: Vier Fünftel haben einen eigenen Computer und etwa jeder zweite kann von seinem Zimmer aus ins Internet gehen Spiele: Vier Fünftel gehören zum Kreis der Computer-, Konsolen und Onlinespieler. 42 % sind regelmäßige Spieler. Jugendliche verbringen durchschnittlich 50 Minuten pro Werktag mit Bildschirmspielen. Internet: Zwei Drittel gehen jeden Tag ins Netz. Die tägliche Onlinezeit beträgt durchschnittlich 134 Minuten. Die meiste Zeit verbringen Jugendliche dabei mit Kommunikation (soz. Netzwerke, Messenger, Mail, Chat). Jeder zweite sitzt regelmäßig am Computer ( im Internet, um für die Schule zu lernen Vier Fünftel sind der Meinung, dass durch das Internet mehr Probleme entstanden sind. Etwa gleich viele geben an, dass es Jugendliche heute durch das Internet allgemein einfacher haben als früher. Soziale Netzwerke: Vier Fünftel nutzen soziale Netzwerke, jeder zweite täglich. Drei Viertel sind bei Facebook Mitglied. Drei Viertel machen Angaben zu ihren Hobbys und anderen Tätigkeiten, zwei Drittel haben ein Foto von sich eingestellt. Vier Fünftel haben den Zugriff auf ihre Daten eingeschränkt. Zwei Drittel sind der Ansicht, dass ihre Daten bei ihrem Anbieter sicher sind. Insgesamt fühlen sich zwei Drittel zum Thema Datenschutz gut informiert. Handy: So gut wie jeder Jugendliche hat ein Handy. 22 % gehen mit dem Handy online. Jeder Vierte hat ein Smartphone. Mädchen schicken häufiger SMS, fotografieren häufiger mit dem Handy und empfangen mehr Nachrichtendienste als Jungen. Jungen nutzen dagegen mehr Handyspiele. 68% haben eine Prepaid-Karte (volljährige Nutzer: 49%) Durchschnittliche Ausgaben: 16,81 / Monat (volljährige Nutzer: 23,76 ) Von den Volljährigen haben 11 % eine monatliche Handyrechnung von über 50 4 % geben an, wegen des Handys einmal Geld geliehen bzw. Schulden gemacht zu haben (Eltern haben ausgeholfen) Quelle: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 / Koordinierungsstelle SCHULDNERBERATUNG in Schleswig-Holstein Seite 4

5 Geräte-Ausstattung im Haushalt 2011 (Auswahl) (in Prozent) Gerätebesitz Jugendlicher 2011 (in Prozent) Internet: Nutzungsfrequenz 2011 Inhaltliche Verteilung der Internetnutzung 2011 Aktivitäten im Internet - Schwerpunkt Kommunikation (täglich/mehrmals pro Woche) Tätigkeiten im Internet/am Computer - Schwerpunkt Schule/Freizeit (täglich/mehrmals pro Woche) Genutzte Online-Communities 2011 Online-Communities: Nutzungsfrequenz 2011/2010 Koordinierungsstelle SCHULDNERBERATUNG in Schleswig-Holstein Seite 5

6 Hinterlegte persönliche Daten im Internet Fühle mich über das Thema Datenschutz im Internet... Handy-Besitzer 2011 Nutzung verschiedener Handy-Funktionen (täglich/mehrmals pro Woche) Quelle: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest / JIM-Studie 2011 / Koordinierungsstelle SCHULDNERBERATUNG in Schleswig-Holstein Seite 6

7 FIM-Studie Familie, Interaktion & Medien. Untersuchung zur Kommunikation und Mediennutzung in Familien (Zugehörige Grafiken unten) Medien: Familien sind sehr gut mit Medien ausgestattet: nahezu alle besitzen einen Fernseher, ein Radio, ein Handy und einen Computer nebst Internetzugang Internet: 97 % haben einen Internetzugang, drei Viertel der Eltern sind regelmäßige Internetnutzer. Eltern nutzen besonders häufig ebay und Facebook Medienbiografie: Kinder beginnen mit durchschnittlich 4 Jahren fernzusehen (die Hälfte der Eltern gibt an, dass das älteste Kind spätestens mit 3 Jahren zu den Fernsehnutzern gehört); mit 8 Jahren wird der Computer verwendet, mit 10 Jahren haben die Kinder erstmals ein Handy und nutzen das Internet. Der Einstieg der Kinder in die Medienwelt geschieht zunehmend früher. Insbesondere jüngere Eltern (unter 34 J.) geben das über alle Medien hinweg an. Möglicherweise haben jüngere Eltern hier weniger Vorbehalte, zudem zeigen jüngere Eltern auch selbst ein anderes Medienverhalten als ältere Eltern. Medienexperten: Klare Rollenverteilung: Väter sind die Spezialisten in technischen Fragen (Computer etc.), Mütter sind für Fernsehinhalte und zum Thema Buch gefragt, für Computerspiele sind die Kinder die Experten Medienerziehung: 21 % der Eltern schätzen sich sehr kompetent ein, 60% etwas kompetent, 14 % weniger kompetent, 5 % nicht kompetent Quelle: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest: FIM-Studie Koordinierungsstelle SCHULDNERBERATUNG in Schleswig-Holstein Seite 7

8 Medienausstattung im Haushalt Medienbiographie Durchschnittsalter des Erstgeborenen bei der ersten Mediennutzung Wer kennt sich am besten aus mit? Eltern: Mehrfachnennungen Einschätzung der Medienerziehungskompetenz - Eltern: Wie kompetent fühlen Sie sich in Fragen der Medienerziehung von heute? Quelle: Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest: FIM-Studie Koordinierungsstelle SCHULDNERBERATUNG in Schleswig-Holstein Seite 8

9 Jugend 2.0. Eine repräsentative Untersuchung zum Internetverhalten von 10- bis 18-Jährigen, 2011 Bedeutung von PC, Internet und Handy: 92% der Jugendlichen besitzen ein Handy. Beliebteste Freizeitbeschäftigung ist das Treffen von Freunden (69%) gefolgt von Surfen im Internet (39%). Der Internetzugang ist Jugendlichen fast genauso wichtig wie gute Schulnoten (86% vs. 93%) Fähigkeiten am PC: 59% der Jugendlichen können ihrer Einschätzung nach besser mit dem PC umgehen als ihre Mutter, 35% besser als ihre Lehrer und 34 % besser als ihr Vater Internet: 98% der Jugendlichen ist online. Beliebteste Tätigkeiten sind Informationssuche für Schule / Ausbildung (76%), das Anschauen von Filmen und Videos (73%), das Chatten mit Freunden (65%) und das Hören von Musik (63%) Die Mehrheit der älteren Jugendlichen (über 16 J.) gibt an, mit dem Internet mehr Zeit zu verbringen als mit Lesen, Sport oder Fernsehen. Generell verbringen eher Jungen als Mädchen mehr Zeit mit dem Internet als mit anderen Tätigkeiten. Mädchen nutzen das Internet zu einem höheren Prozentsatz als Kommunikationsmedium (Chatten, Mailen, Fotos verschicken); bei Jungen sind Online-Spiele beliebter, und ein höherer Anteil lädt Musik oder andere Dateien aus dem Internet herunter. Kommunikation: Praktisch alle Kommunikationskanäle (Festnetztelefon, SMS, Chat) sind für Mädchen wichtiger als für Jungen. Soziale Netzwerke: 74% der Jugendlichen nutzen aktiv soziale Netzwerke und sind im Schnitt in zwei Communitys angemeldet. Die beliebtesten sind schülervz und Facebook Datenschutz: Rund drei Viertel aller jugendlichen Netzwerk-Nutzer geben einen Nutzernamen, ihr Alter und ihre Hobbys an; jeweils rund die Hälfte hat ein Porträtfoto hochgeladen und gibt seinen Beziehungsstatus an. 44% geben ihren wahren Vor- und Nachnamen und 41 % ihre Mail-Adresse. Erfahrungen: 64% haben im Internet ihr Wissen verbessert. 43% können sich ein Leben ohne Internet nicht mehr vorstellen. 28% haben neue Freunde über das Netz kennengelernt. Rolle der Eltern: 38% der Eltern limitieren die Dauer der Internetnutzung. Kinderschutzprogramme kommen sehr selten vor (15%). Erfahrungen der Kinder im Netz thematisieren nur 25% der Eltern. Quelle: BITKOM (Hg.): Jugend 2.0. Eine repräsentative Untersuchung zum Internetverhalten von 10- bis 18-Jährigen, Koordinierungsstelle SCHULDNERBERATUNG in Schleswig-Holstein Seite 9

10 M03-G02 Handys und jugendliche Alltagswelt Claus J. Tully / Claudia Zerle M03-G01 HANDY UND INTERNET GRUNDLAGEN Der Aufsatz der beiden Jugendforscher nähert sich dem Thema Handy und Jugend soziologisch. Auch wenn er bereits einige Jahre alt ist, beschreibt er immer noch gültige Grundphänomene. Die zitierten Zahlen können anhand der Auswertungen neuer Studien (M03-G01) aktualisiert werden. Jugendliche wachsen in einer mobilen Gesellschaft auf. Fast jeder Jugendliche verfügt mittlerweile über ein Handy bzw. ein Smartphone. Als Kommunikations- und Medienzentrale strukturiert es den mobilen Alltag und dient als Werkzeug zur Gestaltung und Organisation der Peergroop. Gleichzeitig trägt es durch individualisierte Nutzung zur Identitätsfindung bei. Für beide Dimensionen möchte der Beitrag sensibilisieren und den Stand der sozialwissenschaftlichen Sichtweise referieren. Aspekte des Aufsatzes: - Handys spiegeln das Leben in einer mobilen Gesellschaft - Nutzung des Handys als jugendkulturell besetztes Stilmittel - Handy als bedeutsames Objekt in der jugendlichen Sozialisationsphase - Handys fördern die Beschleunigung ( Event- und Location-hopping ) - Handys sind emotional besetzt - Handys sind Ausdrucks des Geschmacks seines Nutzers und somit der eigenen Identität. Sie lassen sich individuell einrichten und sind somit ein besonderer Repräsentant der soziologischen Individualisierungsthese. - Das Handy ermöglicht die Einbettung in soziale Netze, kann gar zum notwendigen Instrument zur Vermeidung des eigenen sozialen Ausschlusses werden - Das Handy ist Teil der notwendigen Infrastruktur für die Alltagsorganisation jugendlicher Lebenswelten geworden und zwar in allen sozialen Schichten - Erreichbarkeit über das Handy wird nicht nur ermöglicht, sondern auch erwartet (z.b. die Erwartung einer schnellen Antwort bei SMS oder Mail): permanente Zugriffsmöglichkeit auf die Jugendlichen - Das Handy kostet Geld und konkurriert damit mit anderen Bedürfnissen der Jugendlichen wie Mobilität oder Freizeitaktivitäten - Das Handy als Kommunikationszentrum gestaltet soziale Verhältnisse Der Text kann auf der unten stehenden Internetseite heruntergeladen werden. Quelle: ( Bibliothek, Bücher und Texte, Computer/Internet/Handy chronologisch sortiert) Koordinierungsstelle SCHULDNERBERATUNG in Schleswig-Holstein Seite 10

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