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1 INFORMATIONEN FÜR PRESSE, FUNK UND FERNSEHEN Ihr Ansprechpartner Björn Cukrowski Tel / Datum IHK-Konjunkturumfrage zum Herbst 2014: Weiterhin gute aktuelle Lage Erwartungen leicht eingetrübt In Coburgs Wirtschaft ist die aktuelle Lage trotz weltweiter Krisen gut, nur bei den Zukunftsaussichten herrscht leichte Skepsis. Das ist das Ergebnis der jüngsten Konjunkturumfrage der. Belegt wird dies durch den IHK-Konjunkturklimaindikator, der die momentane Lageeinschätzung der Betriebe im Raum Coburg mit ihren Erwartungen in Relation setzt. Dieser Wert ist von 130 Punkten im Frühjahr auf aktuell 121 Punkte gefallen. Den Unternehmen im Kammerbezirk geht es nahezu unverändert gut. 45 Prozent der Befragten berichten von guten Geschäften, allerdings stieg die Zahl der unzufriedenen Betriebe um vier Prozentpunkte auf jetzt 12,6 Prozent. Die

2 Erwartungen für die kommenden zwölf Monate hingegen sind auf Grund des zu erwartenden Kostendrucks, insbesondere Personalkosten, etwas gedämpfter: 22 Prozent rechnen mit einer Besserung ihrer Geschäftslage (Frühjahr: 32 Prozent). Fast 12 Prozent gehen davon aus, dass sich die Geschäfte ungünstig entwickeln. Die größten Risikofaktoren für die Wirtschaft sehen die Befragten in sinkender Inlandsnachfrage (59 Prozent) und in steigenden Energie- und Rohstoffpreisen (49 Prozent). Die allgemeinen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen betrachten nun mehr als die Hälfte der Unternehmer als Risiko. Dies ist ein Anstieg von fast 13 Prozent zum Frühjahr. Das Auslandsgeschäft ist im Allgemeinen weiter leicht rückläufig. So ist gerade das Nordamerika- und Russland-Geschäft bei fast der Hälfte der Unternehmen abflauend. Der Ukraine-Russland-Konflikt und die dadurch verursachten Sanktionen, die Konjunkturschwäche bei einigen unserer europäischen Nachbarn sowie weitere internationale Krisenberichte dämpfen offenbar die Erwartungen. Das Auslandsgeschäft hat sich daher verhaltener entwickelt als zu Jahresanfang auch weil das Wachstum in China und in den USA nachgelassen hat. Daher wird manche geplante Investition nochmal durchgerechnet, kommentiert IHK-Präsident Friedrich Herdan die Umfrageergebnisse. 2

3 Trotz guter Konjunktur sind auf dem regionalen Arbeitsmarkt kaum Veränderungen zu erwarten. Wie im Frühjahr wollen nur wenige Unternehmen (6 Prozent) Personal aufstocken. Derzeit liegt die Arbeitslosenquote im IHK-Bezirk bei 4,7 Prozent. Industriebetriebe sind zufrieden, aber leichte Rückgänge In der Industrie ist die aktuelle Lage, trotz geringer Einbußen, als zufriedenstellend zu bezeichnen; nahezu 90 Prozent der Betriebe stellen sie als gut und befriedigend dar. Das Auftragsvolumen ist zur Herbstumfrage bei jedem fünften gestiegen. 39 Prozent der Befragten Industrieunternehmen melden leichte Rückgänge im Auslandsgeschäft. Die Erwartungen an künftige Geschäfte sind weiter positiv, trotz auch hier einer gewissen Eintrübung. Nur 12 Prozent der Befragten Unternehmen rechnen mit einer Lageverschlechterung in den Folgemonaten. Auch die Kapazitätsauslastung der Betriebe ist im Vergleich zur Frühjahrsbefragung etwas zurückgegangen, aber immer noch auf hohem Niveau. Mehr als dreiviertel der Unternehmen sind voll oder befriedigend ausgelastet. 3

4 In diesem Zusammenhang haben sich auch die Beschäftigungsabsichten stärker eingetrübt: Nur noch sechs Prozent planen Beschäftigungsaufbau in den kommenden Monaten, mit Abbau rechnen 20 Prozent. Maschinenbau Im Maschinenbau sind die meisten Unternehmen mit der aktuellen Situation zufrieden. Die Mehrheit bezeichnet die Geschäftslage als gut, jeder fünfte ist unzufrieden. Dies liegt unter anderem an erneut gestiegenen Auftragseingängen um zehn Prozentpunkte in den zurückliegenden Monaten, insbesondere aus dem Inland und aus Russland. Dagegen ist das Nordamerika-Geschäft leicht rückläufig. Leicht abgeschwächt hat sich die gegenwärtige Auslastung der Unternehmen. 60 Prozent der Befragten geben an, voll bzw. befriedigend ausgelastet zu sein. Die Erträge sind seit Frühjahr nochmal um 7 Prozentpunkte gestiegen (Frühjahr 33 Prozent). Auch in den Folgemonaten rechnet der Großteil der ansässigen Maschinenbauer mit wachsendem bzw. konstantem Auftragsvolumen, gerade aus dem EU-Binnenmarkt. Vorleistungsgüterindustrie inkl. Automobilzulieferer Die Geschäftslage der regionalen Vorleistungsgüterindustrie bleibt auf hohem Niveau. Für 96 Prozent der Unternehmer ist die derzeitige Lage, trotz leichten 4

5 Einbußen beim Auftragsvolumen, überwiegend gut. Die Auftragseingänge aus dem Inland steigen bei 20 Prozent der befragten Unternehmen. Die wachsende Zahl von Konflikten und politischen Unruhen zeigt auch bei den regionalen Automobilzulieferbetrieben Wirkung. Bei 22 Prozent der Befragten sind die Auftragseingänge aus dem Ausland rückläufig. Weiterhin positiv ist die Kapazitätsauslastung in den Betrieben. 29 Prozent geben an voll ausgelastet zu sein, 8 Prozent sind mit der derzeitigen Auslastung unzufrieden. Weniger optimistisch als im Frühjahr blicken die Unternehmer in die Zukunft. Dennoch erwartet annähernd jeder Fünfte, dass sich ihre Geschäfte günstig entwickeln werden. Erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass fast 80 Prozent der Unternehmen von gleichbleibenden Beschäftigtenzahlen ausgehen. (Polster-)Möbelindustrie Der Großteil der regionalen Gebrauchsgüterindustrie erfreut sich guter bzw, befriedigender Geschäfte (80 Prozent). Dennoch ist jeder fünfte Möbler auf Grund gesunkener Auftragseingänge besonders aus dem Ausland (80 Prozent der Unternehmer berichten von einem rückläufigen Auslandsgeschäft) unzufrieden. Erfreulich ist aber das konstant gebliebene Asiengeschäft. 5

6 Mehr als 60 Prozent der Branchenvertreter sind derzeit voll bzw. befriedigend ausgelastet. Die im Frühjahr zu verzeichnenden Ertragszuwächse dank leichter Entspannung auf der Kostenseite konnten gehalten werden: Bei zweidrittel der Befragten ist die Ertragslage besser oder gleich geblieben. Die Möbler blicken verhalten optimistisch in die Zukunft. Fast 40 Prozent gehen von einer Verbesserung der Geschäftslage aus. 8 Prozent blicken negativ in die Zukunft. Stimmung im Handel getrübt Die Lage im Handel hat sich gegenüber der Frühjahrsbefragung weiter eingetrübt. Nur noch 28 Prozent der befragten Unternehmen berichten von gut laufenden Geschäften; genauso viele sind aber auch unzufrieden (+10 Prozentpunkte zur Vorumfrage). Erfreuliche 31 Prozent der befragten Händler verzeichnen Umsatzzuwächse, bei 25 Prozent sind sie rückläufig. Infolge des Kostendruckes, gerade bei den Personalkosten (+9 Prozent zur Vorumfrage), sind auch die Erträge bei 44 Prozent der Branchenvertreter zurückgegangen (+18 Prozent zur Vorumfrage). Mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft fällt der erwartete Umsatz bei den befragten Handelsbetrieben positiv aus: 33 Prozent rechnen mit einem Umsatzplus, 47 Prozent gehen von gleichbleibenden Umsätzen aus. 6

7 Einzelhandel Im regionalen Einzelhandel hat sich die Geschäftslage merklich eingetrübt. Nur noch 8 Prozent der befragten Einzelhändler bezeichnen ihre aktuelle Lage als gut, 42 Prozent bezeichnen sie als schlecht (+20 Prozent zur Vorumfrage). Bei mehr als der Hälfte der Befragten sind die Kosten in den vergangenen sechs Monaten gestiegen. 50 Prozent verzeichnen Mehrkosten für Personal. Infolgedessen hat sich die Ertragslage bei 58 Prozent der Einzelhändler im dritten Quartal verschlechtert. Angesichts dieser Entwicklung plant jeder vierter Betrieb in den Folgemonaten Stellen abzubauen (-14 Prozentpunkten zur Vorumfrage). Großhandel Im Großhandel hat sich die Stimmung im Vergleich zur Frühjahrsumfrage deutlich verbessert. 50 Prozent der Großhändler melden gute Geschäfte (+11 Prozentpunkte zur Vorumfrage), 17 Prozent sind unzufrieden. Aber auch hier drücken die gestiegenen Personalkosten der letzten sechs Monate auf die Ertragslage. Bei jedem dritten Befragten hat sich im Vergleich zur Vorumfrage die Ertragslage verschlechtert. 7

8 Im Vergleich zum Frühjahr werden die Zukunftsaussichten noch einmal erfreulicher eingeschätzt. 30 Prozent der Betriebe (+8 Prozent zur Vorumfrage) gehen von höheren Umsätzen in den folgenden Monaten aus. Dienstleister melden sehr gute Geschäfte Die Dienstleister im IHK-Bezirk Coburg melden weiter die besten Geschäfte von allen Wirtschaftsbereichen. Zweidrittel der Befragten bewertet die aktuelle Lage als gut, 8 Prozent sind nicht zufrieden. Eindrittel der Befragten berichtet von gestiegenen Umsätzen in den zurückliegenden sechs Monaten. 92 Prozent der befragten Branchenvertreter sind voll bzw. befriedigend ausgelastet. Aber auch die Dienstleister sind vom Kostendruck betroffen. Bei 57 Prozent der Unternehmer sind die Personalkosten gestiegen, was sich in der Ertragslage bemerkbar macht. Fast jeder vierte berichtet von gesunkenem Ertrag (+3 Prozent zur Vorumfrage). Die Zukunftsaussichten werden jedoch etwas pessimistischer gesehen als noch zur Vorumfrage. So schätzen lediglich 16 Prozent der Befragten die erwartete Geschäftslage als gut ein (-7 Prozentpunkte zur Vorumfrage) und nur 25 Prozent gehen von steigenden Umsätzen aus (-14 Prozentpunkte zur Vorumfrage). 8

9 Im regional starken Versicherungs- und Finanzgewerbe ist die Lage weiter unverändert positiv. Kein Unternehmen ist unzufrieden mit den laufenden Geschäften. Die Umsätze bleiben im Vergleich zur Vorumfrage konstant. Auch das regionale Kreditgewerbe erfreut sich konstant guter Geschäfte. Kein Unternehmen ist mit der Lage unzufrieden, die Umsätze blieben konstant. Allerdings geht auch kein Unternehmen von steigenden Umsätzen aus. Tourismus Die regionale Tourismuswirtschaft hat seit der Frühjahrsumfrage an Dynamik gewonnen. 52 Prozent der Unternehmen sind mit ihrer derzeitigen Lage zufrieden (+11 Prozentpunkte zur Vorumfrage), nur 7 Prozent sind unzufrieden. Bei 52 Prozent der Befragten sind die Umsätze zur Vorumfrage gleichgeblieben, allerdings berichten 36 Prozent von Umsatzrückgängen. Auch die Auslastung hat sich leicht nach oben entwickelt. 26 Prozent der Betriebe sprechen von Vollauslastung, 17 Prozent sprechen von nicht ausreichender Auslastung (-7 Prozentpunkte zur Vorumfrage). Dieses Plus an Auslastung führt aber auf Grund der steigenden Personalkosten nicht zu mehr Gewinn. Bei 84 Prozent der befragten Unternehmen sind die Personalkosten gestiegen, der Gewinn ist im Vergleich zur Vorumfrage bei 43 Prozent der Branchenvertreter gesunken. 9

10 Auf die Folgemonate blickt die Branche verhalten optimistisch. Nahezu ein Viertel der Betriebe rechnet mit besseren Geschäften. 30 Prozent rechnen aber auch saisonbedingt mit einer niedrigeren Auslastung. 1 0

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