Alarmstufe rot für Österreichs. Forum

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1 REGAL Mopro- Forum Landwirtschaftspräsident Ök.-Rat Gerhard Wlodkowski Spar-Präsident Dr. Gerhard Drexel Rew REGAL Mopro-Forum vereinte Handel, Molkereien und Mopro: Diese Bunte Palette verliert 20 Millionen Euro Absatzkurve zeigt bei weißer Palette nach oben Ein Fünftel der Haushalte mittlerweile Schnäppchen-Jäger Mag. Herbert Schneeweiß Redaktion REGAL Die Mopro-Branche ist unter Druck. Die Molkereien stöhnen unter der schwierigen Preissituation. Auch die Aktions anteile nehmen weiter zu. Starker Besuch am REGAL Mopro-Fachforum. REGAL 3/2013 Seite 64 Alarmstufe rot für Österreichs Molkereien. Volatile Märkte, bessere Milchpreissituation im benachbarten Ausland sowie steigende Aktionsanteile bringen die Mopro-Branche unter Druck. Dazu kommt noch eine Krise in zuletzt boomenden Segmenten. Die bunte Palette hat im abgelaufenen Jahr wieder 20 Millionen Euro eingebüßt, erklärt Keyquest-Geschäftsführer Mag. Johannes Mayr am REGAL Mopro-Fachforum. Bei der weißen Palette zeigt die Absatzund Umsatzkurve ebenfalls nach

2 Rewe Zentraleinkauf Frische-Chef Dir. Alfred Propst Pfeiffer-GF KR Dr. Erich Schönleitner Alpenmilch-GF Christian Leeb Landwirtschaft. Die große Sorge: Zu tiefe Milchpreise e Preise tun weh! unten. Einzig bei der gelben Paletten steht ein leichtes Plus von zwei Prozent zu Buche. Auch der Aktionsanteil schnellte mittlerweile auf 22 Prozent hinauf. Eine Gesamt-Entwicklung, die bei Pfeiffer-Gechäftsführer KR Dr. Erich Schönleitner Unverständnis auslöst. Es muss uns dem Handel bewusst sein, dass wir alle MoproArtikel weit unter Wert verkaufen. Ein Umstand, der sich bei der aktuellen Marktsituation nur schwer verändern ließe. Zu stark ist das Streben nach Umsatz und Marktanteilen. Zu verführerisch das Instrument Promotion. Schönleitner fordert Anti-Dumping-Regeln, die die Wertschöpfungsvernichtung aufhalten. Spar-Präsident Dr. Gerhard Drexel kritisiert diesbezüglich Prominente Zuhörer: Billa-Vorstand Mag. Josef Siess (li.). REGAL 3/2013 Seite 65

3 MOPRO Mitbewerber: Es kann doch nicht sein, dass Rohstoffkosten steigen und gleichzeitig Produktpreise gesenkt werden. Auch für Alpenmilch Salzburg-Geschäftsführer Christian Leeb ist die aktuelle Situation dramatisch. Wir brauchen dringend eine Preisanpassung. Sonst sei die Qualität in Form von Bio, Gentechnikfreiheit oder Heumilch in Gefahr. Gerade wenn Molkereien im Ausland nicht nur ein Milchgeld-Plus, sondern auch ein Anforderungs-Minus bieten können. 25 Millionen Kilogramm sind bereits verloren gegangen. Es geht um österreichische Rohstoffe. Überhaupt kritisiert Leeb auch die schwache Preisentwicklung seit dem EU-Beitritt. Ein Liter Milch kostet gleich viel wie noch im Jahr 1994, ein Kilogramm Emmentaler ist um 20 Prozent billiger geworden, ein Kilogramm Butter um 15 Prozent. Auch die AK nimmt der Alpenmilch-Chef ins Visier. Wir erwirtschaften ein EGT von 0,5 Prozent. Ich frage mich, wie wir dann ausbeuten oder uns bereichern könnten. Landwirtschaftskammerpräsident Ök. Rat. Gerhard Wlodkowski schlägt in die gleiche Kerbe. Die AK-Preisvergleiche tragen nur zur Konsumenten- Verunsicherung bei. Zudem müsse der Konsument wissen, was er wolle und nicht schizophren einmal Qualität und ein anderes Mal den billigsten Preis fordern. Was passieren kann, wenn den Produzenten immer stärker Daumenschrauben angelegt werden, haben wir erst vor kurzem mit dem Pferdefleisch-Skandal gesehen. Eine Geiz-ist-Geil-Mentalität gehöre längst nicht der Vergangenheit an: Wir sehen sowohl beim Preiseinstieg als auch im Premium-Bereich Ja!Natürlich Wachstumsraten, so Rewe-Frische-Einkaufschef Dir. Alfred Propst. Er erwarte sich von Markenartiklern nicht nur Innovationen, sondern einen deutlichen Mehrwert. Der dann auch konsequent kommuniziert wird. Auch Spar-Präsident Dr. Gerhard Drexel greift das Thema Mehrwert auf. Für uns ist Lokalität, Regionalität und Herkunft bedeutend. Öster- Spannende Vorträge (v.l.n.r. oben): Propst (Rewe), Schönleitner (Pfeiffer), Schuhmayer (REGAL), Wlodkowski (Landwirtschaftskammer) Feurhuber (Spar), Drexel (Spar); (v.l.n.r. unten): Leeb (Alpenmilch), Beck (VKI), Holzschuh (GfK), Mayr (Key QuestI) Präs. Wlodkowski und Präs. Dr. Drexel im Gespräch. Über 200 Gäste kamen ins Sacher. Mag. Birgit Beck (VKI) GfK-Marketing Manager Mag. Sonja Holzschuh Mag. Johannes Mayr (Key Quest) REGAL 3/2013 Seite 66

4 MOPRO h REGAL Mopro-Fachforum: Hitzige Diskussion, Gedankenaustausch und Kontaktchance reich ist und bleibe im Fokus der Tanne. Wir wollen einen Beitrag für die Landwirtschaft hierzulande leisten Mopro-Artikel seien bei der Spar eingelistet. 68 Prozent davon stammen aus Österreich. Dass die Eigenmarken-Phalanx bei der Tanne unvermindert zunimmt, wischt der Spar-Chef vom Tisch. Der Eigenmarken-Anteil liege im Mopro-Bereich bei neun Prozent. Wobei wir natürlich auch unsere Partner ins Spar-Ausland Schweiz, Italien, Tschechien, Kroatien und Slowenien mitnehmen. Konkret gehen wir mit 101 Produkten aktuell über die Grenze. Spar-Vizepräsident Karl Feurhuber sieht Chancen in einer Balance zwischen Eigenmarken und einem dichten Regional-Programm. Die regionalen Anbieter haben oft das Vertrauen der Konsumenten und können so auch eine stärkere Zugkraft als andere entwickeln. Herbert Schneeweiß REGAL 3/2013 Seite 4

5 Spar-Präsident Dr. Gerhard Drexel REGAL-Mopro Forum in Salzburg brachte lebhafte Diskussion Preise, Rohstoffe & die Diskonter Mopro-Kaufakte sinken: Produkte nur noch bei einem Drittel der Warenkörbe dabei 22 Prozent der Mopro-Artikel in Aktionen verkauft Die Handelsfrequenz nimmt weiter ab zählte die GfK um 1,1 Prozent weniger Kaufakte als noch im Jahr davor. Molkerei-Artikel sind überhaupt nur noch bei einem Drittel, bei 33,7 Prozent, der Warenkörbe mit dabei, erklärt GfK-Marketing Managerin Mag. Sonja Holzschuh am Mopro-REGAL-Fachforum. Von dem Abwärtstrend seien alle Segmente betroffen. Die weiße Palette sei mittlerweile nur noch bei 58,1 Prozent (2011: 60,1 Prozent) der LEH-Besuche, die gelbe Palette bei 39,9 Prozent (2011: 40,2 Prozent), die bunte Palette bei 32,8 Prozent (2011: 34,6 Prozent) und die gelben Fette bei 18,4 Prozent (2011: 17,6 Prozent) im Einkaufswagen. Promotion-Anteile nehmen massiv zu. Dazu nimmt der Promotion- Rewe Frische-Einkaufschef Dir. Alfred Propst REGAL 3/2013 Seite 5 Druck immer weiter zu. Mittlerweile werden 22 Prozent der gesamten Mopro-Artikeln in Aktionen abgesetzt. Tendenz stark steigend. Die weiße Palette hält sich dabei nach

6 REGAL-Herausgeber Dir. Manfred Schuhmayer und Key Quest GF Mag. Johannes Mayr wie vor gut. Aber die gelben Fetten haben einen ordentlichen Sprung von 22 auf 29 Prozent gemacht. Dabei wurde vor allem die Butter stärker aktioniert. Holzschuh warnt vor einer unbedachten Promo-Schlagzahl-Erhöhung. Wir haben Studien vorliegen, die zeigen, dass der Marktanteil von Markenartikler, dessen Anteil über dem Preispromotion-Durchschnitt lagen, sich langfristig rückläufig entwickeln. Die Promo-Schraube muss sorgfältig angezogen werden: Marken-Investition minus Marken-Erosion muss immer im positiven Bereich liegen. Jede Marke muss aber im Einzelfall betrachtet werden. 13 Millionen in Promotion verkauft wurden um 13,3 Millionen mehr on promotion verkauft. Die angestrebte Wirkung neue Marken- GfK-Marketing-Managerin Mag. Sonja Holzschuh Pfeiffer-GF Dr. Erich Schönleitner Alpenmilch-GF Christian Leeb REGAL 3/2013 Seite 6

7 MOPRO Handel und Industrie zu Gast am REGAL Mopro-Fachforum Käufer zu generieren, sei aber nicht gelungen. Die Gewinne, die Mehr-Menge wurde nahezu vollständig anderen Herstellermarken abgegraben. Eine hohe Promotion-Schlagzahl ändere auch insgesamt das Kaufverhalten. Es werden Schnäppchen- Jäger herangezüchtet. Mittlerweile ein Fünftel der Haushalte ist GfK-Berechnungen diesem Typus zuzurechnen. Herbert Schneeweiß REGAL 3/2013 Seite 70

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