Bioethik und Gentechnikrecht. VL7 Klonieren

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1 Bioethik und Gentechnikrecht Hans von Döhren OE2, WS2008/9 VL7 Klonieren Bestes deutschsprachiges Einführungsmaterial ist der Text Klonen von Ingo Hillebrand und Dirk Lanzerath, der über zugänglich ist (75 S.). Das Papier enthält neben der Einführung in wissenschaftlich, ethische und rechtliche Probleme auch Literaturhinweise und kommentierte links. New Scientists Artikel über Sex & Cloning: im moment wenig ergiebig. Texte: Ian Wilmut: Klonen für medizinische Zwecke. Spektrum der Wissenschaft April 1999, Ulrich Paetzold: Sag niemals nie: Neues zum Klonen von Säugetieren. Biologie in unserer Zeit Juli 1998, Gina Kolata: Das geklonte Leben. Diana Verlag, München und Zürich 1997 (FU ) Lee M. Silver: Das geklonte Paradies. Künstliche Zeugung und Lebensdesign im neuen Jahrtausend. Droemer München 1998 Historische Einführung: August Weismann, 1885, von den Faktoren Vererbung und Umwelt scheint Vererbung weitaus bedeutender befruchtete Eizelle enthält alle Information, durch Ungleichverteilung des Kernplasmas verringert sich der Informationsgehalt mit Ausdifferenzierung, Keimplasma Theodor Boveri, :studiert am Pferd-Eingeweidewurm Ascaris Entwicklung und Chromosomenstruktur und schließt auf Chromosomenveränderungen Wilhelm Roux, Entwicklungsmechanik: Fehlschluß bei der Abtötung einer Zelle eines 2-zelligen Wasserfroschembryos mit heißer Nadel Hans Adolf Driesch, erstes Embryosplitting an Seeigeln, 1892, vitalistische Elementargesetze, nicht physiklisch-chemische Gesetze steuern die Entwicklung Hans Spemann, 1902 Embryosplitting von Wassermolchen; 1928 erster Wirbeltierklon aus Wassermolchzygote, 1936 Vorschlag eines phantastischen Experiments: Eizelle eines ausgewachsenen Tieres verwenden 1952 erstmals gelungen, Jacques Loeb (Chicago), primitives Klonieren mit Seeigeleiern Robert Briggs und Thomas King (Harvard), 1951/52 Klonen von Froschembryonen durch Kerntransfer, nur in frühen Zellen umprogrammierbar? John B. Gurdon (Oxford), 1961/62 klonen von Krallenfroschembryonen durch Kerntransfer; 1974/75 Klone von Kernen von Körperzellen von Krallenfröschen erreichen Kaulquappenstadium, umstritten (Dennis Smith, DiBerardino) Literatur: McKinnell., R.G. ( 1985) Cloning: Of frogs, mice and other animals. University of Minnesota Press, Minneapolis, USA. Klonieren/Eugenik von Menschen frühe Einschätzungen J.B.S. Haldane (1963), verwendet Klon: Klonieren von Menschen wäre ein Segen, nur die besten, schönsten, erhöhte Leistungsfähigkeit

2 Joshua Lederberg (1966), Persönlichkeiten klonieren, Unsterblichkeit gewähren, Technik löst alle Probleme Bentley Glass (1970), sagt Embryo-screening vorher, Selektion und Kinderbeschränkung Linus Pauling (1968), plädiert für Stirntätowierung für Träger rezessiver Gene Bioethik-Bewegung (Nierendialyse-Selektion, Tuskegee-Studie, Willowbrook-Studie, Hastings Ethics Center), Watson (1971), Klonierung bald möglich; parallel IVF-Entwicklung in England (Steptoe und Edwards), die Informationsvielfalt der Zukunft kann nur bewältigt werden, wenn viele identische Menschen geschaffen werden Diskussion im US-Kongress, Gunter Stent (1974) verzichten auf das altmodische Roulette der sexuellen Fortpflanzung, klonen jedoch ist moralisch und ästhetisch unannehmbar Klonieren öffentlich (Literatur) Aldous Huxley: Brave new world: Splitting und Fabrikation von Hundertschaften definierter Intelligenz Franz Werfel: Der Stern der Ungeborenen, Abfallteile vor den Städten Ira Levin: The boys from Brazil, Hitler Klone Rorvik-Buch und Prozeß 1978 (Nach seinem Ebenbild, der Genetik-Mensch, Fortpflanzung durch Zellkern-Transplantation) Klonieren von Säugern Sehr zu empfehlen: Kolata, G.B.: Das geklonte Leben (Dolly, the birth of a clone) 1997 (TU-Erziehungswissenschaften) Ilmensee (Bar Harbor Mäuseinstitut), Kerntransfer goldene Hände, umstritten aber doch gelungen? 1981, geht durch die Hölle Hoppe, Rehabilitation versucht, Ächtung der Person und des Themas Solter und McGrath, klonieren von Säugern durch Kerntransfer ist biologisch unmöglich (aus Mäuseversuchen geschlossen) Neale Grace-Auftrag, Embryosplitting in Rindern, bis 4096 identische Steen Willadsen, 1986 erstmals Klone von Schafen durch Kerntransfer aus embryonalen Stammzellen, Tiefkühlkonservierung von Embryonen, allein mit 400 Schafen; Chimären, Schiege ; Ian Wilmut, 1996/97 :Dolly durch Euterzellenkern, Wilmut et al. :viable offspring derived from fetal and adult mammalian cells. Nature 385, ; Lawrence Smith- Zellzyklus-Hypothese, G0; Roslin-Institutinfo: Geschichte: Angelika E. Schnieke et al., 1997 Faktor IX-Schafklone, Human Factor IX transgenic sheep produced by transfer of nuclei from transfected fetal fibroblasts. Science 278, Teruhiko Wakayama et al., 1998: Mäuseklone aus adulten Zellen, neue Methode der Kerninjektion Megan J. Munsie et al., 2000: Gewinnung von Stammzellen aus geklontem Mäuseembryo, und deren Differenzierung zu Nerven- und Muskelzellen, Current Biology 10, Robert Planza et al. 2000/01 Klonen bedrohter Spezies, Gaur in Hausrind : Klonen bedrohter Tiere Die neue Arche Noah, Spektrum der Wissenschaft 1/2001, 34-41

3 Klonieren von Menschen Jerry Hall et al. 1993: menschliche Embryonen lassen sich durch Embryosplitting klonen (Embryonen waren mehrfach befruchtet und nicht entwicklungsfähig) Kolata, G.B.: Human cloning:yesterday s never is today s why not?: Wysiwyg://31/ Silver, Lee M.: Remaking Eden, 1997; reasononline: interview mit Lee Silver: Liberation Biology: cloning links: home.att.net/dequanandben/cloning/links.htm Pro-cloning Texte: (reason magazine) Rudolf Jaenisch, Ian Wilmut: Don t clone humans. Science 291,2551 (2001) Inzwischen gibt es mehrere Behauptungen, dass Menschen erfolgreich kloniert wurden diese werden generell bezweifelt. Aufsehen erregte die angebliche Herstellung embryonaler Stammzellen durch eine koreanische Gruppe (Hwang). Die Arbeiten wurden von westlicher Seite aus ethischen Gründen kritisiert, stellten sich aber dann als Fälschung heraus ( Siehe dazu die Hausarbeit Simon Kwoczek - Hwang Woo Suk, aus Verantwortungslose Wissenschaft, Letzter Stand: erzeugten Wood und French von der Firma Stemagen ( menschliche Embryonen aus Hautzellen. Hier zeichnen sich jetzt neue Entwicklungen der Stammzelltechnologie ab. Anwendungen/Akzeptanzphasen Embryonenschutzgesetz DFG-Papiere: Perspektiven der Genomforschung ( ), Klonierung beim Menschen (1997) ng_beim_menschen_97.pdf ale_stammzellen.html nützlich Glossar: ---aktuell/glossar.htm DRZE-Papiere: Klonen, Therapeutisches Klonen US-Department of Health: Stem cell research: medical progress with responsibility US National Bioethics Advisory Commission: Report: Cloning Human Beings: Clonaid.com: Hausarbeiten: Ariane Maul - Stammzellen (VW), Katja Schadewald - Stammzellenforschung (BE) Videos: Menschen nach Maß Chancen und Risiken des Klonens (Andrea Fock und Wolf Lengwenus), ca. 45 min Von kopflosen Fröschen und anderen Hirnlosigkeiten, ca. 45 min., 2001 Der konstruierte Mensch. 1. Der Superorganismus, BBC 2002, 60 min. Klonen von Menschen, 45 min, 2006, wird gezeigt Planet der Klone - 2. DIE ARCHE DER ZUKUNFT 2-teilige Dokumentation (2004, von Lucy Sandys-Winsch), allgemein über Pläne von Wissenschaftlern und Firmen und zum Teil erschreckende Zukunfts-Szenarien, die durch gentechnische Manipulation

4 und Klonen möglich werden könnten (Dokumentation allgemein zur Gentechnik, setzt sich kritisch mit den möglichen Folgen auseinander) Die derzeitige Forschung bringt bahnbrechende Techniken hervor, deren Folgen in ihrer Tragweite unabsehbar sind. Durch die Kenntnis der Gene kann heutzutage das Erbgut mühelos verändert werden. Der Film zeigt, wo die Wissenschaft in dieser Alchemie des Lebens steht. Zum einen erhoffen sich manche Firmen riesige Profite und treten die Flucht nach vorne an, zum anderen eröffnen sich hervorragende Aussichten für die Organtransplantation. Wie man das Gewicht eines Fisches verdreifachen kann, die Augen einer Fliege vergrößern und einem Huhn ein drittes Bein wachsen lassen kann, ist bereits bekannt. In naher Zukunft schenken wir unseren Kindern zu Weihnachten vielleicht einen Miniaturelefanten. Denkbar ist auch der militärische Einsatz von Delphinen mit Armen. Durch die Imitation der göttlichen Schöpferkraft versucht der Mensch, seine ausgefallensten Ideen zu verwirklichen. Doch der Eingriff in Lebensprozesse, die sich der menschlichen Kontrolle größtenteils entziehen - insbesondere das Auftauchen neuer Viren -, könnte auch die schlimmsten Albträume der Menschheit wachrufen. Geklonte Kreaturen (2008)(Text arte) Wird das therapeutische Klonen eines Tages wirklich gegen Krebs und Diabetes helfen? Oder ist es nur ein Vorwand für dubiose Experimente? Zehn Antworten auf die wichtigsten Fragen zur aktuellen Debatte ums Klonen. Zwölf Jahre ist es her, seit mit dem Schaf Dolly das erste Säugetier geklont wurde und erst zwei Monate, seitdem ein US-amerikanisches Forscherteam meldete, den ersten menschlichen Embryo aus einer Hautzelle geklont zu haben. Die Klonforschung birgt nach wie vor große Faszination und schürt ebensolche Ängste. Das ARTE Magazin ist den wichtigsten Fragen zum Klonen auf den Grund gegangen. Was ist Klonen und wie funktioniert es? Klonen (griech. klon, Zweig, Schößling) bezeichnet die ungeschlechtliche Fortpflanzung genetisch identischer Organismen. Bei Einzellern oder eineiigen Zwillingen funktioniert das durch Zellteilung. In der Forschung wird einer unbefruchteten Eizelle der Zellkern mit der genetischen Information entnommen und stattdessen der Zellkern einer Spenderzelle eingespritzt, die von dem Lebewesen stammt, das man klonen möchte. Aus dieser Eizelle wird im Labor ein Embryo gezüchtet, der einer Leihmutter eingepflanzt wird, die ihn dann austrägt. Sind Klone wirklich zu 100% identisch? Nein. Klone sind wie zeitversetzte eineiige Zwillinge. Sie haben dasselbe Genmaterial, sind aber Individuen, die sich ganz unterschiedlich entwickeln können. Dies liegt sowohl an psychosozialen, als auch an biologischen Faktoren. Wozu klonen wir überhaupt? Hauptinteresse ist das therapeutische Klonen, das neben der Grundlagenforschung darin besteht, Therapien für bislang unheilbare Krankheiten wie Diabetes oder Querschnittslähmung zu entwickeln, legt Dr. Andreas Kurtz, Stammzellforscher an der Berliner Charité, dar. Ziel ist es, embryonale Stammzellen mit der DNS eines ganz bestimmten Patienten zu gewinnen, aus denen z.b. Herz- oder Nervengewebe gezüchtet werden kann, das der Körper des Patienten nicht wie das eines Fremdkörpers abstößt. Was genau sind embryonale Stammzellen? Diese Zellen haben noch die Fähigkeit, sich zu jedem möglichen Zelltypus unseres Körpers zu entwickeln. Gewonnen werden sie aus etwa fünf Tage alten und zu diesem Zeitpunkt circa 100 Zellen großen Embryonen, die dafür zerstört werden müssen. Die Notwendigkeit, Embryonen zu klonen, um embryonale Stammzellen herzustellen, wird in Frage gestellt, seit es dem Japaner Shinya Yamanaka Ende 2007 gelang, stammzellenähnliche Zellen direkt aus Hautzellen zu gewinnen. Worum geht es in der ethischen Debatte? Hauptthema ist die Berechtigung zum therapeutischen Klonen. Darf ein Embryo künstlich erzeugt und getötet werden, um embryonale Stammzellen zu gewinnen? Auch der extrem hohe Bedarf an weiblichen Eizellen ist problematisch und setzt die Spenderinnen Gesundheitsrisiken aus. Dr. Ingrid Schneider, Ethikerin an der Uni Hamburg, weist jedoch darauf hin, dass Yamanakas jüngste Ergebnisse die ethische Debatte entschärfen könnten. In der eher theoretischen Diskussion um das reproduktive Klonen ist das zentrale Thema die Menschenwürde. Darf ein Mensch durch Klonen erzeugt werden, vor allem angesichts möglicher gesundheitlicher Schäden? Darf ihm zugemutet werden, eine Kopie zu sein? Andererseits: Darf der Staat einer unfruchtbaren Frau verbieten, auf diesem Weg ein Kind zu bekommen? Wie ist die gesetzliche Lage? In Deutschland verbietet das Embryonenschutzgesetz die Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken, jegliches Klonen ist damit verboten. International ist eine Einigung schwierig, fast alle Länder befürworten das Verbot des reproduktiven Klonens, einige Staaten wie Großbritannien, China oder Belgien heißen jedoch das therapeutische Klonen gut. Eine UN-Deklaration ächtet auch das therapeutische Klonen, ist aber unverbindlich. Die Grundrechtecharta der EU verbietet das reproduktive Klonen, das therapeutische Klonen wird nicht erwähnt. Das Klonen von Tieren ist nicht verboten.

5 Wurde schon einmal ein Mensch geklont? Beim Klonen von Menschen spricht man von reproduktivem Klonen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass bisher noch kein geklonter Mensch geboren wurde. Beim heutigen Stand der Forschung wäre es zudem fraglich, ob der Klon überleben würde. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wäre er schwer behindert. Dieser Gefahr begegnen die meisten Länder mit einem Verbot des reproduktiven Klonens. Werden beim Klonen Gene manipuliert? Klonen per se ist keine Genmanipulation. Es eignet sich aber als Methode, Wesen mit gezielt veränderter DNS zu schaffen. Zum Beispiel werden Kühe geklont, deren Gene so modifiziert sind, dass sie therapeutisch wichtige Proteine, etwa Enzyme für die Blutgerinnung, in ihrer Milch produzieren. In Tablettenform kaufen wir solche Enzyme dann in der Apotheke. Für die medizinische Forschung werden Tiere mit bestimmten beim Menschen vorkommenden Gendefekten produziert. Auf unsere Esstische kommen solche Tiere allerdings nicht. Stehen schon geklonte Rinder auf unseren Weiden? Derzeit kostet es noch bis zu Dollar, ein Rind zu klonen. Für die massenhafte Fleisch- oder Milcherzeugung wäre das nicht rentabel. Klonen wird aber schon in der Tierzucht eingesetzt, beispielsweise zur Bewahrung der Gene eines wertvollen Zuchtbullen oder eines besonders erfolgreichen Turnierpferdes. In den USA klonen einige Firmen bereits Haustiere, allerdings ist das bei einem durchschnittlichen Preis von Dollar eher ein Hobby für die reiche Oberschicht die erstaunt feststellen wird, dass Kitty 2 dem geliebten Original gar nicht exakt gleicht. Ist geklontes Fleisch gefährlich? Sollten wir tatsächlich irgendwann Fleisch von geklonten Tieren im Kühlregal finden, so sieht Professor Eckhard Wolf, Tiergenetiker an der LMU München, keine Gefahr für den Verzehr, da diese Tiere wie alle anderen vor dem Schlachten strenge Sicherheitskontrollen durchlaufen müssten. In den USA dürfen seit Januar 2008 theoretisch Produkte geklonter Rinder, Schweine und Ziegen in die Läden kommen. Da ihr Fleisch sich nicht von dem natürlich gezeugter Tiere unterscheidet, besteht keine Kennzeichnungspflicht. In Europa gibt es dazu noch keine Regelung, die Auswirkungen des Klonens von Tieren auf die Lebensmittelsicherheit wird derzeit geprüft.

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