Fairer Handel: Fußball & vieles mehr eine Projektskizze

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1 1 Das Transfair-Siegel garantiert Fairen Handel. Prozent des Herstellerpreises gehen an Sozialund Bildungsprojekte vor Ort in Pakistan. 1 SABINE: Frau Schütte, warum kaufen Sie die recht teuren Transfair-Produkte? 3 Leitauftrag Was wird Frau Schütte Sabine antworten? Notiert Stichworte. 1 Ein Mädchen aus Pakistan näht einen Fußball Faire Löhne und Arbeitsbedingungen in den Entwicklungsländern faire Preise in der Europäischen Union (EU) Die Aufgaben des Staates im Wirtschaftsprozess Inhalt_S ::30 Uhr

2 1 Projektideen sammeln Klasse 7b führt im Wirtschaftslehreunterricht einmal im Jahr ein größeres Projekt durch. Zur Vorbereitung hat sich jeder Schüler eine Projektidee überlegt und gut lesbar auf eine Karte geschrieben. In der nächsten Unterrichtsstunde werden alle Ideen an die Wandtafel geheftet und dabei von den Schülern kurz beschrieben. So sah die Wandtafel der Klasse 9b aus: Wegweiser für die Projektarbeit Die Projektaufgabe/das Projektthema wird von Schülern selbst gefunden. Es sollte für viele in teressant sein und die Erarbeitung verschiedener Gesichtspunkte zulassen. Vorher hat das Sammeln von Ideen stattgefunden. Für die Aufgabe/das Thema werden Projektziele festgelegt. Die Schüler arbeiten selbstständig in Gruppen. Lehrer beraten sie. Die Gruppen informieren sich regelmäßig über den Stand ihrer Arbeit und unterstützen sich gegenseitig. Die Gruppen denken darüber nach, wie die Gruppenarbeit verlaufen ist und was sie beim nächsten Projekt anders machen würden. Zu Beginn der Arbeit in Gruppen sind einige Vorbereitungen zu treffen: Arbeitszeit festlegen Räume für die Gruppen organisieren prüfen, ob noch neue Arbeitsmethoden und techniken gelernt werden müssen erforderliche Hilfsmittel beschaffen (z. B. große Papierbögen, farbiges Papier, Karteikarten, Filzstifte, Camcorder, Digitalkamera, Computer, In ternetanschluss, Beamer, Drucker) Inhalt_S ::33 Uhr

3 2 Die beste Projektidee auswählen 2 Einzelne Ideen werden vorgestellt Alle Schüler erläuterten ihre Projektideen. Zum Schluss stellten Silke, Sonja und Rafael ihre Ideen Fußball WM, Kinderarbeit und Fairer Handel vor. Sie hatten darüber schon in ihrer Konfirmationsgruppe gesprochen. SONJA: Ich habe bisher nicht gewusst, wie viele Kinder in den Entwicklungsländern jeden Tag hart und lange arbeiten müssen. Sie gehen oft nicht zur Schule. Die Eltern verdienen nicht genug Geld zum Leben. RAFAEL: Zur Fußball WM 06 gibt es Aktionen, sich mit Schulen in den Entwicklungsländern auszutauschen und natürlich auch Fußball zu spielen, besonders Straßenfußball. SILKE: Es werden nicht nur Fußbälle fair gehandelt, sondern auch Orangen, Kakao, Reis und vieles mehr. Wie das alles funktioniert, finde ich spannend. Sie wussten, dass MISEREOR gute Materialien zum Fairen Handel entwickelt hat. BROT FÜR DIE WELT bietet Materialien für die Aktion WM Schulen FAIR PLAY FOR FAIR LIFE an. fuer die welt.de Suche: WM Schulen 3 Aktionen und Kampagnen 3 Fairer Handel WM-Schule Fair Play for Fair Life Parallel zu den WM Vorbereitungen lief die Schul WM. Dabei ging es nicht nur um Fußball, sondern auch um Aktionen für nachhaltiges Handeln. 4 Schulen aus Deutschland konnten teilnehmen. Das Projekt lief ein Schuljahr und endete im Juni 06. Es bestand aus drei Bausteinen. Als Botschafter eines an der WM teilnehmenden Landes sein Land kennen lernen und in der Öffentlichkeit vorstellen. Straßenfußballturniere mit bestimmten Fair Play Regeln durchführen. Fair Life Tage durchführen. Mögliche Aktio nen: Fair gehandelte Orangen, Kinderarbeit in Afghanistan Fairer Handel was ist das? Benachteiligte Produzenten aus Entwicklungsländern sollen unter fairen Bedingungen am Marktgeschehen teilnehmen können. Zum fairen Handel gehören z. B.: Faire Preise Die Produzenten erhalten für ihre Produkte Preise, die Produktions und Lebenshaltungskosten decken. Keine Kinderarbeit Bildung für alle Die Preise müssen so hoch sein, dass Kinderarbeit nicht nötig ist. Kinder sollen zur Schule gehen und Erwachsene sich fortbilden können. Direkter Kauf bei den Produzenten Fair Handels Organisationen kaufen ihre Produkte möglichst direkt bei den Produzenten (Kleinbauern und Handwerkern). Gewinne fließen in den Fairen Handel zurück, z. B. zur Finanzierung von Sozial und Bildungsprojekten. Förderung ökologischer Landwirtschaft Langfristige Handelsbeziehungen Sie sichern stabile Löhne Die Entscheidung Vor der Entscheidung über das Projekt wollten die Mitschüler noch mehr wissen: Was ist eine WM Schule? Fairer Handel was ist das? Silke, Rafael und Sonja hatten sich darauf schon vorbereitet und konnten die Klasse überzeugen. Jetzt entstand eine lebhafte Diskussion, wie man die drei Ideen zu einem Projekt zusammenfassen könnte. SELMA hatte die Idee: Fairer Handel, Fußball & vieles mehr 316 Die Aufgaben des Staates im Wirtschaftsprozess Inhalt_S ::33 Uhr

4 3 Sich in die Projektidee vertiefen In dieser Projektphase wurden Informationen im Internet gesucht. Was wichtig war, wurde ausgedruckt und auf einer Infowand gesammelt. Fußball für das Leben Wer als Kind in den Elendsvierteln von Costa Ricas Hauptstadt San José aufwächst, hat kaum eine Zukunft. Die Eltern sind arbeitslos. Die Kinder gehen nicht zur Schule. Das Projekt Fußball für das Leben (OIKOS Institut für Bildung und Entwicklung) bietet den Kindern dreimal in der Woche ein Fußballtraining an. Wichtig für das Projekt: faires Verhalten und Verantwortung einüben und das Selbstbewusstsein stärken. Die Mitarbeiter des Projekts sorgen für den Schulbesuch der Kinder. Nach Evangelische Kirche in Deutschland (EKD): 3Fair Play 3Costa Rica 3Fußball für das Leben das Kindermissionswerk Der Sternsinger. Die Produkte wie Kaffee, Tee, Kunsthandwerk, Kakao und Schokolade vertreibt die gepa in zumeist ehrenamtlich engagierten Weltläden, Supermärkten und Firmenkantinen, im Online-Shop sowie im europäischen und außereuropäischen Ausland. gepa: 3die gepa 3Zahlen-Daten- Fakten im Überblick; Fußbälle gegen Kinderarbeit Anlässlich der WM 02 wurden ungefähr 40 Mio. Bälle hergestellt. Die meisten Näher von Fußbällen leben in Pakistan. Ihr Lohn ist so gering, dass Kinder mitarbeiten müssen. Die Organisation GEPA bietet den Firmen mehr Geld für die Produktion von Fußbällen. Die Näher bekommen mehr Lohn, die Kinder können zur Schule gehen. Die fair gehandelten Fußbälle gibt es in Kaufhäusern, Weltläden und im Versandhandel. Sie tragen das Transfair-Siegel. Das gepa Fair Handelshaus Werder Bremen unterstützt den Kauf fair gehandelter Fußbälle 2 Die gepa handelt als größte europäische Fair Handelsorganisation seit über 30 Jahren mit Genossenschaften und sozial engagierten Privatbetrieben in Lateinamerika, Afrika und Asien zu fairen Preisen und langfristigen Handelsbeziehungen. Gesellschafter sind Misereor, der Evangelische Entwicklungsdienst (eed), die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend in der Bundesrepublik Deutschland (aej), der Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) und Es ist für uns selbstverständlich, mit unserem langjährigen Partner Derbystar die Initiative von Transfair zu fördern. Werder Bremen ist sich seiner sozialen Verantwortung und Vorbildfunktion bewusst, und neben der sozialen Komponente handelt es sich auch um ein erstklassiges Projekt, erläutert Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Allofs. Nach TransFair e.v.: 3Menschen Prominente Unterstützer 3KlausAllofs Inhalt_S ::3 Uhr

5 4 Das Projekt läuft aus der Arbeit der Gruppen Arbeitsgruppen bilden Nach der Internetrecherche bildeten sich vier Arbeitsgruppen mit folgenden Themen: 2 30 Nahaufnahme Gruppe 1 Die Gruppe entschied sich nach eini gen Diskussionen für den Arbeits schwerpunkt: Entwicklung von Maßnahmen zur Absatzförderung von Fußbällen aus Fairem Handel. Wichtige Zielgruppen Sportlehrer der eigenen Schule und anderer Schulen Eltern von Schülern der eigenen Schule Sportvereine Sportgeschäfte kirchliche und andere Gruppen, die sich für Entwicklungsländer engagieren Geplante Maßnahmen Entwickeln von Informationsblättern Info Stände in der Fußgängerzone Informationskampagne in der Schule, z. B. bei Schulfesten Planung eines Aktionstags Organisation von Fußballspielen zwischen verschiedenen Klassen mit Fußbällen aus Fairem Handel Sponsoren für die Aktionen finden 318 Die Aufgaben des Staates im Wirtschaftsprozess Inhalt_S ::37 Uhr

6 Nahaufnahme Gruppe 2 Die Gruppenmitglieder entschieden sich für vier Arbeitsschwerpunkte: (1) Informationen über Pakistan, Schwerpunkt wirtschaftliche und soziale Lage (2) Arbeitsbedingungen von Kindern und Erwachsenen, die Fußbälle nähen (3) Wie funktionieren faire Produktion und Fairer Handel mit Fußbällen? Zu (3) stellten sie die Frage: Wer handelt fair mit Fußbälllen? Eine Internetrecherche ergab einige Händleradressen. In allen KARSTADT Filialen sind Fußbälle des Her stellers DERBYSTAR zu kaufen 3Sport 3Sportarten 3Fußbälle. (4) Selbst einen Fußball nähen Außerdem gibt es Bälle bei FAIR DEAL TRADING: und der gepa: Die Schwerpunkte (1) und (2) bearbeiteten alle, die Schwerpunkte (3) und (4) erfolgten arbeitsteilig. Zu (1) Informationen über Pakistan fanden sie in Schulbüchern für Erdkunde, Lexika und im Internet mit hilfe von Suchmaschinen, z. B. Zu (2) fanden die Gruppenmitglieder im Internet gute Informationen unter 3Produkte 3Sportbälle. Zu (4) Hier nahm die Gruppe Kontakt mit einer WM Schule aus Dortmund auf. Sie hatten davon in der Zeitung gelesen. Diese Schule hatte beim Projekt WM Schulen Fair Play for Fair Life teilgenommen. Das wollten sie wissen: Wie habt ihr das Nähen erlebt? Wie lange dauerte es, den Fußball zu nähen? War die Arbeit interessant, langweilig, schwer, mühsam? Fairplay beginnt vor dem Anpfiff 70 Prozent aller weltweit gehandelten Sportbälle stammen aus Pakistan. Dort ist die Fußballindustrie eine der stärksten Wirtschaftsbranchen des Landes. Die Fußballproduktion ist eine aufwändige und anstrengende Handarbeit. Näherinnen benötigen rund zwei Stunden, um einen Ball, der aus 32 Teilen besteht, mit 700 Stichen anzufertigen. Für einen Ball bekommt man ungefähr 37 Rupien, etwas weniger als 0 7 Cent. (Die Lebenshaltungskosten liegen pro Tag bei vier bis fünf Euro.) Bei einen Transfair Ball gibt es zehn Rupien mehr. Nach TransFair: 3Produkte 3Sportbälle Tahira Priveen näht Fußbälle für TRAMONDI. Jeden Tag vier bis fünf Stück. Dafür braucht sie vorproduzierte Kunststoffwaben, zwei Nadeln, festen Zwirn, etwas Kraft und Geschick und ca. 60 Doppelstiche. TRAMONDI ist eine der Firmen, die in Sialkot Bälle für den Fairen Handel produ zieren Inhalt_S ::38 Uhr

7 Nahaufnahme Gruppe 3 Die Gruppe entschied sich für folgende Arbeitsschwerpunkte: (1) Informationen über Brasilien, aus dem rund 90 Prozent des in Deutschland getrunkenen Orangensafts kommen (2) Arbeitsbedingungen von Kindern und Erwachsenen (3) Wie funktioniert eine faire Produktion und ein Fairer Handel mit Orangen? (4) Von der Orange zum Orangensaft Die Schwerpunkte (1) und (2) bearbeiteten sie gemeinsam, die anderen arbeitsteilig. Zu (2) fanden die Gruppenmitglieder im Internet Informationen unter 3Produkte 3Orangensaft Hier ein Auszug: 30 Unter welchen Bedingungen werden die Orangen angebaut? Orangen für die Saftherstellung werden in der Regel auf Plantagen angebaut. Die Orangenernte ist ein sehr arbeitsintensiver Prozess. Doch Kleinbauern werden durch Billigkonkurrenz ins Abseits gedrängt und oft zur Aufgabe ihrer Orangenproduktion gezwungen. Andererseits erhalten Pflücker, die in den Orangenplantagen als Tagelöhner arbeiten, extrem niedrige Löhne. Die Lebensbedingungen der Arbeiter sind oft unerfreulich, die Wohnverhältnisse schlecht und die medizinische Versorgung ist ungenügend. 3 Wie funktioniert Fairer Handel mit Orangensaft? Für den Fairen Handel mit Orangen gelten Mindestpreise, die unabhängig von den Preisschwankungen auf den Märkten zu bezahlen sind. Sie 40 Zu (3) Die Gruppe fand viel Material zum Fairen Handel mit Orangen. Hier ihr Tipp: Misereor und Brot für die Welt (Hrsg.): Orangensaft. Materialien für die Bildungsarbeit zu bestellen unter: 2 1 Pflücker auf Orangenplantagen erhalten bei einer Tagesleistung von Kilo Orangen vier bis sechs Euro decken die Produktionskosten ab, die unter menschenwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen durchschnittlich entstehen. Der faire Mindestpreis für eine Tonne Orangensaftkonzentrat beträgt zurzeit 1 0 USDollar Zusätzlich wird ein Aufschlag von 0 US-Dollar pro Tonne Orangensaftkonzentrat für Investitionen in Bildung, Gesundheit und ökologische Verbesserungen bezahlt. Kleinbauern und Plantagenbesitzer verpflichten sich, arbeitsrechtliche und ökologische Mindeststandards umzusetzen, dazu zählen u. a.: das Verbot von Zwangs- und illegaler Kinderarbeit. Für Pflückerfamilien heißt das, gelegentliche Mitarbeit der Kinder ist nur erlaubt, wenn sie gleichzeitig regelmäßig zur Schule gehen. Nach TransFair: 3Produkte 3Orangensaft Diese Produkte von fair gehandeltem Orangensaft 3 sind auch in Lebensmittelgeschäften zu kaufen. 3 Die Aufgaben des Staates im Wirtschaftsprozess Inhalt_S ::41 Uhr

8 Nahaufnahme Gruppe 4 Die Gruppe entschied sich für folgende Arbeitsschwerpunkte: (1) Befragung von Schülern der Schule (Methode Fragebogen) (2) Befragung von Lehrern in der Schule (Methode Interview) (3) Befragung von Menschen in der Fußgängerzone (Methode Fragebogen) (4) Gestaltung eines Flyers zum Fairen Handel mit Fußbällen und Orangen Gemeinsam erarbeiteten alle einen Fragenkatalog Wer weiß, was man unter Fairem Handel versteht? Welche Ziele verfolgt ein Fairer Handel? Welche Gesichtspunkte kennen die Menschen? Präsentation und Auswertung des Projekts Der Aktionstag Die Gruppen planten einen Aktionstag und bereiteten dafür eine Ausstellung vor. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppen wurden auf einer Wandzeitung mit Bildern dokumentiert. Die Schüler legten ein Gästebuch aus, das Besucher zu Stellungnahmen anregte. Der selbst gestaltete Flyer wurde kopiert und an die Gäste verteilt. Der örtlichen Zeitung wurde Informationsmaterial zugeschickt mit der Bitte um Berichterstattung. Nachdenken über das Projekt Was haben wir über die Sache erfahren? Wie war die Arbeit in der Gruppe/dem Team? Wie war der Umgang mit Konflikten? Wer kann Kennzeichen für fair gehandelte Produkte beschreiben? Wer kauft faire Produkte regelmäßig/manchmal. Wenn ja bzw. nein, warum? Welche fair gehandelten Produkte kaufen die Menschen? Wo kaufen die Menschen diese Produkte? 2 Wer würde eine Aktion der Schüler zum Kauf fair gehandelter Produkte, z. B. Bälle, unterstützen? Wenn ja, warum; wenn nein, warum nicht? 30 Trinken die Lehrer in der Schule fair gehandelten Kaffee oder Tee? Wenn nein, warum? Wenn nein, sind sie bereit, das zu ändern? Kaufen die Lehrer andere fair gehandelte Produkte? Wenn ja, warum; wenn nein, warum nicht? 3 40 Dann teilte sich die Gruppe auf und erstellte für die Schwerpunkte (1) und (3) je einen passenden Fragebogen. Eine Untergruppe notierte Stichworte für das Interview (siehe Schwerpunkt (2)) mit den Lehrern. Zu (4) Für die Gestaltung des Flyers entwickelten einige Schüler Entwürfe. Über den besten Entwurf stimmten sie alle ab. 1 Ein Blick in das Gästebuch vom Aktionstag Anregungen für ein eigenes Projekt Diese Projektskizze kann euch helfen, ähnliche Problemfelder zu bearbeiten. Nutzt dazu auch die Methodenseiten zur Projektarbeit und zur Gruppenarbeit Inhalt_S ::42 Uhr

9 Methode Befragung (Interview) Darum geht es Durch eine Befragung könnt ihr die Meinungen, Wünsche und Kenntnisse von Menschen besser einschätzen lernen. Ihr könnt die Vielfalt von 2 So läuft es ab Vorbereitung Klärt folgende Fragen: Was fragen wir? Wen und wie viele fragen wir? Wo führen wir die Befragung durch? Wie führen wir die Befragung durch, z. B. als Ein zel- oder Partnerarbeit? Beurteilungen eines Sachverhalts feststellen und ordnen und euch selbst mit neuen Sichtweisen aus einandersetzen. Welche technischen Hilfen benötigen wir, z. B. Camcorder? Wie werten wir die Befragung aus? Wie und wo dokumentieren wir die Ergebnisse? Durchführung Begrüßt euren Interviewpartner. Erklärt, wer ihr seid, warum ihr die Befragung durchführt und was ihr mit dem Ergebnis macht. Überlegt evtl. vorher die ersten Sätze. Sie sollen ein gutes Gesprächsklima schaffen und die Bereitschaft des Interviewpartners zum Gespräch wecken. Teilt mit, wie lange das Gespräch dauern wird. Wenn ihr ein längeres Gespräch plant, sucht einen ruhigen Platz aus. Ermutigt euren Gesprächspartner durch Freundlichkeit und Interesse. Die Bereitschaft zu einem offenen Gespräch hängt auch von euren Gefühlen und einer anerkennenden Haltung ab. Haltet euch mit eurer Meinung zurück und vermeidet Bewertungen wie: finde ich gut, schlecht, langweilig oder unüblich. Bedankt euch am Ende des Gesprächs für die Mitarbeit. Auswertung Beantwortet folgende Fragen: Wie viele Personen haben eine Befragung abgelehnt? Was ist mir schwer gefallen? Was war unerwartet? Was war besonders überraschend? Welche Gegensätze bzw. ähnlichen Meinungen gab es bei den Interviewpartnern? Gab es unterschiedliche Sichtweisen bei Männern und Frauen? Welche neuen Erkenntnisse habt ihr gewonnen? 322 Die Aufgaben des Staates im Wirtschaftsprozess Inhalt_S ::44 Uhr

10 Methode Befragung (Fragebogen) Darum geht es Für eine schriftliche Befragung wird oft ein Fragebogen entwickelt, den die Menschen ohne Nennung ihres Namens (anonym) beantworten. Durch diese Befragungstechnik können viele Menschen 2 So läuft es ab Vorbereitung Entwicklung des Fragebogens Die entscheidende Arbeit liegt in der Entwicklung des Fragebogens. Es ist wichtig, möglichst genau zu klären, was gefragt werden soll. Die Fragen müssen verständlich sein. Offene oder geschlossene Fragen Bei geschlossenen Fragen werden vorgegebene Meinungen angekreuzt. Bei offenen Fragen müssen die Befragten die Antwort selbst formulieren. Geschlossene Fragen können leichter und schneller ausgewertet werden. Bei offenen Fragen können leichter die Gründe für eine bestimmte Meinung festgestellt werden. Oft werden beide Arten von Fragen verwendet. Auswahl der Befragten Wichtig ist es, zu klären, welche und wie viele Menschen befragt werden sollen. Beispiel Wenn ihr nicht alle Schüler eurer Schule befragen wollt, so müsst ihr euch über die Auswahl Gedanken machen. Sie soll möglichst gut die Gesamtheit aller Schüler widerspiegeln, z. B. das Alter, die verschiedenen Klassenstufen, Mädchen und Jungen, Schüler aus verschiedenen Stadt teilen. Auswertung Wie war die Zusammenarbeit? Wie haben sich die Menschen auf die Bitte nach Ausfüllen des Fragebogens verhalten? Wie viele Menschen haben den Fragebogen nicht ausgefüllt und abgegeben? zu den gleichen Problemen ihre Meinung sagen. Die Auswertung ist leichter und schneller als bei einem Interview. Beispiel für geschlossene Fragen überwiegend nie weiß ich nicht Ich kaufe Produkte aus Fairem Handel??? Ich arbeite gerne im Projekt??? Beispiel für offene Fragen Warum sind so viele Menschen vom Fußball begeistert? Warum kaufen immer mehr Verbraucher Bio Produkte? Organisatorische Entscheidungen Wie und wo werden die Fragebögen verteilt? Wie wird sichergestellt, dass die Namen der Schüler nicht bekannt werden? Sollen die Fragebögen sofort ausgefüllt werden oder später? Wie kann man sicherstellen, dass alle oder möglichst viele Fragebögen ausgefüllt und abgegeben werden? Wie wird der Fragebogen ausgewertet? Wie und wo werden die Ergebnisse dokumentiert? Welche Ergebnisse waren unerwartet? Was war besonders interessant? Welche neuen Erkenntnisse hat die Befragung erbracht? Inhalt_S ::4 Uhr

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