Tips, Tricks und HOWTOs Virtualisierung für Profis und Einsteiger Serverkonsolidierung, Testumgebung, mobile Demo

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1 virtuelle Maschinen mit VMware und Virtual PC Tips, Tricks und HOWTOs Virtualisierung für Profis und Einsteiger Serverkonsolidierung, Testumgebung, mobile Demo Nachdem wir im ersten Teil dieses Workshops die Grundlagen virtueller Netze geklärt haben und im zweiten Teil vor allem auf Anforderungen in Produktionsumgebungen eingegangen sind, soll sich der dritte und letzte Teil noch einiger wichtiger offener Fragen annehmen, z.b.: MAC- Adressen, Klonen, was ist die UUID... Hinweis: Dieses PDF-Dokument enthält Lesezeichen als Inhaltsverzeichnis! UUID und MAC-Adressen Gleich als erstes werden wir uns in die Tiefen der Konfigurations- Datei (*.vmx) von virtuellen Maschinen begeben. Wir lernen einige wichtige Internas kennen, welche auf den ersten Blick nicht sofort mit Netzwerken in Zusammenhang zu bringen sind. Dieses Wissen wird aber unbedingt benötigt, wenn es um MAC-Adressen geht und auch weiter unten beim Thema Klonen. UUID (universally unique identifier) Jede VM verfügt über eine 128 Bit lange ID, den sog. universally unique identifier, oder kurz UUID. Diese Nummer ist für jede virtuelle Maschine eindeutig. Sie wird automatisch beim Start einer VM gesetzt. Die MAC-Adresse jedes virtuellen Adapters wird maßgeblich aus dieser UUID abgeleitet, doch dazu später! Unter anderem ist die UUID abhängig vom Verzeichnis auf dem Host, in welchem sich die VM befindet und vom Namen der vmx- Datei. Das bedeutet, dass eine VM immer dann automatisch eine neue UUID zugewiesen bekommt, wenn die VM kopiert oder verschoben wurde, bzw. wenn sich der Name der Konfigurations- Datei geändert hat! Sie werden auf eine solche Neuinitialisierung der UUID durch folgende Abfrage aufmerksam gemacht: 1

2 An dieser Stelle können Sie sich entscheiden, ob die UUID der VM neu gebildet werden soll, oder ob weiterhin die vorhandene Nummer verwendet wird. Die Frage erscheint einmalig, nach jedem Kopieren, Verschieben oder Umbenennen der Konfiguration. Die generierte UUID selbst und alle damit verbundenen Parameter, finden sich in der vmx-datei einer VM. Eine UUID könnte dort folgendermaßen aussehen: uuid.bios = "56 4d 6b d 2b-8d 20 cf 55 7e " Hinweis: Der ähnlich lautende Eintrag uuid.location spielt im Folgenden keine weitere Rolle! Wählen Sie bei der obigen Abfrage Create, dann wird eine neue UUID für ihre VM gebildet, bei Keep bleibt die alte ID erhalten. Wird die VM ein weiteres Mal kopiert oder verschoben, erscheint die Abfrage erneut. Wollen Sie in Zukunft für diese VM immer die gleiche Aktion ausführen, ohne gefragt zu werden (z.b. bei Muster-VMs, die ständig kopiert werden), so können Sie auch mit Always Create, bzw. Always Keep antworten. Dann wird (nur für diese VM!) in Zukunft immer die gewählte Aktion ohne Abfrage ausgeführt. In der vmx-datei sehen Sie das an den Einträgen: uuid.action = "create" oder uuid.action = "keep" Werden diese Einträge manuell entfernt, dann fragt VMware wieder nach jedem Kopieren oder Verschieben nach. Soweit im Schnelldurchlauf zur UUID einer VM. Eigentlich könnte uns diese interne Nummer ziemlich egal sein, wenn nicht ein 2

3 wichtiger Aspekt unseres virtuellen Netzwerkes direkt davon abhängen würde. MAC-Adressen virtueller Adapter Die letzten drei Stellen der UUID einer virtuellen Maschine tauchen nämlich in der MAC-Adresse jeder virtuellen Netzkarte dieser VM auf. Und damit sind wir dann auch wieder beim Thema Netzwerk! Physische Netzkarten werden durch eine eindeutige ID, die Media Access Control Address, kurz MAC-Adresse, gekennzeichnet. Eigentlich sollte es weltweit(!) keine zwei Netzkarten mit der gleichen Nummer geben. Die Kommunikation im LAN, egal ob z.b. TCP/IP oder IPX/SPX, läuft auf der untersten Ebene immer über diese Hardware- Nummer. Nur dadurch weiß ein Transportprotokoll, wie Ethernet, an welche Karte letztendlich die Pakete zu senden sind. Gibt es im gleichen Netz zwei Netzkarten mit der gleichen MAC- Adresse, dann wird keiner der beiden Adapter im LAN ordentlich kommunizieren können! Dieser Fall dürfte in der realen Welt eigentlich nie auftreten (wobei die Betonung auf dürfte liegt!). In unserer virtuellen Welt ist es aber durchaus möglich, dass zwei VMs mit der gleichen MAC- Adresse existieren. Nach einem Kopiervorgang einer kompletten VM, hat die Kopie erst einmal die gleichen Einstellungen, wie die Vorlage. Damit haben auch die Netz-Adapter die selbe MAC- Adresse und können weder custom im gleichen virtuellen Netz, noch bridged im physischen Netz miteinander kommunizieren! Hinweis: MAC-Adress-Konflikte erzeugen im Betriebsystem meist keine sichtbare Fehlermeldung! Viel Spaß bei der Fehlersuche! Weiterhin wird die MAC-Adresse manchmal auch von bestimmten Anwendungen benutzt, um einen Rechner eindeutig zu identifizieren. So gibt es einige Provider oder Netzzugänge in Firmen, die nur dann einen Rechner ins Netz lassen, wenn die MAC-Adresse der Netzkarte dieses Rechners vorher registriert wurde. In diesem Falle ist es ärgerlich, wenn sich die MAC- Adresse einer VM ändert. Hinweis: An dieser Stelle gibt es auch gleich die Antwort auf eine häufig gestellte Frage: Die MAC-Adresse eines Bridged-Adapters im physischen LAN hat NICHTS mit der echten MAC-Adresse der physischen Netzkarte zu tun. Im LAN hat der virtuelle Adapter der VM eine eigene MAC! Damit sind wir dann wieder bei der UUID! 3

4 Durch die richtige Beantwortung der UUID-Abfrage nach dem Kopieren können Sie bestimmen, was mit der MAC-Adresse passiert. Ändert sich die UUID, bekommen die Adapter in der VM dadurch auch neue MAC-Adressen. Bleibt die UUID gleich, behalten die Adapter ihre MAC. zwei Beispiele: Wenn Sie eine VM für eine Testumgebung durch Kopieren vervielfältigen, dann müssen Sie neue UUIDs erstellen! Wenn Sie auf dem Host nur aufräumen und dabei Verzeichnisse ändern, können Sie die vorhandene UUID und damit die MAC- Adressen behalten. Folgende Einträge existieren zur MAC-Adresse in der vmx-datei: uuid.bios = "56 4d a8 bc a a6-3d b8 25 0f ed a6" ethernet0.generatedaddress = 00:0c:29:73:67:a6" Ethernet0.addressType = "generated" ethernet0.generatedaddressoffset = "0" ethernet1.generatedaddress = 00:0c:29:73:67:b0" Ethernet1.addressType = "generated" ethernet1.generatedaddressoffset = "10" Der erste Adapter einer VM erbt immer die letzten drei Stellen der UUID, weitere Adapter werden dann im letzten Byte mit einem Offset hochgezählt. feste MAC-Adresse zuweisen Sie könne die MAC-Adresse eines virtuellen Adapters aber auch unveränderlich festlegen (notwendig z.b. bei registrierten MAC- Adressen für bestimmte Anwendungen) Dazu gibt es zwei Methoden: feste MAC-Adresse Methode 1: Löschen Sie für einen bestimmten Adapter X folgende Zeilen aus der Konfigurations-Datei: ethernetx.generatedaddress ethernetx.addresstype ethernetx.generatedaddressoffset Fügen Sie jetzt die Zeile mit Ihrer festen MAC-Adresse ein: ethernetx.address = 00:50:56:XX:YY:ZZ 4

5 Folgender Eintrag entsteht beim Start der VM dann automatisch: EthernetX.addressType = "static" Wie Sie allerdings schon an der Syntax XX:YY:ZZ sehen, können Sie keine beliebigen Adressen vergeben und auch die letzten drei Stellen haben enge Grenzen. Die genauen Regeln zur Bildung einer gültigen virtuellen MAC-Adresse finden Sie hier: feste MAC-Adresse Methode 2 Soll der Bridged -Adapter einer VM eine völlig unabhängige MAC- Adresse erhalten, oder muss eine VM nach der Portierung von einer realen Maschine (real2virtual), die MAC des alten physischen Adapters nachahmen, dann gibt es dafür nur folgende Lösung: Im OS in der VM kann direkt im Netzadapter (egal ob vlance oder vmxnet) eine explizite MAC-Adresse angegeben werden. Diese überschreibt dann die MAC-Adresse, welche VMware eigentlich dem Bridged-Adapter zugewiesen hat. Das funktioniert im übrigen auch bei vielen physischen Rechnern, vorausgesetzt der Netzkartentreiber unterstützt das. Die Einstellung unter Windows-Gästen finden Sie hier: Netzwerkumgebung > Eigenschaften bei der Netzwerkkarte auf Konfigurieren > Erweiterte Einstellungen > Netzadresse Die MAC-Adresse eines nachzuahmenden Quellsystems bekommen Sie mit dem Befehl ipconfig heraus: ipconfig /all... Physikalische Adresse : 00-0E-6A-A5-AE-80 Diese Adresse ist dann ohne Bindestriche in der virtuellen Maschine einzutragen. Natürlich darf die physische Karte dann im LAN nicht mehr in Betrieb sein! Zur Kontrolle können Sie von einer beliebigen anderen Station im Netz ein Ping auf die VM machen und anschließend den Befehl arp a Hier muss zur IP der VM die geänderte MAC-Adresse erscheinen. Unter Linux-Gästen kann ein Überschreiben der MAC-Adresse mittels ifconfig erfolgen: 5

6 ifconfig ethx down ifconfig ethx up hw ether 00:0e:6a:a5:ae:80 Das entsprechende ifconfig-kommando sollte am besten im passenden Startskript Ihrer Distribution angepasst werden. ACHTUNG!!! Bei dieser Methode der MAC-Anpassung direkt im OS, darf in der vmx-datei KEINER der beiden folgenden Einträge enthalten sein: ethernetx.downwhenaddrmismatch = TRUE ethernetx.noforgedsrcaddr = TRUE Diese Einträge sind nur vorhanden, wenn Sie aus Sicherheitsgründen mutwillig eingefügt wurden -> sh: Klonen von VMs Damit hätten wir schon einiges an Vorarbeit geleistet, wenn es nun um die Frage geht, was beim Klonen von virtuellen Maschinen netzwerkmäßig zu beachten ist. Wer VMware verwendet, wird sich bald einen Satz vorkonfigurierter Master-VMs angelegt haben, die man dann schnell durch einfaches Kopieren vervielfältigen kann. So ist ruckzuck eine komplette Testumgebung aufgebaut oder ein zweiter Produktionsserver an den Start gebracht. Tip: Beachten Sie zum Thema schnelles Klonen auch die neuen Features der Workstation 5 und meines Tools VMsnap auf VMaschinen.de, welches auch unter GSX läuft! Damit ist es möglich, ganz ohne zeitaufwändiges Kopieren, in Sekunden mit ein paar Mausklicks, VMs zu klonen und Systemstände einzufrieren. Geklonte VMs sind allerdings immer exakte Kopien, und diese Tatsache wirft gerade in Netzwerken einige Probleme auf. Was ist zu Beachten, damit später alle Kopien im Netzwerk zusammenarbeiten und ordentlich miteinander kommunizieren können? Folgende wichtige Änderungen und Anpassungen sollten nach jedem Klonvorgang am OS der VM vorgenommen werden: MAC-Adresse Nach den obigen Ausführungen ist klar, dass es unbedingt notwendig ist, für unterschiedliche MAC-Adressen in den geklonten 6

7 VMs zu sorgen. Dies geschieht am einfachsten mit der Antwort Create bei der UUID-Abfrage. Kontrollieren Sie außerdem bei Problemen die vmx-datei nach fest vergebenen MAC-Adressen: EthernetX.addressType = "static" bzw. nach dem Eintrag: uuid.action = "keep" IP-Adresse Selbstverständlich muss jetzt jede VM auch eine eigene IP- Adresse erhalten. In vielen Fällen ist es praktisch, dazu gleich einen DHCP-Server im LAN, oder den internen DHCP-Dienst von VMware zu nutzen. Feste IP-Adresse können dagegen bei Servern notwendig sein und sind dann mit Hand anzupassen. SSID Handelt es sich beim OS in den VMs um WindowsNT/2000/XP, dann sollte auch eine neue SSID vergeben werden. Rechner mit der gleichen SSID werden vor allem in Domänenumgebungen zum Problem. Verwenden Sie dazu SYSPREP von Microsoft oder noch einfacher, schneller und komfortabler das kostenlose Tool NEWSID von der Seite: Rechnername Weiterhin ist noch der Rechnername der VM anzupassen. Das kann manuell in der Netzwerkumgebung, oder gleich mit NEWSID beim Ändern der SSID gemacht werden. Domänenmitgliedschaft Sollte die Vorlage des Klons eine VM mit Mitgliedschaft in einer NT-Domäne, bzw. ADS-Struktur sein, so ist am besten VOR dem Kopieren die Vorlage-VM aus der Domäne zu entfernen. Nach dem Klonen und Anpassen, können dann alle Kopien (mit neuer IP, SSID und Name) wieder in die Domäne aufgenommen werden. TIP: Am besten ist bei dieser Gelegenheit, gleich in der Vorlage- VM, die Änderung des Maschinen-Passwortes abzuschalten, um 7

8 später bei einem Revert der VM nicht ständig aus der Domäne zu fliegen und die Mitgliedschaft zu verlieren! (sh. Tipps&Tricks auf Domänencontroller Ein Klonen von Domänenkontrollern ist nicht empfehlenswert. Halten Sie am besten einen fertig installierten und gepatchten, aber noch unkonfigurierten, Server als Muster-VM vor, den Sie dann erst NACH dem Klonen zum Domänencontroller machen. Vorsicht bei Snapshot/Revert! Machen Sie nach obigen Einstellungen gegebenenfalls auch wieder einen neuen Snapshot, um die Änderungen am Klone zu sichern! Sonst stehen Sie nach einem Revert wieder am Anfang und produzieren eventuell IP-Adress-Konflikte usw. im LAN. Hinweis: In diesem Zusammenhang muss ich darauf hinweisen, dass Dienste-Server (Domänencontroller usw.) in der Produktion ohne Snapshot laufen sollten. Ein Revert kann hier, z.b. in einer vernetzten ADS, ein ziemliches Chaos verursachen! Tip: Sollten Sie sich wundern, dass nach jedem Revert einer VM immer wieder die Abfrage nach der UUID erscheint, dann liegt das daran, dass diese Maschine NACH dem letzten Snapshot Kopiert oder Verschoben wurde. Um der Fragerei ein Ende zu bereiten, machen Sie nach erfolgter Antwort auf die UUID- Abfrage einfach einen neuen Snapshot! Damit wären wir dann am Ende des ausführlichen Netzwerk- Workshops von VMaschinen.de angelangt. Ich hoffe, ich konnte alle offenen Fragen verständlich erklären und Ihnen mit dieser Artikelfolge einige Neuigkeiten und Hinweise vermitteln. Für Anregungen und Tipps zu Erweiterungen, bzw. über Hinweise zu Unklarheiten bin ich jederzeit Dankbar! Sven Ahnert 8

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