Schuleigener Lehrplan Abschlussstufe

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1 Schule an der Kleiststraße Förderschule Schwerpunkt Geistige Entwicklung Schuleigener Lehrplan Abschlussstufe Beschlussfassung vom

2 Der vorliegende schuleigene Lehrplan der Abschlussstufe ist eine schulspezifische Ergänzung zu den Rahmenrichtlinien der Abschlussstufe. Insbesondere die zentrale Lage und die gute infrastrukturelle Anbindung unserer Schule ermöglichen in allen genannten Lernbereichen vielfältige außerschulische Lernanlässe und Erfahrungen. Lerninhalte aus den Lernbereichen Deutsch und Mathematik In den Rahmenrichtlinien für den Unterricht in der Schule für Geistigbehinderte - Abschlussstufe heißt es: "Die Lernbereiche Sprache, Denken, Mathematik, Lesen und Schreiben können im Rahmen des grundsätzlich projektorientierten Lernvorhaben mitverfolgt oder auch als spezielle Fördermaßnahmen angeboten werden." (1993, S.9) In diesem Sinne können die Inhalte der schuleigenen Lehrpläne in den Fächern Deutsch und Mathematik aufgegriffen werden. Im Vordergrund stehen dabei praktische Bezüge zu Alltagssituationen der Schüler mit dem Ziel, der Erhaltung ggf. Erweiterung der erworbenen Kompetenzen. Aufgeführte Lernbereiche und Nummerierungen dienen der Orientierung und entsprechen den Rahmenrichtlinien der Abschlussstufe. 2

3 Lernbereich 1: Ich-Erfahrung Die Inhalte des Lernbereichs Ich-Erfahrung berücksichtigen zentrale Prinzipien des täglichen Unterrichts unserer Schule und finden sich in den weiteren Lernbereichen des schuleigenen Lehrplans wieder. 1.1 Grundlagen der Ich-Erfahrung 1.2 Zunahme persönlicher Bewusstheit 1.3 Zunahme von Selbstständigkeit 1.4 Zunahme von Individualität 1.5 Zunahme sozialer Kompetenzen Bildung von Mädchen- und Jungengruppen um besondere Aspekte aus allen Bereichen der Ich-Erfahrung zu bearbeiten. Dies gilt insbesondere für den Punkt 1.3 Zunahme von Selbstständigkeit (Sexualität) 1.6 Zunahme von Entscheidungs- und Mitbestimmungsmöglichkeiten Sich entscheiden und mitbestimmen können: - Wahl des Klassensprechers, der Schülervertretung, Wahl aus Angeboten am Praxistag und in der Projektwoche, Zuordnung zu Sportgruppen u.a. 3

4 Lernbereich 2: Wohnen 2.2. Wohnkultur Einrichtung und Gestaltung von Wohnbereichen: - Besuch von Einrichtungshäusern, Wohnmöglichkeiten erkunden 2.3. Selbstversorgung Vorbereitung auf eine eigenständige Lebensführung: - Nutzung der nahe gelegenen Einkaufsmöglichkeiten, selbstständige Versorgung mit Nahrungsmitteln, - Entwicklung von Kompetenzen in der Bedienung von Haushaltsgeräten wie Spülmaschine, Waschmaschine, Wäschetrockner, Backofen - Einhaltung von Hygieneregeln im Hauswirtschaftsunterricht bes. in der Kochgruppe, Kioskgruppe (Praxistag) + Hauswirtschaftsunterricht + Teilnahme am Praxistag der Abschlussstufe 4

5 2.4. Wohnen in realen Situationen Es besteht der Wunsch nach einer Trainingswohnung bzw. nach einem Partner wie der WfbM, Stiftung Gertrudenheim, Baumhaus, Selam o.a., die eigene Trainingswohnungen haben (bisher gibt es diese nicht), um Wohnpraktika ähnlich der Berufspraktika durchführen zu können. Lernbereich 3: Freizeit 3.1 Grundlagen der Freizeitgestaltung 3.2 Formen der Freizeitgestaltung Sich entspannen: Pausenangebot für die Abschlussstufe; Ruhebereich und Leseecke im Freizeitraum Sich besuchen, feiern und ausgehen: Monatliche Pausen-Disco, Abschluss-Disco, Geburtstagsfeiern, jahreszeitliche Feste Dem eigenen Leben einen persönlichen Ausdruck geben: Vergleich Lernbereich 1: Ich-Erfahrung 5

6 3.2.4 Musik erleben und musizieren: monatliche Pausen-Disco, Abschluss-Disco, Mitgestaltung von Festen, populäre Musik thematisieren, Choreografien zu moderner Musik erarbeiten Fernsehen und Filmen: regelmäßiger Abschlussstufenkinotag, Kinobesuche im Rahmen von Projektwochen, der Kibum oder der Niedersächsischen Schulkinowochen Sich bewegen, Sport treiben: Fußballball-AG, Basketball-AG, das Freizeitbad Olantis kennen lernen und nutzen, Teilnahme an außerschulischen Sportveranstaltungen (Brunnenlauf, Basketballturnier), Vergleich Lernbereich 5.3 und Sportkonzept der Schule a.d.kleiststraße Spielen: Nutzung von Spielkonsolen Sich mit Bild und Schrift beschäftigen: Beiträge zur Schülerzeitung, Kooperation mit der Nord-West- Zeitung (NWZ), Nutzung von Landes- und Jugendbücherein Gestalterisch tätig sein: Kooperationen im gestalterisch-künstlerischen Bereich (Kunstschule Klex) Mit Tieren und Pflanzen umgehen: Kontakt zu Schulbesuchshunden, Schulgarten, heilpädagogisches Reiten und Voltigieren Dinge sammeln Ausflüge machen und verreisen: Partnerschule in England besuchen, Flughafen Bremen, Klassenfahrten 6

7 Lernbereich 4. Arbeit und Beruf 4.1 Grundlagen für Arbeit und Produktion Bedeutung von Arbeit - einen persönlichen Bezug zur Arbeit entwickeln. Entsprechend der individuellen Lernvoraussetzungen der Schüler werden aus diesen Themenbereichen unterschiedlichste Aspekte unterrichtlich behandelt und erfahrbar gemacht. 4.2 Arbeits- und Produktionsformen Die Schülerinnen und Schüler lernen in den gut ausgestatteten Fachräumen unterschiedliche Arbeitstechniken und Produktionsformen kennen. Sie werden in den Umgang mit spezifischen Arbeitsgeräten als auch Maschinen eingewiesen. - Werkräume - Schulküche - Fahrradwerkstatt - Schulgarten (siehe auch Kooperationsunterricht mit der BBS3 - Schwerpunktbereiche Hauswirtschaft und Gartenbau) + Hauswirtschaftsunterricht + Werkunterricht 7

8 4.3 bis 4.6 Berufsorientierung - Praxistag: Bildung von klassenübergreifen Gruppen in den Bereichen: Gartenbau Hauswirtschaft (Schwerpunkt Nahrungszubereitung) Dienstleistungsgruppe (Schwerpunkt Wäschepflege) Schulkiosk Fahrradwerkstatt Die Arbeit erfolgt soweit wie möglich unter realitätsnahen Bedingungen (Arbeitsfelder WfbM) - Kooperation mit BBS3: Gartenbau und Hauswirtschaft (siehe Konzept Kooperation BBS) - Betriebserkundungen: Nutzung des breit gefächerten Angebotes in Oldenburg sowie der Betriebe zu denen schon gute Kontakte bestehen. - Betriebspraktika: Praktika finden in den verschiedenen WfbM's und Betrieben auf dem 1.Arbeitsmarkt (z.b.großküchen, Altenheime, Wäscherei, Gärtnerei) statt. Die Anzahl der Praktika als auch die Dauer wird individuell festgelegt. - Berufsberatung: Wird in der Schule für die Entlassungsschüler durch die ARGE Oldenburg durchgeführt. Liste der Betriebe und Werkstätten soll erstellt werden + + teilnehmende Schüler müssen mindestens über 2 Jahre an der Maßnahme teilnehmen. + o 8

9 Lernbereich 5. Öffentlichkeit Mobilität entwickeln und erweitern Wege selbstständig zurücklegen (sieh Mobilitätskonzept der Schule) - zu öffentlichen Einrichtungen fahren - selbstständig zur BBS fahren - Praktikumsstellen selbstständig erreichen - zum Einkaufen in die Stadt fahren und sich dort orientieren 5.3 Teilhabe am öffentlichen Leben Teilnahme an lokalen Festen und Gebräuchen: - Kramermarkt, Grünkohltour, Boßeln, Stadtteilfeste Teilnahme an Sportveranstaltungen: vgl Everstener Brunnenlauf, Sportwettkämpfe, Besuch von Spielen der EWE-Baskets, VfB-Oldenburg, Werder Bremen etc. - Kontakte zu Vereinen knüpfen (Selam, Sportvereine) Teilnahme an kulturellen Veranstaltungen: - Theaterbesuche, Kinotage, Bibliotheken, Ausstellungen in Museen, 'I's doch normal ey!' Kulturtage 9

10 Kontakte zu unserer Partnerschule "Dee Banks School" in England pflegen und Reisen dorthin ermöglichen. Dienstleistungen und Beratungseinrichtungen in Anspruch nehmen: - Ämter in Oldenburg (Aufgaben und Standorte) - Bankgeschäfte kennenlernen und durchführen. (evtl. Bankkonto eröffnen) - Gesundheitsamt und Beratungsstellen (Selam, Bekos, Pro Familia, ARGE) Lernbereich 6: Umwelt und Umweltschutz 6.1 Grundlagen für umweltfreundliches Verhalten Sich selbst in Umwelt und Natur erleben: - Unterrichtsgänge z.b. Eversten Holz, Schulgarten, Teiche, Botanischer Garten, Schlossgarten u.a. 6.2 Wasser Wasser als natürliche Grundlage des Lebens erfahren: - Unterrichtsgänge z.b. Schleuse, Klärwerk, Wasserkraftwerk, Hunte, Haaren, Wilhelmshaven (Meer), Zwischenahner Meer 10

11 6.4 Boden Boden als natürliche Grundlage des Lebens erfahren: - Unterrichtsgänge zu Hofbetrieben - Schulgartenarbeit Liste soll noch erstellt werden (z.b. Hofgemeischaft Grummersort, Hof Siems, Hof Stolle) 6.5 Ökosysteme Ökosystem Wiese: - Unterrichtsgänge z.b. Haarenniederung, Teiche bei der Schule, Wiesen zwischen Hunte und Osternburger Kanal, Bornhorster Wiesen, Nabugarten am Marschweg 6.6 Die umweltfreundliche Schule Unterrichtsräume, Schulgebäude und Schulgelände umweltfreundlich gestalten: - Schulgarten umweltfreundlich gestalten und bewirtschaften - Pflege der Trockenmauer 11

12 Sich in der Schule gesund ernähren: - Erziehung zur gesunden Ernährung bei der Zubereitung von Frühstück und Mittagessen (siehe auch Hauswirtschaft) Abfall vermeiden oder der Wiederverwertung zuführen: - sich an jährlichen Müllsammlungen beteiligen - Mülltrennung u. Entsorgung in den Klassen - Unterrichtsgang zu einem Abfallwirtschaftsbetrieb Legende: + Verbindlich zu bearbeitendes Thema in der Stufe O Empfehlung zur Bearbeitung dieses Themas (nach den Bedürfnissen der Schülerinnen und Schüler) Evaluation: 1. Innerhalb der ersten Abschlussstufenkonferenz wird der Lehrplan alle zwei Jahre durchgearbeitet. 2. Als Bewertung werden Buchstaben in die Evaluationsspalte eingetragen: A: Verbindlichkeit des Themas ist angemessen. Keine Änderung notwendig. B: Thema muss modifiziert werden. (Beschreibung, Änderung des Lehrplanes). C: Thema soll aus dem Lehrplan entfernt werden (Beschreibung, Änderung des Lehrplanes). 3. Gesamtbeurteilung des Lehrplanes: Müssen andere Schwerpunkte aufgenommen werden? (Beschreibung, Änderung des Lehrplanes) 4. Veröffentlichung und Verabschiedung der Evaluationsergebnisse auf der zweiten Gesamtkonferenz des jeweiligen Schuljahres. Der Lehrplan wird auf der Schulhomepage veröffentlicht. 5. Empfehlungen im Hinblick auf Literatur und didaktischen Medien werden fortlaufend ergänzt. 12

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