Bodenuntersuchungen in Lünen

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1 Bodenuntersuchungen in Lünen Auftraggeber: Kreis Unna, Fachbereich Natur und Umwelt Durchführung: Gelsenkirchen Professor Dr. Ulrich Ewers Dipl.-Ing. Michael Sauerwald 1

2 Bodenuntersuchungen in Lünen Anlass: Hohe Gehalte von Kupfer und Zink im Staubniederschlag im Bereich des Industrie- und Gewerbegebietes an der Kupferstraße und nördlich des Hafengebietes Bzgl. Arsen, Blei, Cadmium und Nickel wurden Depositionswerte gemessen, welche die Immissionswerte für die Schadstoffdeposition nach TA Luft überschreiten. Fragestellung: Aufgrund der vermutlich langjährigen Belastung durch schwermetall-haltigen Staubniederschlag war von einer Anreicherung von Schwermetallen im Boden auszugehen. Anhand von systematischen Bodenuntersuchungen sollte der Ist-Zustand dargestellt und aus umweltmedizinischtoxikologischer Sicht beurteilt werden. 2

3 Bodenuntersuchungen in Lünen Untersuchungsprogramm: Entnahme von Bodenproben auf 40 Flächen im Stadtgebiet von Lünen nach den Vorgaben der BBodSchV Entnahmetiefen: 0 10 cm und cm Untersuchung des Oberbodens (0 10 cm; in Kleingärten: 0 30 cm) auf Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Nickel, Kupfer, Quecksilber und Zink nach Königswasseraufschluss Untersuchungsmaterial: Siebfraktion < 2 mm des luftgetrockneten Bodens 3

4 Bodenuntersuchungen in Lünen Beprobte Flächen: Kinderspielplätze Kindergärten und Kindertagesstätten Begleitgrünflächen im Bereich von Schulgeländen Haus- und Kleingärten Weideflächen und Tiergehege Begleitgrünflächen an Straßen und Parkplätzen Sonstige Flächen (Liegewiesen, Wald etc.). 4

5 Bodenuntersuchungen in Lünen Untersuchungsergebnisse: Stark erhöhte Gehalte von Kupfer, z.t. auch von Zink im Boden, insbesondere im Bereich der Kupferstraße. Mit zunehmender Entfernung Abnahme der Kupfergehalte im Boden; im Abstand von ca. 2 km wird das Niveau der für Stadtböden des Ruhrgebietes typischen Hintergrundwerte annähernd erreicht. Die Gehalte von Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Nickel und Quecksilber im Oberboden liegen im Bereich der für Stadtböden des Ruhrgebiets typischen Hintergrundwerte. In bezug auf die v.g. Parameter wurden keine relevanten Überschreitungen der Prüfwerte gemäß BBodSchV, Anhang 2, festgestellt. 5

6 Ergebnisse der Bodenuntersuchungen in Lünen Kupfer (mg/kg TM) Zink (mg/kg TM) Hintergrundwerte für Stadtböden im Ruhrgebiet Industriegebiet an der Kupferstraße Stadtgebiet von Lünen Entfernung < 1,2 km NO Stadtgebiet von Lünen Entfernung > 2 km NO < 100 < 150 6

7 Biologische Bedeutung von Kupfer und Zink Kupfer und Zink sind für Menschen und Tiere, wahrscheinlich auch für viele Pflanzen essentielle Spurenelemente Empfohlene tägliche Zufuhr beim Menschen - Kupfer: 1 3 mg - Zink: 12 mg (Frauen), 15 mg (Männer, schwangere Frauen), 22 mg (stillende Frauen) Kupfer und Zink sind Bestandteile von zahlreicher Mineralstofftabletten und Nahrungsergänzungspräparaten. Diese enthalten i.a. 1 mg Kupfer und 5 mg Zink. Verschiedene, angeborene Krankheiten beruhen auf Störungen des Kupfer-Stoffwechsels (Menkes-Syndrom, Wilson-Krankheit) 7

8 Toxische Wirkungen von Kupfer und Zink Vergiftungen durch Kupfer und Kupfersalze beim Menschen sind äußerst selten. Vergiftungen durch Zink und Zinksalze treten nur bei Aufnahme extrem hoher Mengen auf. Kupfer-Salze wirken bakterizid und fungizid. Sie werden zum Schutz gegen Pilzbefall von Bauholz verwendet. Die Aufnahme von stark Kupfer-haltigem Trinkwasser kann möglicherweise Leberschädigungen bei flaschengenährten Säuglingen und Kleinkindern hervorrufen. 8

9 Essentielle Bedeutung und Toxizität von Kupfer und Zink: Einschätzung der WHO Copper: From available data on human exposure worldwide, but particularly in Europe and the Americas, there is greater risk of health effects from deficiency of copper than from excess copper intake. WHO, EHC 200 (1998) Zinc: The essential nature of zinc, together with ist relatively low toxicity in humans, suggests that normal healthy individuals are at potentially greater risk from adverse effects associated with zinc deficiency than from those associated with normal environmental exposure to zinc. WHO, EHC 221 (2001) 9

10 Kupfer im Trinkwasser Grenzwert für Kupfer nach Trinkwasserverordnung: 2 mg/l. Erhöhte Kupfer-Konzentrationen im Trinkwasser können auftreten, wenn das Wasser einen ph-wert im sauren Bereich hat und längere Zeit mit Kupfer-haltigen Behältern und Rohren in Kontakt steht. Anfang der 1990er Jahre wurden von Eife et al. 22 Fälle von kindlichen Leberzirrhosen beschrieben, die auf Trinkwasser mit stark erhöhten Kupfergehalten zurückgeführt wurden. Ob Kupfer die alleinige Ursache dieser Erkrankungen war, ist bis heute nicht geklärt. 10

11 Gegenüberstellung der zulässigen Kupferaufnahme durch Trinkwasser und im Boden Gesetzlich zulässige Aufnahme von Kupfer über das Trinkwasser bei Aufnahme von 1 2 l Trinkwasser pro Tag: 2 4 mg / Tag Aufnahme von Kupfer durch Verschlucken von Bodenpartikeln, die 500 bzw mg/kg Kupfer enthalten: 0,17 bzw. 0,34 mg/tag Zugrundeliegende Annahmen: orale Bodenaufnahme: 500 mg/tag an 240 Tagen des Jahres 11

6,

6, ph-wert 10,00 9,50 9,00 8,50 8,00 7,50 7,00 6,50 U:\13h\U135009_DGW_Änderung_Planfeststellung\02_Daten\Chemie\Wasser\Analyseberichte_neu\Sickerwasse_v03.xls Seite 1/18 Leitfähigkeit µs/cm 20000 15000 10000

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