Collaborative Planning. Kurs Prozessoptimierung

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1 Collaborative Planning Kurs Prozessoptimierung

2 Übersicht Was ist Collaborative Planning? Schwierigkeiten bei der Produktionsprogrammplanung Nicht abgestimmte Kapazitäts- und Terminplanung Aufschaukelungseffekte (Bull-Whip Effekt) Web-Anwendung Collaborative Planning Simultanplanung Beispiel Supply Network Planning / Supply Chain Cockpit (SAP AG) Beispiel Forecasting (SAP AG) Quellen- und Literaturverzeichnis

3 Was ist Collaborative Planning? Collaborative Planning zielt darauf ab, den Informationsstand der Akteure in der logistischen Kette aktuell und abgestimmt zu halten, um damit Mehraufwand durch Prognoseänderungen, Nachfrage- und Bedarfsschwankungen (engl.: bull whip effect) verringern bzw. vermeiden zu können. Dies setzt u.a. voraus, dass sich die Akteure über eine gemeinsame Informationspolitik sowie gemeinsame, vertrauensbildende Maßnahmen einig sind.

4 Probleme Produktionsprogrammplanung Bei der Produktionsprogrammplanung treten in der Praxis oft folgende Schwierigkeiten auf: Die mittel- und langfristig festgelegte Zahlen im Vertriebsprogramm weichen vom aktuellen Ist-Produktionsprogramm ab. Der Spielraum bei der Auftragseinplanung ist eingeschränkt. Absatzprognosen sind mit hohen Unsicherheiten behaftet. Aus Umwägbarkeiten heraus wird teilweise teuer "auf Vorrat" beschafft und produziert. Planungsabweichungen führen bei der Festlegung des Personalbedarfs zu schwankender Kapazitätsauslastung. Auftretende Produkt- und Mengenänderungen führen zu Mehraufwand und Verlusten.

5 Probleme Kapazitäts- und Terminplanung Die langfristige Kapazitätsplanung basiert auf oft auf unzuverlässigen Plan- und Vorschauddaten im Auftragsgewinnungsprozess, eine langfristige Personalplanung ist daher nicht möglich. Die Ermittlung der Liefertermine wird "per Daumen" vorgenommen, da keine aktualisierten Fortschrittsmeldungen über den laufenden Bearbeitungsstand vorhanden sind. Eine Diskrepanz zwischen geplantem und tatsächlichem Kapazitätsbedarf bewirkt, dass Aufträge nicht rechtzeitig erfüllt werden können. Es ist nicht immer bekannt, welche Kapazitätsgrenzen die kritischen Lieferanten haben, so dass bei Mengen- und Terminänderungen auch Lieferausfälle eintreten können. Die Planung von Kapazitäten und Terminen über meherer Stufen der logistischen Kette gestaltet sich als schwierig, da oft nur sukzessiv und nicht simultan geplant werden kann

6 Beispiel Bullwhip-Effekt Wirkungen in der logistischen Kette bei Bedarfsschwankungen Ein Hersteller von Waschmaschinen schließt mit einem Lieferanten von Thermostaten eine langfristige Liefervereinbarung. Es wird festgelegt, dass für unterschiedliche Thermostate jeweils eine bestimmte Menge pro Jahr abgenommen werden soll. Die tatsächlich benötigte Liefermenge der jeweiligen Thermostate wird vom aktuellen Bedarf des Abnehmer abhängig gemacht und und in unterschiedlichen Mengen im Wochenraster abgerufen. Ein Spediteur fährt die Lieferung einmal in der Woche, falls genügend Bedarf vorliegt. Durch Produktionsschwankungen des Abnehmers werden Mehraufwände in der logistischen Kette hervorgerufen, die nur über eine gesamte Betrachtung der Folgewirkungen beim Zulieferer, beim Abnehmer und beim Spediteur beurteilt oder quantifiziert werden können. Hierzu gehören bei Bedarfsspitzen des Abnehmers ein erhöhter Umrüstaufwand beim Zulieferer (Rüstkosten), höhere Werkzeugeinsatzkosten oder der Effekt der Produktion der Thermostate "ins Lager" (Kapitalbindung, Verschrottungsrisiko). Kurzfristig sind beim Thermostathersteller Sondermaßnahmen (Überstunden, Sonderschicht, etc.) und "Feuerwehraktionen" notwendig. Ggf. sinkt die Leistungsmotivation der Belegschaft. Dadurch steigt der Anteil an Fehlteilen beim Abnehmer. Beim Zulieferer steigt der Anteil an Nacharbeit, beim Abnehmer die Prüfkosten und die Kosten für Zusatzfahrten der Spedition.

7 Web-Anwendung Collaborative Planning Vertrieb Distribution Bedarfsveränderungen Prognosen Planungsdokumente Collaborative Planning Produktion Beschaffung Aktualisierter Informationsaustausch Gemeinsame Internet-Plattform? Kundennachfrage Distribution / Handel Produktion Beschaffung

8 Simultanplanung in der logistischen Kette Aufträge Werke Läger Zulieferer Bedarfsprognose Kapazitätsangebote Simultanplanung Logistiknetz Auswertung: - Kapazitätsengpässe - Transportrestriktionen - Verfügbarkeitsprobleme - Programmverschiebungen

9 Beispiel: mysap SCM (Quelle: SAP AG)

10 Beispiel Forecasting (Quelle: SAP AG)

11 Quellenverzeichnis: Thaler, Klaus: Supply Chain Management - Prozessoptimierung in der logistischen Kette. 4., erw. Auflage. Fortis-Verlag Köln 2003 Systembeispiele: SAP AG, Walldorf Weitere Literatur: G. Knolmayer, Peter Mertens, Alexander Zeier Supply Chain Management auf Basis von SAP-Systemen. Perspektiven derauftragsabwicklung für Industriebetriebe (SAP Kompetent), Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999 Horst Tempelmeier Material-Logistik. Modelle und Algorithmen für die Produktionsplanung und -steuerung und das Supply Chain Management, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1999 Helmut Bartsch, Thomas Teufel Supply Chain Management mit SAP APO - Modell einer Supply Chain mit dem Advanced Planner & Optimizer. SAP PRESS/Galileo Press; 2000 Hartmut Stadtler, Christoph Kilger Supply Chain Management and Advanced Planning. Concepts, Models, Software and Case Studies Springer Verlag, 2000.

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