Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz. Tipps für die Umsetzung im Betrieb. Information für Führungs kräfte

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1 Nichtraucherschutz am Arbeitsplatz Tipps für die Umsetzung im Betrieb Information für Führungs kräfte

2 Passivrauch am Arbeitsplatz Nur blauer Dunst oder unterschätzte Gefahr? Rauchen ist Privatsache Rauchen am Arbeitsplatz nicht. Hier hat der Schutz der Nichtraucher vor den Gefahren des Passivrauchens absoluten Vorrang. Sie als Führungskraft sind in der Pflicht. Mit etwas Fingerspitzengefühl gelingt es, den Nichtraucherschutz zu gewährleisten, ohne den Betriebsfrieden zu gefährden. Welche Aspekte zur erfolgreichen Umsetzung des Nichtraucherschutzes wichtig sind, haben wir in diesem Flyer für Sie zusammengestellt. Passivrauchen eine unterschätzte Gefahr Ganz klar Raucher schaden ihrer Gesundheit. Aber wussten Sie schon, dass Tabakrauch in der Raumluft vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) als eindeutig krebserzeugend eingestuft wird und der höchsten Gefahrenstufe krebserzeugender Arbeitsstoffe zugeordnet ist? Die Tatsache, dass diese Stoffe beim Passiv rauchen in geringeren Mengen aufgenommen werden, macht sie nicht ungefährlich. Passivraucher erleiden wenn auch in geringerem Ausmaß und seltener die gleichen akuten und chronischen Gesundheitsschäden wie Raucher. So haben nach Aussage der WHO Passivraucher ein bis zu 20 Prozent höheres Lungenkrebsrisiko. Außerdem sterben in Deutschland jedes Jahr rund Menschen an durch Passivrauchen bedingter koronarer Herzkrankheit und über 770 Nichtraucher sterben an einem passivrauchbedingten Schlaganfall (DKFZ, 2014). Deshalb ist Passivrauchen nicht nur eine subjektiv empfundene Belästigung, sondern eine erheb liche Gesundheitsgefahr. Die Zigarette ist das einzige Industrieprodukt, das bei bestimmungsgemäßem Gebrauch zum Tode führt. Patrick Reynolds, Enkel des Gründers von Amerikas zweitgrößtem Tabakkonzern 2

3 Grundlagen für Ihr Handeln Regelungen und Vereinbarungen zum Nichtraucherschutz Rechtsgrundlagen 5 Arbeitsstättenverordnung Nichtraucherschutz (1) Der Arbeitgeber hat die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, damit die nichtrauchenden Beschäftigten in Arbeitsstätten wirksam vor den Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch geschützt sind. Soweit erforderlich hat der Arbeitgeber ein allgemeines oder auf einzelne Bereiche der Arbeitsstätte beschränktes Rauchverbot zu erlassen. (2) In Arbeitsstätten mit Publikumsverkehr hat der Arbeitgeber Schutzmaßnahmen nach Absatz 1 nur insofern zu treffen, als die Natur des Betriebes und die Art der Beschäftigung es zulassen. Der Arbeitgeber wird damit verpflichtet, nichtrauchende Beschäftigte wirksam vor den Gesundheitsgefahren des Passivrauchens zu schützen. Er muss tätig werden, um den Nichtraucherschutz zu gewährleisten und nicht erst dann, wenn sich jemand über Tabakrauch beklagt. Konkretisiert werden diese Forderungen an den Arbeitgeber seit Januar 2012 in Betriebsvereinbarung Nichtraucherschutz Ein Verbot beziehungsweise die Einschränkung des Rauchens im Betrieb soll dem Wohle und dem Schutz der Gesundheit aller Beschäftigten dienen. Um das gemeinsame Verständnis von Geschäftsleitung und Betriebsrat zum Nichtraucherschutz zu demonstrieren, ist es sinnvoll, eine entsprechende Betriebsvereinbarung abzuschließen. Hat der Nichtraucherschutz zudem einen hohen Stellenwert in der betrieblichen Kommunikation, profitiert auch das Betriebsklima davon. So fühlen sich Raucher beispielsweise weniger diskriminiert, wenn gleichzeitig die Aufklärung über die Gefahren des Rauchens, die Raucherberatung und das Angebot von Raucherentwöhnungskursen verstärkt werden. Allerdings müssen die vereinbarten Regelungen auch konsequent eingehalten werden. Ausführliche Informationen und eine Muster-Betriebsvereinbarung zum Nichtraucherschutz finden Sie im Leitfaden für Betriebe Rauchfrei am Arbeitsplatz der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter Punkt 4.2 der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A3.6 Lüftung (6) Der Nichtraucherschutz nach 5 Abs. 1 ArbStättV kann u. a. durch ein Rauchverbot in Gebäuden oder durch baulich abgetrennte Raucherräume oder -bereiche oder Rauchen im Freien umgesetzt werden. Von diesen Bereichen dürfen keine Gesundheitsgefahren durch Tabakrauch für die nicht rauchenden Beschäftigten ausgehen. (7) In Räumen, in denen nach 5 Abs. 2 ArbStättV Rauchen unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sein kann (z. B. Gaststätten, Spielcasinos), muss der Arbeitgeber Schutzmaßnahmen treffen, um Gefährdungen für Beschäftigte zu minimieren, dies können insbesondere Lüftungsmaßnahmen sein. Ob im Freien 3

4 Rauchfrei? Im Betrieb auf der sicheren Seite Plymovent AC GmbH oder im Gebäude es gibt vielfältige Möglichkeiten, den Nichtraucherschutz umzusetzen. Die E-Zigarette eine Alternative? E(elektrische)-Zigaretten liegen im Trend. Hierbei wird statt des Zigarettenrauchs Dampf inhaliert, der in seiner Konsistenz und sensorischen Wirkung dem Tabakrauch ähnelt. E-Zigaretten sind mit und ohne Nikotin erhältlich. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist noch nicht bekannt, welche Auswirkungen die sonstigen Inhaltsstoffe und Zusätze der E-Zigarette auf den menschlichen Körper haben. Genauso wenig können Aussagen über evtl. Schädigungen der dem Dampf ausgesetzten nichtrauchenden Kolleginnen und Kollegen getroffen werden. Solange es keine sicheren Erkenntnisse über die tatsächlichen Risiken für Dritte gibt, empfiehlt das Bundesinstitut für Risikobewertung, die E-Zigarette den herkömmlichen Tabakprodukten gleichzusetzen und die Vorschriften für den Schutz der Nichtraucher zu beachten. Will der Arbeitgeber sichergehen, dass die Gesundheit der nichtrauchenden Beschäftigten von E-Zigaretten nicht beeinträchtigt wird, sollte er ein Rauchverbot bzw. die Einschränkung des Rauchens auch für E-Zigaretten mit allen erforderlichen Maßnahmen ( z. B. Trennung von Rauchern und Nichtrauchern durch Schaffung von Raucherzonen oder lüftungstechnische Maßnahmen ) vereinbaren. Auch als Raucherentwöhnungstherapie ist die E-Zigarette ungeeignet, da für einen erfolgreichen Rauchstopp eine Verhaltensänderung notwendig ist. Außerdem kann die verharmlosende Nachahmung eines echten Tabakproduktes Kindern und Jugendlichen den Einstieg in den Nikotinkonsum erleichtern. Nichtraucherschutz rechnet sich Krankheitsbedingte Fehlzeiten vor allem aufgrund von Atemwegserkrankungen reduzieren sich durch Beschränkung des Rauchens am Arbeitsplatz. Das Betriebsklima profitiert durch klare Bestimmungen zum Rauchen. Auch Raucher können entsprechende Regelungen befürworten, wenn der Nichtraucherschutz einen hohen Stellenwert in der betrieblichen Kommunikation hat, die Regelungen eindeutig und bekannt sind und von allen konsequent eingehalten werden. Raucher werden gegebenenfalls motiviert, weniger zu rauchen oder aufzuhören. Jugendliche Beschäftigte werden entsprechend sensibilisiert. Kosten können durch geringen Reinigungs- und Renovierungsaufwand gesenkt werden. Beim Rauchen versichert? Ganz gleich ob mit oder ohne Genehmigung des Arbeitgebers, im Freien oder in der Raucherzone die Wege von und zur Raucherpause sowie die Raucher-Auszeit selbst stehen grundsätzlich nicht unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. 4

5 Was können Sie tun? Erfolgreiche Umsetzungsmöglichkeiten im Betrieb Kreative und kommunikative Pausen sind auch ohne Rauch möglich Bewährte Maßnahmen Generelles Rauchverbot im Unternehmen und auf dem gesamten Firmengelände erlassen. Dabei ist das Mitbestimmungsrecht des Betriebsrates zu beachten. Rauchverbot für einzelne Bereiche, z. B. für Arbeitsplätze, Besprechungs-/Pausenräume, Kantinen, Fahrzeuge, erteilen. Raucherräume oder -zonen einrichten. Lüftungstechnische Maßnahmen ergreifen. Rauchen im Freien akzeptieren, z. B. vor den Eingängen. Betriebs-/Dienstvereinbarung zum Nichtraucherschutz abschließen. Rauchpausen dulden, ggf. nicht als Arbeitszeit anerkennen. Verkaufsverbot von Tabakwaren im Unternehmen erlassen. Raucherentwöhnung als Maßnahme der betrieblichen Gesundheitsförderung anbieten und fördern. Informationstage, Workshops, Mitarbeiterbefragungen durchführen. Führungskräfte für die Umsetzung des Nichtraucherschutzes gewinnen. Multiplikatoren zur Beratung von Rauchern ausbilden. Ein Beispiel: Apfelpause Die Apfelpause ist als Alternative zur vielfach ritualisierten Zigarettenpause gedacht. Das Bedürfnis nach einer kurzen Pause und Kommunikationsmöglichkeit wird durch die Einrichtung einer arbeitsplatznah integrierten Apfelecke aufgegriffen. Hier stehen Äpfel an Stehtischen kostenfrei zur Verfügung. Dies bietet den Mitarbeitern die Möglichkeit, sich auf eine Apfellänge zurückzuziehen und zu entspannen. Tipps zur Umsetzung Zur Umsetzung des Nichtraucherschutzes gibt es leider kein Patentrezept. Vielmehr müssen in jedem Unternehmen individuelle Einzelregelungen nach den örtlichen Gegebenheiten gefunden werden. Sie als Arbeitgeber haben das Haus- und Direktionsrecht in Ihrem Betrieb. Allerdings trägt eine frühzeitige Einbindung des Betriebsrates bzw. der Beschäftigten zu einer erfolgreichen Umsetzung des Nichtraucherschutzes am Arbeitsplatz bei. So kann beispielsweise ein Arbeitskreis Nichtraucherschutz mit folgenden Aufgaben gebildet werden: Status quo festlegen Informationen sammeln über Raucherquoten bestehende Regelungen Konfliktherde Mitarbeiterwünsche Ziele definieren Was soll erreicht werden? Wo darf geraucht werden? Soll eine Betriebsvereinbarung erstellt werden? Maßnahmen bestimmen Welche Aktionen sollen zur Umsetzung der gesetzten Ziele durchgeführt werden? Erfolge dokumentieren und kommunizieren Sind die gesetzten Ziele erreicht worden? Ergebnisse veröffentlichen (ein vom Initiativkreis für rauchfreie Arbeitsplätze prämiertes Konzept) 5

6 Unfallkasse Post und Telekom Europaplatz Tübingen Unser Service-Center hilft Ihnen schnell und kompetent weiter. Telefon: Montag bis Donnerstag 8:00 16:00 Uhr Freitag 8:00 14:30 Uhr Fax: Internet: / MatNr

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