Strahlenschutz und Qualitätssicherung in der Strahlentherapie QUO VADIS

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1 Universitätsklinik für Strahlentherapie, Med. Univ. Wien / AKH Wien, Abteilung für medizinische Strahlenphysik Strahlenschutz und Qualitätssicherung in der Strahlentherapie QUO VADIS Uwe Wolff Frühjahrstagung ÖVS und ÖGMP, Salzburg 1

2 Quo Vadis? Wohin gehen wir? Rechtfertigung: Das Gesamtpotenzial an therapeutischem Nutzen, einschließlich des unmittelbaren gesundheitlichen Gegenüberstellung: Nutzens Nutzen für den - Einzelnen Risiko und des Nutzens für die Gesellschaft, ist gegenüber der von der Exposition möglicherweise verursachten Schädigung des Einzelnen abzuwägen. Optimierung: Der Optimierungsprozess umfasst insbesondere die Auswahl der Geräte, die konsistente Gewinnung geeigneter therapeutischer Ergebnisse, die konkrete Durchführung von medizinischen Expositionen, die Qualitätssicherung, einschließlich Gegenüberstellung: Qualitätskontrolle, Nutzen Risiko unter Berücksichtigung wirtschaftlicher und sozialer Ergebnisse Faktoren. - Kosten Bei strahlentherapeutischen Anwendungen ist die Dosis außerhalb des Zielvolumens so niedrig zu halten, wie dies unter Berücksichtigung des Behandlungszweckes vernünftigerweise erreichbar ist. Frühjahrstagung ÖVS und ÖGMP, Salzburg 2

3 Nutzen-Risiko Analyse - Beispiel aus der Diagnostik Die Nutzen-Risiko-Analyse des BfS hat ergeben, dass bei einem Mammografie- Screening ab 50 Jahren die Wahrscheinlichkeit für strahlenbedingten Brustkrebs bei 0,025 Prozent liegt. Für Frauen in dieser Altersgruppe ist daher der Nutzen eines Screenings 45- mal höher im Vergleich zum Strahlenrisiko. Das heißt: Auf 45 Frauen, deren Leben durch die Früherkennung von Brustkrebs gerettet werden kann, kommt demnach eine Frau, die durch die zusätzliche Strahlenbelastung stirbt. Frühjahrstagung ÖVS und ÖGMP, Salzburg 3

4 Risiko RO vor allem Spezialverfahren Bei der stereotaktischen Bestrahlung von extrakraniellen Tumoren werden in der Regel sehr hohe Einzeldosen verwendet. Diese müssen präzise appliziert werden. Eine Kompensation von Fehlern ist im Gegensatz zur höher fraktionierten Strahlentherapie nicht möglich. Ein Verfehlen des Zielgebietes bedeutet immer die Bestrahlung von Normalgewebe mit u. U. großen Risiken für schwere Nebenwirkungen, da durch die hohen Einzeldosen umschriebene Nekrosen erzeugt werden sollen. Leitlinie der DEGRO Extrakranielle Stereotaktische Radiotherapie (ESRT), 2006 Frühjahrstagung ÖVS und ÖGMP, Salzburg 4

5 Quo Vadis? Anzahl Parameter Nutzen TCP Komplexität Komplexität Fehlerrisiko Komplexität Nutzen NTCP Komplexität Qualitätssicherung Frühjahrstagung ÖVS und ÖGMP, Salzburg 5

6 Qualitätssicherung Technische Qualitätssicherung Prozess - Qualitätssicherung Qualitätsmanagement Frühjahrstagung ÖVS und ÖGMP, Salzburg 6

7 Qualitätsmanagement Qualitätsmanagement oder QM bezeichnet alle organisierten Maßnahmen, die der Verbesserung von Produkten, Prozessen oder Leistungen jeglicher Art dienen. Qualitätsmanagement ist eine Kernaufgabe des Managements. In Branchen wie der Luft- und Raumfahrt, Medizintechnik, Teilen der Gesundheitsversorgung, der medizinischen Rehabilitation oder der Arznei- und Lebensmittelherstellung ist das Qualitätsmanagementsystem vorgeschrieben. Frühjahrstagung ÖVS und ÖGMP, Salzburg 7

8 Voraussetzungen und Kosten Ressourcen einmalig (+ Tausch + Upgrade, ): Ausstattung (Beschleuniger, Planung, Bildgebung) Räumlichkeiten (Strahlenschutz, Logistik, ) Ressourcen laufend (Bedarf laufend neu evaluieren): Zeit Personal Ausbildung Kosten??? Nutzen Frühjahrstagung ÖVS und ÖGMP, Salzburg 8

9 Ressourcen laufend? Was kosten Spezialverfahren? Zeit: Mehraufwand bei: Bildgebung und Registrierung Zielvolumendefinition Planung Verifikation Applikation Dokumentation Personal: Mehraufwand für: Schulung: Mehraufwand für: Arzt Physiker RT Material: Mehraufwand bei: Immobilisation Dosimetrie Verifikation Dokumentation Arzt Physiker RT Kosten Finanzierung Komplexität Frühjahrstagung ÖVS und ÖGMP, Salzburg 9

10 Ressourcen laufend? a) Finanzierung wie? b) Finanzierung wer? 1. Wer muss? 2. Wer möchte? 3. Wer kann? c) Wer definiert Vorgaben für Finanzierung, wer überprüft? Frühjahrstagung ÖVS und ÖGMP, Salzburg 10

11 Risiko Niedrigdosisbereiche Spezialverfahren? Strahlenbelastung im Niedrigdosisbereich Bei der Anwendung der IMRT müssen auch gewisse Risiken beachtet werden. So führt die IMRT aus physikalisch-immanenten Gründen zu einer Zunahme von Patienten-Volumina, welche mit niedriger bis mittlerer Dosis belastet werden. Dies liegt darin begründet, dass die IMRT ihr volles Potential in vielen Fällen erst durch eine Zunahme der Feldeinstrahlrichtungen entfaltet. Diese Eigenschaft der IMRT kann die Dosisverteilung im Bereich unterhalb von 20% der therapeutischen Dosis im Vergleich zur 3D-konformalen Radiotherapie erheblich verändern. Insbesondere bei Kindern befürchtet man dadurch eine Erhöhung der Inzidenz von therapiebedingten Zweittumoren. Eine Möglichkeit, diesen physikalischen Nachteil von IMRT zu überwinden, ist der Einsatz von Protonen oder Schwerionen. Ärztemagazin Inselspital Herbst 2006, Bern Frühjahrstagung ÖVS und ÖGMP, Salzburg 11

12 Frühjahrstagung ÖVS und ÖGMP, Salzburg 12

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