Lieferantenportfolio-Management für IT-Services unter Berücksichtigung von Diversifikationseffekten

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1 Diskussiospapier Lieferateportfolio-Maageet für IT-Services uter Berücksichtigug vo Diversifikatioseffekte vo Floria Probst Has Ulrich Buhl i: WIRTSCHAFTSINFORMATIK 54 (2012) 2 S This article also appeared i: Busiess & Iforatio Systes Egieerig p The fial publicatio is available at: Uiversität Augsburg D Augsburg Besucher: Uiversitätsstr Augsburg Telefo: (Fax: -4899) WI-289 Uiversität Bayreuth D Bayreuth Besucher: F.-v.-Schiller-Str. 2a Bayreuth Telefo: (Fax: )

2 Lieferateportfolio-Maageet für IT-Services uter Berücksichtigug vo Diversifikatioseffekte Zusaefassug Serviceorietierte Architekture erögliche dass die IT-Uterstützug vo Prozesse als Portfolio aus eizele IT-Services verschiedeer Lieferate etworfe werde ka. Die Gestaltug der Prozesse erfolgt dabei durch Auswahletscheiduge zwische poteziell eizubeziehede IT-Services. Dabei werde i viele Uterehe i ier kürzere Abstäde eie Vielzahl vo Aforderuge zur Ivestitio i IT-Services foruliert. Allerdigs übersteigt der Ufag der gewüschte Ivestitioe i.d.r. das zur Verfügug stehede Budget. Soit stehe Uterehe vor der Herausforderug das begrezte Budget auf die Ivestitioe i die erfolgversprechedste Kobiatio aus IT- Services zu allokiere. Dies ist jedoch ohe ethodische Uterstützug kau öglich. Zude erfolgt die Allokatio oftals ituitiv ud i Abhägigkeit vo der IT-Affiität der Etscheidugsträger. Deshalb wird ei quatitatives ehrperiodiges Vorgehesodell zur Maxiierug des Utereheswertes i Sie eier wertorietierte Uterehesführug etwickelt das die Abhägigkeite der periodische Auswahletscheiduge berücksichtigt. Aschließed wird ei Etscheidugskalkül zur heuristische Lösug des Auswahlprobles vorgestellt ud die Awedug a eie Fallbeispiel veraschaulicht. Stichworte IT-Services Portfolio-Maageet Serviceorietierte Architekture Budgetrestriktio Etscheidugskalkül Wertorietierte Uterehesführug Supplier Portfolio Maageet for IT Services Cosiderig Diversificatio Effects Abstract By eas of service-orieted architectures the IT support of processes ca be desiged as a portfolio of idividual IT services provided by differet suppliers. The processes are desiged based o selectio decisios betwee IT services that potetially have to be icluded. May copaies forulate a ultitude of requireets for ivestets i IT services at ever shorter itervals. However the scope of the desired ivestets usually exceeds the available budget. Thus copaies face the challege of allocatig the liited budget to ivestets i the ost proisig cobiatio of IT services. This is hardly possible without ethodical support. I additio the allocatio is ofte doe ituitively ad subject to the decisio-akers affiity with IT. Therefore this paper develops a quatitative ulti-period procedure odel for the purpose of axiizig the eterprise value i 1

3 accordace with value based aageet which cosiders the depedecies of the periodical selectio decisios. I the followig a decisio logic for the heuristic solutio to the selectio proble is preseted ad its applicatio is deostrated by eas of a illustrative case exaple. Keywords IT Services Portfolio Maageet Service Orieted Architectures Budget Costraits Decisio Logic Value Based Maageet Vorspa Mittels serviceorietierter Architekture soll u.a. steigede Aforderuge a eie bedarfsorietierte ud flexible IT-Ladschaft achgekoe werde. Dabei ka die IT-Uterstützug vo Prozesse als Portfolio eizeler IT-Services etworfe werde. Die Gestaltug der Prozesse erfolgt durch Auswahletscheiduge zwische poteziell eizubeziehede IT-Services verschiedeer Lieferate. Der Ufag der forulierte Aforderuge zur Ivestitio i IT-Services überschreitet jedoch i.d.r das zur Verfügug stehede Budget. Soit stehe Uterehe vor der Herausforderug das Budget auf die Ivestitioe i die erfolgversprechedste Kobiatio aus IT-Services zu allokiere. I Beitrag wird hierzu ei Vorgehesodell zur wertorietierte Uterehesführug etwickelt das Abhägigkeite zwische de Auswahletscheiduge berücksichtigt. Aschließed wird ei Etscheidugskalkül zur heuristische Lösug vorgestellt ud die Awedug a eie Fallbeispiel veraschaulicht. Daksagug Dieser Artikel wurde durch die DFG (Deutsche Forschugsgeeischaft) i Rahe des Projekts IT-Portfolioaageet (ITPM) (BU 809/10-1) gefördert. Wir dake a dieser Stelle für die Uterstützug. Besoderer Dak gilt zude Frau Dr. Kathri Susae Brauwarth für Ihre wertvolle Aerkuge ud Idee bezüglich eier frühere Versio dieses Artikels. 2

4 1 Eileitug I de letzte Jahre habe Uterehe verehrt ihre IT-Ladschaft it Hilfe vo serviceorietierte Architekture (SOA) eu gestaltet (Pahlke et al S. 299). Mit dere Hilfe solle u.a. eie höhere Kudeorietierug durch Idividualisierug sowie gesteigerte Flexibilität durch Stadardisierug erzielt werde (Gebauer ud Lee 2008 S. 73; Gebauer ud Schober 2006 S. 128; Sigh ud Huhs 2005 S. 78). Hierzu erögliche SOA dass die Uterstützug eizeler Prozessaktioe durch IT-Services als IT-Service-Portfolio (ITSP) kozipiert werde ka. Ei ITSP bezeichet dabei eie Mege a IT-Services die zu eie Zeitpukt bzw. i eier Zeitspae basiered auf eier spezifische Ifrastruktur zur Uterstützug vo Prozessaktioe zu verwede ist (vo Brocke ud Soeberg 2007 S. 187). Dabei kapselt ei IT-Service eie bestite Ufag a Fuktioalität (zur Graularität vo IT-Services i SOA vgl. z.b. Brauwarth ud Friedl 2010; Rud et al. 2007) ud stellt diese über defiierte Schittstelle wiederverwedbar zur Verfügug (Erl 2005 S. 384 ff.; Krafzig et al S. 60; Sigh ud Huhs 2005 S. 76 ff.; Papazoglou 2003). SOA erögliche soit Prozessaktioe durch IT-Services ehrerer iterer oder exterer IT-Diestleister zu uterstütze (Brauwarth ud Heirich 2008 S. 100; Papazoglou 2003; Reichayr 2003 S. 99 ff.; vo Brocke et al S. 265). Die Gestaltug der Prozesse erfolgt dabei durch die Zusaesetzug des ITSP d.h. hauptsächlich durch Auswahletscheiduge zwische poteziell eizubeziehede IT-Services (Schelp ud Witer 2007 S. 1; Sigh ud Huhs 2005 S. 79; vo Brocke ud Soeberg 2007 S. 188; vo Brocke et al S. 266). Auf Grud der Notwedigkeit fortwähred ud dyaisch auf z.b. sich äderde Bedürfisse der Kude Etwickluge der Märkte ud Techologie sowie Vorgabe des Gesetzgebers zu reagiere (Setzer et al. 2008) werde hierzu i viele Uterehe i ier kürzere Abstäde eie Vielzahl vo Aforderuge zur Ivestitio i IT-Services foruliert (Bradl et al S. 92; Kotogiais et al S. 5). Soit etsteht icht ur ei steigeder Zeitdruck bei der Ivestitiosbewertug ud Ipleetierug vo IT-Services soder auch eie Vielzahl a Gestaltugsalterative [ ] dere ökooische Kosequeze ohe ethodische Uterstützug kau ehr ratioal abgeschätzt werde köe (vo Brocke et al S. 261). Zude übersteigt der Ufag der gewüschte Ivestitioe i IT-Services i.d.r. das zur Verfügug stehede Budget welches durch oetäre ud icht oetäre Restriktioe wie z.b. kappe Persoal- oder Maageetkapazitäte begrezt ist (Wehra et al S. 234). Deshalb stehe isbesodere Uterehe dere IT stark auf SOA basiert vor der Herausforderug das begrezte Budget auf die erfolgversprechedste Kobiatio vo Ivestitioe i IT-Services zu allokiere wozu eie ethodische Bewertug der zur 3

5 Auswahl stehede IT-Services otwedig ist (vgl. de Reyck et al S. 526; vo Brocke et al S. 261). Allerdigs verfüge laut eier weltweite Befragug vo 749 Chief Iforatio Officers ud Chief Executive Officers durch das IT Goverace Istitut ur 50% aller utersuchte Uterehe über ei klar defiiertes Vorgehe zur Bewertug vo IT (IT Goverace Istitute 2008 S. 31) welches zur Auswahl der IT-Services otwedig ist. Vielehr erfolgt diese oftals ituitiv ud i Abhägigkeit vo der IT-Affiität der Etscheidugsträger (Keste et al S. 1) astatt wertorietierte Etscheidugskriterie eizusetze. Daher wird i Beitrag ei Vorgehesodell zur Priorisierug der zur Auswahl stehede IT- Services vorgeschlage wobei: 1) ei quatitatives ehrperiodiges Vorgehesodell zur Maxiierug des Utereheswertes i Sie eier wertorietierte Uterehesführug etwickelt wird das die iter- ud itrateporale Abhägigkeite der periodische Auswahletscheiduge berücksichtigt sowie 2) ei Etscheidugskalkül zur heuristische Lösug des Auswahlprobles dargestellt wird ud desse Operatioalisierug i der Praxis ahad eies Fallbeispiels exeplarisch verdeutlicht wird. Das Vorgehesodell basiert auf der Portfoliotheorie ach Markowitz (1952). Aus diese Grud sid grudsätzliche Problee bezüglich der Übertragbarkeit dieser auf Fragestelluge der IT-Ivestitiosbewertug kritisch zu diskutiere (vgl. Asudi ud Kaza 2001; Kerste ud Verhoef 2003; Verhoef 2002). So stellt isbesodere die jederzeit gegebee Liquidität der betrachtete Ivestitiosgegestäde eie otwedige Voraussetzug hisichtlich der Awedbarkeit der Portfoliotheorie dar. Diese ist bei IT- Ivestitioe jedoch i.d.r. ur bis zu Zeitpukt der Ipleetierug gegebe (Verhoef 2002 S. 7; Ziera et al S. 6). I vorliegede Beitrag erfolgt die Allokatio des begrezte Budgets auf die aus Ertrags-/Risiko-Gesichtspukte erfolgversprechedste Kobiatio aus de gewüschte Ivestitioe i IT-Services jedoch vor dere Ipleetierug. Aus diese Grud köe diese zu Zeitpukt der Portfoliooptiierug als liquide erachtet werde. (vgl. Ziera et al S. 6). Priäres Ziel des Beitrags ist es zu eie bessere Verstädis der Zusaehäge bei Abhägigkeite zwische Portfoliopositioe ud Lieferate isbesodere hisichtlich der Gestaltug vo SOA beizutrage. Die Übertragbarkeit der i Fallbeispiel erzielte Ergebisse sowohl auf größerer Problee als auch auf adere Uterehe bzw. Brache i dee die Datelage schlechter als i vorliegede Fallbeispiel ist wird dabei kritisch diskutiert. 4

6 Der Beitrag ist wie folgt aufgebaut: I Kapitel 2 wird ei Überblick über bisherige Arbeite gegebe. Darauf aufbaued werde aus der Literatur Aforderuge a ei ehrperiodiges quatitatives Vorgehesodell zur Priorisierug der zur Auswahl stehede IT-Services abgeleitet. I folgede Kapitel 3 wird das Vorgehesodell sowie ei Etscheidugskalkül als Heuristik zur Operatioalisierug des Modells vorgestellt. I Aschluss wird i Kapitel 4 die Awedug ahad eies Fallbeispiels it Date eies deutsche Fiazdiestleisters illustriert. Das letzte Kapitel fasst die Ergebisse zusae ud würdigt diese kritisch. 2 Bisherige Arbeite ud Aforderuge a das Vorgehesodell Zahlreiche Arbeite beschäftige sich it der Bewertug vo IT-Ivestitioe i Allgeeie (für eie Überblick vgl. vo Brocke et al S. 264). Dabei sid isbesodere die Realoptiostheorie (vgl. Bardha et al. 2004; Bearoch ud Kauffa 1999; Diepold et al. 2011; Hawes ud Duffey 2008) ud die i der Praxis weit verbreitete Nutzwertaalyse (vgl. Jeffery ud Leliveld 2004) hervorzuhebe. Allerdigs verachlässige eie Vielzahl besteheder Verfahre Iterdepedeze zwische Ivestitioe (z.b. wechselseitige Abhägigkeite zwische IT-Services) die das Portfoliorisiko sigifikat beeiflusse köe (Wehra et al S. 235). Aus diese Grud ist die Betrachtug eizeler Ivestitioe wie es bei allgeeie Verfahre zur Ivestitiosbewertug z.b. zur Auswahl vo Software oder adere IT Aschaffuge oftals der Fall ist otwedig aber icht hireiched u ei optiales ITSP zu erhalte (vgl. Wehra et al S. 235 ff.). Hierfür ist die Berücksichtigug vo Abhägigkeite essetiell. Verhoef (2002) überträgt hierzu Discouted-Cash-Flow-Verfahre auf die Bewertug vo IT-Ivestitioe wobei Iterdepedeze iplizit über Verteilugsaahe z.b. bezüglich der Prozessreife abgebildet werde köe (vgl. Wehra et al S. 237). Eie Quatifizierug des Risikos i For eies Risikoaßes fidet dabei jedoch icht statt wodurch eie korrekte Risikoaggregatio zu Portfoliorisiko icht öglich ist (Ziera 2008a S. 359; 2008b S. 463). Bardha et al. (2004) greife auf obe geate Realoptiostheorie zurück wobei das Risiko ittels der Stadardabweichug erfasst wird ud Abhägigkeite zwische sequezielle Ivestitiosetscheiduge betrachtet werde. Dörer (2003) ud Wehra et al. (2006) bediee sich higege der Portfoliotheorie vo Markowitz (1952). Auch i diese Arbeite fidet die Stadardabweichug als Risikoaß Verwedug wohigege die erwartete Erträge kapitalwertig abgebildet werde. Mittels der aus der Portfoliotheorie bekate Aggregatiosvorschrifte ist dabei eie korrekte Aggregatio der erwartete Erträge ud Risike uter Berücksichtigug vo Abhägigkeite öglich (Ziera 2008a S. 359; 2008b S. 463). 5

7 Zur Priorisierug der zur Auswahl stehede IT-Services i Uterehe dere IT- Ladschaft i hohe Maße auf SOA basiert erweise sich allgeeie Verfahre zur Bewertug vo IT-Ivestitioe i.d.r. jedoch als zu abstrakt (vo Brocke et al S. 264). Arbeite i Kotext vo SOA beschäftige sich higege spezifisch it der Etscheidugsuterstützug bei der Priorisierug vo zur Auswahl stehede IT-Services verachlässige allerdigs oftals die ökooische Perspektive (vo Brocke et al S. 264). Viele Autore forder jedoch eie wertorietierte Betrachtug der IT (vo Brocke et al S. 262; Wehra et al S. 234; Ziera 2008a S. 358) die sich bisher aber ur i weige Arbeite zur Gestaltug vo SOA fide lässt (z.b. Thoas ud vo Brocke 2010). I vorliegede Beitrag soll daher ei quatitatives ehrperiodiges Vorgehesodell zur Maxiierug des Utereheswertes i Sie eier wertorietierte Uterehesführug etwickelt werde. U die zur Auswahl stehede IT-Services i Sie der geforderte wertorietierte Betrachtug priorisiere zu köe ist eie Zielgröße erforderlich welche die Steigerug des Utereheswertes isst (Buhl et al S. 161 f.; Coeeberg ud Salfeld 2003 S. 3). Dies gewährleistet die Erfassug des Wertbeitrags eies IT-Service wobei ebe de erwartete Ertrag auch Risike zu berücksichtige sid (Ziera 2008b S. 461) da dere Verachlässigug i.d.r. zu eier Fehlallokatio vo Ressource führt (Maizlish ud Hadler 2005 S. 181 ff.). Uter Risiko wird hierbei icht zwiged Gefahr oder Wagis (Dowside-Risk) soder vielehr die richtugsuabhägige Abweichug vo erwartete Ertrag wie sie it syetrische Risikoaße geesse wird verstade. Die Beurteilug des Risikos hägt zude vo der Risikoeistellug des Etscheiders ab (Ziera 2008b S. 461). Daraus ergibt sich die erste Aforderug (AF) die ei Vorgehesodell zur Priorisierug vo zur Auswahl stehede IT-Services erfülle sollte: AF.1 Die Priorisierug der zur Auswahl stehede IT-Services soll auf Grudlage des Beitrags zur Steigerug des Utereheswertes (Wertbeitrag) erfolge. Bei der Erittlug des Wertbeitrags solle erwarteter Ertrag ud Risiko geäß der Risikoeistellug des Etscheiders berücksichtigt werde. Zwische verschiedee IT-Services köe Abhägigkeite z.b. bezüglich der Verfügbarkeit (vgl. Kapitel 3.1) bestehe welche die Vorteilhaftigkeit der Auswahl beeiflusse köe (vgl. Brauwarth ud Heirich 2008 S. 103; Diepold et al S. 806; Ziera 2008b S. 462). U solche Abhägigkeite bei der Priorisierug vo zur Auswahl stehede IT-Services abbilde zu köe ud alle wesetliche Iterdepedeze zu berücksichtige (Kargl 2000 S. 23) ist es otwedig die IT-Ladschaft als Portfolio abzubilde (Lacity ud Willcocks 2003 S. 116). Daraus ergibt sich die zweite Aforderug: 6

8 AF.2 Bei der Erittlug des Wertbeitrags eies IT-Service solle Abhägigkeite zwische eizele IT-Services betrachtet werde. U diese abbilde zu köe ist die Betrachtug der IT-Service-Ladschaft i Uterehe als Portfolio otwedig wobei bereits bestehede IT-Services bei der Bewertug zu berücksichtige sid. Soit wird ei Vorgehesodell zur Priorisierug der zur Auswahl stehede IT-Services gefordert welches i der Lage ist de Wertbeitrag eies eizele IT-Service ud des gesate ITSP uter Berücksichtigug vo erwartete Ertrag Risiko ud Abhägigkeite zwische IT-Services zu erittel. Diese köe sowohl vo itere als auch vo extere Lieferate bezoge werde. Reichayr (2003 S. 99 ff.) beschreibt uter de Stichwort Out-taskig die Auswahl vo IT-Services exterer Lieferate zur Durchführug eizeler Prozessaktioe (vgl. vo Brocke et al S. 265). Brauwarth ud Heirich (2008 S. 107) habe darüber hiaus gezeigt dass durch das heute oftals übliche Auswähle ur eies Lieferate pro Prozessaktio Optiierugspotezial verschekt wird. Besteht higege die Möglichkeit eizele Durchführuge vo Prozessaktioe uabhägig voeiader a ehrere itere ud/oder extere Lieferate zu vergebe (z.b. vo 1000 Durchführuge der Prozessaktio Kotoeröffug werde 600 a Lieferat A ud 400 a Lieferat B vergebe) lässt sich das Risiko diversifiziere. Daraus ergibt sich die dritte Aforderug: AF.3 Das Vorgehesodell soll eie itegrierte Betrachtug der Priorisierug der zur Auswahl stehede IT-Services bei gleichzeitiger Bestiug der aus Ertrags-/ Risiko-Gesichtspukte optiale idividuelle Ateile der Lieferate a de Durchführuge eizeler Prozessaktioe gewährleiste. U über alle bis zu Ede des Plaugshorizots astehede Etscheidugszeitpukte hiweg zu optiale Etscheiduge zu gelage ud systeatische Fehler bei der Priorisierug zu vereide ist die Mehrperiodigkeit der Problestellug ud der sich daraus ergebede dyaische Charakter ageesse zu berücksichtige (vgl. de Reyck et al S. 526). Daraus ergibt sich die vierte Aforderug: AF.4 Die Auswahl der IT-Services soll uter Beachtug der periodische Budgetrestriktioe so erfolge dass die de jeweilige Ketisstad zu de Etscheidugszeitpukte etsprechede risikobereiigte Wertbeiträge über de Plaugshorizot axiiert werde. Basiered auf diese Aforderuge wird achfolged ei ehrperiodiges Vorgehesodell zur Priorisierug der zur Auswahl stehede IT-Services etwickelt. 7

9 3 Forulierug des Vorgehesodells Für jede bereits bestehede sowie zur Auswahl stehede IT-Service soll i Weitere bereits ei Busiess Case vorliege (vgl. Iqbal et al S. 194). Nebe de dari ethaltee Größe greift das Modell auf die Dokuetatio der poteziell zu uterstützede Prozesse ud die ethaltee Prozessaktioe zurück aus der u.a. hervorgeht welche Prozessaktioe grudsätzlich durch IT-Services uterstützt werde köe. Aus Leistugskataloge i dee diese Prozessaktioe weiter spezifiziert werde ka die erwartete Nachfrage ud der zu erwartede Zahlugsüberschuss bei Uterstützug eier Prozessaktio durch eie IT-Service etoe werde (vgl. Blodig et al S. 473 ff.; Helke ud Dagelaier 2008 S. 295). Dabei wird ei pay-per-use Preisodell für IT-Services uterstellt wobei sich das vorgestellte Modell auch für abweichede Preisodelle eiget (vgl. Kapitel 3.1). Tabelle 1 gibt eie Überblick über alle zu erittelde Variable ud schlägt Quelle für die Beschaffug vor. Deoch stellt die Erhebug der Iputparaeter eie kritische Faktor dar der zu Eischräkuge bei der Awedug des Vorgehesodells führe ka (vgl. Kapitel 5). I Weitere ist davo auszugehe dass bereits bekat ist ob scho IT-Services zur Uterstützug vo Prozessaktioe existiere bzw. ob die Etwicklug eies etsprechede IT-Service öglich ist. Die Defiitio der Aforderuge a IT-Services erfolgt i.d.r. i eie Pflichteheft wobei strategische oder rechtliche Restriktioe bzw. Aforderuge zu berücksichtige sid (vgl. Iqbal et al S. 195). Hierbei ist zwische Muss-Aforderuge ud Ka- Aforderuge zu uterscheide (vgl. Helke ud Dagelaier 2008 S. 296). Als Muss- Aforderuge werde i Folgede ur solche betrachtet die z.b. aufgrud gesetzlicher Aforderuge uabdigbar ugesetzt werde üsse. Alle über diese Ufag hiaus gehede Aforderuge sid als eigestädige Ka-Aforderuge eizustufe. Zu defiierte ud wiederkehrede Zeitpukte soll u uter Berücksichtigug der Muss- Aforderuge eie Priorisierug der Ka-Aforderuge zur Usetzug vo IT-Services erfolge. Dabei köe IT-Services i ITSP der Uterehug i vier verschiedee Phase ihres Lebeszyklus auftrete. Es existiere (1) idetifizierte IT-Services die zur Uterstützug vo Prozessaktioe beschriebe aber och icht ipleetiert sid (2) ageforderte IT-Services die i Rahe vo IT-Projekte ugesetzt werde (3) realisierte IT-Services die bereits der Uterstützug vo Prozessaktioe diee sowie (4) etferte IT-Services die icht ehr zur Uterstützug vo Prozessaktioe zur Verfügug stehe. Zu Etscheidugszeitpukt liegt bereits ei ITSP aus realisierte IT- Services sowie idetifizierte IT-Services vor. Nu wird auf Basis dieser Ausgagsituatio etschiede welche der idetifizierte IT-Services agefordert werde solle 8

10 (Etscheidugszeitpukt). I der Phase zwische zwei aufeiaderfolgede Etscheidugszeitpukte erfolgt die Ipleetierug eier oder ehrerer autorisierter Ivestitioe i IT-Services bzw. die Etferug icht ehr beötigter IT-Services (Ipleetierugsphase). Äderuge a IT-Services köe durch die Etferug eies bereits realisierte IT-Service bei gleichzeitiger Aforderug eies eue IT-Service it de gewüschte Spezifikatioe erfolge. Zu ächste Etscheidugszeitpukt liegt soit wieder ei ITSP i der Ausgagssituatio it idetifizierte ud realisierte IT-Services vor. Die zu Etscheidugszeitpukt beschlossee Äderuge a ITSP sid dabei vollstädig ugesetzt (Effektivzeitpukt). Dieser Vorgag wiederholt sich zu jede Etscheidugszeitpukt (siehe Abbildug 1). t+ IT-Service Portfolio Ipleetierugsphase T IT-Service Portfolio t+1 t+2 Ipleetierugsphase t t+1 IT-Service-Portfolio IT-Service-Portfolio etfert idetifiziert agefordert realisiert realisiert IT-Service-Portfolio etfert idetifiziert agefordert etfert idetifiziert agefordert realisiert etfert idetifiziert agefordert realisiert g g g Ausgagssituatio Etscheidugszeitpukt (ENZ) Effektivzeitpukt (EFZ) Abb. 1 IT-Service-Portfolio über ehrere Etscheidugszeitpukte 3.1 Aahe Uter Berücksichtigug des i Voragegagee forulierte Aforderugsaageets werde i Folgede Aahe für das Modell getroffe wobei alle it de Idex t versehee Variable als periodebezoge Variable ohe Idex t higege als über alle Periode kostat zu betrachte sid. Eie Übersicht über die zu erittelde Variable ud ögliche Iforatiosquelle zeigt Tabelle 1. 9

11 Tab. 1 Übersicht über die zu erittelde Variable ud ögliche Iforatiosquelle Eigabewerte Variable Eiheit Iforatiosquelle Progostizierte Nachfrage Eitrittswahrscheilichkeit der progostizierte Nachfrage Budget Ivestitiosauszahluge Variable Auszahluge für die Nutzug eies IT-Service Zahlugsstro bei erfolgreicher Durchführug eier Prozessaktio q t Durchführuge/Periode Schätzug durch das Uterehe d t - Erfahruge der letzte Periode ud Marktstudie B t Erwartete Verfügbarkeit eies IT-Service E w Variaz der Verfügbarkeit eies IT-Service Koste bei Ausfall eies IT-Service Korrelatio zwische de erwartete Verfügbarkeite Geldeiheite (GE)/Periode I GE p t GE/Durchführug Durch das Uterehe vorgegebe Agebotsvergleiche verschiedeer Lieferate bzw. itere Verrechugspreise der eigee IT-Tochter Agebotsvergleiche verschiedeer Lieferate bzw. itere Verrechugspreise der eigee IT-Tochter g t GE/Durchführug Schätzug durch das Uterehe Var w k t GE/Durchführug Durch Lieferate bzw. eigee IT Tochter i Vorfeld i SLA zusicherte ittlere Verfügbarkeit Durch Erfahrugswerte ud Verfahre zur Bewertug vo Lieferate (vgl. Brauwarth ud Heirich 2008) Abschätzug durch die Koste der alterative Bearbeitug der otwedige Prozessaktio (z.b. auelle Durchführug) bzw. durch de progostizierte etgagee Zahlugsüberschuss Abschätzug durch Erfahruge bzw. durch eigee IT-Tochter Risikoaversiosparaeter b - Festlegug durch das Uterehe Kalkulatioszis i kalk - Uterehesiterer bzw. bracheüblicher Kalkulatioszis De Modell liege folgede Aahe zugrude: A.1 I der Uterehug existiert eie Mege a poteziell durch IT uterstützbare Prozessaktioe 12...M die vereifached als statisch ageoe wird. Die Uterstützug eier Prozessaktio welche durch de IT-Service s eies Lieferate N Zeitpukt Plaugshorizots t 01...T erbracht werde ka wird voraussichtlich bis zu T beötigt. Die ITSP-Optiierug erfolgt bis zu Ede des M T it T ax T zu de Etscheidugszeitpukte (ENZ) 1. Da vereifached die Ipleetierug/Eibidug eies eue ageforderte IT-Service s zur Uterstützug eier Prozessaktio bzw. die Etferug eies bereits realisierte IT-Service s ach eier Periode abgeschlosse sei soll ist i Folgede für jede ENZ t vo de zugehörige eie Periode später eitretede Effektivzeitpukt (EFZ) t T 1 auszugehe. A.2 Ei IT-Service s kot ur da i Frage we er für de gesate beötigte Zeitrau d.h. ab de EFZ t 1 bis zu Ede der progostizierte Laufzeit zu Zeitpukt T agebote wird. Ist der IT-Service s eies Lieferate für die Uterstützug eier Prozessaktio zu Zeitpukt t zu berücksichtige so ist für 10

12 t M T 1 0 ax das Eleet 01 a der MxN-Matrix t A t (Agebotsatrix zu Zeitpukt t ) it eis belegt aderfalls it ull. Soit wird sichergestellt dass alle idetifizierte ud realisierte IT-Services bei der ITSP-Optiierug berücksichtigt werde. Wird ei IT-Service s zu Ede der Laufzeit T etfert so gilt 0. Wird ei IT-Service s vor de Ede der Laufzeit T zu ENZ t a T 1 etfert so gilt zu folgede EFZ t 1 a t 1 0. Die progostizierte Nachfrage q t Q ach eier Prozessaktio je Periode zwische de beide Zeitpukte t ud t 1 it t 01...T tritt it der Wahrscheilichkeit d t 0;1 ei ud ist it Wahrscheilichkeit 1 ull. d t A.3 Das zu ENZ t zur Verfügug stehede Budget B t für Ivestitioe i IT- Services s ist beschräkt. Deshalb ka u.u. ur für eie Teil der Prozessaktioe die ageforderte Uterstützug bewilligt werde. Bei der ITSP-Optiierug wird soit etschiede ob (1) eie Prozessaktio durch eie IT-Service uterstützt werde soll ud (2) we ja ob diese vo eie oder vo ehrere Lieferate x 0;1 t die bereits festgelegte Ateile a de Durchführuge eies realisierte IT-Service s bezoge auf desse erwartete bezoge wird. Zu ENZ t bezeichet Nachfrage d t qt die vo eie Lieferate zur Uterstützug eier Prozessaktio bezoge werde. 1 We eie Prozessaktio zu Zeitpukt t durch de IT-Service eies oder ehrerer Lieferate uterstützt wird gilt: N 1 x 1. Desweitere sei ei bereits bestiter Ateil t über die verbleibede t x Laufzeit des IT-Service s bis zu desse Etferug zu Zeitpukt T kostat. Die Etscheidugsvariable des Modells zu jede ENZ t sid soit die Ateile x t 1 a de Durchführuge eies idetifizierte IT-Service EFZ t 1 erwartete Nachfrage d t 1 q t 1. s bezoge auf desse ab de I Falle der Uterstützug eier Prozessaktio a. Bei Eigeerstellug des IT-Service s falle zuächst Ivestitiosauszahluge ufasse diese Ipleetierugskoste 1 Auf selbe Art ud Weise köe auch IT-Services zur Erfüllug vo Muss-Aforderuge i Modell Berücksichtigug fide. 11

13 ud/oder Eibidugskoste (z.b. bei Wiederverwedug eies bereits bestehede IT- Service) bzw. bei Fredbezug ausschließlich Eibidugskoste. A.4 Für jede zur Uterstützug eier Prozessaktio beötigte IT-Service s falle zu ENZ t vorschüssige Ivestitiosauszahluge I i For vo Ipleetierugs- ud/oder Eibidugskoste a. Für die Etferug eies IT- Service a Ede seier Laufzeit zu Zeitpukt T solle vereifached keie Koste afalle. Bei der Ausführug eies realisierte IT-Service falle zurechebare Aus- ud Eizahluge a. Die Auszahluge sid dabei isbesodere bei pay-per-use-preisodelle vergleichsweise eifach zu erittel. Weitere ögliche Preisodelle fidet sich i Boles ud Schees (2003) währed Brauwarth ud Heirich (2008 S. 102) veraschauliche wie die odellhafte Abbildug vo alterative Preisodelle erfolge ka. Die bei der Ausführug eies realisierte IT-Service afallede Eizahluge köe higege z.b. durch das realisierbare Eisparugspotezial i Vergleich zur auelle Durchführug der Prozessaktio erittelt werde. Weitere Möglichkeite zur Quatifizierug der Aus- ud Eizahluge vo IT-Services ud der dait verbudee Dateusicherheit fide sich z.b. i Bradl et al. (2007) Diao ud Bhattacharya (2008) Dreifus et al. (2007 S. 20 f.) Thoas ud vo Brocke (2010 S. 76 ff.) sowie Keste et al. (2007). A.5 Durch die Nutzug eies realisierte IT-Service s falle sowohl bei Eigeerstellug als auch bei Fredbezug variable Auszahluge p t für eie Eiheit des IT- Service s a (pay-per-use-preisodell). Falle für die Nutzug zusätzliche Fixkoste a wird i Folgede vo dere ögliche Variabilisierug ausgegage. Die erfolgreiche Durchführug eier Prozessaktio geeriert Eizahluge i Höhe vo g t die der Uterstützug durch de realisierte IT-Service s zurechebar sid. Soit ergibt sich der vorschüssige Zahlugsüberschuss r t je erfolgreicher Durchführug eier Prozessaktio uterstützt durch de IT-Service s aus g p. r t t t U die gewüschte Verfügbarkeit der IT-Services sicherzustelle werde it de Lieferate i.d.r. i Service Level Agreeets (SLA) Verfügbarkeitsgaratie ud Strafzahluge für dere Nichteihaltug festgelegt (vgl. Trieekes et al. 2004). Deoch ist davo auszugehe dass IT-Services icht ier ohe Verzögeruge oder Qualitätseibuße geliefert werde. Solche operatioelle Risike werde i.d.r. durch eie poissoverteilte Zufallsvariable abgebildet (Prokei 2008 S. 43 ff.). Aufgrud der zu 12

14 erwartede hohe durchschittliche Verfügbarkeit ud der Vielzahl a zu erwartede Ausführuge eies IT-Service ka jedoch die Noralverteilug äherugsweise Verwedug fide (vgl. Schlittge 2003 S. 243). Daher wird für die Modellierug ageoe (vgl. Brauwarth ud Heirich 2008 S. 103): A.6 Die Wahrscheilichkeit w 0;1 dass ei realisierter IT-Service s i vereibarter Zeit ud Qualität verfügbar ist wird durch oralverteilte Zufallsvariable it Erwartugswert ud Stadardabweichug E w ageoe dass die Wahrscheilichkeit der Verfügbarkeit ud diese bis zu Ede der Laufzeit des IT-Services zu Zeitpukt Für die Wahrscheilichkeit w bedeutet dabei Sicherheit zur Verfügug stehe wird bzw. Var w abgebildet. 2 Es wird w i SLA defiiert ist T kostat ist. w 1 dass der IT-Service s it w 0 dass er i keie Fall verfügbar sei wird. A.7 I Falle der Nichtverfügbarkeit eies agefragte IT-Service s etstehe zusätzliche vorschüssige Auszahluge i Höhe vo k t (z.b. durch Prozessausfall oder auelle Bearbeitug). Diese werde als bereits u etwaig vereibarte Kovetioalstrafe reduziert ageoe. Aus de bisherige Aahe ergibt sich dass ei IT-Service i der Periode zwische s t ud t 1 it eier Wahrscheilichkeit vo d t q t -al bzw. it der Gegewahrscheilichkeit 1 d t icht achgefragt wird. Ist ersteres der Fall steht der achgefragte IT-Service s wiederu it eier Wahrscheilichkeit vo w zur Verfügug bzw. it eier Wahrscheilichkeit vo 1 w icht zur Verfügug. I Falle der Verfügbarkeit etsteht der Uterehug ei Zahlugsüberschuss i Höhe vo r t bei Nichtverfügbarkeit ei u zusätzliche Auszahluge i Höhe vo k t verrigerter Zahlugsüberschuss r t k t (siehe Abbildug 2). 2 Es ist davo auszugehe dass die Glockekurve der zugehörige Dichtefuktio sehr schal sei wird da i der Regel zu jede IT-Service ei SLA geschlosse wird das eie sehr hohe Verfügbarkeit des IT-Service (95-99%) garatiert. Folglich liegt E w gewöhlich zwische 095 ud 099 wodurch bereits bei eier -Ausprägug die der garatierte Verfügbarkeit i SLA w etspricht die Dichtefuktio a de Räder sehr flach sei wird. Aus diese Grud sid die Räder des Defiitiosbereichs w 0 ud w 1 wege agelder Plausibilität icht zu betrachte ud die flach auslaufede Ede der Dichtefuktio i diese Bereiche gedaklich abzutree. 13

15 Nachfrage Verfügbarkeit Zahlugsstro w r t d t qt w rt d t q t ja ja 1 0 d t ei Stochastischer periodischer Zahlugsüberschuss: Erwarteter Barwert : ei 1 w r t k t 1 w q r k d t t t t d w q r d 1 w q r k z t t t t t t t t zt dt qt Ew rt Ew 1 rt kt t E t t i 1 kalk 1 i t kalk Abb. 2 Zusaesetzug des erwartete Barwerts der periodische Zahlugsüberschüsse eies IT-Service A.8 Durch die Uterstützug vo Prozessaktio Lieferate durch de IT-Service s des ergebe sich bei bereits realisierte IT-Services bereits ab de ENZ ud bei eu ageforderte IT-Services ab de EFZ t 1 bis zu Ede der progostizierte Laufzeit T stochastische periodische Zahlugsüberschüsse z t (siehe Abbildug 2). U eie Vergleichbarkeit der vo ENZ t abhägige periodische Zahlugsüberschüsse zu erreiche werde die Erwartugswerte der stochastische periodische Zahlugsüberschüsse z t eiheitlich it de gegebee Zisfuß i kalk auf t 0 diskotiert. t Der erwartete Barwert der periodische Zahlugsüberschüsse eies jede IT-Service zu Zeitpukt t ergibt sich soit wie folgt: dt qt E w rt E w 1 rt kt (3.1) t. 1 i t kalk s Der erwartete Barwert des gesate ITSP P zu ENZ t 0 ergibt sich aus de über alle Prozessaktioe ud Lieferate aggregierte u die vorschüssige ebefalls auf diskotierte Ivestitiosauszahluge I reduzierte Sue der gewichtete erwartete Barwerte der periodische Zahlugsüberschüsse t aller zu berücksichtigede bereits realisierte ud eu ageforderte IT-Services s die ab de EFZ t 1 afalle: (3.2) P M N T t0 x t I 1 at 1 t 1 1 sg 1 sg xt x t 1 sg t 1 ikalk t 0 14

16 uter de Nebebediguge: xt 1 xh kost. 0t h T falls h 0 wobei h defiiert ist als v0... h i T : x v 0. Mit Hilfe der Sigu-Fuktio wird erreicht dass die vorschüssige Ivestitiosauszahluge I ur i der Periode der Auswahl ud auch bei ur ateilige Bezug eies IT-Service vo eie Lieferate i volle Ufag berücksichtigt werde. Durch die Nebebediguge wird zude sichergestellt dass wie i A.3 foruliert zu ENZ t ausschließlich die Ateile x t 1 der idetifizierte IT-Services erittelt ud bereits bestehede Ateile x v it 0 v t als kostat erachtet werde. Da die Wahrscheilichkeite w oralverteilt sid gilt dies auch für de stochastische Zahlugsstro z t. Die zugehörige Stadardabweichug wird durch t erfasst ud ergibt sich durch: (3.3) dt qt kt t Var w t. 1 i kalk Durch geteilte Ressource wie z.b. Datebake vo Drittabieter ist die Wahrscheilichkeit der Verfügbarkeit auch bei kokurrierede IT-Services verschiedeer Lieferate i der Realität icht uabhägig. A.9 Zwische de Wahrscheilichkeite für die Verfügbarkeit w i ud w j zweier IT- Services s i ud s j uterschiedlicher Lieferate i ud j it i j die für die selbe Prozessaktio eigesetzt werde köe bestehe lieare Abhägigkeite. Diese sid über die Korrelatioskoeffiziete s s 1;1 i j abgebildet. Durch geteilte Ressource eies Lieferate wie z.b. Server auf dee ehrere IT- Services betriebe werde ist zude die Wahrscheilichkeit der Verfügbarkeit zweier IT- Services eies Lieferate üblicherweise icht uabhägig. A.10 Zwische de Wahrscheilichkeite für die Verfügbarkeit w k ud zweier IT- w l Services s ud s zur Uterstützug verschiedeer Prozessaktioe k ud k l l it des gleiche Lieferate k l Korrelatioskoeffiziete s s 1;1 k l existiere lieare Abhägigkeite die über abgebildet werde. 15

17 A.11 Für das Modell wird ageoe dass das Risiko des gesate ITSP it der Variaz P 2 geesse wird. Diese etspricht der gewichtete Sue aller Kovariaze der eizele stochastische periodische Zahlugsüberschüsse der a ITSP beteiligte IT-Services s zu de stochastische periodische Zahlugsüberschüsse des gesate ITSP. Gewichtet it de Ateile x t 1. der zu de EFZ t 1 bereits realisierte bzw. eu ageforderte IT-Services s ergibt sich soit (vgl. Baberg et al. 2006): M N T 1 k M N Tl 1 (3.4) 2 x a x a s s P k 1 i 1 t p 0 l 1 j 1 tq 0 t p 1 k i t p 1 k i tq 1 l j tq 1 l j uter de Nebebediguge: xt 1 xh kost. 0t h T falls h 0 wobei h defiiert ist als v0... h i T : x v 0. t p 1 k i tq 1 l j Ziel eies wertorietierte ITSP ist sowohl die Maxiierug des erwartete Ertrags als auch die Miiierug des Risikos. Da beide Ziele wie i der Literatur hireiched diskutiert icht gleichzeitig erreicht werde köe ist zur Erittlug des ITSP it de höchste Wertbeitrag eie Präferezfuktio erforderlich die der ( )-Regel folgt (vgl. Aforderug AF.1). Für die Modellierug wird ageoe: A.12 Für de Etscheider existiert eie Nutzefuktio die it de Beroulli-Prizip vereibar ist ud jede ITSP eie Nutze zuordet. Der Etscheider wählt stets dasjeige ITSP welches de axiale Präferezfuktioswert aufweist. Bei desse Erittlug uss der erwartete Barwert P ud das Risiko Risikoeistellug des Etscheiders berücksichtigt werde. Ziel des Etscheiders ist es dabei dasjeige ITSP zu wähle welches geäß seier Risikoeistellug uter Berücksichtigug der Budgetrestriktio die de jeweilige Ketisstad zu ENZ etsprechede risikobereiigte Wertbeiträge über de Plaugshorizot axiiert. Scheeweiß (1967) sowie Baberg et al. (2006) habe gezeigt dass i Falle eier Kostellatio wie sie durch die Aahe A.6 ud A.12 gegebe ist ur ei Präferezfuktioal der folgede For it de Beroulli-Prizip vereibar ist: b P 2 (3.5) 2 ax! P P P uter de Nebebediguge: P 2 k i l j geäß der 16

18 xt 1 xh kost. 0t h T falls h 0 wobei h defiiert ist als v0... M N 1 1 I Die Paraeter h i T : x v 0 ud sg 1 sg x x B t t sg 1. P ud Risikoaversiosparaeter P 2 t1 des Etscheiders ab (Arrow 1965; Pratt 1964) die für b 0 Risikoaversio für b 0 Risikoeutralität ud für b 0 Risikofreude widerspiegelt. Desweitere wird durch die M N Nebebedigug I 1 1 t ergebe sich etspreched der Forel (3.2) bzw. (3.4). Der b das Arrow-Pratt Maß bildet dabei die Risikoeistellug 1 sg 1 sg xt sg xt 1 Btt sichergestellt dass zu jede ENZ t die periodische Budgetbeschräkuge eigehalte werde. 3.2 Heuristisches Vorgehe zur Awedug des Modells i der Praxis Aufgrud des dyaische Charakters des Etscheidugsprobles hägt die ITSP- Optiierug zu jede ENZ t vo alle vorher getroffee Etscheiduge ab ud beeiflusst selbst wiederu die folgede zulässige Alterative. U das i Forel (3.5) dargestellte stochastische dyaische Optiierugsproble zu löse ud die Iterdepedeze zwische de ENZ t zu berücksichtige ka die dyaische Optiierug ach Bella (1957) Verwedug fide. Allerdigs stellt sich die Awedug dieser aufgrud der erforderliche vollstädige Modellierug des Probles sowie der otwedige Bereitstellug sätlicher Date als probleatisch dar. I der Praxis ist dies i.d.r. icht zu bewältige da die Date ud dait das Optiierugsproble selbst eier eigee Dyaik i Zeitverlauf uterliege. Aus heutiger Sicht ist es z.b. schwer absehbar welche IT-Services i der Zukuft idetifiziert ud agefordert werde. Soit ist es fraglich iwieweit die it der dyaische Optiierug eihergehede hohe Koplexität ud der sigifikate Berechugsaufwad zu rechtfertige sid we die beötigte Datebasis welche die zuküftige Hadlugsalterative ud soit das Optiierugsproble deteriiert it eier derart hohe Progoseusicherheit behaftet ist. Aus diese Grud bietet sich eie Dekopositio des i Kapitel 3.1 forulierte dyaische Etscheidugsprobles a. Grudidee ist dabei die Zerlegug des i Forel (3.5) dargestellte dyaische Optiierugsprobles i ehrere eizele Problee. Bei jede dieser Problee werde die zu ENZ t relevate Größe barwertig auf de Zeitpukt bezoge so dass a exakterweise vo eier barwertige zeitpuktbezogee Optiierug spreche uss. Es wird hierbei uterstellt dass die Portfolios über de Plaugshorizot kostat bleibe. Die ex-ate Berücksichtigug der spätere t 17

19 Apassbarkeit wird daher igoriert. Die auf Forel (3.5) basierede agepasst Zielfuktio fidet sich i Ahag AH.1 I Gegesatz zur exakte closed-loop-optiierug erfolgt die Lösug des dyaische Optiierugsprobles auf diese Weise zeitpuktbezoge wodurch ögliche iterteporale Iterdepedeze zwische de ENZ t icht berücksichtigt werde. Dadurch ergibt sich ei heuristischer Charakter der Lösug. Die detaillierte Vorgehesweise zur ITSP-Optiierug zu jede ENZ t ud zur Erittlug der beötigte Paraeter fidet sich ebefalls i AH.1. 4 Fallbeispiel ud Ergebisiterpretatio Das i Kapitel 3 beschriebee Vorgehe wird i Weitere a Beispiel eies Fiazdiestleisters dargestellt wobei die Erläuterug aus Vertraulichkeitsgrüde aoyisiert sowie die verwedete Zahle leicht odifiziert wurde. 4.1 Eiführug i das Fallbeispiel Der Fiazdiestleister ist als Multikaalbak i deutsche Markt positioiert. Zur Stadardisierug ud Verbesserug seier Prozesse will er u.a. die IT-Ladschaft verstärkt ach de Vorbild SOA ubaue. Dabei solle eizele Prozessaktioe der Beratugs- ud Verkaufsprozesse durch IT-Services uterstützt werde. Zur Usetzug vo durch die Fachbereiche it etsprechede Busiess Cases ageforderte IT-Ivestitioe führt der betrachtete Fiazdiestleister pro Jahr zwei Releases durch. Der Begriff Release bezeichet i hier betrachtete Kotext die Ipleetierug eier oder ehrerer geehigter Ivestitioe i IT-Services. Pro Release steht dabei zu jede ENZ t ei Budget a GE für Spezifikatio Etwicklug Test ud Eiführug euer IT-Services (exklusive laufeder Koste) zur Verfügug (siehe Tabelle 2). Tab. 2 Zur Verfügug stehedes Budget Etscheidugszeitpukt t t 0 t 1 t T 2 Budget B t i GE Zu erste ENZ t 0 steht die Neugestaltug des Kotoeröffugsprozesses i Fokus. Exeplarisch werde aus diese Prozess die Prozessaktioe Adressdate prüfe SCHUFA/IfoScore Auskuft erfasse ud Koto bei SCHUFA eielde herausgegriffe. Für das ächste Release stehe zu ENZ t 1 i Kotext des Aufbaus eies Dashboards (olie Applikatio zur Visualisierug vo Iforatioe) it Etscheidugshilfe für de Wertpapierhadel die Prozessaktioe Aalystebewertug azeige Aktiesigale azeige sowie Charts azeige zur Auswahl. Zu letzte hier betrachtete ENZ t T 2 habe die Fachbereiche i Zusaehag it de Aufbau eies Iteret Cliet-Filial-Systes it itegrierte Custoer Relatioship Maageet (CRM)-Tool IT-Services zur Usetzug der Prozessaktioe Idetitätscheck durchführe 18

20 Chace/Risike erittel ud Eail Kapage starte agefordert. Jede dieser Prozessaktioe ka jeweils vo eie idetifizierte IT-Service durchgeführt werde der etweder vo der eigee IT-Tochter oder vo zwei extere Lieferate (z.b. SCHUFA die eie Zugriff ittels XML-Gateway abietet) stat. Die Sue der zur Usetzug der ageforderte IT-Services beötigte GE übersteigt jedoch das zu de ENZ zur Verfügug stehede Budget u bis zu 50% so dass eu zu etwickelde bzw. vo extere Lieferate eizukaufede IT-Services ahad der eigereichte Busiess Cases ausgewählt werde üsse. Der Fiazdiestleister steht soit zu jede ENZ vor der Frage welche idetifizierte IT-Services bis zu ächste EFZ realisiert werde solle ud ob diese vo eie oder ehrere Lieferate ateilig bezoge werde solle. Als Etscheidugsgrudlage diee ih hierzu die i de Busiess Cases zur Verfügug gestellte Date aus dee hervorgeht wie häufig ei IT-Service voraussichtlich beötigt wird it welcher Wahrscheilichkeit er achgefragt wird ud welche Eizahlugsüberschüsse pro Serviceutzug zu erwarte sid. Die Preise für die IT-Services köe darüber hiaus relativ eifach ahad vo Agebote der Lieferate bzw. durch Verrechugspreise der IT-Tochter erittelt werde. Gleiches gilt für die Zuverlässigkeit ud dait für die erwartete Verfügbarkeitswahrscheilichkeite. Hier sicher die Lieferate i de ageforderte SLA eie ittlere Verfügbarkeit (ggf. it Schwakugsbreite) zu. Tabelle 1 gibt eie Überblick über die zu erittelde Variable ud ögliche Iforatiosquelle. Auf Basis dieser Date wurde für de Fiazdiestleister it eie Kalkulatioszissatz vo i kalk 010 die Iputparaeter ˆ ud ˆ zu ENZ t 0 erittelt. Zur Veraschaulichug zeigt Tabelle 3 eie Ausschitt der Ergebisse. Tab. 3 Ausschitt der berechete Iputparaeter ˆ ud ˆ für t 0 Zeitpukt t T 6 Lieferat Lieferat 1 Lieferat 2 Lieferat 3 Lieferat 1 Lieferat 2 Lieferat 3 Erwarteter Barwert Erwarteter Barwert Erwarteter Barwert Stadardabweichug ˆ ˆ ˆ ˆ 1 Stadardabweichug ˆ 2 Stadardabweichug ˆ 3 19

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