WÄHRUNGSINFORMATION. Marktkommentar IN DIESER AUSGABE DZ PRIVATBANK. Ausgabe 2 / Februar 2015 EURO AUF BREITER FRONT UNTER DRUCK

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1 Ausgabe 2 / Februar 2015 Marktkommentar IN DIESER AUSGABE EURO AUF BREITER FRONT UNTER DRUCK Der Euro dürfte die ersten Wochen dieses Jahres sicherlich gerne vergessen wollen. So brach die europäische Gemeinschaftswährung auf breiter Front ein, nachdem die Gerüchte über ein breit angelegtes Staatsanleiheankaufprogramm zunahmen und letztendlich in einer Ankündigung von Seiten der Europäischen Zentralbank (EZB) mündeten, die selbst die kühnsten Markterwartungen übertrafen. Auf handelsgewichteter Basis geriet der Euro daher auch im Zeitraum vom Mitte Januar bis Mitte Februar sichtbar unter Abgabedruck. Gegenüber dem US-Dollar fiel er auf den tiefsten Stand seit Hintergrund dieser Entwicklung war in erster Linie die Entscheidung der EZB, über den Kauf von Staatsanleihen die Geldpolitik weiter zu lockern. So beabsichtigt die europäische Notenbank ab März des laufenden Jahres monatlich Vermögenswerte und darunter hauptsächlich Staatsanleihen der Mitgliedsländer der Eurozone in Höhe von 60 Mrd. Euro zu kaufen. Das Ankaufprogramm soll bis mindestens September 2016 laufen und kann ggf. verlängert werden, sofern die von der Zentralbank verfolgten Ziele nicht erreicht sind. Somit beläuft sich die Gesamtsumme auf wenigstens 1,14 Bill. Euro. Mit der Vorgehensweise beabsichtigt die EZB, gegen die ihrer Ansicht nach existierende Deflationsgefahr im gemeinsamen Währungsraum und den daraus resultierenden Gefahren für die Konjunktur in der Eurozone vorzugehen. So gaben die Verbraucherpreise gemessen an der umfassenden Inflationsrate zuletzt um 0,6 Prozent nach. Die EZB peilt statt dessen einen Preisauftrieb von knapp unter zwei Prozent an. Neben der rückläufigen Preissteigerungsrate sah sie sich auch durch die aktuell geringen Inflationserwartungen zu ihrer Vorgehensweise genötigt. Sowohl die Konsumenten als auch die Investoren an den internationalen Finanzmärkten rechnen bereits auf Jahre hinaus mit einem Inflationsniveau, das unterhalb des von der EZB angestrebten Niveaus liegt. Niedrige Inflationserwartungen reichen nach allgemeiner Ansicht bereits aus, Anschaffungen in die Zukunft zu verlagern. Mit ihrem ausufernden QE-Programm hat die europäische Notenbank an den Devisenmärkten neue Voraussetzungen für die europäische Gemeinschaftswährung geschaffen, mit der Folge, dass wir unsere Euro-Prognosen deutlich nach unten revidiert haben. WÄHRUNGEN Empfehlung Anleger Kredit nehmer US Dollar (USD) aufbauen kurz und langfristig spekulativ Schw. Franken (CHF) halten kurzfristig spekulativ, mittel und langfristig attraktiv Jap. Yen (JPY) aufbauen kurz und langfristig spekulativ Tschechische Krone Britisches Pfund Australischer Dollar WÄHRUNG IM BLICKPUNKT Türkische Lira STARPLAN TOP CALLGELD halten aufbauen aufbauen aufbauen Generell geht der globale Trend bei den Zentralbanken zum Jahresbeginn hin zu einer expansiveren geldpolitischen Ausrichtung. So haben unter anderem die Zentralbanken Schwedens, Dänemarks, Kanadas und Australiens ihren Leitzins gesenkt. Zudem ist bei der Bank of England in diesem Jahr nicht mehr mit einer Leitzinswende zu rechnen. Zwar profitieren die Volkswirtschaften weltweit mehrheitlich vom niedrigeren Ölpreis, die Furcht vor einer fortschreitenden Disinflation oder gar einer Deflation dominiert jedoch derzeit das Handeln der Notenbanken.

2 STARPLAN TOP CALLGELD / SONSTIGE WÄHRUNGEN 2 / 8 STARPLAN Top Callgeld STRATEGIE Generell waren die vergangenen vier Wochen für Fremdwährungsinvestoren interessant. Im Nachgang des Paukenschlags der Schweizer Nationalbank, welche die Preisbindung des Frankens an den Euro aufgegeben hatte, folgte schon fast erwartet die EZB mit einem Anleiheankaufprogramm. Präsident Draghi will ab März 2015 jeden Monat 60 Mrd. Euro an Anleihen ankaufen, um den disinflationären Entwicklungen in der Eurozone entgegenzuwirken. Ökonomisch wird das Ganze durch Wirtschaftswissenschaftler wie z. B. Paul Krugman flankiert. Kritische Stimmen kommen eher aus der Ecke der deutschen Schule, auch wenn sie auf dem von glanzvollen Namen dominierten Parkett der teueren US-Universitäten eine eher nachrangige Bedeutung ( aber nicht zwangsläufig Unrecht ) hat. Für unsere Fremdwährungsstrategie ist das QE ( quantitatives Easing ) der EZB nicht vollkommen risikofrei. Durch den ultimativen Schritt sind nun viele Notenbanken motiviert, ebenfalls zeitnah Lockerungsmaßnahmen durchzuführen. Die ersten konnten bereits gesehen werden, wie beispielsweise bei der Reserve Bank of Australia, die Reserve Bank of Canada, die schwedische Reichsbank oder auch die türkische TCMB. Oft sacken die Währungen direkt nach Verkündigung weg, doch ein paar Tage später sind und das bewerten wir sehr positiv Erholungen zu beobachten. Währungen sollten interessant bleiben: Die EZB hat noch nicht mit den Käufen begonnen. WERTENTWICKLUNG ZUSAMMENSETZUNG Britisches Pfund (GBP) Nicht zuletzt wegen der massiven Lockerung der Geldpolitik durch die Europäische Zentralbank setzte das britische Pfund im Berichtszeitraum seinen seit rund anderthalb Jahren existierenden Aufwärtstrend gegenüber dem Euro fort. Per saldo legte der Sterling um 3,6 Prozent zu. Der Euro gab um über 2,5 Pence auf 0,7391 britische Pfund nach. Die Bank of England sitzt momentan zwischen zwei Stühlen. Auf der einen Seite bestehen Sorgen, dass steigende Löhne (also interne Faktoren) im Verlauf des Jahres für einen plötzlichen Inflationsanstieg sorgen könnten, auf der anderen Seite bleibt der Ölpreis niedrig (externer Faktor), was die Inflationsrate auf ein derzeitiges Niveau unter ein Prozent fallen lies. Momentan neigt die britische Notenbank eindeutig dazu, die Zinsen auf dem derzeitigen Niveau von 0,5 Prozent zu belassen. Eine erste Leitzinsanhebung sollte nicht vor dem Frühjahr 2016 vollzogen werden. Neben den Spekulationen über den Zeitpunkt der ersten Leitzinserhöhung wird die Entwicklung des britischen Pfundes in den kommenden Monaten auch durch die Politik stark beeinflusst werden. Im Mai stehen Parlamentswahlen an, und noch ist völlig offen, wer gewinnen wird. Die radikale UKIP (UK Independence Party) wird aller Voraussicht nach einige Sitze für sich gewinnen können und würde damit eventuell zum Königsmacher. Dies wird die Frage eines möglichen Vorziehens des Referendums (momentan für 2017 angedacht) aufwerfen. Gegenüber dem Euro sollte der Sterling auch in den kommenden Monaten als klarer Gewinner hervorgehen. Die expansive Haltung der EZB und die wenig beeindruckende Leistung der europäischen Wirtschaft stehen in deutlichem Kontrast zu den Entwicklungen in Großbritannien. KURZFRISTIGE ENTWICKLUNG 0,86 0,84 0,82 0,80 0,78 0,76 0,74 02/14 04/14 06/14 08/14 10/14 12/14 02/15 EUR in GBP 90-Tage-Linie GBP 200-Tage-Linie GBP DREIMONATSINTERBANKENSATZ

3 US DOLLAR (USD) 3 / 8 US-Dollar (USD) WÄHRUNGSENTWICKLUNG Im Zeitraum von Mitte Januar bis Mitte Februar setzte sich der seit Monaten existierende Aufwärtstrend des US-Dollars gegenüber dem Euro weiter fort. Anfängliche Anzeichen, der Euro könnte nach dem kräftigen Kursrückgang der vergangenen Monate in eine Erholung eintreten, erfüllten sich nicht. So nahm er nach der Entscheidung der Europäischen Zentralbank, mit dem Ankauf von Staatsanleihen ihre Geldpolitik weiter zu lockern, seinen Abwärtstrend schnell wieder auf. In der Spitze fiel er auf nur noch 1,1098 US- Dollar. Aufkommende Spekulationen, die angestrebte Geldmengenexpansion werde angesichts des in Relation zu dem Programmvolumen relativ geringen Angebotes nur schwer erreichbar sein, sowie Hoffnungen auf eine Entspannung in der Ukraine-Krise lösten anschließend aber eine Gegenbewegung aus.per saldo verteidigte der Greenback zumindest einen Teil seiner anfänglichen Terraingewinne und legte gegenüber dem Euro um weitere 2,2 Prozent zu. Die europäische Gemeinschaftswährung gab um rund 2,5 US-Cents auf 1,1383 US-Dollar nach. Auch wenn die Dollar-Aufwertung der vergangenen Wochen und Monate schon substanziell war, bleibt der US-Dollar weiterhin attraktiv. In einem Umfeld, in dem sich Zentralbanken weltweit einem Wettkampf um das niedrigste Zinsniveau bzw. die expansivste Geldpolitik liefern, wird er auch in den kommenden Monaten wegen des unweigerlich näher rückenden Termins der US-Leitzinswende, der kräftigen Wachstumsdynamik in den USA sowie des Staatsanleihekaufprogramms der EZB an Wert gewinnen. Zumal die US-Notenbank bislang keinerlei Indikation gegeben hat, dass sie über die Aufwertung des Dollars besorgt sei. Einem Abrutschen der europäischen Gemeinschaftswährung in Richtung Parität ist in den kommenden zwölf Monaten eine hohe Wahrscheinlichkeit zuzubilligen. ZINSSÄTZE FÜR BANKEN IM VERGLEICH ZUM US-LEITZINSSATZ DER US-NOTENBANK VERLAUF EUR/USD UND PROGNOSE VON 93 AUSGESUCHTEN BANKEN AUF 12 MONATE GERECHNETE, ZUKÜNFTIGE DREIMONATSZINSEN IM US-DOLLAR AUF DER BASIS VON GEHANDELTEN ZINSTERMINGESCHÄFTEN ZINSEN Das Umfeld am US-Arbeitsmarkt steht einer Leitzinswende in den USA trotz eines geringfügigen Anstiegs der Arbeitslosenrate im Januar auf 5,7 Prozent nicht mehr im Wege. Das kräftige Wachstum in den USA wird zumindest mittelfristig eine höhere Beschäftigung nach sich ziehen. Die Leitzinsen werden aber vorerst noch niedrig bleiben, denn die Inflation liegt nicht zuletzt wegen der niedrigen Energiepreise weiterhin deutlich unterhalb der Zielmarke der US-Notenbank. Der Zeitpunkt der US-Leitzinswende rückt aber unweigerlich näher. FAZIT Anleger: Vor dem Hintergrund des existierenden Aufwärtspotenzials des US-Dollars sollten Anleger Investitionen in die amerikanische Währung in ihre Portfolioüberlegungen miteinbeziehen. Kreditnehmer: Der Greenback konnte den vorherrschenden Trendkanal im Februar entrinnen und notierte in einer Bandbreite zwischen 1,12 und 1,15 Dollar je Euro. Viele Marktteilnehmer sehen dies allerdings nur als Atempause, denn das Vertrauen in die US-Wirtschaft sowie in einen stärkeren US-Dollar scheint ungebrochen. Ebenso sollte die Mischung aus den Erwartungen von steigenden Leitzinsen in den USA und der weltweit expansiven Geldpolitik anderer Notenbanken die US-Valuta zu neuen Höhen treiben. Unter diesen Aspekten ist daher eine Kreditaufnahme im US-Dollar derzeit nur zur Absicherung von offenen Devisenpositionen zu empfehlen. 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre Break-even-Kurse 1,1438 1,1839 1,2375

4 SCHWEIZER FRANKEN (CHF) 4 / 8 Schweizer Franken (CHF) WÄHRUNGSENTWICKLUNG Nach seinem fulminanten Absturz gegenüber dem Schweizer Franken gegen Ende des vorangegangenen Betrachtungszeitraums präsentiert sich die europäische Gemeinschaftswährung in der Berichtsperiode in einer wesentlich besseren Verfassung. Hatte doch die Schweizer Nationalbank (SNB) die Wertuntergrenze des Euro gegenüber der eidgenössischen Währung von 1,20 Schweizer Franken aufgegeben und damit den Kursrutsch Mitte Januar ermöglicht. Angesichts des aus Sicht der europäischen Gemeinschaftswährung extrem überverkauften Marktumfeldes und der aus der Aufwertung des Schweizer Franken her resultierenden Belastungen für die Schweizer Wirtschaft setzte eine Gegenreaktion ein, in deren Verlauf der Euro letztendlich um 7,12 Rappen auf 1,0622 Schweizer Franken zulegte. Die eidgenössische Währung büßte 6,7 Prozent an Wert ein. Gerüchten zufolge griff auch die SNB wieder in das Marktgeschehen ein, um die negativen Auswirkungen ihrer starken Währung auf die Schweizer Wirtschaft einzugrenzen. Angesichts der weiterhin bestehenden Belastungsfaktoren für den Euro sollten auf Sicht der kommenden Wochen und Monate Kurse unterhalb der Parität jedoch nicht überraschen. Zu schwer wiegen das Anleiheankaufprogramm der EZB sowie die anhaltende Unsicherheit über den Fortgang der Verhandlungen zwischen Griechenland und seinen internationalen Geldgebern aus Sicht der Gemeinschaftswährung. Mittel- bis langfristig dürfte sich das Austauschverhältnis aber nennenswert oberhalb der Parität einpendeln. Als treibender Faktor sollte sich hierbei das eingetrübte fundamentale Umfeld in der Schweiz erweisen. So wird die neugewonnene Stärke des Schweizer Franken sicherlich deutliche Spuren in der wirtschaftlichen Dynamik der Alpenrepublik, vor allem im Exportsektor und in der Tourismusbranche, hinterlassen. Zudem sollten die Inflationsraten in 2015 im tiefroten Bereich verharren. Dies wird den Handlungsdruck auf die SNB verschärfen, ihre expansive Geldpolitik mit Blick auf das Leitzinsniveau fortzusetzen oder möglicherweise sogar auszubauen. ZINSSÄTZE FÜR BANKEN IM VERGLEICH ZUM LEITZINS DER SCHWEIZERISCHEN NATIONALBANK VERLAUF EUR/CHF UND PROGNOSE VON 69 AUSGESUCHTEN BANKEN AUF 12 MONATE GERECHNETE, ZUKÜNFTIGE DREIMONATSZINSEN IM SCHWEIZER FRANKEN AUF DER BASIS VON GEHANDELTEN ZINSTERMINGESCHÄFTEN ZINSEN Um den nach der Entscheidung, die Wertuntergrenze des Euro zum Schweizer Franken aufzuheben, einsetzenden Wertzuwachs ihrer Währung einzugrenzen, senkte die Schweizer Nationalbank gleichzeitig den Zins für Guthaben auf Girokonten, die einen bestimmten Freibetrag übersteigen, um 0,5 Prozentpunkte auf -0,75 Prozent. Das Zielband für den Dreimonats-Libor senkte sie weiter in den negativen Bereich von -1,5 Prozent bis -0,25 Prozent nach -0,75 Prozent bis 0,25 Prozent. Vor dem Hintergrund der zunehmenden deflationären Tendenzen wird die SNB weiterhin gezwungen sein, ihre expansive geldpolitische Haltung mit Blick auf das Zinsniveau fortzusetzen. Dabei ist von einer weiteren Absenkung des Leitzinsniveaus auszugehen. FAZIT Anleger: Angesichts der von der Währungsaufwertung auf die Volkswirtschaft der Schweiz ausgehenden Beeinträchtigungen erscheint mittel- bis langfristig eine Abwertung des Schweizer Franken gegenüber dem Euro wahrscheinlich. Strategisch orientierten Anlegern können Engagements in die Währung der Schweiz daher nicht empfohlen werden. Kreditnehmer: Gut einen Monat nach Aufgabe der Mindestkurspolitik der Schweizerischen Nationalbank (SNB) konnte sich das Währungspaar deutlich von seinen Tiefstständen erholen und tendiert aktuell um 1,07 Franken je Euro. Dabei dürfte die helvetische Währung ihre Funktion als sicherer Hafen weiter aufrechterhalten können, denn die gegenwärtigen Nachrichtenlage rund um Griechenland und EZB-Staatsanleihenkäufe verleihen dem Franken Stärke. Infolge dieser enormen Überbewertung kündigte SNB- Präsident Jordan offiziell an, dass die SNB am Devisenmarkt aktiv werden würde, wenn es die Situation erfordere. werden ebenfalls die eingeführten Negativzinsen ihre Wirkung zur Schwächung des Franken nicht verfehlen. Spekulativ orientierte Kreditnehmer könnten daher mit einer Währungsfinanzierung von einer weiteren Erholung im Währungspaar profitieren. Break-even-Kurse 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre 1,0677 1,0575 1,0385

5 JAPANISCHER YEN (JPY) 5 / 8 Japanischer Yen (JPY) WÄHRUNGSENTWICKLUNG Im Zeitraum von Mitte Januar bis Mitte Februar sah sich der japanische Yen gegenüber dem Euro einer hohen Volatilität ausgesetzt. Vor dem Hintergrund der Entscheidung der Europäischen Zentralbank, ein massives Staatsanleiheankaufprogramm aufzulegen, hielt die Aufwärtsbewegung der japanischen Währung zunächst an. Mit in der Spitze 130,11 japanischen Yen fiel der Euro zwischenzeitlich auf ihr niedrigstes Niveau seit August Aufkommende Spekulationen, die japanische Zentralbank werde im Verlauf des laufenden Jahres ihre Geldpolitik erneut lockern, lösten anschließend jedoch eine Gegenbewegung aus. Mit 135,18 japanischen Yen beendete der Euro den Handel in der Betrachtungsperiode auf nahezu unverändertem Niveau. Die Inflationsrate kommt auch knapp zwei Jahre nach der Verkündung des umfangreichen Staatsanleiheankaufprogramms der Notenbank nicht richtig von der Stelle. Die Schuld daran allein auf den Ölpreis zu schieben, greift dabei zu kurz. Denn auch die Kerninflation, die Energie- und Nahrungsmittelpreise nicht berücksichtigt, zeigte im letzten Quartal 2014 eine rückläufige Tendenz. Ohne den Effekt der Mehrwertsteuererhöhung vom April letzten Jahres lag sie im Dezember nur noch bei 0,5 Prozent im Jahresvergleich. Für das im April beginnende Fiskaljahr 2015 rechnet Japans Notenbank mittlerweile nur noch mit einem Anstieg der Kerninflation von jährlich 1,0 Prozent. Damit verabschiedete sich die Zentralbank nicht nur von ihrem im Oktober 2014 prognostizierten Preisanstieg von 1,7 Prozent, sondern zugleich von ihrem Ziel, auf absehbare Zeit eine Inflationsrate von 2,0 Prozent zu erreichen. Aufgrund der expansiven Geldpolitik der EZB sollte der Yen zwar auf kurze Sicht weiter Boden gegenüber dem Euro gutmachen können. Mittel- bis langfristig sollte sich das Blatt allerdings wenden. So dürfte sich die Bank of Japan vor dem Hintergrund des geringen Preisdrucks ihrerseits gezwungen sehen, den Geldhahn erneut zu öffnen. Der japanische Yen sollte in Folge zumindest einen Teil seiner zwischenzeitlichen Terraingewinne wieder einbüßen. ZINSSÄTZE FÜR BANKEN IM VERGLEICH ZUM LEITZINS DER JAPANISCHEN NOTENBANK VERLAUF EUR/YEN UND PROGNOSE VON 71 AUSGESUCHTEN BANKEN AUF 12 MONATE GERECHNETE, ZUKÜNFTIGE DREIMONATSZINSEN IM JAPANISCHEN YEN AUF DER BASIS VON GEHANDELTEN ZINSTERMINGESCHÄFTEN ZINSEN Die japanische Zentralbank hat im Oktober ihre Geldpolitik noch aggressiver ausgestaltet. Sie wird die Geldmenge in erster Linie über den Kauf von Staatsanleihen weiter kräftig ausweiten. Angesichts der existierenden Konjunkturrisiken sind Leitzinserhöhungen noch geraume Zeit nicht in Sicht. Im Gegenteil, die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen nimmt angesichts des anhaltend geringen Preisdrucks zu. FAZIT Anleger: Angesichts der zunehmenden Wahrscheinlichkeit erneuter geldpolitischer Lockerungsmaßnahmen der japanischen Zentralbank sollten allenfalls spekulativ eingestellte Anleger Investitionen in die japanische Währung in ihre Anlageüberlegungen mit einbeziehen. Kreditnehmer: Im Betrachtungszeitraum zeigte sich das Währungspaar sehr volatil im Zeichen der geldpolitischen Lage bei den jeweiligen Zentralbanken. So konnte der Yen nach Bekanntgabe des Anleihenkaufprogramms durch die Europäische Zentralbank gegenüber dem Euro zunächst an Wert zulegen und notierte zwischenzeitlich nahe 130 Yen je Euro. Nach der Veröffentlichung neuester Daten zur Preisstabilität in Japan und der unter den Erwartungen liegenden Inflationsrate tendierte die Nipponwährung erneut leichter. Auf mittelfristige Sicht sollte sich die Geldpolitik der Bank of Japan im direkten Vergleich als die expansivere erweisen und einen schwächeren Yen nach sich ziehen. Spekulativ orientierte Kreditnehmer können mit einer Währungsfinanzierung von einer zunehmenden Yen-Schwäche profitieren. Break-even-Kurse 1 Jahr 3 Jahre 5 Jahre 135,55 135,05 134,13

6 WÄHRUNG IM BLICKPUNKT 6 / 8 Türkische Lira (TRY) WÄHRUNGSENTWICKLUNG Trotz der Entscheidung der europäischen Notenbank, die Geldpolitik nochmals deutlich expansiver auszurichten, geriet die türkische Lira im Berichtszeitraum gegenüber dem Euro unter erheblichen Abgabedruck. Hintergrund der Entwicklung war der Beschluss der türkischen Zentralbank, ihren Leitzinssatz um 50 Basispunkte und damit kräftiger als angenommen auf 7,75 Prozent zu reduzieren. Per saldo sank die Währung daraufhin gegenüber dem Euro um 4,1 Prozent. Er legte um 15,58 Kurus auf 2,8006 türkische Lira zu. Zu den wesentlichen Belastungsfaktoren für die türkische Landeswährung zählt derzeit neben den konjunkturellen Risiken besonders der zu beobachtende Vertrauensverlust in die Zentralbank des Landes. Verantwortlich für die gesunkene Glaubwürdigkeit der türkischen Notenbank war erneut die Regierung der Türkei. Sie kritisierte einmal mehr die Geldpolitik der türkischen Zentralbank und bezeichnete die jüngste Leitzinssenkung als nicht ausreichend und zu zögerlich. Auch ist der Ton der Regierung gegenüber der Zentralbank schärfer geworden. Staatspräsident Erdogan drohte erstmals damit, die Währungshüter für eine Stellungnahme vorzuladen. Es ist allerdings schwierig zu beurteilen, wie viel ihrer Entscheidung auf ökonomische Faktoren und wie viel auf politischen Druck zurückzuführen ist. Unsicherheit geht auch von den im Juni anstehenden Parlamentswahlen aus. So muss die AKP erstmals ohne ihr Zugpferd Erdogan antreten und will daher mit einer überzeugenden wirtschaftlichen Entwicklung des Landes punkten. Der Druck auf die Zentralbank, die Zinsen weiter zurückzunehmen, dürfte daher eher noch größer werden. Diese Rahmenbedingungen dürften im aktuellen Kursniveau aber enthalten sein. Vor dem Hintergrund des hohen Zinsvorsprungs der türkischen Lira, ihrer jüngsten Kursverluste sowie der nunmehr extrem expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank kann der Währung gegenüber dem Euro Aufwertungspotenzial zugebilligt werden. KURZFRISTIGE ENTWICKLUNG LANGFRISTIGE ENTWICKLUNG DREIMONATSINTERBANKENSATZ ZINSEN Die türkische Notenbank CBRT zeichnet in ihrem jüngsten Inflationsbericht einen zuversichtlichen Inflationsausblick und rechnet damit, dass die Teuerungsrate Mitte 2015 wieder das Inflationsziel der türkischen Zentralbank von fünf Prozent erreicht haben wird. Damit hat sie sich weiteren geldpolitischen Spielraum geschaffen. Wir gehen daher auf Jahressicht von einem erneuten Rückgang des Leitzinssatzes um insgesamt 75 Basispunkte auf dann im internationalen Vergleich weiterhin hohen sieben Prozent aus. FAZIT Anleger: Angesichts der hohen konjunkturellen Risiken bieten sich Investitionen in die türkische Lira trotz des existierenden Aufwärtspotenzials aus unserer Sicht nur für spekulativ orientierte Anleger an.

7 SONSTIGE WÄHRUNGEN 7 / 8 Australischer Dollar (AUD) Trotz der Entscheidung der EZB, ein großdimensioniertes Staatsanleiheankaufprogramm aufzulegen, geriet der australische Dollar gegenüber dem Euro in der Zeit von Mitte Januar bis Mitte Februar unter Druck. Hintergrund war eine überraschende Leitzinssenkung der australischen Zentralbank der Leitzins wurde um 50 Basispunkte auf das neue Rekordtief von 2,25 Prozent reduziert sowie die auf breiter Front weiter nachgebenden Rohstoffpreise. Letztendlich gab der australische Dollar um 3,4 Prozent nach. Die europäische Gemeinschaftswährung zog um rund fünf australische Cents auf 1,4652 australische Dollar an. Die jüngste expansive Ausrichtung der australischen Geldpolitik ist primär den wegen der schwachen Rohstoffpreise einbrechenden Inflationserwartungen zuzuschreiben und nicht zur Stimulierung der Binnenwirtschaft gedacht. Wegen des überhitzenden Immobilienmarktes wäre eher eine restriktivere Geldpolitik notwendig gewesen. Die nächste Zinserhöhung dürfte nicht vor 2016 erfolgen. Zu einem wichtigen Faktor bei der Zinsentscheidung ist darüber hinaus die Entwicklung der australischen Währung geworden. Die Notenbank hatte sie wiederholt trotz der massiven handelsgewichteten Abwertung als zu fest kritisiert. Da die Geldpolitik in vielen anderen Ländern Anfang 2015 von Lockerungsschritten geprägt war, sah sich auch die australische Notenbank unter Zugzwang, um im globalen Abwertungswettlauf nicht zurückzufallen. Auch wenn sich zunächst noch Konjunkturzweifel und Zinssenkungsspekulationen halten sollten, dürfte der australische Dollar auf Jahressicht zulegen. Die Mischung aus globaler Euro-Schwäche und fundamentaler Stärke des australischen Dollar könnten der Währung den Weg zu einer spürbaren Aufwertung frei machen. KURZFRISTIGE ENTWICKLUNG 1,65 1,60 1,55 1,50 1,45 1,40 1,35 02/14 04/14 06/14 08/14 10/14 12/14 02/15 EUR in AUD 90-Tage-Linie AUD 200-Tage-Linie AUD DREIMONATSINTERBANKENSATZ Tschechische Krone (CZK) Das überraschend umfangreich ausgefallene QE-Programm der Europäischen Zentralbank hat den Euro im Betrachtungszeitraum auch gegenüber der tschechischen Krone unter Abgabedruck gesetzt. Letztendlich zog die Währung der Tschechischen Republik um 1,1 Prozent an. Die europäische Gemeinschaftswährung fiel um 30,3 Haleru auf 27,598 tschechische Kronen. Um den deflationären Entwicklungen entgegenzuwirken, ließ die tschechische Zentralbank Anfang November 2013 ihren Worten Taten folgen und intervenierte erstmals seit 2002 wieder am Devisenmarkt. Ihr Ziel war, die tschechische Krone zu schwächen. Während sie zunächst ihre Interventionstätigkeit bis Anfang 2015 fortsetzen wollte, will sie nun den Währungskurs nicht unter die Marke von 27 tschechischen Kronen bis mindestens 2016 fallen lassen. Ihre Entscheidung, die Wechselkursuntergrenze länger als zunächst gedacht beizubehalten, ist auf den anhaltend schwachen Inflationsausblick zurückzuführen. Eine Anhebung der Wechselkursuntergrenze erfolgt nach Angaben der Zentralbank der Tschechischen Republik nur, wenn sich die Disinflationsrisiken verschärfen und als nachhaltig erweisen. Davon geht die Zentralbank derzeit aber nicht aus. Das Austauschverhältnis zwischen den beiden Währungen wird daher mit hoher Wahrscheinlichkeit auch in den kommenden Monaten innerhalb einer engen Band - breite knapp oberhalb der Marke von 27 tschechischen Kronen verharren. KURZFRISTIGE ENTWICKLUNG DREIMONATSINTERBANKENSATZ

8 IMPRESSUM 8 / 8 IMPRESSUM DZ PRIVATBANK S.A. 4, rue Thomas Edison L-2016 Luxembourg Tel Fax DZ PRIVATBANK (Schweiz) AG Münsterhof 12 CH-8022 Zürich Tel Fax Redaktion Portfoliomanagement, LuxCredit, Angebotserstellung und -kommunikation Redaktionsschluss 19. Februar 2015 LEGENDE EMPFEHLUNG ANLEGER: kaufen aufbauen halten abbauen verkaufen die Währung aktuell kaufen in Schwächephasen sukzessive kaufen bestehende Positionen beibehalten in Stärkephasen sukzessive verkaufen die Währung aktuell verkaufen LEGENDE WÄHRUNGSPROGNOSE: seitwärts Wert des Euro steigt gegen über ausländischer Währung Wert des Euro sinkt gegen über ausländischer Währung LEGENDE EMPFEHLUNG KREDITNEHMER: HINWEIS: Alle Inhalte dieses Dokumentes dienen ausschließlich Ihrer eigenen Information und sollen Ihnen helfen, eine fundierte, eigenständige Entscheidung zu treffen. Allein maßgebliche Rechtsgrundlage für die angebotene Leistung ist der Vertrag zwischen dem Kunden und der DZ PRIVATBANK. Eigene Darstellungen und Erläuterungen beruhen auf der jeweiligen Einschätzung des Verfassers zum Zeitpunkt ihrer Erstellung, im Hinblick auf die gegenwärtige Rechts- und Steuerlage, die sich jederzeit ohne vorherige Ankündigung ändern kann. Alle weiteren Informationen in diesem Dokument stammen aus öffentlich zugänglichen Quellen, die für zuverlässig gehalten werden. Für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Quellen steht der Verfasser nicht ein. Die Inhalte dieses Dokuments stellen keine Handlungsempfehlung dar, sie ersetzen weder die individuelle Anlageberatung durch die Bank noch die Beurteilung der individuellen Verhältnisse durch einen Steuerberater. Hinsichtlich der steuerlichen Behandlung der Anlagen bzw. der Erträge wenden Sie sich an Ihren Steuerberater oder eine sonstige Fachperson. Diese Broschüre wurde mit großer Sorgfalt entworfen und hergestellt, dennoch übernimmt die DZ PRIVATBANK keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit. Die DZ PRIVATBANK übernimmt keine Haftung für etwaige Schäden oder Verluste, die direkt oder indirekt aus der Verteilung oder der Verwendung dieses Dokuments oder seiner Inhalte entstehen. Durch die Annahme dieses Dokuments akzeptieren Sie die vorstehenden Beschränkungen als für Sie verbindlich. kurzfristig mittelfristig langfristig spekulativ attraktiv Break-even- Kurs: bis zu 12 Monate auf Sicht 3 Jahre auf Sicht 5 Jahre es ist mit hohen Währungsschwankungen zu rechnen es ist mit relativ geringen Währungsschwankungen zu rechnen gibt jenen Euro-Kurs an, bei dem der Zinsvorteil / -nachteil durch die Währungsveränderung ausgeglichen wird

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