SAP-GESCHÄFTSBERICHT 2007 INNOVATION NACH MASS

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1 SAP-GESCHÄFTSBERICHT 2007 INNOVATION NACH MASS

2 DEM WANDEL EINEN SCHRITT VORAUS UNSER FAHRPLAN IN DIE ZUKUNFT Innovation findet längst nicht mehr nur in Forschungs- und Entwicklungs - laboren statt. Heutzutage wird von jedem Einzelnen im Unternehmen innovatives Denken verlangt jeden Tag. Auch SAP kurbelt das Innovationstempo weiter an und spiegelt damit den rasanten Wandel der gesamten Wirtschaft. Wir sorgen dafür, dass unsere Kunden diesem Wandel stets einen Schritt voraus sind: durch unsere Technologie plattform, die eine flexible Anpassung von Anwendungen ermöglicht, umfassenden Service und Support und ein breit gefächertes Produkt - port folio. Für Unternehmen jeder Größe bieten wir nun Lösungen und unterstützen die Produktivität der einzelnen Mitarbeiter. Mehr noch, wir kennen die Prozesse von mehr als 25 Branchen im Detail und verfügen über das größte Partnernetz der Branche. All dies untermauert unsere Position als führender Hersteller von Unter - nehmens software mit Mitarbeitern in über 50 Ländern und rund Kunden weltweit. Auch künftig werden wir den Fortschritt durch die Entwicklung bahnbrechender Technologien und Geschäftsverfahren immer weiter vorantreiben. Dabei gehen wir gezielt auf die Anforderungen einzelner Branchen, Unternehmen oder Mitarbeiter ein. Denn eines bleibt, auch im Wandel: SAP schafft Innovation nach Maß. Finanzübersicht

3 FINANZÜBERSICHT ZAHLEN UND FAKTEN IM ÜBERBLICK (US-GAAP) SAP-Aktie im Vergleich zum DAX, zum Dow Jones EURO STOXX 50 und zum GSTI Software Index 29. Dezember 2006 bis 29. Februar 2008 Prozent SAP-Aktie (Xetra ) DAX 30 Performanceindex (Xetra) Dow Jones EURO STOXX 50 Preisindex Goldman Sachs GSTI Software Index Preisindex Anteil auf Basis der Anbieter von Core Enterprise Applications ¹) Prozent Veränderung zum Vorjahr in Prozentpunkten Umsatz nach Tätigkeitsbereichen Mio. Prozent Veränderung zum Vorjahr Veränderung zum Vorjahr währungsbereinigt Übriger Markt 51,9 5,7% SAP 28,4 +4% Schulung 410 4% +7% +11% Software % +13% +18% Oracle 16,5 +1,4% Microsoft 3,3 +0,4% Beratung % 1% +2% Sonstiger Service 113 1% +18% +23% Sonstige 71 1% +3% +7% Subskription und sonstiger software bezogener Service 182 2% +41% +46% Support % +11% +15% ¹) basierend auf weltweiten Umsätzen aus Software und softwarebezogenen Services, rollierend über vier Quartale, bei Microsoft und Oracle nur Bereich Unternehmenssoftware

4 Umsatzerlöse Mio. Veränderung zum Vorjahr Software- und softwarebezogene Serviceerlöse Mio. Veränderung zum Vorjahr % +7% +13% +10% +9% % +10% +15% +11% +13% Betriebsergebnis Mio. Veränderung zum Vorjahr Operative Marge Prozent Veränderung zum Vorjahr in Prozentpunkten % +17% +16% +10% +6% 24,5 26,9 27,5 27,4 26,7 +2,6% +2,4% +0,6% 0,1% 0,7% Umsatzstruktur nach dem Sitz des Kunden Mio. Prozent Veränderung zum Vorjahr Konzernergebnis Mio. Veränderung zum Vorjahr USA % +4% Deutschland % +5% % +22% +14% +25% +3% Übrige Region Amerika 871 9% +12% Übrige Region Asien-Pazifik-Japan 828 8% +22% Übrige Region Europa, Naher Osten, Afrika % +13% Japan 447 4% +4%

5 INHALT Vision und Werte Brief an die Aktionäre 002 Vorstand 004 Strategie 006 Investor Relations 008 Corporate Citizenship 012 Chancen und Wachstum Produktportfolio 016 Großkunden 017 Plattform für Innovation 019 Mittelständische Unternehmen 021 Lösungen für Business User 025 Talente und Innovation Mitarbeiter 030 Forschung und Entwicklung 033 SAP und Partner 036 Transparenz und Integrität Corporate-Governance-Bericht 040 Bericht des Aufsichtsrats 047 Vergütungsbericht 056 Finanzinformationen Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 074 Konzernlagebericht 075 Konzernabschluss 125 Konzernanhang 131 Jahresabschluss der SAP AG Kurzfassung 203 Fünfjahresübersicht 204 Finanzkalender 207 Adressen und Publikationen für unsere Aktionäre 208 Impressum 209 SAP-Geschäftsbericht 2007 Inhalt 001

6 BRIEF AN DIE AKTIONÄRE WACHSTUM DURCH INNOVATION Sehr geehrte Aktionäre, verehrte Kunden und Geschäftspartner, liebe Kollegen, 2007 war ein besonders dynamisches Jahr für SAP. Wir haben eine grundlegend neue Lösung für den Mittelstand vorgestellt und die größte Akquisition unserer Geschichte in Angriff genommen. Beides zeigt: Wir blicken nach vorn und stellen Weichen für die Zukunft. Zugleich haben wir mit Produkt- und Geschäftsmodell-Innovationen das etablierte Kerngeschäft zielstrebig weiterentwickelt und zum Jahresende außerordentlich gute Geschäftszahlen vorlegen können: Zum ersten Mal erzielte SAP mehr als 10 Mrd. Umsatz und zeigte wechselkursbereinigt das stärkste Wachstum seit sieben Jahren bei einer operativen Marge am oberen Ende des angestrebten Zielkorridors Neukunden trugen dazu bei, dass wir unseren Marktanteil nochmals erheblich um vier Prozentpunkte steigern konnten. War es also ein rundum erfolgreiches Jahr? Leider nicht. Denn als unsere Anteilseigner können Sie mit der Kurs - entwicklung der SAP-Aktie nicht zufrieden sein. Wir sind es auch nicht. Dennoch haben Sie in SAP investiert oder an Ihrer Investition festgehalten. Dafür danke ich allen Aktionären im Namen des Vorstands und unserer Mitarbeiter sehr herzlich. Wir sind überzeugt, dass dies eine gute Entscheidung ist. Und wir sind überzeugt, dass auch wir gute Entscheidungen getroffen haben, die Ihr Vertrauen rechtfertigen. Starkes Wachstum aus eigener Kraft Wir haben den Weg des organischen Wachstums kon - sequent weiterverfolgt und die Erlöse mit Software und softwarebezogenen Services bei konstanten Wechselkursen um 17% gesteigert. Damit konnten wir unsere Prognose deutlich übertreffen. Unser Kerngeschäft ist kerngesund. Und es ist weiterhin sehr profitabel. Die Anfang 2007 angekündigten zusätzlichen Investitionen für SAP Business ByDesign haben das Ergebnis zwar be - lastet. Wir sind aber überzeugt, dass sich diese zeitlich begrenzte Investition mittel- bis langfristig auszahlen wird. SAP Business ByDesign komplettiert unser Angebot für den Mittelstand, in dem wir schon seit 2005 Marktführer mit SAP Business All-in-One und SAP Business One sind. Dieses neu entwickelte Produkt mit seinem neuartigen Geschäftsmodell ist zugleich unser Einstieg in das On- Demand-Geschäft, wobei SAP Business ByDesign im Gegensatz zu Produkten anderer Hersteller alle relevanten Geschäftsprozesse abdeckt. Unser Portfolio umfasst nun Lösungen für Unternehmen jeder Größe und in jeder Branche. Die Branchenexpertise zählt dabei zu den wesentlichen Stärken von SAP. Um in der Softwarebranche einen wettbewerbsentscheidenden Vorsprung an Know-how und neuen Ideen zu behalten, ist gemeinsame Innovation in einem Netzwerk von Partnern entscheidend. Wir ergänzen daher unsere eigenen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen durch eine Vielzahl von Innovationstreibern, von ausgewählten Universitäten (nicht zuletzt im Rahmen des University- Alliances-Programms) über Branchenforen und Online- Gemeinschaften bis hin zu dem Mitte 2007 im kalifor - nischen Palo Alto eröffneten Co-Innovation Lab. Sichere Innovationen für unsere Kunden Durch die kompromisslose Ausrichtung auf Kundenanforderungen und unsere Innovationsführerschaft können wir mit den richtigen Produkten immer wieder neue Werte und Wettbewerbsvorteile für unsere Kunden schaffen. Hier zeigt sich die gewandelte Rolle von Unternehmenssoftware: Standen früher Effizienz und Kostensenkung allein im Vordergrund, so geht es heute zunehmend auch um neue Wege der Wertschöpfung und rasche Differenzierung im globalen Wettbewerb. Dies ermöglicht unsere Geschäftsprozessplattform, die auf einer serviceorientierten Architektur für Geschäftsanwendungen (Enterprise SOA) basiert. Dadurch lassen sich Prozessoptimierungen und neue Geschäftsmodelle auch in Unternehmensnetzwerken viel leichter und schneller verwirklichen. 002 SAP-Geschäftsbericht 2007 Vision und Werte

7 Der 2004 aufgestellte Fahrplan zur Etablierung von Enterprise SOA wurde mit der Einführung von SAP ERP 6.0 umgesetzt. Mehr als produktive Kunden zum Jahresende 2007 belegen den Erfolg dieser Innovationsstrategie für die SAP Business Suite ebenso wie mehr als produktive Installationen der entsprechenden Technologieplattform SAP NetWeaver. Unsere Kunden gewinnen nicht nur Agilität und Produktivität; sie profitieren auch von der deutlich vereinfachten Installation neuer Software. An die Stelle komplexer Upgrade-Projekte treten nun sogenannte Erweiterungspakete, bei denen neue Funktionen ohne Risiken für die Stabilität nach Bedarf aktiviert werden können. Als Teil der SAP Business Suite erregte im Dezember auch unsere neue Software für das Kundenmanagement, SAP CRM 7.0, großes Aufsehen. Mit einer internetgestützten und auch mobil nutzbaren Oberfläche ist es unseren Entwicklern gelungen, gesteigerten Funktionsumfang mit erheblich erhöhtem Bedienkomfort zu verbinden. Das ist bei Unternehmenssoftware keine Selbstverständlichkeit und die Nachfrage ist dementsprechend ausge sprochen groß. Zusätzliche Wachstumschancen Angesichts dieser großen Innovationskraft liegt die Frage nahe, weshalb SAP über den Zukauf kleinerer Spezialanbieter hinaus auch große Akquisitionen tätigt. Die Antwort ist einfach: Wenn es Marktsegemente mit großem Wachstumspotenzial gibt, die zum Angebot von SAP passen, in denen sich aber bereits andere Anbieter etabliert haben, kann es sinnvoll sein, das eigene Wachstum dort auf einen Schlag zu beschleunigen. Mit der inzwischen vollzogenen Akquisition von Business Objects S.A. haben wir uns sofort an die Spitze des Markts der sogenannten Business User gesetzt: Mitarbeiter bis hinauf zum Vorstand, die Tag für Tag auf Unternehmens - daten und Analysen in Echtzeit angewiesen sind. Als Marktführer konnte Business Objects unsere eigenen Produkte sehr gut ergänzen. Indem wir nun sämtliche Software für den raschen und reibungslosen Ablauf von Analyse, Entscheidungsfindung und Anpassung aller Geschäftsprozesse anbieten können, schaffen wir sowohl für unsere Kunden als auch für SAP einen neuen Wettbewerbsvorteil. Die Finanzmärkte haben dennoch auf die Akquisition ähnlich wie auf das neue Geschäftsmodell für SAP Business ByDesign bisher mit Zurückhaltung reagiert. Tatsächlich müssen wir in beiden Fällen noch zeigen, dass wir damit auch Erfolg haben werden. Aber SAP hat oft genug bewiesen, dass wir ehrgeizige Pläne erfolgreich umsetzen können; die Etablierung von Enterprise SOA ist ein aktuelles Beispiel. Daher bin ich sicher, dass sich unser anhaltender Erfolg wieder deutlich positiver auf den Aktienkurs auswirken wird. Das operative Geschäft ist in ausgezeichneter Verfassung und unsere ambitionierte Wachstumsstrategie bietet beste Chancen, sowohl Umsatz als auch Marge in den kommenden Jahren weiter eindrucksvoll zu steigern. Dazu benötigen wir weiterhin hervorragende Mitarbeiter. Wir wollen ein weltweit attraktiver Arbeitgeber sein, der die besten Talente anzieht konnten wir zur Stei - gerung unserer Unternehmensleistung erneut knapp Mitarbeiter einstellen. Wir freuen uns, dass SAP am Hauptstandort Deutschland wiederum als bester Arbeit - geber ausgezeichnet wurde und auch unser gesellschaft - liches Engagement weltweit wieder große Anerkennung fand. Zur Erfolgsgeschichte von SAP, die vor mehr als dreieinhalb Jahrzehnten mit unternehmerischer Tatkraft und Weitsicht der Gründer begann, tragen neben den Mitarbeitern natürlich auch unsere Kunden und Partner bei. Sie alle schaffen die Grundlage für die nachhaltige Wertsteigerung unseres Unternehmens. Dafür dankt sehr herzlich, Ihr Henning Kagermann Vorstandssprecher der SAP AG SAP-Geschäftsbericht 2007 Vision und Werte 003

8 VORSTAND DEM ERFOLG UNSERER KUNDEN VERPFLICHTET Führung Henning Kagermann Vorstandssprecher Henning Kagermann kam 1982 zur SAP und ist seit 1991 Mitglied des Vorstands. Als Vorstandssprecher trägt er die Gesamtverantwortung für die Strategie und Unternehmensentwicklung der SAP. Darüber hinaus ist er für die Produktentwicklung im Großkundensegment, Unternehmenskommunikation, Interne Revision und das Management von Spitzentalenten verantwortlich. Kunden Léo Apotheker Stellvertretender Vorstandssprecher Léo Apotheker kam 1988 zur SAP und ist seit 2002 Mitglied des Vorstands und Leiter des Unternehmensbereichs Customer Solutions & Operations. In dieser Rolle ist er verantwortlich für Vertrieb, Beratung, Schulung, Marketing und Partner management. Zuvor leitete er von 1999 bis 2002 die Region EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika). Finanzen Werner Brandt Finanzvorstand Werner Brandt kam 2001 zur SAP und ist seitdem Mitglied des Vorstands und Finanzvorstand. Er ist für das gesamte Finanzwesen und die Administration des Unternehmens verantwortlich. Darüber hinaus verantwortet er Shared Services, SAP Ventures, Patente sowie Mergers and Acquisitions. 004 SAP-Geschäftsbericht 2007 Vision und Werte

9 Mitarbeiter Claus E. Heinrich Arbeitsdirektor Claus E. Heinrich kam 1987 zur SAP und ist seit 1996 Mitglied des Vorstands. Er ist global zuständig für die interne IT-Organisation, die Optimierung der internen Geschäftsprozesse sowie das weltweite Netzwerk der SAP- Entwick - lungs zentren. Ebenso verantwortet er das globale Personalwesen und ist als Arbeits direktor für die Arbeitnehmer beziehungen zuständig. Service Gerhard Oswald Gerhard Oswald kam 1981 zur SAP und ist seit 1996 Mitglied des Vorstands. Er ist verantwortlich für den Bereich Globaler Service und Support einschließlich der innovativen Service- und Supportangebote inner halb von SAP Business ByDesign. Innovation Peter Zencke Peter Zencke kam 1984 zur SAP und ist seit 1993 Mitglied des Vorstands. Er verantwortet die Entwicklung der Anwendungsplattform auf Basis der Enterprise Service-Oriented Architecture (Enterprise SOA) sowie SAP Business ByDesign und SAP Business One. Außerdem ist er für das globale Forschungsnetzwerk der SAP (SAP Research) zuständig. SAP-Geschäftsbericht 2007 Vision und Werte 005

10 WACHSTUMSSTRATEGIE MARKTFÜHRERSCHAFT DURCH INNOVATION Das Leitziel der SAP bleibt unverändert: Wir wollen uns als Marktführer im entstehenden Markt für Geschäftsprozessplattformen etablieren, Geschäftsinnovation durch Informationstechnologie für Firmen und Branchen weltweit beschleunigen und so einen positiven Beitrag zur Entwicklung der Weltwirtschaft leisten. Nur durch höhere Flexibilität können unsere Kunden kon - tinuierlich neuen Anforderungen begegnen und langfristig ihre Gewinne steigern. Als führender Anbieter im globalen IT-Markt sind wir bestens positioniert, um ihnen die nötigen Voraussetzungen dafür zu bieten. Die folgenden Strategien dienen uns dazu, unser Wachstumspotenzial zu realisieren und unser Marktpotenzial auf über 75 Mrd. US$ im Jahr 2010 zu verdoppeln. Organisches Wachstum: Wir sind davon überzeugt, dass sich künftige Umsatzsteigerungen primär durch organisches Wachstum erzielen lassen. Daher werden wir auch weiter in die Entwicklung und Erweiterung unseres eigenen Produktportfolios investieren. Gemeinsame Innovation: Wir werden unser Netzwerk aus Partnerunternehmen, Softwareentwicklern und Kun - den vergrößern und damit die Entwicklung von Lösungen auf Basis der Technologieplattform SAP NetWeaver unterstützen. Über dieses Netzwerk können wir Innovationen beschleunigen, unser Produktportfolio ausbauen und zusätzliche Vertriebskanäle nutzen, um unterschiedliche Markt- und Kundensegmente anzu sprechen. Gezielte Übernahmen: Durch ausgewählte strategische Übernahmen werden wir unser breites Lösungsangebot um spezifische Technologien und Funktionen erweitern. Ausbau unseres traditionellen Kerngeschäfts Unsere Kundenbasis im traditionellen Kerngeschäft be - steht aus globalen Großunternehmen sowie aus Firmen des oberen Mittelstands. Diese Unternehmen nutzen entweder die SAP Business Suite oder SAP Business All-in-One, um Geschäftsabläufe zu automatisieren und ihre Unternehmensführung und -steuerung zu optimieren. Bei der Weiterentwicklung unserer Anwendungen richten wir den Schwerpunkt verstärkt auf spezifische Geschäftsthemen, etwa das Management von Kundenbeziehungen, die Einhaltung von Gesetzesvorschriften oder Risiko management und Kontrolle, um unseren Kunden die Schaf fung von betriebswirtschaftlichem Mehrwert zu ermög lichen. Zudem stellen wir unseren Kunden verstärkt Lösungen zur Datenanalyse und Entscheidungsvorbereitung zur Ver - fügung und verbinden strukturierte Informationen in SAP- Systemen mit unstrukturierten Informationen. Unsere Kunden können somit die Produktivität ihrer Mitarbeiter erhöhen und ihre Investitionen in SAP-Lösungen optimal ausschöpfen. Aufbau eines neuen Geschäftsfelds im unteren Mittelstand Kunden im oberen Mittelstand bedienen wir bereits mit der Softwarelösung SAP Business All-in-One; für kleinere Firmen bieten wir SAP Business One an. Firmen im unteren Mittelstand (mit 100 bis 500 Mitarbeitern) stellen jedoch andere, spezifische Anforderungen an Softwarelösungen. 006 SAP-Geschäftsbericht 2007 Vision und Werte

11 Um dieses Marktsegment zu bedienen, haben wir im Jahr 2007 unser Produktangebot um die Softwarelösung SAP Business ByDesign erweitert, die vier Hauptziele in den Vordergrund stellt: umfassendes Funktionsangebot, Benutzerfreundlichkeit, Anpassungsfähigkeit und geringe Gesamtbetriebskosten. Als On-Demand-Lösung wird SAP Business ByDesign vom Kunden via Internet eingesetzt, erfordert somit wenig Implementierungsaufwand als herkömmliche Software. Gleichzeitig werden IT-Ausgaben besser planbar. Darüber hinaus enthält SAP Business ByDesign Service- und Supportfunktionen und kann vor dem Erwerb kostenfrei getestet werden. Wichtige Märkte, Regionen und Wirtschafts - sektoren Die SAP konnte auch 2007 in allen Geschäftsbereichen und in nahezu allen Regionen, in denen das Unternehmen vertreten ist, wieder enorme Zuwächse verzeichnen. Darüber hinaus arbeiten wir mit Hochdruck daran, unsere Präsenz in verschiedenen aufstrebenden Volkswirtschaften wie Brasilien, Russland, Indien und China zu verstärken, deren Wirtschaftswachstum deutlich über dem weltweiten Durchschnitt liegt. Auch unsere hoch spezialisierten Produktangebote für über 25 Branchen tragen maßgeblich zu unserem Erfolg bei galt das besondere Augenmerk der SAP strategischen Branchen mit überdurchschnittlichem Wachstumspotenzial, darunter das Bankwesen, die Kommunikationsindustrie, der Einzelhandel und die öffentliche Verwaltung. Strategie: Marktführerschaft durch Innovation Dienstleistungen Rund 75 Mrd. US$ Lösungen für Business User #1 Engineeringsoftware Anwendungssoftware für Unternehmen SAP Infrastruktursoftware Anwenderproduktivität Rund 32 Mrd. US$ Geschäftsprozessplattform Branchenlösungen SAP ERP, SAP CRM, SAP SCM,... #1 Lösungen für #1 den Mittelstand Branchenlösungen SAP Business Suite # E SAP-Geschäftsbericht 2007 Vision und Werte 007

12 INVESTOR RELATIONS OFFENE UND TRANSPARENTE KOMMUNIKATION Im Mittelpunkt der Gespräche mit Investoren standen das erhöhte Inves - titionstempo der SAP bei der Erschließung eines neuen Geschäftsfelds mit SAP Business ByDesign sowie die Wachstumstreiber in den etablierten Geschäftssegmenten. Trotz der guten Leistung im operativen Geschäft konnte die SAP-Aktie ihre Bewertungsprämie nicht halten und blieb hinter der Gesamtmarkt entwicklung deutlich zurück. Hypothekenkrise schadet Stimmung an den Aktienmärkten Der internationale Aktienmarkt zeigte sich im ersten Halb - jahr 2007 dank der guten Konjunktursituation in meist guter bis sehr guter Verfassung. Doch zur Jahresmitte versetzte die von der US-Hypothekenkrise ausgelöste Un sicherheit der Investoren den weltweiten Kursentwicklungen ausnahmslos einen kräftigen Dämpfer. Zusätzlich trübten die anhaltend hohen Rohstoffpreise die Stimmung, aber auch die Aussicht auf eine mögliche Rezession in den USA und der starke Euro konnten die Kursfantasien nicht beflügeln. Gleichwohl entzogen sich einige Märkte diesen negativen Einflüssen in der folgenden Zeit zumindest zum Teil. So wurden in vielen Fällen während des dritten und vierten Quartals 2007 wieder deutliche Aufwärtsbewegungen registriert. Besonders beeindruckend präsentierte sich der deutsche Aktienmarkt; hier verließ der Leitindex DAX das Börsenparkett zum Jahresende auf einem Niveau von Punkten. Dies entspricht einem Plus im Gesamtjahr 2007 von 22,3%, was dem DAX einen Spitzenplatz unter den europäischen Werten einbrachte. Dennoch erreichte er damit nicht mehr seinen Jahreshöchststand von Punkten am 13. Juli. Eine im Vergleich weniger gute Performance zeigte im Jahresverlauf 2007 der Dow Jones EURO STOXX 50, der nur um knapp 7% zulegte, der Dow Jones STOXX 50 konnte sein Niveau vom Jahresanfang gerade einmal verteidigen ( 0,4%). Die Wall Street in New York schloss das Jahr 2007 mit einem Plus von 6% (Dow Jones Index) ab, während in Japan der repräsen - tative Nikkei-Index im gleichen Zeitraum ein Minus von gut 11% verzeichnete. Erfreulich hingegen entwickelten sich im Durchschnitt die international führenden Technolo gieund Telekommunikationswerte; so legte beispielsweise der Goldman Sachs Technology Index (GSTI) Software Index im Jahr 2007 um 16,9% zu. SAP-Aktie verliert fast 12% Die Aktie der SAP konnte der beeindruckenden Bewegung des DAX-Index nicht folgen und beendete das Börsenjahr 2007 mit einem Abschlag gegenüber dem Ende des Vorjahres in Höhe von 11,75%. Die Aktie ging am 28. Dezember 2007 mit 35,53 aus dem Handel, ver - glichen mit 40,26 im Jahr zuvor. Bereits Anfang Januar 2007 wurde der Jahreshöchststand von 42,27 erreicht. Die Anfang Januar veröffentlichten vorläufigen Geschäftszahlen für das vierte Quartal blieben hinter den ambitionierten Erwartungen des Unternehmens zurück. Zudem belastete die Ankündigung, verstärkt in das neue Geschäftsfeld um die Mittelstandslösung SAP Business ByDesign zu investieren, den Aktienkurs. In der Folge gab das Papier auf bis zu 33,37 nach (Ende März 2007). Die gute Geschäftslage bei SAP ließ dann aber das Sentiment des Markts wieder steigen und der Kurs der Aktie zog nahezu im Gleichschritt mit der DAX-Entwicklung bis Mitte September auf 41,76 an. Unsere An - kündi gung Anfang Oktober 2007, den französischen Softwareanbieter Business Objects zu übernehmen, leitete dann die Trendwende ein. Befürchtungen der Marktteil - nehmer in Bezug auf Integrationsrisiken und möglicherweise sinkende Ertragskraft sowie ein unveränderter Ausblick auf das Gesamtjahr 2007 ließen die Aktie dann bis Ende 008 SAP-Geschäftsbericht 2007 Vision und Werte

13 November 2007 kontinuierlich nachgeben. Erst im Dezember zeigten sich leichte Erholungstendenzen. Der Gesamtumsatz in SAP-Aktien (Xetra-Handel) erreichte im Jahr 2007 knapp 90 Mrd., was einem durch schnitt - lichen Transaktionsvolumen von etwa 357 Mio. pro Tag entspricht. Besser als die Aktie schnitten die SAP-Anteilsscheine (American Depositary Receipts, ADRs) an der New Yorker Börse ab. Weil die US-Währung gegenüber dem Euro im Jahresverlauf um nahezu 12% verloren hatte und sich die ADRs mit ihrer Preisfindung sehr eng am deutschen Markt orientieren, gab der Kurs der ADRs nur um 3,9% auf 51,05 US$ nach. Der Marktwert aller ausstehenden Aktien, die sogenannte Marktkapitalisierung, verringerte sich zum Jahresende 2007 auf 44,3 Mrd. (2006: 51,0 Mrd. ). Wiederholter Anstieg der Dividende Seit dem Gang an die Börse im Jahr 1988 beteiligt die SAP ihre Aktionäre über eine Dividende am Unternehmenserfolg. Für das Geschäftsjahr 2007 schlagen Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung eine Dividende von 0,50 vor. Dies entspricht einer Steigerung um 0,04 je Aktie gegenüber dem Vorjahr und einer Ausschüttungssumme in Höhe von 599 Mio.. Die Ausschüttungsquote, das Verhältnis zwischen Ausschüttungssumme und Konzernergebnis, beträgt wie im Vorjahr die von uns an visierte Höhe von rund 30% des Konzernergebnisses. Aktienrückkäufe fortgesetzt Im Jahresverlauf 2007 hat SAP 27,3 Millionen Aktien zu einem durchschnittlichen Kurs von 36,85 zurückgekauft (Gesamtbetrag: 1 Mrd. ). Weitere Informationen hierzu entnehmen Sie bitte dem Anhang dieses Geschäfts - berichts. Grundkapital herabgesetzt Der Vorstand der SAP AG hat am 6. September 2007 beschlossen, das Grundkapital zum ersten Mal in der Geschichte der SAP von ,00 (entspricht Stückaktien mit einem rechnerischen Nennwert von 1 ) auf ,00 (entspricht Stückaktien mit einem rechnerischen Nenn - wert von 1 ) herabzusetzen. Dies erfolgte durch die Einziehung von eigenen Aktien und entsprach rund 1,8% des bisherigen Grundkapitals. Freefloat weiter erhöht Stammdaten der Aktie/ADRs Notierung Deutschland Berlin-Bremen, Frankfurt, Stuttgart USA (ADRs) New York Stock Exchange Börsenkürzel und Tickersymbole WKN/ISIN /DE NYSE (ADRs) (CUSIP) Reuters SAPG.F or.de Bloomberg SAP GR Quotron SAGR.EU. Indizes in % Gewicht zum DAX 30 3,96 Prime All Share 3,13 Dow Jones STOXX 50 0,95 Dow Jones EURO STOXX 50 1,36 Der Anteil der Aktien, die sich im sogenannten Streubesitz ( Freefloat ) befinden, hat sich 2007 weiter erhöht. So erreichte der Streubesitz gemäß der Definition der Deutschen Börse einschließlich der Aktien im eigenen Bestand am 29. Februar 2008 eine Quote von 71,2%. Nur noch 28,8% (2006: 30,2%) der Aktien befanden sich im Besitz von drei Gründungsaktionären und der von ihnen gegründeten Stiftungen und Beteiligungsgesellschaften. Wie in SAP-Geschäftsbericht 2007 Vision und Werte 009

14 den Vorjahren hält die nächstfolgende Investorengruppe, institutionelle und private Anleger in den USA, rund 18,5% der ausstehenden Aktien. Institutionelle Investoren in Kontinentaleuropa ohne Deutschland hielten rund 11,3%, gefolgt von den institutionellen Investoren in Großbritannien und Irland mit rund 10,6%. Institutionelle Anleger in Deutschland hielten zum Jahresende 10,0% der ausstehenden Aktien und Investoren aus der übrigen Welt 1,9%. 15,0% der Anteile lagen in Privat besitz oder konnten nicht identifiziert werden und SAP hielt 3,9% der Aktien im eigenen Bestand. Mitarbeiter haben am Erfolg teil Auch im Jahr 2007 hatten unsere Mitarbeiter und Führungs kräfte am Erfolg des Unternehmens teil. Nähere Informationen über die verschiedenen Beteiligungsprogramme befinden sich im Konzernanhang. Intensive Kommunikation mit Investoren Im kontinuierlichen Dialog mit den Anteilseignern stellten sich Vorstände und führende Mitarbeiter erneut höchsten Ansprüchen an Transparenz und Offenheit. In mehr als 600 Einzelgesprächen bei SAP, auf Roadshows (Reisen zu den Investoren in der ganzen Welt) und am Rande von Investorenveranstaltungen beantworteten wir institutionellen Inves toren und Analysten Fragen zur wirtschaftlichen Entwick lung des Unternehmens. Hinzu kamen die Telefonund Analystenkonferenzen anlässlich der Veröffentlichung der Quartalsergebnisse. Wesentliche Bestandteile unserer Kapitalmarktkommunikation waren auch die Investoren - präsentationen bei den SAPPHIRE-Kundenkonferenzen in Atlanta und Wien sowie der SAP Investor Day in St. Leon-Rot. Schwerpunkte dieser Veranstaltungen waren die Themen Enterprise Service-Oriented Architecture, die Investition in SAP-Stammaktien, WKN /ISIN DE Anlagebetrag: Anlagebeginn Anlagezeitraum 10 Jahre 5 Jahre 1 Jahr Depotwert in Ende 2007¹) Durchschnittliche Rendite pro Jahr in % 5,2 14,5 10,6 Vergleichbare Rendite in % des DAX 30 Performance Total-Return-Index 6,7 22,8 22,3 des REX General Bond Total-Return-Index 4,8 3,5 2,5 des S&P 500 Composite Total-Return-Index 2,9 5,6 4,9 des GSTI Software Index Preisindex 1,2 8,8 4,8 Investition in SAP-ADRs, (CUSIP) Anlagebetrag: US$ Anlagebeginn Anlagezeitraum 5 Jahre 1 Jahr Depotwert in US$ Ende 2007¹) Durchschnittliche Rendite pro Jahr in % 22,0 2,9 Vergleichbare Rendite in % des S&P 500 Composite Total-Return-Index 12,8 5,5 ¹) Annahme: Reinvestition aller Erträge Quelle: Datastream 010 SAP-Geschäftsbericht 2007 Vision und Werte

15 Wachstumsstrategie der SAP, der Mittelstand und insbesondere die On-Demand-Lösung SAP Business ByDesign, aber auch Business Intelligence, speziell in Verbindung mit der Akquisition von Business Objects, sowie unsere Lösungen für Governance, Risk and Compliance. Privatanlegerbetreuung verstärkt SAP legt großen Wert auf die gleiche Behandlung aller Anleger. Aus diesem Grund übertragen wir alle wichtigen Veranstaltungen, bei denen unsere Vorstandsmitglieder das Unternehmen vor Finanzanalysten und institutionellen Investoren präsentieren, zeitgleich im Internet und stellen die Präsentationsunterlagen zur Verfügung. Im Internet finden Anleger zudem ein breites Angebot an Informationen über die SAP und die SAP-Aktie, das wir kontinuierlich erweitern. Wichtige Teile unserer Kommunikation speziell mit Privatanlegern sind das quartalsweise erscheinende Aktionärsmagazin SAP INVESTOR, der monatlich erscheinende -Newsletter für Aktionäre, das Aktionärstelefon sowie die zentrale -Adresse Hinzu kommen Präsentationen des Investor-Relations-Teams auf Börsentagen und Anlegermessen in Deutschland und in den USA. Hier präsentierte sich SAP auf mehreren Veranstaltungen von Better Investing (National Association of Investors Corporation) sowie AAII (American Association of Individual Investors) und auf den Finanzmessen Money Show vor amerikanischen Privatanlegern. Darüber hinaus sprachen wir verstärkt mit Finanzberatern großer und kleiner Wertpapierhäuser und führten quartalsweise Telefonkonferenzen mit Privatkundenbetreuern, sogenannte Squawk Boxes, durch. IR-Arbeit international ausgezeichnet Auch 2007 wurde die Investor-Relations-Arbeit der SAP ausgezeichnet. So erreichten wir als bestes IR-Team in der Thomson-Extel-Umfrage unter allen europäischen Unter nehmen Platz eins in der Kategorie Software- und IT-Unternehmen. Darüber hinaus engagiert sich SAP auch als aktives Mitglied im Deutschen Investor Relations Verband (DIRK) für die Weiterentwicklung und Professionalisierung der IR-Funktion in Deutschland. Cash Earnings nach DVFA/SG Mio Konzernergebnis aus fortgeführten Geschäftsaktivitäten Anteile anderer Gesellschafter 2 2 Konzernüberschuss Abschreibungen Zuschreibungen 2 4 Veränderung der langfristigen Rückstellungen Latente Steueraufwendungen/-erträge 8 2 Andere, nicht zahlungswirksame Aufwendungen und Erträge von wesentlicher Bedeutung 1 45 Cash Earnings nach DVFA/SG Cash Earnings je Aktie nach DVFA/SG in 1,77 1,66 SAP-Geschäftsbericht 2007 Vision und Werte 011

16 CORPORATE CITIZENSHIP ENGAGEMENT FÜR DIE GLOBALE GEMEINSCHAFT Mehr denn je erwartet die Gesellschaft von der Wirtschaft einen Beitrag zur Lösung globaler Herausforderungen, ob es sich nun um Klimawandel, Bevölkerungsentwicklung oder gerechte Bildungschancen für alle handelt. Mit kritischem Interesse verfolgt die Öffentlichkeit, ob Unternehmen ihre gesellschaftliche Verantwortung für die drei Kernbereiche verantwortungsvolle Unternehmensführung, Umwelt und Soziales wahrnehmen. Dialog Um diesen Erwartungen gerecht zu werden, sind Offenheit, Transparenz und der Dialog zwischen Unternehmen und ihren Anspruchsgruppen eine wichtige Voraussetzung. Vor diesem Hintergrund veranstaltete SAP 2007 das erste Corporate Social Responsibility (CSR) Expert Advisory Panel im kalifornischen Palo Alto: Kunden, Investoren und Nichtregierungsorganisationen wie Nestlé, Goldman Sachs und das Weltbankinstitut konnten sich hier einen Eindruck vom gesellschaftlichen Engagement der SAP verschaffen und diskutieren, wie wir andere Unternehmen in diesem Bereich mit Software unterstützen können. Die SAP er - hielt großen Zuspruch von allen Beteiligten, ihre Präsenz in diesem Bereich zu verstärken. Das positive Echo veranlasste uns, Anspruchsgruppen noch stärker in einen aktiven Dialog einzubinden. Daher haben wir ein Wiki zu CSR-Kennzahlen in den Online-Foren SAP Developer Network (SDN) und Business Process Expert Community eingerichtet. Durch den Austausch innerhalb des Wiki wollen wir feststellen, welche Fragestellungen das SAP-Ökosystem im Bereich Unternehmensverantwortung als wichtig ansieht für die Softwarebranche im Allgemeinen und für SAP im Besonderen. So hat die SAP das Ohr ganz nah an den Anliegen und Erwartungen ihrer wichtigsten Anspruchsgruppen und kann diese Erkenntnisse sowohl in eigenen Projekten umsetzen als auch zur Entwicklung von Standards für die gesamte Branche beitragen. Das Wiki-Format bietet jedem Mitglied der beiden Communitys eine technisch einfache Möglichkeit, sich an der Diskussion zu beteiligen. Transparenz und Nachhaltigkeit Im Einklang mit unseren Corporate-Citizenship- Grund - sätzen standen Bildung, Transparenz und Governance im Mittelpunkt unserer gesellschaftlichen Aktivitäten. Bei - spiele hierfür sind der anhaltende Einsatz für den Global Compact der Vereinten Nationen sowie die aktive Unterstützung der Nichtregierungsorganisation Trans parency International (TI) als korporatives Mitglied der deutschen Sektion und des Lenkungsausschusses für Geschäftsgrundsätze zur Bekämpfung von Korruption. Hierbei war SAP in beratender Funktion an der Ausarbeitung der Geschäftsgrundsätze für mittelständische Unternehmen beteiligt. Bildung Auch im Jahr 2007 förderte die SAP im Rahmen ihres University-Alliances-Programms, das rund 800 Hoch - schulen unterstützt, die Entwicklung von Talenten für die Arbeitswelt von morgen. Mit drei Bildungseinrichtungen in Bulgarien und zwei Universitäten in Rumänien sind nun erstmals auch Hochschulen in osteuropäischen Ländern im Programm vertreten. In den USA wurden zum zweiten Mal Stipendien vergeben, die jeweils zehn Studierende an acht Hochschulen mit US$ jährlich unterstützen. In Singapur wurden mithilfe der staatlichen Be hörde Infocomm Development Authority (IDA) Kurse zum Thema SAP Best Practices for ERP an sieben Univer sitäten und Instituten eingeführt. Doch mit unserem Anliegen, Wissen zu teilen, setzen wir nicht erst im Hochschulbereich an: SAP-Mitarbeiter aus 012 SAP-Geschäftsbericht 2007 Vision und Werte

17 der ganzen Welt betreuen die Teilnehmer des internationalen Wettbewerbs FIRST LEGO League, der Kinder und Jugendliche anspornt, sich auf spielerische Weise für Wissenschaft und Technik zu begeistern. In dem Wettbewerb, der 2007 unter dem Motto Power Puzzle. Alter - native Energien Eine globale Herausforderung stand, engagierten sich mehr als 200 Kollegen als Betreuer und Coaches für rund Kinder aus 28 Ländern. Mitarbeiterengagement Unsere Mitarbeiter tragen auch auf andere Weise zum Gemeinschaftsleben bei: Im Oktober engagierten sich mehr als Mitarbeiter in elf Ländern Nord- und Südamerikas sowie der Region Asien-Pazifik-Japan in einer Vielzahl gemeinnütziger Projekte. Gemeinsam waren sie insgesamt Arbeits - tage ehrenamtlich tätig. Auch in Europa gab es reichlich Gelegenheit, sich für die Gemeinschaft starkzumachen. So unterstützten rund 550 Mitarbeiter aus der Walldorfer Firmenzentrale, dem Business Services Centre Europe in Prag und der SAP-Niederlassung in Budapest an zwei Wochenenden gemeinnützige Organisationen in ihrer Region. Welternährungsprogramm Wir haben auch 2007 die Initiative Food for Education des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (UN World Food Program me, WFP) durch verschiedene Programme unterstützt. Auf der interaktiven Website sind beispielsweise Informationen zu unserer Kooperation mit dem WFP in Form von Blogs, Videobeiträgen und Podcasts des WFP zusammengestellt. Die Website soll auch die Diskussion darüber anregen, mit welchen weiteren Maßnahmen sich SAP für das Programm oder andere wohltätige Projekte und Einrichtungen engagieren könnte. Eine weitere Aktion auf dieser Website zielte darauf ab, Mitarbeiter für gemeinnützige Arbeit zu belohnen und Beiträge zur Website einzuladen: Für jeden Mitarbeiter, der sich im Rahmen eines SAP-Programms oder auf eigene Initiative sozial einsetzte, spendete SAP 10 an das Welternährungsprogramm. Auf der TechEd in Bangalore schließlich wurde ein neues Prämienprogramm für Mitglieder des SAP Developer Network (SDN) und der Business Process Expert Community angekündigt. Ab dem 1. Januar 2008 wird SAP Beiträge der Community-Mitglieder (etwa in Form von Blogs, Artikeln oder Programmierbeispielen) nicht mehr mit herkömmlichen Prämien, sondern statt - dessen mit Spenden an das Welternährungsprogramm belohnen. Umwelt Wie der Dialog mit Anspruchsgruppen gezeigt hat, ist SAP im Bereich Umwelt vor allem darin gefordert, durch neue Technologien einen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels zu leisten. Dies tun wir durch innovative Unternehmenssoftware, wie Supply-Chain- und Compliance- Lösungen, die Unternehmen bei der Optimierung ihrer Prozesse und damit bei der Einsparung von CO 2 helfen. Unser Anliegen, Firmen bei einer nachhaltigen Unternehmensführung zu unterstützen, wird von der Geschäftseinheit Governance, Risk and Compliance vorangetrieben. Dies hat uns auch dazu motiviert, der Initiative Combat Climate Change (3C) beizutreten und die Erklärung Caring for Climate des Global Compact zu unterzeichnen. SAP selbst verursacht als Softwareunternehmen eine verhältnismäßig geringe Belastung in den Bereichen Abfall, Wasser und Energie sowie Emissionen. Dennoch arbeiten wir aktiv daran, diese weiter zu verringern. Auszeichnungen Auch 2007 hat die SAP mit ihrem gesellschaftlichen Engagement wieder die Ethik- bzw. Nachhaltigkeitskriterien des FTSE4Good-Index und des Dow Jones Sustainability Index erfüllt, in dem SAP nun als bestes Unternehmen der Softwarebranche geführt wird. SAP gehört außerdem zu den G100-Unternehmen, die besonders nachhaltig wirtschaften. Die vom Medienunternehmen Corporate Knights Inc. zusammen mit dem Beratungsunternehmen Innovest initiierte Liste der G100-Unternehmen gibt Auskunft darüber, wie effektiv Unternehmen im Vergleich zu ihren Mitbewerbern Nachhaltigkeitskriterien berücksichtigen. Aufgrund ihres Engagements im Kampf gegen die weltweite Korruption wird die SAP auch im oekom Global Challenges Index geführt. Dieser Index bewertet 50 Unternehmen, die richtungsweisende Beiträge zur Bewältigung aktueller globaler Herausforderungen leisten. SAP-Geschäftsbericht 2007 Vision und Werte 013

18 INVESTITION, INTEGRATION, INNOVATION BASF SETZT AUCH IN DER IT AUF EIN VERBUNDKONZEPT BASF ist das führende Chemie - unternehmen der Welt. Das Produktportfolio reicht von Chemikalien über Kunststoffe und Produkte für die Landwirtschaft bis zu Öl und Gas. Die BASF-Gruppe hat ihren Sitz in Ludwigshafen und beschäftigt rund Mitarbeiter an nahezu 100 großen sowie einer Vielzahl von kleineren Produktionsstandorten erzielte die BASF-Gruppe einen Umsatz von fast 58 Mrd.. BASF arbeitet seit Mitte der 70er Jahre mit SAP zusammen. Kaum eine Branche ist so vielfältig wie die Chemie in dus - trie, in der Tausende von Produkten hergestellt werden. Allein der europäische Markt zählt etwa Unter - nehmen, in den USA ist es eine ähnlich große Zahl. Die zehn größten Chemieunternehmen kommen zusammen auf knapp 20% Marktanteil. Die Branche ist in Bewegung: Neue Anbieter kommen hinzu, Akquisitionen und De vestitionen gehören zum Geschäftsmodell. Es geht darum, das eigene Produktportfolio kontinuierlich zu optimieren, um profitabel und nachhaltig zu wachsen. Die BASF setzt dabei auf Investitionen in ihre bestehenden Geschäftsfelder und auf gezielte Akquisitionen. Entscheidend für die effiziente Integration oder Entkopplung von Firmen ist die IT: eine weltweit integrierte und standardisierte Systemlandschaft auf Basis von SAP ERP. Analog zur Verknüpfung ihrer Anlagen zum Produktionsverbund setzt die BASF auch bei der IT-Umgebung auf das Verbundkonzept mit großem Erfolg SAP-Geschäftsbericht 2007

19 Mehr als 200 chemische Produktionsbetriebe: Der BASF-Verbund in Ludwigshafen ist der größte zusammenhängende Chemiestandort der Welt.

20 Mehr als Forscher: Die BASF gestaltet den wissenschaftlich-technischen Fortschritt mit. Mehr als Tonnen Ethylen und Tonnen Propylen pro Jahr produziert: Die beiden Steamcracker am Standort Ludwigshafen liefern wichtige chemische Grundprodukte für die Wertschöpfungsketten.

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