Präsentation der Berufspraktika. AUSZUG: Innovations- und Produktmanagement

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1 2009/2010 Präsentation der Berufspraktika AUSZUG:

2 Vorwort Sehr geehrte Damen und Herren! Praxis und Theorie sind keine Gegensätze! Die am FH Campus Wels angebotene Ingenieursausbildung basiert auf beiden Begriffen gleichermaßen. Neben der fachlichen Kompetenz erhalten die Studierenden auch eine intensive praktische Ausbildung. In verschiedenen Projekten können sie ihr erworbenes theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen und messbare Ergebnisse für Industrie und Wirtschaft liefern. Die Zusammenarbeit von Unternehmen und Institutionen mit den Welser FH Studiengängen ist auf verschiedenen Ebenen möglich: - Studien- und Konstruktionsprojekte - Berufspraktika - Bakkalaureats- und Masterarbeiten - Forschungs- und Entwicklungsprojekte bis hin zu Dissertationen Vor Abschluss des Bachelor Studiums ist ein sogenanntes Berufspraktikum im Studienplan vorgesehen. Ziel ist die praktische Vertiefung der Fachkenntnisse und der intensive Kontakt zum beruflichen Umfeld. Die Idee des Berufspraktikums hat sich äußerst bewährt und wird von allen Beteiligten sehr positiv bewertet. Die Studierenden profitieren von der Möglichkeit, ihre Fähigkeiten endlich in konkreten en umsetzen zu können. Das Einsatzgebiet des Ingenieurs bietet große Herausforderungen und ein absolut kreatives Betätigungsfeld. Die BerufspraktikantInnen erfahren die industrielle Wirklichkeit und erleben, wie spannend und befriedigend es ist, technische Lösungen zu suchen und zu finden. Letztendlich trägt das Berufspraktikum sehr dazu bei, dass unsere Studierenden nicht nur eine hervorragende interdisziplinäre, theoretisch-praxisbezogene Ausbildung, sondern auch ein gewisses Maß an Berufserfahrung vorweisen können. Für die ausbildenden Unternehmen bieten sich Vorteile in mehrerer Hinsicht. Zum einen steht eine hochqualifizierte Arbeitskraft zu günstigen Konditionen zur Verfügung. Die jungen Menschen sind hoch motiviert, bestens ausgebildet und durch den praxisorientierten Unterricht am FH Campus Wels rasch und unkompliziert einsatzfähig. Nicht zuletzt stellen die BerufspraktikantInnen potentielle zukünftige ArbeitnehmerInnen dar, deren Fähigkeiten und Eignungen in dieser Ausbildungszeit ausgelotet werden können. Hinter jedem Berufspraktikum steht ein FH Professor oder eine Professorin, damit durch diese Kompetenz und Erfahrung eine reibungsfreie Abwicklung sowie hochwertige Ergebnisse sicherstellt sind. Für Ausbildungsfirma und FH Campus Wels gleichermaßen wichtig ist der entstehende Technologie- und Informationstransfer. Dadurch ist sichergestellt, dass einerseits die Ausbildungsinhalte immer aktuell an die Bedürfnisse der Industrie angeglichen werden können, und andererseits das Know how des FH Campus Wels in die Betriebe transportiert wird. Mit der Umstellung auf das Bachelor-/Master-System erfüllen die Studiengänge am FH Campus Wels die Forderungen des Bologna-Abkommens zur Schaffung eines europäischen Hochschulraumes. 29 Staaten nehmen an diesem Prozess teil, neben den EU Mitgliedsstaaten haben auch die Schweiz, Norwegen, Albanien, Kroatien, die Russische Föderation und die Türkei den Vertrag ratifiziert. Die daraus entstehenden Vorteile sind international anrechenbare Ausbildungen, einheitliche Standards, einheitliche akademische Grade, sowie die Förderung der Studierenden- und Lehrendenmobilität. Die erforderlichen Anpassungen der Studienpläne hatten auch Auswirkungen auf das sehr gut etablierte Berufspraktikum. Seit Frühjahr 2009 laufen die etwas kürzeren Berufspraktika der Bakkalaureats- Studiengänge. Diese sind im 6. Semester angesiedelt. Dadurch wird sichergestellt, dass bei entsprechendem Wunsch der Praktikumsstelle das Dienstverhältnis ohne Behinderung des Studienbetriebes verlängert werden kann. Die einheitliche Mindestdauer beträgt 10 Wochen. Das Berufspraktikum startet im April. ist das jährlich erscheinende Werk der Fakultät, in dem die Arbeiten der Welser FH StudentInnen vorgestellt werden. Die hier veröffentlichten Kurzfassungen von Industrie- und Forschungsprojekten wurden im Rahmen des Berufspraktikums erarbeitet. Das vorliegende soll Ihnen einen Eindruck von den Leistungen unserer StudentInnen aus dem Studienjahr 2009/10 vermitteln. Wir stehen Ihnen gerne für die Entwicklung neuer Projektideen zur Verfügung und würden uns freuen, wenn unsere StudentInnen auch in Ihrem Unternehmen ein Praktikum absolvieren könnten. Den AbsolventInnen des FH Campus Wels wünsche ich viel Erfolg und Alles Gute auf ihrem weiteren Lebensweg. Prof. (FH) Priv. Doz. DI Dr. Martin Egger Prof. (FH) Priv. Doz. DI Dr. Martin Egger Berufspraktikum - Büro Stelzhamerstraße Wels Tel.: /

3 Inhalt Konzeption und Implementierung einer organisation Autor: Bernhard Berger 5 Ideenmanagement für mittelständisch strukturierte Industriegüterunternehmen in der Werkzeugbranche Autorin: Viktoria Gföllner 6 Projekt Digital Signage in der LINZ AG TELEKOM Autorin: Kerstin Göttfried 7 Regenerative Energieerzeugung und ihre Unterstützung durch Product Lifecycle Management (PLM) Systeme in Österreich Autorin: Andrea Hauser 8 Einführung der Qualitäts-Absicherungs-Matrix bei Lieferanten der Robert Bosch AG Autorin: Ramona Höllnsteiner 9 Elektromobilität Szenario zur Marktentwicklung und Innovationsimpuls für den Werkstoff Elektroband Autor: Michael Jäger 10 Entwicklung eines visuellen Markenleitbildes für Diehl BGT Defence Autorin: Sara Klausriegler 11 Integriertes Ideenmanagement- und KVP-System in mittelständisch strukturierten Technologieunternehmen Autorin: Melanie Kneißl 12 Methoden der Kundenintegration in Produktentwicklungsprozesse Autoinr: Stefanie Knogler-Holzinger 13 Exploration des Marktes und Konzeptfindung für eine neue Dienstleistung Autorin: Lisa-Marie Koschat 14 Customer market processes optimization Autor: Hannes Kratochwill 15 Berufspraktikum bei DI Hitzinger GesmbH Autor: Christoph Kreindl 16 Optimierung des Ideen- bzw. Multiprojektmanagement-Systems und Auswahl adäquater, phasenübergreifender Innovationsmanagement-Software am Beispiel eines Industriegüterunternehmens Autorin: Daniela Kremsmayr 17 Definition eines Prüfplanungsprozesses für Zulieferteile im Medizinproduktebereich am Beispiel von Allied Panels Autor: Martin Moser 18 Strategische Vertriebsplanung für ein mittelständisches Industriegüterunternehmen am Beispiel Rübig Autor: Bernhard Müller 19 Szenario-Entwicklung im Innovationsmanagement zur Strategieausrichtung in der Automobilbranche Autor: David Ornigg 20 Implementierung eines IT-unterstützten Systems für das Managen von explizitem Wissen Autorin: Karin Promegger 21 3

4 Inhalt Präferenzmessung im Rahmen der Produktentwicklung am Beispiel eines Industriegüterunternehmens Autor: Martin Richter 22 Marktstudie Mechatroniklösungen als Brücke zwischen ECAD (Elektronik) UND MCAD (Mechanik) Systemen Autor: Michael Schlackl 23 Zukunftspotentiale in der Verseil-, Extrudier- und Flechttechnik Autor: Georg Raffael Spindler 24 Marketingmaßnahmen für die Änderung der Unternehmensausrichtung der Tischlerei Stadler GmbH Autor: Harald Stadler 25 Erstellung eines Prognosemodells zur Abschätzung des Marktvolumens für Schieber Hawle-A DN in Russland Autorin: Alexandra Stephan 26 Anpassung der neuen ANGER Machining Prozessorganisation an die ISO 9001:2008 Richtlinien Autorin: Christina Vokal 27 Ideenmanagement bei TGW Mechanics GmbH Autorin: Julia Zeller 28 4

5 Konzeption und Implementierung einer organisation Autor: Bernhard Berger FH-Betreuer: Prof. (FH) Mag. Dr. Kurt Gaubinger Die Firma MKW Kunststofftechnik GmbH ist ein Familienunternehmen, das auf eine 50-jährige Geschichte zurückblicken kann. Begonnen hat die Erfolgsgeschichte 1960, als man mit der Herstellung von Milchflaschenkörben erste Erfahrungen in der Kunststoffverarbeitung sammelte. Heute ist MKW Kunststofftechnik GmbH ein Unternehmen, das mit ca. 180 Mitarbeitern und Standorten in Russland sowie der Slowakei Technologie- und Innovationsführer bei der Herstellung von hochwertigen WC-Sitzen ist. Des Weiteren zählen Duro- bzw. Thermoplastspritzgussteile und Werkzeuge aus dem hauseigenen Werkzeugbau zum Produktsortiment von MKW. Der Name MKW steht dabei für Attribute wie Innovation, Qualität, Erfolgsorientierung, Expansion und Servicebewusstsein sowie vorbildliche Personalpolitik, offene Kommunikation und Reflexion die diesem multinationalen Unternehmen das gewisse Extra geben. Eine Vielzahl von Unternehmen in der europäischen Union und somit auch in Österreich, sind kleine und mittlere Unternehmen. Innovative Produkte, stetes Wachstum und zunehmender internationaler Wettbewerb fordern die Unternehmen vermehrt in ihrer Kundenorientierung. Diese Kundenorientierung führt in häufigen Fällen zu neuen Märkten sowie einer größeren Produktpalette und bringt die Organisationsstruktur kleiner und mittlerer Unternehmen an ihre Belastungsgrenze. Im Rahmen des Projektes wurde ein Weg erarbeitet, der durch die Einführung einer unternehmensspezifischen organisation ein mittelständisches Unternehmen in die Lage versetzen soll, die Anforderungen des Marktes besser in erfolgreiche Produkte umsetzen zu können. Ziel des Berufspraktikums war die Erhebung des Status Quo des s bei MKW, die Erstellung eines Konzeptes der Aufbau- und Ablauforganisation für MKW Kunststofftechnik GmbH sowie die Konzipierung eines Implementierungsleitfadens. Ein weiteres Ziel war die Auswahl und Beschreibung geeigneter Marketing-Instrumente die ein bei MKW unterstützen. Um die oben angeführte erfolgreich bearbeiten zu können, wurde erstens eine umfassende Literaturrecherche durchgeführt um ein theoretisches Fundament erarbeiten zu können und zweitens eine interne Analyse bei MKW durchgeführt. Die Analyse erhob den Status Quo des s bei MKW Kunststofftechnik GmbH. Es wurde die Struktur des bestehenden systems und die beteiligten Personen eruiert. Weiter waren die Erhebung des Informationsflusses sowie die Verteilung der Verantwortungen unter den Beteiligten von Interesse. Die Ergebnisse flossen anschließend in die Erstellung der Aufbau- und Ablauforganisation sowie des Implementierungsleitfadens mit ein. Bei der Analyse wurden 18 Mitarbeiter in einem durchschnittlich eine Stunde dauernden Interview befragt. Die Ergebnisse wurden in einem Endbericht zur internen Analyse aufgearbeitet. Die Ergebnisse der Befragung und vor allem die zusätzlich erhobenen Verbesserungsvorschläge zum aktuellen System und die Erwartungen an ein system flossen in die Erstellung des neuen Organigramms Aufbauorganisation), des Produktlebenszyklusprozesses (Ablauforganisation) und des Implementierungsleitfadens mit ein. Der Implementierungsleitfaden der in fünf Phasen die Einführung eines systems ermöglicht, führt von der Initialisierung und Teambildung über eine umfassende Analyse des Unternehmens sowie die darauf aufbauende Konzepterstellung, gefolgt von der Umsetzung, bis hin zur Evaluierung und Verankerung der neuen Organisation im Unternehmen. Bernhard Berger MKW Kunststofftechnik GmbH Jutogasse 3 A-4675 Weibern 5

6 Ideenmanagement für mittelständisch strukturierte Industriegüterunternehmen in der Werkzeugbranche Autorin: Viktoria Gföllner FH-Betreuer: Prof. (FH) Mag. Dr. Kurt Gaubinger Leitz GmbH & Co. KG mit Stammsitz in Oberkochen, Baden-Württemberg (D), ist technologieführender Hersteller von Präzisionswerkzeugen für maschinelle Bearbeitung von Vollholz, Holzwerkstoffen, Kunststoffen und NE-Metallen. Leitz GmbH & Co. KG mit Sitz in Riedau / OÖ wurde 1961 gegründet und verfügt über eine Produktion und eine Vertriebszentrale. Zum Kundenkreis zählen Industriegüterunternehmen und Handwerksbetriebe die oben genannte Werkstoffe bearbeiten. Leitz Produkte werden beispielsweise im Fenster- und im Holzbau, in der Plattenbearbeitung und in der Möbelfertigung eingesetzt. Das Unternehmen Leitz GmbH & Co. KG ist ein so genannter Vollsortimenter und stellt alle Werkzeuge in eigenen Produktionsstätten her. Ein weltweit dichtes Service- Netz stellt sicher, dass die Werkzeuge in Herstellerqualität in Stand gesetzt werden. Zu Beginn des Berufspraktikums wurde eine Situationsanalyse der bestehenden Strukturen und Prozesse durchgeführt. Dabei wurden eine quantitative sowie eine qualitative Befragung mit verschiedenen Mitarbeitern aus den unterschiedlichen Unternehmensbereichen durchgeführt. Basierend auf dieser Situationsanalyse und einem umfangreichen theoretischen Fundament zum Thema Ideenmanagement in mittelständisch strukturierten Industriegüterunternehmen konnte die Konzeption des Implementierungsleitfadens spezifisch für Leitz GmbH & Co. KG entwickelt werden. In diesem Leitfaden wurden Tools und Methoden zur Ideengewinnung, Ideenbewertung sowie zur Ideenauswahl angeführt. Darüber hinaus wurde ein Lastenheft für die IT erstellt, welches die Anforderung an ein Verwaltungssystem von Ideen beinhaltet. Viktoria Gföllner Leitz GmbH & Co. KG Leitzstr. 80 A-4752 Riedau Damit innovative Produkte entstehen bedarf es an überzeugenden Ideen. Durch die Entwicklung innovativer Produkte können Wettbewerbsvorteile ausgebaut, Gewinnsteigerungen erzielt und eine Monopolstellung eingenommen werden. Daher gilt es für Leitz GmbH & Co. KG das kreative Potenzial der Mitarbeiter verstärkt zu nutzen. Um die Ideengenerierung sowie die darauffolgende Ideenbewertung und Auswahl strukturiert zu gestalten bedarf es an einem Ideenmanagement, welches einen systematisch ablaufenden Prozess von der Ideengewinnung bis zur Entwicklung gewährleistet. Der Implementierungsleitfaden eines Ideenmanagements bei Leitz GmbH & Co. KG bildet das Ergebnis des Berufspraktikums. Der Leitfaden soll dabei das Unternehmen Leitz GmbH & Co. KG unterstützen den neu konzipierten Prozess in die bestehenden Strukturen und Abläufe zu implementieren. Des Weiteren wurden Handlungsempfehlungen abgeleitet, damit der neue Prozess in das Unternehmen eingeführt werden kann. Im Rahmen des Berufspraktikums beim Unternehmen Leitz GmbH & Co. KG, wurde ein Konzept zur Implementierung eines Ideenmanagements entwickelt. Dieses Konzept wurde in Form eines Implementierungsleitfadens zur Einführung eines Ideenmanagements, unter Berücksichtigung der bestehenden Strukturen und Prozesse des Unternehmens, erstellt. 6

7 Projekt Digital Signage in der LINZ AG TELEKOM Autorin: Kerstin Göttfried FH-Betreuerin: Prof. (FH) Mag. Dr. Fiona Schweitzer Die LINZ AG TELEKOM ist eine Unternehmenseinheit der LINZ STROM GMBH. Als Business-Provider und Kommunikations-Dienstleister bietet die LINZ AG TELEKOM maßgeschneiderte, ausfallssichere IT- Lösungen für alle relevanten Unternehmensbereiche: Standortvernetzung und Internetzugang, Housing und Hosting, Security und Monitoring, Telefonie und Video sowie Kooperationen und Consulting. Vom eigenen Leitungsnetz über die Hardware und Implementierung bis hin zu Service und Überwachung kommt dabei alles aus einer Hand. Während des Berufspraktikums sollten im Rahmen des Projektes Digital Signage eine Marktevaluierung wie z.b. der Anwendungsmöglichkeiten, der Absatzmöglichkeiten, der Zielgruppen sowie die Erarbeitung von vertrieblichen Lösungen durchgeführt werden. Mittels einer qualitativen und quantitativen Marktforschung sollten Informationen dazu erhoben werden. Die technischen Details (technische Evaluierung) der Digital Signage Komponenten wurden von anderen LINZ AG Mitarbeitern in einem Parallelprojekt erarbeitet. Kerstin Göttfried Der Begriff Digital Signage (dt. Digitale Beschilderung) umschreibt den Einsatz digitaler Medieninhalte bei Werbe- und Informationssystemen wie elektronische Plakate, Werbung in Geschäften, digitale Türbeschilderungen, Wegeleitsystem, Information der Mitarbeiter oder Großbildprojektionen. Der Anteil an digitaler Werbung am Außenwerbemarkt wächst stetig, daher überlegt die LINZ AG TELEKOM in diesem Markt einzutreten und die Angebotsbreite für ihre Kunden um Digital Signage Lösungen zu erweitern. In der ersten Phase des Projektes wurde eine Konkurrenzanalyse sowie eine Expertenbefragung durchgeführt. Dabei wurden Experten aus der Digital Signage Branche sowie aus der Werbebranche interviewt. Anschließend wurden die Anwendungsmöglichkeiten aufgezeigt und der Markt wurde segmentiert. Aufgrund der Segmentierung wurde eine quantitative Online-Befragung der Bestandskunden und potentiellen Neukunden der LINZ AG TELEKOM durchgeführt. Diese Ergebnisse bildeten die Grundlage für die anschließende Zielmarktfestlegung, Positionierung und Differenzierung. In der letzten Phase wurden Vertriebsstrategien sowie geeignete Unternehmen für Partnerschaften aufgezeigt. Als Abschluss des Projektes wurde eine Empfehlung über die Eingliederung von Digital Signage in die bisherige Angebotspalette der LINZ AG TELEKOM abgegeben und ein Produktdatenblatt entworfen. Durch das Produktdatenblatt werden den Kunden wichtige Informationen, wie eine Produktbeschreibung, Anwendungsmöglichkeiten, Vorteile von Digital Signage uvm. auf einen Blick zur Verfügung gestellt. Es besteht auch die Möglichkeit, Zeitabrechnungen für Mitarbeiter für beliebige Zeiträume zu erstellen. LINZ AG TELEKOM Wiener Straße 151 A-4021 Linz 7

8 Regenerative Energieerzeugung und ihre Unterstützung durch Product Lifecycle Management (PLM) Systeme in Österreich Autorin: Andrea Hauser FH-Betreuer: Mag. Dr. Petra Barth Die HANSA PLM-Solutions GmbH vertreibt die CAD/ CAM Produkte von Dassault Systemés (CATIA / Enovia SmarTeam / Delmia / Dymola / Medina). Die Dassault Produkte sind derzeit im Bereich Maschinenbau, Automotive, Aerospace, Consumer Goods, Consumer Packaged Goods gut positioniert. Zusätzlich will das Unternehmen in die Branche Energy einsteigen. In einer zukunftsorientierten Energieversorgung ist der Einsatz erneuerbarer Energieträger von besonderer Bedeutung, um die großen Herausforderungen Klimawandel und Knappheit von fossilen Energieträgern zu bewältigen. Da der Einsatz eines PLM-Konzeptes positiv auf Unternehmen wirkt und deshalb auch die internen Prozesse der Energieerzeugungsunternehmen beschleunigen bzw. verbessern kann, wurde eine Marktforschung für das Unternehmen HANSA PLM-Solutions getätigt, um die Prozesse der Energiebranche im speziellen die der Wasserkraftenergieund Photovoltaikbranche in Betracht zu ziehen und zu analysieren. Um das Potential zu erkennen welches das PLM- Konzept den Branchen Wasserkraftenergie und Photovoltaik bietet, wurde dafür speziell eine Markt- Potentialserhebung durchgeführt. Es wurden im Zuge einer Primärerhebung Expertengespräche in ganz Österreich geführt. Bevor jedoch HANSA PLM-Solutions GmbH speziell in die Branchen Wasserkraftenergie und Photovoltaik einsteigen will, möchte das Unternehmen zuerst sein Potential im Energiesektor prüfen. Das Ziel der Bachelorarbeit ist es eine Markt- Potentialserhebung innerhalb Österreichs über einen möglichen Einsatz des PLM-Konzepts für die Branchen Wasserkraftenergie und Photovoltaik zu erstellen. Das Ergebnis der qualitativen Marktforschung soll erste Hinweise darüber geben, ob eine Markterschließung der Branchen Wasserkraftenergie und Photovoltaik getätigt werden sollte. Das Projekt wurde in 2 Hauptphasen gegliedert: Informationsbeschaffung Recherche Photovoltaik & Wasserkraftenergie Recherche über PLM-Konzept Recherche der relevanten Unternehmen Qualitative Marktforschung Ermittlung der Experten Anfrage der Tiefeninterviews Terminvereinbarung mit Experten Erstellung des Interviewleitfadens Qualitative Experteninterviews Auswertung der Interviews Nach der Auswertung der Interviews hat sich herausgestellt, dass in jeder Phase des Produktlebenszyklus PLM-IT Lösungen benötigt werden. Aus den zahlreichen benötigten PLM-IT Lösungen zu jeder Produktlebenszyklusphase, lässt sich daraus ableiten, dass ein großes Potential für HANSA PLM-Solutions für ein Markteinstieg in den Branchen Wasserkraftenergie und Photovoltaik vorhanden ist. Aufgrund der Ergebnisse der qualitativen Marktforschung ist eine Markterschließung in den Branchen Wasserkraftenergie und Photovoltaik anzuraten. Andrea Hauser Firma Hansa PLM-Solutions GmbH Jebenstein 24 A-4615 Holzhausen 8

9 Einführung der Qualitäts-Absicherungs-Matrix bei Lieferanten der Robert Bosch AG Autorin: Ramona Höllnsteiner FH-Betreuer: Dr. Gerhard Gietl Die Robert Bosch AG in Hallein ist unter anderem Anbieter von Diesel-Einspritzsystemen für Off-Highway-Anwendungen. Zu diesen gehören beispielsweise Schiffe, dezentrale Energieanlagen sowie schwere Land- und Schienenfahrzeuge. Die größten Einzelpumpen für Großdiesel-Motoren sind 70 Zentimeter hoch und fördern pro Hub etwa 300-mal so viel Dieselkraftstoff wie entsprechende Pkw-Einspritzpumpen. Die Formgenauigkeit der Einzelteile liegt dabei unter einem Mikrometer ein Fünfzigstel eines menschlichen Haares. Ohne diese Präzision wäre es nicht möglich, die erforderlichen Einspritzdrücke, die bis zu bar erreichen können, aufzubauen. Um diese Anforderungen für jedes einzelne Bauteil gewährleisten zu können muss täglich, auf allen Ebenen des Unternehmens, Qualitätsarbeit geleistet werden. Für die Qualitätsarbeit auf Werkstattebene, bietet die Qualitäts-Absicherungs-Matrix (QAM) eine einfache und pragmatische Methode. Sie ist eine Visualisierungsmethode zur Darstellung des aktuellen Qualitätsstandes in der Fertigung. Durch die Visualisierung der gesamten Prozesskette und der Wirksamkeit der Qualitäts-Tore wird die Maßnahmensetzung effektiver gestaltet, wodurch ein nachhaltiger Beitrag zum Null-Fehler-Ziel geliefert wird. Die BOSCH Group wendet dieses Werkzeug seit Jahren weltweit in allen Standorten an und bietet seinen Lieferanten diesbezüglich Schulungen an. Anhand der, von der Robert Bosch AG definierten Bewertungskriterien wurden fünf potenzielle Lieferanten für die Einführung der QAM ausgewählt. Diese wurden kontaktiert und in weiterer Folge mussten Termine für die Durchführung der Schulungsworkshops vereinbart werden. Im nächsten Schritt erfolgte die Vorbereitung und Durchführung der Schulungsworkshops. Da für die Workshops die Erstellung einer Pilot-QAM vorgesehen war mussten aus den Beanstandungen der vergangenen Bewertungsperiode Fehler ausgewählt und in weiterer Folge alle zugehörigen Dokumente erfasst werden. Um die Nachhaltigkeit der QAM nachweisen zu können wurde ein Fragebogen erstellt, mit Hilfe dessen der aktuelle Stand der QAM-Anwendung bei den Lieferanten abgefragt wurde. Die Auswertung des Fragebogens ergab, dass vier von fünf Lieferanten die QAM bereits anwenden. Der fünfte Lieferant hat die Einführung der QAM auf Herbst verschoben. Grundsätzlich wurde die Wirksamkeit der QAM nachgewiesen. Für die Nachhaltigkeit konnte jedoch auf Grund des kurzen Beobachtungszeitraums nur ein positiver Trend identifiziert werden. Um eine konkrete Aussage tätigen zu können bedarf es weiterer Untersuchungen durch die Qualitäts-Ingenieure der Robert Bosch AG. Hierfür wird die Durchführung eines Reviews sechs Monate nach dem Schulungsworkshop empfohlen. Ramona Höllnsteiner Robert Bosch AG Hallein Plant Boschstraße 7 A-5400 Hallein Im Rahmen des Praktikums waren Lieferanten der Robert Bosch AG auszuwählen, bei denen in weiterer Folge die Einführung der QAM durchgeführt werden sollte. Für die Einführung der QAM war für jeden Lieferant gesondert ein eintägiger Schulungsworkshop zu organisieren und selbstständig durchzuführen. Um die Nachhaltigkeit der QAM nachweisen zu können musste die weitere Anwendung verfolgt werden. 9

10 Elektromobilität Szenario zur Marktentwicklung und Innovationsimpuls für den Werkstoff Elektroband Autor: Michael Jäger FH-Betreuerin: Prof. (FH) Mag. Dr. Fiona Schweitzer Die voestalpine Stahl GmbH ist einer der europäischen Hersteller von Elektroband, ein wichtiger Stahlwerkstoff für die Herstellung von Elektromotoren. Aufgrund der aktuell aufkommenden Elektromobilität, d. H. der zunehmenden Elektrifizierung des Antriebsstrangs von Fahrzeugen kommen immer mehr hoch effiziente Elektromotoren zum Einsatz in Fahrzeugen. Für Stahlhersteller wie die voestalpine Stahl GmbH stellt diese Entwicklung zukünftig ein zusätzliches Absatzpotenzial für den Werkstoff Elektroband dar. Deshalb ist es für das Unternehmen wichtig, dass dies bereits jetzt in der strategischen Planung berücksichtigt wird. Im Unternehmensbereich Forschung & Entwicklung werden Daten für den Zukunftsmarkt benötigt um auf die Veränderungen am Automobilmarkt aufgrund der Elektromobilität vorbereitet zu sein. Um das Risiko einer Fehlentscheidung für neue Forschungsprojekte in Bezug auf Elektroband zu minimieren, benötigt man ein realistisches Szenario für den Automobilmarkt Vor allem um auch den Bedarf an Elektroband bewerten zu können. Ausgangspunkt für dieses Projekt war der Einfluss der Elektromobilität auf den Automobilmarkt. Ziel der Arbeit ist es ein mögliches Marktszenario für die EU-27 für 2020 zu erstellen und die damit steigende Nachfrage nach Elektroband - als Komponente von hoch effizienten Elektromotoren - zu bewerten. Um das mögliche Absatzpotenzial abschätzen zu können sollten dazu verschiedene Studien zum Thema Elektromobilität analysiert werden und auf Basis dieser Daten ein Marktszenario für 2020 abgeleitet werden. Als Basis für die Arbeit wurde das theoretische Fundament zum Verständnis der Elektromobilität erarbeitet. Das Beinhaltet die Definitionen der unterschiedlichen Fahrzeugkonzepte (Elektroautos und Hybridautos in den unterschiedlichen Abstufungen) und auch die Grundlagen zu den verwendeten Elektromotoren in den Fahrzeugen inklusive der Funktion von Elektroband als eine Komponente der Motoren. Als weitere theoretische Grundlage wurde die Szenariotechnik herangezogen, um basierend auf dem Zukunftsverständnis der Technik die Studien zu analysieren. Die Szenariotechnik wurde zu diesem Zweck alternativ angewendet um die angenommenen Rahmenbedingungen und Schlüsselfaktoren der unterschiedlichen Studien herauszufiltern. Auf Basis der so gewonnenen Daten wurde ein Szenariotrichter (ein Zentrales Element der Szenariotechnik) erstellt, welcher die unterschiedlichen Szenarien der Studien inklusive der Entwicklungspfade und der angenommenen Einflussfaktoren enthält. Mit Hilfe von aktuellen Angaben aus Pressetexten und aktuelleren Studien zu den einzelnen Einflussfaktoren wurde der Entwicklungspfad gewählt, welcher das aus aktueller Sicht plausibelste Szenario beschreibt. Im Rahmen des Projekts wurde auf Basis unterschiedlicher Studien ein Marktszenario für den europäischen Automobilmarkt für 2020 erstellt. Basierend auf den Marktprognosen des Szenarios, Herstellerdaten zu den kommenden Fahrzeugen mit Elektromotoren und unternehmensinternen Erfahrungswerten zum Werkstoffeinsatz in Elektromotoren wurde der zu erwartenden Mehrbedarf an Elektroband im Jahr 2020 aufgrund der zunehmenden Elektrifizierung des Antriebsstrangs von Fahrzeugen berechnet. Michael Jäger voestalpine AG voestalpine-straße 1 A-4020 Linz 10

11 Entwicklung eines visuellen Markenleitbildes für Diehl BGT Defence Autorin: Sara Klausriegler FH-Betreuer: FH-Prof. Dipl.-Des. Markus Kretschmer Diehl BGT Defence beschäftigt etwa MitarbeiterInnen und erzielt einen Jahresumsatz von rund 460 Millionen Euro. Damit zählt die Diehl BGT Defence zu den führenden Unternehmen auf dem Gebiet der Verteidigung in Deutschland. Durch die Liberalisierung und Internationalisierung der europäischen Verteidigungsmärkte, hat sich Diehl BGT Defence in einem verstärkt internationalen Wettbewerbsumfeld zu behaupten. Dies erfordert einen prägnanten und differenzierten Marktauftritt. Diehl BGT Defence erkannte, dass gutes Industriedesign Produkte unverwechselbar macht und eine Differenzierung von der Konkurrenz schafft. Es wurde erkannt, dass durch den Einsatz von strategischem Designmanagement und die Prägung einer Marke in Zukunft Potentiale im Bereich Differenzierung, Produktentwicklung und Kundenvertrauen für den Erfolg von Diehl BGT Defence genutzt werden können. Vor diesem Hintergrund sollte ein Entwurf für ein visuelles Markenleitbild als ein Grundstein in der Entwicklung einer Designstrategie erstellt werden. Entwicklung eines ersten visuellen Markenleitbildes für die Diehl BGT Defence GmbH & Co. KG auf Basis bestehender und eigener Rechercheergebnisse. Darstellung und Aufbereitung des Themas Markenleitbild: Theoretische Grundlagen Best Practices Das Recherchieren der Ist-Situation: Analyse der Handlungsfelder des Corporate Designs und Erstellen von daraus resultierenden Empfehlungen Analyse des Erscheinungsbildes von Diehl BGT Defence Befragungen intern und extern Analyse von unternehmensinternen Dokumenten und ergänzende Gespräche mit Mitarbeitern Definition der Soll-Situation: Überleitung der Rechercheergebnisse in ein deskriptives Markenleitbild Überleitung des deskriptiven in ein visuelles Markenleitbild Mit diesem ersten visuellen Markenleitbild wird ein wichtiger Grundstein für ein weiteres Vorgehen im Prozess der Entwicklung einer Designstrategie und der Implementierung von strategischem Design- Management gelegt. Vom visuellen Markenleitbild können über ein Designleitbild spezifische Styleguides abgeleitet und in den Teilbereichen des Corporate Designs (z. B. Produktdesign) umgesetzt werden. So entsteht ein charakteristisches, erfolgreiches (Produkt-)Design als Differenzierungsmerkmal und übergeordnet ein intern und extern einheitliches Erscheinungsbild. Sara Klausriegler Diehl BGT Defence GmbH & Co. KG Alte Nußdorfer Straße 13 D Überlingen 11

12 Integriertes Ideenmanagement- und KVP- System in mittelständisch strukturierten Technologieunternehmen Autorin: Melanie Kneißl FH-Betreuer: Prof. (FH) Mag. Dr. Kurt Gaubinger Das Unternehmen funworld ag ist ein führendes Unternehmen in der elektronischen Unterhaltungsbranche, mit Hauptsitz in Lenzing. Die Gründung des Unternehmens erfolgte 1980 durch Herrn Josef Öhlinger. Durch das stetig wachsende Know-How des Unternehmens, werden heute die Produktmarken Photoplay, Touch Toy, funwin, BETsolutions und FUN-Select sehr erfolgreich am Markt angeboten. Die ständige (Weiter-) Entwicklung von Touchscreen- Terminals, Spiele- und Wettsoftware sowie der Online Geschicklichkeitsspiele und das neue branchenübergreifende und projektbasierende Geschäftsfeld sorgen für eine zukunftsorientierte Ausrichtung des Unternehmens. Durch die Globalisierung und die Entwicklungstätigkeit von Konkurrenzunternehmen hat sich die Wettbewerbssituation der funworld ag in den letzten Jahren deutlich verstärkt. Zur Stärkung der Innovationskraft der funworld ag ist es daher erforderlich das kreative Potential der Mitarbeiter intensiv zu nutzen. Um ständig eine Vielzahl neuer Ideen sowie Verbesserungsvorschläge für Produkte und unternehmensinterne Prozesse generieren zu können, bedarf es eines integrierten Ideenmanagement- und KVP- Systems, d. h. entsprechende Prozesse und Strukturen im Unternehmen. Im Rahmen des Berufspraktikums, wurde ein Konzept zur Implementierung eines integrierten Ideenmanagement- und KVP-Systems erstellt. Unter Berücksichtigung der bestehenden Prozesse und Strukturen konnte so ein funworldspezifisches Konzept entwickelt werden. Das erstellte Konzept zeigt auf, wie neue Ideen und Verbesserungsvorschläge in der funworld ag gewonnen, gesammelt, generiert und bewertet werden können. Zu Beginn wurde eine Analyse der derzeitigen Situation des Unternehmens im Bereich des Innovationsmanagements durchgeführt. Ziel war es hierbei einen ersten Überblick über die Strukturen und Prozesse des Unternehmens zu geben. Anschließend wurde basierend auf ein breites theoretisches Fundament zum Thema Ideenmanagement eine Benchmark Studie durchgeführt. Erfolgreiche Unternehmen, welche Ideenmanagement- und KVP-Systeme bereits erfolgreich implementiert haben, wurden hierbei analysiert. Den Abschluss der Benchmark Studie stellte die Präsentation der Ergebnisse, vor allem die an der Studie teilgenommen Unternehmen, im Rahmen eines Best-Practice-Workshops dar. Die Ergebnisse der Benchmarking-Studie sowie der IST- Analyse der funworld ag bildeten die Basis für die Erstellung eines Konzepts zur Implementierung eines integrierten Ideenmanagement- und KVP-Systems für die funworld ag. Das Ergebnis bildete ein ausführlicher Implementierungsleitfaden für ein integriertes Ideenmanagement- und KVP-System. Der Leitfaden beschreibt im Detail, wie der gesamte Ideenmanagementprozess im Unternehmen organisatorisch und methodisch auszugestalten ist und gibt Hinweise auf die effiziente Implementierung des Systems. Melanie Kneißl funworld ag Photo Play Straße 1 A-4860 Lenzing 12

13 Methoden der Kundenintegration in Produktentwicklungsprozesse Autorin: Stefanie Knogler-Holzinger FH-Betreuerin: Prof. (FH) Mag. Dr. Fiona Schweitzer Die Fronius International GmbH wurde 1945 von Herrn Günter Fronius in Pettenbach/Oberösterreich als Familienbetrieb gegründet und ist seit 1999 im Besitz der Privatstiftung Friedl und Günter Fronius. Fronius beschäftigt weltweit etwa 2677 Mitarbeiter und besitzt fünf Produktionsstandorte in drei verschiedenen Ländern (Österreich, Tschechien und Ukraine). Die Firma Fronius gilt als innovatives und technologiegetriebenes Unternehmen und wurde bereits mehrfach mit nationalen und internationalen Auszeichnungen geehrt (z.b. Staatspreis Innovation, World Energy Globe, ). Das Unternehmen ist bekannt für seine Technologieführerschaft in der Schweißtechnik und beschäftigt sich seit nunmehr 18 Jahren auch intensiv mit dem Thema Solarelektronik. Die Entwicklung und die Produktion von netzgekoppelten Photovoltaik-Wechselrichtern und Komponenten zur Anlagenüberwachung zählen zu den Hauptaufgaben der Sparte Solarelektronik. Um langfristig und vor allem erfolgreich am Markt bestehen zu können, wird es immer wichtiger Kunden so früh wie möglich in die Produktentwicklung einzubinden. Denn eine strenge Orientierung an den Kundenwünschen- und bedürfnissen kann das Risiko eines Flops stark minimieren und die Position am Markt festigen. Aus diesem Grund setzt auch das Unternehmen Fronius International GmbH/Sparte Solarelektronik vermehrt auf die aktive Integration des Kunden in Produktentstehungsprozesse. Neben der Erstellung eines umfassenden theoretischen Fundaments zu den Themengebieten Innovation und Kundenintegration wurde eine Vorstudie, mit dem Ziel alle relevanten Produkt- und Unternehmensinformationen zu sammeln, durchgeführt. Bereits vorhandene Daten, welche für die wissenschaftliche Fragestellung relevant waren, wurden ausgewertet und den Ergebnissen der durchgeführten empirischen Untersuchung gegenüber gestellt. Aus der Zusammenführung und dem Vergleich von bestehenden und neu gewonnenen Erkenntnissen wurden Handlungsempfehlungen für das Unternehmen Fronius International GmbH abgeleitet. Aus dem Berufspraktikum geht eine strukturierte Erarbeitung der Themen Innovation und Kundenintegration, eine Sammlung an geeigneten Kundenintegrationsmethoden für die Sparte Solarelektronik, sowie eine empirische Anwendung eines dieser Einbindungstools hervor. Das Unternehmen konnte aufgrund der erhobenen Daten Anpassungen an momentan entstehenden Produktkonzepten vornehmen und somit sicherstellen, dass zukünftige Produkte den Kundenanforderungen entsprechen. Stefanie Knogler-Holzinger Fronius International GmbH Günter Fronius-Straße 1 A-4600 Wels Im Rahmen des Berufspraktikums in der Sparte Solarelektronik galt es die Bedeutung der Kundenintegration in Produktentwicklungsprozesse darzulegen, Vorteile und Risiken der Kundeneinbindung in Entwicklungsprozesse zu beleuchten und eine Auswahl an geeigneten Methoden zur Integration von Abnehmern zusammen zu stellen. Weiters sollte ein ausgewähltes Kundenintegrationstool praktisch angewendet werden. 13

14 Exploration des Marktes und Konzeptfindung für eine neue Dienstleistung Autorin: Lisa-Maria Koschat FH-Betreuer: Mag. Dr. Gerold Weisz MBA Die Kernkompetenz von LEAD Innovation, einem Gesamtlösungsanbieter im Bereich Innovationsmanagement, liegt in der Anwendung der Lead-User Methode. Neben dem Tagesgeschäft beschäftigen sie sich mit der Entwicklung neuer Dienstleistungen um auf neue Bedürfnisse und Ansprüche einzugehen. Da sich ein spürbarer Trend hin zu Reihungen und Ratings im Bereich der Unternehmensberatung und in Fachmedien der Wirtschaftsbranche zeigt und auch unzählige nationale Studien Innovationskraft und -leistung thematisieren, hat sich das Unternehmen das Ziel gesetzt eine neue Dienstleistung zu entwickeln um auf diese Trends zu reagieren. Basierend auf ersten Ideen wurde ein Entwicklungsprojekt gestartet, welches in erster Linie auf die Exploration des Marktes und die erste Konzeptfindung abzielt. Die Aufgaben waren die Erstellung einer Liste an Wettbewerbsmodellen mit einer Analyse des Businessmodells, der Methodik und des Marketingkonzeptes, der Entwurf des Dienstleistungskonzeptes ( Ablauf, Werkzeuge, ) und das erste Schema des Marketingkonzeptes. Die ersten Schritte bestanden aus der Erfassung geeigneter Businessmodelle und deren Analyse. Es wurde sogleich zu Beginn die Profitabilität bestimmter Konzepte miteinbezogen. Darauf aufbauend wurde die erste Konzeption der Dienstleistung erstellt welche durch regelmäßige Besprechungen und Workshops kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Unterstützend, wurden Informationen zu möglichen Kooperationen oder Outsourcingmöglichkeiten und zu komplexen Themenstellungen durch Expertenbefragungen, eingeholt. Im weiteren Verlauf wurde das Marketingkonzept ausgearbeitet. Der Fokus lag dabei auf der Verkaufsstrategie und der Exploration von Wettbewerbsmodellen. Als Ergebnis des Projektes liegen Gestaltungsempfehlungen sowie ein Statusbericht auf. Dieser ist Basis des Entwicklungsprojektes und dient als Grundlage für zukünftige Entscheidungen. Das Unternehmen wird darauf aufbauend die Konzeptfindung, das Marketingkonzept sowie Wettbewerbsstrategien erstellen. Lisa-Maria Koschat LEAD Innovation Management GmbH Burggasse 79 Top 11 A-1070 Wien 14

15 Customer market processes optimization Autor: Peter Hannes Kratochwill FH-Betreuerin: Mag. Dr. Petra Barth Der Konzern Wintersteiger AG mit Hauptsitz in Ried im Innkreis und seinen 15 weltweit ansässigen Töchtern ist Weltmarktführer in seinen drei Unternehmensbereichen Seedmech (Gesamtlösungen für das landwirtschaftliche Feldversuchswesen, Sports (Gesamtlösungen für den Verleih und Service von Ski und Snowboards) und Woodtech (Gesamtlösungen für den präzisen Holzdünnschnitt). Dieser Erfolg basiert einerseits auf einer ausgeprägten Kundennähe, die durch ein global aufgebautes und dicht geknüpftes Vertriebs- und Servicenetz ermöglicht wird und andererseits auf einer durchdachten und zukunftsorientierten Planung. Trotz steigernder Umsatzzahlen weist das Unternehmen seit 2006 eine sinkende Ergebnissituation auf. Dies wird in den Jahren 2008 und 2009 zusätzlich durch die wirtschaftliche Gesamtsituation verstärkt, die in größtem Ausmaß die Division Woodtech betrifft. Um diesem Trend entgegenzuwirken wurde das Projekt Customer Market Processes Optimization gestartet, mit dem Ziel, einen durchgängigen schlanken Vertrieb zu gestalten. Aufgabe war es, mit einer Geschäftsprozessanalyse und -optimierung alle derzeitigen Geschäftsprozesse innerhalb des Vertriebes der Firma Wintersteiger AG zu erheben und in weiterer Folge zu analysieren. Danach galt es die Geschäftsprozesse, aufgrund der gewonnenen Kenntnisse in der Analyse, zu optimieren und Folgeprojekte zu definieren. Durch diese Folgeprojekte sollen die verbesserten Geschäftsprozesse Schritt für Schritt in das Unternehmen integriert werden. Zur Erfüllung des Projektes wurde ein externes Beratungsunternehmen mit der Durchführung der Geschäftsprozessanalyse und -optimierung beauftragt. Dieses unterteilte das Projekt in die vier Phasen Vorbereitung, Analyse, Konzept und Pilotierung. In der ersten Phase wurden von Seiten der Firma Wintersteiger AG diverse Berichte als Informationsgrundlage für das externe Beratungsunternehmen und für die Wintersteiger-Mitarbeiter erstellt. In der Analysephase galt es alle nötigen Daten zu erheben, um sich ein Bild über den Vertrieb machen zu können und folglich in der nächsten Phase Optimierungen vorzunehmen. In der Konzeptphase wurde das zuvor angeeignete Wissen analysiert und aufgrund dieser Ergebnisse die Geschäftsprozesse der Division Sports optimiert. In der Pilotierungsphase wurden die in der Konzeptphase optimierten Prozesse anhand von Schulungen an alle Wintersteiger Mitarbeiter aus dem Vertrieb und der Division Sports vermittelt. Ergebnis dieses Projektes war eine umfangreiche Geschäftsprozessanalyse und -optimierung, welche den Grund für die schlechte Ertragslage sehr klar aufzeigte. Weiters konnten Folgeprojekte definiert werden, welche es in den nächsten Monaten und Jahren zum Umsetzen gilt. Peter Hannes Kratochwill Wintersteiger AG Dimmelstraße 9 A-4910 Ried im Innkreis 15

16 Berufspraktikum bei DI Hitzinger GesmbH Autor: Christoph Kreindl FH-Betreuer: DI (FH) Tobias Drugowitsch Bei diesem Unternehmen handelt es sich um einen der Top-Player auf dem Gebiet der individuellen Stromversorgung. Über 240 Mitarbeiter am Standort Linz sind an der Entwicklung, Produktion und damit auch am Erfolg des Unternehmens beteiligt. Hitzinger verfügt weltweit über 40 Niederlassungen und Partnerfirmen, die gemeinsam erfolgreich durch erstklassiges Service und ständige Weiterentwicklung den hohen Technologiestandard des Unternehmens und somit Strom im entscheidenden Moment garantieren. Dieses Projekt befasste sich mit der Analyse und Verbesserung des bestehenden Projektmanagementsystems. Dieses Projekt sollte das Projektmanagement system der Firma DI Hitzinger GesmbH analysieren und nachhaltig verändern. Die Hauptaufgaben dieses Projektes wurden in zwei Phasen des Projektes aufgeteilt. Einerseits musste die gesamte Ist-Situation erhoben und bewertet werden und anderseits sollte ein Entwurf für ein neues Projektmanagementsystem entwickelt werden. Dieses Praktikum wurde als Projekt aufgebaut und die entsprechenden Phasen in Arbeitspakete zergliedert. Dies sollte möglichst erfolgreiche Ergebnisse sichern. Hauptbestandteil des Projektes waren die Phasen: Projektmanagement, Analyse und Konzeptentwicklung/Erstansatz. Zur Unterstützung wurde in der Phase Projektmanagement das Standard IPMA-Projekthandbuch verwendet. Alle Pläne wurden bedarfsgerecht ausgewählt und befüllt. Ständige Koordination und Abstimmung der Pläne stellten einen reibungslosen Projektverlauf sicher. Termine, Kosten und Ressourcen, sowie das Gesamtziel konnte ohne größere Abweichung erreicht werden. In der Analysephase wurde das Hauptaugenmerk auf die Ausgangssituation gelegt. Vorhandene Dokumente wurden gesichtet und beurteilt. Gespräche mit den Mitarbeitern bzw. ein Fragebogen erfassten das PM-Know-How, die Stimmung im Bezug auf PM, Wünsche und Anregungen für das zukünftige PM- System. Weiters wurde eine gemeinsame Diskussionsbasis für PM geschaffen. Bei der Konzeptentwicklung/Erstansatz sollte der Bogen von theoretischen Ansatz hin zur praktischen Anwendung gespannt werden. Aus diesem Grund wurden neue Prozesse für die Initiierung, die Abwicklung und das Controlling von Projekten geschaffen. Die Prozesse sollen den Mitarbeitern Orientierung geben und bei eventuellen Fragen sollen die notwendigen bzw. zuständigen Ansprechpartner Auskunft geben können. Mit diesen Prozessen war natürlich auch die formale Gestaltung von diversen Unterlagen verbunden. Die Unterlagen wurden spezifisch auf die Bedürfnisse des Unternehmens angepasst. Das Projekthandbuch wurde aus dem Standardprojekthandbuch der IPMA weiterentwickelt. Dieser Standard gewährt dem Unternehmen und Kunden eine Qualität des administrativen Projektmanagements. Christoph Kreindl DI Hitzinger GesmbH. Helmholzstraße 56 A-4020 Linz Vollständige Erfassung der Ausgangssituation (Wünsche, Bedürfnisse, usw.) Prozesse für PM wurden erstellt und in der Aufbauund Ablauforganisation festgehalten Unterstützende Unterlagen wurden erstellt (Projekthandbuch, Projektwürdigkeitsanalyse- Tool, Liste für die Methodenauswahl) 16

17 Optimierung des Ideen- bzw. Multiprojektmanagement-Systems und Auswahl adäquater, phasenübergreifender Innovationsmanagement-Software am Beispiel eines Industriegüterunternehmens Autorin: Daniela Kremsmayr FH-Betreuer: Prof. (FH) Mag. Dr. Kurt Gaubinger Daniela Kremsmayr ENGEL ist als Einzelmarke der weltweit größte Hersteller von Spritzgießmaschinen und zugleich eines der führenden Unternehmen im Kunststoffmaschinenbau. Die ENGEL Gruppe bietet heute alle Technologiemodule für die Kunststoffverarbeitung aus einer Hand: Spritzgießmaschinen für Thermoplaste und Elastomere und Automatisierung, wobei auch einzelne Komponenten für sich wettbewerbsfähig und am Markt erfolgreich sind. Mit acht Produktionswerken in Europa, Nordamerika und Asien (China, Korea), sowie Niederlassungen und Vertretungen für über 85 Länder bietet ENGEL seinen Kunden weltweit optimale Unterstützung, um mit neuen Technologien und modernsten Produktionsanlagen wettbewerbsfähig und erfolgreich zu sein. Dem Entwicklungsprozess ist der Ideenmanagementprozess bei der ENGEL AUSTRIA GmbH vorgelagert. Dabei erfolgte bisher die Sammlung von Ideen über das Einreichen von sogenannten Projekt - Proposal-Formularen, die im Anschluss in die unternehmensintern erstellte Multiprojektmanagement- Datenbank eingetragen wurden. Die bestehende Datenbank bietet jedoch nur eingeschränkte Möglichkeiten zur Bewertung bzw. Priorisierung von Ideen. Auf Benutzerfreundlichkeit und Funktionsumfang, sowie Leistungsgrenzen durch die Datenbank wurde bisher kein Schwerpunkt gelegt. Entsprechend ist diese im ganzen Umfang an die ENGEL AUSTRIA GmbH angepasst, bietet jedoch nicht die aktuell angebotenen Fähigkeiten spezieller Multiprojektmanagement-Software. Die gliederte sich in zwei Bereiche. Im ersten Bereich sollen der Ideen- bzw. Multiprojektmanagement-Prozess, abgeleitete Aktivitäten, die Methodik und eingesetzten Tools systematisch erhoben, hinterfragt und Verbesserungen hinsichtlich Effizienz und Effektivität ausgearbeitet und umgesetzt werden. Anschließend waren Elemente und Funktionen von Ideen- bzw. Multiprojektma- nagement-systemen auszuarbeiten. Im zweiten Bereich soll eine adäquate und phasenübergreifende Innovationsmanagement-Software als optimierte Ablöse der bestehenden Multiprojektmanagement- Datenbank eruiert und ausgewählt werden. Die Erhebung der Ist-Situation erfolgte im Bezug auf das Ideenmanagement mittels Dokumentenanalyse und Befragung leitender Angestellter aus unterschiedlichen Zuständigkeitsbereichen zum Thema der Optimierung des Formulars zur Einreichung von Entwicklungsvorschlägen. In einem weiteren Schritt wurde die bestehende Multiprojektmanagement- Datenbank auf ihre Elemente und Funktionen hin analysiert und Verbesserungspotenziale aufgelistet. Zur Eruierung einer geeigneten Software-Lösung wurde eine Recherche zu den am Markt existierenden Anbietern durchgeführt, wobei sich das Ausmaß der potenziellen Software-Lösungen auf über 50 Anbieter erstreckte. Im Zuge der Bewertung mit dem entwickelten, 3-stufigen Bewertungstool wurden über 90 verschiedene Funktionen ermittelt, die nach einer entsprechenden Relevanzbeurteilung zur Sortierung, Bewertung und Filterung der Software- Lösungen dienten. Der bisherige Ideenmanagement-Prozess wurde anhand einer grafischen Darstellung als Flowchart übersichtlich aufbereitet und hinsichtlich Redundanzen, etc. optimiert. Das Formular zur Einreichung von Entwicklungsvorschlägen wurde vor allem hinsichtlich der Aufteilung in Zuständigkeitsbereiche und der Layoutgestaltung optimiert und erzielte ganzheitliche Akzeptanz aller Betroffenen. Nach den in Analysen und Recherchen ermittelten Anforderungen an eine geeignete Innovationsmanagement-Software, konnte mit Hilfe des mehrstufigen Bewertungstools sowie der Anforderungsspezifikation im Lastenheft eine transparente Empfehlung zweier Software-Anbieter an das Unternehmen abgegeben werden. ENGEL AUSTRIA GmbH Ludwig-Engel-Straße 1 A-4311 Schwertberg 17

18 Definition eines Prüfplanungsprozesses für Zulieferteile im Medizinproduktebereich am Beispiel von AlliedPanels Autor: Martin Moser FH-Betreuer: DI (FH) Werner Lobinger AlliedPanels ist ein international tätiger Entwicklungs-, Produktions- und Servicepartner für Unternehmen im Technologiebereich. Zu den Kunden zählen unter anderem namhafte Unternehmen aus der Medizintechnik. Die Business Unit AlliedPanels Medical konzentriert sich dabei auf mechatronische Baugruppen und Gesamtsysteme im Bereich Medizintechnik. Der Produktionsstandort in Frankenburg beliefert vor allem Hersteller der Medizintechnik mit Fokus auf die bildgebende Diagnostik. An Entwicklungs- und Fertigungsbetriebe in der Medizintechnik werden hohe Qualitätsansprüche gestellt. Die Entwicklung und Fertigung von mechatronischen Systemen erfordert neben der Anwendung von produktionstechnischem Know-How, vor allem die Sicherung der Qualität der Einzelkomponenten. Durch die immer komplexeren Produkte und die Veränderungen der Fertigungstiefe, ist eine exakte Planung der Prüfung von Zulieferteilen unumgänglich. Genau hier findet ein Prüfplanungsprozess Anwendung. Ziel der 10-wöchigen Projektarbeit im Unternehmen war die Definition eines Prüfplanungsprozesses für Zulieferteile. Durch die hohen Anforderungen, die an Produkte der Medizintechnik, vor allem aufgrund des Sicherheitsaspektes gestellt werden, ist eine zuverlässige und gleichzeitig effiziente Planung der Qualitätsprüfungen von enormer Wichtigkeit. Auf Basis des theoretischen Fundaments und den Analysen in den ersten Phasen des Berufspraktikums wurde ein für das Unternehmen maßgeschneiderter Prüfplanungsprozess erstellt. Dabei war Abstimmung des Prozesses mit der bestehenden Prozesslandschaft von AlliedPanels die größte Herausforderung. Zudem war die Berücksichtigung der für die Medizintechnik relevanten Normen, Richtlinien und Gesetze Grundvoraussetzung für die Definition. Der für das Unternehmen entworfene Prozess wird in naher Zukunft in die bestehende Prozesslandschaft integriert und es erfolgt die Umsetzung in den relevanten Unternehmensbereichen. Des Weiteren wurden Methoden und Instrumente zur Anwendung des Prozesses entwickelt und auf das Unternehmen angepasst. Martin Moser AlliedPanels Entwicklungs- und Produktions GmbH AlliedPanels Park 1 A-4873 Frankenburg 18

19 Strategische Vertriebsplanung für ein mittelständisches Industriegüterunternehmen am Beispiel Rübig Autor: Bernhard Müller FH-Betreuer: Mag. Dr. Rudolf Pinter Das Unternehmen RÜBIG mit Sitz in Wels ist seit über 60 Jahren in den Geschäftsbereichen Schmiede-, Härte- und Anlagentechnik erfolgreich. Der Geschäftsbereich Härtetechnik beschäftigt sich mit der Wärmebehandlung von Eisen- und Stahlwerkstoffen. Forschung und Entwicklung spielen dabei eine wichtige Rolle. Auf Grund von Kooperationen mit Stahlherstellern und Forschungseinrichtungen werden zukunftsweisende Wärmebehandlungsprozesse entwickelt, um den Kunden anwendungsspezifische Lösungen zu ermöglichen. RÜBIG sieht sich heute als Kompetenzzentrum für jegliche Fragen rund um den Werkstoff Stahl und der Schlüsseltechnologie Wärmebehandlung. Ziel des Berufspraktikums war es, die bestehende Vertriebsplanung zu durchleuchten bzw. neue und wichtige Methoden im Vertrieb für das Unternehmen darzustellen und daraus Verbesserungspotenziale für eine zukunftsorientierte Vertriebsplanung abzuleiten. Abgerundet soll das Projekt durch die Erstellung eines Implementierungsleitfaden werden, der auf Grund der Handlungsempfehlungen abgeleitet werden soll. Damit das Ziel des Berufspraktikums erreicht werden konnte, wurden folgenden Aufgabengebiete behandelt: Literaturrecherche über die Grundlagen der strategischen Vertriebsplanung Ermittlung des Status Quo der Vertriebsmanagement Struktur mittels erstellten Interviewfragenbogen Welche Vertriebsaufgaben kommen im Praxisunternehmen zum Einsatz? Mit welchen Informationen arbeitet der Vertrieb bereits bzw. welche würde er noch benötigen? Welche Methoden werden bereits zur strategischen Vertriebsplanung verwendet? Wo befinden sich Verbesserungspotentiale im derzeitigen Vertriebsmanagementprozess? Damit die Aufgaben erfolgreich umgesetzt werden konnten, wurde als erstes eine umfangreiche Literaturrecherche durchgeführt. Basierend auf dieser wird ein theoretisches Fundament erarbeitet werden können. Zweitens erfolgte eine interne Analyse bei RÜBIG. Ziel dieser Analyse war die Erhebung des Status Quo des Vertriebsmanagements im Praxisunternehmen. Es wurden die Struktur des bestehenden Vertriebsmanagementsystems sowie die vorhandene Vertriebsinformationssammlung und die Methoden evaluiert. Die erfassten Ergebnisse flossen in die Entscheidung für die Auswahl von neuen Methoden und Verfahren für den Vertrieb sowie für die Ableitung von Handlungsempfehlungen ein. Die Analyse der IST-Situation bei Rübig zeigt, dass es in den Bereichen Informationsmanagement und Kundenmanagement nicht zukunftsorientiert aufgestellt ist. Speziell in der Informationsbeschaffung und verwaltung sowie Kundensegmentierung und Kundenorientierung. Basierend auf der Situationsanalyse des Unternehmens, die alle notwendigen Informationen des Vertriebes enthält, konnten Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken für das Unternehmen erfasst werden. Diese erfassten Ergebnisse flossen in die Entscheidung für die Auswahl von neuen Methoden und Verfahren für den Vertrieb sowie für die Ableitung von Handlungsempfehlungen ein. Optimierungspotenzial in der strategischen Vertriebsplanung besteht in den Bereichen Bewusstseinsbildung zu mehr Kundenorientierung, Anwendung von neuen Vertriebsmethoden, Informationsmanagement (CRM) und Vertriebscontrolling (Vertrieb-Kennzahlen). Bernhard Müller RÜBIG GmbH & Co KG Härtetechnik Schafwiesenstr. 56 A-4600 Wels 19

20 Szenario-Entwicklung im Innovationsmanagement zur Strategieausrichtung in der Automobilbranche Autor: David Ornigg FH-Betreuer: Prof. (FH) Mag. Dr. Kurt Gaubinger MAGNA STEYR Fahrzeugtechnik AG & Co KG mit Verwaltungssitz in Oberwaltersdorf ist ein international tätiger Automobilproduzent, -zulieferer und entwickler. MAGNA STEYR Fahrzeugtechnik ist schwerpunktmäßig in der Entwicklung von Gesamtfahrzeugen und Fahrzeugkomponenten (durchgängige Lösungen vom Kundenauftrag bis zur Serienreife; Systeme und Komponenten, Dachsysteme, auch Weltraumtechnik), sowie in der Herstellung von Automobilen für besondere Markt- und Produktanforderungen (Karosserie, Lackierung, komplette Fahrzeugmontage etc.) tätig. Das Leistungsspektrum umfasst die Berechnung, Planung, Simulation, Crash-Tests und viele weitere Bereiche einer effizienten und ganzheitlichen Entwicklung im Automobilbereich. Ein systematisches Auseinandersetzen mit der Zukunft wird zur Erfolgsgrundlage für innovative Unternehmen. Aus diesem Grund fassen viele Unternehmen den Entschluss, sich auf Szenarien der Zukunft zu konzentrieren und daraus mögliche Strategien und Aktivitäten zu erarbeiten. Zusammengefasst werden diese Methoden und Denkweisen als Szenario-Methoden bzw. Szenario-Techniken bezeichnet. Aufbauend auf dieser Erkenntnis wurde im Innovationsmanagement nach einer geeigneten Szenario- Methode gesucht und diese angewendet. Die daraus generierten Szenarien der Zukunft wurden auf mögliche Erfolgspotenziale untersucht und daraus Handlungs- und Strategieempfehlungen erarbeitet und abgeleitet. Diese Erkenntnis wurde dem Innovationsmanagement als Planungstool übergeben. Auf Basis einer umfangreichen theoretischen Auseinandersetzung mit der Szenario-Thematik wurden verschiedene Szenario-Ansätze evaluiert und darauf aufbauend eine Szenario-Technik ausgewählt. Diese Methode wurde im Rahmen des Innovationsmanagement erweitert und praktisch angewendet. Dies erforderte einerseits eine umfangreiche Analyse von Einflussfaktoren aus Branchen- und Unternehmensumwelt, als auch die komplexe Vernetzung der Einflussfaktoren. Durch weitere, komplexe Analysen konnten Szenarien für die zukünftige Landschaft in der Automobilbranche, sowie für das Unternehmen generiert werden. Um die Ergebnisse weiter zu nutzen wurden daraus Handlungsempfehlungen für die zukünftige Unternehmens- und Innovationsstrategie erarbeitet und dem Innovationsmanagement bei MAGNA STEYR übergeben. Die Ergebnisse in Form von Szenarien und darauf abgeleiteten Handlungsempfehlungen für Innovationsmanagement und Unternehmensstrategie wurden an das Unternehmen übergeben. Das Unternehmen ist anhand der Szenario-Technik, sowie dem im Praktikum erarbeiteten Leitfaden nun in der Lage, Szenarien als Planungsinstrument für Strategie und Handlungsoptionen zu verwenden, um so frühzeitig Strategieplanungen vornehmen zu können. David Ornigg MAGNA STEYR Fahrzeugtechnik AG & Co KG Liebenauerhauptstraße 317 A-8041 Graz Aufgabe dieses Berufspraktikumsprojektes war es durch die systematische Erstellung und Analyse von Szenarien Handlungsempfehlungen zu generieren, welche das Unternehmen auf die zukünftige Branchen-, Unternehmens- und Wettbewerbssituation vorbereitet. Diese ging aus bereits bestehenden Bestrebungen hervor, das Innovationsmanagement zukunftsorientierter auszurichten. 20

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