Einbau und Abdichtung von Fenstern und Außentüren Bauphysik, Statik und praktische Problemfälle

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1 Fachseminar 2011 März 2011 Einbau und Abdichtung von Fenstern und Außentüren Bauphysik, Statik und praktische Problemfälle D I R K S O M M E R BÜRO FÜR FENSTERTECHNIK UND GEBÄUDEENERGIEBERATUNG

2 Willkommen! D I R K S O M M E R BÜRO FÜR FENSTERTECHNIK UND GEBÄUDEENERGIEBERATUNG Dirk Sommer Von der Handwerkskammer Berlin öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Bautischler - Handwerk Klopstockstraße Berlin Tel Fax Mobil Beratung Fachplanung Gutachten mit den Schwerpunkten Fenster Außentüren Bauphysik Chateau des Alpes, Cap d Antibes Potsdamer Stadtschloss Soho-House Normannenstraße 20, Haus 1

3 1. Regelwerke 6 (1) EnEV 2009: Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass die wärmeübertragende Umfassungsfläche einschließlich der Fugen dauerhaft luftundurchlässig entsprechend den anerkannten Regeln der Technik abgedichtet ist 6 (2) EnEV 2009: Zu errichtende Gebäude sind so auszuführen, dass der zum Zwecke der Gesundheit und Beheizung erforderliche Mindestluftwechsel sichergestellt ist. 3

4 1. Regelwerke DIN 4108 Teil 2 4

5 1. Regelwerke Stichwort Bauplanungspflicht --- Aber wer plant? Szenario a) Bauherr hat Architekten beauftragt: Planungspflicht beim Architekten, z.b. über Position im LV und Gewerkekoordination Szenario b) Direktes Vertragsverhältnis zwischen Bauherr und Fensterbauer Planungspflicht zu 100% beim Auftragnehmer Fenster Hinweispflichten beim Auftragnehmer Fenster (Ist ja auch sonst keiner da!) Klassische Fragen an den SV: Was muss der Architekt wissen? 5

6 1. Regelwerke ATV DIN Tischlerarbeiten VOB/C 3.5 Einbau Bauteile sind so zu befestigen, dass die Kräfte sicher in den Baukörper übertragen und Bewegungen aus den Bauteilen aufgenommen werden. 6

7 1. Regelwerke ATV DIN Tischlerarbeiten VOB/C 3.5 Einbau Die Abdichtung von Außenbauteilen und Baukörper muss umlaufend, dauerhaft und schlagregendicht sein. 7

8 1. Regelwerke ATV DIN Tischlerarbeiten VOB/C 3.5 Einbau Die auf der Raumseite verbleibenden Fugen zwischen Außenbauteilen und Baukörper sind mit Dämmstoffen vollständig auszufüllen. Die Wahl des Dämmstoffs bleibt dem Auftragnehmer überlassen. ( ) Bei der Verwendung von Ortschäumen sind die angrenzenden oberflächenbehandelten Bauteile durch rückstandsfrei zu entfernende Abklebungen sicher zu schützen. 8

9 1. Regelwerke ATV DIN Tischlerarbeiten VOB/C 3.5 Einbau Anschlussfugen sind innenseitig dauerhaft luftundurchlässig abzudichten. 9

10 1. Regelwerke ATV DIN Wärmedämm-Verbundsysteme VOB/C 4.2 Besondere Leistungen Herstellen von Bewegungs- und Scheinfugen sowie Fugenabdichtungen. Bei Wärmedämm-Verbundsystem separate LV-Pos. erforderlich

11 1. Regelwerke Und wer macht was? 11

12 1. Regelwerke Einbau und Abdichtung 4 Pkt 1 (1) VOB/B Der Auftraggeber hat für die Aufrechterhaltung der allgemeinen Ordnung auf der Baustelle zu sorgen und das Zusammenwirken der verschiedenen Unternehmer zu regeln. interne Übersetzung Der Bauleiter hat dafür zu sorgen, dass alle Unternehmer ihre Leistungen nach den anerkannten Regeln der Technik ausführen können. 12

13 1. Regelwerke DIN 4108 Teil 7: Glattstrich 13

14 1. Regelwerke DIN 4108 Teil 7 14

15 1. Regelwerke DIN 4108 Teil 7: Glattstrich 15

16 2. Planungsgrundlagen Begriffsbestimmung RAL-Montage 4, Pkt. 2. (1) VOB/B Der Auftragnehmer hat die Leistung unter eigener Verantwortung nach dem Vertrag auszuführen. Dabei hat er die anerkannten Regeln der Technik und die gesetzlichen und behördlichen Bestimmungen zu beachten. 16

17 2. Planungsgrundlagen Anerkannte Regeln der Technik Anerkannte Regeln der Technik gemäß Reichsgericht (1936) Anerkannte Regeln der Technik sind technische Regeln für den Entwurf und die Ausführung baulicher Anlagen, deren theoretische Richtigkeit erwiesen ist und die allgemein anerkannt sind, mithin im Kreise der für die Anwendung der betreffenden Regeln maßgeblich, nach dem neuesten Erkenntnisstand vorgebildeten Technikern bekannt und aufgrund fortdauernder Erfahrung als technisch geeignet, angemessen und notwendig erkannt sind. 17

18 2. Planungsgrundlagen Anerkannte Regeln der Technik / Stand der Technik Zugriff - Lesen von Fachzeitschriften - Gedanken- und Erfahrungsaustausch mit Berufskollegen - Besuch von Seminaren und sonstigen Fachveranstaltungen - Beobachtungen und Bewertungen - Mut zu einem gesunden Handwerker-Verstand 18

19 2. Planungsgrundlagen Leitfaden zur Montage

20 3. Abdichtung außenseitig Systemunterlagen/Herstellervorgaben beachten Maßgabe: Schlagregendicht bei 600 Pa Druck 20

21 3. Abdichtung außenseitig Systemunterlagen/Herstellervorgaben zu Maßtoleranzen Richtig! Kompriband 40/28-40 Falsch! Glattstrich erforderlich 21

22 3. Abdichtung außenseitig Systemunterlagen/Herstellervorgaben zu Maßtoleranzen, APU-Leisten 22

23 4. Fugendämmung Die Sache mit dem Schaum 23

24 5. Abdichtung innenseitig Folie geht immer! 24

25 5. Abdichtung innenseitig Folie geht immer! 25

26 5. Abdichtung innenseitig Blower-Door-Test 26

27 6. Elementkopplungen Kopplungen = Fugen in der wärmeübetragenden Umfassungsfläche 27

28 6. Elementkopplungen Kopplungen = Fugen in der wärmeübetragenden Umfassungsfläche 28

29 6. Elementkopplungen Der erste Winter 29

30 6. Elementkopplungen Kopplungen = Fugen in der wärmeübetragenden Umfassungsfläche 30

31 6. Elementkopplungen Kopplungen = Fugen in der wärmeübetragenden Umfassungsfläche 31

32 7. Befestigung Lastabtragung 32

33 7. Befestigung Das Fenster gehört in die Dämmebene Diese Aussage gilt unverändert! Zur Sicherstellung hoher Oberflächentemperaturen Für geringe Wärmeverluste beim Baukörperanschluss

34 7. Befestigung Lastabtragung 34

35 7. Befestigung Lastabtragung 35

36 7. Befestigung Statik erforderlich - Lastermittlung 36

37 7. Befestigung Statik erforderlich - Befestigungsmittel 37

38 8. Fußpunktanschlüsse Fußpunkt an Fenstertüren 38

39 8. Fußpunktanschlüsse Fußpunkt an Fenstertüren 39

40 8. Fußpunktanschlüsse Fußpunkt an Fenstertüren 40

41 8. Fußpunktanschlüsse Fußpunkt an Fenstertüren 41

42 8. Fußpunktanschlüsse Fußpunkt an Fenstertüren 42

43 8. Fußpunktanschlüsse Fußpunkt an Fenstertüren 43

44 8. Fußpunktanschlüsse Fußpunkt an Fenstertüren 44

45 8. Fußpunktanschlüsse Fußpunkt an Fenstertüren Von wem? Dichter Gehbelag? Folie hinter Dämmung? 45

46 8. Fußpunktanschlüsse Fenstertüren 4 Pkt 1 (1) VOB/B Der Auftraggeber hat für die Aufrechterhaltung der allgemeinen Ordnung auf der Baustelle zu sorgen und das Zusammenwirken der verschiedenen Unternehmer zu regeln. interne Übersetzung Der Bauleiter hat dafür zu sorgen, dass alle Unternehmer ihre Leistungen nach den anerkannten Regeln der Technik ausführen können. 46

47 9. Bauphysik Ausgangszustand: Bauzeitliche Holz-Verbundfenster und -Kastendoppelfenster Energetische Werte U w = 2,5 W/(m²K) a-wert = 3,0 bis 5,0 m³/hm10dpa g-wert = 0,77 47

48 9. Bauphysik EN Luftdurchlässigkeit Klasse 4 umgerechnet auf 10 Pa = 0,158 m³/(hm) 48

49 9. Bauphysik Auswirkungen der dichten Fenster bzw. Gebäudehüllen Steigende Raumluftfeuchten! 49

50 9. Bauphysik Bierphysik Unterschreitung der Taupunkttemperatur der Umgebungsluft 50

51 9. Bauphysik Bauphysik Erhöhte Tauwasserund Schimmelgefahr 51

52 9. Bauphysik Bauphysik 52

53 9. Bauphysik Warum es im Altbau funktioniert: Beispiel Fachwerkhaus 53

54 9. Bauphysik Modernisierung eines Gründerzeitgebäudes, Bj

55 9. Bauphysik Isothermenberechnung, ca

56 9. Bauphysik Lüftungskonzept Lüftungskonzept ERLEDIGT! 56

57 9. Bauphysik Messung bei Ortstermin am

58 9. Bauphysik These des frustrierten Sachverständigen: Öffentlich-rechtliche Regeln für nutzerunabhängigen Grundluftwechsel erforderlich 58

59 9. Bauphysik DIN , Mai 2009 (erste Entwurfsfassung Dezember 2007) 59

60 9. Bauphysik DIN , Mai Die wichtigste Tabelle 60

61 9. Bauphysik Abschätzung zur Erfordernis lüftungstechnischer Maßnahmen (z.b. mit ift-tool) ist relativ einfach der Rest ist FACHPLANUNG!!! z.b. Wind und aerodynamische Einflüsse 61

62 9. Bauphysik der Rest ist FACHPLANUNG!!! z.b. Anordnung der ALD s an der richtigen Stelle 62

63 9. Bauphysik Mindestluftwechsel kostet Geld 63

64 9. Bauphysik Mindestluftwechsel kostet Geld Beispiel: Einfamilienhaus mit 180 m² Wohnfläche und 2,80 m Raumhöhe Ein vollständiger Luftaustausch bei -5 Celsius Außentemperatur Heizölverbrauch zur Lufterwärmung ca. 0,5 Liter (am ca. 0,38 EUR) 64

65 9. Bauphysik Zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung: In Niedrigenergiehäusern unumgänglich 65

66 9. Bauphysik Fahrplan der Bundesregierung 66

67 10. Fazit Fenstereinbau im Jahr 2011 ff. Keine Freistilveranstaltung Randbedingungen: Statik (Eigen- und Windlasten), Bauteilbewegungen, Schlagregendichtheit, Energieeinsparung, Schallschutz, Vermeidung von Bauschäden, Wartung/Instandhaltung Schnittstellen gewerkeübergreifend planen Pflichten des Auftraggebers/Bauleiters nutzen, ggf. Bedenken anmelden Wesentliche Grundlagen für Fensterbauer: - z.b. Leitfaden zur Montage - Verarbeitungsrichtlinien der Hersteller 67

68 von Fenstern 10. Fazit Das ist keine Alternative! Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit 68

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