Dirk Kaiser / Andreas Merchiers / Bernd Fuchs. Treasury Management. Vorlesungen über Finanzierung und Investition am. Fachbereich Wirtschaft (FB W)

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1 Dirk Kaiser / Andreas Merchiers / Bernd Fuchs Treasury Management Vorlesungen über Finanzierung und Investition am Fachbereich Wirtschaft (FB W) der Hochschule Bochum Bochum University of Applied Sciences Teil I: Geldkreislauf und Cash Flow Statement Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Titelblatt 1

2 Die Dozenten (1): Prof. Dr. Dirk Kaiser 1962 Geboren in Krefeld UNIVERSITÄT BONN Studium der Volkswirtschaftslehre, Diplom FERNUNIVERSITÄT HAGEN Assistent am Lehrstuhl für Bank- und Finanzwirtschaft, Promotion Mitarbeiter im Beteiligungsbereich eines Kreditinstituts in Düsseldorf 1996 PORTLAND STATE UNIVERSITY, Oregon, USA Gastdozent Leiter des Beteiligungsbereichs eines internationalen Touristikunternehmens in Düsseldorf Leiter der Zentralen Mandatsbetreuung eines Kreditinstituts in Düsseldorf seit 2002 Professor für Finanzmanagement, Banken und Versicherungen an der HOCHSCHULE BOCHUM (BOCHUM UNIVERSITY OF APPLIED SCIENCES) Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Die Dozenten 2

3 Die Dozenten (2): Dr. Andreas Merchiers 1976 Geboren in Iserlohn RWTH AACHEN Studium des Maschinenbaus, Schwerpunkt Fertigungstechnik, Diplom RWTH AACHEN Wirtschaftswissenschaftliches Aufbaustudium, Diplom RWTH AACHEN Assistent am Werkzeugmaschinenlabor (WZL), Promotion GEBR. EICKHOFF MASCHINENFABRIK U. EISENGIEßEREI GMBH Strategische Unternehmensplanung EICKHOFF ANTRIEBSTECHNIK GMBH Produktionsleitung Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Die Dozenten 3

4 seit 2010 KONRAD-ADENAUER-STIFTUNG; Begabtenförderung und Kultur Mitglied der Prüfungs- und Auswahlkommission für Kandidaten seit 2011 TECHNISCHE FACHHOCHSCHULE GEORG AGRICOLA ZU BOCHUM Lehrbeauftragter in den Fächern Fabrikplanung und PPS SCHALKER EISENHÜTTE MASCHINENFABRIK GMBH Technische Leitung / Prokurist seit 2013 SCHALKER EISENHÜTTE MASCHINENFABRIK GMBH Geschäftsführer seit 2015 HOCHSCHULE BOCHUM Lehrbeauftragter für das Fach Treasury Management Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Die Dozenten 4

5 Die Dozenten (3): Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs 1962 Geboren in Andernach UNIVERSITÄT BONN Studium der Politologie: Zwischenprüfung; Studium der Volkswirtschaftslehre: Diplom 1995 TERTIA GMBH, Bonn Weiterbildung Controlling-Intensivseminar 1996 Mitarbeiter eines Beratungsunternehmens für Existenzgründer in Duisburg 1996, SYSECA GMBH, Siegburg; SOFTLUTION AG, Bornheim Freiberufliche Tätigkeit als Berater für Softwareunternehmen; STEUER- UND WIRTSCHAFTSAKADEMIE BONN Dozent für Controlling EURO-BUSINESS COLLEGE, Bonn, Düsseldorf, Hamburg und Jena Freiberuflicher Dozent für Unternehmensführung und Controlling Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Die Dozenten 5

6 heute Seit 2008 FACHHOCHSCHULE BONN-RHEIN-SIEG, St.Augustin; RHEINISCHE FACHHOCHSCHULE, Köln Freiberuflicher Dozent für Unternehmens-Consulting, Personalwirtschaft, Organisationsentwicklung, Marketing, Controlling, Investition und Finanzierung IHK KÖLN, Zweigstelle Oberberg, Gummersbach Mitglied bzw. Vorsitz des Prüfungsausschusses zum(r) Betriebswirt/in IHK ZHEJIANG INDUSTRY & TRADE POLYTECHNIC COLLEGE, Wenzhou, Shanghai, China Eigeninitiative: Projekt Kooperationsbestrebungen zur Zusammenarbeit von internationalen Bildungseinrichtungen FOM / BA HESSISCHE BERUFSAKADEMIE, STANDORT BOCHUM FOM / VWA ESSEN Freiberuflicher Dozent für Investition, Finanzierung und Risikomanagement BA BOCHUM FOM / VWA ESSEN Freiberuflicher Dozent für strategisches Management, Unternehmensführung und Rechnungswesen, insb. internationales Rechnungswesen nach IFRS HOCHSCHULE BOCHUM Freiberuflicher Dozent für Treasury Management Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Die Dozenten 6

7 Prof. Dr. Dirk Kaiser: Sprechstunde im Wintersemester 2015/2016, Uhr Uhr Notieren Sie sich bitte hier die am Start der Lehrveranstaltung und auf der Homepage von Prof. Kaiser bekannt gegebenen aktuellen Sprechstundenzeiten! Raum AW 5-17 Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Sprechstunden 7

8 Dr. Andreas Merchiers: Sprechstunde im Wintersemester 2015/2016 im Anschluss an die Vorlesung Notieren Sie sich bitte hier die am Start der Lehrveranstaltung von Dr. Merchiers bekannt gegebenen, genauen Daten! Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Sprechstunden 8

9 Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs: Sprechstunde im Wintersemester 2015/2016 Nach Vereinbarung: T.: (02241) (AB) M.: (0160) Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Sprechstunden 9

10 Treasury Management Überblick 4F 1 Tausch 2 Geld 3 Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 4 Geldkreislauf 5 Investivsaldo 6 Außenfinanzierung 7 Innenfinanzierung 8 Grundüberlegungen und Teil 1 der dynamischen Verfahren 9 Dynamische Verfahren, Teil 2 allgemein 6D Innen VOKOFIMA Eigen Außen Geldkreislauf und Cash Flow Statement (TMI) 4F Wirtschaftlichkeitsrechnung (TMII) 6D Fremd VFP Dominanz Kapitalwert Interner Äquivalente Amortisations- Zinsfuß Annuität dauer Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Überblick 10

11 Beide Teile orientieren sich an: Kaiser, D. Treasury Management I Literaturhinweise Treasury Management. Betriebswirtschaftliche Grundlagen der Finanzierung und Investition, 2., überarbeitete und aktualisierte Auflage, Wiesbaden: Gabler (2011). Ergänzende Literaurhinweise zum Bereich Geldkreislauf und Cash Flow Statement (TMI): Bitz, M. / Stark, G. Finanzdienstleistungen, 9., erweiterte und aktualisierte Auflage, Berlin: De Gruyter Oldenbourg (2014). Drukarczyk, J. / Lobe, S. Finanzierung Eine Einführung unter deutschen Rahmenbedingungen, 11., überarbeitete Auflage, Stuttgart: UTB Lucius & Lucius (2014). Olfert, K. / Reichel, C. Finanzierung, 14., aktualisierte und verbesserte Auflage, Ludwigshafen: Kiehl (2008). Perridon, L. / Steiner, M. / Rathgeber, A. Finanzwirtschaft der Unternehmung, 16., überarbeitete und erweiterte Auflage, München: Vahlen (2012). Wöhe, G. / Bilstein, J. / Ernst, D. / Häcker, J. Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 11. Auflage, München: Vahlen (2013). (Ergänzende Literaturhinweise zum Bereich Wirtschaftlichkeitsrechnung (TMII) werden dort gegeben.) Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Literaturhinweise 11

12 Treasury Management I Randnummernschlüssel Tausch und Geld Monetäre Strom und Bestandsgrößen Voraussetzungen des Tauschs (2); Tauschverträge (3, 4, 5, 6); Kassa, Finanzierungs und Terminverträge (7); Geldfunktionen (10); Grundmuster der Geldverwendung (9); Liquidität (12, 13, 14); Zahlungsfähigkeit (15). Strombestandsgleichung (16); Internes vs. externes Rechnungswesen (23); Monetäre Bestandsgrößen (18, 20, 21, 22); Monetäre Stromgrößen, Schmalenbachsches Balkenschema (24); Fallstudien I III (25); Liquiditätsreserven (27); Potenzielles liquides Unternehmensvermögen (28, 29, 30); Schutz der Zahlungsfähigkeit (31). Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Randnummernschlüssel 12

13 Geldkreislauf Das Unternehmen und seine Umwelt (32); Faktormärkte (33); Absatzmärkte (34); Primär und Sekundärmärkte (38); Finanzmärkte, Eigen und Fremdfinanzierung (35, 36); Unternehmen als Finanziers (37); Staat, Steuern (40); Sonstiges (42); Geldkreislauf (44); Anwendung der Strombestandsgleichung (45); Betriebswirtschaftliches Cash flow statement (46, 47, 48, 49): (i) Innenfinanzierung (IFRS: CF from operating activities), (ii) Investivsaldo (IFRS: CF from investing activities), (iii) Außenfinanzierung (IFRS: CF from financing activities); Finanzwirtschaftliche Begriffsbestimmungen (50, 51, 52). Investivsaldo Begriffsbestimmungen (56, 57); Investitionsentscheidungen (sinngemäß auf Innen und Außenfinanzierung übertragbar, 59). Außenfinanzierung Begriffsbestimmungen (62); Unsicherheit vs. Risiko, finanzwirtschaftliche Risiken (63, 64, 65, 66, 67); Covenants: Finanzierungsvertragliche Zusatz und Nebenabsprachen (29, 30, 70, 71, 72, 73, 74, 75, 76, 77, 78); Standardfinanzierung vs. Emissionsfinanzierung (80, 81, 82, 83, 84, 85, 86); Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Randnummernschlüssel 13

14 Börsen (88, 89, 90, 91, 92, 93, 94, 95, 96, 97, 98, 99, 100, 101, 102, 103); IPO, Going public (132); Insolvenzverfahren (104, 105, 106); Eigen und Fremdfinanzierung, Mezzanine finance (107, 108); Stille Gesellschaft (109); Stammaktien vs. Vorzugsaktien (110); Genusscheine (111); Eigenfinanzierung im Unternehmenslebenszyklus (113); Maßnahmen der Eigenfinanzierung vs. Erhöhungen des Eigenkapitals (114); Gründung im Standardbereich (116, 117, 118, 119); Einlagen bzw. Kapitalerhöhung im Standardbereich (120, 121, 122); Gründung im Emissionsbereich (124); Kapitalerhöhung im Emissionsbereich (125, 126, 127, 128, 129); Bezugsrecht, Underpricing (130); IPO (132); Befristung von Fremdfinanzierung (133); Grundmuster bei Auszahlung und Rückzahlung (134, 135, 136); Standardfremdfinanzierung (138, 139); Emissionsfremdfinanzierung (141, 142, 143). Innenfinanzierung Begriffsbestimmungen (146); Lieferantenkredit: Durchmischung von Elementen des Kassavertrags und des Finanzierungsvertrags (147, 148); Allgemeine Geschäftsbedingungen (149, 150); Direkte und indirekte Ermittlung (151, 152, 153). Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Randnummernschlüssel 14

15 Beide Teile orientieren sich an: Kaiser, D. Treasury Management Literaturhinweise Treasury Management Treasury Management. Betriebswirtschaftliche Grundlagen der Finanzierung und Investition, Wiesbaden: Gabler (2008). Ergänzende Literaurhinweise zum Bereich Geldkreislauf und Cash Flow Statement : Bitz, M. / Stark, G. Finanzdienstleistungen, 8. Auflage, München / Wien: Oldenbourg (2008). Drukarczyk, J. Finanzierung Eine Einführung mit sechs Fallstudien, 9. Auflage, Stuttgart: UTB (2003). Olfert, K. / Reichel, C. Finanzierung, 14., aktualisierte und verbesserte Auflage, Ludwigshafen: Kiehl (2008). Perridon, L. / Steiner, M. Finanzwirtschaft der Unternehmung, 14., überarbeitete und erweiterte Auflage, München: Vahlen (2006). Wöhe, G. / Bilstein, J. Grundzüge der Unternehmensfinanzierung, 9., überarbeitete und erweiterte Auflage, München: Vahlen (2002). (Ergänzende Literaturhinweise zum Bereich Wirtschaftlichkeitsrechnung warden dort gegeben.) Folien Stehen im Internet zur Verfügung: fbw/personen/kaiser/downloads.html Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Folien 15

16 Wann? Wo? Wie lange? Aufgabe 1 Aufgabe 2 Aufgabe 3 Aufgabe 4 Treasury Management Klausur Januar / Februar bzw. Juni / Juli On the campus 90 Minuten Geldkreislauf und Cash Flow Statement Geldkreislauf und Cash Flow Statement Wirtschaftlichkeitsrechnung Wirtschaftlichkeitsrechnung ( x-2 : Übungsklausur; x-1 : Repetitorium) Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Klausur 16

17 Treasury Management Warum? 1. Tausch 2. Geld FINANZIERUNG, INVESTITION Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Tausch und Geld 17

18 Bedingungen für das Entstehen einer Tauschwirtschaft (Abb. 1-1) multiple Tauschwünsche Walter Eucken, : Ordoliberalismus liegen nicht vor liegen vor Subsistenzwirtschaft werden ignoriert kommen zur Entfaltung Ressourcensteuerung per Direktive Marktwirtschaft (=Tauschwirtschaft) Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Tausch und Geld 18

19 Rechtliche Abbildung des Tauschs durch Tauschverträge: Rechtsgeschäfte im Überblick (Abb. 1-2) Rechtsgeschäfte einseitige nicht empfangsbedürftige (z.b. Testament, 1937 BGB) empfangsbedürftige (z.b. Kündigung, 620 II BGB) Verträge z. B. Gesellschaft, 705 BGB, wirtschaftlicher Verein, 22 BGB nicht gegenläufige gegenläufige einseitig verpflichtende (z. B. Bürgschaft, 765 BGB) Hauptpflicht vs. Nebenpflicht zwei bzw. mehrseitig (z. B. Verwahrung, 688 BGB) verpflichtende gegenseitige Hauptpflichten (z. B. Kauf, 433 BGB, Darlehen, 488 BGB) Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Tausch und Geld 19

20 Zeitliche Grundmuster von pacta sunt servanda (Römisches Recht vs. Common law) Tauschverträgen (Abb. 1-3) Kassavertrag Finanzierungsve rtrag Terminvertrag t=0 t=2 Vertragsabschluss Leistung Gegenleistung Vertragsabschluss Vorleistung Vertragsabschluss Gegenleistung Leistung Gegenleistung Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Tausch und Geld 20

21 Aufgabe 1-1 Viktor und Gerda befinden sich in einer einfachen Tauschwelt, die in fast allen wesentlichen Eckpunkten der bis hierhin entwickelten entspricht. Insbesondere stehen nur die Zeitpunkte t=0 und t=2 für Vertragsabschluss, Leistung und Gegenleistung zur Verfügung. Allerdings wollen wir zur Variation nun annehmen, dass Viktor und Gerda nicht nur in der Gegenwart (t=0, early contracting ), sondern auch in der Zukunft (t=2, late contracting ) Verträge abschließen können. Wie in der Rechtspraxis muss der Vertragsabschluss aber stets bis zur Erbringung des ersten Vertragsbestandteils vollzogen sein, er ist niemals nur eine Dokumentation bereits umgesetzten Tauschgeschehens ( ex ante contracting ). Welche zusätzlichen Muster für Tauschverträge ergeben sich durch diese Abschwächung des Annahmenkataloges für Viktor und Gerda? Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Tausch und Geld 21

22 Aufgabe 2-1 Viktor und Gerda befinden sich wieder in der aus Aufgabe 1-1 bekannten Modellwelt mit den beiden Zeitpunkten t=0 und t=2 und den in Abbildung 1-4 dargestellten tauschvertraglichen Möglichkeiten. Beide haben sich nun zudem auf die Einführung von Geld als allgemein akzeptiertem Tauschmittel geeinigt. Gerda schlägt Viktor im Zeitpunkt t=2 einen späten Kassavertrag vor, mit dem sie ihm Marzipan gegen Zahlung eines mehr als großzügigen Geldbetrages abkaufen würde Ein guter Tausch aus Sicht von Viktor? Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Tausch und Geld 22

23 Funktionen des Geldes 1) Tauschmittel 2) Wertaufbewahrungsmittel 3) Recheneinheit 4) Gesetzliches Zahlungsmittel Zutreffend? Vollständig? k 1 k 2 k! Tauschakt 1 Tauschakt 2 Zeit Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Tausch und Geld 23

24 Im Jahr 1946 Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Tausch und Geld 24

25 Muster der Geldverwendung (Abb. 2-1) Kassavertrag (GVM 1) Finanzierungsve rtrag (GVM 2) Terminvertrag (GVM 1) t=0 t=2 Vertragsabschluss Güterleistung Geldgegenleistung Vertragsabschluss Geldvorleistung Vertragsabschluss GVM 1: Geldverwendungsmuster 1 ("Güter gegen Geld") GVM 2: Geldverwendungsmuster 2 ("Geld gegen Geld") Geldgegenleistung Güterleistung Geldgegenleistung Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Tausch und Geld 25

26 Aufgabe 2-2 Die Güterwelt aus Sicht von Viktor und Gerda reduziere sich einstweilen auf Quittenbonbons. Veränderungen ihrer individuellen Quittenbonbonbestände wollen sie durch q symbolisieren. (Statt mit Quittenbonbons könnten wir q allgemeiner auch mit Quantität, also Menge, übersetzen.) Veränderungen ihrer Geldbestände bringen beide durch m zum Ausdruck ( Money ). Ferner wollen beide einen Kassavertrag durch das Symbol KV darstellen, einen Finanzierungsvertrag durch FV und einen Terminvertrag durch TV. An Vertragssymbolen wie auch an Vertragsbestandteilen soll der Index t=0,2 den Zeitpunkt der Kontrahierung bzw. Erbringung signalisieren. Bringen Sie die in Abbildung 1-4 dargestellten Tauschmöglichkeiten in dieser Symbolik zum Ausdruck! Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Tausch und Geld 26

27 Liquidität H. G. Moulton, 1918 John Maynard Keynes ( ) Liquidity is tantamount to shiftability. Österreichisches Paradigma der informativen Updates und der Entscheidungsrevision Money is liquidity. informativer Update Anfangsinformation t=0 t=1 t=2 Vertrags- Entscheidungsrevision abschluss Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Tausch und Geld 27

28 Zahlungsfähigkeit Fähigkeit, alle wirtschaftlichen Zahlungsverpflichtungen zu begleichen Fähigkeit, alle rechtlichen Zahlungsverpflichtungen zu begleichen Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Tausch und Geld 28

29 Strombestandsgleichung Anfangsbestand Summe der Abflüsse + Summe der Zuflüsse = Endbestand Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 29

30 Aufgabe 3-1 Viktor und Gerda haben einen Ferienjob bei der Bittersüß Privatbrauerei AG bekommen. Gerda erfasst die ein- und ausgehenden Mengen, Viktor fährt den hauseigenen LKW. Als beide am Montagmorgen der 27. Kalenderwoche um 7.00 Uhr den Dienst antreten, sind im Biercontainer noch 500 Hektoliter (hl) Gerstensaft. (Antialkoholiker mögen sich die Aufgabe alternativ auf Apfelsaft umformulieren.) Im Laufe der Woche fährt Viktor achtmal mit dem Dreiachser vor und zapft jeweils 20 hl des Getränkes ab, um die umliegenden Händler und Gaststätten zu beliefern. Dienstags ist Brautag bei Bittersüß: Aus der kupfernen Pfanne leitet der Braumeister 300 hl frisches Bier in den Container. Welchen Bestand im Container kann Gerda am Freitag um Uhr weitermelden, wenn nirgendwo undichte Stellen im Behälter sind? Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 30

31 Monetäre Bestandsgrößen I Zahlungsmittel Finanzvermögen Finanzielles Residuum = Bargeld (Münzen und Banknoten) ± Saldo der jederzeit, also auf Sicht fälligen Bankkonten = Zahlungsmittel + sonstige Ansprüche aus Finanzierungsverträgen - sonstige Verpflichtungen aus Finanzierungsverträgen (außer Eigenfinanzierung) Reinvermögen = Finanzvermögen (Eigenkapital) + Sachvermögen Betriebsvermögen Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 31

32 Monetäre Stromgrößen: Schmalenbachs Balkenschema (Abb. 3-1) Einzahlungen (1) (2) (3) Einnahmen Externes Rechnungswesen (4) (5) (6) Erträge Eugen Schmalenbach, (7) (8) (9) Leistungen Internes Rechnungswesen Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 32

33 Aufgabe 3-2 Beim Marzipan- und Nougatkontor werden im Geschäftsjahr 2025 unter anderem die Geschäftsvorfälle (1) bis (6) verzeichnet. Geben Sie in Form einer mehrspaltigen Tabelle jeweils an, ob und gegebenenfalls in welcher Höhe sie aus Sicht des Unternehmens im laufenden Geschäftsjahr mit - Einzahlungen (+) oder Auszahlungen (-), - Einnahmen (+) oder Ausgaben (-) sowie - Erträgen (+) oder Aufwendungen (-) verbunden sind! (1) Die Feinschokolade AG überweist für Schokoladenrohmasse, die sie zuvor auf Ziel bezogen hatte. (2) Verkauf von Marzipan mit einem Buchwert von für werden von der Feinschokolade sofort bezahlt, beim Rest nimmt sie Lieferantenkredit in Anspruch. Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 33

34 (3) Die Auszubildende Gesine Schmitz wird zur Sparkasse geschickt, um 1.365,75 aus der Gesellschaftskasse auf das Girokonto des Unternehmens einzuzahlen. (4) Der Künstler Pablo Guerrero überweist für den Zeitraum bis Miete für sein Atelier im Firmengebäude. (5) Mit Schreiben vom 1. Februar des Jahres erkennt die Berbomburger Lloyd Sachversicherung AG den in 2024 entstandenen Brandschaden an und übernimmt Versicherungsschutz in Höhe von Die Zahlung wird aber erst später auf das laufende Konto eingehen. (6) Es brennt auch im Jahr 2025 diesmal in einer Lagerhalle, sodass Kuvertüre (besonders hochwertige Schokolade zum Verzieren und Abdecken) im Wert von vernichtet wird. Bis zur genauen Klärung der Ursache, die voraussichtlich im nächsten Januar erfolgen wird, erkennt der Lloyd den Schaden wiederum nicht an. Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 34

35 Drei Unternehmen aus Berbomburg Kuhl, Vollkrass & Partner (Fallstudien I-III, Tab. 3-1) Marzipan- und Nougatkontor von 1873 Berbomburger Feinschokolade Rechtsform OHG GmbH AG Gründung 1. Januar September Juli 2025 Gegenstand des Unternehmens Gründer- und Absolventenberatung, PC-Großhandel Großhandel in Rohmaterialien für die Süßwarenproduktion Herstellung und Vertrieb von Süßwaren Werbeslogan Stay kuhl call the consultant! Süße Rohstoffe just in time! Kein Tag ohne Schokolade! Sitz Berbomburg Berbomburg Berbomburg Gesellschafter per Petra Kuhl (70%), Jürgen Vollkrass (25%), Angela Heftig (5%), alle Berbomburg Johannes Freytag (50%), Thomas Freytag (50%), beide Berbomburg Allgemeine Lebensmittelwerke AG, Berbomburg (100%) Angestellte Hausbank, Kreditlinie auf laufendem Konto Sparkasse Berbomburg AöR ( ) Volksbank Berbomburg eg ( ) Bankhaus Berbomburg AG ( ) Rechtliche Besonderheiten o Selbstschuldnerische Bürgschaft von Großvater Kuhl zugunsten Sparkasse für Darlehen o Grundschuld auf Geschäftsgebäude zugunsten Sparkasse o Pauschalzusage der Deutsche Forderungsliquidierung AG für Ankauf von Lieferantenforderungen bis gegen vorhergehende Sicherungsabtretung ihrer Forderungen aus Lieferungen und Leistungen o Geschäftsführungsmitglied Peter Melasse ist Träger eines Aufsichtsratsmandats bei der Feinschokolade o Kontor liefert bei Eigentumsvorbehalt auf der Ware und fallweise auch gegen zusätzliches Wechselakzept o Harte Patronatserklärung Alleingesellschafterin zugunsten Feinschokolade o Dem Vorstand wurde vom Aufsichtsrat ein Katalog zustimmungspflichtiger Geschäfte erlassen o Anteile am Unternehmen sind als Inhaberaktien ausgestaltet; Einzelverwahrung durch Konzernmutter Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 35

36 Kuhl, Vollkrass & Partner Bilanzen (Tab. 3-2, 4-3) Aktiva KVP OHG, Bilanz zum 01. Januar 2025 Angaben in T Anlagevermögen 500 Eigenkapital Gebäude 300 Eigenkapital Kuhl Betriebs- und Geschäftsausstattung 200 Eigenkapital Vollkrass Umlaufvermögen 400 Fremdkapital Waren 330 Verbindlichkeiten gegenüber Girokonto 70 Kreditinstituten Bilanzsumme 900 Bilanzsumme Passiva Aktiva KVP OHG, Bilanz zum 31. Dezember 2025 vor Gewinnverwendung, Angaben in T Passiva Anlagevermögen 550 Eigenkapital 300 Gebäude 297 Eigenkapital Kuhl 130 Betriebs- und Geschäftsausstattung 223 Eigenkapital Vollkrass 50 Wertpapiere des Anlagevermögens 1 10 Eigenkapital Heftig 20 Wertpapiere des Anlagevermögens 2 20 Bilanzgewinn 100 Umlaufvermögen 410 Fremdkapital 660 Waren 205 Verbindlichkeiten gegenüber Forderungen aus Lieferungen und Kreditinstituten 650 Leistungen 175 Verbindlichkeiten aus Festgeld 10 Lieferungen und Leistungen 10 Girokonto Kasse Bilanzsumme Bilanzsumme 960 Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 36

37 Marzipan- und Nougatkontor Gewinn- und Verlustrechnung (Tab. 4-1) Marzipan- und Nougatkontor von 1873, Berbomburg Gewinn- und Verlustrechnung für den Zeitraum vom bis zum ( Mio.) Umsatzerlöse Erhöhung (+) bzw. Verminderung (-) des Bestands an fertigen und unfertigen Erzeugnissen Andere aktivierte Eigenleistungen Sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen Sonstige betriebliche Aufwendungen Erträge aus Beteiligungen Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Abschreibungen auf Finanzanlagen und auf Wertpapiere des Umlaufvermögens Zinsen und ähnliche Aufwendungen Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Sonstige Steuern Jahresüberschuss 8 9 Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 37

38 Liquiditätsreserven 1. im Bestand 2. hohe Liquidität 3. für betrieblichen Leistungsprozess nicht erforderlich Beispiele Termingelder Certificates of Deposit Commercial Paper Festverzinsliche Wertpapiere Aktien Genussscheine Hohe Primärmarktliquidität durch kurze Laufzeit Hohe Sekundärmarktliquidität durch ausgepägte Shiftability (Eintauschbarkeit) Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 38

39 1. ex ante verlässliche Vermögenszuwächse für finanzielle Anspannungsphasen 2. hohe Liquidität Potenzielles liquides Unternehmensvermögen Beispiele Liquide Bestandteile im Privatvermögen voll haftender Gesellschafter einer OHG oder KG sowie von Kommanditisten einer KG, sofern sie ihre Einlage noch nicht voll erbracht haben Liquide Bestandteile im Privatvermögen von Genossen, für die nach Satzung der Genossenschaft eine Nachschusspflicht besteht Bürgschaften und Garantien zugunsten des Unternehmens (sofern Regress wenig wahrscheinlich9 Harte Patronatserklärungen Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 39

40 Schutzringe um die Zahlungsfähigkeit des Unternehmens (Abb. 3-3) LiR Zahlungsfähigkeit ZM pluv Zahlungspflichten! Zahlungspflichten! Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 40

41 Aufgabe 3-3 Ergänzend zu Tabellen 3-1, 3-2 und 4-3 werden weitere Informationen zum Unternehmen Kuhl, Vollkrass & Partner OHG angegeben: Die Aktien der Speiseeis AG (Wertpapiere des Anlagevermögens 1) und der Regenschirm AG (Wertpapiere des Anlagevermögens 2) sind im regulierten Markt der Frankfurter Wertpapierbörse notiert; die Kursnotizen stehen per Jahresultimo bei 130% bzw. 120% des aktuellen Buchwertes. Das Festgeld hat per Jahresultimo eine Restlaufzeit von 120 Tagen. Das Privatvermögen von Frau Kuhl beträgt nach Einlage ; hiervon sind liquide. Für Herrn Vollkrass lauten die entsprechenden Zahlen bzw , für Frau Heftig bzw Großvater Kuhl steht dem Unternehmensprojekt seiner Enkelin und ihrer Freunde aktuell skeptisch gegenüber, weil diese MU ESF Brno / HS Bochum Geldkreislauf und Cash Flow Statement Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 41

42 sich seines Erachtens zu viel Verliebt in Berbomburg im Fernsehen anschauen. i) Wie hoch sind die Zahlungsmittel, das Finanzvermögen, das Sachvermögen und das Reinvermögen bei KVP zum 31. Dezember 2025? ii) Welche Vermögensgegenstände im Bestand von KVP per Jahresultimo 2025 kommen als Liquiditätsreserven in Betracht, welche denkbaren Zugänge als potenzielles liquides Unternehmensvermögen? Welche Beträge wird die Treasury vermutlich für beide Größen ansetzen? MU ESF Brno / HS Bochum Geldkreislauf und Cash Flow Statement Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Monetäre Strom- und Bestandsgrößen 42

43 Die Gutenbergsche Neueinteilung der Produktionsfaktoren (Fig. 4-1) Adam Smith, Boden Kapital Elementarfaktoren Betriebsmittel Werkstoffe objektbezogen Erich Gutenberg, David Ricardo, Arbeit Arbeit dispositiv Dispositiver Faktor Klassisch (Volkswirtschaftlich) Betriebswirtschaftlich Karl Marx, Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Geldkreislauf 43

44 Konstruktion des Geldkreislaufs Schritt 1 Faktormärkte A M A I A P Betrieblicher Leistungsprozess Unternehmen Geldkreislauf ZM 0 ZM 1 Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Geldkreislauf 44

45 Konstruktion des Geldkreislaufs Schritt 2 Absatzmärkte Faktormärkte A I A M E U A P Betrieblicher Leistungsprozess Unternehmen Geldkreislauf ZM 0 ZM 1 Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Geldkreislauf 45

46 Primär- und Sekundärmärkte (Abb. 4-2) Definition 4-1 a) PRIMÄRMÄRKTE sind Märkte, an denen Tauschverträge abgeschlossen (t=0) und durch Erbringung von (Vor-)Leistung und Gegenleistung (t=0 und t=2) erfüllt werden. b) SEKUNDÄRMÄRKTE sind Märkte, an denen abgeschlossene, jedoch noch nicht endgültig erfüllte Tauschverträge ihrerseits getauscht werden (t=1). Tausch des Finanzierungsvertrages t=0 t=1 t=2 Zeit Abschluss, Vorleistung in Finanzierungsvertrag Gegenleistung aus Finanzierungsvertrag Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Geldkreislauf 46

47 Konstruktion des Geldkreislaufs Schritt 3 Absatzmärkte Faktormärkte A I A M E U A P Betrieblicher Leistungsprozess Unternehmen Geldkreislauf ZM 0 ZM 1 E E A D A L E F A Z A T Finanzmärkte Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Geldkreislauf 47

48 Aufgabe 4-1 Viktor (V wie Vorleistung ) und Gerda (G wie Gegenleistung ) möchten einen Finanzierungsvertrag abschließen; symbolisch: FV FV m m. Sie haben sich auf ein Fremdfinanzierungsprojekt in Form eines gewöhnlichen Kreditvertrages geeinigt. Noch in t=0 leistet Viktor die vereinbarte Vorleistung in Höhe von ,00 an Gerda, sodass aus seiner Sicht gilt: Viktor m ,00. Gerda ist in t=2 aus dem Kreditvertrag zu folgender 0 Gegenleistung verpflichtet: (1) Tilgung der Vorleistung zum Nennwert; (2) fester Kreditzins in Höhe von r K 0, 068 pro Periode, wobei die in t=1 fälligen Zinsen kapitalisiert werden. i) Wie hoch ist die Gegenleistung, die Viktor bei planmäßigem Verlauf des Kreditvertrages in t=2 erhält? ii) Gehen Sie nun vorübergehend davon aus, nicht Gerda, sondern die KVP OHG habe die Vorleistung in diesen Finanzierungsvertrag erhalten. Übersetzen Sie den Vertrag aus Sicht von KVP in unsere Symbolik für die Beziehungen eines Unternehmens zu seiner Umwelt! Prof. Dr. Dirk Kaiser / Dr. Andreas Merchiers / Diplom-Volkswirt Bernd Fuchs Geldkreislauf 48

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