Erdöl 100 Dollar Marke nur als Zwischenstation?

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1 MÄRKTE ZERTIFIKATE Das Schweizer Magazin für Strukturierte Produkte der Royal Bank of Scotland Januar Erdöl 100 Dollar Marke nur als Zwischenstation? Seite Februar JIM ROGERS Jim Rogers auf der Fondsmesse in Zürich A view on commodities. (Vortrag in Engl.) Ihren Eintrittsgutschein für die Fondsmesse können Sie unter downloaden! Interview mit: Torsten Dennin Der Erdölpreis wird kontinuierlich steigen. Seite 12 Rückblick OMX Baltic 10 Index drei aufstrebende Märkte Investieren in die Länder Estland, Lettland und Litauen. Seite 10 Orangensaft Die Höhe des Angebots ist wetterabhängig Orangen einer der interessantesten Agrarrohstoffe für Anleger. Seite 22 US-Dollar, das Jahr der Rückkehr des Greenback? Der Aufschwung in den USA scheint an Dynamik zu gewinnen. Seite 24

2 13:59 Uhr: Sie bestellen ein Glas Wasser. 14:00 Uhr: Ein Unternehmen, von dem Sie Aktien halten, veröffentlicht unerwartet gute Quartals - zahlen der Kurs steigt sofort. 14:01 Uhr: Sie bestellen eine Flasche Champagner. Finanznachrichten, Ratings, Marktberichte und Meinungen in Echtzeit. Jederzeit und überall auf Ihrem iphone, Android- oder Blackberry-Handy*. Mit Jandaya Mobile, dem Echtzeit-Nachrichtenservice von BoerseGo.de. * neueste Modelle Surfen Sie mit Ihrem Handy auf Echtzeitnachrichten Wir wissen s zuerst.

3 MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar Editorial Vom Thema Erdöl und neuen Produktinformationen Sehr geehrte Anlegerin, sehr geehrter Anleger, in der aktuellen Titelgeschichte lesen Sie, welche Argumente für einen weiteren Anstieg des Erdölpreises sprechen könnten. Im Interview spricht auch der Rohstoffexperte Dr. Torsten Dennin über die mögliche Entwicklung beim Ölpreis. Zusätzlich gibt er auch einen Einblick in seine Sicht der Dinge bei Rohstoffen wie Platin, Kupfer und Kohle. Des Weiteren möchte ich Sie auf eine Neuerung auf unserer Internetseite hinweisen. Für alle Warrants und Mini Futures gibt es jetzt neu Produktinformationsblätter zum Herunterladen und Ausdrucken. Diese werden jeweils auf Knopfdruck mit den gerade Irene Brunner Leiterin öffentlicher Vertrieb Schweiz aktuellen Daten gefüttert und sind somit jeweils brandaktuell. In den nächsten Wochen wird RBS Markets Schweiz das Angebot ausweiten und Ihnen zusätzliche Produktinformationsblätter für weitere Produkttypen zur Verfügung stellen. Besuchen Sie uns auf der FONDS 11! Vom 2. bis zum 4. Februar ist RBS wieder mit einem Stand auf der FONDS 11 vertreten. Besucher erwarten spannende Vorträge wie beispielsweise der von Börsenlegende Jim Rogers zum Thema Rohstoffe, ein Gewinnspiel, die Möglichkeit, sich mit marketindex vertraut zu machen, und vor al lem die Gelegenheit, den RBS Produktexperten Fragen zu stellen und sich zu informieren. Es würde mich freuen, Sie an unserem Stand K.20 begrüssen zu dürfen! Ich wünsche Ihnen eine spannende Lektüre. Ihre Irene Brunner Die nächste Ausgabe von Märkte & Zertifikate erscheint in der Woche vom 21. bis 25. Februar. Glück hat an der Börse der, der sich darauf vorbereitet hat. Jim Rogers 3

4 Inhalt MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar MÄRKTE ZERTIFIKATE News 6 News Gold Estland tritt internationalem Goldabkommen bei. 6 Anlegerseminare von RBS Wie funktionieren MINI Future Zertifikate, und was sind eigentlich CFDs? 8 RICI-News Jim Rogers die Rohstofflegende gastiert in Zürich. 11 Rohstoffe 22 Märkte Rohstoffe Orangensaft die Höhe des Angebots ist wetterabhängig. 22 Währungen das Jahr der Rückkehr des US-Dollar? 24 Index Russischer RDX Index setzt Aufwärtstrend fort. 25 ETFs / Obligationen 26 ETF/Oblis Oblis alle im Plus, Südosteuropa-ETF stark gefragt. 26 Schweizer Aktien Lonza, SGS, Swatch mit starken Kursverlusten. 27 Charttechnik Erdgas, Reis, S&P 500 und FTSE 100 im Chart-Check. 28 Neuemissionen Neue Produkte der RBS Hebel 31 Partizipation 31 Kapitalschutz 31 Kurslisten Bestehende Produkte von RBS Hebel 32 Partizipation 44 Renditeoptimierung 53 Kapitalschutz 53 4

5 MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar Inhalt auf einen Blick Torsten Dennin 12 Erdöl 16 Interview Torsten Dennin: Der Erdölpreis wird kontinuierlich steigen. 12 Titelstory Erdöl die 100-US-Dollar-Marke nur als Zwischenstation? 16 Service Disclaimer / Partner 55 Termine / Impressum 56 Bücher Empfehlungen von RBS. 57 Leserbriefe RBS an der FONDS`11 Ist die RBS auch an der Fondsmesse vertreten? 58 Bezugsverhältnis Wie ist das Bezugsverhältnis zu verstehen? 58 5

6 News MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar Gold Estland tritt Goldabkommen bei Wie die Europäische Zentralbank Mitte Januar bekannt gab, tritt Eesti Pank, die Zentralbank Estlands, dem am 7. August 2009 geschlossenen Goldabkommen der Zentralbanken bei. Eesti Pank erklärte, dass die im Central Bank Gold Agreement festgelegten maximalen jährlichen Verkäufe sowie die zulässigen Gesamtverkäufe beibehalten werden. Das Abkommen besteht aus fünf Punkten: a) Gold bleibt ein wichtiger Bestandteil der gesamten Weltwährungsreserven. b) Die Unterzeichner-Institutionen werden, abgesehen von den bereits beschlossenen Verkäufen, nicht am Markt als Verkäufer auftreten. c) Die bereits beschlossenen Goldverkäufe werden innerhalb der nächs Mögliches Produkt Gold Open End Zertifikat Kategorie: Partizipation Valor: ten fünf Jahre im Rahmen eines abgestimmten Programms getätigt. Die jährlichen Verkäufe werden rund 400 Tonnen nicht übersteigen; das gesamte Verkaufsvolumen in diesem Zeitraum wird nicht über Tonnen hinausgehen. d) Die Unterzeichner dieser Vereinbarung sind übereingekommen, ihre Goldleihgeschäfte und den Einsatz von Goldfutures und -optionen innerhalb dieses Zeitraums nicht auszuweiten. e) Diese Vereinbarung wird nach fünf Jahren überprüft. Seltene Erden China senkt Exportquoten stärker als erwartet Das chinesische Handelsministerium verkündete am 28. Dezember 2010 die neuen Exportquoten für Seltene Erden für das Jahr. Diese liegen 11 Prozent unter dem Niveau von Ende Dieser jüngsten Reduzierung waren bereits Kürzungen der Ausfuhrquoten in der zweiten Jahreshälfte des vergang enen Jahres vorausge gangen. Gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 sinkt die Exportquote sogar um 35 Prozent. Erwartet wurde ein Rückgang von 30 Prozent. Die weitere Kürzung wurde damit begründet, dass zunächst die Versorgung chinesischer Unternehmen gesichert werden müsse. Mit einem Anteil von 97 Prozent ist China der weltweit führende Anbieter von Seltenen Erden, die besonders in der Hightechindustrie eingesetzt werden. Das am 16. November 2010 bei Franken emittierte Zertifikat auf den RBS Select Rare Earth TR Basket (Valor ) stieg daraufhin um 37 Prozent von Franken auf Franken. Mittlerweile hat sich der Kurs des Basket Zertifikats im Bereich von Franken eingependelt. Anleger sollten beachten, dass es sich bei Seltenen Erden um einen Nischenmarkt innerhalb des Rohstoffsektors handelt. Die Schwankungsbreiten dieser Aktien können deutlich höher ausfallen als bei Aktien anderer Rohstoffunternehmen. Das Thema eignet sich daher in erster Linie als spekulative Beimischung zum Portfolio. Investment Idee: Brasilien lockt mit hohen Zinsen Wie Anleger davon profitieren können Aufgrund des traditionell niedrigen Zinsniveaus in der Schweiz sind Anleger stets auf der Suche nach attraktiven Alternativen. Ein Blick über die Landesgrenzen hinaus kann durchaus lohnenswert sein. Das Zinsniveau in Brasilien beispielsweise gehört zu den höchsten weltweit. Die Zinsen auf Einmonatsgelder liegen derzeit bei 9,11 Prozent p.a. Ein Investment in kurzfristige Gelder war für Anleger bislang allenfalls nur mit hohem Aufwand realisierbar. Mit dem neuen Zins Zertifikat auf den Brasilianischen Real bringen Anleger die attraktiven Zinsen vom Zuckerhut ins eigene Depot. Der dem Brasilianischer Real Geldmarkt Index 2010 bis 115 Performance in Punkten BRL Total Return 1-Month Currency Index in BRL BRL Total Return 1-Month Currency Index in CHF Quelle: Royal Bank of Scotland; Stand: 21. Januar Zertifikat zugrunde liegende Zins beträgt aktuell 8,20 Prozent p.a. Das Zertifikat sammelt die Zinsen fortlaufend an und bildet gleichzeitig die Kursentwicklung des Brasilianischen Real zum Schweizer Franken ab. Die Zinsgutschrift erfolgt in der Regel täglich. Erwirtschaftete Zinsen werden nicht ausgeschüttet, sondern reinvestiert und spiegeln sich in steigenden Kursen des Zertifikats wider. Steigen die Zinsen für Einmonatseinlagen in Brasilianischen Real, so steigen auch die dem Zertifikat zugrunde liegenden Zinsen und vice versa. Anleger partizipieren einerseits von hohen Zinsen, andererseits setzen Sie darauf, dass der Brasilianische Real zum Schweizer Franken Brasilianischer Real Geldmarkt Index 2009 bis 160 Performance in Punkten BRL Total Return 1-Month Currency Index in BRL BRL Total Return 1-Month Currency Index in CHF Quelle: Royal Bank of Scotland; Stand: 21. Januar 6

7 MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar News RBS-Produkte: TOPs des Monats TOP3-MINI Valor Perf. 1 Monat Swiss Life MINI Long ,52% Swatch MINI Short ,00% Zurich Financial Services MINI Long ,86% TOP3-Warrants Valor Perf. 1 Monat Swiss Re Call Warrant ,2% Zurich Financial Services Call Warrant ,2% Credit Suisse Call Warrant ,7% TOP3-Zertifi kate Valor Perf. 1 Monat RBS Select Rare Earth TR Basket OEZ* ,2% RBS Ukraine Price Return Index OEZ* ,3% Croatia Zagreb Stock Exchange CI OEZ** ,7% RBS-Produkte: FLOPs des Monats FLOP3-MINI Valor Perf. 1 Monat Swiss Life MINI Short ,5% EUR/CHF MINI Long ,5% EUR/USD MINI Long ,4% FLOP3-Warrants Valor Perf. 1 Monat Gold Put Warrant ,5% Silber Put Warrant ,7% Swiss Re Put Warrant ,0% FLOP3-Zertifi kate Valor Perf. 1 Monat Griechenland FTSE/ASE 20 Index OEZ* ,7% Junior Gold BUGS Index OEZ* ,7% DJ Cyprus Titans 10 Index OEZ* ,5% 151,52 Prozent in einem Monat Die Aktie der Swiss Life Holding konnte in der Berichtsperiode vom 10. Dezember 2010 bis 10. Januar um beinahe 7 Prozent zulegen. Grund für diese Kursavancen war sicherlich der positive Zwischenbericht fürs erste Quartal, aber auch die Nachricht, dass sich bei Swiss -89,5 Prozent in einem Monat Auf der Seite der FLOPs wartete der Gold Put Warrant (Valor ) mit einer negativen Entwicklung von beinahe 90 Prozent auf allerdings ausgehend von einem relativ niedrigen Niveau. Der Goldpreis gab in der Berichtsperiode zwar ein wenig nach, was sich positiv auf den Preis des Puts Life durch die verschärften Regelungen im Umgang mit Lebensversicherungen mit separater Konto /Depotführung kaum etwas ändert. Anleger mit dem Swiss Life MINI Long (Valor ) im Depot durften sich über eine Performance von über 150 Prozent freuen. ausgewirkt hätte; da sich der Warrant jedoch sehr weit out of the money befand, reagierte dieser kaum auf diese Preisveränderung. Die gesunkene Volatilität wirkte sich zusätzlich negativ aus. Quelle: RBS; Stand: 10. Januar (alle Angaben ohne Gewähr) OEZ* Open End Zerifikat CI OEZ** CROBX Index Open End Zertifikat Investment Idee: Brasilien lockt mit hohen Zinsen Brasilianischer Real (BRL) Zins Zertifi kat (in CHF) Aktueller Zins Zertifi kate-zinssatz: 8,20% p.a. Basiswert: BRL Total Return 1-Month Currency Index Basiswertwährung: Brasilianischer Real (BRL) Handelswährung: Schweizer Franken (CHF) Laufzeit: Open End Managementgebühr: 2% p.a. Geld-/Brief-Spanne: 1% (unter normalen Marktbedingungen) Kotierung: SIX Swiss Exchange Valor: Symbol: BREAL ISIN: CH Quelle: RBS nicht abwertet. Der BRL/CHF-Wechselkurs kann ein Währungsrisiko oder eine Währungschance darstellen. Die beiden Grafiken zeigen jeweils die Entwicklung des BRL Total Return 1-Month Currency Index in Brasilianischen Real und in Schweizer Franken, der Währung des Zins Zertifi kats. Während sich der starke Real im Zeitraum von 2009 bis positiv ausgewirkt hätte, wäre die Entwicklung in den vergangenen zwölf Monaten uneinheitlicher gewesen. Die hohen Zinsen des Real bringen Pep in die Zinswüste Schweizer Depots. Anleger sollten sich jedoch der Währungsrisiken bewusst sein und eine Meinung zur Wechselkursentwicklung mitbringen. Die Zertifikate sind an der SIX Swiss Exchange kotiert und können börsentäglich ge- und verkauft werden. Die aktuellen Zinssätze können auf abgerufen werden. 7

8 News MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar Emissionshandel Europäische Union unterbricht Handel wegen Hackern EU: Verschmutzungsrechte gestohlen. Nach einem Hackerangriff hat die EU Kommission das europäische System für den Handel mit Emissionsscheinen ausgesetzt. Die Sperre werde mindestens bis zum 26. Januar dauern, teilte die EU Behörde am 19. Januar in Brüssel mit. Emissionsscheine sind ein marktwirtschaftliches Instrument zur Regulierung des Gesamtausstosses von klimaschädlichen Treibhausgasen wer die Umwelt mit höheren Emissionen belastet als erlaubt, muss erst solche Berechtigungsscheine erwerben. Eine Sprecherin teilte mit, dass Hacker in mehrere nationale Computersysteme eingedrungen seien und Verschmutzungsrechte gestohlen hätten. Es wurden fünf betroffene Staaten genannt: Österreich, Tschechien, Griechenland, Polen und Estland. Die Sprecherin sagte weiter, für die Sicherheit der Systeme seien die Mitgliedsstaaten verantwortlich. Das Emissionshandelssystem ist nicht bedroht. Schwellenländer Der Markt für Luxusgüter wächst immer schneller Teure Produkte gehören in den Schwellenländern zu den am schnellsten wachsenden Konsumgütern. Der Run auf Louis Vuitton, Burberry & Co. folgt laut Credit Suisse (CS) in den aufstrebenden Volkswirtschaften dabei überall dem gleichen Muster. Obschon die Top Marken nur sehr wenigen vorbehalten seien, sei der Glaube an wachsenden Wohlstand in den Schwellenländern gross: 38 Prozent von Menschen, welche die CS in sieben Ländern nach ihrem Konsumverhalten befragt hat, rechnen mit einer Verbesserung ihrer Finanzen in den nächsten sechs Monaten. Nur 9 Prozent befürchten, weniger Geld in der Tasche zu haben. Schon bei Haushalten mit einem monatlichen Durchschnittseinkommen von mindestens US Dollar geht der Trend laut CS in Richtung Güter des gehobenen Bedarfs. Alltagsprodukte wie typischerweise eiweissreiche Nahrung und Wasser in Flaschen seien bei jener grossen Mehrheit begehrt, die unter dieser Einkommensstufe liege. Die Credit Suisse hat ihre Umfrage in den wichtigsten vier Schwellenmärkten Brasilien, Russland, Indien und China sowie in Ägypten, Indonesien und Saudi Arabien durchgeführt. Besonders optimistisch seien die Chinesen und Brasilianer. Seminare Anleger-Seminare Wie funktionieren MINI Future Zertifi kate, und was sind eigentlich CFDs? Das Interesse an den im Sommer 2010 eingeführten Seminaren von RBS war gross. Das Team von RBS Markets Schweiz freut sich, Ihnen auch in diesem Jahr eine breite Auswahl an Seminarthemen und -terminen offerieren zu können. Es sind Seminare zu Themen wie Rohstoffe, Emerging Markets, ETFs und Index-Investments sowie zu MINI Futures, Warrants und CFDs geplant. Bitte beachten Sie, dass die Teilnehmerzahl jeweils begrenzt ist. Wir bitten Sie daher, sich bei Interesse schon bald anzumelden. Keine Anmeldungen dagegen sind für den Vortrag von Jim Rogers A view on commodities erforderlich. Jim Rogers spricht auf Einladung von RBS anlässlich der Fondsmesse. Seminar nach Ihren Wünschen Wir möchten in unseren Seminaren auch in Zukunft die Themen behandeln, die Sie interessieren. Über welches Thema wollten Sie schon immer mehr wissen? Sagen Sie uns, was Sie interessiert. Wir werden versuchen, Ihre Fragen und Vorschläge in bestehende Seminare einzubauen oder die Thematik in neuen Seminaren zu behandeln. Unter können Sie sich zu unseren Seminaren anmelden. Fragen und Themenvorschläge nehmen wir gern per an oder telefonisch unter entgegen. Die nächsten Termine im Überblick Datum Ort Uhrzeit Thema Fondsmesse, Kongresshaus Zürich Zürich, Hotel FP by Sheraton (Sihlcity)*, Kalandergasse 1 Zürich, Hotel FP by Sheraton (Sihlcity)*, Kalandergasse 1 Zürich, Hotel FP by Sheraton (Sihlcity)*, Kalandergasse 1 Zürich, Hotel FP by Sheraton (Sihlcity)*, Kalandergasse 1 Zürich, Hotel FP by Sheraton (Sihlcity)*, Kalandergasse 1 Zürich, Hotel FP by Sheraton (Sihlcity)*, Kalandergasse 1 10:30 11:15 Referat mit Jim Rogers: A view on commodities (ViE)* 18:00 19:30 CFD 3 (Workshop) 18:00 19:30 MINI Futures 1 18:00 19:30 MINI Futures 2 18:00 19:30 Warrants 18:00 19:30 CFD 1 18:00 19:30 CFD 2 Hotel FP by Sheraton (Sihlcity)* Hotel Four Points by Sheraton (Sihlcity) (ViE)* (Vortrag in Englisch) 8

9 MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar marketindex-news marketindex enge Spreads, keine Courtage marketindex ist die CFD Handelsplattform von RBS für aktive Trader, die enge Spreads suchen und dabei keine Courtagen bezahlen wollen. marketindex ist eine preiswerte, einfach zu bedienende und sichere Plattform, die sich an aktive Trader richtet und es erlaubt, direkt auf den Finanzmärkten zu handeln ganz ohne Broker. Mit umfangreichen Analysetools und Anwendungsmöglichkeiten bietet marketindex ein vollautomatisiertes Handelssystem, das professionellem Investieren sehr nahe kommt. Dabei halten sich die Kosten in Grenzen. Es gibt keine Kontoführungsgebühren, und auch Courtagen entfallen beim Handel gänzlich. Nun stellt sich die Frage, wie sich die Handelsplattform marketindex also finanziert? Wie bei Aktien oder anderen Finanzprodukten müssen auch beim Handel mit marketindex Spreads bezahlt werden. Als Spread oder Geld / Brief Spanne bezeichnet man die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem Verkaufspreis des jeweiligen Kontrakts. Da es sich um gehebelte Kontrakte handelt, fallen ausserdem Finanzierungskosten an. marketindex berechnet Finanzierungskosten für offene Handelspositionen jeweils im 24 Stunden Intervall von Uhr bis Uhr. So wird sichergestellt, dass jeweils nur Finanzierungskosten für die effektiv beanspruchte Zeit belastet werden. Wird eine Handelsposition nach Uhr am Vortag eröffnet, so wird der spätere Zeitpunkt der Berechnung zugrunde gelegt. Wird eine Handelsposition geschlossen, berechnet marketindex die Finanzierungskosten für den Zeitraum, in dem die Position geöffnet war, ausgehend von Uhr am Vortag oder der Zeit, an der die Position geöffnet wurde. Ein Beispiel zur Berechnung finden Sie in unserer marketindex Broschüre oder auf der Internetseite Mehr Informationen zu marketindex? Dieser Ausgabe von Märkte & Zertifi kate liegt erstmals eine DVD bei, die Sie bequem in die Welt von marketindex einführt und die Grundkonzepte des CFD Tradings erklärt. Falls Sie noch Was ist ein Spread? Die Differenz zwischen dem Geldkurs, zu dem Sie ein Zertifi kat verkaufen können, und dem Briefkurs, zu dem Sie das Zertifi kat kaufen können. mehr erfahren wollen und von Rüdiger Born in die Besonderheiten von CFD Trading und insbesondere der marketindex Plattform eingeführt werden möchten, bietet sich der CFD Workshop am 15. Februar um 18 Uhr in Zürich an. Dabei steht jedem Teilnehmer ein Laptop mit einem Demokonto zur Verfügung, damit die unterschiedlichen Funktionen von marketindex sowie Was ist ein CFD? die verschiedenen Handelsstrategien sofort getestet werden können. Bereits vorhandene Grundkenntnisse von marketindex oder CFD Trading sind dabei von Vorteil. Anmel dungen nehmen wir telefonisch unter oder online auf ch/seminare entgegen. Weitere Termine stehen bereits fest und können aktuell auf unserer Webseite angesehen werden. CFD steht für den englischen Begriff Contract For Difference. Im deutschen Sprachraum spricht man auch von Differenzkontrakt. Ein Differenzkontrakt ist eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien der Bank und dem Kunden über die in bar abgerechnete Differenz zwischen Kaufund Verkaufspreis eines Basiswertes (Aktienindex, Rohstoff, Währung, Obligation). Diese Differenz ist der Gewinn oder Verlust des Kunden. 9

10 Rückblick MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar OMX Baltic 10 Index investieren in drei aufstrebende Märkte Wer als Anleger in das OMX Baltic 10 Index Open End Zertifikat investiert, setzt auf die Kursentwicklung der zehn grössten Aktien aus den drei Ländern Estland, Lettland und Litauen. Von Peter Berger OMX Baltic 10 Index 250 Punkte Quelle: Bloomberg; Stand: 18. Januar (alle Angaben ohne Gewähr) OMX Baltic 10 Index OEZ* SVSP-Kategorie: Tracker Zertifikate (1300) Basiswert: OMX Baltic 10 Index Basiswertwährung: EUR Handelswährung: EUR Laufzeit: Open End Managementgebühr: keine Geld-/Briefspanne: bis zu 4% Kotierung: SIX Swiss Exchange seit 5. Januar 2007 Valor: Symbol: OMXBA ISIN: CH Quelle: Royal Bank of Scotland OEZ* Open End Zertifikat Zusammensetzung des OMX Baltic 10 Unternehmen Land Gewicht im Index Apranga PVA Litauen 7,89% AS Nordecon International Estland 3,62% AS Tallinna Vesi Estland 9,66% Linas Agro Group AB Litauen 5,01% Olympic E. Group AS* Estland 15,87% Panevezio S. Trestas** Litauen 3,28% AS Tallink Group Estland 15,43% Tallinna Kaubamaja AS Estland 15,38% Teo LT AB Litauen 14,08% Ukio Bankas Litauen 9,79% Quelle: Royal Bank of Scotland; Stand: 18. Januar E. Group AS* Entertainment Group AS S. Trestas** Statybos Trestas Das OMX Baltic 10 Index Zertifikat kommt immer besser in Fahrt. Seit der Auflegung des Open End Zertifikats (am 5. Januar 2007) hat das Papier zwar ca. 53 Prozent an Wert verloren. Doch in den vergangenen zwölf Monaten betrug die Performance 31,2 Prozent (Stand: 21. Januar ). Der OMX Baltic 10 bildet die Kursentwicklung von zehn Aktien aus den baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen ab. Die zehn Titel (AS Tallinna Vesi-A, Wasseraufbereitung; Olympic Entertainment Group, Kasinobetreiber; Tallink Group, Schiffsflottenbetreiber; Tallinna Kaubamaja AS, Detailhandel; AS Nordecon, Bausektor; Panevezio Statybos Trestas, Bausektor; Teo LT, Telekom; Linas Agro Group, Agrarhandel; Apranga PVA, Grosshandel und Ukio Bankas, Finanzdienstleistungen) verfügen über eine Marktkapitalisierung von insgesamt rund 720 Millionen Schweizer Franken. Fakten zu den drei baltischen Staaten: Estland verfolgt eine liberale Wirtschaftspolitik. Zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen gehören Finanzdienstleistungen, Transport/Logistik, Telekommunikation, Tourismus, Handel sowie die Immobilien- und Baubranche. Die Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei spielen hingegen nur eine untergeordnete Rolle. Nach zweistelligen Zuwachsraten des Bruttoinlandprodukts (2005: 10,2 Prozent; 2006: 11,2 Prozent) hat seit 2007 eine Phase der wirtschaftlichen Anpassung eingesetzt, deren Folgen seit 2008 voll zum Tragen kommen. Im Jahr 2009 ging das Wirtschaftswachstum um 14,4 Prozent zurück hat eine leichte wirtschaftliche Erholung eingesetzt, für rechnet man wieder mit einem Wachstum von 3,3 Prozent. Für 2010 wird im Jahresdurchschnitt mit einer Arbeitslosenquote von 17,5 Prozent gerechnet. Seit dem 1. Januar ist der Euro die offizielle Währung in Estland. Im Dezember 2008 hatte Lettland von der internationalen Gebergemeinschaft ein Kreditpaket in Höhe von insgesamt knapp 10 Milliarden Schweizer Franken erhalten. Im Gegenzug leitete Lettland einen harten Spar- und Reformkurs zur Haushaltskonsolidierung ein, mit dem Ziel, das Haushaltsdefizit bis 2012 auf unter 3,0 Prozent zu reduzieren und die Maastricht-Kriterien zu erreichen. Die gegenüber den Kreditgebern eingegangenen Verpflichtungen sehen für eine Beschränkung des Haushaltsdefizits auf 6 Prozent bei weiteren Sparmassnahmen vor. Für 2010 wird eine Deflation von 1,6 Prozent erwartet. Laut der lettischen Beschäftigungsagentur lag die Arbeitslosenquote Ende August 2010 bei 15,0 Prozent. Der Beitritt zum Euro-Raum wird für das Jahr 2014 angestrebt. Für das Jahr wird für Litauen wieder ein Wirtschaftswachstum von 1,0 Prozent erwartet bei einem Haushaltsdefizit von knapp 5 Prozent. Während das Wachstum im Gesamtjahr 2008 noch bei 2,8 Prozent lag (2007: 8,8 Prozent), ging es 2009 um 15 Prozent zurück. Die Arbeitslosenrate ist als Folge der Krise sehr hoch und betrug Ende Juli ,3 Prozent. Nachdem die durchschnittliche Inflationsrate im Jahre 2008 noch bei 11,9 Prozent lag, sank sie im Jahr 2009 auf 4,2 Prozent dürfte sie 1,0 Prozent betragen haben, für werden rund 3,0 Prozent erwartet. 10

11 MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar RICI-News Jim Rogers die Rohstofflegende gastiert in Zürich Der US-Investor Jim Rogers beehrt ein weiteres Mal die Fondsmesse in Zürich. Dabei wird interessant zu hören sein, wie er die aktuellen politischen und wirtschaftlichen Ereignisse einordnet. Von Michael Eyer Am Donnerstag, den 3. Februar hält Jim Rogers als Gastreferent von RBS Markets Schweiz einen Vortrag (in englischer Sprache) zum Thema A view on commodities. Die Veranstaltung findet anlässlich der Fondsmesse im Zürcher Kongresshaus statt und startet um Uhr im Kammermusiksaal. Die RICI-Produkte (Rogers International Commodity Index) sind von Jim Rogers der Royal Bank of Scotland aufgelegt worden, um Privatinvestoren den Zugang zu den Rohstoffmärkten zu erleichtern. Für die RI CI-Produktefamilie war das vergang ene Jahr durchwegs positiv. Neben den Edelmetallen verzeichneten auch zahlreiche Agrarprodukte Kursavancen. Der Start ins neue Jahr ist bisher mehr als verhalten ausgefallen. Dies zeigt sich auch darin, dass in den ersten zehn Tagen des neuen Jahres alle RICI-Produkte im Minus schlossen. Der missglückte Start sollte jedoch nicht überbewertet werden, denn ein Blick auf die Monatsbetrachtung zeigt, dass sich die gesamte RICI-Familie positiv entwickelt hat. Weiterhin auf einem Höhenflug befinden sich beinahe alle Agrarprodukte. So stehen in der Monatsbetrachtung nicht weniger als sechs Agriculture-Produkte an der Die RICI-Produkte im Überblick Spitze der Tabelle. Nach den Kursavancen im vergangenen Jahr beruhigte sich der Preis von Weizen zwischenzeitlich. Die anhaltenden Regenfälle in Australien setzen der Landwirtschaft in Down Under jedoch weiter zu und könnten die Weizenpreise bald schon wieder in die Höhe treiben. Auch Kohle ist von den Folgen der Überschwemmungen in Australien betroffen. Analysten gehen davon aus, dass sich diese Entwicklung bald in den Preisen bemerkbar machen Produktname Valor Währung Laufzeit Perf. 1 Monat wird. Dadurch bestünde die Möglichkeit, dass Kohle zunehmend durch andere Energieträger substituiert wird, wovon die RICI Energie-Indizes, welche im vergangenen Jahr eher das Nachsehen hatten, profitieren könnten. Perf. Perf. 12 Monate RICI Agriculture Index QOEZ* Quanto CHF Open End 6,4% -2,8% 38,9% RICI Agriculture Index QOEZ* Quanto EUR Open End 5,9% -2,8% 35,4% RICI Enhanced Agriculture Index QOEZ* Quanto CHF Open End 6,2% -1,9% 30,7% Market Access RICI-Agriculture Index ETF USD Open End 5,0% -2,1% 30,0% RICI Enhanced Agriculture Index OEZ** USD Open End 5,7% -1,7% 29,7% RICI Enhanced Agriculture Index QOEZ* Quanto EUR Open End 5,9% -1,8% 29,6% RICI Agriculture Index OEZ** USD Open End 4,9% -2,5% 29,2% RICI Metals Index QOEZ* Quanto CHF Open End 5,0% -2,5% 17,9% RICI Metals Index QOEZ* Quanto EUR Open End 4,7% -2,4% 16,9% Market Access RICI-Metals Index ETF USD Open End 4,2% -1,9% 16,8% RICI Metals Index OEZ** USD Open End 4,1% -2,0% 16,2% RICI Enhanced Metal Index OEZ** USD Open End 3,0% -2,7% 15,7% RICI Enhanced Metal Index QOEZ* Quanto CHF Open End 3,1% -2,9% 14,9% RICI Enhanced Metal Index QOEZ* Quanto EUR Open End 3,1% -2,9% 14,6% RICI Enhanced Index OEZ** USD Open End 3,9% -1,9% 12,1% RICI Enhanced Agriculture Index CPN USD ,7% -1,0% 11,8% Market Access RICI Index ETF USD Open End 2,9% -2,4% 11,7% RICI Index QOEZ* Quanto EUR Open End 3,3% -3,1% 11,7% RICI Enhanced Index QOEZ* Quanto CHF Open End 4,2% -2,1% 11,5% RICI Enhanced Index QOEZ* Quanto EUR Open End 4,1% -2,1% 11,2% RICI Index OEZ** USD Open End 2,7% -2,5% 11,1% RICI Enhanced Agriculture Index Quanto CPN Quanto EUR ,1% -1,0% 11,0% RICI Index QOEZ* Quanto CHF Open End 3,7% -3,7% 10,3% RICI Enhanced Index CPN USD ,5% -0,6% 3,5% RICI Enhanced Index Quanto CPN Quanto EUR ,6% -0,7% 2,1% RICI Energy Index OEZ** USD Open End 0,7% -2,8% -4,7% RICI Enhanced Energy Index OEZ** USD Open End 1,9% -2,3% -6,4% RICI Enhanced Energy Index QOEZ* Quanto CHF Open End 2,4% -2,4% -8,6% RICI Enhanced Energy Index QOEZ* Quanto EUR Open End 2,0% -2,6% -8,7% RICI Energy Index QOEZ* Quanto EUR Open End 0,9% -4,3% -9,4% RICI Energy Index QOEZ* Quanto CHF Open End 0,8% -4,9% -10,5% Quelle: RBS; Stand: 10. Januar (alle Angaben ohne Gewähr) QOEZ* Quanto Open End Zertifikat; OEZ** Open End Zertifikat 11

12 News Aktienmonitor Interview MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar Der Erdölpreis wird kontinuierlich steigen Torsten Dennin erklärt, warum er bis Ende dieses Jahres einen Ölpreis von 120 US Dollar erwartet und weshalb er für Kupfer weiterhin positiv bleibt. Interview: Peter Berger Torsten Dennin: Ich denke, das aktuelle Preisniveau ist für die OPEC noch kein grosser Grund, die Produktion zu erhöhen. 12

13 MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar Interview News Märkte & Zertifikate: Sie beschäftigen sich seit Jahren mit Rohstoffen und mit Blasenbildungen in den Rohstoffmärkten. Würden Sie sagen, dass wir in einzelnen Rohstoffen eine Blasenbildung sehen? Torsten Dennin: Die Frage ist, ob es eine Blasenbildung oder eine extreme Preisentwicklung ist. Aktuell sehen wir beim Thema Kohle eine starke Preisentwicklung, ausgelöst durch die Überschwemmungen in Australien. Da gehen die Preise momentan durch die Decke, und da sehen wir ein ziemliches Überschiessen. Hier folgt der Markt seiner eigenen Systematik. Das wird aber auch wieder verschwinden. Wie schnell wird sich dieser Markt wieder normalisieren, und wovon hängt dies ab? Hier ist wirklich die Frage, wie schnell die Minen wieder eröffnet werden und die Produktion wieder anläuft. Allerdings benötigt es auch eine funktionierende Infrastruktur wie Strassen und Eisenbahnstrecken. Auch diese Dinge haben während der Überflutungen natürlich stark gelitten. Das ist eine Frage von zwei bis drei Monaten, bis diese Infrastruktur wieder instand gestellt ist. Wer als Abnehmer von Kohle nicht so lange warten kann, der muss natürlich diese gegenwärtig horrenden Preise bezahlen. Was würden Sie Privatanlegern beim Thema Kohle jetzt raten? Ins Thema Kohle kann man ja nicht direkt investieren. Bei den Themen Eisenerz und Stahl kann man in die betreffenden Ak tien investieren. Bei den Unternehmen mit einem hohen Kohleanteil werden die Einnahmen sofern sie keine grossen Minen in Queensland haben deutlich steigen. Wobei man hier auch unterscheiden muss, zwischen metallurgischer Kohle, sprich für den Stahlbereich, und Kohle für die Kraftwerke. Kohlewerte sind in diesem Umfeld attraktiv. Stahlhersteller sind generell weniger attraktiv. Insbesondere solche, die nicht integriert sind, also über keine eigenen Kohleminen verfügen, sondern ihre Kohle über den Weltmarkt einkaufen müssen. Jetzt haben wir von Kohle gesprochen. Sehen Sie auch bei anderen Rohstoffen, dass sie zu teuer sind? Das kann man so pauschal nicht beantworten. Viele Agrargüter zum Beispiel haben sich aufgrund der schlechten Wetterund Erntesituation deutlich verteuert. Auf der Energieseite sehen wir endlich einen Aufwärtstrend beim Erdölpreis. Im Gegensatz zu vielen Agrarpreisen beurteilen wir dies als längerfristigen Trend. Wir denken, dass diese Bewegung unter gewissen Schwankungen weiter geht. Wir gehen davon aus, dass der Erdölpreis in recht deutlich über die 100 US Dollar notieren wird. Weshalb erwarten Sie, dass der Erdölpreis weiter steigt? Weil die Nachfrage nach Energieträgern und auch nach Erdöl in den vergangenen Monaten sehr robust war. So verzeichnete die chinesische Ölnachfrage im Dezember 2010 ein Rekordniveau. Dazu kommt, dass wir zuletzt die Lagerbestände, die sich aufgebaut hatten, wieder abgebaut haben. Das bedeutet, dass die frei verfügbaren Kapazitäten zusammenlaufen, also der Puffer zwischen Angebot und Nachfrage kleiner wird. Auch das treibt den Preis für Erdöl an. Erwarten Sie, dass die OPEC-Staaten bei einem Ölpreis von 100 US-Dollar ihren Output erhöhen werden? Ich denke das aktuelle Preisniveau ist für die OPEC noch kein grosser Grund die Produktion zu erhöhen. Dies kann sich bei Buchtipp Lukrative Rohstoffmärkte Torsten Dennin Ölpreisen von deutlich über 100 US Dollar jedoch ändern. Ein Grossteil der freien Reserven entfällt auf Saudi Arabien; In teressant wird sein das Wording der OPEC in Bezug auf die weltweite Angebots und Nachfragesituation beim nächsten Treffen zu verfolgen. Das heisst, Sie erwarten nicht, dass die OPEC ihre Produktion erhöhen wird? Ich gehe davon aus, dass man die Produktion nochmals ausweitet, allerdings nicht sehr stark. In den USA sehen wir zudem dass aufgrund der hohen Förderung aus unkonventionellen Quellen, zum Beispiel aus Schiefergasen, einen weiteren Anstieg der Liquids (Anm. d. Redaktion: Buthangas, Ethangas), welcher von der Statistik mit in den Erdölbereich eingerechnet wird. Ähnliches gilt für die Ölsande. Erwarten Sie einen Substitutionseffekt, also dass die Konsumenten von Erdöl auf andere Energieträger umsteigen, wenn der Ölpreis steigt? Wir sehen eher die Gefahr einer Nachfrage Zerstörung ( demand destruction ) falls die Preise zu schnell zu stark ansteigen. Also dass beispielsweise in den USA Benzinpreise von über 5 US-Dollar den Wirtschaftsprozess negativ beeinflussen. Dies, weil das Geld fehlt und dass wir dann eine negative Feedback Schleife erhalten. Das war ja 2008 ähnlich, als wir die letzte Preisexplosion bei Erdöl gesehen haben. Da hatten wir ebenfalls eine ähnliche Situation hinsichtlich der freien Kapazitäten. In seinem Buch Lukrative Rohstoffmärkte beschreibt Torsten Dennin die verschiedenen grossen Spekulationsblasen in den Rohstoffmärkten seit Vom niederländischen Tulpenwahn im 17. Jahrhundert über die Ölkrise Anfang der 70er- Jahre und den Crash der härtesten Währung (Diamanten) der Welt 1979 bis hin zum Untergang von Amaranth beschreibt der Autor spannend und nachvollziehbar rund 30 Rohstoff-Blasen und die Schicksale, die sich rund um die jeweiligen Spekulationsblasen ereignet haben. Preis: CHF Verlag: FinanzBuch Verlag, München Umfang: 187 Seiten ISBN: 13:

14 DIE WELT IM WANDEL Sichern Sie Ihre finanzielle Zukunft Eine der erstaunlichsten Entwicklungen der Finanzmärkte ist die rapide Entfaltung sozialer, ökologischer und ethischer Investments zu einem breiten Trend bei Anlegern. Mittlerweile ist das Thema Responsible Investing bei institutionellen Investoren und bei Privatanlegern in aller Munde. Dieses Buch widmet sich den finanziellen Fragestellungen in Bezug auf Responsible Investing und ist damit für alle Kapitalanleger interessant, die mit dem Gedanken spielen, ihr Anlageportfolio «nachhaltig» zu stärken. Jetzt bestellen Die Schuldenkrise von Griechenland bis Irland, der marode Euro und die Vergreisung Deutschlands die Bürger spüren, dass der feste Boden des Wohlstands wankt. Unsere Systeme stehen vor dem Zusammenbruch politisch, wirtschaftlich und sozial. Gebraucht wird jetzt ein starker Staat. Doch dieser könnte schon in Kürze kaum mehr handlungsfähig sein. Kurzum: Die Wahrscheinlichkeit eines totalen Systemausfalls ist hoch und die möglichen Folgen brandgefährlich. Es bleibt wenig Zeit gegenzusteuern. Das Vertrauen der Bürger in die Institutionen von Staat und Markt schwindet. Mit Mut und Sachverstand zeigt Klaus Schweinsberg sehr konkret, wie prekär diese Entwicklung für Deutschland und Europa werden könnte. Prof. Dr. Renate Köcher Institut für Demoskopie Allensbach Die Welt steht am Beginn eines epochalen Wandels. Mit dem Erreichen des Höhepunkts der weltweiten Ölproduktion ist der Übergang zu einer Gesellschaft geschaffen worden, die immer weniger Erdöl, Gas und Kohle zur Verfügung haben wird. Toyota Motor Europe (TME) und die Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH (LBST) haben die Auswirkungen des Rückgangs der Erdölförderung mit besonderem Blick auf die Automobilbranche untersucht und geben einen Ausblick auf die Strukturen der zukünftigen Energieversorgung Prof. Dr. Rudi Zagst Theresa Krimm Dr. Steffen Hörter Barbara Menzinger Responsible Investing Verantwortlich investieren 368 Seiten sfr. 37,90 ISBN Prof. Dr. Klaus Schweinsberg Sind wir noch zu retten? Warum Staat, Markt und Gesellschaft auf einen Systemkollaps zusteuern 240 Seiten sfr. 30,50 ISBN Martin Zerta Dr. Werner Zittel Jörg Schindler Hiromichi Yanagihara Aufbruch Unser Energiesystem im Wandel Der veränderte Rahmen für die kommenden Jahrzehnte 368 Seiten sfr. 49,90 ISBN FinanzBuch Verlag FinanzBuch Verlag Nymphenburger Str. 86 D München Telefon Fax nanzbuchverlag.ch

15 MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar Aktienmonitor Interview Diese waren damals auch sehr stark zusammen gelaufen, sodass die Preise dann derart stark gestiegen sind. Als der Ölpreis 2008 deutlich über die 100-US-Dollar-Marke gestiegen ist, ist er nach dem Erreichen seines Allzeithöchst bei 143 US-Dollar bis auf 55 US- Dollar eingebrochen. Erwarten Sie bei einem nächsten Ausbruch des Ölpreises über die 100-US-Dollar-Marke den gleichen Effekt? Aktuell gehen wir eher davon aus, dass wir nicht überschiessen, sondern eher moderat weiter steigen werden. Der Ölmarkt hat natürlich Schwankungen von bis zu 30 Prozent. Das heisst, wir werden auch wieder einmal Einbrüche sehen, vor allem dann, wenn wir negative Wirtschaftsdaten sehen. Wir erwarten allerdings eher, dass wir beim Ölpreis eine konstante Entwicklung nach oben sehen werden. Haben Sie ein Preisziel für den Ölpreis bis Ende dieses Jahres? Wir sehen den Endpreis bei 120 US-Dollar je Barrel. Möglicherweise wird der Preis im ersten Semester noch deutlich unter diesem Preislevel sein, aber aufgrund der Kapazitäten sollte der Barrelpreis bis Ende des Jahres in die Richtung von 120 US-Dollar steigen. Erdöl hat sich zuletzt verteuert, Erdgas nicht, im Gegenteil. Was sind Ihrer Ansicht nach die Gründe dafür? Der Erdgaspreis hat im 2010 rund 30 Prozent an Wert eingebüsst. Und es sieht auch für die kommenden ein bis zwei Jahre ebenfalls nicht sehr gut aus. Investoren, die in einen breiten Energie-Index investieren sollten dies unbedingt berücksichtigen. Solche Anleger haben im 2010 als Konsequenz trotz steigender Ölpreise eine Null-Performance erzielt. Erdgas leidet in den USA unter der Produktion von unkonventionellen Energieträgern, wie Schiefergasen. Der Hintergrund ist, dass viele Unternehmen in den USA grosse Flächen gekauft haben um zu investieren. Da die Flächen, wenn die Gesellschaften nicht investieren, an den Staat zurückfallen, mussten sie investieren. Das heisst, sie haben die Schiefergase zum Teil zu Preisen gefördert die die Kosten nicht gedeckt haben, sprich nicht ökonomisch waren. Das hat sich dann entsprechend negativ auf die Erdgaspreise ausgewirkt. Diese Entwicklung sehen wir noch immer als Deckel auf den Erdgaspreisen. Als Anleger sollte man hier vorsichtig sein bei Unternehmen, die einen grösseren Teil ihrer Einnahmen im Erdgasbereich erzielen. Bei Kupfer haben wir im Januar ein neues Allzeithoch gesehen? Ist dieser Preis für Sie gerechtfertigt, oder sehen wir hier bald einen Preiseinbruch? Kupfer ist heute sicherlich eines der spannendsten Industriemetalle. Der Schwerpunkt der Nachfrage nach Kupfer kommt aus China, und dort aus dem Infrastrukturbereich. Wir haben in diesem Bereich ein konstant hohes Wachstum gesehen, während sich die Angebotssituation leicht rückgängig entwickelt hat, verbunden mit einem leichten Abschmelzen der Lagerbestände. Die Performance von Kupfer basiert also auf sehr starken Fundamentaldaten. Momentan haben wir die Situa tion, dass auch im Basismetallbereich neue ETFs in den Markt kommen. Diese müssen ihre Werte physisch auf dem Markt kaufen und so hinterlegen. Bei Kupfer haben wir derzeit eine sehr angespannte Marktsituation mit einem kleinen Angebot und geringen Lagerbeständen. Somit haben wir im Kupfermarkt eine künstliche Verknappung. Hier haben wir die Sorge, dass wir hier massive Preissteigerungen sehen, die sich dann negativ auf die Industrie auswirken. Was ist Ihr Lieblingsmetall im Moment? Wir haben uns zuletzt sehr intensiv mit Platin beschäftigt und sind von den positiven Fundamentalfaktoren überzeugt. Bei Platin und Palladium hat man im Gegensatz zu Gold eine sehr starke industrielle Nachfrage-Komponente und gleichzeitig zunehmende Probleme auf der Angebotsseite. Erachten Sie die Welle von Elektroautos als Bedrohung für diese beiden Metalle? Im Gegenteil. Wir gehen von sehr niedri gen Produktionszahlen bei reinen Elektroautos aus. Doch auch bei Hybridfahrzeugen braucht man einen gewissen Anteil an Platin und Palladium. Kurz- bis mittelfristig sollten jedoch die steigenden Fahrzeugzulassungen und der somit steigende Bedarf an Katalysatoren dominieren. Inwiefern lassen Sie die Währungen US-Dollar und/oder Euro in Ihre Entscheidungen einfliessen? Grundsätzlich ist eine Absicherung für einen europäischen Anleger eine gute Sache, weil man so eine zusätzliche Risikokomponente eliminiert. Die meisten Rohstoffe werden in US-Dollar gehandelt. Und ein schwacher Dollar wirkt sich tendenziell positiv auf die Nachfrage nach Rohstoffen aus. Als Anleger habe ich das Pro blem, dass ein schwacher US-Dollar zwar positiv ist für die Rohstoffe, aber schlecht für mich. Zur Person Dr. Torsten Dennin ist Volkswirtschafter und hat seine Dissertation an der Schumpeter School of Business and Economics zum Thema Rohstoffe geschrieben. Von 2003 bis 2010 war er bei der Deutschen Bank AG in Frankfurt am Main als Portfoliomanager tätig und analysierte die internationalen Rohstoffmärkte sowie den Aktienbereich des Basic-Resources-Sektors. Hierbei war er unter anderem für die Anlageentscheidungen von zwei Rohstofffonds zuständig. Mitte 2010 stiess er zur Altira Group und baute dort den Rohstoffbereich auf. Dies schliesst neben dem Co-Management des Fonds auch den Aufbau eines physischen Rohstofffonds mit ein. 15

16 Rohstoffe Index Titelstory MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar Ab 2020 dürften Energieträger wie Kohle, Erdgasverflüssigung und Ölschiefer an Bedeutung gewinnen. 16

17 MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar Rohstoffe Titelstory Index Erdöl die 100-US-Dollar- Marke nur als Zwischenstation? Die stark wachsende Volkswirtschaft in China sowie eine mögliche Erholung der US-Wirtschaft könnten die Nachfrage nach dem schwarzen Gold in den kommenden Jahren deutlich erhöhen. Von Peter Berger Das neue Preisziel der OPEC für ein Barrel Erdöl steht seit Dezember 2010 bei 100 US-Dollar. Der Preis für Erdöl ist in den vergangenen Monaten wieder deutlich gestiegen: von seinem Zweijahrestief am 18. Februar 2009 bei 55 US-Dollar je Barrel (159 Liter) auf zuletzt US-Dollar je Barrel (Stand: 23. Januar ). Das entspricht einem Plus von rund 62 Prozent. Den Höchststand hatte der Preis für das Fass Erdöl am 14. Juli 2008 erreicht. Damals wurde ein Barrel Erdöl (Sorte: Brent) für US-Dollar gehandelt. Der neuerliche Anstieg ist ein Zeichen dafür, dass sich die Weltwirtschaft allmählich von der tiefsten Krise der vergangenen Jahrzehnte zu erholen scheint. Das Spezielle am jüngsten Preisanstieg ist, dass er nicht mit einer steilen Kursfahne, sondern sukzessive über mehrere Monate erfolgte. Damit könnte die Aufwärtsbewegung noch einige Zeit weitergehen, und der Ölpreis könnte das OPEC-Ziel bereits mittelfristig deutlich übertreffen. Märkte & Zertifikate trägt im Folgenden verschiedene Argumente zusammen, die bei der kommenden Preisfestsetzung für Erdöl eine Rolle spielen könnten. Für einen mittelfristigen Anstieg über 100 US-Dollar könnte sprechen, dass sich der Primärenergieverbrauch laut dem World Energy Outlook 2010 der International Energy Agency (IEA) zwischen 2008 und 2035 um 36 Prozent erhöht. Das entspricht einem durchschnittlichen jährlichen Plus von 1,2 Prozent verglichen mit einem durchschnittlichen Jahreswachstum von 2,0 Prozent in den vergangenen 27 Jahren. Unkonventionelles, sprich teureres Erdöl wird bis 2035 eine immer wichtigere Rolle bei der Energieversorgung der Welt. Der Energiemix dürfte in 25 Jahren von kanadischen Ölsanden sowie venezolanischem, extraschwerem Erdöl dominiert werden. Ab 2020 dürften jedoch Energieträger wie Kohle, Erdgasverflüssigung und Ölschiefer an Bedeutung gewinnen. Eine Ölpreis-Hausse ist aus volkswirtschaftlicher Sicht immer ein zweischneidiges Schwert: Einerseits ist sie ein Indikator dafür, dass die Konjunktur wieder anzieht, andererseits bedeuten höhere Energiepreise, dass diverse Branche deutlich höhere Kosten ausweisen. Steigen die Energiepreise zu schnell, kann die Konjunkturentwicklung zum Erliegen kommen. Besonders betroffen sind unter anderem Pharma- und Fluggesellschaften: Traditionell entfallen bei Letzteren zwischen einem Viertel und einem Drittel aller Ausgaben auf Kerosin. Entsprechend versuchen die Ölproduzenten, die Energiepreisentwicklung dahingehend zu beeinflussen, dass die Preise nur moderat ansteigen. Trotz der gestiegenen Erdölpreise seit Februar 2009 hat die Organi Open End Zertifikate Produktname Valor Währung Verfall Perf. AMEX Oil Open End Zertifikat USD Open End -0,8% Philadelphia Stock Exchange Oil Service Open End Zertifikat USD Open End -0,2% RBS Oil & Gas Equipment & Services Total Return Index Open End Zertifikat USD Open End -2,8% S&P Supercomposite Oil & Gas Drilling Index Open End Zertifikat USD Open End -0,9% S&P Supercomposite Oil & Gas Refining & Marketing Index Open End Zertifikat USD Open End 0,0% Brent Crude Oil Open End Zertifikat USD Open End -1,4% RICI Enhanced Brent Crude Oil Index Open End Zertifikat (CHF) CHF Open End 2,0% RICI Enhanced Brent Crude Oil Index Open End Zertifikat (USD) USD Open End -1,5% RICI Enhanced WTI Crude Oil Index Open End Zertifikat (CHF) CHF Open End 1,2% RICI Enhanced WTI Crude Oil Index Open End Zertifikat (USD) USD Open End -2,3% WTI Crude Oil Open End Zertifikat USD Open End -3,7% Quanto Zertifikate Produktname Valor Währung Verfall Perf. Philadelphia Stock Exchange Oil Service Index Quanto Open End Zertifikat CHF Open End -0,3% Quelle: The Royal Bank of Scotland; Stand: 11. Januar (alle Angaben ohne Gewähr) Weitere Produkte auf Öl finden Sie in den Kurslisten. 17

18 Rohstoffe Index Titelstory MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar sation der Erdöl exportierenden Länder (OPEC) auf ihrem jüngsten Treffen in Quito (Ecuador) im Dezember unter der Führung der Vereinigten Arabischen Emirate und des Iran entschieden, dass sie ihre Fördermenge nicht erhöht. Allerdings hat der zweitgrösste Ölförderer, Saudi-Arabien, angedeutet, seinen Ausstoss erhöhen zu wollen, sollte der Erdölpreis weiter ansteigen. Die OPEC ist gegenwärtig für 30 Prozent des weltweit geförderten Erdöls verantwortlich. Der Ausstoss der OPEC-Staaten belief sich im Dezember auf rund 29,6 Millionen Barrel pro Tag. Das bedeutet das höchste Niveau seit Dezember Der Output liegt allerdings noch immer deutlich unter seinem Rekordwert von 32 Millionen Barrel/Tag im Juli Innerhalb von 20 Jahren soll die Erdölförderung zum Beispiel im Irak um mehr als das Doppelte von 2,5 Millionen Barrel täglich auf 5,5 Millionen Barrel und in Saudi-Arabien auf 13 Millionen Barrel täglich zunehmen. Die Was wird aus einem Barrel Öl? Die häufigsten Erzeugnisse aus dem Rohstoff Erdöl sind Treibstoffe aller Art. Andere Produkte sind Reifen, Abwaschmittel, Deodorants, Brillengläser, Tinte, Kaugummis, Farbstifte, Ammoniak oder Herzklappen. Aus einem Barrel Öl entstehen durch den Raffinierungsprozess folgende Produkte (in Prozent eines Barrels): 47 % Benzin 23 % Heizöl und Diesel 18 % Petrochemie (Chemikalien, synthetisches Gummi, Plastik etc.) 10 % Kerosin 4 % Propangas 3 % Asphalt Das Total ist deshalb grösser als 100 Prozent, da beim Raffinierungsprozess rund 5 Prozent (Entstehung von Gasen beim Cracken von Erdöl etc.) an Material dazugewonnen werden. Quelle: Energy Information Administration, USA Lieferungen aus Ländern, die nicht zur OPEC gehören, dürften laut der IEA ebenfalls wachsen, aber in einem geringeren Tempo. Das Gesamtwachstum in den kommenden 20 Jahren soll bei 4 Millionen Barrel täglich liegen. Die Erdölförderung aus traditionellen Quellen soll sich allerdings um 3 Millionen Barrel täglich verringern. Nach Meinung der IEA werden Russland und Saudi-Arabien ihren Anteil von je 12 Prozent am Welterdölmarkt beibehalten. Steigende Nachfrage: In China wird laut dem BP s Energy Outlook 2030 der Erdölverbrauch bis 2030 im Vergleich zum Stand von 2010 um 8 Millionen Barrel auf 17,5 Millionen Barrel täglich wachsen. China wird laut dieser Studie von British Petroleum die USA vom ersten Platz beim Erdölverbrauch in der Welt verdrängen. Die OPEC-Länder, in denen die Förderung um 13 Millionen Barrel täglich zunehmen wird, werden helfen, die Nachfrage zu decken, so der BP-Bericht. Bedingt durch das rasante Wirtschaftswachstum und den damit einhergehenden Wohlstandsanstieg innerhalb der chinesischen Bevölkerung steht insbesondere die Volksrepublik China vor der Herausforderung, den steigenden Energiebedarf mit in- und ausländischen Ressourcen zu decken. Seit 1993 kann China seinen Erdölbedarf nicht mehr durch inländische Quellen decken und ist deshalb auf den Bezug von Erdöl aus dem Ausland angewiesen. Die Verfügbarkeit von Erdöl als Energieträger und Rohstoff bestimmt das weitere Wachstum der chinesischen Volkswirtschaft entscheidend. Als Investor kann man direkt in den Rohstoff Erdöl investieren, um an dessen Preisentwicklung teilzunehmen. Zertifikate und Warrants ermöglichen es grundsätzlich, in jede Marktrichtung positioniert zu sein. In diesem Zusammenhang ist es wichtig festzuhalten, dass sich die Zertifikate bzw. Optionsscheine immer auf den Terminkurs (Futures-Kontrakt) der Rohölmarke Brent oder WTI beziehen. Auf die Terminkontrakte muss ausgewichen werden, weil Kassageschäfte für den Emittenten den Handel des physischen Öls notwendig machen würden. Für den Anleger ist es dabei wichtig zu wissen, dass sich die Terminkontrakte mit dem nächstgelegenen Verfallsdatum weitestgehend im Einklang zum Kassamarkt bewegen. Die Genauigkeit dieses Gleichlaufs nimmt jedoch ab, je länger die Restlaufzeit des Terminkontrakts ist. Alternativ kann der Anleger in die Rohölindustrie investieren, um von der Kursentwicklung dieser Unternehmen zu profitieren. Es ist wichtig zu unterscheiden, dass eine Investition in den Rohstoffpreis grundsätzlich unterschiedlichen Rahmenbedingungen unterliegt als eine Investition in die Unternehmen, obwohl beide Möglichkeiten Gemeinsamkeiten aufweisen. Als Grundregel gilt, dass bei einem Investment in den Rohstoff der aktuelle Rohölpreis entscheidend ist, während für die Rohölindustrie die Einschätzung über den langfristigen Durchschnittspreis des Rohstoffs den Ausschlag gibt. Wichtig ist dabei: Die Zertifikate auf Rohstoffe beziehen sich auf die jeweiligen Terminkontrakte der Rohstoffe. Ein Anleger partizipiert damit an Preisveränderungen der Rohstoffe. Diese Terminkontrakte oder Futures stellen als Basiswerte eine Verpflichtung zur Lieferung dar. Um jedoch eine solche physische Andienung zu vermeiden, wird die Position vor Fälligkeit des jeweiligen Kontrakts verkauft und der Geldbetrag in einen nachfolgenden möglichst liquiden Terminkontrakt investiert (in der Fachsprache: gerollt). Das Zertifikat bezieht sich daher nach dem Rollen auf einen Terminkontrakt mit späterer Fälligkeit und späterem Andienungszeitpunkt für die Rohstoffe. Um die Preisdifferenzen zwischen den Kontrakten auszugleichen, kann sich bei Open End Zertifikaten auf Rohstoffe die Partizipationsrate am jeweiligen Terminkontrakt ändern. 18

19 MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar Rohstoffe Titelstory Index Weltweiter Erdölverbrauch 2008 Rang Land Verbrauch* 1 USA China Japan Indien Russland Deutschland Brasilien Saudi Arabien Kanada Südkorea Mexiko Frankreich Iran Grossbritannien Italien Quelle: EIA Verbrauch* Verbrauch in 1000 Barrel/Tag Weltweite Erdölproduktion 2008 Rang Land Produktion* 1 Saudi Arabien Russland USA Iran China Kanada Mexiko UAE Kuwait Venezuela Norwegen Brasilien Iraq Algerien Nigeria Die Erdölförderung aus traditionellen Quellen soll sich in den kommenden 20 Jahren um 3 Millionen Barrel täglich verringern. Quelle: EIA Produktion* Produktion in 1000 Barrel/Tag Investieren in Erdöl Wer als Anleger beispielsweise ohne Laufzeitbegrenzung an der Preisentwicklung des Nordseeöls Brent Crude Oil partizipieren will, könnte ins Brent Crude Oil Open End Zertifi kat investieren. Der Basiswert des Zertifikats ist der jeweils aktuelle Futures Kontrakt auf Brent Crude Oil, der die Wertentwicklung von 1000 Fässern Nordseeöl abbildet und an der Intercontinental Exchange in London gehandelt wird. Die unbegrenzte Laufzeit wird durch die sogenannte Roll over Strategie erreicht. Bei Fälligkeit des aktuellen Futures Kontrakts bezieht sich das Open End Zertifi kat auf den jeweils nächsten Kontrakt, der am liquidesten ist. Am Roll over Tag kann es durch die unterschiedlichen Preise beider Kontrakte zu einer Veränderung der Partizipation des Zertifikats kommen. Ist der nachfolgende Kontrakt teurer, sinkt die Partizipation, ist der Kontrakt günstiger, steigt diese. Ausgedrückt wird diese Veränderung der Partizipation durch das sogenannte Roll over Ratio, die jeweils von der The Royal Bank of Scotland N.V. publiziert wird. Weltweite Erdölreserven Rang Land Reserven* 1 Saudi Arabien 262,3 2 Kanada 179,2 3 Iran 136,3 4 Iraq 115,0 5 Kuwait 101,5 6 UAE 97,8 7 Venezuela 80,0 8 Russland 60,0 9 Libyen 41,5 10 Nigeria 36,2 11 Kasachstan 30,0 12 USA 21,0 13 China 16,0 14 Katar 15,2 15 Mexiko 12,4 Quelle: EIA; Stand Ende 2008; Reserven* Reserven in Mrd. Barrel 19

20 Rohstoffe MÄRKTE & ZERTIFIKATE Januar Stahl die Nachfrage aus China zieht weiter an China hat 2009 und 2010 wieder deutlich mehr Stahl produziert als im Krisenjahr Im laufenden Jahr könnte der Stahlausstoss weltweit auf ein neues Rekordhoch klettern. Von Peter Berger Der Stahlausstoss 2010 dürfte nach Angaben der World Steel Association gegenüber dem Vorjahr auf 1400 Mil lionen metr. Tonnen und damit um rund 14 Prozent gestiegen sein. Die grössten Stahlproduzenten im Jahr 2009 waren China (567,8 Millionen metr. Tonnen; weltweiter Anteil: 46,5 Prozent), Japan (87,5 Millionen metr. Tonnen; 7,2 Prozent), Russland (59,9 Millionen metr. Tonnen; 4,9 Prozent), die USA (58,1 Millionen metr. Tonnen; 4,8 Prozent), Indien (56,6 Millionen metr. Tonnen; 4,6 Prozent), Südkorea (48,6 Millionen metr. Tonnen; 4,6 Prozent) und Deutschland (32,7 Millionen metr. Tonnen; 2,7 Prozent). Insgesamt wird weltweit in 180 Ländern Stahl produziert. China hat 2009 eine neue Rekordmenge an Stahl hergestellt. Für 2010 gehen die Spezialisten der World Steel Association davon aus, dass das Land der Drachen den Output nochmals um min Bauholz Bauholz ist Holz, das als Baustoff zur Erstellung von Gebäuden etc. verwendet wird. Je nach Form und Verarbeitungsgrad wird zwischen verschiedenen Bauholzprodukten, bestehend aus Nadel- und/oder Laubhölzern, unterschieden. 1-Jahres-Chart 10-Jahres-Chart Forwardkurve Erdgas 2005 wurden weltweit 2647,1 Mrd. Kubikmeter Erdgas gefördert (1999: 2360,9 Mrd.). Der Preis für Erdgas erreichte am 3. Juli 2008 sein Allzeithöchst bei Dollar/MMBtu. Der Kurs per 16. April 2010 betrug 4087 Dollar/MMBtu. 1-Jahres-Chart 10-Jahres-Chart Forwardkurve Quelle für alle Charts: Bloomberg Ethanol Würde Brasilien heute auf sämtlichen möglichen Anbauflächen Zuckerrohr anpflanzen und dieses dann in Bioethanol umwandeln, entspräche die Menge an Bioethanol ungefähr sieben Prozent des heutigen Weltverbrauchs an Erdöl. 1-Jahres-Chart 5-Jahres-Chart Forwardkurve 20

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