JA zum steuerlich attraktiven Wirtschaftsstandort Baselland

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1 AZA 4410 Liestal 14. November 2007 Nummer Jahrgang themen Editorial DER WIRTSCHAFT Offizielles Informationsorgan der Abstimmung über die Unternehmenssteuer-Reform am 25. November 2007: JA zum steuerlich attraktiven Wirtschaftsstandort Baselland «Keine Taube auf dem Dach aber auch kein Spatz in der Hand»: So beurteilt Hans Rudolf Gysin die linke Opposition gegen die Unternehmenssteuerreform in Baselland. Seite 2 Jetzt KMU stärken KMU-Inhaber Ruedi Kull fordert im Nachgang zu den Wahlen die bürgerlichen Fraktionen in Bern auf, ihr insgesamt erstarktes politisches Gewicht gemeinsam zugunsten der KMU-Wirtschaft zu nutzen. Seite 4 Hohe Unternehmenssteuern vertreiben Baselbieter Firmen und schrecken Neuzuzüger ab. Turbo für H2-Bau Die Bau- und Umweltschutzdirektion legt zum Tunnelbau der H2 den Turbo ein: Jetzt wird das bereits vor fünf Jahren plangenehmigte Projekt realisiert mit besserer Umweltbilanz. Seite 7 Im schweizerischen und auch im internationalen Standortwettbewerb droht Baselland zu einer Hochsteuer-Insel zu verkommen. Das treibt bestehende Unternehmen aus dem Kanton und verhindert Neuansiedlungen. Dabei ist das Baselbiet auf eine starke Wirtschaft angewiesen: eine Wirtschaft, die Arbeits- und Ausbildungsplätze garantiert und eine moderne Infrastruktur sichert. Deshalb wollen Regierung und Landrat eine Unternehmenssteuerreform, die unseren Kanton konkurrenzfähig erhält. Ein JA zu dieser Vorlage ist unabdingbar. Am Wochenende vom 25. November 2007 entscheidet die Baselbieter Stimmbevölkerung, ob ihr Kanton bei der Unternehmensbesteuerung weiterhin auf den hinteren, für Unternehmen alles andere als attraktiven Plätzen rangiert oder mit einer insgesamt moderaten Steuerentlastung zumindest ins schweizerische Mittelfeld aufsteigt. Auf den hintersten Rängen So zeigt die Steuerbelastungsstatistik, dass Baselland im interkantonalen Vergleich bei der Reingewinnbesteuerung auf Rang 16 der 26 Kantone liegt, bei der Kapitalbesteuerung gar auf Platz 24, also auf dem drittschlechtesten Rang in der Schweiz. Bei der Reingewinn- und Kapitalbesteuerung zusammen schafft es Baselland gerade einmal auf Rang 22. Zum Vergleich anhand des Totalindexes beider Steuerformen: Obwalden als steuergünstigster Kanton weist einen Index von 48,2 Punkten aus, Baselland hingegen auf Platz 22 volle 114,2 Punkte. Ganz klar: Der Kanton Baselland ist als Unternehmensstandort Fortsetzung auf Seite 2

2 2 in dieser ausgabe 14. November 2007 Nummer 224 Kantonale Abstimmung Haus der Wirtschaft Bei der Unternehmenssteuerreform geht es um eine Investition in unsere Zukunft KMU stärken 4 KMU-Inhaber Ruedi Kull zum neuen politischen Gewicht im Bundeshaus «Hochsteuer»-Kanton BLve Kolumne aus Bern 5 «Standpunkt»-Kolumnist Peter Amstutz wundert sich über die herbeigeschriebene «Ausländerfeindlichkeit» der Schweiz. «Turbo»-Entscheid zur H2 7 Die BUD gibt Gas! Jetzt wird für die H2 das bereits vor fünf Jahren plangenehmigte Projekt realisiert. Rentable Berufsausbildung 11 Eine Studie belegt, dass sich Lehrlingsausbildung für das KMU meistens auch rechnet. Neues Gesellschaftsrecht 13 Am 1. Januar 2008 tritt das neue Gesellschaftsrecht in Kraft: Was GmbH jetzt schon vorkehren sollten. Gastreferentin Miriam Blocher? 15 Eine grosse Schar Wirtschaftsfrauen aus der Region interessierte sich für die Jungunternehmerin Miriam Blocher im «Läckerli-Huus». impressum Normalauflage: über Exemplare Erscheinungsweise: 20-mal jährlich Herausgeber: Wirtschaftskammer Baselland Arbeitgeber Baselland Unabhängiges Podium für eine liberale Wirtschaft und Gesellschaft Haus der Wirtschaft, Altmarktstrasse 96, 4410 Liestal Tel , Fax Internet: Verantwortung: Hans Rudolf Gysin, Direktor Redaktion/Umbruch: Edi Borer (ebo.) Produktion: IWF Institut für Wirtschaftsförderung, Haus der Wirtschaft, 4410 Liestal Inserate: Simone Zihlmann, Atelier Donelli, Postfach, 4009 Basel Tel , Mail: «Standpunkt» ist die offizielle Zeitung der herausgebenden Organisationen für deren Mitglieder und Mitgliedsverbände. Das Abonnement für die Mitglieder ist im Jahresbeitrag inbegriffen. Abdruck von Beiträgen mit vollständiger Quellenangabe erlaubt. Fortsetzung von Seite 1 alles andere als attraktiv. Und dann kommt noch hinzu, dass in den anderen Kantonen vor allem auch in der direkten Nachbarschaft Steuersenkungen bereits beschlossen oder zumindest geplant sind. Die Position unseres Kantons wird also stetig noch schlechter. Und dies hat für den Wirtschaftsstandort Baselland weitreichende Folgen, die allerdings erst mittelfristig sichtbar werden. Firmenabwanderungen verhindern Aufgrund seiner im Vergleich zu anderen Kantonen und Ländern überdurchschnittlich hohen Besteuerung der Unternehmen droht dem Baselbiet die zunehmende Abwanderung auch alteingesessener Baselbieter Firmen. So hat unser Kanton in den Jahren 2004 und 2005 neun grössere Unternehmen verloren, die bisher im Baselbiet insgesamt nicht weniger als 14 Millionen Franken an Ertragssteuern abgeliefert haben. Zweifellos kann diese Abwanderung nicht allein auf die Steuerbelastung in Baselland zurückgeführt werden. Aber die vergleichsweise hohe Unternehmensbesteuerung macht den Entscheid für einen Standortwechsel in einen anderen Kanton ganz sicher einfacher, wie Aussagen von aus dem Baselbiet weggezogenen Unternehmen immer wieder belegen. Neuansiedlungen fördern Noch stärker ins Gewicht fallen die Steuerbelastungen bei einer Standort-Evaluation neu entstehender Firmen bzw. bei Zuzugsabsichten auswärtiger Unternehmen. Oft ist die Besteuerung dann eine der wichtigsten Entscheidungsgrundlagen. Baselland hat dabei zunehmend schlechtere Karten, obwohl der Kanton einige sehr attraktive Flächen für Neuansiedlungen zu bieten hätte. Steuerreform verhindert, dass Baselbieter Unternehmen ausgepresst werden. Auf Steuersubstrat angewiesen Beide Entwicklungstendenzen sind für den Kanton Baselland fatal: Einerseits für die Sicherung des Steuersubstrats der Unternehmen, andererseits aber auch, weil die Wirtschaft im Kanton allem voran die KMU-Wirtschaft nicht nur attraktive Arbeits-, sondern auch eine Vielzahl von Ausbildungsplätzen bietet. Wir müssen Unternehmen im Kanton halten und durch interessante Neuzuzüge erweitern. Darüber hinaus steht unser Kanton in den nächsten Jahren vor einigen sehr anspruchsvollen Aufgaben in der Sicherstellung seiner Infrastruktur: Verkehrswege, Energie, Umwelttechnologie, Bildungsangebote, Gesundheit usw. Baselland kann diese Aufgaben aber nur finanzieren, wenn das Steueraufkommen nicht nur gehalten wird, sondern auch stetig wachsen kann. Dazu tragen die im Kanton ansässigen Unternehmen einen massgeblichen Teil bei. Wir müssen diese Unternehmen im Kanton halten und durch interessante Neuzuzüge erweitern. Kein Hochsteuerkanton Baselland! Vor dieser für die zukünftige Entwicklung des Kantons bedeutungsvollen Ausgangslage haben die Baselbieter Regierung und in der entsprechenden Beratung auch der Landrat und seine Kommission erkannt, dass Baselland seine Unternehmensbesteuerung revidieren muss, soll der Kanton nicht zum «Hochsteuerkanton» verkommen. In einer insgesamt moderaten Steuersenkungs-Vorlage wollen Exekutive und Legislative den Kanton Baselland bei der Unternehmensbesteuerung von

3 Haus der Wirtschaft Kantonale Abstimmung Nummer November hindern der Gegend des «Steuerschlusslichts» ins Mittelfeld bringen. Diese Steuerreform drängt sich auch auf, nachdem der Kanton bei der Besteuerung der natürlichen Personen und vor allem der Familien bereits zukunftsgerichtete Reformen durchgeführt hat und damit seine Konkurrenzfähigkeit als Wohnstandort gesichert hat. Klare, wichtige Ziele der Reform Mit der Unternehmenssteuerreform verfolgen Regierung und Landrat denn auch sehr klare und wichtige Ziele: eine massgebliche steuerliche Entlastung von juristischen Personen: Dies zunächst bei ertragsstarken und damit zukunftssicheren Unternehmen. Davon profitieren aber auch kleine, weniger renditestarke Firmen. eine Annäherung der Steuerbelastung von juristischen Personen an diejenige der Nachbarkantone Aargau und Solothurn: Damit sichert sich Baselland seine Konkurrenzfähigkeit im bestehenden Steuerwettbewerb und verhindert so drohende Abwanderungen von Unternehmen in die Nachbarkantone. eine Attraktivitätssteigerung des Wirtschaftsstandortes Kanton Basel-Landschaft zur Ansiedlung neuer Unternehmen: Der Kanton Baselland hat in den letzten zwei bis drei Jahrzehnten eine Vielzahl von Firmen «verloren». Es gilt, die Standortattraktivität des Kantons, der z. B. viele interessante Flächen für Firmenzuzüge bietet, für Neuansiedlungen zu erhalten und vor allem zu verbessern auch und gerade bei der Unternehmensbesteuerung. eine Milderung der wirtschaftlichen Doppelbelastung von Firmen und ihren Inhabern. Es ist unhaltbar, dass vor allem KMU-Inhaberinnen und -Inhaber von juristischen Personen ihren erwirtschafteten Gewinn einerseits auf der Stufe Unternehmen versteuern und dann den gleichen, bereits besteuerten Gewinn nochmals als Einkommen versteuern. Damit wird Baselland erst recht zum Hochsteuer-Kanton. Diese Doppelbelastung wird mit der Unternehmenssteuerreform nicht abgeschafft, jedoch deutlich gemildert. Die Besteuerung nähert sich damit der Belastung an, die Einzel- und Personenfirmen auf ihren Unternehmensgewinnen zu tragen haben. Neben diesen Zielen und Massnahmen der Unternehmenssteuerreform sind noch weitere kleinere Verbesserungen vorgesehen: So sollen auch Erleichterungen geboten werden bei der Anrechnung von Betriebsverlusten an Grundstückgewinne. Tragbarer «Steuerverlust» Die geplante Unternehmenssteuerreform «kostet» den Kanton jährlich rund 64 Mio. Franken und die Gemeinden mit einer dreijährigen Übergangsfrist zunächst 5 und nach drei Jahren 12 Mio. Franken. Ein Teil dieser Steuer-Mindereinnahmen kann jedoch dank der guten Konjunkturlage und der zu erwartenden «Nachzieheffekte» bereits im kommenden Jahr wieder kompensiert werden. Die Gegner der Unternehmenssteuerreform insbesondere die politische Linke behaupten unbelegt, dass mit dieser Steuerreform vor allem die «reichen» Unternehmen ungerecht entlastet würden. Dies ist jedoch eine rein ideologisch begründete, vor allem kurzsichtige Argumentation. Denn die sogenannt «reichen» (ertragsstarken) Unternehmen sind gerade für unseren Kanton besonders wertvoll: als gute Steuerzahler, als gute Arbeitgeber und als gute Ausbildungsfirmen. Die Unternehmenssteuerreform wird diese Firmen motivieren, im Kanton zu bleiben und sich hier vermehrt auch zu engagieren. Davon profitieren alle im Kanton Baselland. Die Unternehmenssteuerreform in Baselland ist eine Investition des Kantons in eine positive Wirtschaftszukunft. JA für eine positive Wirtschafts- Zukunft in Baselland Die Erläuterungen zur Unternehmenssteuerreform belegen jedoch unzweideutig, dass die Reform auch kleinen und weniger ertragsstarken Unternehmen Vorteile bringt abgesehen vom guten Steuerklima, das die Wirtschaft insgesamt fördert und damit für jedes KMU attraktiv ist. Die Unternehmenssteuerreform in Baselland ist eine Investition des Kantons in eine positive Zukunft. Ohne diese Investition würde Baselland jedoch zum nicht mehr konkurrenzfähigen Hochsteuerkanton ein Nachteil nicht nur für unsere Wirtschaft, sondern für die gesamte Baselbieter Bevölkerung. Deshalb am 25. November 2007: JA zur Unternehmenssteuer-Reform JA zum prosperierenden Wirtschaftsstandort Baselland JA zugunsten einer starken und konkurrenzfähigen Wirtschaft in BL! Christoph Buser, lic. rer. pol., Landrat editorial Keine Taube aber auch kein Spatz Hans Rudolf Gysin Nationalrat, Direktor Wirtschaftskammer «Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach»: Dieses Sprichwort muss ein linker Politiker erfunden haben. Jedenfalls komme ich zu dieser Überzeugung, wenn ich mir die linken Gegenargumente zur Unternehmenssteuerreform vor Augen führe. Wir stimmen im Baselbiet am 25. November über diese Steuerreform-Vorlage ab (Artikel auf den Seiten 1 bis 3). Eine geradezu edle Einstellung, dieses Spatzen-Tauben-Denken der Linken. Erst recht, wenn es gleichzeitig mit dem Begriff «Steuergerechtigkeit» verbrämt werden kann: Lieber keine Steuerentlastung für die steuerlich ohnehin gebeutelte Baselbieter Wirtschaft, weil igittigitt auch erfolgreiche und ertragsstarke Firmen profitieren könnten. Denken wir doch einmal diesen argumentativen Kurzschluss zu Ende: Baselland verzichtet auf Steuerentlastungen für seine Unternehmen und verkommt endgültig zum Hochsteuer-Kanton. Derweil senken unsere Nachbarn die Steuern und locken so nicht nur Baselbieter Firmen unter ihre günstigen Steuerfittiche, sondern auch auswärtige Zuzüger. Fazit: In Baselland gäbe es bald auch keine ertragsstarken guten Steuerzahler-Unternehmen mehr. So einfach ist die Rechnung! Ganz klar, dass mit diesem linken Denkmuster alle verlieren, anstatt zu gewinnen. Das Spatzen-Sprichwort würde dann lauten: «Keine Taube auf dem Dach aber auch kein Spatz in der Hand» weil beide zu den Nachbarn ausgeflogen sind...

4 4 14. November 2007 Nummer 224 KMU-Politik Haus der Wirtschaft bl-tourismus Nach den eidgenössischen Wahlen vom 21. Oktober 2007: Partnerschaftliches Tourismus-Treffen auf dem Hausberg Vorstandstreffen (v. l.): Dr. Hanspeter Weisshaupt, Vizepräsident Basel Tourismus, René Eichenberger, Präsident Baselland Tourismus, Jürg Schärer, Präsident Basel Tourismus, und Daniel Suter, Vizepräsident Baselland Tourismus. Auf dem Baselbieter Hausberg, der Wasserfallen, trafen sich am 22. Oktober 2007 die Vorstandsmitglieder von Basel Tourismus und Baselland Tourismus zum alljährlichen Informations- und Gedankenaustausch. Die beiden Geschäftsführer Daniel Egloff aus Basel und Oliver von Allmen aus Liestal orientierten über aktuelle tourismusrelevante Aktivitäten: selbstverständlich über die bevorstehende Euro 08 sowie über realisierte Projekte und Marketingmassnahmen. Dabei standen vor allem im Rückblick und Ausblick die gemeinsamen Projekte der beiden Tourismus-Organisationen im Vordergrund: die Kooperation Regio Tri- Rhena, das Hotelreservationssystem, das Hotel-Info-TV usw. Die sehr offene und konstruktive Debatte unter den Vorstandsmitgliedern konzentrierte sich dabei vor allem auf das Hinterfragen und Bewerten der gemeinsamen Aktivitäten, auf die Definition für Kooperationen bei trinationalen Projekten sowie auf die mittelfristige Zukunftsplanung. Nach der Rückfahrt in den neuen Gondelkabinen fand das partnerschaftliche Treffen im «Bad Bubendorf» seinen gemütlichen Ausklang. OvA. Gemeinsam KMU-Wirtscha Die Schweizer Politik reglementiert an den wirklichen Problemen der Wirtschaft vorbei, weil sie längst das Verständnis verloren hat, was KMU wirklich brauchen. Nach dem grossen Wahlsieg der SVP ist die Schweizer Politik in eine neue Phase eingetreten. Die bisherige Oppositionspartei muss jetzt Verantwortung übernehmen und ihre politischen Versprechen umsetzen. Die bürgerlichen Parteien unterscheiden sich in der Wirtschaftspolitik nur noch bei den Interessen ihrer Stammwählerschaft: Die erstarkte CVP bleibt nach wie vor in der Familienpolitik verhaftet, die FDP im gewerblich dominierten Binnenmarkt und in den Konzernchefetagen, wo sie durch Verbandsverflechtungen stark eingebunden ist, und die SVP immer noch bei der Landwirtschaft und im nationalkonservativen Flügel. Doch die ehemalige Bauernund Gewerbepartei hat die FDP in Wirtschaftsfragen endgültig überholt und ist zur wirtschaftskompetentesten Partei der Schweiz avanciert. Jetzt muss der Geissbock «Zottel» seine Führungsrolle wahrnehmen und gemeinsam mit den anderen beiden bürgerlichen Parteien die Wirtschaft stärken. Abbau der KMU-Behinderungen Was erwarten die KMU vom erstarkten bürgerlichen Block in den nächsten vier Jahren? Nicht finanzielle Zuschüsse und weitere Vorschriften sind die beste Wirtschaftsförderung, sondern die Nichtbehinderung durch den Staat. Hier gilt es, den Hebel anzusetzen, und zwar dort, wo zwei Drittel der Arbeitskräfte beschäftigt werden: bei den KMU. Diese Unternehmungen leiden heute unter dem Reformstau der Politik. Zur Erinnerung: Die KMU sind nach wie vor das Rückgrat der Schweizer Wirtschaft. Über 99 Prozent aller Betriebe gehören zu den Bundeshaus gefordert: mit der neuen politischen Konstellation seit den Wahlen. kleinen und mittleren Unternehmen. Sie sind nach wie vor die wichtigsten Berufsausbildner für junge Menschen. Die KMU das wird oft vergessen sind aber auch jene, die vom Staat besonders hart mit Steuern und Abgaben belastet werden. Immenses Verbesserungskapital Obwohl die Politiker alle vier Jahre Besserung geloben, wird der Dschungel an Vorschriften und staatlichen Behinderungen immer dichter: bei den Sozialversicherungen, der Ausbildung der Lehrlinge, dem Militär, den ausländischen Arbeitskräften, betriebsbezogenen Umweltauflagen, direkten Steuern und bei der Mehrwertsteuer-Abrechnung. Immer mehr Zeit und Humankapital werden für die staatlichen Ansprüche vergeudet, statt für den Markt aufgewendet. Die Konsequenz: Heute arbeitet jedes der über 300'000 Schweizer KMU während über 600 Stunden (knapp 80 Arbeitstage!) für den Staat. Vor zwanzig Jahren waren es noch 370 Stunden. Die Angst, bei einer Investition einen enormen Papierkrieg mit den Behörden auszulösen, ist mittlerweile derart gross, dass viele KMU auf Neuinvestitionen lieber verzichten. Das Verbesserungspotenzial bei der Verwaltung ist immens, bei den Politikern ist der Realisierungswille jedoch kaum vorhanden. Unzählige Gespräche vor den Wahlen mit Politikern auf nationaler Ebene, die vieles versprechen, aber danach nichts tun: Dieser eklatante Widerspruch zwischen den politischen Versprechen und dem tatsächlichen Ergebnis führt am Ende zu frustrierten Unternehmern, die der Politik nichts mehr zutrauen. Entscheidend beim «Misserfolg» Um eines klarzustellen: Die Politiker sind nicht verantwortlich für den Erfolg der KMU. Diesen Erfolg muss jeder Unternehmer selbst am

5 Haus der Wirtschaft KMU-Politik Nummer November Mehr Marktöffnung bewirken Wo liegen die politischen Herausforderungen der Schweiz in den nächsten vier Jahren? Die fortschreitende Globalisierung teilt die Schweizer Wirtschaft in zwei Teile: in eine dynamische Exportwirtschaft, die wegen des internationalen Wettbewerbs bereits vor Jahren gelernt hat, sich schnell anzupassen, und einen nach wie vor verschlossenen Binnenmarkt. Die politischen Blockierer in der Heimat bewirken zusätzlich, dass weitere KMU ins Ausland ausweichen, anstatt im Inland zu wachsen. Deshalb muss dringend darauf geachtet werden, dass unser Land wirtschaftlich nicht isoliert wird. Wenn wir unseren Wohlstand nicht gefährden wollen, muss sich die SVP für mehr Marktöffnung einsetzen. Hinzu kommt die demographische Herausforderung. Die Gesellschaft wird älter. In den kommenden Jahren rücken nicht genügend junge Arbeitskräfte nach. Dies spüren nicht nur die Unternehmer, sondern auch die Arbeitnehmer: Die Schweiz ist in einem Transformationsprozess von einem Land, das mit Geld alle Probleme bewältigen konnte, weil es reich genug war, zu einem Land, das in einem internationalen Wettbewerb beft stärken stehen Markt erarbeiten. Politiker entscheiden aber zu grossen Teilen über den Misserfolg der KMU in der Schweiz, indem sie die Handbremse in Form von noch mehr staatlichen Vorschriften fester anziehen. Sie sind für den Misserfolg der KMU mitverantwortlich, weil sie den Erfolg von vornherein durch unzählige Gesetze und Vorschriften verunmöglichen oder die Wirtschaft mit übermässigen Steuern abwürgen. Wer Wirtschaftswachstum fordert, muss die KMU entlasten. Und zwar gerade jetzt, wo die Wirtschaft besonders rund läuft und unzählige KMU vor allem auch in der Exportbranche volle Auftragsbücher verzeichnen. muss, aber seine ursprünglichen Qualitäten vergessen hat: Wettbewerb, Unabhängigkeit, Freiheit, Selbstverantwortung und Solidarität. Aber wie sorgen wir für mehr Wachstum? Während die Linke nach wie vor auf staatliche Wirtschaftsprogramme schwört, setzen viele Bürgerliche auf die «Förderung» und «Wirtschaftshilfen», indem sie wahllos Geld an die Wirtschaft verteilen. Diese zwar gut gemeinten, aber letztlich schädlichen Massnahmen schwächen jene Unternehmen, die ihre Hausaufgaben gemacht haben. Warum? Die staatlichen Gelder, die an die schlechten KMU fliessen, müssen wiederum beim Mittelstand das heisst bei den guten Unternehmen geholt werden. Womit diese ein weiteres Mal geschwächt werden. Einmalige Chance nutzen Es wäre doch so einfach: Je weniger die KMU mit Steuern und anderen Auflagen behindert werden, desto mehr Mittel haben sie zur Verfügung, um zu investieren, um zu forschen, um zu entwickeln, was schliesslich zu mehr Arbeitsplätzen und Wohlstand führt. Wenn die bürgerlichen Parteien wieder zusammenspannen, statt zu lamentieren, können SVP, FDP und CVP gemeinsam in den nächsten vier Jahren einer KMU-freundlichen Politik zum Durchbruch verhelfen. Diese einmalige Chance sollte nicht ungenutzt bleiben. Ruedi Kull zur person Ruedi Kull, KMU-Inhaber, Zürich Ruedi Kull ist Inhaber und Geschäftsführer der Lunor G. Kull AG. Das weltweit tätige Technologieunternehmen ist die Nummer eins in der Schweizer Zivilschutztechnologie und ein führender Anbieter von Entfeuchtungs- Systemen. bundeshaus im visier Vom Versuch, den Wählerwillen zu deuten Die eidgenössischen Wahlen vom 21. Oktober 2007 kommentierte die linksliberale spanische Zeitung «El País» in Madrid so: «Nach dem Sieg einer ausländerfeindlichen Partei besteht die Gefahr, dass der Rassismus an die Macht gelangt. Die Schweizerische Volkspartei (SVP) steht (...) völlig zu Recht im Ruf, fremdenfeindlich zu sein. Sie tritt für die Ausweisung von Ausländern ein, die schwere Straftaten begangen haben.» Peter Amstutz Bundeshaus- Redaktor* Ausländische Medienstimmen zur Wahl in der Schweiz Gewiss: Die SVP schlug alle Rekorde. Noch nie seit Einführung der Proporzwahl von 1919 hat eine Partei einen so hohen Wähleranteil (29 Prozent) erzielt und so viele Nationalratssitze (62) erobert. Und das Echo aus dem europäischen Ausland? Frankreichs «Le Monde» verkündete den «Sieg des populistischen und ausländerfeindlichen Christoph Blocher». Belgiens «Le Soir» befand: «Das Land (...) ist seit 15 Jahren ein Labor für Populisten.» Und die «Stuttgarter Zeitung» meinte: «Das Wahlergebnis muss eine Warnung für Europa sein.» Die Kehrseite der «ausländerfeindlichen» Medaille Wirklich? Auch diese Medaille hat eine Kehrseite. Am Tag, als die «fremdenfeindlichen Populisten» triumphierten, wählte das Berner Volk den ersten dunkelhäutigen Mitbürger in den Nationalrat: den aus Angola stammenden 45-jährigen Juristen, SP-Politiker und Gewerkschaftsfunktionär Ricardo Lumengo aus Biel, in der Schweiz eingebürgert seit zehn Jahren war er als Asylbewerber in die Schweiz gekommen. Lumengo politisiert bereits im Bieler Stadtparlament und im bernischen Grossen Rat. Er spricht Französisch, Deutsch, Portugiesisch, Englisch, Spanisch sowie die afrikanischen Sprachen Kikongo, Kikongo ya Leta und Lingala. Was sagt der Gewählte selber zum Aufstieg in die «Nationalliga»? Er verspricht: «Ich will in Bern kein Anti- Blocher sein.» Ist Lumengo nur die Ausnahme von der Rassistenregel? «Die Schweiz soll wieder das werden, was sie früher einmal war: eine Perle der Freiheit, der Demokratie, des Friedens und der Sicherheit.» Das sagte im Nationalratswahlkampf nicht irgendein Blut-und- Boden-Patriot, sondern die 40- jährige Luzerner Ärztin und SVP- Grossrätin Yvette Estermann. Seit 8 Jahren eingebürgert jetzt Nationalrätin Bemerkenswert an dieser ebenfalls neu in den Nationalrat gewählten Frau ist deren Biografie. Die Medizinerin stammt aus dem slowakischen Bratislava, wo sie auch ihr Studium abschloss verlegte sie den Wohnsitz in den Kanton Luzern. Seit acht Jahren besitzt sie den Schweizerpass, seit sieben Jahren politisiert sie als SVP-Mitglied, seit zwei Jahren sitzt sie im Luzerner Grossen Rat. Sie spricht nebst Deutsch auch Slowakisch, Tschechisch, Russisch, Englisch, Polnisch und Ungarisch. Rassistische Eidgenossenschaft? Fremdenfeindliche SVP? Ausländerfeindliche Wählerschaft? Eine differenzierte Betrachtung solcher Details vermag wahrhaftig keine stichhaltigen Belege für plumpe Thesen zu liefern. * Der Kolumnist ist akkreditierter Bundeshaus-Redaktor und war bis Ende 2003 Leiter der Bundeshaus-Redaktion der Basler Zeitung. Er vertritt in dieser Kolumne seine persönliche Meinung.

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7 Haus der Wirtschaft H2-Umfahrung Nummer November BUD will raschen Baubeginn am Schönthal-Tunnel der H2: Erfreulicher «Turbo»-Entscheid Nach verschiedenen Abklärungen hat der Vorsteher der Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD), Regierungsrat Jörg Krähenbühl, entschieden, die Umfahrungsstrasse H2 Pratteln Liestal auf der Basis des seit 2002 bestehenden rechtskräftigen Projekts zu realisieren. Somit dürfte im Jahr 2009 mit dem Bau des Schönthal-Tunnels begonnen werden und die seit bald 40 Jahren in Diskussion stehende Umfahrungsstrasse H2 Pratteln Liestal ab 2014 endlich in Betrieb sein. Eine erfreuliche Botschaft aus der BUD! Es weht ein frischer Wind in der Baudirektion. Regierungsrat Jörg Krähenbühl macht vorwärts mit dem Bau der H2 und stellt etwas mehr als 120 Tage im Amt die entsprechenden Weichen und vor allem das Signal zur H2 definitiv auf Grün. Erneute langwierige Planauflage vermieden Der vom Gesamtregierungsrat gestützte Entscheid, gemäss dem ursprünglichen und bereits plangenehmigten Projekt von 2002 je einen Kamin über den beiden Tunnelportalen zu bauen, beschleunigt die überfällige Realisierung der H2. Der nun beschlossenen Umsetzung des seit fünf Jahren bestehenden rechtskräftigen Projekts steht damit nichts mehr im Wege. Im Gegensatz zur bis vor kurzem noch favorisierten Variante mit nur einem Kamin in der Mitte des Tunnels ist eine erneute Planauflage nun nicht mehr erforderlich. Somit sind auch keine Einsprachen mehr möglich. Der vom Volk mehrmals beschlossene Bau der Umfahrungsstrasse zwischen Pratteln und Liestal kann damit auch politisch nicht mehr weiter verzögert werden. Optimale Lösung für die Bevölkerung Bei der erfolgten Variantenwahl war aber nicht nur der Zeitfaktor das massgebliche Entscheidungskriterium. Für Regierungsrat Jörg Krähenbühl stand vor allem der maximale Schutz der Anwohner im Vordergrund der Abklärungen. Mit dem nun definitiv gewählten Projekt werden an den beiden Portalen des 2,2 Kilometer langen Tunnels je eine Betriebszentrale und ein Kamin gebaut. Die beiden Kamine werden eine Höhe von bis zu 20 Metern haben, so dass die ausgestossene Tunnel-Abluft über ein weites Gebiet verteilt werden kann, ohne dass damit eine Benachteiligung der Anwohner stattfindet. Kantonsingenieur Ruedi Hofer betonte an der am letzten Donnerstag durchgeführten Medienorientierung, dass mit der Lüftung über die zwei Portalkamine gegenüber anderen Lüftungsvarianten eine Mehrbelastung der Wohngebiete durch Luftschadstoffe vermieden werden kann. Bei nur einem Kamin in der Tunnelmitte wären die Grenzwerte deutlich überschritten worden. Mit den Lüftungszentralen und den Kaminen an beiden Portalen Nord und Süd ist auch die Ereignislüftung gewährleistet. Bau-Mehrkosten, aber günstigerer Betrieb Nachdem der Landrat im vergangenen Jahr einen durchgehend geschlossenen Tunnel beschlossen hatte, musste die Tunnellüftung aufgrund von Brandereignissen (z.b. Gotthard-Tunnel, Montblanc-Tunnel) mehr zum thema Rheinstrasse Liestal Pratteln: 9 Mio. Franken Staukosten pro Jahr Der volkswirtschaftliche Schaden, der aufgrund des in den letzten Jahrzehnten immer wieder verzögerten H2-Baus verursacht wird, ist enorm. Eine aktualisierte Studie der BUD Baselland hat die durch die täglichen Staus verursachten Kosten hochgerechnet und veranschlagt diese mit 750'000 Franken pro Monat, wie Kantonsingenieur Ruedi Hofer an der Medienorientierung vom Donnerstag bestätigt hat. Pro Jahr summieren sich diese Staukosten somit auf rund 9 Millionen Franken. Die Verkehrsbelastung der Rheinstrasse ist während des ganzen Tages hoch. In einer relativ kurzen Morgenspitze ist im Schnitt mit Verzögerungen von bis zu 10 Minuten zu rechnen. Die Tagesspitze dauert von 15 bis 19 Uhr. Während dieser Zeit herrscht praktisch konstanter Stau. Am Abend dauern die Verzögerungen jeweils 15 Minuten. unter Berücksichtigung einer Ereignislüftung neu geplant werden. Umfassende Studien führten zum Schluss, dass das rechtskräftige Projekt die optimale Variante darstellt. Gegenüber von Tunnelvarianten, die nur auf die Ereignislüftung ausgelegt sind, wird das nun gültige Tunnelprojekt mit seiner Umwelt- und Ereignislüftung Mehrkosten von 5 bis 10 Mio. Franken verursachen. Die jährlichen Betriebskosten dieser Variante werden allerdings um rund 400'000 Franken geringer ausfallen, womit die Mehrkosten mittelfristig kompensiert werden können. MWB. H2-Nordportal auf der Höhe des TCS-Service-Centers (linke Bildhälfte) in Füllinsdorf. Deutlich erkennbar ist der rund 15 Meter hohe Lüftungskamin (links neben dem Portal). Nordportal: Schnitt-Skizze mit Kamin.

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9 Haus der Wirtschaft Berufsbildung Nummer November Ausbildung von jungen Menschen bringt der Wirtschaft Gewinne Rentable Berufslehre im KMU Lehrlingsausbildung sichert nicht nur den beruflichen Nachwuchs... Die Ausbildung von Lehrlingen sichert nicht nur den Nachwuchs, sondern lohnt sich laut einer Studie der Universität Bern auch für die meisten Betriebe. Insgesamt erwirtschaften die Lernenden einen Mehrwert von 500 Millionen Franken. Für Ursula Renold, Direktorin des Bundesamtes für Berufsbildung und Technologie (BBT), ist klar: «Die Betriebe bilden Lehrlinge nicht nur aus sozialem Engagement aus.» Renold hielt das an der Präsentation einer Untersuchung über die ökonomischen Folgen der Grundbildung in der Schweiz fest. Die Zahlen sind tatsächlich eindrücklich: 4,7 Milliarden Franken hatte die Schweizer Wirtschaft im Jahr 2004 in die Ausbildung von Lehrlingen investiert. Die Auszubildenden sorgten wiederum für einen Umsatz von 5,2 Milliarden Franken. Unter dem Strich ergab sich also ein Nutzen pro Lehrling über 2750 Franken. Einsparung von Kosten In zwei von drei Betrieben lohnte sich die Ausbildung eines Lehrlings schon während der Lehrzeit, erklärt Stefan Wolter, Leiter der Forschungsstelle für Bildungsökonomie an der Universität Bern, von der die Studie im Auftrag des BBT stammt. In den meisten übrigen Fällen würden sich die Kosten nach der Ausbildungszeit decken allerdings nur, wenn die Lehrlinge weiterbeschäftigt werden. «So sparen die Betriebe jene Kosten, die anfallen, wenn ein neuer Mitarbeiter rekrutiert und eingearbeitet werden muss», hält Wolter fest. In diesen Zusammenhang sei die Tatsache zu stellen, dass Unternehmen mit mehr als 100 Mitarbeitern ihre Lehrlinge eher behalten als kleinere oder Mikrobetriebe. In grossen Unternehmen wird mit Rekrutierungskosten von rund Franken gerechnet, in kleinen Firmen mit Kosten von 3000 Franken. Zu den Berufen, die schon während der Lehrzeit einen Nutzen bringen, gehört die kaufmännische Ausbildung auch nach der KV-Reform von 2003/04. Im technisch-industriellen Bereich sind Lehrlinge dagegen meist erst nach der Ausbildung rentabel. Klar ist für Wolter aber auch, dass die duale Lehre dem Staat viel Geld spart: «Wenn die Berufsbildung verschult wird, kostet das die öffentliche Hand Unsummen.» Attestlehre forcieren Das BBT setzt sich gemeinsam mit den Kantonen und den Organisationen der Arbeitswelt für eine hoch stehende Berufsbildung und ein ausreichendes Lehrstellenangebot ein. «Bei Reformen der beruflichen Grundbildungen wird auf ein optimales Kosten-Nutzen-Verhältnis für die ausbildenden Betriebe geachtet Ausbilden soll sich auch in Zukunft lohnen», betont Serge Imboden, Leiter des Leistungsbereichs Berufsbildung im BBT. Flankierende Massnahmen wie die individuelle Begleitung der Jugendlichen trügen dazu bei, dass diese den Anforderungen einer beruflichen Grundbildung gewachsen seien. Mit der kürzlich angelaufenen nationalen Berufsbildungskampagne «BerufbildungPlus.CH» werden gemäss Imboden die Betriebe zurzeit aufgerufen, mehr Lehrstellen im Bereich der zweijährigen beruflichen Grundbildung («Attestlehren») zu schaffen, da hier der grösste Handlungsbedarf besteht. PL./SGV... sondern bringt auch handfesten Gewinn für die Ausbildungsfirma. sozialpartner Personenfreizügigkeit: Kraut und Rüben Der Zeitpunkt ist gut gewählt: Der Schweizerische Gewerkschaftsbund (SGB) benützt das Seilziehen rund um den neuen Landesmantelvertrag im Bauwesen dazu, seine Position in Sachen Erweiterung der Personenfreizügigkeit zu stärken. Gibt es auf dem Bau keine Einigung, so die Message, dann gibt es von uns auch keine Unterstützung bei der Erweiterung der Bilateralen auf Rumänien/Bulgarien und bei einem Referendum sieben Jahre nach Inkrafttreten der bilateralen Verträge. Der SGB stilisiert den Arbeitskonflikt in der Baubranche zum «entscheidenden Praxistest» für das System der flankierenden Massnahmen zum Schutz der Löhne in der Schweiz und droht indirekt mit dem Referendum. Das Engagement der Gewerkschaften in der dritten Runde der Bilateralen hänge davon ab, ob es bis zum kommenden Frühling wieder einen «anständigen» Gesamtarbeitsvertrag auf dem Bau gebe. So weit, so klar zumindest aus Sicht des SGB. Der nützt die vermeintliche Gunst der Stunde denn auch zu neuen weitgehenden Forderungen: Der Gewerkschaftsdachverband verlangt einen allgemeinverbindlichen Gesamtarbeitsvertrag in der Reinigungsbranche, der dort auch die kleinen Betriebe einbinden soll. Und er fordert zudem einen national verbindlichen Normalarbeitsvertrag, der Haushalthilfen Mindestlöhne von 3500 Franken garantieren soll. Und um das Mass vollzumachen, verlangt eine Genferin im selben Aufwasch gleich auch noch die Regularisierung der «Sans-papiers», die im Bereich Hauswirtschaft tätig sind. Ob all dies allerdings dazu beitragen wird, die «fremdenfeindlichen Nein-Sager» zu überzeugen so betitelt der SGB jene, die in Sachen EU-Integration nicht seiner Meinung sind muss ernsthaft bezweifelt werden. G. Enggist/SGV

10 Haus der Wirtschaft Publi Reportage Nummer November Das neue Gesellschaftsrecht tritt am 1. Januar 2008 in Kraft: Was GmbH jetzt tun sollten Der Bundesrat hat am 17. Oktober 2007 beschlossen, das neue GmbH- Recht auf den 1. Januar 2008 in Kraft zu setzen. Bestehende GmbH sind gut beraten, ihre Statuten einer Prüfung zu unterziehen, und zwar in bestimmten Punkten sinnvollerweise noch in diesem Jahr: War es bislang möglich, das minimale Stammkapital von CHF 20'000. nur zur Hälfte zu liberieren (d.h. nur CHF effektiv einzuzahlen), sieht das neue Recht nur noch voll liberierte Stammanteile vor. Das Übergangsrecht räumt den bestehenden GmbH eine Frist von zwei Jahren ein, um ihrer Liberierungspflicht nachzukommen. Wird dieser Pflicht nicht Folge geleistet, bleibt es bei der persönlichen Haftung aller Gesellschafter für das nicht eingezahlte Stammkapital. Zurzeit ist noch unklar, gemäss welchen Formvorschriften die nachträgliche Liberierung unter dem neuen Recht zu erfolgen hat, wobei diese tendenziell komplizierter und damit teurer wird. Wenn immer möglich sollte daher die so genannte Nachliberierung noch unter dem alten Recht vorgenommen werden, also vor dem Enthalten die Statuten bislang eine unbeschränkte Nachschusspflicht der Gesellschafter, ist diese Regelung innert zwei Jahren dem neuen Recht anzupassen, weil die Nachschusspflicht neu auf die doppelte Höhe des Nennwertes eines Stammanteils beschränkt ist. Werden die entsprechenden Statutenbestimmungen erst im kommenden Jahr geändert, sind die neuen Vorschriften über die Kapitalherabsetzung zu beachten. Diese schreiben unter anderem die Erstellung eines Revisionsberichts vor, was mit zusätzlichen Kosten verbunden ist. Bis zum genügt die blosse Änderung der Statuten (und deren Eintragung im Handelsregister). lic. iur. Andrea Schmutz, Advokatin; Christen Rickli Partner, Advokatur und Notariat, Basel Dr. Balthasar Bessenich, Advokat und Notar; Christen Rickli Partner, Advokatur und Notariat, Basel Neu ist für die Übertragung eines Stammanteils anstelle der öffentlichen Beurkundung nur noch ein schriftlicher Vertrag erforderlich sofern nicht die Statuten eine Bestimmung enthalten, welche die öffentliche Beurkundung vorschreibt und die dann sinnvollerweise zu streichen wäre. Die Obergrenze des Stammkapitals von CHF 2 Mio. ist mit dem neuen Recht ersatzlos gestrichen worden. Inskünftig kann beliebig hohes Stammkapital geschaffen werden. Gleichzeitig wurde der minimale Nennbetrag eines Stammanteils von CHF auf CHF 100. herabgesetzt und jeder Gesellschafter kann in Zukunft beliebig viele Stammanteile halten. Müssen die Statuten ohnehin revidiert werden, wird sinnvollerweise der minimale Nennbetrag vorgesehen und durch die Aufteilung der Stammanteile deren Übertragung z.b. im Rahmen einer Nachfolgeregelung erleichert. Verfügt die Gesellschaft über mehr als einen Geschäftsführer, muss der Vorsitz durch Gesellschafter-Beschluss oder die Statuten geregelt werden. Und ähnlich wie bei der Aktiengesellschaft weist das Gesetz Publi-Reportage bestimmte Aufgaben zwingend der Geschäftsführung zu, welche dieser auch durch anders lautende Statutenbestimmungen nicht entzogen werden können. In grösseren GmbH sind die Statuten daher entsprechend den konkreten Bedürfnissen der Gesellschaft an das neue Recht anzupassen. Gemäss den neuen Revisionsbestimmungen sind die GmbH zukünftig zur Revision verpflichtet. Verfügt die Gesellschaft im Jahresdurchschnitt aber über nicht mehr als zehn Vollzeitstellen, kann durch einstimmigen Beschluss der Gesellschafter auf die Revision verzichtet werden. Dieser Verzicht wie auch die Ernennung der gesetzlich vorgeschriebenen Revisionsorgane sind im Handelsregister (HR) einzutragen. Im Rahmen der Kontrolle der Statuten und HR-Einträge sollte zusätzlich geprüft werden, ob Firma und Zweck noch den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechend formuliert sind. Zu beachten ist bei den Änderungen, die vor dem im Handelsregister eingetragen sein sollten, dass die Handelsregister im Dezember regelmässig mit Anmeldungen förmlich überflutet werden und diese Anmeldungen daher spätestens in der ersten Hälfte Dezember beim zuständigen Handelsregisteramt eintreffen sollten (siehe auch Informationen auf dieser Seite zur Revision der HR-Verordnung). Dr. Balthasar Bessenich, lic. iur. Andrea Schmutz Neuerungen im Gesellschaftsrecht. Neue Handelsregister-Verordnung Der Bundesrat hat Mitte Oktober neben der umfassenden Revision des Gesellschaftsrechts (Beitrag auf dieser Seite) auch die totalrevidierte Handelsregisterverordnung verabschiedet, die ebenfalls auf den 1. Januar 2008 in Kraft tritt. Die neue Handelsregisterverordnung enthält die erforderlichen Vorschriften, welche die Neuregelung der Revisionspflicht umsetzen. Im Handelsregister werden nur Revisionsstellen eingetragen, die eine ordentliche oder eingeschränkte Revision durchführen und über eine Zulassung der neuen Revisionsaufsichtsbehörde verfügen. Verzichtet eine Gesellschaft auf eine eingeschränkte Revision, muss sie zum Beispiel anhand von Erfolgsrechnungen und Bilanzen belegen, dass die Voraussetzungen dafür gegeben sind. Um die Transparenz zu verbessern und den Zugang zu den Handelsregisterinformationen zu vereinfachen, wird künftig die kostenlose Einsichtnahme in die Handelsregisterdaten über Internet in der ganzen Schweiz möglich sein. Heute wird die kostenlose Online-Konsultation bereits von einem Drittel der Kantone angeboten. Vorgesehen ist zudem die Umstellung auf eine rein elektronische Führung des Handelsregisters. Die Kunden des Handelsregisters werden in Zukunft Anmeldungen und Belege elektronisch einreichen können. Für diese Umstellung wird den Kantonen eine fünfjährige Übergangsfrist eingeräumt. Die Handelsregisterverordnung vereinfacht ferner das Beschwerdeverfahren, indem sie den Instanzenzug verkürzt: Über Beschwerden gegen Verfügungen der Handelsregisterämter wird im Kanton künftig nur noch eine einzige (gerichtliche) Instanz entscheiden. Neu geregelt wird auch die Handelsregistersperre. Ein Einspruch gegen eine noch nicht vollzogene Handelsregistereintragung bewirkt eine sofortige zehntägige provisorische Sperre der Eintragung. Die Sperre entfällt, wenn der Einsprecher nicht innert zehn Tagen nachweist, dass er dem Gericht einen Antrag um Erlass einer vorsorglichen Verfügung gestellt hat. (EJPD.)

11 November 2007 Nummer 224 Branchenverbände Haus der Wirtschaft Gastro Baselland zu Besuch in Bern Bundeshaus «live» erlebt Interna aus erster Hand: Nationalrat Hans Rudolf Gysin (Mitte r.) bringt den Gästen aus dem Baselbiet den Bundeshausalltag näher. Mitte l.: Gastro-Präsident Urs Stingelin. Die Delegation der Gastro Baselland vor dem bauverhüllten Bundeshaus. Während der vergangenen Herbstsession in Bern empfing Anfang Oktober Wirtschaftskammer-Direktor und Nationalrat Hans Rudolf Gysin eine Delegation der Gastro Baselland im Bundeshaus. Der Besuch verschaffte den Gästen aus dem Baselbiet einen spannenden Tag in der Schweizer Hauptstadt und gleichzeitig einen Einblick in die praktische Parlamentsarbeit. Das abwechslungsreiche Programm bot den Vertretern von Gastro Baselland, die von ihrem Präsidenten Urs Stingelin angeführt mit Kleinbussen nach Bern angereist waren, zu Beginn des Vormittags das Mitverfolgen des Parlamentsbetriebes von der nationalrätlichen Tribüne aus. Das emsige Treiben im Saal aus der Tribünenperspektive mitzuverfolgen, stellte für viele der Besucher Attraktive Tribünenperspektive in den Ständeratssaal. ein ganz spezielles Ereignis dar: Es wurde diskutiert, Zeitung gelesen, gegessen, abgestimmt vereinzelt aber auch die Debatte verfolgt. Parlamentsbetrieb «live» eben und ungemein spannend, erst recht für aussenstehende Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Aus dem Nähkästchen Ebenso eindrücklich war der Rundgang durch die «heiligen Hal- len». Das anschliessende Referat von Gastgeber und Nationalrat Hans Rudolf Gysin in einem der Sitzungszimmer war gespickt mit Anekdoten, Interna und Hintergrundinformationen. Diese Schilderungen aus dem «Nähkästchen» waren der krönende Abschluss des Programms innerhalb des Bundeshauses, was sich nicht zuletzt in unzähligen Fragen an den Gastgeber ausdrückte. Erlebnisreicher Tag Ein weiteres Highlight erwartete die Besucher in Form eines vorzüglichen Mittagessens im renommierten Hotel «Bellevue Palace». Die Baselbieter Delegation stärkte sich reichlich und entspannte sich danach bei einem Kaffee auf der Terrasse. Das Erlebte und die vielen Eindrücke wurden ausgetauscht. Nach den Diskussionen rundete ein Spaziergang in die charmante Berner Altstadt den erlebnisreichen und spannenden Tag in der Schweizer Hauptstadt ab. Den kurzweiligen Besuch in Bern werden die Vertreter von Gastro Baselland bestimmt in guter Erinnerung behalten. MS.

12 Haus der Wirtschaft KMU Frauen Baselland Nummer November KMU Frauen Baselland zu Gast beim Unternehmerinnen- und Meisterfrauenverband in Basel Miriam Blocher: Patronesse im «Läckerli-Huus» Auf Einladung des Unternehmerinnen- und Meisterfrauenverbandes Basel (UMV) versammelten sich die KMU Frauen Baselland Ende Oktober in Basel. Miriam Blocher, seit Anfang des Jahres neue Inhaberin des «Läckerli-Huus», referierte zum Thema «Frischer Wind in einem traditionsreichen Unternehmen». Sie berichtete ausführlich über ihren Weg zum «Läckerli-Huus», ihre ersten Erfahrungen und über die Zukunftsaussichten. Der spannende Abend endete mit vielen interessanten Gesprächen in den Räumlichkeiten des Café Spitz. Mit ihrer Begeisterung über ihre neue Aufgabe zog die prominente Gastreferentin die sehr zahlreich anwesenden Frauen in ihren Bann. Baselbieter Produktion Im traditionsreichen Merian-Saal in Basel begrüsste die Gastgeberin Ruth Straumann, Präsidentin des Unternehmerinnen- und Meisterfrauenverbandes (UMV), die vielen KMU Frauen zum mit Spannung erwarteten Referat der Jungunternehmerin Miriam Blocher. Ruth Straumann zeigte sich sehr erfreut darüber, dass die Referentin an diesem Abend über sich und das «Läckerli- Huus» mit seinen «Basler Läckerli» Jungunternehmerin Miriam Blocher zieht mit ihrem Referat die Gäste in ihren Bann. berichten wird. Susanne Speiser, Präsidentin der KMU Frauen Baselland, bedankte sich für die Einladung zu diesem spannenden Abend und stellte fest, dass sich mit dem Produktionsbetrieb im Kanton Basel-Landschaft, auch die Baselbieter sehr mit den «Basler Läckerli» verbunden fühlen. Läckerli-Liebhaberin Mit einer kurzen Übersicht über ihren Werdegang startete Miriam Blocher in ihr sehr persönliches Referat zum Thema «Frischer Wind in einem traditionsreichen Unternehmen». Sie ist von Kindsbeinen an ein grosser Fan von Süssigkeiten, insbesondere von Basler Läckerli, die zu Weihnachten immer unter dem Tannenbaum der Familie Blocher lagen. Nachfolge selbst angeboten Auf der Suche nach einer neuen Herausforderung und mit dem Wunsch nach einem eigenen Unternehmen wandte Miriam Blocher sich in einem Brief an André Klein, ehemaliger Vorsitzender der Geschäftsleitung der Dalasta Holding AG, um zu erfahren, wie denn dessen Nachfolgeregelung geplant ist. Die Dalasta Holding AG vereinigt die Unternehmen Läckerli-Huus AG, André Klein AG und die Willy Weber AG. Doch Klein war damals eigentlich auf der Suche nach einem CEO, damit das Unternehmen in Familienbesitz bleiben konnte. Nach Gesprächen und verschiedensten Überlegungen wurde Ende letzten Jahres die Übernahme der Dalasta Holding AG durch Miriam Blocher auf den 1. Januar 2007 bekannt gegeben. kmu frauen Programm 2007 Mittwoch, 28. November, 19 Uhr Galavorstellung «Winterzauber der Artistik» im Circus Gasser Olympia in Aesch: Feierlicher Jahresabschluss mit Partnern Montag, 10. Dezember, Uhr Bundeshausbesuch Nationalrat Hans Rudolf Gysin empfängt die Mitglieder der KMU Frauen Baselland im Berner Bundeshaus. Weitere Informationen und aktuelle Daten der KMU Frauen Baselland unter: Weitere Anlässe sind geplant Daten stehen noch nicht fest. nicht nur Miriam Blocher überrascht. Ihr sei bewusst gewesen, dass es sich um ein sehr traditionsreiches Unternehmen handelt, jedoch nicht, dass es eine wahrhafte Institution darstellt. Sie wolle deshalb auch das Bewährte und Traditionelle erhalten und mit frischem Wind jedoch nicht als Wirbelwind das Läckerli-Huus und die anderen Unternehmen leiten und erfolgreich in die Zukunft führen. Mit Fragen bestürmt Nach ihrem Referat wurde Miriam Blocher mit Fragen überhäuft und durfte von Seiten der Unternehmerinnen Glückwünsche und auch viele wertvolle Tipps und Ideen mit nach Hause nehmen. Zum Ausklang des Abends wurde im Café Spitz noch ausgiebig diskutiert und genetworked. OS. Enormes Interesse an der Unternehmerin-«Geschichte» von Miriam Blocher. Tradition mit frischem Wind Die Reaktionen von Seiten der Medien und insbesondere der Basler und Baselbieter Bevölkerung hat Dank an Miriam Blocher (Mitte) durch Susanne Speiser (l.) und Ruth Straumann (r.).

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der die und in den von zu das mit sich des auf für ist im dem nicht ein eine als auch es an werden aus er hat daß sie nach wird bei der die und in den von zu das mit sich des auf für ist im dem nicht ein eine als auch es an werden aus er hat daß sie nach wird bei einer um am sind noch wie einem über einen so zum war haben nur oder

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