3.99. Sonderausgabe. Preisgekrönt

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1 3.99 Sonderausgabe Preisgekrönt Die ausgezeichneten Storys von WirtschaftsWoche-Redakteuren 2013

2 DIE AUSGEZEICHNETEN KÖPFE UNSERER REDAKTION Melanie Bergermann Seite 3, 4 Heike Schwerdtfeger Seite 11 Niklas Hoyer Seite 11, 16 Florian Zerfaß Seite 52 Annina Reimann Seite 11, 16, 26, 32 Stefan Hajek Seite 11 Hauke Reimer Seite 11 Andreas Menn Seite 57, 61 Martin Gerth Seite 11, 12, 21 Christof Schürmann Seite 11 Anton Riedl Seite 11 Roland Tichy Seite 65 Frank Doll Seite 11, 12, 21 Susanne Kutter Seite 22, 37 2 WirtschaftsWoche

3 Wirtschaftsjournalistin des Jahres Melanie Bergermann 3 WirtschaftsWoche

4 Georg von Holtzbrinck Preis für Wirtschaftspublizistik Kategorie Print Melanie Bergermann 4 WirtschaftsWoche

5 Finger weg! GELDANLAGE Manch windiger Unternehmer verspricht viel, um an die Spargroschen deutscher Anleger zu kommen: Produkte mit Inflationsschutz, bei hoher Sicherheit und auskömmlichen Renditen.Doch wahrscheinlicher ist, dass Anleger verlieren. Die Gerbermühle in Frankfurt ist Literaturgeschichte: Goethe feierte hier seinen 66. Geburtstag; wir aber wollen nach der Mühle wandern, ließ er einen Osterspaziergänger im Faust sagen. Heute locken hier ein edles Restaurant, ein Sommergarten unter Kastanienbäumen und ein kleines Hotel Gäste an. Goethe, die Nähe zum Main und der Skyline-Blick machen die Gerbermühle zu einem beliebten Ausflugsziel und zu einem interessanten Objekt für Immobilienspekulanten sicherte sich die Frankfurter S & K-Gruppe den denkmalgeschützten Bau. Mit Vorzeige-Investitionen wie dieser warben die Gründer und Chefs der Gruppe, der 33-jährige Stephan Schäfer und der 31-jährige Jonas Köller, bei Anlegern um Geld. Ein tolles Objekt, dessen Nutzen sich sofort erschließt: Steine und Ziegel statt Papiergeld und Bankenpleite was soll da schiefgehen? Auf ihrer Internet-Seite wirft S & K mit Superlativen um sich: Mehrere Tausend Mitarbeiter will die Gruppe inklusive ihrer Beteiligungen beschäftigen und Immobilien im Wert von über 1,7 Milliarden Euro verwalten. Gesellschaften wie S & K haben derzeit leichtes Spiel. Die Deutschen fürchten sich vor Preissteigerungen, bei der Geldanlage sind Produkte, die Schutz vor Inflation versprechen, gefragt. Doch was Sparern derzeit unter dem Deckmantel der Sachwertinvestition ins Depot geschoben wird, ist oft schlimmer als jede Hyperinflation. Die WirtschaftsWoche hat einige der Antiinflationsprodukte, die aktuell an den Anleger gebracht werden sollen, geprüft: Vermeintliche Investitionen in Sachwerte entpuppen sich als hochriskant, kaum transparent und teuer. Im schlimmsten Fall wird nicht mal klar, ob alle Spargroschen der Anleger überhaupt investiert werden. Bedenklich ist: Längst werden die dubiosen Produkte nicht nur an Großverdiener vertickt, sondern zunehmend auch an die, die ohnehin nicht viel haben. Wir beobachten einen Trend hin zu immer kleineren Anlagesummen, sagt Philipp Zmyj-Köbel, der die Abteilung für Kapitalmarktstrafsachen bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft leitet. Normalanleger aber sind mit den oft sehr komplexen Firmenstrukturen in der Regel überfordert. Auch S & K ist eine für Laien schwer nachvollziehbare Firmenstruktur. Schäfer und Köller finanzierten die Immobiliengeschäfte ihrer Gruppe früher unter anderem dadurch, dass sie Anlegern Lebensversicherungen abkauften. Ende 2010 stellten sie das Geschäft ein: Mit diesem Schritt distanziert sich die S & K Unternehmensgruppe von teils unseriösen Produktanbietern, die das gesamte Geschäft in Verruf gebracht hätten, tönten die beiden. Heute werben sie Gelder über Fonds wie den S & K Sachwerte Nr. 2 ein. Investoren erwerben Anteile an einem Fonds, der das eingezahlte Kapital als Darlehen an eine GmbH weiterreicht, die zur S & K-Gruppe gehört. Die GmbH soll für das Darlehen so hohe Zinsen zahlen, dass beim Anleger pro Jahr stolze zwölf Prozent hängenbleiben. Anleger erwerben hierbei keinen Anteil an einer Immobilie, sondern finanzieren mit einem Kredit die Geschäfte der GmbH aus dem S & K-Reich. BEEINDRUCKENDER FUHRPARK Die Geschäfte laufen gut, auf jeden Fall für die beiden Chefs: Köller wohnt in einer prächtigen Villa in Erlenbach am Main, Schäfer bewohnt ein ebenso imposantes Wohnhaus im Wert von knapp 2,6 Millionen Euro in Offenbach, das S & K gehört. In welcher Höhe er hierfür Miete zahlt, wollte er nicht sagen. Zum Fuhrpark der Firma, die laut einer Präsentation 2011 nur über 70 feste Mitarbeiter beschäftigte, gehören Edelkarossen wie Porsche, Lamborghini, Ferrari, Audi A8, Audi R8, Bentley Cabrio und 7er-BMW und Aston Martin DB9 Cabrio. Hinzu kommt mindestens eine Stretchlimousine. S & K hat von den Fragen der WirtschaftsWoche unter anderem zum Fuhrpark nur wenige beantwortet. Weitere Fragen würden sie nur dann beantworten, lassen»» sie per Anwalt verlauten, wenn die WirtschaftsWoche ihre Quellen offenlegt. Nach außen hin bemühen sich die Immobilienprofis um Solidität. Schäfer saß im Beirat der Deutschen Gesellschaft für Finanzund Haushaltspolitik, in dem auch Roland-Berger-Aufsichtsratschef Burkhard Schwenker vertreten ist. Dr. Jonas Köller vertritt beim Bundesverband Wirtschaftsförderung die Immobilienbranche. Das Impressum der S & K-Web-Site weist ihn als Dr. h. c. aus. Laut seinem Xing-Profil arbeitet Köller seit mehr als neun Jahren für S & K. Angaben zu einem Universitätsstudium finden sich hier nicht. Fragen hierzu beantwortete Köller nicht. Laut der Internet-Seite jonasköller.net können Investoren sicher sein, dass S & K-Investitionen immer rentabel und sicher sind. Doch immer rentabel und sicher ist keine Investition. Vielmehr gehen Anleger eine gefährliche Wette ein: n Von der investierten Summe zuzüglich fünf Prozent Aufgeld (Agio) werden nur etwas mehr als 80 Prozent als Darlehen weitergereicht und können investiert werden. Wie mit der Summe über fünf Jahre jährlich zwölf Prozent Zinsen auf 100 Prozent des angelegten Kapitals erwirtschaftet werden sollen, bleibt das Geheimnis von S & K. n Laut Prospekt vom 10. Januar 2012 wurde die GmbH, die den Kredit von den Anlegern erhält, von ihrer Mutter S & K Sachwert AG mit fünf Millionen Euro Stammkapital ausgestattet. Aus dem Protokoll einer Gesellschafterversammlung der GmbH vom WirtschaftsWoche

6 Dezember 2011 geht aber hervor, dass die fünf Millionen Euro nicht in bar, sondern als Immobilie eingebracht wurden. Dem Fonds wurde das ehemalige Gästehaus der Industriellenfamilie Sachs in Schweinfurt übertragen. Laut dem Haus- und-hof-gutachter von S & K soll dies 6,7 Millionen Euro wert sein. Doch das darf bezweifelt werden: S & K hatte die Villa, die lange Zeit vergeblich angeboten wurde, für 1,7 Millionen Euro ersteigert. S & K legt Wert auf die Feststellung, dass alle bislang von der S & K zum Eigenkapital gemachten Angaben in Bezug auf die Höhe von fünf Millionen Euro richtig sind. n Schäfer und Köller können Gewinne der GmbH, die von den Fondsanlegern Kredit bekommt, als Dividende an die Großmutter, die S & K Holding, durchreichen. Diese Holding wiederum haftet für Verbindlichkeiten von drei S & K-Gesellschaften, die bis vor zwei Jahren Lebensversicherungen gekauft haben. Den Verkäufern der Policen hat S & K teilweise versprochen, dass sich ihr Kapital mindestens verdoppelt. Für die Anleger ist es deshalb wichtig, dass die drei Gesellschaften die Ansprüche der Lebensversicherungskunden befriedigen können. Schaffen sie das nicht, könnten die Gewinne der kreditnehmenden GmbH dafür herangezogen werden. Die könnte dann möglicherweise ihre Verpflichtungen (Zinsen und Tilgung) gegenüber dem Fonds und damit den Anlegern nicht mehr erfüllen. GERBERMÜHLE VERSCHWUNDEN Eine der Gesellschaften, die laut S & K einst Lebensversicherungen aufgekauft hat, verfügt laut Handelsregister über ein Stammkapital in Höhe von einer Million Euro. Das Stammkapital einer GmbH gibt die Summe der Nennbeträge aller Geschäftsanteile an. Laut einem notariellen Protokoll vom 27. August 2012, das beim Handelsregister hinterlegt ist, besteht diese Gesellschaft aber aus nur einem einzigen Geschäftsanteil über Euro. Im Geschäftsbericht des Unternehmens von 2010 heißt es zudem, dass Einlagen in Höhe von Euro noch ausstehen. S & K erklärt hierzu, dass alle Angaben bezüglich des Stammkapitals in Höhe von einer Million Euro zutreffend seien. Ob die Gesellschaften in der Lage sind, allein aus laufenden Erträgen ganz locker ihre Gläubiger zu bedienen, lässt sich nur schwer eruieren. Zur Gruppe gehören mehrere Dutzend Gesellschaften. Einen Konzerngeschäftsbericht, der Auskunft über die Ertragskraft der Gruppe geben könnte, gibt es nicht. Mitte 2012 meldete S & K einen Immobilienbestand von 180 Millionen Euro. Aktuell verwaltet die Gesellschaft laut Homepage angeblich Immobilien im Wert von 1,7 Milliarden Euro, ihr Anwalt sprach gegenüber der WirtschaftsWoche sogar von mehreren Milliarden Euro. Ein Teil der Immobilien aus dem eigenen Bestand lässt sich im Referenzkatalog von S & K besichtigen. Die Version vom 30. April 2011 zeigt einen Bestand mit einem Verkehrswert von rund 127 Millionen Euro. Mehr als die Hälfte des hier gezeigten Immobilienvermögens wirft beim näheren Hinsehen allerdings Fragen auf: n Auf den Seiten 114 und 115 der Printversion ist die Gerbermühle mit einem Verkehrswert von 7,3 Millionen Euro zu sehen. In der aktuell im Netz befindlichen Internet-Variante vom selben Tag eine neuere Version gibt es nicht fehlen die Seiten 114 und 115 und damit alle Angaben zur Gerbermühle, deren Kauf S & K in 2011 noch stolz verkündet hatte. Zu den Gründen wollte sich S & K nicht äußern. Auffällig ist jedenfalls, dass Familienmitgliedern der S & K-Chefs bis auf 0,4 Prozent eine Gesellschaft mit dem Namen Gerbermühle Objekt GmbH gehört. Ob diese im Zusammenhang mit der gleichnamigen Immobilie steht, wollte S & K nicht beantworten. n Ein Büro- und Geschäftshaus in Karlsruhe, das sich laut Katalog in sehr guter Geschäftslage befindet und 26,6 Millionen Euro wert sein soll, war nach Informationen der WirtschaftsWoche sogar nie im Eigentum der S & K, weil das Unternehmen zweimal vom Kaufvertrag zurücktrat. S & K erklärt hierzu, dass der erste Kaufvertrag vor dem 30. April 2011 geschlossen worden sei und damit, bevor der Referenzkatalog erstellt wurde. Später habe es Schwierigkeiten mit der Verkäuferpartei gegeben. Unter anderem habe die Pfandfreigabe durch die eingetragene Gläubigerin vom Verkäufer nicht erzielt werden können und der Verkäufer entgegen der protokollierten Absprache einen Grundschuldbrief dem Notar nicht zur Verfügung gestellt. Des Weiteren seien schwere Mängel aufgetaucht. Das Fehlen einer CO 2 Warnanlage sei arglistig verschwiegen worden. Daraus ergibt sich jedenfalls nicht, dass die Immobilie jemals S & K gehört hat. n Eine Immobiliengesellschaft aus dem Referenzkatalog ist insolvent: Sie gehört zum Multi Tec Park ein Gewerbegebiet im Mainzer Stadtteil Hechtsheim, der laut S & K 34 Millionen Euro wert sein sollte. S & K erklärt hierzu pauschal, dass die WirtschaftsWoche nicht gründlich recherchiert habe, weil es ansonsten nicht derart falsche Angaben bezüglich des Vorgangs Gerbermühle oder Multi- TecPark geben könne. Fragen zu den Objekten beantwortet das Unternehmen hingegen nicht. CHUCK NORRIS UND EIN ELEFANT Die Freude am süßen Leben lassen sich die beiden Gründer aber von solchen Ärgernissen nicht verdrießen. Ihre Partys, zu denen auch der eine oder andere Finanzberater eingeladen wird, gelten als legendär: Köller etwa mietete einmal einen Elefanten und wartete mit Promis wie Schauspieler Chuck Norris sowie vielen leicht bekleideten Frauen auf. Bei einer anderen Gelegenheit präsentierte er sich in Superman-Badehose, mit dem Ex-Börsenguru Thomas Kramer. In der Szene kursieren Unmengen an Fotos. Einmal posierte er auch mit einer Blondine im Arm und einer Maschinenpistolen-Attrappe in der rechten Hand über ihm der Spruch: Get rich or die trying. n 6 WirtschaftsWoche

7 Vertreibung aus dem Paradies SPARKASSEN Der Boom der vergangenen Jahre ist vorbei.die niedrigen Zinsen belasten die Ergebnisse der Institute so stark, dass viele ums Überleben werden kämpfen müssen. Die Sparkassen müssen sich radikal reformieren, um eine Zukunft zu haben. Vor der Mehrzweckhalle in Düren wehen um kurz vor 19 Uhr zwei Sparkassen-Fahnen müde im März-Wind. Die meisten der 2200 Gäste sind bereits drinnen im rot beleuchteten Innenraum und rutschen auf den Sitzflächen ihrer roten Tribünen- Stühle mit dem Sparkassenlogo herum. Wann kommt denn der Howie?, ist die meistgestellte Frage an diesem bodenständigen Abend ob am Getränkestand oder an der Frikadellenbude. Die Sparkasse Düren hat Schlagersänger Howard Carpendale in den Seelen-Ort zwischen Aachen und Köln geladen. Eine Gruppe Mittvierzigerinnen drängelt sich am Absperrgitter, als ihr Idol die Bühne betritt. Howie, Howie, tönt es. Sind Sie alle Kunden der Sparkasse?, fragt der 67-Jährige. Welche Sparkasse ist es noch mal? Zypern? Düren? So wie Sie alle lächeln, muss es Düren sein. Sparkassenchef Herbert Schmidt kann zufrieden sein. Er hat seine Kundinnen mit Howard Carpendale glücklich gemacht und stellvertretend für alle 422 deutschen Institute deren Botschaften unters Volk gebracht. Nämlich: Auch wenn Europa taumelt, ist das Geld bei den Sparkassen sicher. Sie sind nicht abgehoben, sondern nah bei den Menschen. Sie betreiben kein Bonibankertum, sondern ehrliches Handwerk. Das Image hat die Kunden gerade nach der Finanzkrise 2008 überzeugt. Da trugen sie ihr Geld am liebsten in die Geldhäuser mit dem roten S. Die Kundeneinlagen kletterten von 742 Milliarden Euro 2008 auf 799 Milliarden Euro Doch mit den guten Jahren ist es vorbei, auf die Sparkassen rollt eine Krise zu. Schuld daran ist vor allem die Europäische Zentralbank. Seit sie Geld quasi zum Nulltarif verleiht, sind die Zinsen für langfristige Anlagen in den Keller gerauscht. Weder Unternehmens- noch Staatsanleihen bringen bei akzeptablem Risiko noch annehmbare Renditen. Die Sparkassen trifft das besonders hart. Sie nehmen viel mehr Kundeneinlagen an, als sie Kredite unters Volk bringen können. Den Überschuss legen sie an. Immer mehr alte, hoch verzinste Anleihen laufen aus und können nur durch neue, schlecht verzinste ersetzt werden. Experten erwarten den Knall für DIE ZUKUNFT EINER ILLUSION Schon jetzt lasten Beteiligungen auf den Sparkassenbilanzen. Als Milliardenflop hat sich die 2007 gemeinsam übernommene Landesbank Berlin entpuppt. Auf ihre Beteiligung mussten die Institute 2,2 Milliarden Euro abschreiben. Hinzu kommen die Schieflagen von Landesbanken. An den Desastern sind die Sparkassen mit schuld: Ihre Vertreter in den Aufsichtsgremien hatten die Käufe von US-Schrottpapieren geduldet. Die Sparkassen in Baden-Württemberg haben die LBBW mit 1,8 Milliarden Euro gestützt, die bayrischen Institute halfen ihrer Landesbank mit 1,7 Milliarden. Um was die Institute ihre Beteiligungen abschreiben müssen, ist nicht transparent. Der Wert der HSH Nordbank dürfte sich um etwa 500 Millionen reduziert haben. Und die Abwicklung der WestLB dürfte die nordrhein-westfälischen Institute bis zu sechs Milliarden Euro kosten. Der demografische Trend ist auch nicht ihr Freund. Kunden werden älter, andere ziehen in Städte, wo die Sparkasse nur eine Bank von vielen ist. Ihr großes, einzigartiges Filialnetz können sie sich so kaum noch leisten. Solche Misstöne werden kaum zu hören sein, wenn sich an diesem Mittwoch rund 2500 Gesandte zum Sparkassentag in Dresden treffen. Kanzlerin Angela Merkel wird ebenso da sein wie Bundesbank-Präsident Jens Weidmann. Das Treffen wird der bisher größte Auftritt in der einjährigen Amtszeit von Georg Fahrenschon an der Spitze des Sparkassenverbandes DSGV. Schon Wochen zuvor ist der ehemalige bayrische Finanzminister viel unterwegs. Früh ist er aus München nach Berlin geflogen, hastet in die DSGV-Zentrale in der Charlottenstraße, an der ein rotes Sprangt, und fährt mit dem Glasaufzug nach ganz oben. Er hat sich perfekt in seine Rolle als Lobbyist eingefunden, bei Terminen trägt er rote Krawatte, die typischen Floskeln sprudeln nur so aus ihm heraus. Wir wollen vor Ort und unseren Kunden nahe sein, sagt er. Wir sehen die Zukunft nicht darin, Kunden in eine menschenleere Technikhalle zu schicken. Und: Die Kunden vertrauen den Sparkassen. Als Politiker hat er gelernt, heikle Fragen zu beantworten, indem er sie nicht beantwortet. Die Niedrigzinsen erklärt er zur Herausforderung einer Gesellschaft, die auf Substanz und Stabilität Wert legt. Zu den Folgen für die Sparkassen ist ihm bei mehrmaliger Nachfrage nur zu entlocken, dass wir vorbereitet sind und auch mit niedrigen Zinsen arbeiten können. Noch ist von der kommenden Krise wenig zu sehen. 4,4 Milliarden Euro verdienten die Sparkassen bei einer Bilanzsumme von 1,1 Billionen Euro 2012 insgesamt vor Steuern. Das sind sieben Prozent weniger als 2011, aber mehr als fünfmal so viel wie die Deutsche Bank, die bei einer Bilanzsumme von zwei Billionen Euro nur auf knapp 800 Millionen kam. So kann die Illusion noch eine Weile bestehen bleiben, dass die guten Zeiten weitergehen. Da verdienten die Sparkassen mit ihren Wertpapierdepots das Geld wie im Schlaf. Kommunalpolitiker, die sie als Verwaltungsräte kontrollieren, konnten sich freuen, vor Ort eine Art schwarze Kasse zu haben, die bei Anruf Trikots für den Sportverein oder die Verschönerung des Rathauses zahlte. Kein Wunder, dass sie den Zustand verteidigen wollen. So wie im Landkreis Kleve an der niederländischen Grenze. Hier haben Kaf- 7 WirtschaftsWoche

8 feeröstereien, Logistiker und Unternehmen wie Katjes und Bofrost ihren Sitz und jede Menge Sparkassen. Für die Einwohner in Goch, Kleve, Emmerich und Straelen gibt es vier selbstständige Institute. Ehe die Sparkasse Krefeld das in Not geratene Institut in Geldern Anfang 2007 übernahm, waren es sogar fünf. TRAUMATISCHES ERLEBNIS Für die Politiker war das offenbar ein traumatisches Erlebnis, das sie sich nicht noch mal antun wollten. So pumpte der Kreis Kleve Ende 2012 zehn Millionen Euro in die mit Privatkunden kleine Sparkasse Emmerich-Rees. Das zusätzliche Eigenkapital macht das Institut fit für die Zukunft, sagt Emmerichs Bürgermeister Johannes Diks (CDU). Eine Fusion mit anderen Kassen hatten die Politiker verworfen. Jetzt können wir mittelständische Unternehmen noch besser fördern, sagt Sparkassenchef Horst Balkmann. Nebenbei ist gesichert, dass jährlich rund Euro Spenden vor Ort ankommen. Für den Kreis ist das eine gute Investition, meint Balkmann. Das muss er so sagen. Wenn die Geldinfusion auch nur den Anschein einer Rettung hätte, würde die Sparkasse mit elf Filialen ins Visier der Beihilfewächter der Brüsseler EU-Kommission geraten. Problemfrei ist ihre Lage nicht: 2011 machte sie laut Konzernabschluss knapp zwei Millionen Euro Verlust. Die Bilanz weist ein Geflecht von Tochterfirmen zur Erschließung von Grundstücken aus, deren Risiken nach wie vor erheblich sind. 80 Millionen Euro hat das Institut in Spezialfonds angelegt. Über einen hatte sie griechische Staatsanleihen im Wert von 4,2 Millionen Euro gekauft und mit fast zwei Millionen Euro Verlust wieder verkauft. Zudem liegen in den Fonds strukturierte Produkte, also verbriefte Kredite, im Wert von 25 Millionen Euro. Das Institut nimmt an, dass die Märkte so gestört sind, dass niemand die Papiere kaufen will, und vermeidet so teilweise Abschreibungen. Dass Sparkassen auch von der Anlage von Wertpapieren leben, wird immer erst publik, wenn sie in Not geraten. Dabei sind die Volumina erheblich. So betrug das Wertpapiervermögen der Kreissparkasse Anhalt-Bitterfeld 2011 stolze 815 Millionen Euro 171 Millionen Euro mehr, als sie Kredite an die heimische Wirtschaft ausreichte. Die Sparkasse Emmerich-Rees hat Anleihen für 240 Millionen Euro im Depot. Solange die Papiere hohe Renditen abwarfen, ließ es sich gut leben. Die Sparkassen setzten ordentlich Speck an. Ihren Vorständen geht es gut kassierte Peter Fröhlich, damals Chef der Sparkasse in Düsseldorf, Euro, davon Euro als Grundgehalt. In Relation zur Bilanzsumme von 12 Milliarden Euro verdiente er mehr als Josef Ackermann. Der bekam 6,3 Millionen Euro für die Bilanzsumme der Deutschen Bank von 2,2 Billionen. Bei Nachfolger Arndt Hallmann legten die Verwaltungsräte noch mal Euro fix drauf. Die Vorstände der Sparkasse Gronau mit 460 Millionen Euro Bilanzsumme und 120 Mitarbeitern eine der kleinsten im Land beziehen immerhin noch um die Euro Jahresgehalt. Goldene Handschläge sichern den Vorständen der Stadtsparkasse Düsseldorf zudem für den Fall, dass ihr Vertrag nicht verlängert wird, ein Übergangsgeld bis zur Rente. Einem Vorstand der Sparkasse Sprockhövel garantiert sein Vertrag ein Jahresgehalt als Abfindung, falls er ohne seine Schuld nicht verlängert wird. Das findet sich so bei vielen Sparkassen. In den Geschäftsberichten heißt es, dass sie sich dabei an Empfehlungen der Sparkassenverbände orientieren. Die aber sind geheim. Genauso wie die Verteilung ihrer Wohltaten. Sparkassen stiften einen Großteil ihrer Erträge für gemeinnützige Zwecke. Mal wird der Dorfkindergarten mit einer Schaukel bedacht, mal die Musikschule mit Instrumenten. Wer wie viel und warum erhält, ist nicht transparent. Gerechtfertigt wird das meist damit, dass man keine Begehrlichkeiten wecken wolle. Der grüne Bundestagsabgeordnete Oliver Krischer war 15 Jahre Mitglied im Verwaltungsrat der Sparkasse Düren und ärgert sich maßlos, dass niemand wissen darf, was mit deren Gewinnen passiert. Würde das veröffentlicht, würde das Geld anders verteilt. VERSCHWENDUNG STATT IDEEN Die wenigen Informationen über die Spendenpolitik der Sparkasse Düren, die an die Öffentlichkeit gelangen, werfen Fragen auf. So etwa die Beziehung zur Entwicklungsgesellschaft Indeland. Die haben der Kreis Düren und einige Kommunen gegründet, um Konzepte für die Tagebaufläche Inden zu entwickeln, wenn dort ab 2030 keine Braunkohle mehr gefördert wird. Eine Million Euro schenkt die Sparkasse der Indeland über fünf Jahre. Dabei fällt Indeland weniger durch kluge Vorschläge als durch Verschwendung auf. So ließ die Gesellschaft 2008 Herbert Grönemeyer für ein Konzert anreisen. Kostenpunkt: mehr als drei Millionen Euro. Am Ende blieb ein Verlust von Euro. Zudem hat sie mit Jens Bröker, einem SPD-Politiker aus dem Kreis Düren, einen hauptamtlichen Geschäftsführer eingestellt ohne Ausschreibung. Der Fünfjahresvertrag sichert ihm ein Fixgehalt von Euro im Jahr, zuzüglich Versicherungen und Dienstwagen. Wenn sein Vertrag ausläuft, schließt sich nahtlos ein Beratervertrag an, der Bröker bis zur Rente Euro pro Jahr sichert. Die Spende der Sparkasse macht s möglich. Sparkassenchef Herbert Schmidt hält die Zuwendung für eine gute Investition. Die Region müsse sich für die Zeit nach dem Tagebau aufstellen. Es gehört zu unserem öffentlichen Auftrag, dass wir sie dabei unterstützen. Am Tagebau hingen 2000 bis 2500 Arbeitsplätze. Wie Indeland das Geld einsetze, habe er nicht zu entscheiden. Es sei lediglich vertraglich geregelt, dass das Geld der Sparkasse nur für Maßnahmen ausgegeben werden dürfe, die dem Strukturwandel dienten. Brökers großzügiger Vertrag geht für Schmidt in Ordnung. Von der Sparkasse profitiert auch die Kulturinitiative im Kreis Düren, die die Grünen am Ort mal als Briefkastenverein zur Verwertung von Spenden der Sparkasse bezeichneten. Der CDU- Landrat Wolfgang Spelthahn engagiert sich in der Kulturinitiative. Vorsitzende ist mit Käthe Rolfink eine Parteikameradin. Sie will nicht sagen, wie viel Geld sie von der Sparkasse bekommt. Deren Chef Schmidt sagt lediglich, die Initiative erhalte keinen sechsstelligen Betrag. Ihn und den Verein würden Verträge zur Verschwiegenheit verpflichten. Die aber hat er selbst ausgehandelt. Eine hohe fünfstellige Summe wäre für einen Verein mit 29 Mitgliedern auch schon gewaltig. Für Renommierprojekte ist jedenfalls Geld da: Die Initiative ließ zum Beispiel einen Löwen aus Metall auf dem Vorplatz der Kreisverwaltung aufstellen Euro so behauptet es die Kreistagsfraktion der Grünen auf ihrer Homepage ließen die Sparkasse und ihre Stiftungen dafür springen. Die Sparkasse kann nicht sagen, ob die Summe stimmt. Ich bin davon überzeugt, dass der Löwe für Düren die Bedeutung erlangen wird, die der Eiffelturm für Paris besitzt, schwärmte ein Vorstand bei der Einweihung. Anderswo dagegen wird gespart: zum Beispiel beim Verein Endart, der sich um drogenabhängige Jugendliche kümmert. Die 5000 Euro, die der Verein für einen Band-Wettbewerb 8 WirtschaftsWoche

9 brauchte, konnte die Sparkassenstiftung nicht auf einen Schlag, sondern nur verteilt über zwei Jahre zahlen. 590 Kilometer von Düren entfernt liegt Annaberg-Buchholz. Die Kreisstadt des Erzgebirges sieht aus wie von einer Modelleisenbahnplatte zwischen die Hügel des Erzgebirges gesetzt, das Schaufenster eines Holzfigurenladens wirbt: Neue Wichtel eingetroffen. Ein paar Touristen spazieren durch die lückenhafte Idylle: Geschäfte suchen Mieter, bei manchen Häusern sind die Fenster zerbrochen Einwohner hat der sächsische Kreis in den vergangenen 20 Jahren verloren. Bis 2025 werden es noch mal weniger, und die Verbliebenen werden dann im Durchschnitt 52 Jahre alt sein. Statt früher fast 5000 machen jährlich noch 2300 Schüler einen Abschluss. Die Zahlen trägt Sparkassenchef Roland Manz aus einem dicken Hefter mit der Aufschrift Strategie vor. Wir bewegen uns in einem schrumpfenden Markt, sagt er. Das ist so, seit er 1990 als junger Sparkassenmanager aus Bayern zugewandert ist. Die Sparkasse muss sparen. Nur an einer Stelle wird der Rotstift nicht angesetzt: 1,2 Millionen Euro hat sie 2012 für Spenden ausgegeben, und das nicht bloß für Kleckerprojekte, sondern auch für Spitzensport. Seit Jahren unterstützt sie die Winterathleten in Oberwiesenthal, seit 2011 kickt zudem der aktuell abstiegsbedrohte Zweitligist aus Aue im Sparkassen-Erzgebirgsstadion. Für zehn Jahre hat sich das Institut die Namensrechte gesichert. VERBUNDENHEIT MIT DER REGION Ihr Slogan Wir sind Erzgebirge prangt nun an der altertümlichen Sportstätte, und im Sommer darf dann auch mal ein Sparkassenteam gegen die Profikicker ran. Ein Signal der Verbundenheit mit der Region, sagt Manz. Auch im Erzgebirge sind Spitzenleistungen möglich. Weiterer Vorteil: Die Eintrittspreise bleiben moderat. Aber sind solche Imageprojekte wirklich Aufgaben der Sparkasse? Klare Regeln fehlen. In der Praxis kungeln Sparkassenmanager und Lokalpolitiker aus, was mit dem Geld geschieht. Eigentlich dürften sie Sponsoring nur so betreiben, dass wirklich alle Einwohner davon profitieren, sagt der Frankfurter Juraprofessor Helmut Siekmann. Und statt üppiger Spenden müssten die Sparkassen, wenn sie hohe Gewinne erzielen, ihre Konditionen kundenfreundlicher machen. Schließlich sei es ihr öffentlicher Auftrag, Finanzdienstleistungen auch für ärmere Bevölkerungsschichten möglichst günstig anzubieten. Doch die Sparkassen haben vielerorts ganz andere Probleme. Sie stehen unter Kostendruck auch im Erzgebirge, wo sich gerade drei Sparkassen zusammengeschlossen haben. Wir durchleuchten alle 97 Filialen genau, sagt Chef Manz. Alle können nicht bleiben, es geht um Alternativkonzepte. In 16 Einzelhandelsläden können Kunden mit der EC-Karte Geld abheben. Die Sparkasse macht auch mit beim Projekt Große Emma des Ostdeutschen Verbandes. Dabei nutzen etwa Versicherungen und Stromerzeuger die Gebäude mit, um ihre Produkte zu vertreiben. So sinken die Kosten für jeden Mieter. Zudem hat Manz neun knallrote Minis angeschafft, die mit dem Aufdruck Ihre Sparkasse für zu Hause zu den Kunden rollen. Ein Grundproblem aber wird schon im Foyer der Zentrale offensichtlich, wo ein Zweifamilienhaus für Euro angeboten wird. Die Preise haben sich stabilisiert, die Nachfrage steigt, sagt Manz. Und es gebe viele Mittelständler, die Kredite nachfragten. Dennoch haben die Kunden der Sparkasse doppelt so viel Geld anvertraut, wie sie an Krediten ausgereicht hat. Das ist fast überall im Osten so, und deshalb belasten die Niedrigzinsen dort besonders stark. Letztlich treffen die gedrückten Renditen aber alle Banken mit starkem Einlagengeschäft, auch die Volksbanken und die Postbank. Die Renditen für Unternehmensoder Staatsanleihen haben Tiefststände erreicht, eine Aufwärtsbewegung ist nicht absehbar (siehe Grafik Seite 50). Weil die Konditionen, die Sparkassen an ihre Kunden zahlen müssen, damit die ihnen das Geld überlassen, nicht im selben Tempo sinken, sinkt die Zinsmarge und damit der mögliche Gewinn. Bislang macht sich das in den Bilanzen kaum bemerkbar. Bundesweit fiel der Rückgang des Zinsergebnisses mit 1,6 Prozent moderat aus. Der Zinsüberschuss der Sparkasse Bodensee sank 2012 im Vergleich zum Vorjahr um zwei Prozent auf 72,3 Millionen Euro. Beim Sparkassenprimus aus Hamburg, der Haspa, ging der Zinsüberschuss im selben Zeitraum schon um 5,4 Prozent auf 729 Millionen Euro zurück. In Düsseldorf sank er um 30 Millionen auf 236 Millionen Euro. Noch sind die Niedrigzinsen nicht voll spürbar, sagt der frühere Kapitalmarktvorstand einer Großbank. Denn die Sparkassen halten noch viele länger laufende Papiere, die höher verzinst sind. Wenn diese auslaufen, müssen sie durch neue, schlecht verzinste ersetzt werden. Wenn die Zinsen irgendwann wieder steigen, verzögert sich die Erholung der Renditen entsprechend: Selbst wenn der Durchschnittszins aller umlaufenden Anleihen von aktuell 1,4 bis 2016 wieder auf drei Prozent steigt, werden die Renditen für die Wertpapierportfolios der Sparkassen bis 2018 weiter fallen, weil die aktuellen Tiefststände so lange nachwirken. AGGRESSIVE ANGEBOTE Steigende Langfristzinsen können auch Nachteile haben: Dann sinkt der Marktwert schlecht verzinster Anleihen. Hat eine Sparkasse solche im sogenannten Handelsbestand verbucht, was manche so handhaben, muss sie diese abschreiben. Weiteres Risiko: Konkurrenten könnten mit aggressiven Tagesgeldangeboten an den Markt gehen und so die Sparkassen zwingen, ihre Konditionen ebenfalls zu verbessern. Dann bleibt die Zinsmarge auch bei steigenden Anlagezinsen niedrig. Lösen lässt sich das Zinsproblem nur auf zwei Weisen: Die Sparkassen können riskantere Wertpapiere kaufen, die mehr Zinsen abwerfen. Das allerdings passt nicht zu ihrer soliden Philosophie. Deshalb müssen die Kosten runter. Die Kreissparkasse Köln etwa schließt in diesem Jahr jede fünfte ihrer 216 Filialen. 2,5 Millionen Euro sollen dadurch pro Jahr eingespart werden. Schließungen sind jedoch limitiert. Denn die Sparkassengesetze verpflichten sie dazu, die Bevölkerung in der ganzen Region mit Bargeld und Krediten zu versorgen. Mitarbeiter einer öffentlich-rechtlichen Sparkasse sind nur schwer kündbar, klagt zudem der Chef einer westfälischen Sparkasse. Ich habe da keinerlei Spielraum. Entlassungen sind teuer, so teuer, dass es sich in meiner Amtszeit nicht mehr rentiert, sagt ein anderer Sparkassenvorstand. Also vererbt man das Problem an den Nachfolger. Wie lange lässt sich dieser Kurs noch durchhalten? Zwei Jahre noch, sagt der westfälische Sparkassenchef. Und wenn die Zinsen dann nicht wieder steigen? Dann haben wir ein Problem. Das haben bereits die 14 Sparkassen in Schleswig-Holstein. Drei von ihnen mussten in jüngerer Zeit gerettet werden. Drei weitere sollen schwer angeschlagen sein. Die Sparkasse Südholstein brauchte Millionen Euro. Die soll sie bis 2019 an die Stüt- 9 WirtschaftsWoche

10 zungsfonds der Sparkassen in Land und Bund zurückzahlen. Ob sie das schafft, ist offen. Derzeit sieht es eher danach aus, als würde sie noch mehr Geld brauchen. Grund waren Abschreibungen auf die Beteiligung an der maroden HSH Nordbank. Im nördlichsten Bundesland zeigt sich die Schwäche des so offensiv beworbenen Sicherungssystems, bei dem in Schieflage geratene Sparkassen möglichst von anderen aufgenommen werden. Zwar hat so noch nie ein Sparkassenkunde Geld verloren. Ein Krisenhaus kann aber gesunde anstecken. So schluckte die Nordostseesparkasse (Nospa) 2008 die Sparkasse Flensburg, die sich unter anderem mit Krediten an das Erotikunternehmen Beate Uhse verhoben hatte. Doch die Nospa war selbst zu schwach und brauchte Millionen Euro aus dem Rettungsfonds. Obwohl sie selbst ein Sanierungsfall ist, muss sie erneut als Retter in der Not antreten und die kleine Spar- und Leihkasse zu Bredstedt, deren Geschäftsgebiet von dem der Nospa umschlossen ist, auffangen. Das Institut in Bredstedt gehört mehrheitlich nicht der Kommune, sondern einer Bürgerstiftung. Und die wollte viel Gutes tun. Unter ihrer Anweisung gab die Sparkasse schließlich 45 Prozent aller Kredite für erneuerbare Energien, für Biomasse und Windräder aus. Sie avancierte sogar außerhalb der Landesgrenzen zum Konsortialführer bei Finanzierungen. Dabei fehlte es an Kapital, um die Kredite ausreichend zu decken mit der Folge, dass nun laut Geschäftsbericht die Risikotragfähigkeit nicht mehr gegeben ist. Zunächst retteten die Hamburger Sparkasse und der Verband in Schleswig Holstein die Bredstedter vor der Pleite. Dass die Sparkassen zuletzt überzeugende Ergebnisse lieferten, liegt daran, dass die Wirtschaft läuft und sie weniger Geld als üblich für Kreditausfälle zurückstellen mussten. Trübt sich die Lage ein, drohen Belastungen. Die Sparkassen müssen sich also wandeln, um sich erhalten zu können. Sie können ihr solides Image und die Nähe zu den Bürgern nutzen, um die mit innovativen Ideen an sich zu binden. Es gibt auf den unterschiedlichen Ebenen der Organisation auch einige vielversprechende Pilotprojekte. Eins steht jedenfalls fest: Wenn es die Sparkassen nicht mehr gäbe, würde den Bürgern etwas fehlen. Auch in Düren. In der Arena steht nach dem Konzert noch eine alte Dame herum. Als ein Sparkassenmitarbeiter vorbeigeht, drückt sie ihm einen Brief für Howard Carpendale in die Hand. Na klar. Ich gebe das weiter, versichert er. Das ist Sparkasse in Reinkultur. n Frankfurt, Frankfurt. 10 WirtschaftsWoche

11 Hauke Reimer Christof Schürmann Niklas Hoyer Deutscher Derivate Verband Journalisten des Jahres 2013 Redaktionsteam Geld&Börse Frank Doll Stefan Hajek Anton Riedl Martin Gerth Annina Reimann Heike Schwerdtfeger 11 WirtschaftsWoche

12 Deutscher Journalistenpreis Kategorie Vermögensverwaltung Martin Gerth Frank Doll 12 WirtschaftsWoche

13 Trockene Tatsachen AGRARSPEKULATION Gewissenlose Finanzinvestoren sollen schuld daran sein, dass die Lebensmittelpreise steigen.banken verzichten wegen der massiven öffentlichen Kritik auf Agrarwetten.Die Fakten aber entlasten die Spekulanten. Auf dem Acker im rheinischen Nörvenich ist Ruh: Die Kartoffeln warten im Lager von Gut Ollesheim darauf, abtransportiert, geschnitten und als Pommes schockgefroren zu werden. Landwirt Eberhard Peill muss entscheiden, ob er jetzt oder später verkaufen will. Auf dem Bildschirm seines Büros laufen Daten von der Terminbörse Eurex ein. Kartoffeln, die im April an die Industrie geliefert werden sollen, stehen bei 22,50 Euro je Doppelzentner. Im November waren es noch 30 Euro. Bis Juni muss die Ernte verkauft sein. Ohne den Terminhandel hätte ich keine Richtschnur für den Preis, den ich vom Händler verlangen kann, sagt er. Für die halbe Ernte sichert er sich Preise über Termingeschäfte beim Händler oder über Futures an der Börse. Futures sind Verträge, die regeln, wann und zu welchem Preis wie viele Zentner Kartoffeln oder Weizen verkauft oder abgenommen werden müssen. In der Regel wird die Ware zum Termin aber nicht geliefert, sondern die Akteure zahlen oder kassieren einen Wertausgleich in bar. Für Nichtregierungsorganisationen (NGOs) wie Foodwatch wäre Landwirt Peill ein guter Spekulant. Sein Termingeschäft sichert reale Kartoffeln ab. Böse sind die smarten Jungs in den Handelsräumen, die für Banken mit Essen spielen. Weizen wollen sie nicht es geht um Rendite. Vor allem die Deutsche Bank steht unter Feuer von Foodwatch, Oxfam und anderen NGOs. Während Commerzbank oder Deka auf Agrarwetten verzichteten, verteidigte Co-Vorstandschef Jürgen Fitschen die Geschäfte seines Hauses als hilfreich für den Agrarhandel und schuldlos am Welthunger. Rücksichtsloses Geschäftsgebaren auf Kosten der Allgemeinheit, kritisierte Foodwatch-Chef Thilo Bode. Die Deutsche Bank hat die Zeichen der Zeit offenbar nicht erkannt, sagte Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner dem Handelsblatt. Zuletzt sind viele Agrarpreise eher gefallen. Kritiker halten den Spekulanten nun vor allem starke Preisschwankungen vor. Tatsächlich kletterte der nächstfällige Weizen-Future an der Terminbörse in Chicago im Februar 2008 auf über 13 Dollar pro Scheffel (27,2 Kilo) eine Verdreifachung seit Anfang Dann ging es steil abwärts, bis auf 4,25 Dollar im Juni Danach über 100 Prozent hoch, auf 8,90 Dollar im Februar 2011, dann wieder unter 6 Dollar. Im Sommer 2012 schnellte Weizen binnen Wochen um gut 50 Prozent hoch, auf 9,47 Dollar. Aktuell notiert der Future wieder 22 Prozent tiefer. Sind Spekulanten aber schuld an diesen Ausschlägen und langfristig steigenden Preisen? Ein Faktencheck. VORWURF 1 ABKOPPLUNG DIE STARKE ZUNAHME VON FINANZSPEKULATIONEN AN DEN AGRARBÖRSEN KOPPELT DIE PREISE VON DER REALWIRTSCHAFT AB. Fakt ist, dass das Volumen von Finanzinvestitionen in Agrarrohstoffe seit etwa 2005 stark zugenommen hat, allein zwischen 2009 und Ende 2011 um knapp die Hälfte, auf über 80 Milliarden Dollar. Nicht nur Hedgefonds pumpen ihr Geld in die Agrarmärkte, auch Banken, Versicherungen, Pensionskassen und Privatanleger sind dabei. Futures sind attraktiv für Spekulanten, weil über sie mit kleinen Einsätzen hohe Summen und letztlich auch große Mengen Rohstoffe gehandelt werden können. Ein Privatanleger, der 5000 Euro in Weizen-Zertifikate steckt, investiert damit in Futures, die das Recht auf Lieferung von 24 Tonnen Weizen verbriefen. Bei Großanlegern funktioniert das genauso. An der weltweit wichtigsten Agrarbörse CBoT in Chicago werden täglich Weizen, Mais oder Sojabohnen im Wert von mehreren Milliarden Dollar gehandelt. Weltweit werden Agrarderivate umgesetzt, deren Volumen ein Vielfaches der Ernte ausmachen können beispielsweise betrug das Handelsvolumen der Derivate auf Sojabohnen das 19-Fache der Welternte. Viele NGOs schließen daraus, dass sich die Agrarpreise wegen der Spekulation längst von der Realwirtschaft abgekoppelt haben. Tatsächlich fällt auf, dass die zunehmenden Beträge, die an Terminmärkten in Rohstoffkontrakte geflossen sind, zusammenfielen mit scharfen Sprüngen bei Nahrungsmittelpreisen. Für Dimitri Speck, Rohstoffanalyst des Vermögensverwalters Staedel Hanseatic aus Riga, lässt sich allerdings zwischen Mittelzuflüssen und den Preissteigerungen kein Zusammenhang feststellen: 2006 etwa gab es hohe Mittelzuflüsse in die Rohstoffmärkte, die Preise aber liefen seitwärts. Hingegen stiegen die Preise 2007 bei abnehmenden Mittelzuflüssen. Und während des Einbruchs der Rohstoffpreise im zweiten Halbjahr 2008 kam es kaum zu Mittelabflüssen. Von 2009 an bis ins erste Quartal 2011 hinein, als die Notenbanken die Finanzmärkte weltweit mit Geld fluteten, liefen die Rohstoffpreise tatsächlich parallel mit den Mittelzuflüssen nach oben. Preistreibend sei dann aber die physische Nachfrage»» nach Rohstoffen gewesen. Sie zog an, nachdem sich die Weltkonjunktur erholt hatte. Und obwohl es seit dem zweiten Quartal 2011 kaum noch Mittelzuflüsse gab, sind die Nahrungsmittelpreise 2012 dennoch gestiegen. Börsenumsätze und Mittelzuflüsse allein sind ohnehin nicht aussagekräftig. Offenen Kaufpositionen an Terminbörsen stehen immer genauso viele Verkaufspositionen gegenüber. Entscheidend sind die Positionen der spekulativen Marktteilnehmer. Als der Preis des Mais-Futures an der CBoT im Sommer 2012 seinen bisherigen Rekord bei 8,30 Dollar pro Scheffel erreichte, waren 13 WirtschaftsWoche

14 Spekulanten mit netto Kontrakten auf der Käuferseite. Unter dem Strich hielten sie Lieferansprüche auf gut 44 Millionen Tonnen Mais im Wert von rund 14 Milliarden Dollar rund 0,5 Prozent des weltweiten Maisverbrauchs. Beeindruckend, aber: Diese spekulative Nachfrage lag noch weit unterhalb der Spitze vom Februar Damals hielten Spekulanten sogar netto Kaufkontrakte, während der Mais-Future nur bei 6,70 Dollar pro Scheffel notierte. Warum aber zog der Maispreis 2012 an, obwohl die Nettonachfrage der Spekulanten geringer war? Die Erklärung: Die weltweiten Lagerbestände waren, gemessen am Verbrauch, auf den tiefsten Stand seit Anfang der Siebzigerjahre gesunken. Und im Mittleren Westen der USA brach eine der schlimmsten Dürren aus. Ernteausfälle drohten, der Maispreis schoss nach oben. Wer das angesichts der realen Ernten gewaltige Volumen der Börsenumsätze moniert, übersieht eins: Hinter einer Tonne realem Weizen steht mehr als nur ein Absicherungsgeschäft. Landwirt, Agrarhändler, Mühle und Lebensmittelproduzent sichern ihren Preis ab. Hinzu kommt, dass die Teilnehmer in der Lieferkette zwischen Geschäftsabschluss und Lieferung mehrere Kontrakte hintereinander abschließen, sagt Volker Petersen vom Raiffeisenverband in Berlin. Um so viele Geschäfte abzusichern, sind Finanzinvestoren nötig. Denn: Es ist unrealistisch, dass sich für alle notwendigen Absicherungsgeschäfte in der Agrarbranche eine Gegenpartei findet, sagt Jens Ripken, Generalbevollmächtigter beim Agrarhändler Agravis. Am Terminmarkt treten tendenziell weniger Verarbeiter (die sich vor steigenden Preisen schützen) als Produzenten auf, die sich gegen fallende Preise absichern wollen. In die Bresche springen Finanzinvestoren, sie gleichen diese Asymmetrie aus. Würden sie sich zurückziehen, fielen sie als Gegenpartei der Bauern aus, deren wirtschaftliches Risiko wäre höher. Spekulanten sind das notwendige Schmiermittel an den Terminbörsen, sagt Landwirt Peill. Raiffeisen-Handelsexperte Petersen wären etwas mehr Spekulanten ganz recht. Es fehle an den europäischen Terminbörsen für Agrarrohstoffe an Liquidität. Nur ein bis zwei Prozent des weltweiten Agrarhandels über die Börse werde in Europa abgewickelt. VORWURF 2 PREISTREIBER SPEKULANTEN TREIBEN DIE AGRARPREISE DAUERHAFT NACH OBEN. Wirtschaftsethiker Ingo Pies von der Universität Halle hat gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Agrarentwicklung wissenschaftliche Studien analysiert, die einen möglichen Zusammenhang zwischen Spekulation an den Terminmärkten und steigenden Agrarpreisen untersuchten. Sein Fazit: Die große Mehrheit der Studien kommt zu dem Schluss, dass es keinen Zusammenhang gibt, sagt Pies. Foodwatch moniert, Pies habe wichtige Studien unterschlagen. Pies sagt, er habe Studien ausgeschlossen, die lediglich dokumentierten, dass steigende Lebensmittelpreise zeitlich mit vermehrter Spekulation an den Terminbörsen zusammenfielen, oder die auf Modellen beruhten, die nicht ergebnisoffen waren. Diese nicht berücksichtigten Studien haben einen kausalen Zusammenhang zwischen Spekulation und steigenden Agrarpreisen gar nicht untersucht, sagt Wirtschaftsethiker Pies. Einig sind sich Wissenschaftler darin, dass Spekulationen an den Terminbörsen langfristig keinen Effekt auf die Agrarpreise haben. Selbst die wissenschaftlichen Berater der Welternährungsorganisation FAO, die bisher als Kritiker der Spekulanten galten, räumen dies ein. In einem unveröffentlichten Papier, das der Wirtschafts- Woche vorliegt, beschreibt das Beratergremium Finanzspekulationen als Kurzfristphänomen, das nicht zu den Haupttreibern der Lebensmittelpreise zählt. Auch Oxfam und Foodwatch sehen fundamentale Gründe für einen langfristigen Preisanstieg bei Lebensmitteln: Wachstum der Weltbevölkerung, andere Essgewohnheiten in den Schwellenländern und begrenzte Anbauflächen. Geschätzte 8,3 Milliarden Menschen werden 2030 die Welt bevölkern. Mit dem wachsenden Fleischkonsum in den Schwellenländern steigt der Bedarf an Weidegrund und Anbauflächen für Futtermittel. Beides geht zulasten von Ackerland für Lebensmittel, ebenso der vermehrte Einsatz von Nutzpflanzen zur Herstellung von Biotreibstoffen. Diese Faktoren wirken jedoch langfristig und können das Tempo und die Höhe der Preisanstiege nicht erklären, sagt David Hachfeld, Handelsexperte bei Oxfam. Dafür seien Spekulanten an den Terminmärkten verantwortlich. VORWURF 3 SPEKULATIONSBLASEN SPEKULANTEN LASSEN LEBENSMITTELPREISE STÄRKER SCHWANKEN UND ERZEUGEN PREISBLASEN. Kurzfristig können Spekulationen am Terminmarkt zu Preisspitzen bei Agrargütern führen, Preise sich von der Realität abkoppeln. Aber schlägt das auf die realen Märkte durch? Als der Weizenpreis 2008 an der Pariser Terminbörse Matif seinen Höchstpreis von 300 Euro je Tonne erreichte, konnten Landwirte ihre Ernte nur für 270 Euro je Tonne losschlagen, sagt Wolfgang Sabel, Geschäftsführer von Kaack Terminhandel aus Cloppenburg. Mehr wollten die Agrarhändler nicht zahlen, so Sabel. Allerdings seien Börsenpreis und der Preis im physischen Agrarhandel nur für zwei Wochen auseinandergelaufen. Danach sei der Terminpreis wieder stark eingebrochen. Preisblasen können zudem auch ohne Spekulanten an Terminbörsen entstehen. Rhodium etwa, das für Katalysatoren gebraucht wird, hatte sich, obwohl es überhaupt keinen Terminmarkt für Rhodium gibt, binnen fünf Jahren bis Mitte 2008 etwa verzwanzigfacht. Anschließend platzte die Preisblase binnen weniger Monate. Speziell bei Agrarrohstoffen ist kein Impuls von den Terminbörsen nötig, um extreme Preisbewegungen auszulösen. Denn das Angebot von Weizen, Mais oder Soja lässt sich nicht über Nacht erhöhen, selbst bei einer Vervielfachung des Preises. Weil Menschen aber regelmäßig essen müssen, können sie gerade auf wichtige Grundnahrungsmittel nicht lange verzichten. Fallen Ernten niedriger aus als erwartet, schnellen die Preise nach oben. Je leerer die Lager sind, desto stärker steigen die Preise ganz ohne Spekulanten am Terminmarkt, wo lediglich zukünftige Lieferansprüche auf Agrargüter gehandelt werden. Am Spotmarkt dagegen decken sich Abnehmer kurzfristig mit physischer Ware ein. Die Preise am Termin- und Spotmarkt für Agrarrohstoffe aber laufen nicht synchron. Wenn der Terminmarkt steigende Preise signalisiert, könnte sich ein Agrarhändler zwar am Spotmarkt eindecken und die Ware einlagern, um sie später teurer zu verkaufen. Allerdings lassen sich Weizen oder Mais nur begrenzt lagern. Zudem fallen Kosten für die Lagerung an. Der Spekulation auf Preisdifferenzen (Arbitrage) zwischen Terminund Spotmarkt sind also Grenzen gesetzt. Mehr Arbitrage, die vom Terminmarkt ausgehend zu einer größeren physischen Nachfrage führt, wäre mit höheren Lagermengen verbunden. Doch bei den wichtigsten Getreidesorten Weizen, Mais und Reis sind die weltweiten Lager heute leerer als vor der 14 WirtschaftsWoche

15 Jahrtausendwende. Das zeigt, dass zunehmende Terminmarkt-Investments zwar die Preise auf dem Terminmarkt treiben, aber allenfalls geringfügig über Arbitrage auf den Spotmarkt wirken. VORWURF 4 HUNGERMACHER SPEKULATIVE GESCHÄFTE AN DEN TERMINBÖRSEN SIND MITVERANTWORTLICH FÜR DEN HUNGER IN DER DRITTEN WELT. Die üblichen Vorurteile gegenüber Spekulanten bekommen ein moralisches Gewand. Politiker nutzen diese Strategie, um von ihren eigenen Fehlern abzulenken verhinderte der damalige französische Präsident Nicolas Sarkozy, dass eine Studie der EU veröffentlich wird, die zu dem Schluss kam, dass die Spekulanten nicht für den Preisschub bei Agrarrohstoffen in den Jahren 2007 und 2008 verantwortlich waren. Sarkozy hatte sich zuvor für den Kampf gegen die Spekulation mit Agrarrohstoffen stark gemacht. Politische Eingriffe in den Agrarmarkt haben Tradition: Im Frühjahr 2008 etwa trieben Exportbeschränkungen mehrerer asiatischer Staaten den Reispreis auf Rekordhöhe. Gleichzeitig horteten die großen Erzeuger auf innenpolitischen Druck Millionen Tonnen Reis. Als die Exportverbote fielen, brach der Reispreis ein. Das gleiche Spiel wiederholte sich beim Weizen. Nach Missernten wegen Dürre und Waldbränden schränkten Russland und die Ukraine ihre Exporte ein, der Weizenpreis ging durch die Decke. Als Russland im Juli 2011 das Exportverbot wieder aufhob, brach die Weizen-Rally ab. Obwohl im vergangenen Jahr der Weizenpreis erneut stieg, bauten Farmer in Argentinien lieber Braugerste an. Die mit Weizen bewirtschaftete Fläche ging um ein Viertel zurück. Damit reagierten sie auf Exportbeschränkungen der Regierung. Nicht nur Verbote, auch Subventionen sorgen für steigende Lebensmittelpreise und Nahrungsknappheit. Die USA subventionieren seit 2007 Biosprit. Inzwischen gehen etwa 40 bis 50 Prozent der Maisernte in den Tank. Mais, in Lateinamerika ein Grundnahrungsmittel, fehlt auf dem Weltmarkt. In Guatemala reichten 2010 noch etwa 15 US-Cent aus, um acht Tortillas zu kaufen, derzeit gibt es dafür nur noch vier. VORWURF 5 HEIMLICHTUEREI AGRARTERMINBÖRSEN SIND INTRANSPARENT UND ANFÄLLIG FÜR MISSBRAUCH. Das Agrargeschäft an sich ist fair, weil die Anbaubedingungen für Agrarrohstoffe für jeden transparent sind, sagt Agravis-Manager Ripken. Wer mehr wissen wolle, brauche nur über die Felder fahren. Das gilt für den realen Handel mit Agrarrohstoffen, nicht für den Finanzbereich. Verbote sind kontraproduktiv, mehr Transparenz und bessere Daten könnten den Kritikern des Agrarterminhandels durchaus Wind aus den Segeln nehmen. Wenig hilfreich ist, dass Deutsche Bank und Allianz sich weigern, Engagements bei Agrarrohstoffen offenzulegen. Die Deutsche Bank habe nie versprochen, eine interne Studie zum Handel mit Agrarrohstoffen zu veröffentlichen, heißt es auf Anfrage. Die Untersuchung im eigenen Hause sei zwar umfangreicher als die bisher veröffentlichten Informationen, die Bank habe sich aber entschieden, die Erkenntnisse kompakt zu präsentieren. Die Allianz will keine tagesaktuellen Daten für Geschäfte mit Agrarrohstoffen herausgeben, weil sie keine Daten von Kunden offenlegen dürfe. Die Datenlage an den Terminbörsen ist kaum besser. Wir haben noch ein erhebliches Informationsdefizit gegenüber den amerikanischen Terminbörsen, sagt Wirtschaftsethiker Pies. Regelmäßig aktualisierte Listen über die Positionierung der unterschiedlichen Akteure am Markt, wie sie die US-Aufsicht CFTC pflegt, fehlen hier. Die CFTC weist zum Beispiel Positionen von Marktteilnehmern meist Banken, die im Auftrag von Kunden handeln, in der Kategorie Swap Dealer aus. Klassische Spekulanten wie Hedgefonds und Vermögensverwalter werden in der Rubrik Managed Money ausgewiesen. Für vollständige Transparenz müsste aber auch der außerbörsliche Handel durchleuchtet werden. In Europa dagegen stehen die Behörden noch ganz am Anfang. Bisher hat nur das Europäische Parlament gefordert, den Terminhandel offenzulegen. Entsprechende Verordnungen stehen noch aus. Die politische Diskussion geht inzwischen weit über Forderungen zu mehr Transparenz hinaus. EU-Parlament und Foodwatch wollen Obergrenzen für Positionen durchsetzen, die ein einzelner Investor halten darf. Das kann sinnvoll sein, wenn dadurch verhindert wird, dass ein Marktteilnehmer zu starken Einfluss auf die Preisbildung bekommt und so den Marktmechanismus aushebelt. Einzelne Investoren auszuschließen oder Agrar-Finanzprodukte, beispielsweise Indexfonds und Zertifikate, zu verbieten würde dagegen weniger Teilnehmer und weniger Liquidität am Markt bedeuten. Die Termingeschäfte einzelner Investoren hätten dann nicht weniger, sondern mehr Einfluss. Die Gefahr, dass die Preise für Agrarrohstoffe stärker schwanken, wäre größer. Was bei einem Verbot des Terminhandels droht, zeigt die Geschichte: Im 19. Jahrhundert war die Getreidebörse in Berlin größer als die Wertpapierbörse. Großgrundbesitzer verkauften dort ihre Ernte auf Termin stellte die Reichsregierung fest, dass im Getreidehandel auf ein echtes Termingeschäft 20 speculativer Natur kämen wurde der Terminhandel verboten. Die Folgen waren katastrophal: Bauern und Verarbeiter konnten sich nicht mehr gegen natürliche Ernte-Schwankungen absichern; viele gingen pleite. Was folgte, waren Schutzzölle und letztlich der Einstieg in die europäische Subventionierung der Landwirtschaft. n frank doll 15 WirtschaftsWoche

16 State Street Preis für Finanzjournalisten Beste Analyse Niklas Hoyer Annina Reimann 16 WirtschaftsWoche

17 Auf Rendite umschalten LEBENSVERSICHERUNG Nur finanzstarke Anbieter können das Geld der Versicherten noch rentabel anlegen.sie haben genug Reserven, um in Aktien, Infrastruktur oder Immobilien zu investieren. Das exklusive Finsinger-Rating zeigt, welche Anbieter Kunden gute Chancen auf eine angemessene Verzinsung bieten. Die Karte des Stromnetzes ist groß wie eine Kinoleinwand. Deutschlands Norden leuchtet links, der Süden rechts. Davor, auf 21 Bildschirmen, simulieren Ingenieure des Netzbetreibers Amprion 15 Minuten im Voraus, wo in den Kilometer Stromnetz eine Leitung ausfallen und womöglich eine Kettenreaktion ganze Städte in den Blackout reißen könnte. Bezahlt werden die Ingenieure in der Schaltzentrale in Brauweiler bei Köln von Stromkunden, die etwa drei Prozent ihrer Gelder an Amprion überweisen. Von ihrer Arbeit aber profitieren Lebensversicherte. Zum Beispiel die der Neue Leben aus Hamburg: Der Versicherer ist an Amprion beteiligt. Vor einem Jahr haben die Neue Leben, die zum Talanx-Konzern gehört, und weitere Versicherer knapp 75 Prozent an Amprion von RWE übernommen, für 700 Millionen Euro. Als Investition ins Stromnetz verzinsen sich die Millionen nun mit etwa sieben Prozent pro Jahr. Lebensversicherer müssen sich etwas einfallen lassen, wenn sie ihren Kunden noch eine attraktive Rendite bieten wollen. Zehnjährige Bundesanleihen bringen ihnen nur 1,5 Prozent Rendite pro Jahr. Selbst wenn sie dem Bund 30 Jahre Geld borgen, bekommen sie nur 2,3 Prozent. Das reicht nicht. Die Lebensversicherer garantieren Kunden auf eingezahlte Beiträge nach Abzug von Kosten im Durchschnitt 3,2 Prozent Zins. Während Neukunden heute nur noch 1,75 Prozent Mindestverzinsung auf den angelegten Teil ihres Beitrags zugesichert bekommen, steht in etwa jedem vierten der rund 90 Millionen abgeschlossenen Verträge noch ein Garantiezins von vier Prozent von 1994 bis 2000 hatten sich die Lebensversicherer so weit aus dem Fenster gelehnt. Die Niedrigzinsen treffen Versicherte hart. Fast 90 Prozent ihres Kapitals von 743 Milliarden Euro haben die Versicherer zu einem festen Zins investiert. Noch haben sie genug höher verzinste Anleihen aus früheren Jahren im Depot. Im Durchschnitt laufen die noch 9,5 Jahre. Deshalb schaffen die Anlagechefs mit den Kapitalanlagen 2012 immer noch etwa 3,8 Prozent Rendite. Schon das aber wären 0,3 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Entsprechend weniger werden die Versicherer ihren Kunden gutschreiben. Und die Renditen bröckeln weiter. Notgedrungen müssen Versicherer umdenken: Sichere Anleihen rentieren nicht hoch genug. Sie brauchen andere Anlagen. Möglichst sicher sollen die sein, außerdem regelmäßig und langfristig kalkulierbare Erträge bringen wie das Stromnetz. Wie stark weht der Wind an der Nordsee? Wie viel Sonne scheint auf die Solarparks in Bayern? Was verbrauchen die Fabriken an Rhein und Ruhr gerade? Solche Parameter und unzählige mehr jagen die Amprion-Ingenieure durch ihre Rechner. Drohen Engpässe, geht es schnell militärisch knapp geben sie dann den Kollegen per Telefon Anweisung, damit Leitungen richtig geschaltet werden und der Strom stabil fließt und mit ihm die Rendite. Die Investition in Amprion ist für uns attraktiv, weil sie gut planbare und berechenbare Erträge bringt, sagt Thomas Mann, Geschäftsführer der Talanx Asset Management. Da die Bundesnetzagentur die Entgelte für die Netznutzung so festsetzt, dass die Netzbetreiber eine fixe Eigenkapitalverzinsung erhalten, kann wenig schiefgehen. Auch in Wind- und Solaranlagen, Einkaufscenter, Hotels und Wohnimmobilien stecken Lebensversicherer nun Geld und hoffen auf mehr Rendite. Längst nicht alle aber sind dazu in der Lage, sich ein Stück weg von den zinsschwachen Anleihen zu bewegen. Viele Lebensversicherer können attraktive Geldanlagen nicht nutzen, weil sie nicht über ausreichend Kapital verfügen, sagt Stephan Kalb, Leiter Versicherungsanalyse bei der Ratingagentur Fitch. Die EU-Kommission hat die Pläne zur Einführung strengerer Eigenmittelvorschriften (Solvency II) zwar mehrfach verschoben, diese könnten sogar erst 2016 eingeführt werden. Doch die Lebensversicherer bereiten sich schon jetzt darauf vor. Finanzschwache Versicherer halten sich schon zurück und investieren zum Beispiel nicht in Infrastruktur wie Stromnetze, sagt Kalb. Nach den aktuellen Plänen müssten Versicherer für solche Investments später 49 Prozent Eigenmittel bereitstellen. So soll verhindert werden, dass mögliche Verluste bei riskanteren Anlagen die den Versichertenzustehenden Gelder schmälern. Mit ihrer Zurückhaltung dürften kapitalschwache Versicherer zu stärkeren Wettbewerbern weiter ins Hintertreffen geraten. Für Versicherte ist es daher wichtig wie nie, einen kapitalstarken Anbieter zu wählen, sagt Christoph Dittrich, Geschäftsführer des Hamburger Analysehauses Softfair. Nur kapitalstarke Versicherer können chancenreich investieren. Zieht der Versicherer den Kunden vom Beitrag außerdem möglichst geringe Kosten ab und beteiligt er sie großzügig an den erzielten Überschüssen, stehen die Renditechancen gut. Beim Aufspüren der vorbildlichen Versicherer hilft das Rating der WirtschaftsWoche. Der Wiener Finanzwissenschaftler Jörg Finsinger und das Analysehaus Softfair haben dazu 72 Lebensversicherer aus Kundensicht analysiert. Die WirtschaftsWoche hat sich außerdem vor Ort angeschaut, wie die Anlagemanager der Versicherer das Geld ihrer Kunden anlegen abseits der üblichen Staatsanleihen, Bankschuldscheine und Pfandbriefe. 17 WirtschaftsWoche

18 Der Wind weht an diesem Herbsttag nur sanft über Suderbruch, einem Ferienort in der Lüneburger Heide. Bauernhöfe, allesamt in rotem Backstein, säumen die Dorfstraße. Ein kleiner Pfad führt zu den Windrädern, acht an der Zahl, die sich im Abstand von mehr als 100 Metern auf der weiten Flur verteilen. Im Frühjahr hat die Allianz den Windpark für geschätzt 30 Millionen Euro gekauft. Ein wenig mehr könnte die Mühle schon noch leisten, sagt Erik Sönksen. Der 43-Jährige kennt sich aus, seit 20 Jahren hat er mit Wind zu tun. Früher hat er die Mühlen so nennt er die Windräder liebevoll gebaut, heute kontrolliert er nach TÜV-Manier, ob alles sitzt, wie es soll. Am Turm wandert sein Blick langsam nach oben 105 Meter, bis er schließlich an den drei Rotorblättern hängen bleibt. Sie drehen sich gemächlich, neun Mal pro Minute. Dabei könnte das Getriebe bis zu 15 Umdrehungen pro Minute verarbeiten. Je stärker der Wind die Rotoren anschiebt, desto mehr Strom kann der Generator erzeugen und desto mehr Geld fließt an die Versicherten der Allianz. Insgesamt stecken rund 1,3 Milliarden Euro der Allianz in 34 Windfarmen und sieben Solarparks in Deutschland, Frankreich und Italien. Etwa drei Viertel davon stammen von Lebensversicherten. Sieben bis acht Prozent Rendite sollen die Investments in erneuerbare Energien bringen, hofft die Allianz, und das über die 20 Jahre, für die die Einspeisevergütung staatlich garantiert ist. Die Allianz kann sich solche Investments locker leisten, hat sie doch besonders starke Kapitalpolster aufgebaut. Das gibt ihr Spielraum, das Geld der Kunden auch mal unkonventionell anzulegen. Allianz-Lebensversicherte verdienen auch an Parkuhren in Chicago. Gemeinsam mit anderen Investoren hat sich die Allianz für über eine Milliarde Dollar auf 75 Jahre die Rechte an deren Einnahmen gesichert. Von deutschen Lebensversicherten stecken rund 190 Millionen Dollar in den Parkuhren. Acht bis neun Prozent Rendite erwartet die Allianz. Der Marktwert aller Kapitalanlagen der Allianz lag Ende 2011 rund elf Prozent über dem Wert, zu dem sie in den Büchern standen. Das ist viel: Im Branchenschnitt der Lebensversicherer lag der Marktwert der Kapitalanlagen Ende 2011 um 4,6 Prozent über deren Bilanzwerten. Ein Jahr zuvor lagen diese stillen Reserven sogar nur bei 2,8 Prozent, hat das Analysehaus Morgen & Morgen errechnet. Einen großen Teil der Reserven verdanken Versicherer den eigentlich so schädlich niedrigen Zinsen. Denn mit dem stetigen Zinsrückgang sind die Kurse der von ihnen gehaltenen, noch hoch verzinsten Anleihen stetig gestiegen, die Papiere sind also wertvoller geworden. Würden die Zinsen anziehen, würde ein Teil der Reserven wieder verschwinden. So rechnet die Huk-Coburg vor, dass ein Anstieg der Zinsen um einen Prozentpunkt den Marktwert ihrer Festzins-Anlagen um 384 Millionen Euro drücken würde was immerhin fünf Prozent des Bilanzwerts aller Huk-Kapitalanlagen entspricht. Wenn Lebensversicherer, wie etwa die AachenMünchener oder die Generali, schon jetzt, trotz der gefallenen Zinsen, nur über geringe oder gar keine stillen Reserven verfügen, ist das für Kunden ein Warnsignal. Im Rating von Finsinger und Softfair haben die Kapitalpolster der Lebensversicherer, zu denen auch stille Reserven zählen, besonderes Gewicht. Beim Testsieger LVM machen sie über neun Prozent der Anlagen aus. So kann die LVM das Geld ihrer Kunden etwas riskanter anlegen, ohne deren Ansprüche zu gefährden. Für die kommenden Jahre prognostiziert Finsinger für die LVM einen realistischen Zins auf die Kapitalanlagen von respektablen 3,7 Prozent. Ähnlich wichtig für das, was Versicherten am Ende der Vertragslaufzeit bleibt, sind Kosten, die Versicherer ihnen berechnen. Schließlich bringt es den Kunden wenig, wenn ihr Versicherer zwar einen höheren Zins als die Konkurrenz erwirtschaftet, dafür aber deutlich höhere Kosten abzwackt. Die Unterschiede sind groß: Kunden der LVM, die am wenigsten für Vertreterprovisionen abzweigt, zahlen 40 Prozent weniger Abschlusskosten als der Branchendurchschnitt. Kunden der Europa, die durch die niedrigsten Verwaltungskosten glänzt, zahlen für Verwaltung sogar 69 Prozent weniger als ein durchschnittlicher Lebensversicherungskunde. Senken Versicherer Kosten, werden sie für Kunden schnell attraktiver: Universa, Öffentliche Leben Sachsen-Anhalt und Alte Leipziger etwa haben sich im Ranking im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Das liegt hauptsächlich daran, dass sie Kunden weniger für Vertragsabschluss und Verwaltung berechnen. Über einen Zeitraum von drei Jahren betrachtet, zieht die Alte Leipziger statt 2,8 Prozent der Beiträge nur noch 2,4 Prozent für die Verwaltung ein. Asstel, SV Sachsen und Inter hingegen sind aus Kundensicht jetzt weniger leistungsfähig vor allem wegen höherer Kosten. Asstel verlangt von Neukunden allein für den Abschluss 5,3 Prozent der Beiträge vor einem Jahr lag die Quote noch bei 4,3. Für einen Direktversicherer, der seine Policen kostengünstig über Internet und Telefon verkauft, sind beides schlechte Werte. Bastian Becker holt tief Luft. Dann streift er seine Anti-Rutsch-Handschuhe über und stemmt die schweren Hanteln. Vier Mal die Woche kommt der 36-Jährige in das Frankfurter Fitness-First-Studio auf der Einkaufsmeile Zeil. Was der Hoteldirektor bislang nicht wusste: Er hält sich nicht nur fit, sondern finanziert nebenbei die Altersvorsorge vieler Lebensversicherten. Das Gebäude Zeil gehört der Wiesbadener R+V Lebensversicherung. 50 Euro Beitrag überweist Becker im Monat an den Fitnessclub. Ich selbst habe keine Lebensversicherung, sagt Becker, als er wieder zu Atem gekommen ist, aber über die Miete finanziere ich wohl einem Versicherten den Ruhestand mit. Später, als Becker auf dem Crosstrainer am Fenster seine Ausdauer trainiert, kann er in der Haupteinkaufsmeile die shoppinglustigen Fußgänger beobachten. Wer Kleidung bei Zara oder Mango kauft, trägt ebenso zur R+V-Rendite bei wie die Kunden des Kosmetiksalons oder die Jugendlichen im Laden für Computerspiele. R+V setzt auf viele Mieter aus verschiedenen Branchen. Fällt einer aus, trifft uns das nicht so hart, sagt Markus Königstein, der für R+V Kapital in Immobilien anlegt. Aktuell hat der Versicherer rund fünf Prozent seines Portfolios in Betongold investiert auf bis zu acht Prozent will Königstein die Quote hochfahren. Das geht langsamer als erträumt. Dem Trendbarometer Immobilienanlagen der Beratung Ernst & Young zufolge wollen 60 Prozent der Versicherer ihre Immobilienquote erhöhen. Einkaufscenter und Ladenzeilen wie die von R+V sind mit Abstand am begehrtesten. Auch Königstein muss lange suchen: Eine Zeit lang haben wir kaum geeignete Objekte gefunden, es waren zu 18 WirtschaftsWoche

19 viele Investoren unterwegs. Dennoch: Rund 300 Millionen Euro wird R+V 2012 neu in Immobilien investiert haben. Ins Visier hat Königstein vor allem Büros in Metropolen oder Wohnungen in Großstädten wie Stuttgart genommen. Er kalkuliert mit über fünf Prozent Rendite. Doch für Investitionen in Immobilien werden Lebensversicherer in Zukunft mehr Kapital brauchen, nach aktuellen Plänen wären 25 Prozent Eigenmittel nötig. Kunden kapitalstarker Anbieter profitieren nicht erst in Zukunft von mehr finanziellem Spielraum und den dadurch erhofften höheren Renditen. Teilweise profitieren sie schon jetzt. So müssen Lebensversicherer ihre Kunden an den mit ihren Beiträgen aufgebauten stillen Reserven beteiligen wenn auch nur zu 50 Prozent. Angesichts der niedrigen Zinsen wehren sich die Versicherer allerdings dagegen. Ihr Argument: Da sie die Anleihen bis zum Laufzeitende halten sie brauchen die hohen Zinszahlungen, wäre es nicht sinnvoll, zu verkaufen und die stillen Reserven in echtes Geld umzumünzen. Nun zeichnet sich ein Kompromiss ab. Die Lebensversicherer dürfen wohl künftig einen Teil der stillen Reserven als temporär einstufen, sagt Versicherungsanalyst Kalb. Für alle Kunden, die kurz vor der Auszahlung ihrer Police stehen, wäre das bitter: Sie würden an den Reserven dann nicht mehr beteiligt. Kunden mit lang laufenden Verträgen würden hingegen profitieren, da den Versicherern mehr Reserven und damit mehr Anlagespielraum bliebe. An anderer Stelle schränken die niedrigen Zinsen diesen Spielraum ohnehin ein: Seit 2011 müssen Lebensversicherer Rückstellungen bilden, wenn der Zins sicherer Anleihen im zehnjährigen Durchschnitt unter den Garantiezins einzelner Verträge fällt war dieser Vergleichszins auf 3,9 Prozent gefallen, für alle Verträge mit garantierten vier Prozent Zins waren Rückstellungen fällig. Seitdem ist er weiter gesunken. Ende 2012 müssen Versicherer dafür insgesamt etwa fünf Milliarden Euro zurückstellen, schätzt Kalb von Fitch. Woher soll das Geld derzeit kommen? Viele Lebensversicherer müssen Reserven anzapfen. Oft nutzen sie einen Bilanzpuffer, mit dem sie in ertragsschwachen Jahren die an die Kunden ausgezahlten Überschüsse aufbessern können. Ende 2011 machte dieser Puffer noch 3,4 Prozent aller für die Kundenansprüche gebundenen Rückstellungen aus 0,2 Prozentpunkte weniger als im Vorjahr. Im Garten des Vila Vita Rosenpark in Marburg haben sich die Blätter rotgelb gefärbt. Durch das Dickicht der Herbstbäume hören Gäste die Lahn plätschern. Innen zieren handgeschmiedete Rosen das Geländer im Atrium des Fünf-Sterne-Superior-Luxushotels. Die Treppen führen hoch bis unter die Glaskuppel mit der goldenen Sonne. Und auf dem Weg in den Ballsaal Vivaldi mit seinen Lüstern plauschen betuchte Gäste auf Samtsesseln. Der ganze Stolz des dynamischen Herrn vom Bankettservice jedoch ist die Präsidentensuite unter dem Dach. Mit geschwellter Brust präsentiert er das Bad, groß wie ein privater Tanzsaal. Gäste laufen über Marmorböden und können sich in der Whirlpool-Wanne mit goldenen Messingwasserhähnen aalen, während Feierlustige an der besten Whiskybar der Region einen Absacker zu sich nehmen. Wer es mit dem Whisky übertrieben hat, kann am nächsten Morgen auf 1000 Quadratmeter Beauty- Farm entspannen, mit Edelsteindampfbad, Sole- Heilstollen ( wie im Bergwerk, irre toll! ) und Wellness-Wanne plus Heubett. Mit so viel Luxus jedoch möchte ein Investor des Hotels, die AachenMünchener Lebensversicherung, allerdings nicht in der Öffentlichkeit stehen. Das Thema sei nicht attraktiv für die Presse, teilt ein Sprecher des Konzerns mit. Luxushotels zählten nicht zu einer bevorzugten Anlageklasse. Vielmehr sei der 25-Prozent-Anteil an der Hotel und Seniorenresidenz Rosenpark GmbH strategisch, da die Vertriebstruppe der Deutschen Vermögensberatung AG (DVAG) das zugehörige Hotel als Rückzugsort bei Tagungen nutze. Der umstrittene Strukturvertrieb ist mit der AachenMünchener liiert, die DVAG-Berater verkaufen exklusiv deren Lebensversicherungen. In der Kasse der GmbH hinterlassen sie aber offenbar wenig Geld: 2011 blieben als Jahresüberschuss müde 200 Euro übrig, im Vorjahr entstand ein hoher Verlust. Andere Lebensversicherer halten Hotels aber sehr wohl, um Geld zu verdienen. So ist die Ideal Lebensversicherung seit 2007 Mehrheitseigentümerin des Ellington-Hotels in der Berliner City-West. Steigende Touristenzahlen nennt der Vorstandsvorsitzende Rainer Jacobus als Grund für den Einstieg. Die Rendite liege deutlich über der Pfandbriefrendite von zwei Prozent. Das klingt immer noch bescheiden, spiegelt aber die harte Realität wider, auf die sich Lebensversicherte einstellen müssen. Wer heute mit 30 Jahren eine Rentenversicherung abschließt, 25 Jahre lang einzahlt und sich dann die angesparte Summe auszahlen lässt, kommt nach einer Prognose des Analyseinstituts Assekurata im Durchschnitt nur noch auf 0,9 Prozent garantierte Rendite auf den Beitrag viel weniger als die aktuelle Inflationsrate von zwei Prozent. Erst wenn nicht garantierte Überschüsse aus der Vergangenheit fortgeschrieben werden, was angesichts des jahrelangen Rückgangs optimistisch ist, haben Versicherte im Schnitt 3,7 Prozent Beitragsrendite in Aussicht. Zufrieden blickt Antonios Kanontzidis auf seine Wohnzimmerwände. Beim Tapezieren hat der 31-jährige Maler Hand angelegt. Nun strahlen die Wände in sanften Pastelltönen, entlang der Decke zieht sich eine Borte aus Stuck. Ein Durchbruch gibt den Blick auf Küche und Garten frei. Eigentlich wollte Kanontzidis kein Haus kaufen, sondern eine Wohnung mieten. Ein Bekannter bot ihm das zweistöckige Einfamilienhaus mit Garten in Mönchengladbach günstig an. Das eigene Heim war plötzlich eine echte Option, sagt Kanontzidis. Im Juli nahm die Familie ein Darlehen auf, bei der Debeka Lebensversicherung. Wir wollten über 30 Jahre feste Konditionen haben, jetzt, da die Zinsen so günstig sind, sagt Ehefrau Vanessa Kanontzidis. Die Bank hat uns nur Laufzeiten von maximal 15 Jahren angeboten. Wohneigentum zu finanzieren ist für Lebensversicherer attraktiv: Mit Immobilien besicherte Kredite sind wenig riskant. Die Kunden sind unabhängig voneinander bedient einer seinen Kredit nicht mehr, kann der Nachbar durchaus noch zahlen. Versicherer bekommen das Gros der Kredite so mit hoher Wahrscheinlichkeit zurück. Zudem laufen Kredite bis zu 30 Jahre, und Versicherer brauchen lange Laufzeiten, weil auch die Policen ihrer Kunden lange laufen. Die Debeka hat 2,5 Milliarden Euro an Häuslebauer verliehen stolze 7,2 Prozent ihrer Kapitalanlagen. Im Bereich der sicheren Anlagen bekommen wir für Baufinanzierungen immer noch vergleichsweise hohe Zinsen, sagt Debeka-Finanzvorstand Rolf Florian, der Kunden derzeit einen 30-jährigen Immobilienkredit zu 3,5 Prozent Nominalzins anbietet. Für einige Kunden, unter ihnen auch die Familie Kanontzidis, kommt ein positiver Effekt hinzu: Da sie bei der Debeka Leben 19 WirtschaftsWoche

20 selbst versichert ist, landet ein kleiner Teil ihrer gezahlten Kreditzinsen am Ende wieder bei ihnen als Überschuss ihrer Lebensversicherung. Und die relativ günstige Baufinanzierung tröstet ein Stück weit über die schmaler werdende Rendite der Leben-Police hinweg. Niedrige Zinsen können also auch ihr Gutes haben. n sara zinnecker 20 WirtschaftsWoche

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