Erstellen von Unterrichtseinheiten

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1 Erstellen von Unterrichtseinheiten A. Musterbeispiel für eine Unterrichtseinheit 5 Minuten Einstieg: Begrüßung und Anlass, Thema, Ziel der Unterrichtseinheit, Hinweis auf die Eckdaten der Unterrichtseinheit (Programm) Zeit in Minuten min. Lehrinhalt Lehrmethode Medium/Hilfsmittel Dazu: (Stoff sammeln) z.b. Brainstorming z.b. Moderationskarten ausgeben, (Einzelarbeit) und anheften lassen an Filztafel min. (Stoff auswählen / selektieren) z.b. Fall z.b. Orden der Karten an der Filztafel unter Hilfe eines Referendars als Assistenten min. (Stoff diskutieren / bearbeiten) z.b. Diskussion des Falles im Plenum min. (eventuell bereits Stoff komprimieren oder bearbeiten) min. (eventuell bereits Stoff visualisieren oder komprimieren / bearbeiten) - Pause - z.b. vorläufige Zusammenfassung durch den AG-Leiter z.b. Entwurf eines Schriftstücks in Partnerarbeit AG-Leiter notiert Stichwörter an der Tafel z.b. AG Leiter moderiert mündlich z.b. Vorstellung der Ergebnisse per Folien min. (eventuell Stoff vertiefen oder komprimieren oder visualisieren) z.b. Erarbeiten einer abstrakten Checkliste in Gruppenarbeit min. (Stoff anwenden) z.b. Simulation eines Prüfungsgespräches min (erlernten Stoff abschließen / z.b. Leitervortrag, prüfen, Feedback) insbesondere Zusammenfassung der Ergebnisse z.b. Papier / Flipchart / und Vorstellung der Ergebnisse z.b. mündlich durch die Teilnehmer z.b. mündlich Zeit insgesamt: 2 Stunden, 55 Minuten, weitere 5 Minuten für Ausblick, Verabschiedung

2 B. Lehrmethoden 1. Blitzlicht (jeder Teilnehmer erhält eine kurze Äußerungsmöglichkeit, z.b. begrenzt auf ein oder zwei Sätze) 2. Redestein, ein Stein oder Ähnliches wird herumgereicht, derjenige Teilnehmer, der ihn hält, hat das Rederecht (muss davon aber keinen Gebrauch machen) 3. Brainstorming der Teilnehmer 4. Sammeln von Vorschlägen / Wortbeiträgen durch den AG - Leiter 5. (Eröffnungs-) Fragen, ggf. visualisiert oder Kartenabfrage (Moderationskarten) Erwartungsabfrage offene Fragen geschlossene Fragen Alternativfragen rhetorische Fragen Gegenfragen zurückgegebene Fragen 6. Vergleiche / Thesen / Antithesen, aufgestellt durch den AG - Leiter 7. Problemerläuterung durch den AG - Leiter 8. (persönlichen) Nutzen aufzeigen (durch den AG Leiter) 9. Fälle, Beispiele (mündlich oder visualisiert) 10. Zitate 11. Impulse (z.b. fehlerhaft ausgefülltes Formular) 12. Oberbegriffe verdeutlichen und fassbar machen 13. Vortrag des AG-Leiters 14. Vortrag eines Referenten (z.b. durch einen Kollegen, welcher Fachanwalt ist) 15. Kurzvorträge der Teilnehmer 16. anwaltspezifische mündliche Leistungen eines Anwalts, simuliert durch Teilnehmer, z.b. Plädoyer, Umstellung eines Antrages in einer mündlichen Verhandlung, telefonische Beratung eines Mandanten 17. Simulation einer mündlichen Verhandlung durch Referendare 18. Einzelarbeit 19. Partnerarbeit 20. Gruppenarbeit 21. Referate der AG Teilnehmer 22. Erfahrungsberichte (z.b. der Referendare) 23. Simulation eines Mandantengespräches a) der AG Leiter übernimmt die Rolle des Mandanten, die Teilnehmer agieren als Rechtsanwälte b) ein Teil der Referendare übernimmt die Rolle der Mandanten, ein anderer Teil stellt die beratenden Rechtsanwälte dar, einige Referendare bilden eine Juri und notieren gelungene und weniger gelungene Aktionen der Rechtsanwälte für die anschließende Diskussion 24. Diskussion im Plenum / Sammeln von Argumenten 25. Kernpunkte sammeln durch den AG Leiter, durch einen oder mehrere Teilnehmer

3 26. Entwurf eines Schriftstücks durch die Teilnehmer (einzeln, in Partner- oder Gruppenarbeit) 27. Erarbeiten einer abstrakten Checkliste (einzeln, in Partner- oder Gruppenarbeit) 28. Erarbeitung von Fragebögen (z.b. Multiple-Choice-Tests) durch Gruppen und wechselseitiges Aufgabenstellen 29. Simulation eines Prüfungsgespräches im zweiten Staatsexamen (AG Leiter und Teilnehmer) 30. Wiederholungen, z.b. durch kleine vorbereitete Tests 31. Protokoll schreiben lassen (im Wechsel der Referendare und Kurzvortrag bei nächster Veranstaltung) 32. Feedback

4 C. Lehrinhalte 1. Roten Faden visualisieren, Überblick über das geplante Vorgehen; z.b. durch vorbereitetes Papier 2. Themenspeicher, z.b. auf Flipchart 3. Punkt Abfragen (Klebepunkte als Einstufung für Wichtigkeit etc. auf Demonstrationsstrahl) 4. Wandtafel / Whiteboard 5. Filztafel / Pinwand und Moderationskarten 6. Plakate 7. Bilder, Cartoons, Clip-Arts, Karikaturen, Logos 8. Anschauungsmaterial aus dem Anwaltsbüro, z.b.: Mandantenfragebögen, Handaktenbögen, Vollmachten, PKH Formulare, Werbematerialien von Rechtsanwälten und Ähnliches 9. Arbeitspapiere, Aufgabenblätter, Fallbeschreibungen 10. bildhafte Demonstrationen, Vorführungen, Aktionen, Gestiken 11. Anekdoten (sparsam einsetzen) 12. Vermittlung eines Aha -Effektes 13. Zweifelder-Tafel (zur Untergliederung, Sammlung von Argumenten, schnelles erstes Bearbeiten) 14. Vier-Felder - Tafel (Fadenkreuz) für genauere Untergliederungen 15. Netz-Bild (Mind-Map) zum Aufzeigen von Aufbaustrukturen 16. Matrix (verschiedene Zeilen und Spalten) Begriffe sollen zueinander in Verbindung gesetzt werden 17. Ablaufpläne / Fahrpläne (welche Schritte sind nacheinander zu befolgen?) 18. Folien / Overhead Projektor (vorbereitete Folien oder situativ entwickelte Folien) 19. Papier / Flipchart 20. Diaprojektor/Filme 21. Videogerät 22. Beamer u.a. 23. Gestaltungselemente: Text Freie Grafik und Symbole Diagramme, (wobei Symmetrie, Reihung (A. B. C. D. E. u.s.w.), Hauptgliederungspunkte -, Rhythmus ( u.s.w.) und Dynamik von Bedeutung sind) z.b. a) Listen und Tabellen b) Kurvendiagramme c) Säulendiagramme d) Kreis- oder Torten- Diagramm e) Aufbaudiagramm / Organigramm f) Ablaufdiagramm g) Sonstige Schemata 24. Hilfe eines Referendars als Assistenten für Anschreiben an der Tafel oder Ordnen von Moderationskarten 25. Mündliche Vorstellung von Ergebnissen 26. schriftliche Unterlagen / Abzüge (zur Vermeidung von Mitschreibstress )

5 D. Sonstiges 1. Spezifische Aufgabe des AG-Leiters Der AG-Leiter ist in erster Linie Moderator. Er hilft den Referendaren bei dem Erlernen / Vertiefen spezifischer anwaltlicher Fähigkeiten. Dazu benötigt er zwingend ein gut vorbereitetes Unterrichts-/Moderationskonzept. Ohne eine gesichtete methodische Vorgehensweise kann keine sinnvolle Arbeitsgemeinschaft stattfinden. Keineswegs hat der AG-Leiter aber die Verantwortung übernommen dafür zu sorgen, dass die Referendare den Stoff lernen. Er ist kein Repetitor. Er hält auch keine Vorlesung. 2. Selbst Erarbeiten Nach wissenschaftlichen Erkenntnissen liegt der Grad des Behaltens für lediglich gehörte Informationen bei nur 10 %. Gesehene oder gelesene Informationen werden zu etwa 30 % registriert. Wird nicht nur gehört, sondern zusätzlich auch gelesen, beträgt er 50 %. Der Grad des Behaltens steigert sich aber auf bis zu 90 %, wenn die Teilnehmer selbst etwas erarbeiten oder ausführen. Deshalb sollte stets die Partner-/ Gruppenarbeit im Vordergrund stehen. 3. Visualisierung Die Hauptaufgaben der Visualisierung sind: Die Hauptaufgaben der Teilnehmer auf das Wesentliche zu konzentrieren, die Betrachter in das Themengebiet mit einzubeziehen, den Redeaufwand zu minimieren, Informationen leichter erfassbar zu machen, das Behalten zu fördern und zur Stellungnahme zu ermuntern. Aus diesen Gründen sollte, wenn möglich, eine Visualisierung (s.o. Lehrinhalte) stattfinden. 4. Weniger ist oft mehr, auf das Wesentliche beschränken Ein komplettes (Wissens-) Programm zu einem speziellen Thema ist nicht in einer AG-Sitzung zu vermitteln (keine inhaltliche Überfrachtung). Es bleibt daher für die meisten Unterrichtseinheiten nur die Möglichkeit, grundsätzliche Strukturen aufzuzeigen und zur Vertiefung auf Ausbildungsliteratur / Merkblätter und auf die Tätigkeit am Arbeitsplatz zu verweisen. Daher muss eine Beschränkung auf das Wesentliche stattfinden.

6 5. Gliederung in kurze Präsentationsabschnitte / Gezielte kleinere Pausen Weil ebenfalls wissenschaftlich erwiesen ist, dass Erlerntes / Erarbeitetes besser haften bleibt, wenn häppchenweise demonstriert und gearbeitet wird, sind viele kleinere Denkpausen von entscheidender Bedeutung. Deshalb sollten häufige kleine Unterbrechungen stattfinden, z.b. durch eine Anekdote, einen Witz, eine Aktion oder mittels einer Karikatur. Denkprozesse können stabilisiert werden, wenn im Gehirn positive Verknüpfungen erfolgen, z.b. durch eine Belohnung mit Bildern. 6. Nachbereitung /Abschluss Eine Moderation / Präsentation hat auch eine Nachbereitung zum Inhalt. Der Abschluss soll die Arbeits- und Lernergebnisse in den Zusammenhang einordnen. Ein Rückblick auf das Thema, den Arbeitsprozess und auf die Ergebnisse ist angezeigt. Deshalb sollten unbedingt Zusammenfassungen / Wiederholungen der Schlüsselworte / Lernkontrollen oder Ähnliches erfolgen. 7. Literatur - Seifert, Josef W., Visualisieren, Präsentieren, Moderieren, 22. Aufl., Offenbach 2005 (Gabal Verlag GmbH), sehr zu empfehlen (!). - Kellner, Hedwig, Reden, Zeigen, Überzeugen, München, Wien 2000 (Hanser Verlag). - Niklarz-Hocks, Silvia, Praxis-Check Überzeugen und Präsentieren, Bonn 2003 (Fachverlag für Kommunikation und Management).

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