Vorlage Konzept Vorstellungsgespräch

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1 Vorlage Worum es bei diesem Werkzeug geht Das Vorstellungsgespräch ist die Visitenkarte Ihres Pflegedienstes. Gerade in Zeiten des Personalmangels geht es darum, dass Sie bei diesem persönlichen Gespräch einen guten Eindruck bei den Bewerbern hinterlassen. Insofern lohnt es sich, dass Sie nicht nur durch ein strukturiertes Vorgehen überzeugen, sondern auch durch passende Rahmenbedingungen und Verhaltensregeln, die Sie frühzeitig erarbeiten und für sich festlegen sollten. Wobei Ihnen dieses Werkzeug konkret hilft Das Werkzeug hilft Ihnen, ein für Ihren Pflegedienst zugeschnittenes Konzept zu entwickeln, wie bei Ihnen Vorstellungsgespräche ablaufen sollen und welche Ziele Sie damit verfolgen. Sie kommen so dem Gedanken nahe, dass in Zeiten des Fachkräftemangels auch der potenzielle neue Mitarbeiter unter den Begriff Kunde fallen kann. Hinweis Bei diesem Werkzeug handelt es sich um eine Vorlage. Je nach persönlichen bzw. betrieblichen Schwerpunkten sollten Sie sie individuell an Ihre Bedürfnisse bzw. Ihr Unternehmen anpassen. Generell gilt für die Instrumente des LfK-Werkzeugkoffers Personal : Die Vorlagen, Konzepte und Checklisten werden erst dann zu einem perfekt auf Ihr eigenes Unternehmen abgestimmten Werkzeug und einer guten Hilfestellung im Alltag, wenn Sie sie individualisiert haben.

2 Konzept Führen des Vorstellungsgesprächs Die Zeiten, in denen dem Bewerber ein Platz auf dem Hocker vor dem vollen Schreibtisch angeboten wurde und lauwarmer Kaffee im abgenutzten orangenen Becher kredenzt wird, sind wohl vorbei. Der Pflegekräftemangel hat dafür gesorgt, dass sich Arbeitgeber in der Pflege möglichst professionell und kundenorientiert präsentieren wollen. Damit die Bewerber nach diesem persönlichen Treffen von Ihnen und Ihrem Pflegedienst begeistert sind, gehen Sie bei der Vorbereitung von Vorstellungsgesprächen wie folgt vor: 1. Definieren Sie Ziele Hierzu fragen Sie sich ganz ehrlich, was Sie mit einem gut strukturierten und atmosphärisch überzeugenden Vorstellungsgespräch erreichen möchten. Zum Brainstorming können Sie folgende Fragen nutzen: Soll der Bewerber so überzeugt von uns sein, dass er morgen sofort anfangen kann, um die akuten Dienstplan-Löcher zu stopfen? Soll der Bewerber so überzeugt von uns sein, dass er unser Lohnangebot von Euro brutto für eine Vollzeit-Stelle sofort akzeptiert? Ist der Bewerber zu allen Zeiten allseits einsatzbereit? Ist der Bewerber von uns als Arbeitgeber angetan, obwohl er dann doch woanders unterschreibt? Natürlich sind die ersten drei Fragen verlockend. Aber diese Denkweise dürfte gegen Ihr Leitbild und Ihr Selbstverständnis eines fairen Arbeitgebers verstoßen. Deshalb enthält die letzte Frage genau die richtige Zielsetzung: Der Bewerber findet Ihren Pflegedienst im Vorstellungsgespräch vollkommen überzeugend unabhängig davon, ob er sich für die Stelle in Ihrem Pflegedienst entscheidet oder nicht. Selbst wenn der Bewerber nicht eingestellt werden sollte, so wird er seine Eindrücke nach außen tragen, was letztlich den Ruf eines Arbeitgebers mitbestimmt. Außerdem: Wenn der Bewerber bei einem anderen Pflegedienst die Arbeit aufnimmt, wird er Ihren Dienst dennoch in guter Erinnerung behalten und wer weiß, ob sich das später nicht noch einmal bezahlt machen könnte. Denn ein sehr hohes Gehalt hat meist auch seinen Preis das wird der Bewerber möglicherweise auch feststellen und trotz niedrigerem Gehaltsangebot wieder bei Ihnen anklopfen. Deshalb sollte Ihr Vorstellungsgespräch immer darauf abzielen, dass Sie als fairer und attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen werden. Seite 2/5

3 2. Stellen Sie Spielregeln auf Damit das Vorstellungsgespräch gelingt und damit das eben genannte Ziel erreicht wird, definieren Sie als Erstes die richtigen Rahmenbedingungen für das bevorstehende Treffen. Diese können so aussehen: Sie sind pünktlich und termintreu. Der Raum, in dem das Gespräch stattfindet, ist ruhig und wirkt optisch ansprechend. Störungen sind ausgeschlossen. Der Bewerber bekommt nicht nur verschiedene Getränke angeboten diese werden auch in ansprechenden Trinkgefäßen gereicht. Sie sind höchstens zu zweit (zum Beispiel Sie und Ihre Pflegedienstleitung (PDL)), damit der Bewerber nicht allein wie vor einer Wand sitzt. Sie, ggf. Ihre PDL und der Bewerber sind nicht durch einen wuchtigen Schreibtisch voneinander getrennt entscheiden Sie sich besser für das Gegenübersitzen oder das Sitzen im Dreieck angeordnet, nur durch einen Beistell- oder flachen Wohnzimmertisch getrennt. Die Sitzmöbel sind nicht zu tief. Das eigentliche Gespräch hat kein Zeitlimit niemals erwecken Sie den Eindruck, unter Zeitdruck zu stehen. Egal, wie groß die Lücken im Dienstplan sind und wie dringend Sie Entlastung brauchen Sie sind ruhig und souverän. Sie bieten dem Bewerber im Anschluss an das Gespräch eine Führung an und stellen ihm Verwaltungs- und bei Gelegenheit Pflegemitarbeiter vor. Der Vorstellungstermin endet immer mit einer konkreten Verabredung. Sie halten Ihren Teil der getroffenen Verabredung immer fristgerecht ein. 3. Ablauf des Vorstellungsgesprächs Der Ablauf kann wie folgt aufgebaut sein: Schritt Begrüßung Einstieg Erläuterungen Neben der üblichen Vorstellung fragen Sie, ob der Bewerber den Weg gut gefunden hat, ob die Parkplatzsuche unproblematisch war und er den Besprechungsraum gezeigt bekommen hat. Stellen Sie kurz das Unternehmen vor und sagen Sie kurz etwas zu sich. Wenn Ihre PDL dabei ist, sollte diese auch kurz etwas zu sich und ihrem Tätigkeitsbereich sagen. Seite 3/5

4 Gehen Sie auf das Aufgabenfeld ein (Patientenversorgung, Besonderheiten in der pflegerischen Versorgung, pflegefachliche Schwerpunkte, Qualitätsmanagement-Aufgaben, Umsetzung der Bezugspflege). Dieser Teil sollte aber insgesamt nicht länger als fünf bis sieben Minuten dauern, damit der Bewerber nicht das Gefühl bekommt an die Wand geredet zu werden. Hauptteil Kompetenztest Rahmenbedingungen Gesprächsabschluss Rundgang (optional) Endgültige Verabschiedung Gehen Sie jetzt auf das Anschreiben und den Lebenslauf des Bewerbers ein. Steuern Sie das Gespräch mit Hilfe offener Fragen so, dass wirklich ein Gespräch und kein Frage/Antwort-Spiel zustande kommt. Hinterfragen Sie vor allem Stärken und Schwächen des Bewerbers und thematisieren Sie vor allem die Stärken. Fragen Sie an dieser Stelle das Fachwissen des Bewerbers ab. Sie können das tatsächlich in Testform machen (zum Beispiel mit Hilfe der Kompetenztests in den LfK-Werkzeugen Einstellungstest für Pflegefachkräfte und Einstellungstest für Pflegehilfskräfte ) oder aber etwas freier, wobei Sie Fragen zur Umsetzung von Nationalen Expertenstandards und zum Umgang mit der Pflegedokumentation einbauen. Wenn Sie keine Einstellungstest- Atmosphäre wünschen, sagen Sie dem Bewerber offen, dass Sie diese Fragen stellen, um seine Einarbeitung gezielt vorzubereiten. Gegen Ende des Gesprächs stellen Sie die Rahmenbedingung vor: Stellenumfang, Arbeitszeiten, Rufbereitschaft, Verdienst, Urlaubstage, Sonderleistungen u. s. w. Treffen Sie hier auf jeden Fall eine Verabredung. Das kann ein Telefonat oder eine sein oder sogar schon ein fester Hospitationstermin. Wichtig ist, dass es einen Termin gibt, dieser für beide klar und verbindlich ist. Wenn Sie hingegen schon zu dem Schluss gekommen sind, dass der Bewerber nicht für Sie in Frage kommt, sagen Sie das dem Bewerber höflich und mit Begründung. Sie können dem Bewerber zum Abschluss noch einen Rundgang durch die Räumlichkeiten anbieten. Wenn es sich ergibt, können Sie ihm auch schon den einen oder anderen Mitarbeiter vorstellen. Verabschieden Sie den Bewerber freundlich. Auch alle anderen Gesprächsteilnehmer sollten bei der Verabschiedung dabei sein (für den Fall, dass Ihre PDL dabei war oder temporär zum Beispiel mal eine Teamleitung oder Verwaltungskraft), dies liefert dem Bewerber ein homogenes Gesamtbild von Ihrem Pflegedienst. Seite 4/5

5 4. Fazit Nutzen Sie den Leitfaden als Vorlage, um Ihren eigenen Prozessplan für ein gelungenes Vorstellungsgespräch zu erstellen. Die Anwendung wird sich bezahlt machen egal, ob der Bewerber dann unterschreibt oder nicht. Denn eins steht fest: Er wird einen positiven Eindruck von Ihnen und Ihrem Pflegedienst mit nach Hause nehmen. Seite 5/5

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