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1 Sie möchten Lernende ausbilden? Informatiker / Informatikerin EFZ Informatikpraktiker / Informatikpraktikerin EB Inhaltsverzeichnis 1. Lernende ausbilden als Bestandteil der Personalpolitik Ausbildungsbewilligung Besuchen Sie den Kurs für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner Wie komme ich zu Lehrstellenbewerber/Lehrstellenbewerberinnen Einige Hinweise zur Auswahl der Lernenden Lehrvertrag Kosten der Ausbildung von Lernenden Drei Lernorte Ausbildungsmöglichkeiten Lehrbetrieb Berufsfachschulen Überbetriebliche Kurse ük Basislehrjahr (Basisausbildung) Schulausbildung mit Praktikum in einer Unternehmung Beruf Informatiker/Informatikerin EFZ Berufsbild Informatiker/in EFZ und Schwerpunkte Qualifikationsverfahren Gesetzliche Vorgaben Berufsbild Informatik/in way-up EFZ Beruf Informatikpraktiker/Informatikpraktikerin EBA Abschlusszeugnis Lohn nach der Lehre... 7

2 1. Lernende ausbilden als Bestandteil der Personalpolitik In der Schweiz liegt der Grossteil der Verantwortung und des Aufwandes für die Ausbildung gelernter Berufsleute (und damit auch der Vorstufe für die höherer Berufsprüfung, die Hoch- oder Fachhochschulen, etc.) bei den Unternehmungen. Die Berufsbildung muss ein Teil der Personalpolitik und insbesondere des Personalmarketings sein. In der Informatik zeichnet sich in den nächsten Jahren ein Fachkräftemangel ab, der sich negativ auf unsere Wirtschaft auswirken wird. Jeder Ausbildungsplatz hilft mit, die Zukunft der Unternehmen, der ICT-Branche und des Wirtschaftsstandortes zu sichern. Ausserdem gewinnen Sie personelle Flexibilität, denn Lernende leisten produktive Arbeit, von der ihr Betrieb profitiert. Die Atmosphäre in Ihrem Betrieb wird durch die Frische und Spontanität der Jugendlichen bereichert. Ihr Unternehmen spart Kosten für die Personalbeschaffung und Einarbeitung durch die Weiterbeschäftigung ehemaliger Lernenden. Das minimiert das Risiko teurer, personeller Fehlentscheidungen. 2. Ausbildungsbewilligung Sie haben sich entschieden Lernende auszubilden, dafür danken wir ihnen. Sie müssen nun als Erstes beim kantonalen Mittelschul- und Berufsbildungsamt MBA eine Bildungsbewilligung für den Beruf Informatiker/Informatikerin EFZ oder Informatikpraktiker/Informatikpraktikerin EBA einholen: Mittelschul- und Berufsbildungsamt (MBA) Abteilung Betriebliche Bildung Kasernenstrasse 27, Postfach 3000 Bern 22 Eine Fachperson aus der Informatik wird sich anschliessend im Auftrag des MBA bei Ihnen melden, um die mögliche Ausbildung in Ihrem Betrieb abzuklären. Ein wichtiger Punkt ist dabei herauszufinden, ob in Ihrem Betrieb eine generalistische Ausbildung oder eine schwerpunktbezogene Ausbildung in den Schwerpunkten Systemtechnik, Applikationsentwicklung oder Support möglich ist. Dabei unterstützt sie die Fachperson auch beim Finden von möglichen Lösungen, damit in ihrer Firma die nötigen Inhalte abgedeckt werden können. Ihre Kontaktperson für IT-Berufe beim MBA: Manuela Röthlin, Ausbildungsberaterin, , Wie werde ich Lehrbetrieb 3. Besuchen Sie den Kurs für Berufsbildnerinnen und Berufsbildner Der Kurs bietet Ihnen nützliche Informationen zur Lehre, Zusammenarbeit mit Berufsbildungspartnern, Lehrlingsauswahl, Umgang mit Jugendlichen, gesetzliche Rahmenbedingungen und der Ausbildungsplanung.

3 4. Wie komme ich zu Lehrstellenbewerber/Lehrstellenbewerberinnen Sie können Ihre zu besetzende Lehrstelle(n) kostenlos im Lehrstellennachweis des Kantons Bern ausschreiben (LENA). Alle Lehrstellensuchende werden von Firmen, Schulen und Berufsberatungsstellen auf diese Internetadresse aufmerksam gemacht. - Offene Lehrstellen im Kanton Bern (LENA) Die Berner Ausbildungsmesse (BAM) bietet Jugendlichen eine wertvolle Hilfe bei der Berufswahl und ermöglicht einen ersten Kontakt mit Lehrbetrieben. Rund Personen besuchen jährlich diese Messe, darunter Schüler und Schülerinnen, Eltern und Lehrkräfte. - Berner Ausbildungsmesse (BAM) Sicher ist es auch sehr interessant für die ICT-Branche, wenn Ihre Firma Infoveranstaltungen, Schnuppertage oder ähnliches anbietet. - Schnupperlehren: Eine Hilfestellung für den Lehrbetrieb bei der Durchführung von Schnupperlehren oder 5. Einige Hinweise zur Auswahl der Lernenden Schreiben Sie auf Ihrer Firmenwebseite die Lehrstelle aus. So können Sie bei jeder Anfrage auf Ihre Firmen-Webseite hinweisen, definieren, was mit der Bewerbung mitgeliefert werden muss, den Bewerbungsablauf aufzeigen oder andere wichtige Informationen erläutern, mögliche Schwerpunktausbildung erklären, welche in Ihrem Betrieb angeboten werden. Es lohnt sich, die eingehenden Bewerbungen tabellarisch zu erfassen, um das Auswahlverfahren systematisch durchzuführen und messbare Auswertungen zu erhalten. Halten Sie sich bitte zum Wohle der Jugendlichen an Fairplay. Das heisst offen informieren, fair auswählen, Zeit lassen, Bewerberdossier rasch bearbeiten. Eignungsanalysen zum gewünschten Beruf können ergänzende und nützliche Informationen liefern. Diese sollten jedoch nie als einziges Kriterium für eine Erstauswahl genutzt werden. Neutrale Tests sind gut, wenn die Bewerbungsunterlagen zu gleichen Teilen gewertet werden: Zeugnisse, Bewerbung und Tests (z.b. Multicheck). - Multicheck - Basic-check

4 6. Lehrvertrag In der Schweiz muss für die berufliche Grundbildung ein einheitliches Formular verwendet werden, welches u.a. Lohn, Ferien, Wochenarbeitszeit und die Berufsbildungsverantwortlichen regelt. Weitere Hinweise und Vorlagen finden Sie hier: ag.html 7. Kosten der Ausbildung von Lernenden Ausbildungskosten (Informatiker/Informatikerin) - z.b. Einkauf einer umfassenden Basisausbildung mit den obligatorischen, überbetrieblichen Kursen integriert. - Kosten für die obligatorischen, überbetrieblichen Kurse entnehmen Sie dem aktuellen Beitragsreglement der OdA ICT Bern (http://oda-ict-bern.ch/lehrbetrieb/lehrbetriebwerden/ausbildungskosten.html) - Prüfungsgeld CHF bis CHF (obligatorisch). - Kosten für Lohn, sowie alle Sozial- und Versicherungsleistungen werden vom Lehrbetrieb übernommen und sind im Lehrvertrag zu regeln. - Anfallende Kosten in Form von Lehrmittelbeitrag, Reisespesen, Beitrag an Mittagessen, usw. sind Bestandteil der Abmachung zwischen der Lehrfirma und den Lernenden, Wir empfehlen, soweit möglich, dies im Lehrvertrag auch zu regeln. Entschädigung der Lernenden - Der Lohn für die Lernenden ist als Unterstützung, als Entschädigung anzusehen. Es ist nicht das Ziel, dass die lernende Person seinen Lebensunterhalt vollständig finanzieren kann. - Es gibt keine Richtlinien oder Verpflichtungen über die Höhe des Lohnes. Jede Unternehmung entscheidet das Lehrgeld selber, welches im Lehrvertrag vor Beginn der Lehre festgelegt wird. - Den richtigen Lohn kennen wir nicht. Jede Firma hat unterschiedliche Zulagen und Vergütungen, Lehrmittelbeiträge, Reisespesen, Leistungsprämien, Kantinenentschädigungen, Nichtraucher-Bonus, etc. Wir empfehlen Ihnen bei Partnerfirmen anzufragen und durch einen Quervergleich den Lohn für Ihre Lernenden festzulegen. 8. Drei Lernorte Die berufliche Grundbildung setzt sich aus den folgenden drei Lernorten zusammen: - Betriebliche Bildung (Lehr- oder Praktikumsbetrieb) - Berufsfachschule - Überbetriebliche Bildung = überbetriebliche Kurse (ük) 8.1. Ausbildungsmöglichkeiten Lehrvertrag mit einer Firma Berufsfachschule Überbetriebliche Kurse Basislehrjahr (Basisausbildung) einkaufen Schulische Ausbildung (Privatschulen) Möglichkeit 1 Ja Ja Ja Nein Nein Möglichkeit 2 Ja Ja Nein Ja Nein Möglichkeit 3 Nein Nein Nein Nein Ja

5 8.2. Lehrbetrieb Die Firma schliesst mit der/dem künftigen Lernenden einen Lehrvertrag ab. Der Lehrbetrieb muss dabei die Mindestanforderungen erfüllen, siehe Reglement (Berufsbildungsgesetz und Bildungsverordnung). Im Zentrum der betrieblichen Bildung stehen die produktive Arbeit und das Lernen beim Arbeiten. Planen Sie die Lehre gemässe dem Leitfaden Bildung in beruflicher Praxis (siehe Kap. 0) und erstellen Sie für die lernende Person einen individuellen Bildungsplan, der das Einsatzgebiet, die Abteilung, die geplante Einsatzdauer und die Zuständigkeiten aufzeigt. Berücksichtigen Sie dabei, dass die Lernenden die Inhalte, welche sie in der Berufsfachschule lernen, im Betrieb anwenden sollen. - Berufsbildungslexikon mit Abkürzungsverzeichnis für alle Fragen rund um die berufliche Grundbildung: - Raster für individuellen Bildungsplan Berufsfachschulen Sämtliche Lernenden des Kantons Bern besuchen die Berufsfachschule an der Gewerblich- Industrielle Berufsschule Bern (GIBB). Wer die Voraussetzungen mitbringt, kann die Berufsmaturitätsschule (BMS) absolvieren. Im Normalfall besuchen die Lernenden wöchentlich während maximal zwei Tagen den berufskundlichen und allgemeinbildenden Unterricht an der Berufsfachschule. Im Modulplan sind Umfang und Inhalt der schulischen Bildung ersichtlich Überbetriebliche Kurse ük Die überbetrieblichen Kurse sind für alle Lernenden obligatorisch. Die ük-module werden vom Mittelschul- und Berufsbildungsamt auf Antrag der OdA ICT Bern in Zusammenarbeit mit der Berufsfachschule, der ük-kommission und den Lehrbetrieben festgelegt, die Kurskosten können dem Beitragsreglement des Vereins OdA ICT Bern entnommen werden. - Informatiker/-innen müssen 6 ük-module à je 5 Tagen und ein ük-modul à 2 Tagen besuchen = Total 32 Tage. - Informatikpraktiker/-innen müssen 3 ük-module à je 7 Tage besuchen = Total 21 Tage Vor Beginn der Lehre wird der Lehrbetrieb durch den Verein OdA ICT Bern kontaktiert, damit der Betrieb die Lernenden zu den ük anmelden kann. Ermöglicht der Lehrbetrieb den Lernenden ein Basislehrjahr, sind alle ük enthalten Basislehrjahr (Basisausbildung) Eine Basisausbildung kann bei den folgenden Anbietern eingekauft werden: Ammann Berufsbildung in Langenthal BiCT in Ostermundigen come-2-it in Bern ICT Berufsbildungscenter AG (ehemals Ascom Berufsbildung) in Bern login Berufsbildung in Bern Noser Young Professionals in Worblaufen

6 8.6. Schulausbildung mit Praktikum in einer Unternehmung Beim Modell der Privatschulen wird der Ausbildungsvertrag von der Schule ausgestellt. Die schulische und überbetriebliche Bildung wird meistens in den ersten beiden Lehrjahren am Stück unterrichtet. Im dritten und vierten Lehrjahr wird in einem Ausbildungsbetrieb ein Praktikum mit rund einem halben Tag Unterricht pro Woche absolviert. - Computerschule Bern (CsBe), Bern - WISS Wirtschaftsinformatikschule Schweiz, Bern 9. Beruf Informatiker/Informatikerin EFZ Die Grundbildung ist aufgeteilt in die grundlagenbezogene und schwerpunktbezogene Bildung. In den ersten zwei Lehrjahren ist die Ausbildung für alle Ausbildungsrichtungen gleich, im zweiten Teil der Lehre kann ein Schwerpunkt gewählt werden. Eine Ausnahme darin bildet der Schwerpunkt Support. Hier findet in der Mathematik und im Englisch ein sanfterer Einstieg statt als in den anderen Schwerpunkten, daher muss der Schwerpunkt Support bereits zu Beginn der Lehre im Lehrvertrag angegeben werden Berufsbild Informatiker/in EFZ und Schwerpunkte Berufsbildung Schwerpunkte - Applikationsentwicklung - Systemtechnik - Support - Generalist Weitere Informationen siehe Qualifikationsverfahren Das Qualifikationsverfahren Informatik besteht aus 4 Fallnoten: - Grundlagenbezogene Ausbildung (GA), Durchschnitt der Module des 1. und 2. Lehrjahres inkl. überbetriebliche Kurse - Schwerpunktbezogene Ausbildung (SA), Durchschnitt der Module des 3. und 4. Lehrjahres - Individuelle praktische Arbeit (IPA - zählt doppelt) - Allgemeinbildender Unterricht (ABU) Das Qualifikationsverfahren ist bestanden, wenn alle vier Noten 4.0 sind. Weitere Angaben siehe Qualifikationsverfahren Gesetzliche Vorgaben Generelle Informationen finden Sie unter ICT Berufsbildung Schweiz. - Bildungsverordnung - Bildungsplan

7 9.4. Berufsbild Informatik/in way-up EFZ Im Informatik-Beruf gibt es für Gymnasiastinnen/Gymnasiasten mit erfolgreich abgeschlossener Matura die Variante <way-up.ch>. In der Hälfte der ordentlichen Lehrdauer kann der Beruf Informatiker/in EFZ erlernt werden. Mit diesem Abschluss ist ein prüfungsfreier Zutritt in die Fachhochschule (FH) möglich. Der Abschluss ist europaweit anerkannt und ein späterer Einstieg in den universitären Bildungsgang ist nach wie vor möglich. - Modell <way-up.ch> 10. Beruf Informatikpraktiker/Informatikpraktikerin EBA Die Grundbildung Informatikpraktik wird seit 2007 im Rahmen eines Pilotprojektes in den Kantonen Bern und Zürich angeboten. Es handelt sich um eine zweijährige Ausbildung im Berufsfeld Informatik. Ausbildungsbeschreibung Abschlusszeugnis Der Lehrbetrieb muss der lernenden Person am Ende der Ausbildung ein Lehrzeugnis ausstellen. - Muster Lehrzeugnis : 12. Lohn nach der Lehre Wir empfehlen Ihnen, die Lohnfrage mit Partnerfirmen abzusprechen und dem Benchmark entsprechende Empfehlungen anzuwenden. Wir hoffen, Ihnen mit diesen Angaben gedient zu haben und würden uns sehr freuen, Sie als Lehrbetrieb im Verein OdA ICT Bern aufnehmen zu können. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website:

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