Sozialethische Begründungen für Einschränkungen der Notwehr

Größe: px
Ab Seite anzeigen:

Download "Sozialethische Begründungen für Einschränkungen der Notwehr"

Transkript

1 Universität Tübingen Juristische Fakultät P ROF. DR. DR. KRISTIAN K ÜHL Rechtsphilosophisches Seminar im Sommersemester 1999 zum Thema Die Bedeutung der Philosophie für strafrechtliche Grundlagenprobleme Sozialethische Begründungen für Einschränkungen der Notwehr von Tübingen Juni 1999

2 Verfasser: Referendar URL der Seminararbeit: Technische Aufbereitung: Ref. Jochen Herkle c/o Lehrstuhl Prof. Dr. Dr. Kühl Wilhelmstraße Tübingen Die vorliegende Arbeit entstand im Rahmen eines im Sommersemester 1999 veranstalteten Blockseminars zum Thema Die Bedeutung der Philosophie für strafrechtliche Grundlagenprobleme. Sie ist veröffentlicht auf der Homepage von Prof. Dr. Dr. Kühl, Inhaber des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozeßrecht und Rechtsphilosophie an der Universität Tübingen (http://www.jura.uni-tuebingen.de/kuehl). Eine Übersicht über die im Volltext eingestellten Seminararbeiten findet sich unter Alle Rechte vorbehalten Copyright 1999

3 Inhaltsverzeichnis II Inhaltsverzeichnis Literaturverzeichnis...III A.) Einleitung...1 B.) Historische Gesetzesentwicklung des Notwehrrechts...2 I.) Römisches Recht...2 II.) Mittelalterliches Recht...2 III.) Wissenschaft des gemeinen Strafrechts...3 IV.) Epoche der landesrechtlichen Kodifikationen...3 V.) Strafgesetzbuch für das deutsche Reich von VI.) Ergebnis...4 C.) Deutung des Begriffs sozialethisch...4 D.) Grundgedanken des Notwehrrechts...5 I.) Rechtsphilosophische Positionen des Prozesses der Gedankenentwicklung bis zu den heutigen Konzeptionen ) Die alte Schule des ius naturale ) Der deutsche Idealismus...6 II.) Heute vertretene Ansichten zur ratio der Notwehr ) Dualistische Notwehrlehre ) Monistische Notwehrlehren ) Ergebnis...13 E.) Darstellung der Fallgruppen sozialethischer Einschränkungen des Notwehrrechts.13 I.) Krasses Mißverhältnis, Unerheblicher Angriff...14 II.) Angriffe schuldlos Handelnder...16 III.) Enge persönliche Beziehungen...16 IV.) Notwehrprovokation...17

4 Literaturverzeichnis III Literaturverzeichnis AMELUNG, Knut: Das Problem der heimlichen Notwehr gegen die erpresserische Androhung kompromittierender Enthüllungen, in: GA 1982, S. 381 BAUMANN, Jürgen/WEBER, Ulrich/MITSCH, Wolfgang: Strafrecht Allgemeiner Teil, 10. Aufl., Bielefeld 1995 (zit. Baumann/Weber) BERNER, Albert Friedrich: Die Nothwehrtheorie, in. ArchCrimR 1848, S. 547 BERNER, Albert Friedrich: Lehrbuch des deutschen Strafrechts, 18. Aufl., Leipzig 1898 (zit. Berner, Lehrbuch) BINDING, Karl: Handbuch des Strafrechts, Leipzig 1885 (zit. Binding) BITZILEKIS, Nikolaos: Die neue Tendenz zur Einschränkung des Notwehrrechts, Berlin 1984 (zit. Bitzilekis) BLEI, Hermann: Strafrecht I, Allgemeiner Teil, 18. Aufl., München 1983 (zit. Blei, AT) BOCKELMANN, Paul: Notwehr gegen verschuldete Angriffe, in: Festschrift für Richard M. Honig, Göttingen 1970, S. 19 (zit. Bockelmann, Honig-FS) CARPZOV, Benedict: Practica Nova Rerum Criminalium, Lipsiae 1739 (zit. Carpzov) COURAKIS, Nestor-Constantin: Zur sozialethischen Begründung der Notwehr, Baden-Baden 1978 (zit. Courakis) DREHER, Eduard/TRÖNDLE, Herbert: Strafgesetzbuch, 48. Aufl., München 1997 (zit. D/T) FICHTE, Johann Gottlieb: Rechtslehre, Vorgetragen von Ostern bis Michalis 1812, hrsg. von Hans Schulz, Leipzig 1912 (zit. Fichte, Rechtslehre) FRANK, Reinhard: Das Strafgesetzbuch für das Deutsche Reich, 18. Aufl., Tübingen 1931 (zit. Frank) FRISTER, Helmut: Die Notwehr im System der Notrechte, in: GA 1988, S. 291

5 Literaturverzeichnis IV GEYER, August: Die Lehre von der Notwehr, Jena 1857 (zit. Geyer, Notwehr) GEYER, August: Grundriß zu Vorlesungen über gemeines deutsches Strafrecht, München 1884 (zit. Geyer, Grundriß) GROTIUS, Hugo: De iure belli ac pacis, 1625, (zit. Grotius) HAAS, Robert: Notwehr und Nothilfe, Frankfurt a. M (zit. Haas) HASSEMER, Winfried: Die provozierte Provokation oder Über die Zukunft des Notwehrrechts, in: Festschrift für Paul Bockelmann zum 70. Geburtstag, 1979, S. 225 (zit. Hassemer, Bockelmann-FS) HEGEL, Georg Wilhelm Friedrich: Grundlinien der Philosophie des Rechts, Werk in zwanzig Bänden, hrsg. von Eva Moldenhausen und Karl Markus Michel auf der Grundlage der Werke von , Band 7, Frankfurt a. M (zit. Hegel,Grundlinien) HÖFFE, Ottfried: Lexikon der Ethik, 5. Aufl., München 1997, (zit. Höffe) JAKOBS, Günther: Strafrecht Allgemeiner Teil, 2. Aufl. Berlin 1991 (zit. Jakobs, AT) JESCHECK, Hans-Heinrich: Lehrbuch des Strafrechts Allgemeiner Teil, 5. Aufl., Berlin 1996 (zit. Jescheck, AT) KANT,Immanuel: Methaphysik der Sitten, hrsg. von Karl Vorländer, unveränderter Abdruck der 4. Aufl. 1922, Hamburg 1966 (zit. Kant, Methaphysik) KIOUPIS, Dimitrios: Notwehr und Einwilligung, Baden-Baden 1992 (zit. Kioupis KRATZSCH, Dieter: Das (Rechts-) Gebot zu sozialer Rücksichtnahme als Grenze des strafrechtlichen Notwehrrechts, in: JuS 1975, S. 435 KREY, Volker: zur Einschränkung des Notwehrrechts bei der Verteidigung von Sachgütern, in: JZ 1979,S. 702 KÜHL, Kristian: Strafrecht Allgemeiner Teil, 2. Aufl., München 1997 (zit. Kühl, AT)

6 Literaturverzeichnis V KÜHL, Kristian: Sozialethische Einschränkungen der Notwehr, in: Jura 1990, S. 244 KÜHL, Kristian: Die Notwehrprovokation, in: Jura 1991, S. 57 und 175 KÜHL, Kristian: Notwehr und Nothilfe,in: JuS 1993, S. 177 KÜHL, Kristian: Freiheit und Solidarität bei den Notrechten, in: Festschrift für Hans Joachim Hirsch zum 70. Geburtstag, hrsg. von Thomas Weigend und Georg Küpper, Berlin 1999, S. 259 (zit. Kühl, Hirsch-FS) KÜHL; Kristian: Die Notwehr: Ein Kampf ums Recht oder Streit, der mißfällt?, in: Festschrift für Otto Triffterer, hrsg. von Kurt Schmoller, Wien 1996, S. 149(zit. Kühl, Triffterer-FS) LACKNER, Karl/KÜHL, Kristian: Strafgesetzbuch mit Erläuterungen, 23. Aufl., München 1999 (zit. Lackner/Kühl) LEIPZIGER KOMMENTAR: Zweiter Band 32 bis 60, 10. Aufl., Berlin 1995 (zit. LK-Bearbeiter) LEVITA, Carl: Das Recht der Notwehr, Gießen 1856 (zit. Levita, Notwehr) MARXEN, Klaus: Die sozialethischen Grenzen der Notwehr, Frankfurt a. M (zit. Marxen) MAURACH, Rainhart/ZIPF, Heinz: Srafrecht Allgemeiner Teil, Teilband 1, 8. Aufl., Heidelberg 1992 (zit. Maurach/Zipf) PUFENDORF, Samuel: De iure naturae et gentium, Frankfurt und Leipzig 1759 (zit. Pufendorf, de iure naturae et gentium) RENZIKOWSKI, Joachim: Notstand und Notwehr, Berlin 1994 (zit. Renzikowski) ROXIN, Claus: Strafrecht Allgemeiner Teil, Band 1, 2. Aufl., München 1994 (zit. Roxin, AT) ROXIN, Claus: Die provozierte Notwehrlage, in: ZStW 75 (1963), S. 541 ROXIN, Claus: Die sozialethischen Einschränkungen des Notwehrrechts, in: ZStW 93 (1981), S. 68

7 Literaturverzeichnis VI ROXIN, Claus: Ein neues Bild des Strafrechrssystems, in: ZStW 83 (1971), S. 369 SCHAFFSTEIN, Friedrich: Die allgemeinen Lehren vom Verbrechen in ihrer Entwicklung durch die Wissenschaft des gemeinen Strafrechts, Berlin 1930 (zit. Schaffstein) SCHMIDHÄUSER, Eberhard: Strafrecht Allgemeiner Teil, 2. Aufl., Tübingen 1975 (zit. Schmidhäuser, AT) SCHMIDHÄUSER, Eberhard: Über die Wertstruktur der Notwehr, in: Festschrift für Richard M. Honig zum 80. Geburtstag, S. 185, Göttingen 1970 (zit. Schmidhäuser, Honig-FS) SCHMIDHÄUSER, Eberhard: Die Begründung der Notwehr, in: GA S. 97 SCHMIDT, Eberhard: Einfürung in die Geschichte deutscher Strafrechtspflege, 3. Aufl., Göttingen 1965 (zit. Schmidt) SCHMITT-LERMANN, Hans: Die Lehre von der Notwehr in der Wissenschaft des gemeinen Strafrechts, in: Strafrechtliche Abhandlungen, Band 357, Breslau 1935 (zit. Schmitt-Lermann) SCHÖNKE; Adolf/SCHRÖDER, Horst: Strafgesetzbuch Kommentar, 25. Aufl., München 1997 (zit. Sch/Sch-Bearbeiter) SCHROEDER, Friedrich-Christian: Die Notwehr als Indikator politischer Grundanschauungen, in: Festschrift für Reinhart Maurach zum 70. Geburtstag, Karlsruhe 1972, S. 172 (zit. Schroeder, Maurach-FS) SEELMANN, Kurt: Grenzen privater Nothilfe, in: ZStW 89 (1977), S. 36 WAGNER, Heinz: Individualistische oder überindividualistische Notwehrbegründung,1984 (zit. Wagner) WELZEL,Hans: Naturrecht und materiale Gerechtigkeit, 4. Aufl., Göttingen 1962 (zit. Welzel, Naturrecht) WOHLERS, Wolfgang: Einschränkungen des Notwehrrechts innerhalb sozialer Näheverhältnisse, in: JZ 1999, S. 434

8 A.) Einleitung Die Notwehrregelung des 32 gilt als geglückte, ebenso knappe wie klare Bestimmung 1, aus der die Voraussetzung des Notwehrrechts leicht zu entnehmen sind: Auslöser des Notwehrrechts ist ein gegenwärtiger, rechtswidriger Angriff. Die gegen diesen Angriff erlaubte Verteidigung ist lediglich durch das Merkmal der Erforderlichkeit beschränkt. Dies bedeutet zweierlei: Den Angegriffenen trifft keinerlei Ausweichpflicht, so daß er die vom Angriff ausgelöste Gefahr auch dann nicht durch Ausweichen abwenden muß, wenn ihm dies problemlos möglich wäre und er sich hierdurch ausreichend schützen könnte. 2 Dies ergibt sich bereits daraus, daß Ausweichen bzw. Fliehen keine Verteidigung ist. 3 Ein Wertvergleich zwischen Erhaltungsgut und Eingriffsgut findet im Gegensatz zu 34 nicht statt; demnach sind keinerlei Verhältnismäßig- keitsüberlegungen anzustellen: Der Verteidiger muß nicht darauf achten, daß er mit seiner Verteidigungshandlung beim Angreifer nicht höherwertige Rechtsgüter verletzt, als er sie bei sich schützt. Diese Eckpfeiler des Notwehrrechts verleihen ihm seine charakteristische Schneidigkeit und Rigorosität. 4 Während früher das Notwehrrecht uneingeschränkt in dieser Schärfe verstanden und angewandt wurde 5 (wie der Satz von Berner ich brauche mir kein Haar krümmen zu lassen und kann bei der Vertheidigung gegen den geringsten Angriff auf das Heiligthum meiner Person bis zur völligen Verrnichtung des Angreifers schreiten 6 mit aller Deutlichkeit zeigt) und nur ganz vereinzelt unter dem Vorwurf der Totschlagsmoral als zu scharf kritisiert wurde 7, setzte schon am Anfang dieses Jahrhunderts, insbesondere aber zu Beginn der 50er Jahre, die Tendenz ein, das weitgehende, durch extremlibera-listische Ansichten geprägte Notwehrrecht in bestimmten Fallkonstellationen durch eine restriktive Interpretation einzuschränken 8. Nach Theorie und Praxis zwangen sozialethische Rücksichten zur Korrektur und Beschränkung des Notwehrumfangs. Gemäß ihres Ursprungs gingen diese Restriktionen als sozialethische Einschränkungen in die Strafrechtsdogmatik ein. Sie bestimmen die Notwehrlehre dergestalt, daß Jescheck die neuere Entwicklung des Notwehrrechts zu recht als die Geschichte seiner sozialethischen Einschränkungen bezeichnet. 9 Angenommen werden Einschränkungen in 4 Fallgruppen, bei Angriffen von schuldlos Handelnden wie Kindern oder Geisteskranken, bei einem krassen Mißverhältnis zwischen den beteiligten Rechtsgütern, bei Angriffen innerhalb von engen persönlichen Beziehungen und bei der sogenannten Notwehrprovokation. 10 Während diese Fallgruppen im Ergebnis überwiegend anerkannt sind, ist ihre dogmatische Begründung sehr umstritten. Daher ist vor einer Erörterung der einzelnen Fallgruppen auf die dogmatische Grundlage, die ratio der Notwehr einzugehen. Vorab soll jedoch die historische Gesetzesentwicklung zur 1 Roxin, ZStW 93 (1981), S. 68 (68); Binding, S. 732; Courakis, S. 15, 1; Kühl, Triffterer-FS, S. 149 (149) 2 Jescheck, AT, S. 343; D/T, 32, Rn. 16d; Sch/Sch-Lenckner, 32, Rn. 41; SK-Samson, 32, Rn. 1 3 Roxin, AT, 15, Rn. 47, Jakobs, AT, S Sch/Sch-Lenckner, 32, Rn. 1a; Kühl, AT, 7, Rn. 4; Krey, JZ 1979, S. 702 (707) 5 RG 55, 82ff (Schuß auf Obstdieb); Binding, S Berner, ArchCrimR 1848, S. 547 (570) 7 Geyer, Notwehr, S. 25; ders., Grundriß I, S. 81; siehe dazu auch Kühl, Triffterer-FS, S. 149 (165) 8 Bitzilekis, S. 17; LK-Spendel, 32, Rn. 21; Roxin, AT, 15, Rn. 5 9 Jescheck,AT, 3. Aufl., S. 278; ähnlich Bockelmann, Honig-FS, S. 19 (19) 10 Kühl, Jura 1990, S. 244 (245); Bitzilekis, S. 17f

9 B.) Historische Gesetzesentwicklung des Notwehrrechts 2 heutigen Notwehrregelung dargestellt werden und eine Deutung des Begriffs sozialethisch erfolgen. B.) Historische Gesetzesentwicklung des Notwehrrechts Die Notwehr wird auch heute immer wieder als übergesetzliches und vorstaatliches Urrecht bezeichnet, 11 und aus diesem Charakter oft abgeleitet, daß das Rechtsinstitut eigentlich keine Geschichte habe bzw. haben könne 12. Wie die Rechtsgeschichte jedoch zeigt, mußten Recht und Umfang der Selbst- und Fremdverteidigung erst in jahrhundertelangem Gedankenprozeß herausgearbeitet werden 13 : I.) Römisches Recht Dem römischen Recht der Frühzeit war ein allgemeines Notwehrrecht fremd. 14 Erst allmählich bildet sich der Gedanke heraus, daß die Befugnis zur Selbstverteidigung ein ursprüngliches, oder wie Cicero in seiner Verteidigungsrede für Milo (52 v. Chr.) ausführt, eine non scripta, sed nata lex sei. 15 Im Corpus iuris finden sich einzelne Wendungen, die zeigen, daß sich Ciceros Sichtweise der Befugnis der Selbstverteidigung als eines Naturrechts in dieser späteren Gesetzeskodifikation niedergeschlagen hat: Vim enim vi defendere omnes leges, omniaque iura permittunt 16 bzw. Vim repellere vi licere Cassius scribit idque ius natura comparatur. 17 Darüberhinaus ist eine eigentliche Notwehrtheorie während der gesamten Zeit des römischen Rechts nicht entwickelt worden. 18 II.) Mittelalterliches Recht Im deutschen Recht beginnt die Entwicklung des Rechtsinstituts im Mittelalter: Die Landfriedensbewegung war darum bemüht, Blutrache und Fehde, zudem das Jedermannsrecht zur Tötung des handhaften Täters, zu verdrängen, an die Stelle dieser Privatjustiz sollte ein staatliches Verfahren treten. 19 Diese Zurückdrängung schuf das Bedürfnis nach Anerkennung eines Notwehrrechts, wie es dann in zahlreichen Regelungen wie dem Sachsenspiegel (um 1230) oder dem Mainzer Landfrieden (1235) enthalten war. Dabei wird in diesen Quellen kein all- 11 D/T, 32 Rn. 2; Krey Jura 1979, S. 702 (713); Jescheck, AT, S. 336; vgl. Kühl, AT, 7, Rn. 1; dagegen a. A. Bitzillekis, S. 27f 12 Geib, S LK-Spendel, 32 Rn Haas, S. 35; LK-Spendel, 32 Rn Cicero, Pro Milone, 4,10; etwas später spricht Ciciero dann von dem Recht, Gewalt gegen Körper, Haupt und Leben mit allen Mitteln zurückzuschlagen (Pro Milone, 11,30:...ut omnem semper vim, quacunqeu ope possunt, ut a corpore, a capite, a vita sua propulsarent.) 16 Digesten 9, 2, 45, 4; übersetzt: Denn sich gegen Gewalt mit Gewalt zu verteidigen erlauben alle Gesetze und Rechtsordnungen. 17 Digesten 43, 16, 1, 27; übersetzt: Gewalt mit Gewalt zurückzuweisen, ist erlaubt, schreibt Cassius, und dies Recht gewährt die Natur selbst. 18 Haas, S Krey, JZ 1979, S. 702 (704); Haas, S. 31ff

10 B.) Historische Gesetzesentwicklung des Notwehrrechts 3 gemeines Notwehrrecht anerkannt, sondern nur die Notwehr als erlaubter Fall der Tötung des Angreifers zur Verteidigung von Leib und Leben gesehen. 20 Die Costitutio Criminalis Carolina (peinliche Gerichtsordnung Karls des V. von 1532), in der die Rezeption des italienisch-römischen Rechts ihren Höhepunkt fand, bekommt die Notwehr in Art. 139 f im wesentlichen auch nur als Fall der Tötung des Angreifers zur Rettung des eigenen Leib und Lebens in den Blick. 21 III.) Wissenschaft des gemeinen Strafrechts Während ihrer ersten, bis zum Wirken des Benedict von Carpzov ( ) dauernden Phase hielt die gemeinrechtliche Wissenschaft an der Sichtweise des Notwehrrechts als Fall der erlaubten Tötung bei einem Angriff auf Leib, Leben sowie Keuschheit fest. 22 Eine Sachgüter-Notwehr wurde vehement mit dem Verhältnismäßigkeitsgedanken abgelehnt: Auch die kostbarsten Güter seien weniger wertvoll als ein Menschenleben. 23 Benedict Carpzov dehnt den Kreis der notwehrfähigen Rechtsgüter auf Sachgüter aus und gestattet dabei auch die Tötung des Angreifers zur Verteidigung des eigenen Guts. 24 Die Berufung der Gegenmeinung auf den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz hält Carpzov für verfehlt, wobei er anmerkt: Diebe würden ja für ihre Tat gehängt. 25 Mit der Einbeziehung von Sachgütern war somit ein entscheidender Schritt in Richtung auf ein allgemeines Notwehrrecht getan. IV.) Epoche der landesrechtlichen Kodifikationen Das Allgemeine Landrecht für die Preußischen Staaten (1794) normiert in ein allgemeines Notwehrrecht: Dieses dient dem Schutz aller Rechtsgüter, einschließlich Besitz und Eigentum. Doch enthält es in 520 ergänzend zum Merkmal der Erforderlichkeit in 519 das Erfordernis der Verhältnismäßigkeit. Für die Sachgüterverteidigung wird der Grundsatz der Verhältnismäßigkeit in 522 dahingehend konkretisiert, daß hier die lebensgefährliche Verletzung des Angreifers nur gerechtfertigt ist, wenn der durch ihn drohende Schaden unersetzlich ist. Dabei ist zu beachten, daß diese Einschränkung des Sachgüternotwehrrechts ihren Ursprung nicht im Rechtlichen hat, sondern vielmehr als Ausdruck des eifersüchtig auf das staatliche Gewaltmonopol pochenden und mißtrauisch auf alle private Selbsthilfe blickenden absolutistischen Staatsdenkens zu deuten ist 26. Es war daher zu erwarten, daß mit einem liberaleren Verständnis vom Verhältnis Bürger/Staat diese enge Notwehrkonzeption aufgegeben würde: Im Gegensatz zum Allgemeinen Landrecht für die Preußischen Staaten ist das Bayerische StGB von 1813 nicht mehr vom Absolutismus geprägt, sondern bereits vom Liberalismus 20 Krey, JZ 1979, S. 702 (704) 21 Roxin, AT, 15, Rn. 4; Eine Ergänzung enthält Art. 150, nach dem Straflosigkeit z. Bsp. in Frage kommt bei der Tötung eines anderen wegen Unzuchts mit der Ehefrau oder der Tochter des Täters 22 Schmitt-Lermann, S. 21 und 29ff; Schaffstein, S. 66, 69, Schmitt-Lermann, S. 35f, 71, 76; Schaffstein, S vgl. Schaffstein, S. 77f; Schmitt-Lermann, S. 33ff, Carpzov, Practica nova rerum criminalium, Q. 32 n Courakis, S. 55f, 45-47; Krey, JZ 1979, S. 702 (706)

11 C.) Deutung des Begriffs sozialethisch 4 beeinflußt. 27 Demzufolge ist die Notwehrkonzeption des Bayerischen StGB (Art. 125ff) zwar durch das Merkmal der Erforderlichkeit (Art. 128), darüberhinaus aber nicht mehr durch ein zusätzliches Merkmal der Proportionalität beschränkt. 28 Das Preußische StGB von 1851 enthält in eine vergleichbare Notwehrregelung, die nach dem Willen der Gesetzesverfasser zweierlei klarstellen sollte: Erstens die Notwehrfähigkeit aller Rechtsgüter, zweitens der Verzicht auf jede Einschränkung des Notwehrrechts durch den Gesichtspunkt der Verhältnismäßigkeit. 30 V.) Strafgesetzbuch für das deutsche Reich von 1871 Das Reichsstrafgesetzbuch übernimmt in 53 der Sache nach unverändert, fast wörtlich die Notwehrformulierung des 41 Preuß. StGB. 31 Die Notwehrregelung des 53 I, II war bis zur Ersetzung durch den sachlich übereinstimmenden 32 n. F. am in Kraft, dessen umformulierter erster Absatz lediglich den Charakter der Notwehr als Rechtfertigungsgrund klarstellen sollte. 32 VI.) Ergebnis Somit war mit 41 Preuß. StGB, dessen Notwehrdefinition fast wörtlich über 53 II RStGB in den heutigen 32 II eingegangen ist, das heutige Notwehrrecht geboren. 33 C.) Deutung des Begriffs sozialethisch Da die vier Fallgruppen, bei denen eine Restriktion des Notwehrrechts vorgenommen wird, als sozialethische Einschränkungen der Notwehr betitelt werden, ist auf die Bezeichnung sozialethisch näher einzugehen. Im Zusammenhang mit der Notwehr ist mit der Verwendung des Begriffs sozialethisch keine Unterscheidung der Individualethik als dem Teilgebiet der Ethik, das insbesondere die Pflichten des einzelnen gegen sich selbst und seine Mitmenschen berücksichtigt, von der Sozialethik, die die Pflichten des einzelnen Menschen gegenüber der Gesellschaft zum Inhalt hat, anvisiert. 34 Charakteristisch für den Begriff dürfte vielmehr der Wortteil sozial in dem Sinne sein, daß die heute als zu schneidig beurteilte Konzeption der Notwehr sozialverträglich gemacht wer- 27 Maurach-Zipf, 4 VI Rn. 20; Eb. Schmidt, S. 239, vgl. Schroeder, Maurach-FS, S.127 (129); Roxin, AT, 15, Rn Preuß. StGB lautet: Ein Verbrechen oder Vergehen ist nicht vorhanden, wenn die Tat durch Notwehr geboten war. Notwehr ist diejenige Verteidigung, die erforderlich ist, um einen gegenwärtigen, rechtswidrigen Angriff von sich selbst oder Anderen abzuwenden. 30 Krey, JZ 1979, S. 702 (707), Schroeder, Maurach-FS, S. 127 (129) 31 LK-Spendel 32, Rn. 21; Kühl, JuS 1993, S. 177 (178) 32 Kühl, JuS 1993, S. 177 (178) 33 Lk-Spendel, 32, Rn. 21; Roxin, AT, 15 Rn Kühl, Jura 1990, S. 244 (244); zu den Begriffen der Sozial- und Individualethik siehe Höffe, S. 275

12 D.) Grundgedanken des Notwehrrechts 5 den soll, so daß sich sozial durch soziale Rücksichtnahme oder (Mindest-)Solidarität, die bei den genannten Fallgruppen auch dem Angreifer geschuldet sein soll, umschreiben läßt. 35 Da die Solidarität mit zu den Prinzipien der Sozialethik gehört, mit denen sie ein in sich sinnvolles Zusammenleben der Menschen ermöglichen will, 36 ist die Betitelung der Notwehreinschränkugen als sozialethisch nicht unberechtigt. 37 Als ethisch bezeichnet man die Einschränkungen wohl, weil sie sich zumindest nicht direkt aus dem formellen Inhalt des 32 StGB ergeben. 38 Weil es folglich nur um den Gegensatz zum positiven Recht geht, könnte ethisch hier auch durch rechtspolitisch ersetzt werden. Andererseits kann man ethisch auch im Sinne von moralisch seiner eigentlichen Bedeutung entsprechend 39 so verstehen, daß bestimmte Prinzipien der Moral vorbehalten sind. Die genannte Solidarität könnte ein solches Prinzip sein. Doch ist der Begriff der mitmenschlichen Solidarität dem Recht insgesamt heute nicht mehr fremd; er findet sich z. Bsp. in Form des Solidaritätsbeitrags im Arbeits- und Sozialrecht und im Sozialversicherungsrecht in der Solidargemeinschaft. 40 Somit ist diese Deutung des Begriffs ethisch wenig ergiebig. D.) Grundgedanken des Notwehrrechts Überwiegend werden die sozialethischen Einschränkungen aus den der Notwehrregelung zugrunde liegenden Rechtsgedanken abgeleitet, 41 so daß die verschiedenen Sichtweisen über die Grundgedanken, über die Wertstruktur, des Notwehrrechts aufzurollen sind: I.) Rechtsphilosophische Positionen des Prozesses der Gedankenentwicklung bis zu den heutigen Konzeptionen Im Laufe der Entwicklung des Rechtsdenkens sind immer wieder neue Ansichten und Theorien über die eigentliche ratio des Notwehrrechts aufgestellt worden. Da deren Grundpositionen bis in die heutige Zeit herangezogen werden, um die Wertstruktur der Notwehr zu klären, erscheint es zunächst sinnvoll, diese darzustellen. 1.) Die alte Schule des ius naturale Die alte Lehre vom Naturrecht, die auf Aristoteles zurückgeht, sieht den Selbsterhaltungstrieb des Menschen, den instinctus naturalis se defendi, als Grundlage der Notwehr an. 42 Daher beruht die Notwehrbefugnis nicht auf positivem Recht, sie läßt sich vielmehr aus der Natur des Menschen herleiten und ist so ein ihm angeborenes Urrecht. Für die Naturrechtslehre der Aufklärung war Hugo Grotius ( ) federführend: Bei ihm findet sich das Prinzip der ganzen vernunftrechtlichen Epoche, welches Aussagen über die Gesellschaft und das richtige Recht aus der Natur des Menschen entwickelt, bereits aus- 35 Kühl, Jura 1990, S. 244 (244); Kratzsch, JuS 1975, S. 435 (439f) 36 Höffe, S Kühl, Jura 1990, S. 244 (244) 38 Kühl, Jura 1990, S. 244 (244); ähnlich Courakis, S. 20, 9 39 Höffe, S Kühl, Hirsch-FS, S. 265 (265f); ders., Jura 1990, S. 244 (244f) 41 Lackner/Kühl, 32, Rn vgl. Welzel, Naturrecht, S. 9ff

13 D.) Grundgedanken des Notwehrrechts 6 gebildet. Ausgangspunkt der Gesellschaftslehre von Grotius ist die Feststellung, daß den menschlichen Individuen ein appetitus socialis innewohne, der sie zur Geselligkeit treibe, 43 und daß die Menschen als vernunftmäßige Geschöpfe ihrem Wesen entsprechend in größtmöglicher Übereinstimmung miteinander leben müßten. 44 Die Vernunft habe aus Einsicht in diese Feststellungen die Menschen dazu gebracht, miteinander einen Staatsvertrag zur Förderung des Wohls jedes einzelnen abzuschließen. 45 Somit liegt die Legitimation des Staates darin, daß er allen die Möglichkeit eröffnet, ihre angeborenen natürlichen Bedürfnisse befriedigen zu können. Aus einer solchen Staats- und Gesellschaftslehre ergibt sich konsequent für Grotius das Notwehrrecht als das Recht der Selbstverteidigung, welches jedem von Natur her zusteht. 46 Für die Weiterentwicklung dieses Notwehrgedankens kommt Samuel Pufendorf ( ) besondere Bedeutung zu: Nach Pufendorf ist der Mensch durch zwei Hauptneigungen geprägt: Neben dem Selbsterhaltungstrieb, der den Menschen anhält, sich und seine Güter zu erhalten, steht der Drang zur Gemeinschaft, der zum Abschluß des Staatsvertrages führt. Die Befugnis zur Selbstverteidigung ist für Pufendorf ein Urrecht, das viel älter ist als der Staat 47. Er differenziert allerdings strikt zwischen den Befugnissen im Naturzustand vor Abschluß des Staatsvertrages und denen in der vertraglichen Gesellschaft: Für den ersten Fall proklamiert Pufendorf ein Recht auf unbegrenzten Widerstand: Eine Pflicht, irgendeine Proportionalität einzuhalten, gebe es nicht. 48 Im postvertraglichen Zustand sei dagegen jegliche Selbstverteidigung nur beim Fehlen staatlicher Hilfe zulässig, um die stets nachgesucht werden müsse. 49 Da das Individuum in seinem natürlichen Dasein Ausgangspunkt aller rechtlichen Betrachtungen ist, erlangt auch das Notwehrrecht in der Entwicklungsperiode des ius naturae einen rein individualistischen Charakter ) Der deutsche Idealismus Immanuel Kant leitete die große philosophische Periode des deutschen Idealismus ein, die später mit Hegel vollendet wurde. Als Hauptpunkt der Kantschen Konzeption ist der Begriff der Freiheit anzusehen. Dieses aus dem kategorischen Imperativ der Vernunft als dem a priori gegebenen, obersten Pflichtgesetz abgeleitete Postulat schreibt vor, daß die äußere Freiheit soweit zu beschränken ist, daß sie mit der äußeren Freiheit von jedermann zusammen bestehen kann. 51 Dabei stellt Kant fest, daß eine jede Handlung recht ist, die oder nach deren Maxime die Freiheit der Willkür eines jeden mit jedermanns Freiheit nach einem allgemeinen Gesetze zusammen bestehen kann. 52 Eine Handlung, die denjenigen, der nach dieser Maxime handeln will, daran hindert, führt zur Unfreiheit und ist als Hindernis gegen die Handlung als Äußerung der Freiheit unrecht. Wi- 43 Grotius, de iure belli ac pacis, Prolegomena 9, Grotius, de iure belli ac pacis, Prolegomena 9 45 Grotius, de iure belli ac pacis, Prolegomena Grotius, de iure belli ac pacis, Prolegomena, I Pufendorf, De iure naturae et gentium, Pufendorf, De iure naturae et gentium, und Pufendorf, De iure naturae et gentium, Bitzilekis, S Kant, Methaphysik, S Kant, Methaphysik, S. 35

14 D.) Grundgedanken des Notwehrrechts 7 derstand gegen dieses Unrecht ist zwangsläufig eine Förderung der Freiheit und damit recht. 53 Um diesen Widerstand zu gewährleisten, müsse man mit anderen eine Vereinigung bilden, die durch die Zuteilung der Macht die Durchführung des Rechtszwanges sichere. Diese Vereinigung ist der Staat. Aus dieser Vorstellung über Staat und Recht läßt sich Kants Auffassung über das Notwehrrecht gewinnen 54 : Die Notwehr wird a priori aus der Vernunft abgeleitet. Sie ist kein aus der Gemeinschaft fließendes Recht, sondern ein dem Menschen kraft seines Menschseins zustehendes Recht, seine Individualsphäre zu verteidigen. Dieses Verteidigungsrecht des einzelnen bleibt ihm dann erhalten, wenn der durch den Staatsvertrag zum Schutz der Güter des einzelnen verpflichtete Staat diese Pflicht nicht erfüllen kann; dann lebt das aus dem Naturzustand herrührende Selbstverteidigungsrecht wieder auf. Damit ähnelt die Notwehrlehre Kants den individualistischen Auffassungen der älteren Naturrechtslehre: 55 Die Notwehr dient lediglich der Erhaltung der Rechte des Angegriffenen unter der unabdingbaren Voraussetzung, daß der Schutz des Staates nicht möglich ist. Zum Umfang der von ihm als ius inculpatae tutelae bezeichneten Notwehr führt Kant aus, daß die Anempfehlung der Mäßigung (moderamen) nicht zum Recht, sondern zur Ethik gehöre. 56 Auch Johann Gottlieb Fichtes Ansichten vom Recht im Staate beruhen auf dem Grundgedanken des Staatsvertrages. Jedoch enden im Gegensatz zu Kant nach Fichte die mit dem Naturzustand verbundenen Urrechte im Gesellschaftsvertrag vollständig: Somit folgt bei ihm das Notwehrrecht nicht aus einem wiederauflebenden Naturzustand, wie Kant meint, sondern es findet seine Begründung im Staatsvertrag selbst: 57 Denn im Staatsvertrag wird auch die Befugnis für jedermann festgelegt, sich und andere zu schützen bzw. gegen Angreifer zu verteidigen. 58 Damit überwindet Fichte die Auffassung von der Notwehr als natürlichem Recht und begründet sie als positives Recht (im Staatsvertrag). Georg Wilhelm Friedrich Hegel steht der Aufklärungsphilosophie und dem subjektiven Idealismus von Kant und Fichte entgegen. Ist der Ausgangspunkt bei Kant die Freiheit des Individuums, so geht Hegel den umgekehrten Weg: Im Staat sieht Hegel nicht lediglich die Beschränkung der Freiheit des einzelnen, wie ihn die Kantsche Schule begründet. Während bei Kant das Privatrecht Selbstzweck und der Staat das Mittel zu dessen Sicherung darstellt, sieht Hegel den Staat als Selbstzweck, als das an und für sich Vernünftige. 59 Zur weiteren Herausarbeitung der Hegelschen Auffassung über die Notwehr ist kurz auf seine Theorie über das Unrecht einzugehen: Nach Hegels Ansicht ist das Recht das Wirkliche und Vernünftige. Dementsprechend ist das Unrecht unvernünftig, unwirklich und nicht existent. Es existiert nur im besonderen Willen des Verbrechers, so daß jener besondere Wille verletzt werden muß, um das Recht wiederherzustellen. 60 Die Verletzung des Rechts ist danach zwar eine positive äußere Existenz, die aber in sich nichtig ist. Die Manifestation dieser ihrer Nichtigkeit ist die ebenso in die Existenz tretende Vernichtung die Wirklichkeit des Rechts, als seine sich mit sich durch Aufhebung seiner Verletzung vermittelnde Notwendigkeit. 61 Mit 53 Kant, Methaphysik, S Ausdrücklich wird der Begriff der Notwehr bei Kant nicht erwähnt. Es werden nur einige Bemerkungen zum Notstandsrecht und Umfang des ius inculpatae tutelae gemacht, Methaphysik, S. 40f, vgl. unten! 55 Haas, S Kant, Methaphysik, S. 40f; siehe dazu die Darstellung bei Kühl, Hirsch-FS, S. 259 (262) 57 Fichte, Rechtslehre, S Fichte, Rechtslehre, S Hegel, Grundlinien, Hegel, Grundlinien, Hegel, Grundlinien, 97

Lösungsskizze für die integrierte Hausarbeit im Strafrecht Sommersemester 2012

Lösungsskizze für die integrierte Hausarbeit im Strafrecht Sommersemester 2012 Lösungsskizze für die integrierte Hausarbeit im Strafrecht Sommersemester 2012 Strafbarkeit des H A. 212, 22, 23 I StGB I. Nichtvollendung der Haupttat (+) II. Strafbarkeit des Versuchs: 23 I, 12 I StGB

Mehr

Leseprobe Text (Auszug) Der Irrtum über rechtfertigende Umstände

Leseprobe Text (Auszug) Der Irrtum über rechtfertigende Umstände Leseprobe Text (Auszug) Der Irrtum über rechtfertigende Umstände Der Irrtum über rechtfertigende Umstände wird auch Erlaubnistatbestandsirrtum genannt. Dieser Fall des Irrtums ist im Gesetz nicht ausdrücklich

Mehr

Inhaltsverzeichnis. Vorwort...

Inhaltsverzeichnis. Vorwort... Vorwort.................................................. XI Knut Amelung Dr. iur., em. Universitätsprofessor (Lehrstuhl für Strafrecht, Strafprozessrecht und Rechtstheorie), Technische Universität Dresden

Mehr

INHALTSVERZEICHNIS I. ALLGEMEINER TEIL ZUR DOGMATIK IM STRAFRECHT ZUM FRAGMENTARISCHEN CHARAKTER DES STRAFRECHTS ENTWICKLUNGSTENDENZEN DES STRAFRECHTS

INHALTSVERZEICHNIS I. ALLGEMEINER TEIL ZUR DOGMATIK IM STRAFRECHT ZUM FRAGMENTARISCHEN CHARAKTER DES STRAFRECHTS ENTWICKLUNGSTENDENZEN DES STRAFRECHTS INHALTSVERZEICHNIS I. ALLGEMEINER TEIL HANS WELZEL, BONN ZUR DOGMATIK IM STRAFRECHT SEITE 3 MANFRED MAIWALD. HAMBURG ZUM FRAGMENTARISCHEN CHARAKTER DES STRAFRECHTS SEITE 9 GÜNTHER KAISER, FREIBURG I. BR.

Mehr

MAGISTERARBEIT -EINSCHRÄNKUNGEN DER NOTWEHR AUS SOZIALETHISCHEN UND VERFASSUNGSRECHTLICHEN GRÜNDEN - UNIVERSITÄT PASSAU JURISTISCHE FAKULTÄT

MAGISTERARBEIT -EINSCHRÄNKUNGEN DER NOTWEHR AUS SOZIALETHISCHEN UND VERFASSUNGSRECHTLICHEN GRÜNDEN - UNIVERSITÄT PASSAU JURISTISCHE FAKULTÄT UNIVERSITÄT PASSAU JURISTISCHE FAKULTÄT AUFBAUSTUDIENGANG: MAGISTER IM DEUTSCHEN RECHT FÜR AUSLÄNDISCHE JURISTEN (LL.M.) MAGISTERARBEIT -EINSCHRÄNKUNGEN DER NOTWEHR AUS SOZIALETHISCHEN UND VERFASSUNGSRECHTLICHEN

Mehr

Vereinigungsfreiheit (Art. 9 Abs. 1 u. 2 GG)

Vereinigungsfreiheit (Art. 9 Abs. 1 u. 2 GG) Vereinigungsfreiheit (Art. 9 Abs. 1 u. 2 GG) I. Bedeutung und Funktion des Art. 9 Abs. 1 u. 2 GG Im Verhältnis zu den grundrechtlichen Gewährleistungen aus Art. 5 und 8 GG fungiert die Vereinigungsfreiheit

Mehr

FESTSCHRIFT FÜR ULRICH KLUG ZUM 70. GEBURTSTAG

FESTSCHRIFT FÜR ULRICH KLUG ZUM 70. GEBURTSTAG FESTSCHRIFT FÜR ULRICH KLUG ZUM 70. GEBURTSTAG Herausgegeben von Günter Kohlmann Band II Strafrecht Prozeßrecht Kriminologie Strafvollzugsrecht Dr. Peter Deubner Verlag GmbH Köln 1983 e Band II 2. Straf

Mehr

Verfassungsrechtliche Grundlagen des Strafrechts Das Bestimmtheitsgebot

Verfassungsrechtliche Grundlagen des Strafrechts Das Bestimmtheitsgebot Verfassungsrechtliche Grundlagen des Strafrechts Das Bestimmtheitsgebot Beispielsfall: Folgende Regelung wird in das StGB aufgenommen: Vermögensstrafe: Verweist das Gesetz auf diese Vorschrift, so kann

Mehr

Vorlesungsbegleitende Arbeitsgemeinschaft im Strafrecht für das 1. Semester (WS 10/11) Wiss. Mit. Jürgen Telke. Die Notwehr

Vorlesungsbegleitende Arbeitsgemeinschaft im Strafrecht für das 1. Semester (WS 10/11) Wiss. Mit. Jürgen Telke. Die Notwehr Die Notwehr Der im Studium wohl am häufigsten vorkommende Rechtfertigungsgrund ist die Notwehr gem. 32. Sie kommt v.a. dann in Betracht, wenn sich der Täter mit seinem Verhalten gegen das Opfer verteidigt

Mehr

Literatur zum Strafrecht

Literatur zum Strafrecht Strafrecht I SoSe 2010 Prof. Dr. D. Klesczewski Literatur zum Strafrecht 1. Kommentare zum Strafgesetzbuch Alternativkommentar Kommentar zum Strafgesetzbuch, Reihe Alternativkommentare (AK-StGB) hrsg.

Mehr

Abkürzungsverzeichnis, 10 Der Vermögensschutz bei sittenwidrigen und rechtswidrigen Rechtsgeschäften 13 unter Heranziehung der Gesamtrechtsordnung 13

Abkürzungsverzeichnis, 10 Der Vermögensschutz bei sittenwidrigen und rechtswidrigen Rechtsgeschäften 13 unter Heranziehung der Gesamtrechtsordnung 13 Abkürzungsverzeichnis, 10 Der Vermögensschutz bei sittenwidrigen und rechtswidrigen Rechtsgeschäften 13 unter Heranziehung der Gesamtrechtsordnung 13 A. Einleitung 13 B. Der Umfang des Vermögensschutzes

Mehr

Strafrecht Allgemeiner Teil

Strafrecht Allgemeiner Teil Rechtswidrigkeit A. Allgemeines Eine Handlung ist rechtswidrig, wenn sie einen Unrechts- bzw. Unwerttatbestand verwirklicht und nicht durch einen Rechtfertigungsgrund gedeckt wird. Den Unrechts-bzw. Unwerttatbeständen

Mehr

LÖSUNGSVORSCHLÄGE EINSTIEGSFÄLLE

LÖSUNGSVORSCHLÄGE EINSTIEGSFÄLLE UE Straf- und Strafverfahrensrecht WS 2008/09 Hinterhofer 1 LÖSUNGSVORSCHLÄGE EINSTIEGSFÄLLE 1. A will X loswerden. Zu diesem Zweck schüttet er Gift in dessen Vitaminsaft. a) Die vom Vorhaben des A nichts

Mehr

Themen im Seminar Arztstrafrecht

Themen im Seminar Arztstrafrecht Themen im Seminar Arztstrafrecht 1. Der strafrechtliche Todesbegriff Problematik: Fragen der Sterbehilfe stellen sich nur dann, wenn hiervon ein lebender Mensch betroffen ist. Umgekehrt setzt die Organentnahme

Mehr

Hinweise für die Anfertigung von Hausarbeiten im Strafrecht

Hinweise für die Anfertigung von Hausarbeiten im Strafrecht Universität Potsdam Wintersemester 2013/14 Prof. Dr. Uwe Hinweise für die Anfertigung von Hausarbeiten im Strafrecht I. Formalien der Hausarbeit 1. Für Hausarbeiten sind Seiten im DIN A4-Format zu verwenden,

Mehr

Strafrecht BT Einführung Vermögensdelikte

Strafrecht BT Einführung Vermögensdelikte Strafrecht BT Einführung Vermögensdelikte 3. Fall Lösung: Überraschung am Wochenende Strafbarkeit von A und B I. Strafbarkeit A und B (nach 249 Abs. 1, 25 StGB, durch Schlagen, Fesseln und bedrohen des

Mehr

Die Berücksichtigung des Opferverhaltens beim Betrug am Beispiel der Werbung

Die Berücksichtigung des Opferverhaltens beim Betrug am Beispiel der Werbung Die Berücksichtigung des Opferverhaltens beim Betrug am Beispiel der Werbung INAUGURAL-DISSERTATION zur Erlangung der Doktorwürde der Juristischen Fakultät der Eberhard Karls Universität Tübingen vorgelegt

Mehr

FESTSCHRIFT FÜR EDUARD DREHER ZUM 70. GEBURTSTAG

FESTSCHRIFT FÜR EDUARD DREHER ZUM 70. GEBURTSTAG FESTSCHRIFT FÜR EDUARD DREHER ZUM 70. GEBURTSTAG am 29. April 1977 Herausgegeben von Hans-Heinrich ]escheck und Hans Lüttger Walter de Gruyter Berlin New York Inhalt Professor Dr. KARL LACKNER, Heidelberg:

Mehr

3. Teil: Verwendung von Literatur und Berücksichtigung des Aktuellen. 1. Abschnitt: Wichtige Literaturarten

3. Teil: Verwendung von Literatur und Berücksichtigung des Aktuellen. 1. Abschnitt: Wichtige Literaturarten 1. Abschnitt: Wichtige Literaturarten I. Lehrbücher II. III. IV. Kommentare Definitionensammlungen Problemsammlungen V. Sammlungen von Aufbauschemata VI. VII. VIII. IX. Skripten Fallsammlungen Anleitungen

Mehr

Stiftung SPI. Clearingstelle Jugendhilfe/Polizei. Infoblatt Nr. 49. Notwehr als Rechtfertigung von Straftaten

Stiftung SPI. Clearingstelle Jugendhilfe/Polizei. Infoblatt Nr. 49. Notwehr als Rechtfertigung von Straftaten Stiftung SPI Clearingstelle Jugendhilfe/Polizei Infoblatt Nr. 49 Notwehr als Rechtfertigung von Straftaten Geschäftsbereich Soziale Räume und Projekte Clearingstelle Jugendhilfe/Polizei Kremmener Straße

Mehr

Der Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch das Strafrecht

Der Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch das Strafrecht Jens Peglau Der Schutz des allgemeinen Persönlichkeitsrechts durch das Strafrecht PETER LANG Europäischer Verlag der Wissenschaften IX GLIEDERUNG Literaturverzeichnis XV Abkürzungsverzeichnis XXV A) Einleitung

Mehr

Glücksspiel im Internet

Glücksspiel im Internet Glücksspiel im Internet von Dr. iur. Annette Volk Carl Heymanns Verlag Vorwort VII Teil 1: Problemstellung I Teil 2: Die Strafnorm des Glücksspiels 3 A. Kriminalgeschichtlicher Überblick 3 I. Geschichtliche

Mehr

Modul 55208: Deutsches und Europäisches Verfassungsrecht Vertiefung

Modul 55208: Deutsches und Europäisches Verfassungsrecht Vertiefung Modul 55208: Deutsches und Europäisches Verfassungsrecht Vertiefung Besprechung der Klausur vom 23.09.2011 SS 2011 Sachverhalt Folie 2 Aufgabe: Verletzung des A in seiner Niederlassungsfreiheit Das staatliche

Mehr

Gesetzesantrag des Landes Hessen

Gesetzesantrag des Landes Hessen Gesetzesantrag des Landes Hessen Entwurf eines zweiundvierzigsten Strafrechtsänderungsgesetzes - Gesetz zur Bekämpfung des Aufenthalts in terroristischen Ausbildungslagern - (42. StrÄndG) A. Problem und

Mehr

Ethische Überlegungen zur Abtreibungsfinanzierung

Ethische Überlegungen zur Abtreibungsfinanzierung Ethische Überlegungen zur Abtreibungsfinanzierung Stellungnahme Nr. 21/2013 April 2013 Nationale Ethikkommission im Bereich der Humanmedizin Bundesamt für Gesundheit, CH-3003 Bern Tel.: +41 (0)31 324 02

Mehr

Literatur zum Strafrecht

Literatur zum Strafrecht Strafrecht BT III WS 2014/2015 Prof. Dr. D. Klesczewski Literatur zum Strafrecht 1. Kommentare zum Strafgesetzbuch Alternativkommentar (AK-StGB) Kommentar zum Strafgesetzbuch, Reihe Alternativkommentare

Mehr

Sittenwidrigkeitsprüfung von Kettenkrediten

Sittenwidrigkeitsprüfung von Kettenkrediten Sittenwidrigkeitsprüfung von Kettenkrediten Nach der Rechtsprechung kann ein Kreditvertrag auch dann sittenwidrig sein, wenn er auf einem unangemessenen Umschuldungsverlangen der Bank beruht, weil die

Mehr

MA-Thesis / Master. Geldwäsche. Die Organisierte Kriminalität und die Infizierungstheorie. Joachim Monßen. Bachelor + Master Publishing

MA-Thesis / Master. Geldwäsche. Die Organisierte Kriminalität und die Infizierungstheorie. Joachim Monßen. Bachelor + Master Publishing MA-Thesis / Master Joachim Monßen Geldwäsche Die Organisierte Kriminalität und die Infizierungstheorie Bachelor + Master Publishing Joachim Monßen Geldwäsche Die Organisierte Kriminalität und die Infizierungstheorie

Mehr

Lösungsvorschläge und Materialien für die Fälle 1 und 2

Lösungsvorschläge und Materialien für die Fälle 1 und 2 Lösungsvorschläge und Materialien für die Fälle 1 und 2 Ein Vorschlag zur Bildung von Tatkomplexen: 1. Tatkomplex: Bis zum Unfall Zu Fall 1 Beleidigung/ üble Nachrede = 185 ff. StGB? Verkehrsdelikte =

Mehr

Mittäterschaft ( 25 Abs. 2 StGB)

Mittäterschaft ( 25 Abs. 2 StGB) Mittäterschaft ( 25 Abs. 2 StGB) I. Voraussetzungen 1. Gemeinsamer Tatentschluss 2. Objektiver Tatbeitrag a) Zeitpunkt nach hm genügt Beitrag im Vorbereitungsstadium, nach aa ist der Beitrag im Stadium

Mehr

Grund und Grenzen der steuerstrafrechtlichen Selbstanzeige

Grund und Grenzen der steuerstrafrechtlichen Selbstanzeige Christian Löffler Grund und Grenzen der steuerstrafrechtlichen Selbstanzeige Über die strafrechtliche Erklärung des 371 AO juristisch- -. oarmstadt UJVI htec beh^' Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden

Mehr

Stellungnahme. der Bundesrechtsanwaltskammer. zur Verfassungsbeschwerde des Herrn R. 1 BvR 1464/07. erarbeitet vom

Stellungnahme. der Bundesrechtsanwaltskammer. zur Verfassungsbeschwerde des Herrn R. 1 BvR 1464/07. erarbeitet vom Stellungnahme der Bundesrechtsanwaltskammer zur Verfassungsbeschwerde des Herrn R. 1 BvR 1464/07 erarbeitet vom Verfassungsrechtsausschuss der Bundesrechtsanwaltskammer Rechtsanwalt Prof. Dr. Christian

Mehr

Meinungsstreite Strafrecht BT/2. Examensrelevante Probleme Meinungen Argumente, 211 266 b StGB. o. Professor an der Universität Rostock

Meinungsstreite Strafrecht BT/2. Examensrelevante Probleme Meinungen Argumente, 211 266 b StGB. o. Professor an der Universität Rostock Meinungsstreite Strafrecht BT/2 Examensrelevante Probleme Meinungen Argumente, 211 266 b StGB von Dr. Christian Fahl o. Professor an der Universität Rostock und Dr. Klaus Winkler Rechtsanwalt in München

Mehr

15. Frühjahrstagung 2015

15. Frühjahrstagung 2015 15. Frühjahrstagung 2015 24. bis 25. April 2015 Herzlich Willkommen in Frankfurt am Main Strafrechtliche Konsequenzen bei Nichteinhaltung sozialrechtlicher Vertriebssysteme und Qualifikationsvorgaben Rüdiger

Mehr

Von der Metaethik zur Moralphilosophie: R. M. Hare Der praktische Schluss/Prinzipien Überblick zum 26.10.2009

Von der Metaethik zur Moralphilosophie: R. M. Hare Der praktische Schluss/Prinzipien Überblick zum 26.10.2009 TU Dortmund, Wintersemester 2009/10 Institut für Philosophie und Politikwissenschaft C. Beisbart Von der Metaethik zur Moralphilosophie: R. M. Hare Der praktische Schluss/Prinzipien Überblick zum 26.10.2009

Mehr

Empfehlungen des Deutschen Vereins zu 22 Abs. 2 a SGB II

Empfehlungen des Deutschen Vereins zu 22 Abs. 2 a SGB II Deutscher Verein für öffentliche und private Fürsorge e. V. DV 37/06 AF III 6. Dezember 2006 Empfehlungen des Deutschen Vereins zu 22 Abs. 2 a SGB II Leistungen für Unterkunft und Heizung bei Personen

Mehr

Fall 5. Strafbarkeit von T und F? Die Strafbarkeit wegen dem Überfall auf die Tankstelle ist nicht zu prüfen. Gutachten. A. Strafbarkeit der F

Fall 5. Strafbarkeit von T und F? Die Strafbarkeit wegen dem Überfall auf die Tankstelle ist nicht zu prüfen. Gutachten. A. Strafbarkeit der F Fall 5 T hat einen Raubüberfall auf eine Tankstelle begangen. Einige Zeit später kommt es zur Anklage vor dem Landgericht Saarbrücken. Da T nicht eindeutig identifiziert werden konnte, weil er während

Mehr

S. Die Unverletzlichkeit der Wohnung gemäß Art. 13 GG

S. Die Unverletzlichkeit der Wohnung gemäß Art. 13 GG S. Die Unverletzlichkeit der Wohnung gemäß Art. 13 GG I. Schutzbereich Geschützt ist die Wohnung zur freien Entfaltung der Persönlichkeit in räumlicher Hinsicht. Der Begriff Wohnung wird weit ausgelegt,

Mehr

L Familiennachzug zu Flüchtlingen

L Familiennachzug zu Flüchtlingen L Familiennachzug zu Flüchtlingen Siehe hierzu auch: Teil O (Allg. AuslR) III) Nr. 6) Die Regelungen über den Familiennachzug hängen vom Status des hier lebenden Ausländers ab. I) Ehegatten und Kinder

Mehr

LANDESARBEITSGERICHT NÜRNBERG BESCHLUSS. in dem Rechtsstreit

LANDESARBEITSGERICHT NÜRNBERG BESCHLUSS. in dem Rechtsstreit 6 Ta 2/04 10 Ca 1647/03 S (Würzburg) LANDESARBEITSGERICHT NÜRNBERG BESCHLUSS in dem Rechtsstreit A... -... - Prozessbevollmächtigter und Beschwerdegegner:... g e g e n Firma B... -... - Prozessbevollmächtigte:...

Mehr

Heiko Hoffmann. Die AusschluBtatbestande der Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung. Zur Sperrwirkung des 371 Abs. 2 AO. ffnft

Heiko Hoffmann. Die AusschluBtatbestande der Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung. Zur Sperrwirkung des 371 Abs. 2 AO. ffnft Heiko Hoffmann Die AusschluBtatbestande der Selbstanzeige bei Steuerhinterziehung Zur Sperrwirkung des 371 Abs. 2 AO ffnft BERLINVERLAG Arno Spitz GmbH Nomos Verlagsgesellschaft IX Inhaltsverzeichnis Abkiirzungsverzeichnis

Mehr

Konversatorium Strafrecht III Nichtvermögensdelikte

Konversatorium Strafrecht III Nichtvermögensdelikte Konversatorium Strafrecht III Nichtvermögensdelikte 10. Stunde: Beleidigungsdelikte Viviana Thompson Lehrstuhl Prof. Dr. Schuster Prüfungsschema: Beleidigung nach 185 StGB I. Tatbestand 1. Objektiver Tatbestand

Mehr

Christian Drave, Rechtsanwalt, Wilhelm Rechtsanwälte, Düsseldorf, www.wilhelm-rae.de

Christian Drave, Rechtsanwalt, Wilhelm Rechtsanwälte, Düsseldorf, www.wilhelm-rae.de Christian Drave, Rechtsanwalt, Wilhelm Rechtsanwälte, Düsseldorf, www.wilhelm-rae.de Grob fahrlässige Herbeiführung des Versicherungsfalls Kürzung der Versicherungsleistung auf Null nur in besonderen Ausnahmefällen

Mehr

Script zur Vorlesung Strafrecht - Strafverfahrensrecht Katharina Batz Fachanwältin für Strafrecht SS 11

Script zur Vorlesung Strafrecht - Strafverfahrensrecht Katharina Batz Fachanwältin für Strafrecht SS 11 Rechtfertigungsgründe Eine Tat ist in der Regel rechtswidrig, wenn der obj und subj Tatbestand z.b. vorsätzliche Wegnahme einer fremden beweglichen Sache gegeben ist. Ausnahme von der Regel ist beispielsweise

Mehr

AG IM STRAFRECHT ALLGEMEINER TEIL I PROBEKLAUSUR

AG IM STRAFRECHT ALLGEMEINER TEIL I PROBEKLAUSUR PROBEKLAUSUR 1) a) In welcher Norm werden Verbrechen und Vergehen geregelt? (1) b) C wird nach 303 I zu 2 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Handelt es sich um ein Verbrechen oder Vergehen? (1) - 12 StGB

Mehr

Rechtswidrigkeit. Fall 6

Rechtswidrigkeit. Fall 6 Rechtswidrigkeit Fall 6 Unglücksrabe U geht nichts ahnend in einer Kleingartensiedlung spazieren, als plötzlich die frei und unbeobachtet umherlaufende Kampfdogge Caligula des Gartenfreunds G mit weit

Mehr

Gesetz zum Schutz des Rechts auf einen Gerichtsprozess innerhalb angemessener Frist ( Amtsblatt der RS, Nr. 40/2015)

Gesetz zum Schutz des Rechts auf einen Gerichtsprozess innerhalb angemessener Frist ( Amtsblatt der RS, Nr. 40/2015) Gesetz zum Schutz des Rechts auf einen ( Amtsblatt der RS, Nr. 40/2015) Das Parlament der Republik Serbien hat das Gesetz zum Schutz des Rechts auf einen Gerichtsprozess innerhalb angemessener Frist verabschiedet

Mehr

Der strafrechtliche Parteiverrat ( 356 StGB)

Der strafrechtliche Parteiverrat ( 356 StGB) Privatdozent Dr. Joachim Kretschmer Der strafrechtliche Parteiverrat ( 356 StGB) Eine Analyse der Norm im individualrechtlichen Verständnis Nomos Inhaltsverzeichnis Vorwort 5 Einleitung 11 Erster Teil:

Mehr

Versicherungsvertragsgesetz (VersVG)

Versicherungsvertragsgesetz (VersVG) Versicherungsvertragsgesetz (VersVG) Sechstes Kapitel Haftpflichtversicherung I. Allgemeine Vorschriften 149. Bei der Haftpflichtversicherung ist der Versicherer verpflichtet, dem Versicherungsnehmer die

Mehr

Dr. Michael Kilchling. Strafvollzugsrecht (9) Michael Kilchling Vorlesung Strafvollzugsrecht WS 2014/2015 1

Dr. Michael Kilchling. Strafvollzugsrecht (9) Michael Kilchling Vorlesung Strafvollzugsrecht WS 2014/2015 1 Dr. Michael Kilchling Strafvollzugsrecht (9) Michael Kilchling Vorlesung Strafvollzugsrecht WS 2014/2015 1 Vollzugsplan 17 JVollzGB I: Behandlungs- und Vollzugsplankonferenzen Die an der Behandlung maßgeblich

Mehr

Zur Problematik privater Ermittlungen des durch eine Straftat Verletzten

Zur Problematik privater Ermittlungen des durch eine Straftat Verletzten Zur Problematik privater Ermittlungen des durch eine Straftat Verletzten Zulässigkeit und Schranken privater Straftataufklärung durch den Verletzten, seinen Rechtsanwalt und durch Detektive zum Zwecke

Mehr

Repetitorium Strafrecht (AT II) 1 Täterschaft und Teilnahme

Repetitorium Strafrecht (AT II) 1 Täterschaft und Teilnahme Prof. Dr. Bernd Hecker SS 2010 FB V Straf- und Strafprozessrecht Repetitorium Strafrecht (AT II) 1 Täterschaft und Teilnahme Wichtiger Hinweis: Der in Ihrem Arbeitspapier dargelegte Sachverhalt in Fall

Mehr

Strafrechts- Vorlesung Rechtfertigungsgründe

Strafrechts- Vorlesung Rechtfertigungsgründe Strafrechts- Vorlesung Rechtfertigungsgründe Struktur des Verbrechensbegriffs / Mehrfarbendruck Tatbestand: Beschreibt verbotenes Verhalten: Verbotsnorm: z.b. 212 StGB: Du darfst nicht vorsätzlich töten!

Mehr

AIDS und Strafrecht. Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden. Klaus Scherf

AIDS und Strafrecht. Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden. Klaus Scherf Klaus Scherf AIDS und Strafrecht Schaffung eines Gefährdungstatbestandes zur Bestrafung ungeschützten Geschlechtsverkehrs Nomos Verlagsgesellschaft Baden-Baden Inhaltsverzeichnis A. Einführung in die medizinischen

Mehr

Lösungsvorschlag Fall 4. Tatkomplex 1: Die erste Begegnung zwischen N und V

Lösungsvorschlag Fall 4. Tatkomplex 1: Die erste Begegnung zwischen N und V Lösungsvorschlag Fall 4 Tatkomplex 1: Die erste Begegnung zwischen N und V A. Strafbarkeit des V I. Körperverletzung, 223 I Var. 1 1 V könnte sich durch das Ohrfeigen des N wegen Körperverletzung gemäß

Mehr

Löwenstein & Banhegyi Rechtsanwälte. 7, 159 StVollzG. LG Kassel / OLG Frankfurt. Landgericht Kassel, Beschluß vom 30.12.

Löwenstein & Banhegyi Rechtsanwälte. 7, 159 StVollzG. LG Kassel / OLG Frankfurt. Landgericht Kassel, Beschluß vom 30.12. 1 Löwenstein & Banhegyi Rechtsanwälte Altenritter Str.9-34225 Baunatal Telefon: 0561-574 26 20 Telefax: 0561 574 26 22 www.recht21.com 7, 159 StVollzG LG Kassel / OLG Frankfurt Strafvollzugsrecht. Der

Mehr

Klausur im Strafrecht für Examinanden

Klausur im Strafrecht für Examinanden Seite 1 von 8 Prof. Dr. Hellmann Universität Potsdam Klausur im Strafrecht für Examinanden Lösungsskizze 1. Teil: Der Reparaturauftrag Strafbarkeit des R I. 263 I StGB 1. Objektiver Tatbestand a) Täuschung

Mehr

Prof. Dr. Daniel-Erasmus Khan Bremen 27.3.2013

Prof. Dr. Daniel-Erasmus Khan Bremen 27.3.2013 Prof. Dr. Daniel-Erasmus Khan Bremen 27.3.2013 Film (1:39): Luftangriff auf Tanklaster bei Kundus - youtube.com Silent enim leges inter arma Denn unter den Waffen schweigen die Gesetze Es ist ein abgedroschenes

Mehr

Klausur im Strafrecht für Anfänger

Klausur im Strafrecht für Anfänger Seite 1 von 25 Prof. Dr. Mitsch Universität Potsdam Klausur im Strafrecht für Anfänger Musterlösung Strafbarkeit des T A. Ausgangsfall I. Versuchter Totschlag, 212, 22 StGB (Opfer X) 1. Vollendeter Totschlag

Mehr

Allgemeine Bedingungen. für die. Benennung eines Zustellungsbevollmächtigten als. administrativen Ansprechpartner

Allgemeine Bedingungen. für die. Benennung eines Zustellungsbevollmächtigten als. administrativen Ansprechpartner Allgemeine Bedingungen für die Benennung eines Zustellungsbevollmächtigten als administrativen Ansprechpartner Präambel Der Kunde möchte einen Domainvertrag mit der Denic-Domain-Verwaltungs- und Betriebsgesellschaft

Mehr

49 Schmerzensgeld bei Videokontrolle Von Marc-Oliver Schulze und Corinna Schreck

49 Schmerzensgeld bei Videokontrolle Von Marc-Oliver Schulze und Corinna Schreck Arbeitsrecht im Betrieb 2014, Ausgabe 4, S. 49 51 Schulze/Schreck, Schmerzensgeld bei Videokontrolle 49 Schmerzensgeld bei Videokontrolle Von Marc-Oliver Schulze und Corinna Schreck BETRIEBSVEREINBARUNG

Mehr

SchiedsamtsZeitung 55. Jahrgang 1984, Heft 10 Online-Archiv Seite 146a-149 Organ des BDS

SchiedsamtsZeitung 55. Jahrgang 1984, Heft 10 Online-Archiv Seite 146a-149 Organ des BDS Zum Unterschied zwischen übler Nachrede ( 186 StGB) und Verleumdung ( 187 StGB) Dr. L. H. Serwe Die üble Nachrede ist gemäß 186 StGB eine Beleidigung, die durch Behauptung oder Verbreitung einer ehrenrührigen

Mehr

Thema II. Rechtfertigung und Entschuldigung bei Befreiung aus besonderen Notlagen (Notwehr, Notstand, Pflichtenkollision)

Thema II. Rechtfertigung und Entschuldigung bei Befreiung aus besonderen Notlagen (Notwehr, Notstand, Pflichtenkollision) Thema II Rechtfertigung und Entschuldigung bei Befreiung aus besonderen Notlagen (Notwehr, Notstand, Pflichtenkollision) RECHTFERTIGUNG UND ENTSCHULDIGUNG BEI BEFREIUNG AUS BESONDEREN NOTLAGEN (NOTWEHR,

Mehr

BESCHLUSS. BVerwG 6 PB 7.02 VGH 22 TH 3289/01. In der Personalvertretungssache

BESCHLUSS. BVerwG 6 PB 7.02 VGH 22 TH 3289/01. In der Personalvertretungssache B U N D E S V E R W A L T U N G S G E R I C H T BESCHLUSS BVerwG 6 PB 7.02 VGH 22 TH 3289/01 In der Personalvertretungssache - 2 - hat der 6. Senat des Bundesverwaltungsgerichts am 15. Oktober 2002 durch

Mehr

Schutz vor aufgedrängten Informationen im Internet und in der E-Mail-Kommunikation durch die negative Rezipientenfreiheit

Schutz vor aufgedrängten Informationen im Internet und in der E-Mail-Kommunikation durch die negative Rezipientenfreiheit Philipp Hammerich Schutz vor aufgedrängten Informationen im Internet und in der E-Mail-Kommunikation durch die negative Rezipientenfreiheit Artikel 5 Absatz 1 Satz 1 Halbsatz 2 GG unter dem Aspekt des

Mehr

Sozialdatenschutz in der freien Jugendhilfe in der katholischen Kirche

Sozialdatenschutz in der freien Jugendhilfe in der katholischen Kirche Sozialdatenschutz in der freien Jugendhilfe in der katholischen Kirche (Kirchliches Amtsblatt, Erzbistum Hamburg, Bd. 11, Nr. 3, Art. 36, S. 34 ff., v. 15. März 2005) Vorbemerkung: Der Schutz von Sozialdaten

Mehr

Der vernünftige Grund für die Tötung von Tieren

Der vernünftige Grund für die Tötung von Tieren Der vernünftige Grund für die Tötung von Tieren 1. Einleitung Immer wieder sind Tierärzte mit der Frage der Zulässigkeit der Tötung von Tieren konfrontiert. Im Spannungsfeld zwischen den Ansprüchen des

Mehr

Gewalt in der Pflege

Gewalt in der Pflege Gewalt in der Pflege Eine Bestandaufnahme aus berufs- und haftungsrechtlicher Sicht Mag. Dr. Christian Gepart Rechtsanwalt Diplom in der allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflege Problemstellung oftmals

Mehr

Das Grundrecht auf Datenschutz im Europarecht Wirkungen und Problemfelder. Ao. Univ.-Prof. Dr. Alina-Maria Lengauer, LLM

Das Grundrecht auf Datenschutz im Europarecht Wirkungen und Problemfelder. Ao. Univ.-Prof. Dr. Alina-Maria Lengauer, LLM Das Grundrecht auf Datenschutz im Europarecht Wirkungen und Problemfelder Ao. Univ.-Prof. Dr. Alina-Maria Lengauer, LLM Das Grundrecht auf Datenschutz im Europarecht 1. Zur Genese des Grundrechtes auf

Mehr

Fall 14: Die Villa. Norman Jäckel Berend Koll Hannah Imbusch Solveig Meinhardt Dr. Anna Mrozek. Sommersemester 2014

Fall 14: Die Villa. Norman Jäckel Berend Koll Hannah Imbusch Solveig Meinhardt Dr. Anna Mrozek. Sommersemester 2014 Fall 14: Die Villa Der im Bundesland L lebende Eugenius Engelich ist (zunächst glücklicher) Erbe: Nach dem Tod seiner Großtante fällt ihm allein ein Grundstück mitsamt Gründerzeitvilla zu. Engelichs Euphorie

Mehr

13. Fall - das Mofa Abwandlung

13. Fall - das Mofa Abwandlung 13. Fall - das Mofa F hat Mitleid mit dem H und leiht diesem daher sein altes Mofa im Werte von EUR 200,00 damit dieser eine Sommerreise in den Süden unternehmen kann. Nach drei Wochen on the road hat

Mehr

Schikanen am Arbeitsplatz: Arbeitsrechtliche Möglichkeiten

Schikanen am Arbeitsplatz: Arbeitsrechtliche Möglichkeiten Schikanen am Arbeitsplatz: Arbeitsrechtliche Möglichkeiten Rechtsanwalt Kanzlei: Implerstr. 2 81371 München Tel 089 39295610 info@rechtsanwalt-ursel.de www.rechtsanwalt-ursel.de Inhalte I. Definition II.

Mehr

Hanseatisches Oberlandesgericht in Bremen

Hanseatisches Oberlandesgericht in Bremen Hanseatisches Oberlandesgericht in Bremen Geschäftszeichen: 2 U 5/13 = 12 O 303/12 Landgericht Bremen B e s c h l u s s In dem Rechtsstreit Rechtsanwältin [ ], Verfügungsklägerin und Berufungsbeklagte,

Mehr

Dr. Martin Bahr INTERNET-GEWINNSPIELE: GRUNDLEGENDE ÄNDERUNG DER RECHTSPRECHUNG. Rechtsanwalt

Dr. Martin Bahr INTERNET-GEWINNSPIELE: GRUNDLEGENDE ÄNDERUNG DER RECHTSPRECHUNG. Rechtsanwalt Rechtsanwalt Dr. Martin Bahr INTERNET-GEWINNSPIELE: GRUNDLEGENDE ÄNDERUNG DER RECHTSPRECHUNG - ANMERKUNG ZUR GAMBELLI-ENTSCHEIDUNG DES EUGH (URT. V. 06.11.2003 - AZ.: C-243/0) Kanzlei RA Dr. Bahr Sierichstr.

Mehr

6. ÜBERBLICK ÜBER DIE ÜBERSETZUNGSWISSENSCHAFT

6. ÜBERBLICK ÜBER DIE ÜBERSETZUNGSWISSENSCHAFT 26 6. ÜBERBLICK ÜBER DIE ÜBERSETZUNGSWISSENSCHAFT 6.1. GESCHICHTE DER ÜBERSETZUNGSWISSENSCHAFT Die Übersetzungswissenschaft ist eine sehr junge akademische Disziplin und wurde erst Anfang der 60er Jahre

Mehr

Datenschutzrechtliche Leitlinien mit Mindestanforderungen für die Ausgestaltung und den Betrieb von Arztbewertungsportalen im Internet

Datenschutzrechtliche Leitlinien mit Mindestanforderungen für die Ausgestaltung und den Betrieb von Arztbewertungsportalen im Internet Datenschutzrechtliche Leitlinien mit Mindestanforderungen für die Ausgestaltung und den Betrieb von Arztbewertungsportalen im Internet Arbeitskreis Gesundheit und Soziales der Konferenz der Datenschutzbeauftragten

Mehr

Einführung in das Strafrecht (AT) 13/1

Einführung in das Strafrecht (AT) 13/1 Einführung in das Strafrecht (AT) 13/1 DIE STRAFTAT 3. Abschnitt - Irrtumslehre 13 Irrtum 1 GROPP 13; ROXIN 12, 21; KINDHÄUSER AT (5.A. 2011), 26-29; JÄGER EXREP AT (5.A. 2011), 5 RN 187-189, 211-221,

Mehr

J verlangt nun von W Schadensersatz für den entwendeten Schmuck. Zu Recht?

J verlangt nun von W Schadensersatz für den entwendeten Schmuck. Zu Recht? Übung im Privatrecht II Sommersemester 2013 Fall 6: Trügerische Sicherheit (in Anlehnung an BGH NJW 1991, 2418) Elektroinstallateur W ist auf die Entwicklung und den Einbau von hochwertiger Sicherheitstechnik

Mehr

Lösungsskizze. Die Verfassungsbeschwerde hat Aussicht auf Erfolg, wenn sie zulässig und begründet ist.

Lösungsskizze. Die Verfassungsbeschwerde hat Aussicht auf Erfolg, wenn sie zulässig und begründet ist. Lösungsskizze Die Verfassungsbeschwerde hat Aussicht auf Erfolg, wenn sie zulässig und begründet ist. A) Zulässigkeit I) Zuständigkeit des BVerfG Gem. Art. 93 I Nr. 4a GG i.v.m. 13 Nr. 8a, 90 ff. BVerfGG

Mehr

Die Polizei als Wolkenkratzer.

Die Polizei als Wolkenkratzer. Die Polizei als Wolkenkratzer. Grundrechtsschutz beim Cloud Computing? Prof. Dr. Dirk Heckmann, MdBayVerfGH Lehrstuhl für Öffentliches Recht, Sicherheitsrecht und Internetrecht Prof. Dr. Dirk Heckmann

Mehr

Allgemeine Bedingungen. für die. Benennung eines Zustellungsbevollmächtigten als. administrativen Ansprechpartner

Allgemeine Bedingungen. für die. Benennung eines Zustellungsbevollmächtigten als. administrativen Ansprechpartner Allgemeine Bedingungen für die Benennung eines Zustellungsbevollmächtigten als administrativen Ansprechpartner Präambel Der Kunde möchte einen Domainregistrierungsvertrag mit der 1API GmbH über die Registrierung

Mehr

Hinweisblatt. zum Versand von E-Mail-Werbung

Hinweisblatt. zum Versand von E-Mail-Werbung Bei der Versendung von bzw. E-Mail-Newslettern an Ihre Kunden müssten Sie folgendes beachten: 1. Versendung mit vorheriger ausdrücklicher Einwilligung a) Die Einwilligung des Adressaten für ist erforderlich,

Mehr

41. DFN Betriebstagung Forum Recht

41. DFN Betriebstagung Forum Recht 41. DFN Betriebstagung Forum Recht Haftung für fremde Inhalte im Internet 1 1.Teil: Einführung und Begriffe Multimedia-Normen II. Providertypen III. Zuordnung nach Angebot bzw. Leistung 2 1.Teil: Einführung

Mehr

Rundschreiben. Voraussetzungen und Grenzen zulässiger Vermittlungstätigk~it nach 194 Abs. 1a 5GB V

Rundschreiben. Voraussetzungen und Grenzen zulässiger Vermittlungstätigk~it nach 194 Abs. 1a 5GB V I 1-4982 -3810/2003 Geschäftszeichen, bei Antwort bitte angeben Friedrich-Ebert-Allee 38 5311380nn Friedrich-Ebert-Allee 38 53113 Bonn An die bundesunmltte\.baren Krankenkassen Telefonvermittlung: Telefondurchwahl:

Mehr

BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS. vom. 21. Juli 2005. in dem Verfahren auf Restschuldbefreiung

BUNDESGERICHTSHOF BESCHLUSS. vom. 21. Juli 2005. in dem Verfahren auf Restschuldbefreiung BUNDESGERICHTSHOF IX ZB 80/04 BESCHLUSS vom 21. Juli 2005 in dem Verfahren auf Restschuldbefreiung Nachschlagewerk: BGHZ: ja nein InsO 290 Abs. 1 Nr. 2 Zur groben Fahrlässigkeit des Schuldners, wenn dieser

Mehr

Arbeits- und Tarifrecht - Fall 2; Schwierigkeitsgrad:

Arbeits- und Tarifrecht - Fall 2; Schwierigkeitsgrad: Arbeits- und Tarifrecht - Fall 2; Schwierigkeitsgrad: Bearbeitungszeit: 180 Minuten Zu I Nr. 1: Die Vertragsfreiheit umfasst zum einen die Abschlussfreiheit. Jeder ist frei in der Entscheidung, ob und

Mehr

A. Einleitung 1 I. Darstellung und Erläuterung der Problemstellung 1 II. Gang der Darstellung 4 B. Entstehungsgeschichte des Tatbestandes 265a StGB

A. Einleitung 1 I. Darstellung und Erläuterung der Problemstellung 1 II. Gang der Darstellung 4 B. Entstehungsgeschichte des Tatbestandes 265a StGB A. Einleitung 1 I. Darstellung und Erläuterung der Problemstellung 1 II. Gang der Darstellung 4 B. Entstehungsgeschichte des Tatbestandes 265a StGB unter Berücksichtigung des Normhintergrunds 7 I. Historischer

Mehr

BUNDESVERWALTUNGSGERICHT IM NAMEN DES VOLKES URTEIL

BUNDESVERWALTUNGSGERICHT IM NAMEN DES VOLKES URTEIL BUNDESVERWALTUNGSGERICHT IM NAMEN DES VOLKES URTEIL BVerwG 5 C 10.02 Verkündet VGH 12 B 99.3697 am 13. März 2003 Schmidt Justizobersekretärin als Urkundsbeamtin der Geschäftsstelle In der Verwaltungsstreitsache

Mehr

1 Einleitung. A. Einführung und Problemaufriss

1 Einleitung. A. Einführung und Problemaufriss 1 Einleitung A. Einführung und Problemaufriss Dem tradierten Konzept des Vertragsschlusses, wie es auch die Verfasser des BGB vor Augen hatten, liegt die Vorstellung zugrunde, ein Vertrag werde entweder

Mehr

Der urheberrechtliche Unterlassungsanspruch gegen Access Provider

Der urheberrechtliche Unterlassungsanspruch gegen Access Provider Der urheberrechtliche Unterlassungsanspruch gegen Access Provider 6. Österreichischer IT-Rechtstag 2012 Wien, 11.5.2012 Überblick - Fragestellung - Europarechtlicher Vermittlerbegriff - Österr. Rechtslage:

Mehr

Entschädigung nach Art. 41 EMRK: 1.000,- für immateriellen Schaden, 3.500, für Kosten und Auslagen (einstimmig).

Entschädigung nach Art. 41 EMRK: 1.000,- für immateriellen Schaden, 3.500, für Kosten und Auslagen (einstimmig). Bsw 30804/07 Europäischer Gerichtshof für Menschenrechte, Kammer 5, Beschwerdesache Neziraj gg. Deutschland, Urteil vom 8.11.2012, Bsw. 30804/07. Art. 6 Abs. 1 EMRK, Art. 6 Abs. 3 EMRK - Verwerfung der

Mehr

Dr. jur. Gülpen Arbeitsgemeinschaft Strafrecht AG - Nr. 56 SS 2009

Dr. jur. Gülpen Arbeitsgemeinschaft Strafrecht AG - Nr. 56 SS 2009 Voraussetzungen der wirksamen Einwilligung gemäß 228 StGB Zur Rechtswirksamkeit der rechtfertigenden Einwilligung bedarf es neben dem Einklang mit den guten Sitten zuvorderst den üblichen Voraussetzungen

Mehr

Die Kündigungszulassung

Die Kündigungszulassung Behörde für betrieblichen Arbeits-, Umwelt- und technischen Verbraucherschutz Die Kündigungszulassung -Vortrag beim Arbeitgeberverband - 29.04.2014 Holger Laackmann Holger Laackmann Tel.: 04131 / 15-1412

Mehr

TABELLARISCHER LEBENSLAUF

TABELLARISCHER LEBENSLAUF RHEINISCHE FRIEDRICH-WILHELMS-UNIVERSITÄT BONN DR. IUR. HABIL. BETTINA NOLTENIUS AKADEMISCHE RÄTIN a.z. RECHTSPHILOSOPHISCHES SEMINAR ADENAUERALLEE 24-42 53113 BONN TEL.:+49 0228-73-9138/9137 FAX: + 49

Mehr

Je höher das Einkommen eines Bürgers ist, desto eher ist er steuerpflichtig.

Je höher das Einkommen eines Bürgers ist, desto eher ist er steuerpflichtig. Das Erst-Recht-Argument, argumentum a fortiori 1. Die vier Formen des Erst-Rechtschlusses Jedes Erst-Recht-Argument basiert auf einem steigerungsfähigen Begriff und einer mit Hilfe dieses Begriffs gebildeten

Mehr

Inhalt. Ausdruck vom 4.6.2008

Inhalt. Ausdruck vom 4.6.2008 Inhalt Vorwort 1 I. Dramatische Ethik was ist das? 5 II. Menschliches Handeln in seiner dramatischen Wirkungsgeschichte 11 1. Von der Grundspannung im Wesen der Freiheit 11 2. Der Kampf ums Dasein 14 3.

Mehr

Lösungsvorschlag Fall 7. 2. Handlungsabschnitt: Begegnung zwischen F und M auf dem Heimweg

Lösungsvorschlag Fall 7. 2. Handlungsabschnitt: Begegnung zwischen F und M auf dem Heimweg Lösungsvorschlag Fall 7 1. Handlungsabschnitt: Im Hinterhof Ausführliche Lösung des ersten und dritten Handlungsabschnittes siehe Kühl, JuS 2007, 742-748. 2. Handlungsabschnitt: Begegnung zwischen F und

Mehr

Prof. Dr. Dr. h.c. Heike Jung. AG im Strafrecht I Probeklausur

Prof. Dr. Dr. h.c. Heike Jung. AG im Strafrecht I Probeklausur Prof. Dr. Dr. h.c. Heike Jung WS0203 AG im Strafrecht I Probeklausur Jimmy Spieler (S) und Bobby Zocker (Z) treffen sich jedes Jahr an Rosenmontag, um an einem traditionellen Pokerturnier teilzunehmen.

Mehr

U R T E I L S A U S Z U G

U R T E I L S A U S Z U G ÜBERSETZUNG Geschäftsverzeichnisnr. 2912 Urteil Nr. 167/2004 vom 28. Oktober 2004 U R T E I L S A U S Z U G In Sachen: Präjudizielle Frage in bezug auf Artikel 87 2 des Gesetzes vom 25. Juni 1992 über

Mehr