1 PonteNova Geschäftsbericht 2005 GESCHÄFTSBERICHT 2005

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1 1 PonteNova Geschäftsbericht 2005 GESCHÄFTSBERICHT 2005

2 INHALT 3 GRUSSWORT 4 DAS GESCHÄFTSJAHR 2005 IN KÜRZE 6 DATENPARITÄT ODER «POLITISCH LIED EIN GARSTIG LIED» 7 DER NEUE PRAXISSPIEGEL 10 ELEKTRONISCHER DATENAUSTAUSCH (EDA) 11 PONTENET: DAS JÜNGSTE «KIND» VON PONTENOVA 13 ORGANISATION UND PERSONELLES 14 AUSBLICK UND ZIELE PonteNova Geschäftsbericht 2005

3 GRUSSWORT SEHR GEEHRTE AKTIONÄRINNEN UND AKTIONÄRE, LIEBE KOLLEGINNEN UND KOLLEGEN Mit diesem Bericht über das Geschäftsjahr 2005 der PonteNova liefern wir Ihnen das notwendige Wissen, damit Sie an der Generalversammlung vom 30. Mai 2006 informiert entscheiden können. Zudem will dieses Dokument auch die Strategien nachzeichnen, die der Verwaltungsrat verfolgt hat und noch einschlagen wird. Wir messen uns dabei immer an den formulierten Jahreszielen. Meine persönliche Zusammenfassung des Geschäftsjahrs 2005 nimmt die Gefühle der Berner Truppen nach der Schlacht bei Neuenegg 1798 auf: «Die Schlacht gewonnen den Krieg verloren?» glücklicherweise noch mit einem Fragezeichen. PonteNova hat zwar auch dieses Jahr erfolgreich gewirtschaftet und ist dank ihrer Marktstellung, ihrem Wachstumspotenzial und ihren neuen Geschäftsfeldern auf gutem Kurs. Es klärt sich immer mehr, was PonteNova kann, und was nicht. Es ist gut, Daten zu sammeln. Es nützt, diese zu interpretieren. Es zählt aber nur, mit diesen Daten die eigene Position auch durchzusetzen und dies ist nicht mehr die Aufgabe von PonteNova. Deshalb rufe ich Sie auf, sich nicht nur finanziell, sondern auch standespolitisch zu engagieren. Dank PonteNova haben wir Berner Ärztinnen und Ärzte gelernt, uns auf uns selbst zu besinnen. Erinnern wir uns nun, dass wir uns auch wehren müssen! An dieser Stelle sei gedankt: Herrn Dr. J. Schlup, Präsident der Ärztegesellschaft des Kantons Bern, für seinen Weitblick Herrn Dr. Ch. Ramstein, Präsident (bis Ende 2005) der Gesellschaft der Ärztinnen und Ärzte des Kantons Solothurn, für sein langjähriges Engagement der TrustX Management AG für ihre Kreativität und Flexibilität der Ärztekasse und der Apotheke «Zur Rose» für die unkomplizierte Zusammenarbeit der Visana Versicherungen AG für ihre Geduld und das gute Klima dem Verwaltungsrat für Kritik und Unterstützung dem Projektteam PonteNet (Herren Flach, Frutig, Gemsch, Hug und Metzger) den Praxisspiegelseminar-Tutoren (Herren Affolter, Brechbühler, Hug, Ingold, Schultheiss, Sieber und Stampfli) dem operativen Leiter Peter Frutig, dem neuen medizinischen Leiter Donat Gemsch, der Sachbearbeiterin Frau Beatrice Meier, dem Medienbeauftragten Bernhard Stricker, dem Webmaster Christoph Hug und unserem Übersetzer Jean-Jacques Gindrat für ihren Einsatz unseren Kundinnen und Kunden für die gute Datenqualität Ihnen, liebe Aktionärinnen und Aktionäre, für Ihr Vertrauen Hans-Werner Leibundgut Präsident des Verwaltungsrats 3 PonteNova Geschäftsbericht 2005

4 DAS GESCHÄFTSJAHR 2005 in Kürze: Ziele und Ergebnisse Wir wollen unseren Kundenstamm festigen und ausbauen sowie unsere Dienstleistungsqualität steigern. Ende 2004 zählte PonteNova 1177 Kundinnen, per waren 1359 Verträge unterschrieben. Dies entspricht einem Zuwachs von 182 oder 82 Prozent unseres Ziels von 1400, welches somit nur knapp verpasst wurde. In neun Seminaren (Januar bis April sowie August bis Oktober) wurden 423 Ärzte aus den Kantonen Bern und Solothurn in die Nutzung unseres wichtigsten Produkts, des Praxisspiegels, eingeführt. Sieben Tarmed-Repetitorien (Mai/ Juni), die wir zusammen mit Herrn Andreas Velke gestalteten, zeigten 437 Teilnehmerinnen, wie wichtig die Selbstkontrolle mit dem Praxisspiegel ist. Zudem referierte PonteNova an zwei Road-Shows der Ärztekasse (März und Oktober) und am Tarmed- Einführungskurs der BEKAG im August. Auf gesamtschweizerischem Gebiet sind die TrustCenter von August bis Dezember mit Inseraten in der Schweizerischen Ärztezeitung, Primary Care, VSAO-Journal und PraxisArena (Publikationsorgan der MPA) in Erscheinung getreten. PonteNova hat bei dieser Kampagne die Koordination übernommen. Kooperation setzt, wurde der elektronische Datenaustausch nur mit der Visana vollzogen dafür mit allen TrustCenters der Schweiz. Diese Zusammenarbeit ist für beide Seiten sehr lehr- und erfolgreich, aber nicht ohne Tücken, wie der Beitrag auf Seite 10 zeigt. Als Lichtblick und Hinweis für das Ende der Durststrecke konnte Ende Jahr der EDA-Vorvertrag mit der Groupe Mutuel abgeschlossen werden. Die Umsetzung des EDA mit der IV verzögert sich, da wegen der fehlenden Mengen bis jetzt kein Pilotversuch durchgeführt werden konnte. Wir wollen das Vertrauen unserer Aktionäre in uns belohnen. Wie auch im Geschäftsjahr 2004 ist es möglich, eine Dividende auszuschütten. Die Finanzierung und weitere Entwicklung von PonteNova ist dank der breiten Verankerung in der Ärzteschaft auch ohne Abgeltung des EDA gesichert. Unsere Strategie ist, möglichst grosse Entschädigungen an unsere Kundinnen weiterzugeben, sei es als Wir wollen die bestehenden EDA-Verträge mit den Krankenkassen umsetzen und erfüllen sowie die push-lösung im Tiers payant realisieren. Da die grösste Krankenkasse, Helsana, Anfang Jahr aus politischen Gründen eine Kehrtwendung vollzog, den Vorvertrag kündigte und nun auf Konfrontation statt 4 PonteNova Geschäftsbericht 2005

5 Rabatte unserer Kooperationspartner, als Sonderrabatte oder als Aufwandsentschädigung für qualitativ gute Rechnungsanlieferungen. Im April fand die letzte Aktienkapitalerhöhung auf 1,2 Mio. Franken statt. Damit scheint der Bedarf an Aktien bei der Berner Ärzteschaft gedeckt zu sein, zudem ist PonteNova gut kapitalisiert, sodass keine weitere Kapitalerhöhung erfolgen wird. Als weitere, vertrauensbildende Massnahme wurde im August ein Verwaltungsratsausschuss, (das Compensation Committee) gebildet, welcher Richtlinien über Entschädigungen, Bonuszahlungen und Saläre unserer Angestellten erarbeitet. Wir wollen die Geschäftsleitung für neue Aufgaben ausbauen. PonteNova benötigt für den Aufbau des neuen Geschäftsfelds PonteNet personelle Ressourcen. Aus der Projektgruppe hat sich in der Person von Dr. med. Donat Gemsch, Allgemeinmedizin FMH, Bern, ein in Managed Care qualifizierter Kandidat beworben, den der Verwaltungsrat im Juni gewählt hat. Donat Gemsch hat im September seine Tätigkeit als medizinischer Leiter von Ponte Net aufgenommen, daneben arbeitet er sich in seine Geschäftsleitungsaufgaben ein. Wir wollen das Kompetenzzentrum für Datennutzung im Kanton Bern werden. Die Kostenneutralitätsphase hat gezeigt, dass Sammlung und Interpretation von Daten zwei verschiedene Paar Schuhe sind. PonteNova hat eine grosse Nachfrage nach professioneller Datennutzung festgestellt, sei es seitens der BEKAG, den Fachgesellschaften, anderen Ärztegruppen oder sei es von Einzelpersonen, die in Wirtschaftlichkeitsverfahren verwickelt waren. PonteNova hat die notwendigen Kapazitäten und Kompetenzen und will diese Dienstleistungen anbieten. Dazu waren juristische Abklärungen und vertragliche Regelungen nötig, die im Laufe des Jahres 2005 erarbeitet wurden. PonteNova hat im Dezember von der BEKAG das Mandat für die Kostenkontrolle im ambulanten Sektor des Kantons Bern erhalten. Auf gesamtschweizerischer Ebene trafen sich die TrustCenter im April und November zu TC-Präsidentenkonferenzen. Diese hatten einerseits das Ziel, Wünsche für den weiteren Ausbau des Praxisspiegels zu sammeln, zu sichten, zu gewichten und an die TrustX Management AG zur Realisierung weiterzuleiten. Anderseits machten wir uns Gedanken, wie die gesammelten Daten auf nationaler Ebene in Zusammenarbeit mit anderen Partnern für weitere Projekte, z. B. Praxisforschung, genutzt werden könnten. Wir wollen den Aufbau von Ärztenetzwerken im Kanton Bern fördern. Durch die Gründung des Geschäftszweigs PonteNet (siehe Seite 11) sind wir diesem Ziel näher gekommen. Wir wollen offen sein für den elektronischen Datenaustausch im Tiers payant mit Spitälern und Labors. PonteNova hat diesbezüglich noch keine Anfrage erhalten. 5 PonteNova Geschäftsbericht 2005

6 DATENPARITÄT oder «Politisch Lied ein garstig Lied» Dank NewIndex und den TrustCenters hat die Schweizer Ärzteschaft die Kostenneutralitätsphase bestanden, sich als verlässlicher Vertragspartner erwiesen und einen Riesenschritt hin zur Datenparität mit santésuisse vollzogen. Dank PonteNova konnte im Kanton Bern der Kompensations-Taxpunktwert gehalten werden ebenso wie es der finale TPW werden könnte. Auch die Verhandlungen über die Umsetzung und Abgeltung des elektronischen Datenaustauschs befanden sich in einem guten Stadium, denn die genau rechnenden Leistungseinkäufer der Versicherer sahen im Angebot der TrustCenter Vorteile. Die Politik gefährdet nun diese «Ernte». Machtpoker und Begünstigung des eigenen Intermediärs ersetzen wirtschaftliche Überlegungen bei den Kassen. Verbale Kraftmeiereien sind anstelle von Gesprächen getreten. Mit der Kündigung des Tarmed- Anschlussvertrags und dem Versuch, den flächendeckenden Tiers payant wieder einzuführen, glaubt ein Teil der santésuisse, sowohl die gerecht verhandelten Taxpunktwerte verweigern als auch die Bedrohung des eigenen Datenmonopols durch die Datenpools der TrustCenters abwenden zu können. PonteNova macht aber keine Politik, sondern will aufgrund von Zahlen und Tatsachen Argumente für unsere Standespolitiker liefern und ihnen den Rücken stärken. Im Jahr 2005 haben die 11 TrustCenters aus Praxen (Vorjahr: 6 929) 12,829 Mio. (Vorjahr Mio.) Tarmed-Rechnungen verwerten können. Damit umfasst der Datenpool der Schweizer Ärzteschaft über 20 Mio. Tarmed-Rechnungen. Diese stellen einen fakturierten Umsatz von 3,5 Mrd. (Vorjahr: 2,1 Mrd.) Franken dar. PonteNova empfing 2005 zwischen und Rechnungen pro Monat (Durchschnitt ), was in diesem Geschäftsjahr zu einem Total von Mio. und kumuliert seit Betriebsaufnahme zu Mio. Rechnungen führte. 6 PonteNova Geschäftsbericht 2005

7 DER PRAXISSPIEGEL Woraus entsteht eigentlich ein Praxisspiegel? Aus den Daten Ihrer Kunden! Mit zunehmender Kundenzahl wird der Inhalt des Praxisspiegels laufend noch aussagekräftiger, neue Kollektive werden auf Grund der höheren Beteiligung möglich. Im März 2004 war der Praxisspiegel das erste Mal online, seither wurde er über mal besucht! In seiner ersten Version sollte er allen einem TrustCenter angeschlossenen Kunden eine Standortbestimmung in der Kostenneutralität liefern und helfen, Abweichungen vom Vergleichskollektiv zu analysieren. Die heute aktuelle Version 1.6. ist seit Juni 2005 online. Mit diesem Update können unsere Kunden mehr über ihr Praxislabor erfahren, die verrechnete Arbeitszeit sehen und die Verteilung des Praxisumsatzes auf die verschiedenen Umsatzarten analysieren. Parallel zur Verfeinerung der Referenzkollektive wurde das Register Patientenkollektiv erweitert; insbesondere um die wichtige Kennzahl Umsatz pro Patient. Neu ist eine Unterscheidung nach Praxisstandort und Medikamentenabgabe möglich. Auch das schon etwas länger bekannte und lästige Druckproblem konnte mit dieser Version behoben werden; durch die Einbindung der Adobe Acrobat-Technik sind nun perfekte Ausdrucke möglich. Rechnungen im Praxisspiegel (BE) Anzahl Rechnungen 0 Januar Februar März April Mai Juni Andere Psychiatrie und Psychotherapie inkl. KJ Juli August September Oktober November Dezember Invasive Innere Spezialisten Grundversorger 7 PonteNova Geschäftsbericht 2005

8 Der Praxisspiegel Die Menge an sich sagt wenig aus, die Qualität der Daten und die Datenlieferanten würden da schon viel mehr Anhaltspunkte liefern. Die Qualität der Daten können wir beurteilen, sie ist sehr gut! Die Repräsentativität der teilnehmenden Ärzteschaft ist schwieriger zu beurteilen. Die statistische Lehre sagt über die Repräsentativität von Stichproben folgendes: «Theoretisch richtig wäre ein Stichprobenumfang von n >100, doch liegt die allgemeine Praxis eher bei einem Stichprobenumfang von n >30.» Mit weiteren statistischen Verfahren versucht man die Repräsentativität und Signifikanz von statistischen Daten zu belegen. Genaue Aussagen kann aber nur die Grundgesamtheit liefern. Vergleicht man die Kollektive in der sas- Statistik mit denjenigen der PonteNova, stellt man in praktisch allen Kollektiven einen nahezu identischen Verlauf der relativen Gesamtkosten fest. Auf der Ebene des einzelnen Patienten sieht das etwas anders aus. Gemäss sas-statistik nimmt die Anzahl der Erkrankten teilweise ab, effektiv hat sie aber zugenommen! Aufgrund der stetig steigenden Krankenkassenprämien entscheiden sich immer mehr Versicherte für eine höhere Franchise und werden damit in vielen Fällen zu Selbstzahlern, was sich erheblich auf die Kosten pro Patient auswirkt. Fazit: Der Praxisspiegel liefert sehr gute Daten! 8 PonteNova Geschäftsbericht 2005

9 Anzahl Kunden und Marktanteil nach FG Was nützt das alles dem Arzt? Die Zahlen seine Zahlen geben ihm eine laufende Standortbestimmung und helfen ihm, Fehlentwicklungen rechtzeitig zu korrigieren. Ende 2005 haben verschiedene Kunden eine Aufforderung der santésuisse erhalten, ungünstige Kostenentwicklungen in ihrer Praxis zu erklären. In einigen Fällen wäre diese Aufforderung vermeidbar gewesen, wenn sie ab und zu einen Blick in ihr Analyse- und Frühwarnsystem Praxisspiegel geworfen und damit gefährliche Entwicklungen frühzeitig erkannt hätten. Selbstverständlich helfen wir gerne dabei. Anzahl Allgem Innere Psychi GynGeb Pädiat Ophtha Chirur Kardio Dermat ORL Rheuma Orthop MedOnk KinPsy Pneumo Urolog Gastro Neurol Radiol Angiol Endokr PlasCh «Rest» Marktanteil in % Anzahl Ärzte gemäss FMH Statistik BE und SO Anzahl Kunden dieser FG, BE und SO Marktanteil in % Durchschnitt 9 PonteNova Geschäftsbericht 2005

10 ELEKTRONISCHER Datenaustausch (EDA) Der im Januar 2004 gestartete, produktive elektronische Datenaustausch mit der Visana funktioniert auch im Die Visana hat in der Zwischenzeit auch mit den meisten anderen TrustCenters Verträge abgeschlossen. Auch die Groupe Mutuel hat sich entschieden, künftig e-rechnungskopien über den Kanal TrustCenter zu beziehen. Der produktive Betrieb wird in den nächsten Monaten aufgenommen. Bis heute hat die Visana alleine bei Ponte Nova über e-rechnungskopien bestellt und es darf ein kontinuierliches Wachstum verzeichnet werden. Ein Wermutstropfen ist, dass davon nur knapp 90 Prozent geliefert werden konnten. Nach wie vor liefern einige unserer Kunden ihre e-rechnungskopien zu spät oder gar nie an PonteNova. Sind diese Rechnungen aber mit einem Token versehen, wird die Visana sie auch bestellen, dann allerdings leider erfolglos. Damit der EDA im Tiers garant funktioniert, braucht es vor allem Disziplin und Qualitätsarbeit in den Arztpraxen. Wir schätzen die bisher in den Praxen geleistete Arbeit sehr und sind überzeugt, gemeinsam mit unseren Kunden unsere Trefferquote weiter steigern zu können. Wir wollen allen Gegnern des Tiers garant zeigen, dass der EDA auch in dieser Abrechnungsart funktioniert! Als sehr gut darf die Rechnungsqualität bezeichnet werden.im Durchschnitt werden nur gerade 2,5 Prozent aller gelieferten Rechnungen zurückgewiesen. Davon ist ein nicht unerheblicher Teil dadurch zu erklären, dass Patienten, die nicht bei der Visana versichert sind, ihre Rechnungen fälschlicherweise bei der Visana zur Rückerstattung einreichten. eda PonteNova Visana Trefferquote Trefferquote in % Anzahl Rechnungen 0 Monat Anzahl bestellt Trefferquote in % Anzahl nicht geliefert Trefferquote DS in % 10 PonteNova Geschäftsbericht 2005

11 PONTENET: Das jüngste «Kind» von PonteNova Im Anschluss an den Strategieworkshop Ende 2004 hat der Verwaltungsrat von PonteNova im Januar 2005 entschieden, die Möglichkeiten für den Aufbau eines neuen Geschäftsfeldes «Dienstleistungen für Ärztenetzwerke» im Rahmen eines Projekts (Buisnessplan) zu prüfen. Nach sechsmonatiger Projektarbeit durch die Ärzte Daniel Flach, Biel, Christoph Hug, Madiswil und Donat Gemsch, Wabern, unter der Führung von Peter Frutig, operativer Leiter Ponte Nova, und der Assistenz von Karl Metzger, BlueCare, hat der Verwaltungsrat am 23. August 2005 den neuen Geschäftszweig PonteNet eröffnet. PonteNet ist keine eigene Firma, sondern wird als Geschäftsbereich innerhalb von PonteNova mit eigenem Marktauftritt und vorerst nur mit einem medizinischen Leiter aufgebaut. Dies gibt PonteNova die Möglichkeit, ihr Marktangebot zu diversifizieren und PonteNet von Beginn an auf einer gut etablierten Struktur ohne zusätzliches Kapital starten zu lassen. Nach einer ruhigeren Phase der Managed- Care-(MC)-Modelle der letzten Jahre ist heute das Bewusstsein um den Nutzen solcher Modelle sowohl bei der Bevölkerung als auch bei den Versicherern gewachsen. Kostendruck und Prämienbelastung generieren einen wachsenden Bedarf für optimierte Leistungsangebote. Im Kanton Bern sind nur drei Prozent der Bevölkerung in einem MC-Modell versichert, gesamtschweizerisch sind dies sieben Prozent. Damit ist der MC-Markt für Ärztenetze im Kanton Bern noch unterentwickelt und eine interessante Herausforderung für den Aufbau eines zweiten Standbeins. Die Erfahrungen und die gesundheitspolitische Lage zeigen, dass es hauptsächlich zwei Gründe gibt, warum sich die Ärzteschaft vernetzen soll: Wenn der Kontrahierungszwang fällt, haben Nicht-Netzwerkärztinnen schlechtere Karten, um in der Grundversicherung abrechnen zu können. Die bessere Organisation bringt Vorteile für alle. In der KVG-Revision (Botschaft 2B-MC) ist die Verankerung der «Versicherungsmodelle mit integrierten Versorgungsnetzen» vorgesehen. Ein Engagement in Ärztenetzen ist sinnvoll, weil die Ärzte eine Verantwortung für die Entwicklung der Gesundheitskosten und die Gestaltung des kantonalen Gesundheitssystems übernehmen können und müssen. Die ganze Ärzteschaft ist zudem einem Qualitätsprozess unterworfen, dem im Verbund einfacher und nachhaltiger entsprochen werden kann. PonteNet will eine zentrale Stellung im Aufbau, Betrieb und der Weiterentwicklung von Ärztenetzen im Kanton Bern einnehmen. Wichtigstes Element ist dabei das Datenmanagement in den MC-Modellen, das PonteNet in der Funktion einer Betriebsgesellschaft sicherstellt. Die freipraktizierenden Leistungserbringer sollen stärker miteinander verbunden und mit massgeschneiderten Dienstleistungen unterstützt werden, um den steigenden Anforderungen geeignete Lösungsstrategien entgegenzuhalten. PonteNet («Die Brücke zwischen Netzwerken und Versicherern») soll, als Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum für Transparenz und Verbesserung der medizinischen Versorgung, die Vision einer ärzteeigenen MC-Organisation in die Realität umsetzen. Damit kann sie die Entwicklung der MC- Systeme aktiv mitgestalten und für zeitgemässe Versorgungsstrukturen sorgen. PonteNet orientiert sich an den Bedürfnissen der Ärztenetze. Sie bietet einerseits Dienstleistungen an, welche den Strukturaufbau von Ärztenetzen im Kanton Bern fördern und nimmt anderseits alle Funktionen rund um das Sammeln, Auswerten und Analysieren der Daten aus den MC- Kassenverträgen wahr. 11 PonteNova Geschäftsbericht 2005

12 VI LEISTUNGSEINKAUF I NETZORGANISATION Das breite Dienstleistungsangebot gliedert sich in verschiedene Module: V QUALITÄTSMANAGEMENT IV PonteNet III II KASSENSUPPORT KOMMUNIKATION DATENMANAGEMENT Netzaufbau und -organisation, Verhandlungssupport für Kassenverträge, Datenmanagement als zentrales Element, PR und Kommunikation, Qualitätsmanagement bis hin zum externen Leistungseinkauf. Obwohl die Dienstleistungen modular aufgebaut sind, macht eine «Alles-aus-einer-Hand- Lösung» am meisten Sinn. Die Investitionskosten für den Aufbau von PonteNet belaufen sich auf rund Franken. Die Finanzplanung sieht gemäss den geschätzten Kundenvolumen vor, den Break-even in 2 bis 3 Jahren und ein ausgeglichenes kumuliertes Ergebnis nach 3 bis 4 Jahren zu erreichen. Die Investitionen und die Finanzrisiken sind für PonteNova kalkulierbar. Dies ist vor allem durch die «Inhouse-Lösung» möglich. Im November 2005 wurde PonteNet folgenden Organen schriftlich vorgestellt: Der Berner Ärzteschaft (BEKAG, VBH, allen Bezirksvereinen und Fachgesellschaften), den Versicherern, der Patientenorganisation, den MC-Organisationen, den Kooperationspartnern von PonteNova und den Medien. Alle Ärzte und Ärztinnen der Kantone Bern und Solothurn erhielten im «Punktuell» ab Nummer 3/05 laufend Informationen zu PonteNet. Des Weiteren traf sich die Geschäftsleitung von PonteNova im Dezember mit Vertretern von Helsana und von Visana zur Präsentation von PonteNet, auch mit dem Ziel, die gegenseitigen MC-Anforderungen auszutauschen. Mittels einer Endlos-PowerPoint-Präsentation an einem eigenen Stand wurden an der BETAKL 05 PonteNova und PonteNet vorgestellt und Fragen der Ärzte persönlich beantwortet. Am 1.September 2005 trafen sich die Präsidenten der bestehenden und Vertreter der in Planung stehenden Ärztenetze zu einem informellen Austausch. Dabei wurde Ponte Net erstmals vorgestellt und ist auf Interesse gestossen. Die Kontakte zu den einzelnen Ärzten wurden weiter gepflegt und im Dezember kam es zur ersten Vorstellung vor interessierten Ärzten in Aarberg. Folgende Netzwerke haben bereits Kassenverträge unterschiedlichen Inhalts: HAV Biel-Seeland, Igomed Thun, mednetbern. Noch ohne Kassenverträge sind das Netz Grauholz und Beodocs im Oberland. In Planung stehen Netze im oberen Emmental, der Notfallrayon Laupen und Aarberg. Noch unschlüssig ist der Qualitätszirkel Elfenau. Im Oberaargau und unteren Emmental scheint im Moment wenig Interesse vorhanden zu sein. 12 PonteNova Geschäftsbericht 2005

13 ORGANISATION und Personelles Seit der Generalversammlung vom 25. Mai 2004 erfolgt die Leitung der Firma durch einen siebenköpfigen Verwaltungsrat. Nach dem Ausscheiden von Karl Metzger ergänzt Donat Gemsch seit Dezember 2005 die Geschäftsleitung. Die Betreuung der operativen Ebene Trust- Center wird seit dem 1. Januar 2005 durch Frau Beatrice Meier und Herrn Peter Frutig sicher gestellt. Aufgrund der hohen Stabilität des Systems TrustX war die Weiterbeschäftigung von speziellen Supportern nicht mehr notwendig. Die Mitarbeiter im Bereich TrustCenter befassten sich vor allem mit dem technischen Support via Telefon oder vor Ort (Installationen), der Unterstützung unserer Kunden in Bezug auf Fragen zur Bedienung der zur Verfügung gestellten Instrumente (Praxisspiegel, TrustX-Praxis), der Beratung bezüglich Aussage von Praxisspiegel und anderen Statistiken, der Abwicklung des elektronischen Datenaustausches mit der Visana und vielen kleineren, im Verwaltungsalltag anfallenden Arbeiten. In Bezug auf technischen Support verursachten vor allem die in den Praxen vorhandenen Softwareinstallationen, insbesondere PopUp-Blocker, Firewalls, nicht korrekt installierte ASAS-Clients und instabile Betriebssysteme die grössten Probleme. Anlässlich von über 50 Einsätzen und dutzenden Telefonaten konnten all diese Probleme in kürzester Zeit und zur vollsten Zufriedenheit unserer Kundschaft behoben werden. Management Support erhält PonteNova durch die Firma BlueCare, Winterthur. Verwaltungsrat Präsident Hans-Werner Leibundgut ( ) Vizepräsident Adrian Sieber ( ) Mitglieder Philip Baumann ( ) Kurt Hänni ( ) Christoph Hug ( ) Britta Reinsch Michel ( ) Bernhard Berger ( ) Sekretär Peter Frutig ( ) Geschäftsbereich TrustCenter Operative Leitung Peter Frutig ( ) Sachbearbeitung/ Administration Beatrice Meier ( ) Geschäftsbereich Managed Care Medizinische Leitung Donat Gemsch ( ) Administration Peter Frutig Sachbearbeitung Beatrice Meier Geschäftsleitung Vorsitzender Hans-Werner Leibundgut ( ) Mitglieder Peter Frutig ( ) Donat Gemsch ( ) Peter Frutig Beatrice Meier Donat Gemsch 13 PonteNova Geschäftsbericht 2005

14 AUSBLICK und Ziele Der Verwaltungsrat hat in seiner Klausur Ende Oktober 2005 in Obererlinsbach die Ziele 2006 formuliert und die Geschäftsleitung mit der Umsetzung beauftragt: Wir wollen unseren Hauptgeschäftsbereich TrustCenter auf den drei Säulen (Schlagwort TC 3 ) ausbauen. Die Praxisspiegelschulungen werden weitergeführt, diesmal sprechen wir die Fachgesellschaften an. Im Herbst 2006 folgt die Praxisspiegel Version 1.7. mit dem neuen Register «WZW» und einer weiteren Verfeinerung der Referenzkollektive. Durch Übernahme des Kostenmonitorings der ambulanten Arztkosten im Kanton Bern für die BEKAG können wir unsere Kenntnisse laufend erweitern. Zudem bieten wir diesen Dienst auch Fachgesellschaften oder anderen Ärztegruppen an. Die Einzelberatungen, v. a. in Wirtschaftlichkeitsverfahren und anderen Fragen um die Praxisökonomie, bauen wir ebenfalls stark aus. Als Einstieg soll ein Seminar in Praxisökonomie dienen. Damit wir gegenüber anderen Intermediären konkurrenzfähig sind, werden wir einen Druck- und Versandservice anbieten. Wir wollen unseren neuen Geschäftsbereich Managed Care nachhaltig aufbauen. Dazu dient unser finanzielles Engagement in den Aufbau von Qualitätszirkeln, die Promotion von PonteNet bei allen bestehenden, sich in Aufbau oder noch Gründung befindlichen Ärztenetzen sowie interessierten Kreisen. Wir wollen mit mindestens zwei grossen Krankenkassen eine Palette von Managed-Care-Verträgen mit guten Konditionen erarbeiten, mit dem Ziel, mit einigen Ärztenetzwerken einen Zusammenarbeitsvertrag abschliessen zu können. Wir sind uns bewusst, dass dieser Prozess, der in anderen Regionen Jahre gebraucht hat, nicht erzwungen werden kann. Damit über Managed Care ausführlicher informiert werden kann, publizieren wir zusätzlich zu den üblichen vier Nummern des Newsletters «Punktuell» vier diesem Thema gewidmete Ausgaben. Wir wollen dem elektronischen Datenaustausch zum Durchbruch verhelfen. Dazu erarbeiten wir laufend neue Angebote für die Versicherer, ohne dass die bisherigen Vertragspartner benachteiligt werden. Unser Prinzip heisst «Menge vor Preis», denn es geht uns darum, den EDA für unsere Kundschaft so rasch als möglich zu realisieren, um sie von bürokratischen Zusatzaufwendungen zu entlasten. Ohne den Preis hochzuhalten, bieten wir ein grosses Volumen und eine gute formale Rechnungsqualität zu einem fairen Gegenwert für jede ernsthaft interessierte Kasse an. Wir bemühen uns mit allen Mitteln, die Anzahl verfügbarer Rechnungen, die Trefferquote und den Rückweisungsanteil zu optimieren, sind dabei allerdings auf die Mitwirkung unserer Kunden und ihrer Softwarehäuser angewiesen. Ein Tracer, der die Qualität der Datenlieferungen und die persönliche Trefferquote anzeigt, wird im Frühjahr 2006 eingeführt. Wir wollen die Rendite für unsere Aktionäre konstant halten. Dies durch weitere Ausschüttung einer Dividende, Neufestsetzung des Aktienpreises und eine bessere Anlage des Aktienkapitals. Wir wollen unsere Organisation verbessern. Zu diesem Zweck investieren wir in den Kompetenzausbau des operativen Leiters in Datennutzung und Praxisökonomie, passen unsere Ressourcen den wachsenden Anforderungen an und planen langfristig den Ersatz eines männlichen Verwaltungsrats durch eine Frau. 14 PonteNova Geschäftsbericht 2005

15 WIR SETZEN KONSEQUENT AUF DIE RICHTIGEN PARTNER! Impressum Auflage: 1000 Exemplare Redaktion: Geschäftsleitung PonteNova Adresse: Postfach, 3073 Gümligen Tel , Fax Gestaltung: Weber AG Werbeagentur, 3645 Gwatt Dieser Geschäftsbericht umfasst zwei Teile. Der allgemeine Teil wird an alle interessierten Kreise und Partner versandt, die Jahresrechnung nur an die Aktionäre. 15 PonteNova Geschäftsbericht 2005

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